Hessische Abendzeitung
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Kasseler Abendzeitung
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Nummer 119*
Dienstag, 24. Mai 1932
22 Zahrgrmg Bsse=e
Oer Kampf um das Landtagspräsidium
Wahrscheinlich nur kurze Eröffnungssitzung des Landtags / Oer Wahlakt nicht vor Freitag / Oesterreich bereitet Moratoriumsverordnung vor
Oer Aeltestenrat hat das
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Wort
mit allem Nachdruck bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß die gesetzlich zulässige Arbeitszeit wesentlich herabgesetzt und jede Gelegenheit zur Schaffung von Arbeitsmöglichkeit voll ausgenutzt werde. Auch soll eine Vereinfachung der Unterstützun-
th. Berlin, 24. Mai. I
Für die heutige erste Sitzung des neue« Preußischen Landtages, die nachmittags 3 Uhr beginnt, sind in technischer Hinsicht alle, in politischer Hinsicht überhaupt noch keine Vorbereitungen betroffen. Es ist infolgedessen damit zu rechnen, daß die erste Sitzung einen rein formalen Charakter tragen wird.
Der Alterspräsident L i tz m a n n wird wahrscheinlich nur eine kurze Ansprache hallen, und dann wird nach der Konstituierung bezw. dem Namensaufruf die Sitzung wieder geschloffen werden, weil man zunächst den Aeltestenrat einberufen mutz, in welchem sich dann alles weitere abspielen dürfte.
Der Aeltestenrat wird wahrscheinlich noch im Laufe des heutigen Abends zufammentreten, und dort wird es sich dann zeigen, inwieweit Vereinbarungen zwischen den Fraktionen über die Wahl des Landtagspräsidenten und die Wahl des Ministerpräsidenten möglich sind. Der Aeltestenrat wird sich aus acht Nationalsozialisten, fünf Sozialdemokraten und drei Zentrumsmitgliedern, sowie drei Kommunisten und zwei Deutschnationalen zusammensetzen. Die anderen Parteien haben im Landtag keine Fraktionsstärke und werden daher weder im Aeltestenrat noch in einem der anderen Ausschiisse vertreten sein.
Die Wahl des Landtagspräsidenten gilt insofern als besonders wichtiger politischer Akt, weil die Parteien den engen . Zusammenhang mit der Wahl des Ministerpräsidenten betonen. Andererseits ist darauf hinzuweisen, daß die Wahl des Landtagspräsidenten nach der preußischen Verfassung erst nach vier Wochen endgültig vollzogen wird, denn es besteht die Bestimmung, daß die erste Wahl nach vier Wochen bestätigt werden mutz, oder daß dann eine
Man rechnet mit der Wahrscheinlichkeit, daß die Besprechungen des Aeltestenrates soviel Zeit in An sprnch nehme« werden, daß die Wahl des Landtags- Präsidenten schwerlich vor Freitag Zustandekommen wird.
Oie ersten Anträge
Die von dem Vorsitzenden der nationalsozialistischen preußischen Landtagsfraktion, Abg. Stube, angekündigten Anträge auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen sind jetzt im Landtag eingebracht worden. Die Anträge lauten: „Der Landtag wolle beschließen, zur Prüfung ver für die preußische Polizei innerhalb der letzten 13 Jahre gemachten persönlichen und materiellen Beschwerden wird sofort ein Untersuchungsausschuß von 29 Mitgliedern eingesetzt." — „Der Landtag wolle beschließen, zur Prüfung der preußischen Rechtspflege unter Berücksichtigung der von Gottfried Zarnow der Justiz gemachten Vorwürfe wird sofort ein Untersuchungsausschuß von 29 Mitgliedern eingesetzt."
Im neuen Preußischen Landtag haben die Sozialdemokraten einen Antrag eingebracht, worin unter Hinweis auf das Elend der Erwerbslosigkeit grundlegende Aenderungen auf dem Gebiete der Arbeitsmarktpolitik gefordert^ werden. Die Regierung wird ersucht, im Sinne des Schreibens des Ministerpräsidenten Braun an den Reichskanzler
gen herbeigeführt werden durch Zusammenfassung der Krisen- und Wohlfahrtsfürsorge nach völlig gleichen Grundsätzen für die Bedürftigkeitsprüfung undUnter- stützungssätze.
Die Zentrumsfraktion schildert in einem Urantrag die katastrophale Lage der Erzbergwerke und Metallhütten besonders auch in West- und Mitteldeutschland sowie in Oberschlesien. Die Regierung wird ersucht, beim Reich ’ geeignete Maßnahmen zu erwirken, um die deutsche Blei- und Zinkindustrie vor dem völligen Ruin zu bewahren. In der Begründung werden als Wege entweder Zpllschutz oder staatliche Subventionen genannt.
Oer Kurswechsel in Anhalt
Dessau, 24. Mai.
Das anhaltische Staatsministerium hat beschlossen, den Regierungspräsidenten P a u l i ck und die Kreisdirektoren Günther -Bernburg und Heinze- Dessan bis auf weiteres zu beurlauben. Panlick und Günther sind Sozialdemokraten, Dr. Heinze Staats- parteiler. Sie sind noch in den letzten Tagen der Amtstätigkeit des alten Ministeriums zu Kreisdirektoren befördert worden.
Ferner hat das Staatsministerium dem „Anhalter Anzeiger" in Dessau die Amtsblatteigenschaft wiedergegeben, die ihm vom alten Ministerium genommen worden war.
Wien bereitet Moratorium vor
(Eigene Drahtmeldung.)
andere Wahl vorgenommen werden kann. Die erste Wahl trägt infolgedessen nur provisorischen Charakter, und wenn in der nächsten Zeit bei der Wahl des Ministerpräsidenten sich Ueberraschungen oder Schwierigkeiten ergeben sollten, so würde immerhin die Möglichkeit bestehen, nach vier Wochen wieder einen anderen Landtagspräsidenten zu wählen. Da man dies aber natürlich möglichst vermeiden will, so wird angestrebt, schon jetzt eine Verständigung über beide Wahlhandlungen (Landtagspräsident und Ministerpräsident) gemeinsam herbeizuführen.
Aus den Fraktionsberatungen, die gestern abend von verschiedenen Parteien noch abgehalten wurden, hat sich jedoch ergeben, daß die Aussichten für eine solche Verständigung nach wie vor überaus gering sind.
Die Nationalsozialisten verlangen, wie aus einem Artikel im „Völkischen Beobachter" hervorgeht, daß sie die Posten des Landtagspräsidenten, des Ministerpräsidenten, des Innenministers, des Kultusministers und des Berliner Polizeipräsidenten von sich aus besetzen können. Sie weisen daraufhin, daß die gleichen Posten bisher in den Händen der Sozialdemokraten gewesen sind, und daß die nationalsozialistische Fraktion jetzt noch stärker ist, als es bisher die sozialdemokratische Fraktion war. Trotzdem ist vor allem das Zentr'um nicht gesonnen, diese nationalsozialistischen Forderungen ohne weiteres zuzugestehen.
Die Sozialdemokraten haben beschlossen, den bisherigen Landtagspräfidenten Wittmaak wieder für die Wahl des Landtagspräsidenten zu nominieren.
Sie erflären, daß über andere Kandidaten bisher nicht mit ihnen verhandelt worden ist. Die K o m- m u n i st e n betonen vor allem, sie hätten die Absicht, die Regierungsbildung mit aller Kraft zu erschweren und sie würden durch keine Abstimmung oder keine Wahl ein Verfahren erleichtern, bei welchem sich die Weimarer Koalitionsparteien auf geschäftsordnungs- mätzigem Wege von den Nationalsozialisten überstimmen lassen könnten. Aus diesen kommunistischen Aeußerungen zieht die Zentrumsprefle wiederum den Schluß, daß infolgedessen die Hoffnung der rechtsstehenden Gruppen aus eine Hilfeleistung der Kommunisten für die Wiederherstellung der alten Geschäftsordnung zunichtegemacht sei, und datz nur noch der Weg übrig bleibe, eine ordnungsmäßige Mehrheit für die Regierungsbildung zu suchen.
Der Alterspräsident des neuen Landtages, der Abgeordnete General L i tz m a n n, bat selbstverständlich für einen ausreichenden polizeilichen Schutz des Landtagsgebäudes für die heutige erste Sitzung, zu der sämtliche Karten schon seit längerer Zeit vergriffen sind, Sorge getragen, jedoch wird die Bewachung des Hauses durch die uniformierte Polizei wahrscheinlich nur von außen her durchgeführt werden, während sich im Inneren des Landtagsgebandes (im Gegensatz zu den Verhältnissen im Reichstags leine uniformierte Polizei aufhalten soll.
Wien, 24. Mai.
Nach Rückkehr des Präsidenten des Rationalrates Kienböck und des Ministerialrates im Finanzministerium Rizzi, fand am Montag nachmittag unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers Dollfuß eine Ministerbesprechung statt. In einer amtlichen Mitteilung hierüber heißt es:
„Da die erwartete Einigung der Mächte in Genf für eine Aktion für Oesterreich möglicherweise länger dauern kann als dies für Oesterreich tragbar ist, bereitet die Bundesregierung nunmehr eine Verordnung »ot, um für den Fall der Devisensperre für Auslandsschulden die nötigen Maßnahmen für einen Schilling-Zinsendienst für die Auslandsschulden zu treffen."
Der Ausdruck „Moratorium" wird in dieser Verlautbarung sorgfältig vermieden. Rach dem dem Vizekanzler nahestehenden „Reuen Wiener Extrablatt" dürfte die Maßnahme so gedacht sein, daß die fälligen Zahlungen aus dem Schilling-Zinsendienst für die Auslandsschuld aus ein internationales Konto bei der Nationalbank erlegt werden, von dem die Zinsenempfänger Abhebungen für Jnlandszah- lnngen in Oesterreich machen können.
Pauschalsumme zur Tributablösung?
London, 24. Mai.
In einem den Konferenzen von Genf, Lausanne und Ottawa gewidmeten Leitartikel betont „Times", daß die erfolgreiche Behandlung der Abrüstungsund Reparationsfrage, die unbedingte Voraussetzung für die Wiederbelebung des internationalen Handels und für die Vermeidung einer Katastrophe sei.
Zur Abrüstungsfrage bemerkt „Times", es könne kein wahrer Frieden werden, solange eine Nation in ihrer Stellung der Unterlegenheit gehalten werde, und Baffenarten nicht besitzen dürfe, die anderen Nationen erlaubt sind. Bei Erörterung der Reparationsfrage spricht das Blatt von der Möglichkeit der Festsetzung einer letzten und endgültigen Pauschalsumme, die Frankreichs berechtigte Ansprüche auf Entschädigung befriedigt und zugleich Deutschland die nötige Erleichterung verschafft.
Wie die Dinge liegen, fährt das Blatt fort, erwartet - amerikanische Regit daß ihre europäischen Schuldner nach dem I.Juli ihre Zahlungen wieder aufnehmen, und es verlautet, daß die britische Regierung jetzt tatsächlich Vorbereitungen treffe, um an die Vereinigten Staaten außer den früheren Annuitäten noch eine weitere Zah
lung z u I e i ft e n, um die während des Hoover- jahres eingestellten Zahlungen auszugleichen. Amerika wird' bestimmt auf dem Buchstaben seines Schuldscheines beharren, bis seine Schuldner alles in ihrer Macht Liegende getan haben, um die Hindernisse der wirtschaftlichen Erholung zu beseitigen. Die Genfer Abrüstungskonferenz und die Lausanner Reparationskonferenz müssen zu wirklichen Vereinbarungen führen, wenn der drohende wirtschaftliche Zusammenbruch vermieden werden soll.
Vor der Zusammenkunft
Herriots mit Tardieu
Paris, 24. Mai.
In gut unterrichteten Kreisen wird betont, daß die für heute (Dienstag) nachmittag angekündigte Zusammenkunft Herriots mit Tardieu und Flandin im Elhsee vom Staatspräsidenten Lebrun veranlaßt worden sei. Er habe unter den gegenwärtigen außen- und innenpolitischen Umständen besonderen Wert darauf gelegt, daß der Nachfolger Tardiens bestens informiert die Führung der Geschäfte übernehme.
In parlamentarischen Kreisen waren im Zusammenhang mit der bevorstehenden Unterredung die verschiedensten Gerüchte aufgetaucht. Einige wollten wissen, daß Staatspräsident Lebrun Herriot auffordern werde, die Neubildung des Kabinetts zu beschleunigen, andere sprachen davon, Tardieu und Flandin wollten Herrwt dazu bewegen, zwei befreundeten Staaten Frankreichs neue finanzielle Unterstützungen zu gewähren. Alle diese Gerüchte scheinen jedoch auf Vermutungen zu beruhen, die von den interessierten Persönlichkeiten bereits dementiert wurden
Efiländische Parlamentswahlen
Reval, 24. Mai.
Am Montag fanden die estländischen Parlamentswahlen nach dreitägiger Dauer ihren Abschluß. Die Ergebnisse laufen infolge mangelhafter Verbindungen nur fehr langsam ein. Die Wahlbeteiligung betrug in Reval 70 v. H„ in der Provinz teilweise bis 80 v. H. Die Wahlen Verliesen überall völlig ruhig. Nach Angaben des deutsch-schwedischen Wahlbüros sind in den Städten 11291 Stimmen (gegen 11777 Stimmen int Jahre 1929) für die deutsch-schwedische List abgegeben worden. Dieser Verlust wird jedoch allem Anschein nach auf dem flachen Land ausgeglichen werden, so daß derdeutsch-schwedischeWahl- 6 Io d feinen Bestand von drei Abgeordneten behaupten dürfte. Im allgemeinen macht fich ein starker Ruck «ach rechts bemerkbar. Nach vorläufigen Berechnungen dürften die vereinigte Agrarpartei 40 Sitze, die nationale Mittelpartei 23 Sitze und die Sozialdemokratie 21 Sitze erhalten. -----
Das neue Preußen
(Von unferer Berliner Schriftleitung).
Das neue Preußen ist da, aber man sieht es noch nicht. Es steckt noch in einem dicken Nebel der Ungewißheit, in welchem sich die Politiker an den Ecke« und Kanten dieses neuen Gebildes um so empfindlicher stoßen, je weniger man davon erkennen kann. Durch die Wahl vom 24. April ist dieses neue P r e n ß e n als eine in ihrem Wesen und ihrer Zusammensetzung gegenüber dem bisherigen Pceutzerr stark veränderte Masse, aber der heutige 24. Mai, der Tag des Zusammentritts des neuen Landtages, findet nochkeineklareForm, noch keinen arbeitsfähigen Organismus des neuen Staates vor. Ein voller Monat ist vollkommen ungenützt verstrichen, und man wird nun nachholen müssen, was bisher versäumt wurde. Wie liegen dafür die Voraussetzungen, und was hat zu geschehen?
Der normale Weg ist selbstverständlich zunächst der einer neuen Mehrheitsbildung, und dafür kommen praktisch auch heute noch nur die Nationalsozialisten und das Zentrum in Frage. Bei 422 Abgeordneten des neuen Preußenhauses beträgt die absolute Mehrheit 212 Mandate. 162 Nationalsozialisten und 67 Zentrumsabgeordnete verfügen zusammen über 229 Stimmen, also 17 mehr ,als erforderlich ist. Man könnte sich vorstellen, daß zu einem solchen Bündnis auch noch die anderen rechts des Zentrums stehenden bürgerlichen Gruppen, also die 31 Deutsch- nationalen und die 10 Abgeordneten der Halbrechten hinzutreten. Dann hätte man den Fall der in diesem Hause möglichen größten Koalition mit 270 Mandaten. Diesem Bündnis würden nur die 93 Sozialdemokraten, die 57 Kommunisten und die beide« Staatsparteiler zusammen also 152 Abgeordnete, gegenüberstehen. Daraus ergibt sich, daß eine Zweidrittelmehrheit im neuen Preutzenhause übrhaupt nicht zustande kommen kann, aber diese sogenannte qualifizierte Majorität spielt im Landtage nicht die gleiche wichtige Rolle wie im Reichstage. Eine reine Rechtsregierung ohne das Zentrum würde nur 203 Mandate erreichen, würde also um 9 Mandate hinter der absoluten Mehrheit znrückbleiben. Aus diesem verhältnismäßig sehr einfachen zahlenmäßigen Aufbau des neuen Landtages ergibt sich, daß in der Praxis tatsächlich der einzige mögliche Weg einer Mehrheitsbildung in dem Zusammengehen der Nationalsozialisten und des Zentrums zu erblicken ist.
Während man unmittelbar nach dem 24. April allgemein davon überzeugt war, daß die Verhandlungen zwischen diesen beiden Parteien sehr rasch zu einem positiven Ziele führen würden, hat sich die tatsächliche Entwicklung umgekehrt vollzogen, und heute stehe» die Nationalsozialisten und das Zentrum einander fremd und kalt, wen« auch nicht mehr so feindselig wie im Wahlkampfe gegenüber. Vom Standpunkte der Nationalsozialisten aus beruft man sich begreiflicherweise zunächst auf die eigene Stärke, stellt gewisse Mindestforderungen zur Diskussion und erklärt, daß man abwarten kann. Bei diesem Abwarten spielt natürlich der Gedanke einer abermaligen Neuwahl des Preußischen Landtags mit, die etwa im Herbst stattfinden könnte, und von der man im nationalsozialistischen Lager einen weiteren Aufstieg, evtl, die absolute Mehrheit für die NSDAP ober doch für die Vereinigte Rechte ohne das Zentrum erwartet. Der Begriff der vereinigten Rechten oder der Harzburger Front hat inzwischen allerdings viel von feiner früheren Bedeutung eingebüßt. Zwischen den Nationalsozialisten und den Teuischnalionalen besteht heute alles andere als ein freundnachbarliches Verhältnis, und wenn deshalb die Nationalsozialisten aus den Gewinn der Majorität bei einer neuen Landtagswahl rechnen, so tun sie gut, diesen Gewinn für sich allein anzustreben. Um bei einer Neuwahl für sich allein die abfolute Mehrheit zu erreichen, müßten die Nationalsozialisten die Stimmenzahl, die sie am 24. April erhielten, noch einmal um mehr als 30 Prozent steigern. Die bürgerliche Mitte außerhalb des unerschütterlichen Zentrums ist aber von der Bildfläche verschwunden. Hier sind nur noch sehr wenige Wedler zu holen. Die Deutschnationalen haben ihre Aktien schon so stark zufammengeleqt, daß hier kaum noch mit weiteren großen Verlusten zu rechnen ist, und die sozialistische Linke, also bie 93 Sozialdemokraten und die 57 Kommunisten, durften gleichfalls bei der Wahl vom 24. April von sogenannten Mitläufern stark gereinigt worden fein. Derartig? lieber« (egungen machen es zum mindesten ungewiß ol> bie NSDAP bei einer Neuwahl noch e'nmal 50 Maud rte gewinnen kann, und daraus erklärt es sich a> ch. daß sehr maßgebende Kreise innerhalb dieser Partei vor allem wohl auch der Parteiführer Adolf Hitler selbst, stärker der Auffassung zuneigen, baß die Partei die jetzige Situation ausnäyen müsse um an bie Macht zu gelangen, b. h. in diesem Falle zwar nicht bie Alleinherrschaft auszuüben, aber doch der bei weitem stärkste Faktor in einer neuen Reglerungs- koalition zu werden - ,,,
gen Strömungen innerhalb bet NSDAP, bie in bet