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Montag, 23. Mai 1932

Äofleler Neueste -lachrichtea

eene 31. VeitoD,

«ufere Heimat

Aus -em Kreise Marburg

Das nassauische Gewerbe tagt in Dillenburg

Die Not der Handwerker und Gewerbetreibenden

Vottsspeisung in Oberkaufungen beendet

Hilferuf -es Kreises Eschwege

Ein undeckbarer Fehlbetrag / Llm den Landratsposten

Bewilligung von Beihilfen aus dem Gemeindemls- gleichsstock des Gemeindezwectverbandes Waldeck Hai über Beihilfeanträge der kommunalen Mitglie­der Beschluß gefaßt. Beihilfen erhalten unter be­sonderer Berücksichtigung der Verbandsmitglieder, die durch Wohlfahrtslasten ungewöhnlich hoch belastet sind insgesamt 43 Gemeinden. Die niedrigste Sei« Hilfe beträgt 50 RM. und die höchste 1000 RM.

Eigene Speisung der notleidenden Bevölkerung.

den Dach- und Falzziegelwerken Oberkaufungen un­entgeltlich zur Verfügung gestellt. Mehrere erwerbs­lose Facharbeiter haben sich für die kostenlose Her- stellung der Kochanlage bereit erklärt. Mit der Spei­sung kann höchstwahrscheinlich noch in dieser Woche begonnen werden. Der Andrang zu der bisherigen Speisung war derart, daß noch nicht das doppelte Quantum ausgereicht hätte, um alle versorgen. Es war ein Jammer, mit anzusehen, wie unterernährte Kinder wieder ohne Essen nach Hause gehen mutzten. Der Selbsthilfeausschutz richtet daher an alle opfer­freudigen Personen, die dazu in der Lage sind, den Appell, mit einem Scherflein zur Linderung der grötztcn Not in Oberkausungen beizutragen. Auch die kleinste Gabe ist willkommen. Alle Spenden wer­den vom Bürgermeisteramt dankend entgegengenom­men. Die selbstlose Haltung Papa Krönings und sei­nes Personals verdient größte Anerkennung. Auch die größten Gegner mußten dies anerkennen.

Eschwege. Beterinärrat Krexa 7. Veierinärral Krera ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Er war seit 1926 Kreisticrarzt im Kreise Eschwege, nachdem er vorher in Gersfeld und Schlüchtern tätig war.

Eschwege. Irrsinnig? Großer Schaden wurde nachts in den Anlagen angerichtet. Bisher unbekannte Täter haben mit einem Pflug an mehreren Stellen die Rasenflächen zerstört und eine Anzahl Spalier- stäbe herausgerissen.

Eschwege. Roch ein Brückenbau. Außer der Wohra­brücke bei Niederhone läßt die Reichsbahnverwaltung auch die Friedatalbrücke jenseits des Torfes Frieda durch eine neue schwere Brücke ersetzen. Die Arbeiten werden etwa bis Oktober-November dauern. Reben den Brückenarbeiten werden auch Gleisarbeiten vor­genommen. Ter Betrieb auf der Strecke wird ein­gleisig ausrecht erhallen.

Wanfried. Das Bad wird verbessert. Die Stadt­verwaltung läßt zur Zeit in der Badeanstalt an der Werra verschiedene bauliche Neuerungen aussühren. Von den Umkleidchallen zum Strande wird ein B-tonsteg angelegt. Außerdem wird die Böschungs- rrcppc erneuert und der aufgeweichtc Boden an den Ufern mit einer Kiesauflage versehen. Nach Fertig­stellung der Arbeiten wird dir Badeanstalt verpachtet werden.

Abterode. Tragischer Tod. Das zweijährige Kind eines Einwohners, das nach dem Baden neben dem Herd auf dem Holzkasten saß, faßte nach einem Koch­topf, der auf dem Herd stand und zog sich erhebliche Brandwunden am Körper zu. Nachdem das Kind nach einer kleinen Besserung eine plötzliche Krisis durchmachen mußte, erlag es seiner Verletzung.

bald zu beseitiaen und die Straße neu instand zu setzen, nachdem bereits die Arbeiten für das vorige Jahr vorgeseben waren, ihre Ausführung aber wegen der Bankenkrise unterbleiben mußte. Weiler wurde |

Sehenswürdigkeiten der Stadt Dillenburg vor Augen geführt. Mit einem gemütlichen Beisammensein int Kurhausc fand die denkwürdige Tagung des nassaui­schen Handwerkes ihren Abschluß. Möge sie reiche Früchte tragen!

Bran-siistung?

Eine Scheune in Holzhausen niedergehrgnnt.

In Holzhausen (Kr. Biedenkopft entstand in der Scheune eines Landwirts und Schuhmachers ein Brand, der rasch um sich griff und das Wohnhaus stark gefährdete. Glücklicherweise konnte das Wohn­haus gerettet werden, doch ist die Scheune vollkom­men niedergcbrannl. Das Vieh konnte gerettet wer­den. Ter Schaden, der durch Versicherung gedeckt ist, ist ziemlich groß. Es wird Brandstiftung vermutet.

Juristische Sprechstunde

sinder wöchentlich zweimal und zwar

Arolsen. Beihilfen des Gemeindezweckverbandes I K. Geitz^ L. ÖU,ÖU « a ö für noiletdende Gemeinden. Der Ausschuß für die I H. Hill, H. Merlan, O. Freundlieb.

Erhöhung der Krcissteuern zustimmen würden. Eine Erhöhung der Kreisumlage sei aber für den großen Durchschmtt der Landge­meinden int Hinblick aus ihre eigene Mlastung un­tragbar Der Kreistag erwartet deshalb von der Staatsregierung, daß der Fehlbetrag durch Retchs- und Staatsmittel ausgeglichen werde, andernfalls in absehbarer Zeit ein Zusammenbruch der Kreisverwaltung erfolgen würde.

Der Landwegebauvoranschlaa für 1932 würdig aus 100 000 RM. herabgedrückt. trotzdem dringliche stra- ßenarbeiten zu erledigen sind. In einer Eingabe soll der Landeshauptmann und der Landesausichutz drin, gend gebeten werden, die

unhaltbaren Zustände der Landstraße Eschwege ReichensachsenHoheneiche

Der Kreistag des Kreises Eschwege hat am Sonn­abend den Haushaltsvoranschlag für 1932 unter Dach und Fach gebracht. Er sieht in der ordentlichen Ver­waltung Ausgaben von 1210 429 RM. und Einnah­men von 410 775 RM. vor. Der Fehlbetrag von 792 664 RM. wird durch 53,2 Prozent Zuschläge zu den Reichssteuerüberweisungen und zur Bürgrrsteuer und 63 Prozent Zuschläge zur staatlichen Grundver­mögens- und Gewerbesteuer um 338 228 RM. auf 454426 RM. herabgedrückt. Für diesen Betrag ist eine Deckung nicht mehr vorhanden. Auch konnte er durch Kürzung der Verwaltungsausgaben nicht mehr er­mäßigt werden.

Der Kreistag nahm infolgedessen eine Entschlie­ßung an die Staatsregierung an, in der betont wird, datz der Kreis seine gesetzlichen und sonstigen Auf­gaben namentlich auf sozialem Gebiet nur dann er­füllen kann, wenn Reich und Staat durch Erhöhung der Ueberweisungcn oder durch besondere Beihilfen die Lasten erleichtern oder gegebenenfalls einer

«US dem Kreise Fritzlar

Besse. Eine brave Gaus besitzt der Landwirt Helmuth. Tas wackere Tier legte im vergangenen Jahr 114 Eier. Ehre wem Ehre gebührt.

Aus dem Kreise Eschwege

Bor dem Eisenacher Schöffengericht sand am Frei­tag eine Verhandlung gegen sechs Personen statt. Auf der Anklagebank nahmen Platz, der Klempner Emil F.. Obersuhl, der wegen schweren Raubes mit drei Jahren Gefängnis vorbestraft ist und während der Saison den Weltmann spielte; der Maler Wilhelm W., Obersuhl, dem ständig Tränen zu Boden fallen; der Arbeiter Hans F-, Obersuhl, der noch in guten Zeiten Reichswehrsoldat in Kassel war, aber weil er im Gebrauch mit Messern besser Seitengewehren eine kolossale Fertigkeit aufzuweisen vermochte, aus dem Reichsheer entlassen werden mußte; der Arbeiter Sch., Berka a. Werra, der Adjutant des Weltmannes war, scheint sich seiner begangenen Handlungen sehr schwer zu erinnern; Maurer Walter W., Obersuht, der weniger mit der Sache zu tun haben will und Arbeiter K-, Dankmarshausen, der glaubt, nur durch Zufall in die Angelegenheit ver­wickelt zu sein.

Tas Prinzip der vorgenannten Sechse war Steh­len, wo sich Gelegenheit bot. Sie pirschten recht rüstig in der Gegend. Jagdhäuser in den verschiedensten Richtungen wurden mit Vorliebe erbrochen. Weit in­teressanter war aber,

Eisenbahnstückgutwagen zu erklimmen.

Schön war dies, als die Eisenbahnwagen auf Bahn­hof Gerstungen standen und nur die Plomben ab­gezwackt wurden und die Kisten und Körbe mitge­nommen werden konnten. Als die Wagen nicht mehr im Bahnhof standen, sprangen die Nachtwandler auf

freier Strecke ungefähr so wie in Meriko auf die Wagen und warfen alles Greifbare aus. Nicht immer ging das so glatt ab. Konnten sie wissen, daß sich einmal Eisenbahnkriminalbeamte in die Wagen Einlaß verschafft hatten, um dem Handwerk ein Ende zu bereiten!

Aber je schwieriger der Fall, desto verwegener wurde verfahren.

Kurz entschlossen zog einer der Sechse sein Schieß­eisen und ließ ihm Bleibohnen entspringen, damit der Rückzug erleichtert wurde. Sollte tatsächlich alles was so im Erössnungsbeschluß porgelesen wurde, aufgeführt werden, so müßte den Lesern eine Son­derseite verabfolgt werden. Vorwiegend ftefftcn fnh die gestohlenen Sachen zusammen aus Wurst, Schin­ken, Käse, Keksen, Wein, Tabak, Anzugsstosfen usw. Die Reichsbahn ist um etliche tausend Mark geschä­digt. Von den Angeklagten glauben einige unschul« dig zu sein.

Der Staatsanwalt hält für Emil Fr. und W. 6 Jahre Zuchthaus, für Hans F.- 4 Jahre Zuchthaus, für Sch. 3 Jahre, für W. 2 Jahre und 6 Monate und für K. 2 Jahre und 3 Monate Zuchthaus als ange­messene Strafe. Tas Gericht zog sich sodann zuruck und verkündete Emil F. 4 Jahre, SB. 4 Jahre, Hans F. 2 Jahre 6 Monate. Sch. 2 Jahre 6 Monate Zucht­haus, W. 1 Jahr 6 Monate, K. 8 Monate Gefängnis. Die Verurteilten gehen zum größten Teil der bür­gerlichen Ehrenrechte auf viele Jahre verlustig und wurden außer K. sofort in Hast genommen.

Außergewöhnlich große Opfer des Karlshofpitals.

Trotzdem Papa Kröning in Kassel täglich 1500 Personen zu speisen hat, hat er es unter großen Opfern ermöglicht, die besonders schwer betroffenen ausgesteuerten Erwerbslosen (täglich 600 Portionen! acht Tage lang mit Mittagessen zu versorgen. Es war dies jedoch nur ein Notbehelf. Am Sonnabend erfolgte die letzte Speisung. Um aber die notleidend­sten Familie vor der größten Not zu bewahren, mußte ein Ausweg geschaffen werden. Den Bemühungen Papa Krönmgs ist es gelungen, für die Gemeinde zwei Kessel zu beschaffen. Durch Vermittlung des Karlshofpitals und des Selbsthilfeausschusses Ober- kaufungen wurde seitens der Regierung für zirka sechs Wochen die Lebensmittel für täglich 150 Speisungen zugesichert. Vorläufig fehlt es dem Selbst- hilfeausschuß jedoch an Löffeln, Gefäßen und Lebens­rnitteln, um die Speisung int bisherigen Maße wei­terzuführen. Erfreulicherweise wurde das Brennholz vom Stift Oberkaufungen und die Ziegelsteine von

Dienstags und Freitags

ao« 5-7 Llhr

in unserer Redaktion Kölnische Straße 10, I. statt. Besucher der Sprechstunde wollen sich deS starken Besuchs wegen in unserer Haupt­geschäftsstelle gegen Vorzeigen der letzten Abonnementsquittung eine Rummernmarke auS- bändigen lassen

Ungefähr so wie in Mexiko

Sechs Eisenbahnräuber auf der Anklagebank

Aus dem Kreise Wolfhagen

Dörnberg. Die Gemeindevertretung befaßte sich Mil dem Haushaltungsplan für 1932. Der Haus­haltsplan schließt mit 72 789 Mark ab, der Wohl- sahrtsetat mtt 12 410 Mark. Tie Gemeindezuschlage ru samtltchen Realsteuern wurden auf 200 Prozent Mtgesetzt. Der einfache Satz der Bürgersteuer bleibt bestehen Bezlrksfeuerwehrübung. Am Mittwoch nachmittag fand unter Führung des neuen Bezirks- brandmeisters Bäckermeister Schäfer eine Bezirks- seuerwehrübung ftatt An der Uebung nahmen die

Großfelda. (Auszeichnung. Aus Anlaß des gol­denen Jubiläums der Feuerwehr erhielten folgende Mitglieder das hessische staatliche Feuerwehrehren­zeichen für 40jährige Dienstzeit; A. Böck, F. Schäfer, H. Schäfer, H. Schott, I. Maler, F. Geibel. Aus­zeichnung für 25jährige Dienstzeit erhielten I. Eis- feller. L. Frank, E. Ellisat, A. Ruppert, K. Stumpf, C. Schott, L. Wahl, A. Serth, I. Geißler,

feine Wohnung. Ohne das Bewußtsein wiedererlangi zu haben, starb der Verunglückte Sonntag mittag. Ter Vorfall ist dadurch noch besonders tragisch, daß die junge Frau des Verunglückten im Krankenhaus um ihr Leben ringt, nachdem sic einem Kinde das Leben schenkte, das aber einen Tag nach der Geburt starb.

der Landeshauptmann und der Landesausschuß er» sucht, auch die Landstraße WanfriedTressurt bis zur Provinzialgrenze beschleunigt zu erneuern.

Die finanziellen Verwicklungen mit dem Stein­bruchbetrieb Bransrode gaben verschiedenen Abge­ordneten Veranlassung zur Kritik. Es wurde eine Kommission gebildet, die die Angelegenheit prüscn soll.

Ferner wurde beschlossen, der Stadt Eschwege eine Grundstücks fläche gnt linken Werraufer von dem Grundeigentum des Kreises unterhalb der Schloß- mühle zum Preise von 50 Pfennig für den Quadrat- meter käuflich abzutreten. Die Stadt Eschwege will den Geländestreisen zur Anlegung eines Hauptsam­melkanals für die Abwässer der Kanalisation be­nutzen. Die Entschädigung für die Kreisausschutzmit- ?lieber und die Mitglieder der Kommissionen wurde erabgesetzt.

Zum Schluß beschäftigte sich der Kreistag mit dem Voranfchlag für die

Besetzung des freigewordenen LandratspostenS.

Von der sozialdemokratischen Fraktion wurde bean­tragt, den bisherigen kommissarischen Landrat Glahn dem Itaatsministerium für die Ernennung zum Landrat für den Kreis vorzuschlagen. Die KreiSarbeitsgemeinschqft ließ durch den Abgeordne­ten von Keudell gegen diesen Vorschlag Einspruch er­heben. weil Landrat Glahn erst seit kurzer Zeit hier kommissarisch tätig ist und weil bei einer etwaigen Neuwahl der kommunalen Körperschaften diese eine andere Zusammensetzung als der jetzige Äreisty aufweisen würden. Aus diesem Grunde sollte dem neuen Kreistag die Wahl des LandratS überlassen bleiben. Bei der Abstimmung wurde der Antrag, dem Staatsministerium den Land rat Glahn für die Besetzung des Postens vorzuschlagen, mit 11 Stim­men der Sozialdemokraten gegen 10 Stimmen der Arbeitsgemeinschaft, die die Rechte und die Mitte umfaßt, angenommen. Die beiden kommunisti- ! scheu Abgeordneten enthielten sich der Stimme.

Aus Waldeck

Bad Wildungen. Bürgermeister Nöldner ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und hat die Dienstge­schäfte wieder übernommen.

Arolsen. Eine Stadtverordnetensitzung findet am Montag, dem 23. Mai abends 8,30 Uhr, im Sitzungs­zimmer des 1. Obergeschosses des Kreishauses statt. Waffergewinnung für das städt. Wasserwerk; Mit­gliederversammlung des Hessen-Waldeckischen Städte­tages, Kleidergeldzuschuß für die Polizeibeamten, Aufnahme von Schülerinnen in das hiesige Reform- Realgymnasium, Gejucb um Mieterlaß, Anteil der Stadt an den Uebernachtungsgeldern in der Jugend­herberge, Erlaß einer Ortssatzung zum Schutze der Stadt gegen Verunstaltung, Ankauf von Grundstücken von der kath. Kirchengemeinde Arolsen, Verpachtung von Grundstücken, Anerkennung der gehobenen Mäd- chenklassen an der Volksschule und Errichtung einer vierten planmäßigen Stelle an diesen Klassen.

Bom Unglück verfolgt.

Am Donnerstag abend ereignete sich in Homberg auf der Watzmuthshäuser Straße, oberhalb des Bahnhofs ein Unfall, dem leider ein junges Men­schenleben zum Opfer siel. Der Besitzer des Neuen Hofes, Herr Both stürzte auf dem Heimweg mit dem Motorrad in einer Kurve kurz vor feinem Hofe, Freunde fanden ihn bewußtlos und brachten ihn in

Aus -em Kreise Die-enkops

Biedenkopf. Abgabeordnung für Wegeunterhal­tung. Der für die Berechnung der Vorausleistungs­beiträge maßgebende Einheitssatz für das Jahr 1932 betrüge: für mit Zugtieren bespannten Wagen 8 Psg. für das Nettokilometer, für Brücken unter 5 Meter Spannweite wird die Brückenlänge eingerechnet und ein besonderer Betrag nicht erhoben, für Brücken von 520 Meter Spannweite für jede angefangenen 10 Meter Spannweite 2 Psg. für die Nettotonne bei mit Zugtieren bespannten Wagen, für Brücken über 20 Meter Spannweite für jede angefangenen 10 Meter der Spannweite 4 Psg. für die Nettotonne bei mit Zugtieren bespannten Wagen.

Wallau (Kreis Biedenkopf). Unfall eines Hand­werksmeisters. Ein Schreinermeister stürzte beim Einsetzen von Fenstern in einem Neubau durch eine Betondecke in den Keller und erlitt habet einen Un­terschenkelbruch, der feine Ueberführung in die Mar­burger Klinik nötig machte.

Wallau, Kreis Biedenkopf. Der OfendiebstahlS. Prozeß wird am Montag in dem Amtsgericht vor dem Schöffengericht Marburg stattfinden. Man rech­net, da viel Zeugen geladen sind, mit zweitägiger Dauer des Prozesses.

Exporthaus Eisemroth" vor Gericht

20 000 RM. mit einer Preisaufgabe erschwindelt.

Vor dem Schöffengericht hatten sich zwei Kauf­leute aus Eisemroth Kr. Biedenkopf, bzw. Berlin wegen Betrugs und unlauteren Wettbewerbs zu per- antworten. Tie beiden gründeten seinerzeit in Eisem­roth die oben bezeichnete Firma. Unter dem Namen wurden in aus- und inländischen Zeitungen Inserate losgelassen, die eine spielend leichte Preisaufgabe ent­hielten. Es wurden sehr hohe Preise ausgesetzt. Der Ersolg war der, daß etwa 25 000 Lösungen aus allen Staaten eingingen. Etwa 3000 Löser sandten Betrüge von 67 RM. ein, die angeforbert worben waren, woburch die Angeklagten etwa 20000 RM. erhielten. Bei der Einsendung von 7 RM. wurden den Lösern Standnuhren, Photoapparate und dergleichen schöne und wertvolle Sachen zugesagt. Man hat auch etwa 2000 mit derartigen Waren versorgt. Kur, daraus hagelte es aber mit Beschwerden aller Art. Die deutschen Gesandtschaften und die Polizeibehörde» wurden auf das Treiben her Schwindler aufmerk­sam gemqcht. Die Angeklagten gaben an, sie haben reell gehandelt und die Waren feien preiswert ge­wesen. Diesen Angaben schenkte das Gericht ober keinen Glauben. Tas Urteil lautete auf 1 Jahr und 3 Monate resp. neun Monate Gefängnis. Bei dem Hauptangeklagten wurde Haftbefehl erlasse».

Aus -em Kreise Homberg

Homberg. Born Spar- und Borschußverein. Un­ter dem Vorsitz von Pfarrer Praetorius tagte die Ge­neralversammlung. Nach dem Geschäftsbericht des Rechnungsführers betragen die Aktiven 262.843,91 M. die Passiven 259.187,85 M. und der Reingewinn 3656,06 M. Beschlossen wurde 9 Prozent Dividende zu verteilen und 500 Mk. dem Reservefonds zu über, weisen. Erfreulich ist die Zunahme her Sparein­lagen. Im nächsten Jahre kann das 75-jährige Be­stehen gefeiert werden. Die ausgeschiebenen Mitglie- ber des Aufsichtsrats Bürgermeister Glatthaar und Firnhaber wurden wiedergewählt.

Eine be-auernswerie Familie

Nur unter diesen Gesichtspunkten könne gemeinsam mit dem Mittelstand die Zukunft gebessert werden. Als Vertreter des Kreises überbrachte Landrat Dr. Bunger herzliche Grüße, auch im Namen der Staatsregierung. Der Redner betonte das Interesse des Staates an der Wiederausbauarbeit des Mittel­standes. Hand in Hand müßten Wege zur Besserung des gegenwärtigen Zustandes gesucht werden. Als Vertreter der Stadt Dillenburg sprach Bürgermeister Kupsrian. Der Redner ging scharf gegen die Rolver- ordnungen vor. Dr. Frank-Niederscheld stattete die Grütze der Handelskammer Siegen-Olpe-Dillenburg ab, als Vertreter des nassauischen Junghandwerkes übermittelte Schöpplrr die besten Wünsche. Den Jahresbericht erstattete Präsident Fricton. Aus ihm war zu ersehen, daß im abgelaufenen Jahre die Not besonders groß war, der Verband aber alles getan bat, den Mittelstand auf allen Gebieten zu helfen. In sehr interessanten Darlegungen referierte alsdann Dr. Wagner- Marburg über das ThemaHand­werk, Mittelstand und Deutsche Zukunft-. Eine Um­stellung der Wirtschaftspolitik sei unbedingt erforder­lich. 13 Jahre lang habe das Handwerk um diese Ziele gekänchft. Ueberaus noünenbig fei ferner die

Bildung einer berufsständigen Sammer neben den Parlamenten,

die allein die Interessen des Mittelstandes vertreten könne. Die Darlegungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In einer Ent­schließung wurde eine völlige Aenderung des wirt­schaftlichen Kurses verlangt. Ferner fordert man anberweite Regelungen auf dem Gebiet her Wirt­schafts- unb Spezialpolitik, Resormmaßnahmen auf dem Gebiet des Steuerwefens, insbesondere sofortige Aushebung der Hauszinssteuer.

Nachmittags fand ein Konzert der Stadtkapelle statt, weiter' wurden den auswärtigen Gästen die

Marburg. Ein Militärgrotzkonzert findet am 29. Mai statt. Die Leitung liegt in den Händen des Heeresmusikinspizienten H. SchmistfBerlin. Ausge­führt Wirb dieses Konzert von dem bereinigten Musikkorps des 15. Jns.-Regts. in Marburg, Gießen, Kassel und Eisenach. Man hat ein großes Programm ausgestellt.

Aus Oberheffen

Feuerwehren Dörnberg und Ehlen teil, ebenso be­teiligte sich die Dörnberger Freiwillige Feuerwehr. Bei der Uebung wurde die neue Magirusleiter zum ersten Male probiert, ebenso auch die neuen Hydran­ten. Bezirksbrandmeister Schäser sprach sich lobend über das schnelle unb korrekte Eingreifen her Feuer­wehren aus.

Aus -em Kreis Sann. Münden

Hann. Münde». Betriebserlaubnissteuer in Mün­den. Die Steuer für die Erlangung der Erlaubnis zum Betriebe einer neuen Wirtschaft oder eines neuen Kleinhandels beträgt 5 Prozent des dem Betriebe gewidmeten Anlage- und Betriebskapitals unb 10 Prozent bes Ertrages. Im Falle her Uebernahme einer bestehenben Wirtschaft ober eines bestehenben Kleinhanbels durch einen anderen Gewerbetreibende» beträgt die Steuer bei Uebernahme der Wirtschaft ober des Kleinhandels nach Erteilung der Erlaubnis an den Vorgänger innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren 90 Proz., innerhalb eines Zeitraumes von 5 Jahren 80 Proz., innerhalb eines Zeitraumes von 8 Jahren 70 Proz., innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren 60 Proz., innerhalb eines Zeitraumes von mehr als 10 Jahren 50 Prozent desjenigen Steuersatzes, welcher für den Fall der Errichtung einer neuen Wirtschaft oder Kleinhandels zu berech­nen wäre.

Aus -em Kreis Witzenbausen

Hausen. Z»»ei Finger abgehackt. Die 9 und 6 Jahre alten Söhne des Einwohners W- spielten Holzhacken. Dabei schlug der ältere mit der Art dem kleineren Bruder, der das Holz hielt, zwei Finger ab. Wieder eine Mahnung: Achtet mehr auf die Kinder.

Dortmund, 23. Mai.

Einige Hundert Delegierte des Nassauischen Hand­werks und des Gewerbes weilten in den Tagen vom 21. zum 22. Mai in Dillenburg zur Hauptversamm­lung. Bei der Delegiertenversammlung am Sonn­abend mittag lagen 94 Anträge vor. Jnsbesgztdere befaßte man sich auch mit der Sterbegeldversicherung. Bis jetzt hat die Organisation über 58000 RM. an Sterbegeld auszahlen können. Das Interesse der Mit­glieder an dieser Versicherung Wächst andauernd. Der neue Haushaltsplan schließt mit einem Defi­zit von etwa 1300 RM. ab. Im übrigen Würbe her Etat angenommen. Als Tagungsort der nächsten Versammlung wurde Bad Sooden bestimmt. Erwäh­nenswert ist noch, daß in dem neuen Etat 16500 RM. für GeWerbeförderung eingesetzt sind unb 6000 RM. für die Altmeister des Verbandes. Im übrigen ge­staltete sich die Vertreterversammlung zu einer er­hebenden Kundgebung für den jetzigen Präsidenten Frieton.

Ein Kommers am Abend in der voll besetzten Reithalle des Landgestüts Dillenburg schloß sich an. Am Sonntag morgen sanden sich in der Reithalle etwa 8001000 Personen zu der großen öffentlichen Kundgebung ein, die die Not des nassauischen Hand­werkes am krassesten zeigte. Präsident Frieton er­öffnete die Kundgebung mit Willkommensgrützen. Der Redner betonte, daß jetzt ein Halt gemacht wer­den müsse, andernfalls der gesamte Mittelstand zu­grunde gerichtet Werde. Drei Maßnahmen seien uner­läßlich, einmal größte Sparsamkeit in der Verwal­tung, ein anderes Mal Zurückschraubung aller An­sprüche im öffentlichen und privaten Leben und zum anderen die

Beschaffung von Arbeit.