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Der Leiter des Amts

Direktor

Dr. von Brudihausen

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,9iein, es handelt sich offenbar

Wir schreiten durch

Räume.

Phantastisch brodelt es in leuchtenden Destillierkolben

Lebensmittel und Südwcinc schickt sie

H. J. Glatzer.

werden

eingeführt

Unter sorgfältigem Verschluß ruhen

von

Besonders

der Butter

Rechts

im

Ein Abriß ist dies nur von den un endlichen Anforderungen an das Unter

Fälschung gewissenlos, denn wenn Ar­beitslose ihren letzten Groschen zusam­menkratzen, um ihren Kindern gute But­ter zu geben, und diese doch nur Mar­garine erhalten, mutz den Fälschern das Handwerk gelegt werden!"

Die Textilindustrie fragt nach der Zerreißfestigkeit der Stoffe

nm bück in dieHexenküche

JÄiei Landgerichtsrat X. Haben Sie in den gestern Ihnen übersandten Stoffresten Menschenblut feststellen kön-

geringerem sollen.

Untersuchungen jährlich, die Gewähr da­für leisten, daß wir für unsere oft müh­sam ersparten Groschen auch garantiert nahrhafte Milch bekommen? Neben den Milchhöfen haben sich auch viele Milch­händler freiwillig der Kontrolle ange­schlossen, um auch ihrerseits eine Rück­versicherung für gute Ware zu haben.

In einer friedlichen Krupp*Bombe zeigt unter 28 Atm. Druck die Kohle ihre Kalorien, den Heizwert

Tvphuseprdemren und man wird die Wichtigkeit der peinlich gewissenhaft regel­mäßigen Untersuchung aller Quellen und Quellgebiete unserer Wasserversorgung ermessen, die auch der kleinsten Ver­unreinigung sofort auf die Spur kommt und damit unabsehbare Gefahren für uns alle aus schließt. Und haben wir nicht auch den Vorteil von den 20 000 Milch

zur Begutachtung, wenn die Gefahr vor liegt, daß durch eine falsche Zollerklä­rung angeblich minderwertige Sorten zu

!m Kampf gegen Bakterien und Fälscher

Ein Besuch im städtischen Untersuchungsamt

Es sind heute keine Zeiten für neue Baupläne. In dem Augenblick aber, wo die Stadt auch nur ein wenig wird auf­atmen können, darf sie des Städtischen Untersuchungsamtes nicht vergessen und seiner stillen unermüdlichen Arbeit im Dienste der Allgemeinheit.

Mit Arbeitsfreude und peinlicher Gewissenhaftigkeit wirken die Jungen Laborantinnen im Dienste der ge­heimnisvollen Königin Chemie

suchungsanit. Und doch zeigt es keine Personalinflation. Drei wissenschaftlich vorgebildete Leiter, drei Laboranten, ein Dutzend Praktikanten und Schüler, denen die Universität ihre Lehrzeit anrechnet, das ist alles. Die Räume befinden sich kein Ruhmesblatt der Stadt, gegenüber

Was wird denn am meisten ge­fälscht?" fragen wir Herrn Dr. von Bruchhausen, den Nachfolger Dr. Paul- manns, des Begründers des Instituts. Alles was leicht zu fälschen ist, sodaß es vom Laien schwer erkannt werden kann.

einem Institut, das wie kaum ein ande­res in Deutschland alle Unkosten deckt und sogar noch Ueberschuß abwirft baulich in einem unglaublichen Zustand. Es ist aufs schärfste zu rügen, daß nicht schon längst bei einem Schulbau die wenigen hierfür nötigen Räume mitge­schaffen wurden. Die Ventilation ist vor allem ungenügend trotz der vielen ge­sundheitsschädlichen Dämpfe, die Ar­beitsplätze dicht gedrängt und schlecht be- leuchtet. Für Neuanschaffungen ist kaum Geld da, während die hier zu positiver Arbeit benötigten Instrumente teilweise in den Experimentierräumcn der Schu­len fast das ganze Jahr unbenutzt stehen.

In einer Ecke steht dieVilla Mausi", eine schmerzliche Angelegenheit. Hier hausen die weißen Mäuse, die ihr Leben opfern müssen, damit Menschen leben können, und die bei den unumgänglichen Tierversuchen aus sonst nicht nachweis­bare Gifte unfreiwillige Versuchskarnickel

den, oder ob das Bleichmittel zu un­gleichmäßig verteilt wurde; jener Tep­pich mit den geheimnisvollen Flecken ist von einem unvorsichtigen Hausgeist mit nur ein wenig" Salzsäure bespritzt worden.

Ueberall brodelt und dampft es, über­all sind emsige Praktikanten eifrig damit beschäftigt, einer undefinierbaren Flüssig­keit ihr Geheimnis zu entreißen. Brut­schränke werden mir gezeigt, die ihre Wärmegrade selbsttätig regulieren und in denen Bakterien auf ihren Nährböden alles bekommen, wie sie es gerne mögen, damit sie hcrvorwuchernd sich selbst ver­raten und den Menschen, aus deren Bin* sie stammen, geholfen weiden kann. In Trockenöfen wird die Wolle auf Herz und Nieren geprüft, wieviel Wasser sie enthält, denn das bezahlt niemand gerne mit. Granaten, Achatmörser und Stahl- bomben entstammen nicht kriegerischen Gelüsten, sondern dienen zu besonders schwierigen Prüfungen, die hohen Druck erfordern. Tausend Dinge sehen uns an, Freren Nam' und Art an unseren Laien­ohren vorübergleiten.

Eine gewichtige Sache ist der Katalog per Zollverwaltung. Kein Wunder, daß auch sie nicht ohne die Hilfe des Unter­suchungsamtes auskommt. Besonders

um Spritzer von einer Schlachtung. Das genaue Untersuchungsergebnis geht Ihnen morgen zu . . ."

Nicht immer sind die Herren und Da­men vom Städtischen Untersuchungsamt als Kriminalisten tätig. Ihr Arbeitsge­biet ist so reich wie die Mannigfaltigkeit unserer Technik und Chemie überhaupt. Alle Kafselaner sind mit unsichtbaren Fäden mit der Tätigkeit derHexenküche" in der Kölnischen Straße verbunden. Man lese nur einmal in den alten Chroniken unserer Stadt von Cholera- und

In blitzenden Retorten und fremd­artigen Glasgewinden brodeln Proben der Ammoniakwässer vom Gaswerk; die städtischen Werke lassen regelmäßig ihre Heizstosfe nach ihrem Heizwert prüfen und kaufen nur aus Grund des Gutach­tens des Untersuchungsamtes. Die Kessel­wässer werden geprüft und das Oel der Preag. Ein schlechtes Gemisch bei Iso­latorenölen bedeutet, daß ein Funke der riesigen Spannung in den Kraftwagen durchschlagen kann, unter Umständen arges Unheil anrichtend. Da werden Zemente der Bauverwaltung unter­sucht; Wohlfahrtsamt und Schulverwal­tung lasten ihre Materialien prüfen, denn wir müssen heute jeden Groschen umdrcben und sicher gehen, daß er nicht sür minderwertige Ware ausgegeben wird.

Mehrfach mußten in der letzten Zeit Händler zu %= bis jährigen Gefäng­nisstrafen verurteilt werden, weil sie reine oder vermengte Margarine als Tafelbutter verkauft hatten. Die Oeffent- lichkcit erfährt hiervon nur wenig, da die meisten Fälle stillschweigend durch amts­richterlichen Strafbefehl erledigt werden.

erst unter dem erbarmungslos scharfen Auge der Quarzlampe erkennbar werden. Hier hält nichts Unechtes stand. Aus- rädierte Zahlen erscheinen gespenstisch wieder und gefälschte Flüssigkeiten wer­den grau und unscheinbar oder zeigen eine verdächtige leuchtende Fluoreszenz: AlaDins Wunderlampe steht vor uns.

Aber auch für die anständige Ge­schäftswelt des Einzelhandels und des Wochenmarktes ist das Untersuchungs­amt mit seinen wohl tausend Probe­untersuchungen von Nahrungsmitteln, die die Polizei veranlaßt, eine wertvolle Hilfe bei der Fernhaltung unlauterer Elemente. Wer int Publikum begründe­ten Verdacht hat, darf der Polizei oder dem Untersuchungsamt Warenproben vorlegen; ist Verdacht vorhanden, erfolgt die weitere Untersuchung kostenlos.

in jenem Schränkchen Proben Sprengstoffen und einige ganz appetit­lich aussehende Nahrungsmittel, die im Auftrage des Untersuchungsrichters auf Gift untersucht werden sollen. Häufig kommt cs auch vor, daß ängstliche Ge müter, die ein Attentat mißgünstiger

Dr. Scheidt wacht über unser Trinkwasser eine bakteriellePrüfungauf Herz und Nieren*

Für Auge und Zunge bei Tageslicht geschickt nachgeahmt, enthüllen unter der Quarzlampe gefälschte Speiseöle ihre Beimischungen. Links im Bild Olivenöl, rechts hell aufleuchtend

die Verfälschungen.

Die gelbe Margarine (rechts unten) , TI ,. . , , , . .. leuchtet unter dem ultravioletten

Alles Unechte entschleiert die Lidit blauweiß, während die Butter Quarzlampe (links) ihr schönes Gelb behält

Dies Arsenal ist nötig, um Ihre Milch auf Panscherei und vor allem Nährwert zu prüfen

Verwandter befürchten, die Hilfe des Untersuchungsamtes in Anspruch neh­men; oft wollen sie das gottseidank meist negative Ergebnis der Untersuchung noch nicht einmal glauben. Da werden Fasern untersucht und Blutgruppen, und ale- erfahrener chemischer Kriminalist spür! der Herr Doktor den Schlichen der Nah- rungsmiltelfälschcr und anderer Gau­ner nach, der^n raffinierte Praktiken ost

Seitdem es unserer Kasseler In­dustrie schlecht geht, ist die Tätigkeit als Warenprüsungsamt für das Textilgc- werbe sehr zurückgegangen. Und doch ist es nötig. Wer sähe es z. B. jenem Treib­riemen an, daß er zwar außen aus bester Kamelhaarwolle, im Inneren aber aus Kunstwolle, Reste ehemaliger Jumper und Strümpfe gepreßt ist? Kein Wun­der, wenn er daun schnell reißt. Jene Wäschestücke warten auf ein Gutachten, ob sie beim Waschen zu stark erhitzt wur-

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