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DAS BLATT DES LANDWIRTS

Wochen,Beilage Der K a -1 e e i JJeueiien Nachrichten / Verantwortlich: Bernhard Schorbach / Freitag, den 20. Mai 1932

Landwirtschaftliche Wochenschau

Kassel, den 20. Mai.

Das Heranrücken der Ernte macht Vorberei­tungen für die Erntefinanzierung um­so eher notwendig, als bereits jetzt zahlreiche Vor­verkäufe ftattgefunden haben, auf die unter gewissen Umständen Vorschüsse gewährt werden sollen. Reichs­minister Schiele erklärte einer Kommission provinzial­sächsischer Kreisausschüsse, daß bereits jetzt Verhand­lungen wegen Erweiterung des den Genossenschaften zur Verfügung stehenden Kreditoolumens schwebten. Zur Erleichterung der Ernteeinbringung sei beab­sichtigt, ebenso wie im vergangenen Jahre verbilligte Erntekredite, einen weiteren Ausbau der Lombar­dierungsmöglichkeiten, eine Ausnutzung des Ausfuhr­scheinsystems für Getreide, sowie eine rechtzeitige Er­höhung der Vermahlungsquote für Jnlandsweizen durchzuführen. Dadurch sollen plötzliche Preisstürze wie am 13. Juli vorigen Jahres vermieden werden. Den Vorschlag, die im letzten Jahr mit Hilfe der Ee- treide-Jndustrie-Kommissiön durchgeführte Getreide- Lombardierung dahin zu erweitern, daß die E. I. E. schon jetzt auf die mit ihr abgeschlossenen Getreide- Lieferungsverträge Vorschüsse gewährt in ähnlicher Weise, wie das in früheren Jahren bei der Be­schaffung von Auslandsgeldern für die Zucker­industrie geschehen ist, werde er gern einer wohl­wollenden Prüfung unterziehen.

Im deutschen Eetreidegeschäft zeigte sich für Weizen in den letzten Tagen eine leichte Ab­schwächung der Marktmeinung, die man aber wohl nur als vorübergehend wird ansehen dürfen. Sie war in der Hauptsache dadurch bedingt, daß ziemlich große Glattstellungen für Mai-Lieferung stattfanden, wobei das Angebot überwog; dadurch wurde auch die Entwicklung des Promptmarktes in Mitleidenschaft gezogen. Beim Roggen führten die Vereinbarun­gen der Deutschen Getreide-Handelsgesellschaft mit den Mühlen der ostdeutschen Produktionsgebiete über die Verwendung von mindestens 50 Proz. Inlandsroggen für die Herstellung von Mehl zum Absatz außerhalb der Provinz zu einer Belebung der Nachfrage nach Jnlandsroggen, die aus dem geringen Angebot der ersten Hand nicht voll befriedigt werden konnte. Es erfolgte beim Roggen eine ziemlich beträchtliche Er­höhung des Preises; ebenso wie beim Weizen wur­den die zweithändigen Bestände zur Deckung des vor­liegenden Bedarfes herangezogen. Zuletzt fand aber die Aufwärtsbewegung der Roggenpreise durch Ab­gaben von Russenroggen zu unveränderten Bedingun­gen wieder ihr Ende. Wenn, abgesehen von dem für die Eigenverwendung und für Deputatzwecke unent­behrlichen kleinsten Eigenbedarf, alle noch vorhande­nen ersthändigen Bestände dem Markte zugeführt werden, ergibt sich für den Roggen eine feste Erund- stimmung des Marktes bis zum Ende des Wirt­schaftsjahres, deren Auswirkung für Jnlandsroggen dadurch auf der einen Seite erheblich erleichtert, auf der anderen Seite aber für den Verbraucher ohne weiteres erträglich gemacht werden könnte, daß eine zweckmäßige Verkoppelung der Abgabe von Aus­landsroggen mit dem Bezüge von Jnlandsroggen vor­genommen würde. Das deutsche Eerstegeschäft blieb in den letzten Tagen so gut wie umsatzlos. Rur beste Braugerste und Jndustriegerste in guten Qua­litäten wurden noch etwas gefragt, während Futter­gerste allem Anschein nach wegen der geringen Auf­nahmefähigkeit des Marktes zum allergrößten Teile wird im eigenen Betriebe verbraucht werden müssen. Beim Hafer war die Nachfrage für den Konsum auch weiter befriedigend, wenn das Angebot auch tlein blieb.

Die vom Statistischen Reichsamt errechnete Großhandelsindexziffer für den 11. Mai steht mit 97,7 auf dem gleichen Punkt wie in der Vor­woche. Die Indexziffer der Agrarstoffe hat sich um 0,7 Prozent verbessert (94,8 gegen 94,1). Die Indices für Kolonialwaren haben sich um 0,3, diejenigen für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,2 und die­jenigen für industrielle Fertigwaren um 0,3 Prozent verringert (87,5 gegen 87,3, 88,5 gegen 88,3 und 119 gegen 119,4).

Preise ohne Gewähr

Getreide (Inland) pro 1000 kg tn RM.

19. 5.

Berlin

Ham­burg

Königs­berg

Kaffel

Weizen ....

Roggen .... Gerste (Br.). . . Gerste (Futter). .

273-275

202-204

186193

178-185

280-282

213215

186-188

180-182

270-276 204

164-168

Illi

Laser.....

164169

178182

160-164

Heu und Stroh (pro s

o kg)

13. 5.

20. 5.

(Kassel)

Rbgqenstroh........

1.90 i «n

1 80 i «i»

Weizenstroh . _.......

1 90 2.00

1.80

1 90

Roggenlangstroh

Läcksel.........

Leu. ,.........

2.40

2.50

2.80

2.90

2.30

2.30

2.80

2.8U

Kartoffeln uno so kg

Berlin

1.301.40

staffel

Kleinverkaus

1.301.50

45 a) P. Pfd.

Gelbfleischige.....

Sdenwälder blaue . . -

2.102.2U

Groyverkauf

2.803.00M. p.Ztr

Milch ie 1 Liter m ö 201 5-

staffel............... 22

Eier m s pro Stück

12. 5.

7>/s

19. 5. 7>/i

&l4

61/2 6

51(S

Klaffe B........

6*Z« y/4

Ausland iLvlländer) ....

Ausland iDänenl.....

................. Gänseeier......

7'/< 7

II1'

Butter »tu i/i kg (Äaffei)

Molleretdutter.......

1. isorte.......

2. Sorte .........

20. 5.

1.60

1.40

1.30

Frühe Saat trügt oft, späte nimmer.

(Sprichwort.)

Rur nicht der Vögel wegen die Aussaat unter lassen.

(Altdeutscher Rachausspruch.)

Hilfe am Nächsten

iRmffctfctt verkörpert Volksgemeinschaft / Gedanken zur Kasseler Tagung

Das war am Donnerstag ein schönes Bild, als tausend Landleute aus Hessen und Waldeck, Vertre­ter der Raiffeisenvereine, durch die Straßen der Stadt Kassel zur Stadthalle marschierten zu einer Tagung, in deren Mittelpunkt die Feier des fünfzig­jährigen Bestehens der Raiffeisenbewegung stand.

Da schritten sie hin, die markanten Gestalten mit wetterbraunen Gesichtern, so sicher und aufrecht, daß es eine Freude war. Gewiß, diesem und jenem hatte die Not der Zeit Falten in die Stirne geprägt und alle zeigten in ihrem Gang den jahrzehntelangen langsamen Schritt hinterm Pfluge. Doch das Haupt war ungebeugt und aus den Augen dieser Treuen aus dem Lande leuchtete es hell. Dieses Leuchten war Glauben und Vertrauen in die Zukunft eines Volkes, das nicht vergehen kann, solange es säend über die Scholle schreitet und zur Erntezeit die Sense schwingt um das Brot für den Nächsten zu schaffen.

*

Ich glaube recht gesehen zu haben: Tausende Kas- selaner haben gestern hinter diesen Vertretern des Raifseisengedankens hergeschaut, nicht mehr mit dem Blicke wie in früheren Jahren, in denen manches Mal etwas wie ein mitleidiges Lächeln gelegen haben mag. Man möchte vielmehr behaupten, daß sie mit Bewunderung und Achtung zu ihnen aufgeschaut haben, zu den Menschen der Scholle, die nicht scheinen sondern sein wollen, die wirklich Männer der Tat und der Wahrheit in ihrem Leben und Handeln als Raiffeisenmenschen stets gewesen und auch durch die Jahre der Nachkriegszeit geblieben sind. Diese Män­ner, die sich ganz geben und dem Nächstenhelfen wol­len sind Raiffeisenleute und von ihrem Schlage kann unser Volk gerade in diesen Zeiten nicht genug be­sitzen. *

In den letzten Jahren hat man oft die Prophe­zeiung machen wollen: Raiffeisen ist überlebt, der Raisfeisengedanke tot. Diejenigen, welche das zum Ausdruck brachten, hegten wohl den stillen Wunsch, daß es so kommen möchte. In Wirklichkeit wurde vielerorts auch nicht mehr Selbsthilfe getrieben und nur noch der Versuch gemacht, mit Raiffeisen Ge­

schäfte zu machen. Viele waren wie vom Teufel ge­packt und versuchten sogar, aus der Not des Nächsten noch Vorteile zu ziehen. Ein rücksichtsloser Egois­mus machte sich hier und dort breit und betrübliche Einzelfälle, in denen sogar Rechner, denen man be­sonderes Vertrauen geschenkt hatte, zur Untergrabung des Vertrauens leider wesentlich mit beitrugen, lie­ßen uns ost die Entwicklung der Raiffeisenbewegung als sehr zweifelhaft erfcheinen.

*

Wieder sind Notjahre in das deutsche Land auch in unser Hessen und Waldeck gekommen. Als mancher Landmann wieder die wirtschaftliche Not am eigenen Leibe zu spüren bekam, besann man sich auf Vater Raiffeisen und handelt nach ihm. Viele Land­wirte, seren Betriebe vor dem Zusammenbruch stan­den, wandten sich an die Raifseisenvereinc, die ihnen zur Seite sprangen und deren Hilfe sie heute den Besitz ihrer Scholle verdanken und es ist schon so, daß sich der Begriff der Volksgemeinschaft am deut­lichsten im Raiffeisengeiste auch der kleinsten Orts­gruppe verkörpert.

Hier bewahrheitet sich in der Gegenwart der Spruch wieder: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott! Das ist Selbsthilfe, wie sie Vater Raiffeisen vor fünfzig Jahren vorschwebie und wie er sie allen Schmähun­gen und Verleumdungen zum Trotz gepredigt hat.

So war es einst und auch in Zukunft wird es so bleiben: Kein Führer kann zaubern, daß von heute auf morgen ein Geldregen vom Himmel fällt. Wir Volk müssen sparsamer werden und uns gegenseitig Hilfe leisten. Dem Nächsten in der Not helfen, so­lange uns diese Not noch nicht gepackt hat. Das ist Raisfelsengeist und verkörpert wahre Volksgemein- schast. Das ist so notwendig in dieser Notzeit und viel wichtiger als alles leere Gerede.

Zu dieser Einsicht ist unser Landvolk am ersten wiedergekommen nach Jahren, die den Eigennutz hier und da aufkommen ließen. Der Raisfeisengedanke feiert nach fünfzig Jahren eine neue, fchöne Aufer­stehung und deshalb kann man eine Rechtfertigung Raiffeisens durch die Gegenwart freudig bejahen.

zu können, dann bleibt uns nur das, was die deut­sche Scholle uns geben kann, dann erhalten wir weder dänische Butter, noch die frühen Gemüse Italiens, noch Bananen und Apfelsinen und was sonst noch alles hereinströmte. Wir werden uns dann nicht be­klagen dürfen, wenn uns dazu das Ausland rück­sichtslos die Preise diktiert, denn unserer Landwirt­schaft in allen ihren Zweigen war es ja unmöglich gemacht worden, ihre Erzeugung auf das Bedarfs­maß zu steigern, trotz allen ihren Bestrebungen guten Willens. Daß eine Steigerung unterer Produktion auf das Selbstversorgungsmatz aber technisch durch­aus möglich ist, daran kann nicht gezweifelt werden. Je früher wir anfangen bezw. fortfahren, aus dieses Ziel hinzuarbeiten, umso besser werden wir den Ge­fahren der heutigen Weltwirtschaftspolitik begegnen können.

Die Gefahren drohen gleichermaßen allen Berufs­und Volkskreisen, aus dieser Schicksalsgemeinschaft muß eine vertrauensvolle und bewußte Zusammen- arbeit aller Stände in Stadt und Land erwachsen. Die Volksgesamtheit vermag viel, der Einzelne nichts!

Mannheim im Zeichen -er

OLG-Ausstellung

Das große Ereignis des Jahres, die.38. Wander­ausstellung der Deutsche» Landwirtschaftsgesellschast steht kurz bevor. In der Stadt wird für die Aus­stellung gerüstet. Die Stadtverwaltung läßt den An­marschweg vom Hauptbahnhof bis zur Ausstellung mit Flaggenschmuck versehen. Ebenso wird der Frie- drichsplatz dekoriert, dessen große Sprungfontäne während der Ausstellung allabendlich nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet wird.

Während der Ausstellung finden eine Reihe von Sonderveranstaltungen statt. Im Ring der Ausstel­lung tritt die Prominenz der deutschen Reiter und Reiterinnen zu einem Reitturnier zusammen. Unter den Sprungreitern sind die Offiziere der Reichswehr vertreten, die kürzlich in Rom gegen stärkste aus­ländische Konkurrenz große Erfolge errungen haben.

Am 4. und 5. Juni findet ein großer südwest­deutscher Trachtenzug statt, zu dem etwa tausend Trachtenträger aus dem Schwarzwald, Markgräfler-, Hanauerland, der Pfalz und dem badischen Unter­land erscheinen werden. Zum Abschluß der Ausstel­lung wird am Sonntag, den 5. Juni, auf den Renn- wiesen ein großes Feuerwerk, mit Fackelreigen vom Stapel gehen.

Die Reichsbahn kommt den Ausstellungsbesuchern dadurch entgegen, daß sie von allen Stationen im Umkreis von 250 Kilom. um Mannheim während der Ausstellung, also vom 31. Mai bis 5. Juni Sonn­tagsrückfahrkarten nach Mannheim mit eintägiger Gültigkeit ausgibt.

Was die -mische Scholle hervorbringi

Eine Mahnung an Alle

Von Theodor Graf v. Baudissin, Direktor der Preußischen Hauptlandwirtschaftskammer, Berlin.

Wenn es in alten Zeiten allgemein anerkannte Lebensnotwendigkeit war, die Ernährung des Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen, ist dieses Bewutzt- tein in vielen städtischen Kreisen verblaßt. Wohin aber die Vernachlässigung der Selbstversorgung mit den notwendigsten Nahrungsmitteln führen kann, das haben die Hunger- und Leidensjahre der Kriegs­und Nachkriegszeit genugsam gezeigt. Auch heute ist die Frage der Ernährung aus eigener Scholle wie­der brennend geworden. Das wirtschaftspolitische Gesicht der Welt bekommt immer schärfer hervortre­tende autarkische Züge. Der allgemeinen Krise treten zahlreiche Länder durch Systeme von Kontingenten, durch Einfuhrverbote und unübersteigliche Zoll­mauern entgegen. Ein Wirtschaftskrieg aller gegen alle ist im Entstehen. Für Deutschland hat sich die Lage heute bereits so zugespitzt, daß sehr bald mit einem stark rückgängigen Außenhandelsüberschuß, der im letzten Jahre noch rund 2% Milliarden Mark be­trug, gerechnet werden muß.

Deshalb droht die Gefahr, daß Deutschland eines Tages sogar den Zuschußbedarf für die Volksernäh­rung aus dem Ausland nicht mehr bezahlen kann. Die Frage liegt daher nahe: Wie steht es heute um Deutschlands Eigenerzeugung von Lebensrnitteln?

Am wichtigsten erscheint die Versorgung mit den wichtigsten Ernährungsmitteln, mit Brot und Kar- tosfeln. Der gesamte Bedarf an Brotgetreide beträgt heute etwa 9,5 Mill. to. jährlich. Die letzte, im Er­trag enttäuschende Ernte erbrachte 6,7 Mill, to. Rog­gen und rund 4,2 Mill. to. Weizen. Der Menge nach wäre also die Brotgetreideversorgung durchaus ge­sichert, wenn nicht mit der Zeit eine Umschichtung der Lebensgewohnheiten stattgefunden hatte, die dem Weizen einen größeren Verbrauchsplatz einräumte. Der Weizen ist an der Brotgetreideversorgung mit rund 50 Prozent beteiligt. Die deutsche Weizenernte war dafür nicht ausreichend. In Notzeiten läßt sich natürlich durch Zwangswirtschaft ein Ausgleich schaffen, aber es besteht auch kein Zweifel, daß wir den Weizenertrag durch weitere Anbauausdehnung auf das notwendige Maß steigern können. Die Um­stellung der Landwirtschaft von Roggen- auf Weizen­bau hätte schon im letzten Jahr saft den Ausgleich gebracht, wenn nicht die Schlechtwetterperiode der Ernte von 45,9 Mill. to. gegenüber.

Bei der Kartoffelversorgung gibt es keinerlei Er nährungsschwierigkeiten. Im Gegenteil, dem mensch­lichen ErnSbrungs bedarf von 12 Mill. to. stand eine Ernte von 49,9 Mill. to. gegenüber.

Auch in der deutschen Zuckererzeugung ergibt sich ein erheblicher jährlicher Ueberschuß, der nach dem internationalen Chadbourne-Abkommen bereits eine Einschränkung des Zuckerrübenanbaus zur Folge hatte.

Auf dem Gebiete der Fleifchverforgung besteht ebenfalls keine Notwendigkeit ausländischer Einsuhr, feit die Viehbestände wieder den Vorkriegsstand er­reicht haben.

Auf anderen Erzeugungsgebieten der deutschen Landwirtschaft, wie Milch und Milchprodukte, Ge­müse- und Obstbau und in der Geflügel- und Eier­versorgung ist heute noch ein zeitweiser Zuschutzbe­darf vorhanden. Das bedeutet aber keinesfalls, daß dieser Zuschußbedarf nicht aus dem Lande gedeckt werden könnte. Auch hier muß der Grund des Hebels nur in dem Tiefstand der Preise gesucht wer­den, die einer technisch sehr Wohl möglichen Aus­weitung der Erzeugung im Wege stehen. Der Tief­stand der Preise aber, der fast alle Zweige der deut­schen Landwirtschaft unrentabel gemacht hat, ist in der Hauptsache

eine Folge der Ueberschwemmung des deutschen Binnenmarktes mit Auslandserzeugnissen,

aus Ländern, die unter günstigeren Bedingungen er­zeugen. Der beste Wille und die größte Tatkraft der vemschen Landwirtschaft, das Defizit in der deutschen Erzeugung auszugleichen, müssen ohne Erfolg blei­ben, solange die Rentabilität fehlt.

Wenn die ausländische Ware billiger ist, dann kaufe ich sie, wird heute der Verbraucher mit seinem knappen Einkommen leicht denken können. Weit­blickender ist sicherlich das Wort des Reichsernäh- rungsministerS Schiele:

Keine Ernährung kommt dem deutschen Voitze teurer zu stehen, als die Ernährung mit aus­ländischen Nahrungsmitteln."

Wenn eines Tages das Ausland die Lieferungen abstoppt, weil die schrumpfende Ausfuhr der deut­schen Industrie nicht mehr die Devisen ins Land bringt, um die Einfuhr von Lebensmitteln bezahlen

Versichert gegen Hagelschäden! Der Landrat des Kreises Hofgeismar gibt bekannt: Anläßlich verschie­dener im Regierungsbezirk Kassel entstandener Ein­zelfälle mache ich darauf aufmerksam, daß staatliche Beihilfen für Hagelfchäden grundsätzlich nicht, bewil­ligt werden. Dies war schon früher nicht üblich und ist bei der jetzigen Finanzlage des Staates völlig aus­geschlossen. Den Landwirten kann ich daher nur drin­gend empfehlen, soweit es nicht schon geschehen ist, sich gegen Hagelschäden zu versichern.

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Am 27. Mai 1932, 10 Uhr Amtsgericht hier, tiefes Erdgeschoß Zimmer Nr. 1 Nordshausen Blatt 5/7 Sttbi. 11 Par». 246/20, Wohnhaus mit Lofraum und Lausgarten, 3,61 ar.

Amtsgericht Kassel.

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Am 1. Juni 1932, 10 Uhr, Amtsgericht. Schloß, platz Nr. 8, Zimmer Nr. 1 tiefes Erdgeschoß Blatt Nr. 1834 .staffel, Sttbi. GG Par^ 811/41 d, bebauter Lorraum. Geibclstr. 4. Erundsteuermutterrolle 5371, Gedäudesteuerrollc 4895, 4,99 ar, Gedäudesteuer. nutzungswert 24 Ml., Einheilswert 1.1. 1928 6738 Mk.

Amtsgericht Kassel.

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Ab 22. Mai 1932 tritt unser neuer Sommer- sahrpian in Straft. Alles Nähere ist aus den Aushängen an Leu Bahnhäsen zu ersehen.

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