Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Kasseler Neueste Nachrichten
Nummer m*
Mittwoch, 18. Mai 1932
22. Jahrgang
Das Reich verklagt polen im Haag
Anrufung des Völkerbundes doch aussichtslos / General v. Schleichers Absage an Brüning / Goerdeler nimmt bereits an den Kabinettsberatungen teil
Die Schikanen gegen den Fürsten pleß (Eigene Drahtmeldung.)
Senf, 18. Mai.
Die deutsche Regierung hat in dem seit vielen Jahren vor dem Bölkerbundsrat schwebenden Klage- Verfahren des Fürsten Pletz gegen die polnische Regierung einen entscheidenden Schritt unternommen. Der deutsche Vertreter im Völkerbundsrat Gras Welezek hat dem Generalsekretär des Völkerbundes mitgeteilt, daß die deutsche Regierung sich mit einer Klage gegen Polen an den Internationalen Haager Gerichtshof gewandt habe.
Die deutsche Regierung geht dabei von der Erwägung aus, daß nach den bisherigen Erfahrungen weitere Einsprüche beim Völkerbundsrat gegen die fortgesetzten Unterdrückungsmatznahmen der polnischen Regierung gegen die deutsche Minderheit in Oberschlesien in diesem Falle zwecklos sind. Die Klage, die alle von der polnischen Regierung in den letzten Jahren planmäßig gegen den Fürsten Pleß als Angehörigen der deutschen Minderheit ergriffenen Maßnahmen erfaßt, ist bereits dem Haager' Gerichtshof übermittelt worden.
Die polnische Regierung hat bisher bereits 17 Klageverfahren vor dem Internationalen Haager Gerichtshof verloren. Sie hat auch mehrfach vor dem Völkerbundsrat eine offene Verletzung der Miuder- heitenschutzverträge zugeben müssen. Diese Tatsachen gewinnen besondere Bedeutung im Hinblick aus die von der polnischen Regierung jetzt lebhaft betriebene Propaganda, in der Septembertagung des Völkerbundes sich von neuem den jetzt fällig gewordenen halb- ständigen Sitz im Völlerbundsrat zu sichern.
3« Tarbieus Fußtapfen...
Herriot zur Reparatrons- und Abrüstungsfrage.
London, 18. Mai.
„Daily Herold" veröffentlicht eine Unterredung mit Herriot, in der dieser erklärte, daß eine Herabsetzung der deutschen Tributzahlungen unmöglich sei, wenn sich die Vereinigten- Staaten und England nicht zu entsprechenden Herabsetzungen der Kriegsschuldenzahlungen bereit erklärten. Ueber die A b r ü st u n g sagte Herriot: Die Radikalsozialistische Partei beurteilt die Abrüstung als eine Frage der internationalen Sicherheit. Sie glaubt, daß die Begrenzung oder Herabsetzung der Rüstungen nur unter der Obhut des Völkerbundes möglich ist. Diese Herabsetzung kann nur schrittiveise im Verhältnis zur Entwicklung der Sicherheit durchgesührt werden. Sie befürwortet die Organisation einer internationalen bewaffneten Macht. Die Internationalisierung
th. Berlin, 18. Mai.
Die Verhandlungen über die Ergänzung des Reichskabänetts, also über die Reuernennung eines Reichswehrministers und eines Wirtschaftsministers sowie über die formelle Ernennung des bisherigen Reichswehrministers Groener zum Reichsinnenminister sind vom Kanzler sofort nach der Pfingstpause wieder ausgenommen worden. Gestern hat in diesem Zusammenhänge eine Unterredung zwischen Dr. Brüning und dem General von Schleicher stattgefunden, in der es sich um die Uebernahme des Reichswehrministeriums durch den General handelte. Die Besprechung ist wieder ergebnislos verlaufen.
General Schleicher ist nicht gesonnen, im jetzigen Kabinett Brüning einen Minister- posten anzunehmen. Jnfolgedeffen wird der Kanzler bemüht sein muffen, eine andere Persönlichkeit zu finden, denn auch der Gedanke eines Provisoriums ist wieder in den Hintergrund getreten. Aus allgemein politischen Gründen legt der Kanzler Wert darauf, möglichst bald wieder ein vollständiges, in vollem Umfange politisch aktionsfähiges Kabinett zu haben, in welchem kein Ministerposten unbesetzt ist. Deshalb wird auch der Plan Nichtleiter verfolgt, zunächst ein Provisorium unter der Führung des Admirals Raeder einzurichten. Wer allerdings als neuer Reichswehrminister desinitiv in Frage kommt, ist vorläufig noch nicht bekannt geworden. Man nimmt an, daß im Verlaufe des heutigen Tages neue Unterredungen in dieser Frage stattfinden werden, aber es ist ebensowohl möglich, daß das Problem noch Einige Zeit ungelöst bleibt.
der Tanks, schweren Artillerie, strategischen Eisenbahnen und Dampfschiffahrtslinien, die für'die Mobilisierung von Truppen verwendet werden können.
„Daily Herald" kommentiert diese Erklärungen Herriots dahin, daß Herriot, nachdem er die Wahlen mit Hilfe der Sozialisten gewonnen habe, nunmehr seine Verbündeten über Bord werfe und seine Regierung unter Einschluß der Tardieu- Parteien bilden wolle, gegen die sich seine ganze Propaganda bei den Wahlen gerichtet habe. Kurz gesagt, habe Herriot die Politik Tardieus in der Frage der Tribute und der Abrüstung in jeder Beziehung übernommen.
Macdonald und die
Lausanner Konferenz
London, 18. Mai.
Macdonald wird während seines Erholungsaufenthalts in Lossiemouth dauernd in Verbindung mit den Londoner amtlichen Stellen bleiben, um gelegentlich bei den vorbereitenden Maßnahmen für die Lausanner Konferenz Ratschläge erteilen zu können.
London, 18. Mai. Aus einer konservativen Versammlung in Ayr sprach sich Sir Robert Hörne recht p e s s i m i st i s ch über die Aussichten der Lausanner Konferenz aus. Man habe anfänglich einige Hoffnungen auf die Konferenz gesetzt, aber die Ereignisse der letzten Woche gestatteten kein allzugroßes Vertrauen. An sich sei die Lösung nicht schwierig, aber der menschliche Geist sehe gewundene Pfade, wodurch die Schwierigkeiten immer größer würden. England könne verlangen, daß das Schuldenproblem in einer Weise in Angriff genommen werde, die eine Lösung zulasse. Auch die Währungsfrage müsse gelöst werden. Die Welt dürfe niemals wieder in derartige finanzielle Schwierigkeiten geraten wie das jetzt der Fall sei.
Washington
will beim Goldstandard bleiben
Washington, 18. Mai.
Der Sekretär des amerikanischen Schatzamtes, Ogden Mills, erklärte, daß die Regierung gegen die Annahme der Goldsborough Bill ist, wonach die Vereinigten Staaten vom Goldstandard abgehen sollen. Er erklärte ferner, daß auch das Federal Reserve Board gegen die Annahme dieses Gesetzentwurfes sei.
Wesentlich einfacher liegen die Dinge im Hinblick auf das Reichswirtschaftsministertum. Hier kommt nach wie vor der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Goerdeler als neuer Minister in Frage, an dessen Ernennung nicht mehr zu zweifeln ist. Dr. Goer - deler nimmt bereits an den Beratungen des Reichskabinetts teil, besonders, da es sich augenblicklich um Fragen handelt, für die er besonders sachverständig ist. Es ist wahrscheinlich, daß der
Staatssekretär Meißner sich in diesen Tagen nach Neudeck begibt, da der Reichspräsident von Hindenburg nun doch wohl noch nicht Ende dieser Woche, sondern wahrscheinlich erst Ende der nächsten Woche nach Berlin zurücklehrt, so daß die notwendigen Neuernennungen vermutlich vonNcu- deck aus erfolgen werden.
Sollte in der Frage der Neubesetzung des Reichswehrministeriums keine endgültige Lösung erzielt werden können, so bliebe in diesem Ressort zunächst noch der Ausweg, daß die beiden Truppenchefs, nämliche General von Hammerstein für die Reichswehr, und Admiral Raeder für die Reichsmarine (so wie es in Vertretungsfällen immer geübt wurde) bis auf weiteres die Funktionen des Reichswehrministers, jeder für seine Abteilung, übernehmen, was natürlich nicht mit dem oben erwähnten Minister-Provisorium durch Admiral Raeder zu verwechseln wäre.
Oie Arbeiten des Reichskabinetts
gruppieren sich zunächst nach wie vor um die Fertigstellung des neuen Reichshaushaltsplanes, aber im Vordergründe steht jetzt die Frage der Erwerbs
losenfürsorge. Das Kabinett hat sich gestern nachmittag sehr angelegentlich mit dem Problem beschäftigt und wird auch heute und in den nächsten Tagen seine Hauptaufgabe in der Beratung dieser Angelegenheit erblicken.
Es ist festgestellt, daß für die Erwerbslosenfürsorge (und zwar in allen drei Zweigen: Versicherung, Krisenfürsorge und Gemeindewohlfahrtsfürsorge) insgesamt im neuen Etatsjahr rund dreiMilliar den Mark eingesetzt werden müssen. Davon entfällt zunächst nur ein Bruchteil auf das Reich und ein anderer größerer Teil auf die Gemeinden, aber gerade deshalb muß die Reichsregierung sich darüber klar werden, daß die notleidenden Gemeinden in der Erwerbslosenfürsorge bedacht werden müssen, da sie sich in immer größerer Zahl hilfesuchend an das Reich wenden. '
Neben der Beschaffung dieser drei Milliarden spielt die Frage der Arbeitsbeschaffung eine große Rolle, zunächst muß freilich für die unmittelbar benötigten Finanzmittel gesorgt werden, die zur Unterstützung der Erwerbslosen erforderlich sind. Auf diesen Gebieten hat Dr. Goerdeler als Leipziger Oberbürgermeister besonders große Erfahrungen, und deshalb hat man ihn schon vor seiner Ernennung zum Reichswirtschaftsminister zu den Kabinettsberatungen herangezogen, an denen er vorläufig noch formell in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Preisüberwachung teilnimmt.
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3a»anift6e Arm«- und Marineoffizier« haben, wte wir berichtet haben, den Miuifterprästdenlcn Jnukai ermordet, nicht weit er politifch in einem anderen Lager stand, als sie selbst, sondern weil sie glaubten, da« er sich stets gegen die von ihnen gewunschteu Kriege gestellt habe, durch die sie Kolonien und damit Lebeusranm silr das zu schnell gewachsen« javanische Volk ,u gewinnen -offen.
Ein sehr junges Volk.
„Das tausendjährige Reich" nennt der rassenbewußte Japaner — und das ist eigentlich jeder, der unter dem Banner der ausgehenden Sonne lebt — sein Vaterland. Japanische Zeitungen und Gelehrte sprechen von uralter Kultur--und das mit viel
Recht. Ahnenreihen heute lebender Japaner lassen sich einwandfrei belegen, so lang und so lückenlos, daß selbst alte europäische Adelsgeschlechter dagegen nur kümmerliche Stammbäume besitzen.
Japan ist uralt! Und doch ist das japanische Volk jung geblieben, erstaunlich jung und erstaunlich lebenssähig. Nirgends, weder auf den „Inseln" noch auf Korea oder Formosa sind — wie beispielsweise in Frankreich oder Oesterreich — auch nur die leisesten Spuren von Vergreisung feststellbar. Im Gegenteil:
Wer Augen hat zu sehen, der sieht — im Kleinen wie im Großen — daß auf den japanischen Inseln tausendjährige Kultur nicht eine Belastung ist, nicht Degeneration zur Folge hatte, sondern, daß dieses Volk jung ist und bleiben wird trotz unendlicher Ahnenreihen, trotz seiner Geschichte, die sich durch Jahrtausende zurückverfolgen läßt.
Zahlen beweisen!
Gradmesser für die Jugend (und natürlich auch für das Vergreistfein) eines Volkes sind seine Geburtenziffern. Sie gehen überall auf der Welt zurück — nur auf den japanischen Inseln nicht!
Auf den 385 000 Quadratkilometern der „alten" japanischen Inseln wohnten 1872 nur etwa 33 Millionen Menschen, heute wohnen auf dem gleichen Raum — der um fast ein Viertel kleiner ist als das Deutsche Reich — fast Wt Millionen Menschen! Und trotzdem sinken die Geburtenziffern Japans nicht, sondern sie steigen! steigen genau so wie die Arbeitslosigkeit...
Gewiß, Japan hat seine Kolonien. Aber auch sie bieten keine Siedlungsmöglichkeiten mehr, auch sie sind heute schon längst übervölkert! Auf Korea wohnen 21, auf Formosa 4,5 Millionen, auf den winzigen Karasuto fast 300 000 Menschen!
Japan muß also — ganz gleich wie und wo — neue Kolonien finden, wenn es nicht ersticken will in Uebervölkerung und Arbeitslosigkeit. Es müssen neue Siedlungsgebiete und es müssen Absatzgebiete für seine unerhört aufstrebende Industrie geschaffen werden. Oder Japan stürzt in unübersehbare Unruhen, gegen die die Schüsse aus den alten, weißhaarigen Ministerpräsidenten Jnukai ein Kinderspiel fein dürften--
Politik der „kalten Kolonisierung".
Man hat diesen Zustand und alle sich anS ihm ergebenden Konsequenzen in allen führenden Kreisen
nia" berichtet einen Fehlbetrag von 423,5 Millionen RM.
Oer 24. Mai
Für den neuen Preußische« Landtag find die koalitionsmäßigen Aussichten noch vollkommen ungeklärt, obwohl der Tag des Zusammentritts, der 24. Mai, immer näher heranrückt. Von den Nationalsozialisten ist jetzt in der nationalsozialistischen Presse Stimmung dafür gemacht worden, daß die Kommunisten sich bei dem Antrag auf Wiederherstellung der alten Geschäftsordnung der Stimme enthalten müßten. Dann würde angeblich dieser Antrag angenommen werde«, und dann würde es möglich sein, einen nationalsozialistischen Ministerpräsidenten in der Stichwahl mit relativer Mehrheit zu wählen. Auch dazu bedürfe es lediglich der Stimmenthaltung der Kommunisten. Angesichts dieser Erörterungen meint freilich der „Vorwärts", die Kommunisten könnten im Preußischen Landtag den Nationalsozialisten nicht helfen, wenn sie nicht geradezu Selbstmord begehen wollten.
Mitgliedersperre bei der NSDAP. Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht eine parteiamtliche Bekanntmachung, der zufolge das rapide Anwachsen der Bewegung neuerdings eine Mitgliedersperre notwendig mache. Die Reichsleitung verfügt daher, daß mit sofortiger Wirksamkeit keine Mitgliederanmel- dungen durch irgend eine Dienststelle entgegengenommen werden dürfen. Die Sperre erstreckt sich zunächst bis 15. Juli.
Japans durchaus richtig erkannt. Auch über die Art und Weise des Kampfes um neuen Lebensraum war man sich bisher einig, so einig, daß selbst die sehr mächtigen japanischen Geheimbünde sich bedingungslos hinter die Regierung und den Mikado stellten.
Der Kampf selbst sah so aus:
Mit unendlicher Zähigkeit, mit einer Zielbewußtheit, die fast schon ans Fanatische grenzte, wurden die Philippinen, die Sandwich-Jnseln, Guam und die Ostküsten Chinas japanisiert. Ueberall in Fern-Ost „rollte der Rubel". Die wichtigsten Zeitungen in Honolulu und Hilo gehören Japanern; alle gutgehenden Plantagen sind in japanischem Besitz oder von japanischen Geldgebern hoch beliehen; alle die genannten Inseln werden überschwemmt mit japanischen Waren, die zu Dumping-Preisen verschleudert werden.
Diese Politik der „kalten Kolonisation" ist unbedingt erfolgreich--aber nur dann, wenn Erfolge
nicht sofort herausspringen müssen, wenn das Volk, das sie betreibt, warten kann, Jahre, Jahrzehnte.
Die Jugend Japans aber — und dies ist merkwürdig bei diesem sonst so klugen Molk — kann Plötze lich nicht mehr warten . . .
Signal zum Angriff?
Der japanischen Jugend dauert alles dies zu lange. Sie sieht nicht die Möglichkeit, die Mandschurei mit ihren 939 000 Quadratkilometern Land und ihren nur 20 Millionen Einwohnern sofort offen zu annektieren, sofort das russische Wladiwostock nach Dairen der wichtigste Hasen der ostasiatischen Küsten Wegzunehmen, Hawai und die Philippinen sofort unter japanische Oberhoheit zu stellen. Sie glaubt, daß die R e g l e r u n g — die im Grunde genau das Gleiche will wie sie selbst, nur auf anderen, diplomatischen Wegen zu erreichen sucht — z u schlapp sei, zu zögernd und zu dumm, um die großen japanischen Notwendigkeiten voll zu erkennen.
Deswegen mußte Jnukai fallen, deswegen müssen die japanischen Minister jetzt Panzerwesten tragen, deswegen wird die „kalte Kolonisation" jetzt vielleicht umgebogen werden in offenen Kampf, in Krieg gegen Rußland, vielleicht sogar gegen die USA.
Kreuzzug gegen die Sowjet-Union--das ist
natürlich Nonsens! Es handelt sich keineswegs um einen Kreuz- und Bekehrungskrieg gegen das Moskauer System, sonder« es handelt sich — ganz offen und brutal gesprochen — um die Mandschurei, um Wladiwostock, um die sibirischen Küsten, an denen Japan siedeln, die es mit seinem (statt mit russischen) Jndustrieerzeugnissen beliefern will!
Das gelbe Volk ohne Raum im Osten muß neues Kolonisationsland, neue Absatzgebiete schaffen, will es nicht ersticken. Ob es aber seine Ziele erreichen wird durch offenen Krieg, statt durch die unterirdische und unkontrollierbare Arbeit des Den, das ist sehr sraglich. Wahrscheinlich wird ein innerpolitischer Sieg der schwarzen „Drachenleute" und damit ein Kurswechsel nach außen hin unübersehbares Unglück nach sich ziehen--nicht nur für Ja
pan, sondern für alle ostasiatischen Länder.
George O'Ckren.
Erwerbslosenfrage vor dem Kabinett
Oie Arbeitslosenfürsorge erfordert insgesamt 3 Milliarden im kommenden Lahr
Berlin. 18. Mai. Der vorläufige Abschluß der
L-r--rechn,mg 1931 32 ergibt, wie vir ,Ger,na.
Gelbes Volk ohne Raum