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Montag, 9. Mai 1932

Kasseler Neueste Nachrichten

Belte 3 1. Beilage

Lwfere Heimat

Aus dem Kreis Sann. Münden

Hann. Münden. Die Grasnutzung (1. u. 2. Schnitt) 1. auf dem oberen und unteren Tanzwerder; 2. im Stadtpark; 3. am Kattenbühl; 4. im Postgraben im Günter Feld; 5. auf dem Feldwege beimSchwar­zen Bären-; 6. an der Wilhclmshäuser Straße; 7. im Graben auf der Liebfrauenwiese; 8. an den Kop- pelwegcn auf dem Nattwerder; 9. auf den, Wege oberhalb des Friedhofes: 10. an den Straßen in Alt- münden; 11. im ehemaligen Graben beim Weser­hafen wird am 10., 11. und 12. d. Mts. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden. Ver­sammlung zu 1 bis 3 am Dienstag, vormittags 8 Uhr, beim Gasthausc zum Weserstein; 4 und 5 am Mittwoch, vorm. 8 Uhr beim.Schwarzen Bären-, 6 bis 11 am Donnerstag, vorm. 8 Uhr am Pionier­denkmal.

Aus dem Kreise Wolfhagen

Zierenberg. Der Borstand des Kreisfeuerwehr­verbandes Wolfhagen hielt in Zierenberg seine Frühjahrstagung ab. Der Vorsitzende des Verban­des, Kreisbrandmeister Bürgermeister Kilian-Wolf­hagen, dankte Bürgermeister Pitz-Zierenberg für die Zurverfügungstellung des Rathaussaales und ge­dachte mit herzlichen Worten des verstorbenen Be­zirksbrandmeisters Krantz-Zierenberg. Der Vor­stand beschloß, den Krcisverbandstag am 12. Juni in Zierenberg abzuhalten. Es wurde sodann be­schlossen, für den Kreis mit dem Sitz in Wolfhagen eine Schlauchmacherei zu errichten. Die Einrich­tung der Kreisschlauchmacherei müsse insofern be­grüßt werden, als damit anstelle des langwierigen Transportes des Materials nach entfernt liegenden Bezirken lediglich eine gelegentliche Beförderung zur Kreisstadt notwendig sei. Für den wahrscheinlich im Herbst abzuhaltenden zweiten Feuerwehrführer- Ausbildungslehrgang wurde Bezirksbrandmeister Schäfer-Zierenberg bestimmt. Die freiwillige Feuerwehr Zierenberg war vor dem Rathaus zu einer Uebung angetreten, der der gesamte Vorstand beiwohnte und die Zeugnis ablegte, für den guten Geist, der der Zierenberger Feuerwehr innewohnt.

Aus dem Kreis Hofgeismar

Hofgeismar. Die Verteilung des Losholzes für 1982 erfolgt in der alten Turnhalle nur am Mon­tag, dem 9. Mai, vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr. Die bei der Verlo­sung gezogenen Holzzettel werden erst nach Bezah­lung oder gegen Stellung von Bürgschaft auf der Stadtkasse ausgegeben. Es ist jedoch auch möglich, den Holzzettel sofort in der Turnhalle einzulösen. Das Holz ist bis zum 1. September 1932 abzufahren, andernfalls es auf Kosten des Eigentümers aus dem Schlag gerückt wird. Das Losholz steht bis zum 1. August unter Aufsicht der Stadt. Für gestohlenes Hol, wird nur die Losholstaxe ersetzt, Fuhrlohn wird nicht erstattet.

Aus Waldeck

Bad Wildungen. Der Gebirgsoerein hielt Zahres- hauptversammluna. Die Neuwahlen ergaben: 1. Vorsitzender Prost Dr. Ortloff; Schriftführer: Ober­sekretär Geißler; Kassierer: Rendant Schminke.

Asel. Verlassene Gräber. Aus dem alten Aseler Friedhof an der Aseler Bucht des Edersees fanden

vor 33 Jahren die letzten Begräbnisse statt. Die Ruhezeit für die alten Gräber ist schon seit Jahren abgelaufen. Die R^ichswasserstraßenverwaltung will jedoch die Gräber, die von Nachkommen noch unterhalten werden sollen- noch nicht einebnen. Die Bercilcrklärung der Angehörigen muß jedoch bis zum 25. Mai bei dem Talsperrenbezirk Edersee cin- gegangen sein. Alle nicht angemeldeten Grabstätten werden dann nach Ablauf der Frist eigeebnet werden.

Aus dem Kreise Ziegenhain

Ziegenhain. Der 2. Auftrieb auf die Krriajung- oiehwerde findet Montag, den 9. Mai, von 1012 llhr vormittags, statt.

Florshai«. Neuer Büraermeijter. Mit 9 gegen 1 Stimme wurde Landwirt Joh. Schutz zum Bürger­meister gewählt, nachdem der seitherige Bürgermeister Schwing sein Amt aus Gesundheitsrücksichten nieder- gelegt hatte.

Allendors. Das Geld unter« Kopfkissen. Ein Einwohner hatte seine Ersparnisse von über 1000 M. unter dem Kopfkissen aufbewahrt, anstatt sie der Sparkasse anzuvertrauen. Ein Mieter des Hauses hatte dieses Versteck ausfindig gemacht und stahl die ganze Summe. Das Amtsgericht Neustadt bestrafte den Dieb mit 8 Monaten Gefängnis.

Aus Oberheffen

Ruppertenrod. Alle arbeiten. Durch Einfüh­rung des freiwilligen Arbeitsdienstes ist die Ge­meinde in der glücklichen Lage, keinen Erwerbslosen unterstützen zu müssen. Die bisherigen Arbeitslosen sind mit Wegebau und Aufforstung eines großen Wtesenterrains beschäftigt.

Aus dem Kreise Biedenkopf

Hatzfeld, Kr. Biedenkopf. Gefährlicher Sprung. Beim Spiel sprang aus drängen der mitspielenden Kinder ein Knabe eine etwa 2yt Meter hohe Mauer herunter. Der Junge trug derart schwere Beinver­letzungen davon, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte.

Kombach, Kr. Biedenkopf. Neuer Sportplatz. Die Gemeinde hat dem Spiel- und Sportverein einen Wiesenstreifen zur Anlage eines Sportplatzes zur Verfügung gestellt. Der Ausbau des Platzes wird im freiwilligen Arbeitsdienst erfolgen.

Wallau, Kr. Biedenkopf. Der Bau eines Hochbe­hälters und damit die Beschaffung von Arbeit, hat die Gemeinde vorgesehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1012000 RM. Die Nassauische Brand- Versicherungsanstalt gibt einen Zuschuß von 2000 M. Ob es die Gemeinde ermöglichen kann, tun Betrag von etwa 10000 RM. bei den heutigen Ver- hältnissen aufzubringen, wird bezweifelt. Damit könnte leider auch diese Arbeit nicht in Angriff ge­nommen werden.

1200 RM. Belohnung

Für den Federmantel aus Hawai.

Der im Februar in Göttingen durch Universitäts­einbruch entwendete Federmantel und Federhelm aus Hawai, der einen Wert von 2% Millionen dar­stellt, konnte bisher nicht ermittelt werden. Der Preu­ßische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volks­bildung hat eine Belohnung von 1200 Mark für die Wiederherbeischaffung des werwollen Objekts aus­

gesetzt. Angaben, die auf Wunsch vertraulich be­handelt werden, nehmen alle Polizeidienststellen ent­gegen.

Aus dem Kreise Witzenhausen

Bad Sooden-Allendorf. Ein -"'"flegter Ort. Der Magistrat hat auch in diesem Jahre wieder alles ge­tan, um das Stadtbild zu verschönen. Es sind Rasenslächen neu eingesät, Rasenstreisen und Blu­menbeete angelegt worden, um dem Straßen-' und Stadtbild ein recht freundliches und gepflegtes Aus­sehen zu geben. Der Schutz der Anlagen wird der Einwohnerschaft empfohlen.

Bad Sooden-Allendorf. Die Elternbeiratswahlen finden am 5. Juni statt. Zur Vorbereitung werden im Schulgebäude des Stadtteils Allendorf zwei Elternversammlungen stattsinden am 6. Mai und am 24. Mai.

Aus -em Kreise Eschwege

Eschwege. Wegsperrung. Wegen Gleisarbeiten wird am Dienstag, den 10. Mai der Wegeübergang bei Kilometer 183,8 der Strecke Eisenach-Bebra an der Landesgrenze im Zuge der Straße Wommen- Reustädt gesperrt. Leichte Fahrzeuge können vom Wegeübergang bis Neustädt den Seitenweg rechts der'Bahn benutzen, schwere Fahrzeuge werden umge­leitet aus die Chaussee Lauchröden-Sallmannshausen- Gerstungen-Bebra. Die Sperrung dauert von 5 bis 19 Uhr.

Eschwegc. Vom Auto erfaßt. In Oberhone wurde ein Mann, als er nach einem Lastkraftwagen die Straße überqueren wollte, von einem Personen­kraftwagen angefahren. Er wurde von der Türklinke des Personenautos erfaßt und trug Verletzungen am Arm davon.

Oberhone. Freiwilliger Arbeitsdienst. Es ist vor­gesehen, die Wohra auf einer größeren Strecke zu re­gulieren und einen Sportplatz an den Hängen östlich des Dorfes über dem ehemaligen Gipsbruch von Brill zu errichten.

Großburschla. Die Gemeindevertretung genehmigte die Anträge aus Ermäßigung der Jagdpacht, der Ge­meindelandpacht und der Pacht für die Gemeindc- schenke um 15 Prozent. Die weitergehenden Anträge her Pächter auf Ermäßigung der Pacht um 3354 bis 50 Prozent wurden abgelehut, weil die Ausfälle für die Gemeindekasse angesichts der großen Wohlfahrts- lasten untragbar sind. Für Erneuerungsarbeiten im Pfarrhause sind 117,28 RM. Kosten entstanden. Tie Angelegenheit wurde der Baukornrnisston überwiesen, die auch gleichzeitig prüfen soll, welche weiteren Re­paraturen noch notwendig sind.

Feuer vernichtet Erwerb

Ein Brand, der 40 Arbeiterinnen brotlos macht.

In der Zigarrenfabrik Neumann in Silberhausen (Eichsseld) entstand ein Feuer, das die Fabrik voll­ständig vernichtete. Katastrophal ist die Folge des Brandes für den ganzen Ort insofern, daß nahe 40 Arbeiterinnen brotlos geworden sind, denn an einen Wiederaufbau denkt kein Mensch in der heutigen Zeit. Der Gemeindesäckel bat außerdem einen star- ken Steuerverlust in Zukunft zu verbuchen. Man spricht von einer Brandstiftung.

H. St. Der Viehseuchenstand in Hessen-Nassau. Die zweite Aprilhälfte hat in Hessen-Nassau ein geringe« Ansteigen der Maul- und Klauenseuche gebracht. Am 1. Mai waren 56 Gehöfte verseucht, darunter 32 neu­befallene gegenüber 54 bzw. 29 am 15. April. Die zurzeit verseuchten Gehöfte liegen in folgenden Krei­sen der Provinz (eingeklammert die Zahl der neube- sallenen): Reg.-Bez. Kassel: Insgesamt 53 (30), davon im Kreise Frankenberg 12 (12), Fritzlar 1 (1), Grafsch. Schaumburg 1, Hanau 25 (11), Homberg 3, Kirchhain 4 (3), Marburg 3, Kreis des Eisenbergs 4 (3); Reg.-Bez. Wiesbaden: Insgesamt 3 (2), davon im Oberlahnkreis 1 (1), im Unterlahnkreis 1, in St Goarshausen 1 (1). Schweinepest bestand in einem Gehöft des Oberlahnkreises. Milzbrand war einmal gemeldet, und zwar in einem Gehöft des Unterlahnkreises.

Verschärfte Lage in Wanfried

Der Etat noch nicht fertiggestellt.

In der letzten Sitzuim bet Stadtverordneten be­richtete Bürgermeister Weyrich über die Finanzlage der Stadt. Sie hatte sich insosern schwierig gestaltet, als erheblichen Mindereinnahmen beträchtliche Mehr­ausgaben für die Wohlfahrtssürsorge gegenüber» ständen. Es seien 49 Arbeitslosenunterstützungsemp­fänger, 34 Krisenunterstützungsempfänger und 90 Wohlfahrtsunterstützungsempsänger vorhanden. Im April habe die Stadtverwaltung für die Wohlfahrts­fürsorge 3453 RM. aufwenden müssen, eine Be­lastung, die für die Stadt auf die Dauer nicht trag­bar ist. Hinzu komme noch, daß sich die letzten Not­verordnungen recht fühlbar auf die Gemeindefinan­zen auswirkten. Bürgermeister Weyrich gab sodann ein Protestschreiben

gegen die Auflösung des Amtsgerichts bekannt, das der Magistrat an den Präsidenten des Oberlandesgerichts und den Regierungspräsidenten in Kassel gerichtet hat. Aus den Stromeinnahmen für 1931 sind der Stadtverwaltung von den Werra­mühlen 3934,72 RM. aufgrund Vertrags zurückver­

gütet worden. Der Voranschlag für 1932 konnte noch nicht fertiggestellt werden. Die Stadtverordneten stimmten dem Antrag des Magistrats zu, die Finanz­geschäfte der Stadt vorläufig nach dem alten Haus­haltsplan weiter zu führen/ Durch den erheblichen

Ausfall bei den Reichssteuerüberweisungen und den allgemeinen Steuerrückgang war die Stadt- kasse gezwungen, ihren lausenden Kredit bei der Stadtsparkasse in voller Höhe in Anspruch zu neh­men. Infolgedessen fehlten der Stadtkasse zeitweilig die flüssigen Mittel, um die Wohlfahrtsausgaben be­streiten zu können. Die Aufnahme weiterer Kredite bei öffentlichen Kassen ist so gut wie ausgeschlossen. Ein privater Geldgeber hat sich deshalb der Stadt- lasse erboten, ihr die erforderlichen Mittel vorzu- slrecken. Die Stadtverordneten erklärten sich damit einverstanden. Die Kurabgabe der Stadt Wanfried wurde von 1,50 auf 1 RM. herabgesetzt. Die Erweite­rung der Wasserleitung in der Paganusstraße wurde genehmigt. Die Anlieger haben zu den Kosten für die Hauptanschlüsse beizutragen.

Gerechtigkeit für die Kriegsopfer

Erwerbslosennot im Landkreis Kassel

Kürzungen der Ltnterstühungsfähe / Erregung in Oberzwehren Wieder Iahlungsstockung in Oberkaufungen

Der Kreisausschuß hat Mitte April neue Richt­linien für die Richtsätze der Wohlfahrtserwerbslosen herausgegeben. In den Richtlinien ist u. a. der Höchstsatz für eine zu unterstützende Familie auf 90 RM. bro JDionat festgesetzt. Im allgemeinen gelten folgende Sätze: Für den Ehemann 20 RM., für die Ehefrau und das 1. Kind je 16 RM., für das 2, Kistd 10 RM., für das 3. Kind 7,50 RM., für das 4. und jedes weitere Kind je 5 RM. pro Monat, doch darf der Unterstützungssatz einer Familie 90 RM. pro Mpnat nicht übersteigen. In diesen Sätzen ist nur die Kinderzulage bei 3 und mehreren Kindern ge­kürzt worden, sodaß namenttich

die kinderreichen Familien schwer betroffen werden. Angerechnet werden den Wohlfahrtser­werbslosen mit eigenem Land bi« zu 2 Acker 70 RM pro Jahr, ferner die eigene Wohnung in Neubauten mit 25 RM., in Altbauten mit 15 RM. Weiter müssen berücksichtigt werden die Verdienste aller Fa­milienmitglieder. Nach vorgenannten Richtlinien sind bei einem Teil der rund 120 Wohlfahrtserwerbslosen der Gemeinde Oberzwehren Abzüge bis zu 6 RM. pro Woche eingetreten. Hinzu kommt noch, daß bei einem weiteren Teil die bisher gewährten Miets­zuschüsse in Wegfall gekommen sind, da nach den Richtlinien derartige Sonderzulagen in Anbetracht der sür 1932 in den Gemeindehaushaltungen zu er­wartenden hohen Fehlbeträge nicht mehr geleistet werden Dürfen.

Als am Freitag die Wohlfahrtserwerbslosen ihre Unterstützungen nach diesen Richtlinien ausgezahlt erhielten, entstand unter den von den Kürzungen Be­troffenen eine starke Erregung, die sich in einem Auf­lauf vor dem Bürgermeisteramt Lust zu machen suchte Eine Kommission verlangte vom Bürgermeister eine sofortige Aussprache, ferner fofortige Nachzahlung der abgewogenen Beträge, sofortige Einberufung des Gemeindevorstandes usw. Im Sitzungssaal des Bürgermeisteramtes legte darauf der Bürgermeister den Versammelten die Gründe dar, die zu der Maß­nahme führten. Sie sachliche Verhandlung wurde aber alsdann durch das Erscheinen des Kommunisten Markert-Niederzivehren gestört, der den Bürgermeister der sich kein Gehör mehr verschaffen konnte, zwang, die Versammlung zu verlassen.

Am Abend sand eine Tagung des Gemeindevor­standes statt; hinzugezogen wurde eine Kommission der Wohlfahrtserwerbslosen. Von letzterer wurde eine Resolution vorgelegt, die kategorische, doch UN- erfüHbare Forderungen enthielt. Nach eingehender Beratung mußten die Wohlsahrtserwerbslosen ein­sehen, daß

die Gemeindebehörde beim besten Willen nicht

In der Lage sei, ihre Wünsche zu erfüllen, besonders nicht die sofortige Nachzahlung der Ab­züge und die Weiterzahlung der bisher gewährten Mietszuschüsse. Vom Gemeindevorstand wurde der Bürgermeister aufgefordert, mit dem Landrat Rück­sprache zu nehmen, daß alsbald besonders krasse Fälle ans der Welt geschafft werden und namentlich die Abzüge bei den kinderreichen Familien, die von den Maßnahmen besonders bart betroffen werden, wie­der rückgängig gemacht werden.

Erwähnt wurde auch, daß es beute noch Wohl­fahrtsempfänger gibt, die noch bis zu 22 RM. Un­terstützung pro Woche erhalten, andererseits aber auch schon sehr viele noch In Arbeit gehende Ortsein­wohner vorhanden seien,

deren Wochenlohn diesen Betrag nicht erreicht, die aber von ihrem Verdienst noch die Aufwendungen für die Fahrt zu und von ihrer Arbeitsstätte auf­zubringen hätten, also sich finanziell weit schlechter stünden wie mancher Wohlfahrtserwerbsloser.

Der Gemeindevorstand erklärte ferner, daß er auch weiterhin gewillt sei, soweit es die Gemeindefinan­zen noch zuließen, die Notstände unter den Erwerbs­losen zu mildern. Oberzwehren, eine Gemeinde von 2500 Seelen, hat heute bereits für die Wohlfahrts­erwerbslosen monatlich 5000 RM. aufzubringen, hin­zu kommen noch monatlich 1200 RM. Aufwendungen für die Krisenunierstützungsempfänger und mehrere hundert RM. für foziale Beiträge (Krankenkasse ufw.)

100 Prozent Rückstand

ln Oberkaufungen

Die Gemeinde Oberkaufungen muß 45 Proze,nt des Unterstützungsbetrages aus eigenen Mitteln aufbringen, da der Kreis 15 Prozent für rückständige Steuern zurückhält. Der Kreis ist bei feiner finanziellen Lage ebenfalls nicht imstande, Oberkaufungen zu helfen, so daß einzig und allein der Weg an die Regierung offen bleibt. Da auch vom Reich keine Steuerrücküberweisungen wegen der rückständigen Krisensteueranteile erfolgen, so ist die Gemeinde nur auf die Gemeindesteuern angewiesen.

Während sonst am Fälligkeitstage wenigstens ein Teil der Unterstützung ausgezahlt werden konnte, war dies am Sonnabend zum ersten Male nicht möglich, so daß die Erwerbslosen jetzt mit 100 Prozent ihrer Unterstützung im Rückstände find.

Der 55prozentige KreisanteU, den die Gemeinde be­reits am Mittwoch bekommen hat, wurde zur Rest­zahlung der vorigen Unterstützung verwendet. Die Gemeinde hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben, um Dom Landrat und Regierung Gelder zu bekommen. Auch die Bemühungen, von Geschäftsleuten Gelder zu bekommen, scheiterten.

Wenn es auch trotz der Erregtheit noch nicht zu Ausschreitungen gekommen ist, so muß die Lage doch als außerordentlich ernst bezeichnet werden. Es blieb der Gemeinde nichts weiter übrig, al« mit den Geschäftsleuten wegen Warenabgabe auf Kredit zu verhandeln. Die Gemeinde mußte selbstverständlich die Garantie übernehmen.

Die einzige Hoffnung der Gemeinde stützt sich auf eine Staatsbeihilfe,

die in den nächsten Wochen zu erwarten ist. Doch auch dieser Staatszuschuß bedeutet keine endgültige Lösung für Oberkaufungen. Einige Wochen später würde derselbe Zustand, in noch verschärftem Maße in Erscheinung treten.

Tagung 6er heffifch-waldeckischen Krieger in Hersfeld

Der Kriegerbund für Kurhessen und Waldeck hielt in Hersfeld seine Abgeordnetenversammlung ab, der die Vertreterversammlung der Reg.-Bezirks- gruppe des Kyffhäuserbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen vorausging.

Wie aus dem vom Schriftführer Schall-Kassel er­statteten Geschäftsbericht über das abgelaufene Ge­schäftsjahr hervorging, zählt die Bezirksgruppe ge­genwärtig etwa 3 500 Mitglieder. Die Arbeit der Bezirksgruppe war wieder sehr umfangreich und umfaßte, um nur einiges bervorzuheben, die Stel­lung von 83 Anträgen an die Verforgungsbehörde, die Wahrnehmung von 156 Terminen im Wieder­aufnahmeverfahren und die Bearbeitung von 33 Re- kurfen. Der Vorsitzende forderte eine noch straffere Organisation in den einzelnen Kreisgruppen, die Mitarbeit in den Fürsorgeausschüssen und die Ein­führung einer Sterbegeldversicherung, soweit dies noch nicht geschehen sei. Wie aus einem Bericht des Beiratsmitgliedes des Landesverforgeverbandes, Schuchhardt-Kaffel, hervorging, sind die Zusatzren- ten im Bezirk im letzten Jahre durch natürlichen Abgang, besonders aber auch durch die verschärften Bestimmungen von 20 766 auf 15 466 zurückgegangen, was einer Einsparung von etwa 20 Prozent gleich- ko mme. Der Vertreter des Landesverbandes, Dr. Eberth-Berlin, ging auf den in den letzten Jahren durchgeführten Abbau des Versorgungsw.esens ein.

Die Kriegsopfer hätten Verständnis für einen Leistungsabbau im Rahmen dessen, was unter den Notverhältniffen auch anderen BevöNerungskrci- fen zugemutet werde. Den Kriegsopfern werde aber weit mehr zugemutet, gehen doch die Ren­tenkürzungen allein schon bis zu einem Drittel.

Gegen die unerträglichen Härten wird sich die Or­ganisation der Kriegsbeschädigten und Kriegerhin- terbliebenen int Kyfshäuserbund entschieden wehren. Die Porstandswahl ergab die einstimmige Wieder­wahl der turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder Friedrich-Kassel, Gläßner-Eschwege, Emde-Wildun- gen und Frau Delpho-Kassel. An den Vorsitzenden des Landesverbandes, Staatsrat Dr. Quarck-Berlin, wurde ein Dankschreiben gerichtet. Der Ehrenvor­sitzende des Kriegerbundes für Kurheffen und Wal­deck, General von Hülsen, betonte zum Schluß der Versammlung,

daß die Kriegsopfer nur Gerechtigkeit wollen.

In der Abgeordnetentagung des Kriegerbundes für Kurhessen und Waldeck, die von Prof. Fennel- Kassel geleitet wurde, stellte General von Hülsen einleitend die besonderen Ideale des Kriegerver­einswesens heraus: Kameradschaft üben bis zum äußersten, Hochhaltung des Führergedankens und Pflege der Tradition. Wie ans dem vom Schrift- ftihrer Schall erstatteter Geschäftsbertcht hervoraing, zählt der Kriegerbund in 22 Kreiskriegerverbänden mit 760 Vereinen rund 38 000 Mitglieder. An Un­terstützungen sind gezahlt worden aus der Kasse des Landesverbandes 19 551, der Kaffe des Kriegerbun­des für Kurhessen und Waldeck 7900 und von den Veretnen selbst 53 000 Mark. Die Zahl der Kvff- häuserjugendgruppen hat sich auf 47 erhöht. Klein- kaliberichlcßgruppen bestehen acht. Im Habichts- wald ist bet Harleshausen ein Uebung«gclänbc er­worben worden, auf dem im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes eine Baracke und anderes geschaffen werden sollen. Das Gelände wird dann den Ju- gendgruppen des Bezirks zur Verfügung stehen. Insbesondere sollen dort auch Jugendführerkurse abgehalten werden. In der Aussprache wurde die Einführung der Haftpflicht- und Unfallversicherung

lebhaft befürwortet. Wie vom Vorstände mitgetcilt wurde, ist das Erforderliche bereits vom Landes­verband in die Wege geleitet worden. Bezirks­jugendleiter Jünge-Kassel berichtete über die erfolg­reiche Arbeit in den Jugendgruppen, die im letzten Jahr um 27 gewachsen sind. Die satzungsmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Fennel-Kassel, Türk-Kassel und Wentzel-Kassel wurden einstimmig wiedergewählt. Ebenso die Beisitzer Breitenbach, Buchmann, Jünge und Dr. Schneider. Als nächst­jähriger Tagungsort wurde Homberg an der Esze bestimmt. Oberst Jmanuel-Marburg wies auf den Retchskriegertag in Dortmund hin, der sich zu einer machtvollen nationalen Kundgebung gestalten müsse. Der Ehrenvorsitzende stellte schließlich zum Schluß der Tagung unter lebhafter Zustimmung der Versammlung fest, daß der alte Kyffbäusergeist noch lebendig sei. Jeder müsse dazu beitragen, daß er sich immer weiter aus breite zum Segen von Volk und Vaterland. Mit einem begeistert aufgenomme­nen Hoch auf Volk und Vaterland sowie den Sieger von Tannenberg, den Reichspräsidenten von Hin­denburg, wurde die Tagung geschloffen.

RUNDFUNK

Programm für Dienstag, 10. Mai

5te«fhtrt

20W;

16.25:

17.05:

17J85:

Berlin:tüten- ! tragische Oper Ilten 4>on Ri-

Paone spielt

19.85: ftrflWin« tn Wien.

Jos. Weinheber

20.00: Josevh-M arr-Äonzevt

31.55: Chansons. Stete

Dettsch

22.25: «OcttMottjerf

23;2Öy0.80: Bon Hamburg: Kus demHaus Siegler* Deutscher Tanzabend

t?eeeeebete

18.00: Mittagskonzert

17.00: Vesperkonzert

20.00: Son»ert mit Gertrud

Bindernagel

20.50:Tas Hörbild vom tollen Homberg" von Jo­ses Winckler

Wien

18.50: DaSHoroskop* un­serer Leit

19.30: Musikalische Grund- begriffe Sortrag

30.00: Aus Mannheim:

U u terba ltu naskonzert deS Philbarm. Orchesters

20.45:Tcmväbischer Früh­ling*. Gedichte und Lie­der aus 1K Jahrhunder­ten

21.30: AuS Freiburg: fiom- »offttonsftunde Otto 38 ar» tisch

22.20: Nachrichten

22.4524.00: Nachtmusik des zattjenfemMe« der Phil­harmoniker

15.20: Egon Welless-Konzert Schallplattenkonzert Das Orchester Jack

6,00: Wettermeldung Anschl. Morgengymnastik

7.00: Wetterbericht

Anschl.: Frühkonzert auf «challvlatten

12.00: Mittagskonzert

18.00: Von «öln: Mittags­konzert

14.00: Nachrichtendienst

15.20: Hausfrauen - Nach­mittag

15.50:Ein rheinischer S8e- beriunge erzählt!* Jm- vrooisattonen von P. La­ven

1/7.00: Konzert des Rund- .funkorchesterS

' Die Zuspitzung der Lage des Grundstücks- n. WohnungsmarkteS nach d. 1. Avril 1982

«duigswulterhaufe»

14.00: Von Berlin: Konzert

16.30: Nachwittagskonzert von Leipzig,

17.30: Die Psychologie E. G. Jungs

18.00: Wir bauen Melo­dien (Arbeitsgemeinschaft

19.00: Gedanken zur Seit

19.30: Was die Wirtschaft der chcmuchen Forschung

Abendprogramm bet europäische» Sender *

Serom fintier: 20.00:Die Schärfung". Oratorium von Havdn. Bubave ft: 19.30: Tolntenkonzert. 21.30: Zigeunermusik. $> Daventro: 20.20: Orchefierkon- »ret. 22^0: Sinfoniekonzert. -8> Kovenba«en: 20.00: Offenbach-Konzert. 21.00: Deutsche Lieder. z t 50: Schubert-Schumann-Konzert. <t> Matland: 20.30 Ru­mänische Musik. 21.30: Streichtrios. <S> Rom: 20 45- Kammermusik. 21.30: Hörspiel. 22.00: Vokal- und i, nstrumenialkon^rt.$> Warschau: 19.50:tzavalleria rutttcana*. Over von Maseagni. 21.30: Rumänische Ranotwlteier.