Hessische Abendzeitung
Snttteetrotetfe: ®cfcbäft8* uni Familicn-AnzciKcn Mc 80 mm • Seife 11 Sfetntta QMw# STm»**** *wi Kassel 7 A, thtSwärtifte Kleine Anzeigen bie 80 mm breite Zeile 11 <1, Anzeigen im Reklameteil Me
Z$-jJam breite 3ctlc 45 A. Oiie^gebühr 25 4 lbei Zustellung 85 — Für das Erscheinen von Anzeigen in
bestimmten Ausgaben, an besonderen Platzen und für telephonisch erteilte Auftrage keine Gewähr Reib» nungSbeträge innerhalb von 5 Tage« zahlbar. Gerichtsstand ÄaffeL — Postscheckkonw Franks«^ a? M. W8L
Hummer 105
Freitag, 6. Mai 4932
22. Jahrgang
Kasseler Abendzeitung
»tutss-xa
°V böberer Gewalt besteht ketn Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Verlag Lckriitleitung und Druckerei: Kölnische Strahe 10. — Telephon: Gammelnummer 6300 Juristische Sprechstunden Dienstags und Kreitaas 17—18 Uhr Kölnisch« Strahe 10. L
___ Sknzelprels 10 pfinnlg
Kasseler Neueste Nachrichten
Provisorium im Neichswirtschastsmim'sterium
Warmbol-s Rücktritt genehmigt / Oie Verhandlungen mit Goerdeler gehen weiter / Deutscher Wahlsieg im Memelland
Zunächst Trendelenburg!
Von unserer Berliner Schriftleitung.
> Das Ende der Regierung Tardieu
'Von unserem Pariser Korrespondenten.)
Dr. Pz. Paris, 5. Mai.
Das Gefecht ist zu Ende, die entscheidende Schlacht beginnt, und zwar unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen für die Regierung Tardieu und ihre bisherige Mehrheit.
Drei Tage vor den Stichwahlen heben sich die Stellungen deutlich ab, die strategische Lage läßt an Klarheit kaum noch zu wünschen übrig. Es steht in der Tat Block gegen Block, die gesamte Linke gegen die gesamte Rechte, und lange bevor die großen Parteizentralen ihr Losungswort ausgaben, hatten sich in der Provinz überall die einzelnen Kartelle gebildet — genau wie im Mai 1924. Der eine Unterschied darf allerdings nicht außer acht gelassen werden: Vor acht Jahren galt in Frankreich die Listenwahl, und man mußte zwischen der radikalen und der s^ia- listischen Partei auf Grund eines bestimmten Programms erst zu einem allgemeinen Abkommen gelangen. Heute fehlt sowohl das Programm wie überhaupt irgendwelche Bindungen, die auf eine spätere Zusammenarbeit hinzielen, und man gelangt lediglich zu rein örtlichen Wahlkartellen mit dem einzigen Zwecke, die „Reaktion" zu schlagen. Sozialisten sowohl wie Radikale haben das Losungswort ausgegeben, ihre Stimme in jedem Wahlkreis aus
Berlin, 6. Mai.
Der Reichspräsident hat am Freitag vormittag das Rücktrittsgesuch des Reichswirtschaftsminister Pros. Warmbold angenommen und aus Vorschlag des Reichskanzlers den Staatssekretär Trendelenburg mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichswirtschastsministeriums betraut.
gez. von Hindenburg.
*
Die endgültige Neubesetzung des Reichswirtschaftsministerium hat sich verzögert. Diesmal wird es sich nur umeinkurzfristigesProvisorium handeln, während Trendelenburg vor der Berufung des Ministers Warmbold seinerzeit das Wirtschaftsmini- sterium über ein Jahr verwaltet hat.
Gegenwärtig ist man überwiegend der Auffassung, daß es binnen kürzester Zeit doch noch zu einer endgültigen Neubesetzung dieses Refforts mit einem neuen Wirtschaftsminister kommen wird, und die Verhandlungen mit Dr. Goerdeler wegen der Uebernahme dieses Postens werden fortgesetzt. Es gilt als wahrscheinlich, daß Dr. Goerdeler vielleicht kurz nach Pfingsten zum Wirtfchaftsminister ernannt werden wird,
Neue Abstriche am Etat
th Berlin, 6. Mai.
dustrieumlage in der Einnahmenseite eine Rolle spielen, und vor allem ist damit zu rechnen, daß der Etat evtl, nicht vollständig ausbalanciert werden wird.
In diesem Zusammenhänge spielt eine aufsehenerregende Ankündigung eine große Rolle, die sich in einer Rede des preußischen Ministerialdirektors von Leyden findet. Diese Rede wurde gestern in Dortmund gehalten und nach privaten Meldungen (deren amtliche Bestätigung abzuwarten bleibt) hat dieser hohe preußische Beanrte dabei mitgeteilt,
die Regierung beabsichtige, unverzüglich eine neue Abgabe durch Notverordnung einzuführen. Diese Abgabe soll von allen denen erhoben werden, die zurzeit noch ein festes Einkommen haben, und sie soll den Zwecken der Erwerbslosenfürsorge und der Arbeitsbeschaffung dienen.
Eventuell soll dadurch die bisherige Krisenlohnsteuer abgelöst werden. Diese Pläne werden wie gesagt, im Augenblick von den zuständigen Stellen des Reiches noch nicht bestätigt. Wenn sie aber verwirklicht werden, dann wird das voraussichtlich noch heute oder morgen geschehen und zwar im Zusammenhang mit der Notverordnung über Arbeitsbeschaffung, Neuregelung der Arbeitszeit, Arbeitsdienst, Prämienanleihe.
Memels Bekenntnis zum Deutschtum!
(Eigene Drahtmeldung.)
Das Reichskabinett hat am Mittwochabend die Beratungen über den Etat doch noch nicht beenden können, sondern cs wird sich auch im Lause des heutigen Tages noch einmal mit diesem wichtigen Gegenstand befassen müssen. Die Verzögerung erklärt sich vor allem aus den S ch w i e r i g k e i t e n, die sich bei der Feststellung der Einnahmenseite des neuen Etats ergeben.
Wir haben bereits gemeldet, daß die sogenannten Soll-Einnahmen des neuen Etats etwas niedriger als die Ist-Einnahmen des vergangenen Jahres eingesetzt werden sollen. Nun hat sich aus der dieser Tage veröffentlichten amtlichen Uebersicht der tatsächlichen Einnahmen des am L April zu Ende gegangenen Etatsjahres ergeben, daß an Steuern, Zöllen und Verbrauchsabgaben insgesamt nur 7,8 Milliarden Mark eingegangen sind. Das ist vor allem auf den Rückgang der Zölle und Verbrauchsabgaben, sowie auf das starke Zurückbleiben der Krisensteuer hinter den ursprünglichen Schätzungen zurückzuführen. Angesichts dieser Sachlage
kann das Kabinett natürlich nicht einen Etat aufstellen, der, wie eigentliche beabsichtigt war, mit 8,5 Milliarden Mark balanziert, sondern es mutz den Etat unterhalb der Zahl von 7,8 Milliarden halten
Wie unsere Berliner Schriftleitung heute mittag ergänzend meldet, scheint es, daß man im Reichskabinett den Grundsatz, die Solleinnahmen des neuen Haushaltsjahres etwas tiefer zu stellen als die Jsteinnahmen des vergangenen Jahres, nicht vollständig aufrecht erhalten konnte. Jedenfalls wird die Ausgabenseite des Etats wahrscheinlich doch nun über acht Milliarden Mark liegen, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Mittel sür Osthilfe und Siedelungszwecke zunächst eingestellt werden sollen, für die noch keine klare Deckung vorhanden ist. Möglicherweise wird dabei der Rest der früheren In-
Memel, 6. Mai.
Trotz der litauischen Versuche, die Wahlen zum memelländischen Landtag durch Wahlschiebungen und Wahlterror entscheidend zu beeinflusse», hat die am Mittwoch abgehaltene Landtagswahl ein unzweideutiges Bekenntnis der Memelländer zum Deutschtum gebracht.
Wie das „Memeler Dampfboot" meldet, liegen jetzt die Stimmzahlen aus sämtlichen 205 Stimmbezirken für den memelländischen Landtag vor. Es sind insgesamt abgegeben worden: 65 728 (bei den Landtagswah- lcn 1930: 49 730) Stimmen. Davon erhielten:
Memelländische Volkspariei 17 922 (13 707), also 8 (bisher 8) Sitze.
Memelländische Landwirtschaftspartei 24 442 Stimmen (15 810), also 11 (bisher 10) Sitze.
Sozialdemokratische Partei: 5114 (6880) Stimmen, also 2 (bisher 4) Sitze.
Arbeiterpartei: 5390 Stimmen (2072) also 3 (bisher 2) Sitze.
Die vier memeltändischen Parteien haben also 24 Sitze erhalten, die gleiche Zahl, die sie bisher inne hatten.
Die litauischen Parteien erzielten zusammen 12960 Stimmen (11269), also 5 (bisher 5) Sitze.
Auf die einzelnen litauischen Parteien verteilen sich die Stimmen folgendermaßen: Grotzlitauische Volksund Arbeiterpartei 7055 (3 Sitze), Litauische Landwirte 4906 (2 Sitze) Verband der litauischen Landwirte 620.
Die Wahlbeteiligung, die außerordentlich groß war, dürfte an 95 v. H. heranreichen. In einer ganzen An
zahl von Orten wählte die Bevölkerung geschloffen zu 100 v. H. Selbst Kranke und Gebrechliche wurden auf Tragbaren zu den Wahllokalen getragen. Das Wahlergebnis, das eine deutsche Antwort aus die litauische Gewaltpolitik darstellt, hat im ganzen Memelgebiet außerordentliche Genugtuung und Befriedigung ausgelöst.
Oer litauische Angriff abgeschlagen
Memel, 6. Mai.
Zu den Wahlergebnissen bemerkt das „Memeler Dampfboot": Die Wahlen sind ein großes, gewaltiges und erhebendes Bekenntnis der Memelländer für die Autonomie des Memel-Gebietes »nd für die memel- ländische Heimat geworden. Ter großlitauische, mit Gewalttätigkeiten aller Art und in einem bisher nicht gekannten Ausmaß an Agitation geführte Generalangriff ist auf allen Fronten siegreich abgeschlagen worden. Das Ergebnis muß als ein ganz überwältigender Erfolg der Mehrheitsparteien betrachtet werden. Sehr stark ist der Rückgang der Borchertas-Listen (Großlitauer), die trotz der starken Zunahme der Zahl der Wahlberechtigten und der außerordentlich starken Wahlbeteiligung von 6856 auf 4509 Stimmen zurückgegangen sind. Dieser Verlust der Borchertas-Listen wird mehr als wettgemacht durch die Zunahme der Listen der großlitauischen Angestellten und Arbeiter — was in der Hauptsache auf die Masseneinbürgerungen zurückzuführen ist — die von 1961 Stimmen bei den letzten Wahlen auf 6868 Stimmen gestiegen sind. Der großlitauisch eingestellten Splitterliste Adomeit-Rassawitz ist die verdiente Schlappe zuteil geworden.
Rücktritt des Wiener Kabinetts
Eigener Drahtbertzch.
Wie», 6. Mai.
In einem um Mil Uhr stattgefunvenen Ministerrat beschloß die österreichische Regierung ihre Demission. Bundeskanzler Buresch erstattete dem Präsidenten Millas Bericht.
Der Verfaffungsausschuß, der um 11 Uhr über die bekannten Auflösungsanträge beschließen sollte, wurde verschoben, da es nicht üblich ist, daß Ausschüsse während einer Regierungskrise tagen.
Wien, 6. Mai. Bundespräsident M i k l a s hat die Demission der Regierung angenommen und Bundeskanzler Dr. Buresch und die übrigen Mitglieder des Kabinetts mit der Fortführung der Geschäfte betraut.
Oie englische Zollverordnurrg
vom Unterhaus angenommen.
London, 6. Mai.
Das Unterhaus nahm am Donnerstag abend die peue Zollverorduuug mit 405 zu 70 Stimmen au.
Gegen die Verordnung stimmten neben der Arbeiterorganisation 28 Liberale, darunter der Innenminister Sir Herbert Samuel, der Erziehungsminister Sir Donald Mac Lin, der Staatssekretär für Schottland, Sir Archibald Sinclair und der Bergwerksminister Footh. Die Simon-Liberalen stimmten auf Seiten der Regierung.
In einer abschließenden Oppositionsrede sagte Handelsminister Runciman, die Verordnung ermögliche es England zum ersten Mal seit drei Generationen die Zölle als Verhandlungsmittel mit ausländischen Staaten zur Erreichung besonderer Zollbc- dingungen zu gebrauchen. England verfolge im Vergleich zu anderen Ländern eine sehr gemäßigte Zollpolitik. Runciman wies weiter darauf hin, daß sich die englischen Lebenshaltungskosten bisher trotz aller pessimistischen Voraussetzungen infolge der Zölle nicht erhöht hätten. Auch der Ausfuhrhandel sei nicht so stark zurückgegangen wie der anderer Länder.
Verständigung mit den Mehrheitsparteien?
Kowno, 6. Mai.
Wie aus litauischer autoritativer Quelle verlautet, soll nach dem Ausfall der Memelwahlen nunmehr eine Verständigung mit den Mehrheitsparteien gesucht werden. Das Direktorin in Simaltis soll noch vor Zusammentritt des Memel-Landtages zu rück treten: jedoch stellt man sich auf den StandvNnkk, daß der neue Präsident ein memelländi- scher Litauer (!) sein müsse. Die anderen Mitglieder des neuen Direktoriums sollen den Mehrheits- Parteien angehörcn. Eine neue Landtagsauflösung komme nicht in Frage. Der Rücktritt des Gouverneurs M e r k y s sei wahrscheinlich.
Attentat auf ägyptische Minister
Kairo, 6. Mai.
Als ein Zug, in dem der Ministerpräsident, der Verkehrs- und der Unterrichtsminister, der Vizepräsident der Kammer und zahlreiche andere angesehene Persönlichkeiten saßen, heute vormittag den Bahnhof Tamcals in der Provinz Cirga Fula durchfuhr, explodierte eine Bombe. Avei Streckenwärter wurden getötet und drei andere schwer verletzt.
denjenigen Kandidaten zu übertragen, der nach Lage der Dinge die meiste Aussicht hat, dem Kandidaten Tardieus den Weg zu versperren. Die Waffen, die der Ministerpräsident gegen die Sozialisten hatte schmieden wollen, kehren sich also gegen ihn selber, und sie werden ihn mit aller Wahrscheinlichkeit tödlich treffen.
*
Es ist ganz überflüssig, die Wahlkreise aufzuzählen, wo Radikale und Sozialisten die berühmte „republikanische Disziplin" beoachten: es ist ganz Frankreich. Einige bemerkenswerte Fälle mögen immerhin hcrvorgehoben werden: In der Gironde wurde ein allgemeines Kartell geschlossen, das die bisherige nationalistische Mehrheit (7:3) mit Vernichtung bedroht; neben dem bekannten Chauvinisten Mandel werden wahrscheinlich sämtliche Tardieuanhänger auf der Strecke bleiben. In L h o n, wo die Schlacht zwischen den Radikalen und den Sozialisten heftig wütete, gelang es trotzdem, für den zweiten Wahlgang ein Kartell abzuschließen, das die Rechte aus ihren letzten Stellungen vertreiben wird. In Bethune brachten die Radikalen sogar das Opfer, ihren Kandidaten zugunsten des extremen Sozialisten Z y r o m s k i zurückzuziehen, dessen Wahl damit gesichert erscheint. Noch bezeichnender ist die Lage in T r o y cs, wo im ersten Wahlgang ein Kommunist an die Spitze gelangte, dicht gefolgt von einem Anhänger Tardieus, und in weiterem Abstand von einem Radikalen. Durch eine Vereinigung der radikalen und der Tardieustim- men wäre der Kommunist geschlagen worden. Aber der Radikale hält seine Kandidatur auch im zweiten Wahlgang aufrecht, so daß der Kommunist mit relativer Mehrheit als Sieger hervorgehen wird.
Im allgemeinen ziehen die S o z i a l i st e n überall ihre Bewerber zurück, wo ein Kommunist an der Spitze steht, so in der Pariser Bannmeile, und im Norden; die Kommunisten dagegen haben das Losungswort ausgegeben, den Kampf gegen die Sozialisten rücksichtslos fortzusetzen, mit Ausnahme derjenigen Fälltz, wo ein aussichtsreicher sozialistischer Arbeiter die „Einheit der Klasse" herstellt. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist weiterhin das Verhalten der Volksdemokraten, die mit dem deutschen Zentrum verglichen werden können. Die katholische Wahlzeitung „Aube" gibt die Parole aus, das „Vorurteil" gegen die Radikalen fallen zu lassen und überall die Linke zu unterstützen. In Briey steht gegen den nationalistischen Haupteinpeitscher de Wendel, der bisher noch nie in Stichwahl kam, der Katholik Serre, und es ist sehr wahrscheinlich, daß er mit Hilfe der gesamten Linken den Sieg davontragen wird. Die Saat Briands geht hier auf, sehr zum Schaden der Rechten, die bisher auf Zehntausende von katholischen Stimmen mit Sicherheit rechnen konnten.
*
Angesichts der heranbrausenden Linksslut b l ä st Andre Tardieu zum Sammeln. Der Ruf kommt reichlich spät, zumal im Schoße der Mehrheit selber keineswegs Einigkeit herrscht. Ein Teil der Truppen nämlich möchte mit dem Gegner paktieren, um auf diese Weise wenigstens die politische Lage nach den Wahlen zu retten. Man weist auf die widerspruchsvolle Haltung Herriots hin, der heute behauptet, die Brücken zwischen rechts und links seien abgebrochen, und morgen versickert, er „träume" von einer breiten Mehrheit nach dem Muster Waldeck- Rousseaus. Kartell oder Konzentration? Es ist immer die gleiche Frage, die der radikale Führer nun einmal nicht beantworten will. Ein Karikaturist zeichnet ihn als zukünftige Mutter, die über das Problem nachsinnt, ob es ein Junge oder ein Mädchen fein wird? Treffender läßt sich die Lage sicherlich nicht kennzeichnen.
Um den Konzentrationsgedanken zu retten, griff Tardieu zu einer Maßregel, die in Rechtskreisen viel böses Blut verursachte. Man weiß, daß die berüchtigte „Geldmauer" bereits an der Pariser Montagsbörse ihre Festigkeit erwies; um den Wählern einen Vorgeschmack der Ereignisse zu geben, die ein Sieg des Kartells im Gefolge haben müßte, bewirkten interessierte Kreise einen kleinen Krach der französischen Werte, verbunden mit einer leichten Frankensenkung. Als der ans Zimmer geseffelte Ministerpräsident davon hörte, geriet er in großen Zorn und gab sehr scharse Anweisungen, um der Baissespekulation nötigenfalls mit Gewalt das Rückgrat zu brechen. Es liegt nämlich auf der Hand, daß ein solches Manöver zwischen den beiden Wahlgängen genau das Gegenteil von dem bewirkt hätte, was beabsichtigt war: Die gesamte Linke hätte auf den offenen Verrat der Rechtsparteien hingewiefen, und aus die Knebelung des Volkswissens, dessen freie Aeutzerung durch die organisierte Katastrophe unmöglich gemacht worden wäre.
¥
Was nun die zahlenmäßigen Aussich - t« u der einzelnen Parteien angeht, so läßt sich dar-