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r Weite r - 1 Beilage

Kasseler Treueste Aachn'chien

Sonnabend, 30. April Sonntag, I. Mai 1932

wichtige werbende Institute wie Schulen und Akade­mien leider inzwischen weggesallen sind.

Die gemeinschaftliche Not müsse zum Einsatz aller Kräfte führen. Alles solle getan werden, dem Frem­de» Erholung und Freude zu bieten.

. In der Aussprache wurde bemängelt, daß im Ar- beitsprogramm die werbende Kraft des Gastwirts­gewerbes nicht gewürdigt wurde. Das Gastwirtsge­werbe stehe vor dem Ruin, habe aber dennoch größtes Entgegenkommen gezeigt. Staat und Gemeinden müßten ebenfalls Entgegenkommen beweisen. Der gute Gasthof gebe dem Kurort erst das Gepräge. Be­fremden müsse es, daß die Reichsbahn trotz Ein­ladung keinen Vertreter zu der Jahreshauptversamm­lung entsandt habe. Photograph Eberth vertrat das Projekt des Freibades in Wilhelmshöhe. Das Wasser liefere die Prinzenquelle, es sei also einwand­frei. Man dürfe hoffen, im August schon baden zu können. Bemerkenswert waren auch die Ausführun­gen von Herrn H a u ß k n e ch t, der gegen eine Cam­pagne zuungunsten der Auslandsreisen eintrat, indem mehr Ausländer Deutschland besuchen als Deutsche ins Ausland reisen und

durch unvorsichtige Werbung leicht der geldbringende Ausländerbesuch nachlassen könne.

Aus dem Gastwirtsgewerbe selbst wurde geäußert, daß es die Gastwirte vielfach nicht fertig bringen, chre Gäste zu halten. Beachtenswert war auch eine Bemerkung von Herrn Reitz, der daran anknüpfte, daß er soeben sich eine Flasche Wasser bestellt habe, aber daß er erst habe zusehen müssen, wie zwölf an­dere Gäste, die n a ch i h m b e st e l l t hatten, ihr Bier bekamen, bevor seine Bestellung einer Flasche Wasser berücksichtigt wurde. Der Gastwirt müsse sich auch auf die Jugend einstelleu, die ohne Alkohol reisen wolle.

Zum Schluß faßte Dr. Rehorn noch einmal alle Fragen des Abends zusammen, wobei er auch für die 2-Uhr-Polizeistunde eintrat. Dann sprach er über

di« Verkehrsentwicklung der letzte« Zeit.

Das erste Quartal 1932 erbrachte 17871 Fremde gegenüber 19 924 Fremden im ersten Quartal 193L Also ein Rückgang von 10,3 Proz. Im März 1932 hatten wir 6 422 Fremde gegenüber 6718 Fremden im März 1931, also nur noch 4,4 Proz. Rückgang. Im März 1932 stiegen 4218 Fremde in den Hotels, 326 Fremde in den Gasthäusern, 991 Fremde in den Herbergen und 887 Fremde in den Hospizen ab. Die Ziffern für März 1931 beliefen sich auf 5055 in den Hotels, 180 in den Gasthäusern, 713 in den Herbergen und 770 in den Hospizen. Hieraus ergibt sich, daß die

A-wanderung der Fremde« aus den Hotels ht die billigeren Beherbungsbetriebe

nach wie vor anhält. Die Kasseler Hotels zählten 1930 insgesamt 174 681 Uebernachtungen; 1931 134 370 Uebernachtungen, also 23 Prozent Uebernachtungs-- verlust bei nur lo Prozent Verkehrsverlust hinsicht­lich der Zahl der gemeldeten Fremden. Nimmt man an, daß der Hotelfremde bei einem Tagesaufenthalt mit einer Uebernachtung in Kassel nur 15 Mark aus­gibt, so beläuft sich 1931 bei 40 311 Uebernachtungen weniger als 1930 der

Umsatzverlust auf rd. 600000 Mk.

Der Gesamtumsatz in den Kasseler Hotels belief sich auf Grund der statistische» Rechnungseinheiten 1980

auf rd. 2,7 Millionen Mark gegenüber rd. 2,1 Mil­lionen Mark Hotelumsatz im Jahre 1931. Wenn man berücksichtigt, daß etwa 8590 Prozent des von den Ortsfremden in den Kasseler Hotels umgesetzten Ka­pitals durch die Hotels für Einkauf der Lebensmittel und sonstigen Bedarfsgegenstände, für Steuern, öffentliche Abgaben aller Art in die Kasseler Gesamt­wirtschaft fließt, so wird hieraus klar, welche außer­ordentliche Bedeutung die Fremdenverkehrsförderunq als Wirtschaftsfaktor im Kasseler Gesamtwirtschafts­körper hat.

1400 Mk. Lohngelöer geraubt

lleberfall ia Haun. Münden.

Am Freitag morgen wurden non der Frrma Weserschleifmittel - Werk Gebe. Schröder der Lehrling Hans Surup und eine weibliche Angestellte nach der Bank geschickt, nm Lohngelder adhebeu. Ans dem Rückwege wurde» sie in der Beckerhagener Straße am sogenann­tenSRoten Berg" von zwei «nbekannten Männern überfallen und dem Lehrling der gesamte Betrag von 1400 RM. entrissen. Die Täter find unerkannt entkommen, die Polizei stellt zur Zeit noch Ermittlun­gen an.

Ein halber Zentner Dynamit gestohlen

Was wird damit aagerichtet?

Zn der Zeit von Montag bis Donners­tag wurden, wie die Gießener Kriminalpolizei mitteilt, aus dem bei Homberg (Oberhessen) im Walde gelegenen Steinbruch der Firma Schetdhauer und Giessing in Mainzlar bei Gieße» 25 Kilogramm Ammonit und 200 Sprengkapseln gestohlen. Die Tat wurde erst jetzt entdeckt. Di« polizeiliche« Gmrittlm»- gen sind im Gange.

Gottesdienst am Oraugerieschloß. Sonntag, den 1. Mai findet der erste Orangeriegottesdienst in die­sem Jahre, morgens 7 Uhr, vor dem Orangerieschloß statt. Der BläserchorLuther" wirkt mit

Durch den Abzug des Tiefs nach Frankreich hin ge­langen wir vorerst mehr in den Bereich kontinentaler Lust, so daß im wesentlichen ttockenes und mehr auf­heiterndes Wetter herrscht Ob dies jedoch von län- gerer Dauer ist, läßt sich noch nicht übersehe«.

Aussichten für Sonntag:

Teils neblig-wolkig, teils stärker aufheiternd, tm ganze» ttocken, tagsüber warm.

Aussichten für Montag«

Vorerst «och wenig Aenderung wahrscheinliche

Die preußischen Polizeibeamten tagen

s. Der Verband Preußischer Polizeibeamten, der gegenwärtig in Kassel tagt, ist eine verhältnismäßig junge Bewegung, die mit anderen ausländischen Ver­bänden eine internationale Föderation bildet, welche eine wirtschaftliche Interessenvertretung der Polizei­beamten erstrebt und darüber hinaus sich die Pflege der internationalen Solidarität zur Aufgabe machen will.

Als Auftakt zu dieser Tagung sand Donnerstag­abend im Ständchaus eine Versammlung statt, die von Polizei-Hauptwachtmeister Gaumig eröffnet wurde, welcher in Worten der Begrüßung den Ver­tretern der Staatsregierung und Polizeibehörden so­wie den Vertretern der ausländischen Staaten beson­deren Willkommensgruß widmete und die Bedeutung des Verbandes darlegte.

Regierungspräsident Dr. Friedens bürg als Vertreter der Preußischen Staatsregierung, wünschte der Tagung guten Erfolg. Er betonte, daß die Ziele des Verbandes von alle» Deutsche» begrüßt werden könnten in einer Zeit, da die Grenze» der europäi­sche» Staate» zu hohe» Mauer» geworden seien, hin­ter denen die Völker kaum in der Lage seien, sich zu erkennen, was auch auf das gegenseitige Vertrauen einen ungünstigen Einfluß nehme. Bedauerlich bleibe diese Fortsetzung des Krieges aus wirtschaftlichem Gebiet. In dem Ziel der Föderation erblicke er einen Ansatz zur Arbeit im edeleu Sinne. Es sei in polizei- politischer Hinsicht als vorteilhaft zu bezeichnen, daß man einen Blick über die errichteten Mauern werfen könne und auf diese Weise werwolle Erfahrungen und Kenntnisse austausche, im besonderen hinsichtlich der 'Sparsamkeit im ausländischen Polizeiwesen. Die Welt sei zwar vom antipolizeilichen Geist erfaßt, was in Unruhe und Unrast zum Ausdruck komme, aber auch in einer Unordnung. Das sei vielleicht geeignet, Neues hervorzubringen, vielleicht aber auch im­stande Schönes zu zerstören. Durch das Hineintragen von Stetigkeit und Zuverlässigkeit könne man das Gefühl der seelischen Festigkeit stärker werden lassen. Die Polizei habe die Aufgabe, dafür zu sorge», daß dieser Geist der Unordnung dazu führe, Besseres auf» zübauen. In diesem Sinne wünsche die Staatsregie- ruttg der Tagung gutes Gelingen.

Dr. Hohenstein würdigte die Bedeutung der Tagung im Sinne der internationalen Verständigung, aber auch hinsichtlich der Zusammenarbeit im Kampfe gegen das Verbrechertum. Die Vertretung wirtschaft­

licher Interessen der Polizeibeamten sei ebenso not­wendig wie die Aufgabe, den Einzelne» tüchtiger und fähiger in der Ausübung seines Berufes zu 'machen. Er schloß mit dem Hinweis auf das Goethejahr und wünschte, daß Goethes Bedeutung für Europa wie ein Licht über der Tagung leuchten möge.

Raehms - Straßburg sprach als Vertreter Frank­reichs und der anderen Staaten des Auslandes und wandte sich besonders gegen die wirtschaftliche Ver­schlechterung der Polizeibeamten, hervorgerufen durch Gehaltskürzungen in fast allen Ländern.

Kriminalpolizeirat Klingelhöller-Berlin, der Vorsitzende des Verbandes, ging in seinem Referat aus von den Gründen, die zur Schaffung des Ver­bandes geführt haben und bezeichnete es als Notwen­digkeit, daß durch Hinzutreten neuer Staaten, die noch lose Koalition immer mehr gefestigt werde. Der Wille zur Verständigung sei vorhanden. Dieser Wille der Verständigung muffe zur Verständigung der Völker führen.

Der Redner glaubt, daß durch diese Verständigung die politische Lage Deutschlands wesentlich verbessert werden könne. Auch innenpolitisch könne es die Er­folge zeitigen, daß das Staatsgefüge eine Festigung erfahre, da es gegenwärtig durch Mißtrauen und Un­ruhe als nicht sehr gefestigt erscheine.

Das seien Gründe, welche die Beamtenschaft ver­anlassen müßte, einzutreten für Stärkung des Staa­tes, damit dieser seinen Aufgaben nach allen Richtun­gen gerecht werden könne.

An den heutigen Krisenverhältnissen des Staates trage vielleicht das Volk selbst ein Teil Schuld und er hoffe, daß die mobilisierten Kräfte, als die man das unruhige Volk bezeichnet habe, wieder eingeschaltet werden könnten in die Interessen des Staates. Der Deutsche habe sich von jeher für seinen Staat einge­setzt.

Auf die Reichspräsidentenwahl eingehend, setzte sich der Redner noch mit dem Deutschen Beamtenbund auseinander und wandte sich gegen die Bestrebungen, den Polizeibeamten von der politischen Tätigkeit aus­zuschalten, dessen Mitarbeit im Staate auch in dieser Hinsicht notwendig sei. Vor allem aber müßten Treue und Ehrlichkeit Leitstern jedes Polizeibeamten sein.

Die Ausführungen wurden mit reichem Beifall be­lohnt. Die Veranstaltung, von musikalischen Darbie­tungen der Schupo-Kapelle umrahmt, ging bald in einen gemütlichen Teil über.

Kassel muß werben

Jahreshauptversammlung des Verkehrsvereins

Linkere Heimat

rgr. Kassel muß werbe» das war die Einsicht, zu der sich die Jahreshauptversammlung des Ver- kchrsvereins eindeutig bekannte. Leider war die Ver­sammlung Verhältnis mäßig spärlich besucht. Deshalb wäre dringend zu wünschen und das kam ebenfalls in der Versammlung zum Ausdruck, daß die Mitglieder nicht nur selbst ihre Sache emsig betreiben, sondern auch durch Verbindung unter allen aus dem Frem­denverkehr direkt ober indirekt Nutzen ziehenden Kreisen die Reihen verstärken.

Stadtrat Dr. Rohrbach gedachte zunächst dank­bar des verstorbenen Vorsitzenden Heß, de» die Ver­sammlung ehrte. Dann führte Herr Schäfers Ge­schäftsbericht gleich mitten ins Thema.

Der allmähliche Anstieg in Kassels Uebernachtnngs- zisfer 112500 zu klettern, hat seitdem einer rückläufigen Male 100000 überschritt, um in 1928 bis zur Höchst- zisfer 112500 zu klettern, hat seidem einer rückläufigen Tendenz Platz gemacht.

Im Jahre 1931 ist die Uebcrnachtungsziffer zum ersten Male wieder unter 100 000 de» Stand von 1925 gesunken.

Die Zahl der im Berichtsjahr in den gewerblichen Kasseler Uebernachtungsbetrieben abgestiegenen Frem­den belief sich auf zusammen 93051. Besser als die Uebernachtungsziffern in den Hotels haben sich die Uebernachtungszahlen der Jugendherbergen gehalten, die seit 1929 rund 16000 im Jahr betragen.

Wir hatten 39 Kongresse, 4 Studienreisen, 5 Son- derzüge, 8 Ausstellungen, insgesamt

56 Veranstaltungen, was der Zahl des Vorjahres entspricht.

Zum ersten Mal konnte auch das Schloß Wilhelms- Höhe in neuartiger Form für die Fremdenwerbung ausgenützt werden und zwar durch 2 Schlotzkonzerte. Wenn auch bei diesen Konzerten zunächst überwiegend Kasselaner die repräsentativen Räume des Schlosses füllten, so ist doch zu hoffen, daß die Konzene gut zahlende Gäste von außerhalb nach Kassel ziehen wer­den. wenn man sie Dauereinrichtung werden läßt uno draußen bekannt macht.

In der vorige» Mitgliederversammlung ist als notwendig bezeichnet worden, daß die Werbung für Kassel in Fühlung mit dem Stadwerkehrsamt und dem Verkehrsverband für Hessen und Waldeck be­trieben werden sollte. Ter Verkehrsverein hat diesen beiden Stellen dann auch sogleich Werbepläne vor­gelegt, die darauf hinausliefen, im benachbarten West­falen auf Kassel aufmerksam zu machen. Wie sehr noch draußen Reklame und Aufklärung nötig ist, um Kas­sel und Wilhelmshöhe bekannt zu machen, soll ein kleines Beispiel illustrieren. Als das Herkulesmodell im Zentrum Düsseldorfs in einem leerstehenden Laden gezeigt und von dem Hersteller erklärt werden sollte, ergab sich, daß der weitaus größte Teil der Schau­lustigen von unserem großen Christoph und der Wil­helmshöhe keine Ahnung hatte, nicht wenige waren der Annahme, daß sich in dem Ausstellungsraum ein

Muskelmensch. Ringkämpfer ober Kettensprenger probuzieren sollte. Diese Erfahrungen sollte» zur Mahnung dienen, daß unablässig für Kassel und Wil­helmshöhe geworben werden muß. Der Verkehrsver- cin hat vor Jahren ausgezeichnete Lichtbilder von Kassel und Umgebung erworben. Von diesen Bildern sind 5 Serien zu je 50 Diapositive» angefertigt und mit einem Vortragstext an die westfalische» Licht­bildstellen versandt, mit der Auflage Bilder j» den Schulen und Jugendvereinen vorzufuhren. Die Wer­bung hatte Erfolg.

Ein starker Anreiz gerade jur Jugendliche zum Besuch unserer Heimat ist durch die 17 Durchgangs­

wanderstrecken geschaffen worden, die der Verkehrs­oerband für Hessen und Waldeck im vorigen Jahr eingerichtet und einprägsam ausgezeichnet hat. Die Hessenlandfahrten haben leider im verflossenen Jahr nachgelassen. Es sind nur 46 Fahrten gegen 55 im Vorjahr zustande gekommen. Dle Wirtschaftsnot trat hier deutlich in Erscheinung. Der Verwaltungsrat hat sich unter anderem auch in 2 Sitzung mit einem bereits früher einmal aufgetauchten Projett erneut befaßt, nämlich der Errichtung eines

Thermal-Solbades in Wilhelmshöhe.

Nach reiflicher Prüfung ist er jedoch zu dem Ergebnis gekommen, daß die Zeiten für ein solches Projekt außerordentlich ungünstig sind. Die Pläne für ein Heilbad Wilhelmshöhe müssen zurückgestellt, sie dür­fen aber nicht fallen gelassen werden. Wenn es auch vorläufig nicht zu einem Heilbad Wilhelmshöhe kommt, so steht doch die Einrichtung eines

Schwimmbades an der Prinzenquelle

in naher Aussicht.

Daß der Ausländerbesuch in Kassel gestiegen ist,

sollte uns ein Fingerzeig dafür fein, daß es in Kas­sel genug Sehenswürdigkeiten gibt, die erst recht auch den Deutschen zum Besuch veranlassen müssen. Noch mehr als bisher müssen wir uns bemühen, Kassel als Reiseziel bekannt zu machen und uns den Anteil an dem wirtschaftlichen Nutzen des Fremdenverkehrs zu sichern.

In den Verwaltungsrat wiedergewählt wurden dann Hotelier Stecker, Beigeordneter Henkel, Verkehrsdirektor Dr. Rehorn. Ergänzend wurden gewählt Dr. Bettenhausen, Schriftsteller W. Ide, Dr. Heß und. der Leiter des Kasseler Hapag- büros Hausknecht. Zum

Arbeitsprogramm für 1932

sprach Stadtrat Dr. Rohrbach. Die Not erlaube kein großes Programm, doch wenn man bedenke, wie- viele Deutsche noch ins Ausland reisen, sei doch Wer­bung nötig. Man müsse sich aber auch der Wirtschafts­lage und den Forderungen der Fremden anpaffen. Und Verkehrsverband, Stadtverkehrsamt und Ver­kehrsverein müssen in enger Zusammenarbeit sich in die Aufgaben teilen. Dem Verkehrsverein komme vor allem die Werbung für Kassel zu. Wichtig sei es, die nötigen Mittel von der Stadt zu bekommen. Dank dem Entgegenkommen der Stadt werde der Verkehrs- verein auch in diesem Jahr auf Unterstützung rechnen können.

Im neuen Plakatwettbewerb sei der Verkehrsver- cin leider nicht gefragt worden, sonst habe man den Gesichtspunkt der Anschaulichkeit bei der Entscheidung in den Vordergrund gedrückt. Der Einrichtung von Sonderzügen nach Kassel wolle man besonderes Augenmerk widmen. In Verbindung mit dem Ver­kehrsverband wolle man die Arbeiten des klimato­logischen Ausschusses dieses Verbands für die Wer­bung auswerten. I» Wilhelmshöhe werden schon klimatologische Beobachtungen angestellt. Zu den wichtigsten Aufgaben gehöre die Förderung des Wil- helmshöher Freibades, das einen wertvollen Werbe­faktor abgebe, abgesehen von dem direkten Nutzen. In den nächsten Wochen werde die Auskunftsstelle mit der Bahnauskunft im Bahnhof zusammengelegt und gefällig untergebracht. Eine

Schließung des Staatstheaters zn verhindern halte der Verkehrsverein aus wirtschaftlichen und kulturellen Gründen für feine Pflicht, zumal einige

Aus dem Landkreis Kassel

Hoof. Neuer Sportplatz. Im Rahmen des frei­willigen Arbeitsdienstes ist mit der Errichtung eines neuen Sportplatzes begonnen worden. Der Platz liegt an der Bauna, vor dem Bahndamm der Kleinbahn KasselNaumburg. Jetzt wäre noch zu fordern, daß auf biefent Wege auch die Mißstände innerhalb und außerhalb der Schule beseitigt werden.

Aus dem Kreise Wolfhagen

Wolfhagen. Straßensperrung. Der Landweg Zie­renbergEhrsten wird vom 2. Mai, 22 Uhr, bis 3. Mai 10 Uhr vormittags, wegen einer Uebung der Truppenteile des Standortes Kassel auf dem Töru- bcrggelänbe für Fahrzeuge aller Art gesperrt. In die Straße werden während dieser Zeit Sperren einge­baut. Umleitung über Weimar und Dörnberg.

Auf zum Dörnberg!

5. Segelflugtag auf dem Dörnberg an Himmelfahrt.

Am Himmelfahrtstag, den 5. Mai, um 3 Uhr nach­mittags, veranstaltet der Niederhessische Verein für Luftfahrt in Kassel wiederum einen der nun schon seit fünf Jahren zur ständigen Einrichtung gewordenen und sich stets wachsender Beliebtheit erfreuenden gro­ßen Segelflugtage auf dem Segelfluggelände am Dörnberg bei Zierenberg.

Den Besuchern dieser Veranstaltung wird sich im Fliegerlager ein besonderes Bild bieten von den Fortschritten, die in der Segelfliegerei seit dem Vor­jahre gemacht wurden. Davon geben Zeugnis zunächst die im Laufe des vergangenen Winters entstandenen Neubauten, das Fliegerheim der Deutschen Bur­schenschafter, der Anbau des Kasseler Vereins und der schmucke Neubau der staatlichen Pölizeisegel- f lug febu le.

Dementsprechend bietet auch der Flugzeug­park auf dem Dörnberg jetzt ein besonders reichhal­tiges und buntes Bild, Flugzeuge aller Typen sind vertreten, von denen nicht weniger als 12 an dem großen Segelflugtag starten werden. Die neuen Schulmaschinen des Vereins, TypESG-Grunau", die Uebungsflugzeuge ,Zierenberg" und die neue RSG-Grunau" werden von den Iungfliegern vorge­führt, während die alten und jüngeren C-Piloten, Max Kegel, Benno Hurttig, Karl Mager- suppe, Hans Witting, Paul Horlbog, Hel­mut Ihne und von den Burschenschaftern Otto L ü n t n g und Heinz Süßman » die Uebungs- und Leistungsflugzeuge zu längeren oder kürzeren Segel- Ben starten werden. Hierbei wird man das neue ungsflugzeug der Rhön-Rossttten-Gesrllschast den Falken" und die Flugzeuge aus Meister Fieselers FlugzeugbauKassel 20" undKassel 25" bewundern können neben den altbewährten Rekordmaschinen des Niederhesstschen Vereins, derMax Kegel", der Elida" und dem Doppelsitzer .Herkules".

So wird der Flugtag in diesem Jahre ein beson­ders reichhaltiges Programm bieten, das wiederum durch eine Großlautsprecheranlage angesagt und er­läutert wird. In den Pausen findet Konzertiiber- ttagung statt.

Das Fliegerlager ist von den Bahnstationen Zie­renberg und Fürstenwald zu erreichen. Die Reichs­bahn legt ab Kassel Hbf. um 13 Uhr 08 einen Son­derzug ein, außerdem findet von 12 Uhr 30 ab ein Sonderomnibusverkehr zum Fliegerlager vom Friedrich-Wilhelmsplatz aus statt.

Aus dem Kreis Witzenhausen

Hess. Lichtenau. Motorradunfall. Der Sohn des Fabrikbesitzers H. aus Steinbach-Hallenberg raste in voller Fahrt mit feiner 500 ccm Rudge-Whitworth- Mafchine gegen eine geschloffene Schranke. Während der auf dem Soziussitz mitfahrende Vater mit dem Schrecken davon kam, erlitt der Sohn Verletzungen. Die beiden waren auf dem Wege nach Kassel zu einer Gerichtsverhandlung. Es ist als Glück z» be­trachten, daß der fällige Zug mehrere Minuten Ver­spätung hatte, sonst hätte das Unglück »och viel schlim­mer werde» können, da Fahrer und Maschine dirett auf den Schienen lagen. Nach Angaben des Fahrers ist das Unglück dadurch hervorgerufen worden, daß der Fuß vom Bremshebel abgeschnappt ist.

Bad Sooden-Allendorf. Kurkonzerte beginn««. Am Sonntag werden die Konzerte der Kurkapelle be« Sinnen. Der Rundgang um Allendorf ist durch Auf- hüttung von Vasaltsplitt i« gute»- Zustand versetzt worden.

Großalmerode. Der Haushaltsplan schließt ab in Einnahme mit 362 061 Mark und in Ausgabe mit 461130 Mark. Dieser Fehlbetrag ist auf das sehr starke Anwachsen der Wohlfahrtslasten und auf den erheblichen Rückgang der Reichssteuerüberweisungen sowie der Gewerbesteuern zurückzuführen. Im Wohl- sahrtsetat ist ein Loch von 60 867 RM. Die Steuer­einnahmen sind für 1932 mit 86 078 RM. angesetzt worden, wahrend sie 1930 132 738 Mark betragen haben. Die Kreissteuern find int letzten Jahre von 50 Prozent auf 70 Prozent erhöht worden und brin­ge» ebenfalls eine wesentliche Belastung der Stadt mit fich. Es erfordern Zuschüsse: Allgemeine Ver­waltung 23 057 Mark, Polizeiverwaltuna 3095 Mark, Bauverwaltung 6541 Mark, Volksbildung 28 719 Mark. Es mußten manche notwendigen Arbeiten zu­rückgestellt werden. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Gemeinden von den immer unerträglicher werden- den Fürsorgelasten befreit würden.

Witzenhausen. Wegefperrung. Die Landstraße Eschwege-Witzenhausen zwischen Bad Sooden-Ällen- dorf und Oberrieden wird am 3. 5. von 5 bis 18 Uhr gesperrt. Umleitung erfolgt über Wahlhausen und Lindewerra. «nbauflächenerhebung. Auch in die­sem Jahre findet in Preußen eine Anbauslächenerhe- bung statt. Die Erhebungsboge» sind bis zum 16. Mai an das Landratsamt einzusenden.

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