Nummer gg*
Donnerstag, 28. April 4932
Kasseler Abendzeitung
boberer Gewalt besteht fein Anspruch ans Stefernnfl der ZeUnna oder ans
^?8Ä^ I,^derlaa^ SLr!s!lei:una uni Druckerei: Kölnische Strane 10 — Telephon: eammtinnmnt« 6800 Juristisch« Sprechstunden D-enslaas und Sreitand 17—IS Uhr «ölmsche Strafet 10. L
22. Jahrgang
KSSSSS9
Hessische Abendzeitung
WxwietttprtHc: eetoaPfc m» SeanUien^hteeteeii Me 80 mm-Seile 11 Psennt«. Kleine Hmeioe* enl Kassel da« Wort 7 A, AnSwärtiae Klein« Antigen die 80 nun breite Seile 11 A. Anzeigen tm Reklameteil die 78 nun breite Zeile 45 A. Ollerlgebübr 25 A (bei SutteHung 85 AK — Für daS Erscheinen Bon Snjeiflen in bestimmten Ausgaben, an besonderen Plätzen und für telephonisch erteilte Aufträge keine Gewähr. Rech» nnngSbeträge innerhalb mm 6 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kastel. — Postscheckkonto Frankfurt a. M. 638a
Slnzelprek-10 Pfennig
Kasseler Neueste Nachrichten
Reichsregierung und Wehrverbände
Neuer Erlaß -er Reichsregierung Anfang nächster Woche / Brünings Mehrheit im Reichstag gesichert? / Bisher 15000 Kleinsiedlerstetten
Gleiche Rechtsgrundlage für alle
Bon unserer Berliner Schriftleitung.
th. Berlin 28. April.
Dem Zusammentritt des Reichstages am 9. Btai sieht mau in Berliner Regierungskreisen sehr zuversichtlich entgegen. Man erwartet, daß diese kurze Tagung am 12. oder 13. Mai wieder beendet sein wird und keine politischen Zwischenfälle von Bc- deutung mit sich bringt.
Es handelt sich bekanntlich um eine große politische Debatte, die zugleich als erste Lesung des neuen Etats anzusprechcn ist; außerdem werden einige Mißtrauensanträge sowie ein Antrag aus Auflösung des Reichstages vorliegen. Obwohl die politische Einstellung der Sozialdemokraten durch den Ausgang der Preußenwahlen in nächster Zeit sehr starken Veränderungen unterworfen sein wird,
hält man es im Augenblick noch für sicher, daß in der bevorstehenden Reichstagsscsston die parlamentarische Mehrheit, die der Reichskanzler Brüning auf seiner Seite hat, bestehen bleibe« wird, daß also die SPD ebenso wie die verschiedenen Gruppen der bürgerlichen Mitte mit der bisherigen Mehrheit jeden Mißtrauens- und Auf- iosungsantrag ablehnen werden.
Man rechnet damit besonders im Hinblick aus die schwebenden außenpolitischen Verhandlungen. Ferner spricht dabei der Umstand mit, daß zwischen dem preußischen Zentrum und den Nationalsozialisten bis zu diesem Zeitpunkt zweifellos noch keine festen Abmachungen über die Neubildung der preußischen Regierung getroffen sein werden ,sodaß die SPD sich noch nicht zwingend veranlaßt sieht, eine Oppositionsstellung zu beziehen.
Schließlich wird in diesem Zusammenhänge auch die Tatsache ebenso ins Gewicht fallen, daß bis zum Zusanimenttitt des Reichstags die Frage der parteipolitisch organisierten Wehrverbände zweifellos ihre endgültige Erledigung gefunden haben wird. Diese Klärung ist notwendig, weil bisher ganz verschiedene Grundlinien für die Behandlung dieser Verbände vorliegen. Der Rote Frontkämpferbund ist s. Zt. auf Grund des Republikschutzgesetzes verboten worden, die SA.-Formationen wurden durch Notverordnung aufgelöst, das Reichsbanner hat sich einem freiwilligen Abbau unterzogen, und der Stahlhelm ist bisher unberührt geblieben. Diese Verschiedenheit der Rechtsgrundlage soll beseitigt werden und das wird wahrscheinlich in der Weise geschehen,
daß das Kabinett Anfang der nächsten Woche (fei es durch eine Notverordnung, oder auch nur durch Ausführungsbestimmungen zu den bestehenden Notvcrordungen) die Verfügung treffen wird, daß bei politische« Parteien keine militärisch aufgezogenen Sonderorganisationen bestehen dürfen, und daß eventuell noch auftauchende Organisationen dieser Art sofort unter die Aufsicht des Reiches gestellt werden müssen.
Soweit die positive Seite dieser Sache, nämlich die vom Minister Groener angeregte Ueberfüh-
rung der Wehrverbände in Sportvereinigungen in Betracht komntt, wird die Regierung nicht den Verordnungsweg beschreiten, sondern eine reguläre Vorlage den gesetzgebenden Körperschaften zuleiten.
Die preußische Frage
th. Berlin, 28. April.
Die Besprechungen über die Neubildung der preußischen Regierung sind noch nicht weiter vorgeschritten. Erst im Laufe des heutigen Tages werden die Führer des Zentrums und der Nationalsozialisten. K a a s und Hitler, in Berlin eintreffen. Sowohl von Zentrumsseite wie von nationalsozialistischer Seite wird vorläufig in aller Form dementiert, daß bereits irgendwelche Verhandlungen stattgefunden hätten. Einige Blätter bleiben trotzdem bei der Behauptung, daß die erste Fühlungnahme in Gestalt einiger unverbindlicher Vorbesprechungen dennoch bereits stattgefunden habe, aber für den weiteren Gang der Verhandlungen würde diese Tatsache ohnehin nicht besonders belangreich sein.
Jedenfalls ist man in Regierungskreisen davon überzeugt, daß diese Verhandlungen ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen werden, oatz dabei über sehr weitgehende gegenseitige Bedingungen gesprochen werden muß, daß aber trotzdem die Aussichten sürdasZustandekommeneinerpreu- ßischen Koalition aus Zentrum und Nationalsozialisten keineswegs von Anfang anals ungünstig angesprochen werden ntüßtcn.
Das Defizit
-er Znvali-enverficherung
Berlin, 28. April.
Im Unterausschuß des Sozialpolitischen Reichstagsausschusses fand am Mittwoch eine Aussprache über die Lage der Invalidenversicherung statt, in der die schwierige Vermögenslage dieses Versicherungszweiges eingehend erörtert wurde. Aus den Mitteilungen der Regierung ergab sich, daß bei der Invalidenversicherung mit einem erheblichen Defizit zn rechnen ist. Der Unterausschuß wird am 6. Mai eine neue Sitzung abhalten, um dann nach Möglich- lichkeit zu Beschlüssen zu kommen, die dem Sozialpolitischen Ausschuß, der in den folgenden Tagen gleichfalls Zusammentritt, unterbreitet werden sollen.
Die Nationalsozialisten wieder in den Reichstags ausschüffen. Die Nationalsozialisten werden ab 9. Mai wieder an den Sitzungen der Reichstagsausschüfse teilnehmen. Wie verlautet, wollen die Nationalsozialisten besonders int Haushaltsausschuß und im Auswärtigen Ausschuß Anträge einbringen, um entsprechend den Forderungen der nationalsozialistischen Wählerschaft die Parteien zu zwingen, sich zu diesen Anträgen zu äußern und letzten Endes dazu beitragen, daß der am 24. April erneut bekundete Wille der Mehrheit des deutschen Volkes erfüllt wird, die politische Konstellation endlich auch im Reiche zu ändern.
Oie vorstä-iische Kleinsiedlung
Der erste Bauabschnitt steht vor dem Abschluß
Berlin, 28. April.
Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Mit den in der Zeit vom 19. bis 25. April 1932 neu bewilligten 195 Stellen sind unmehr im ganzen 15546 Klein- ficDlerstelleu bewilligt worden. In dem genannten Zeitraum sind an Kleingartenstellen 5 226 bewilligt worden. Damit ist die Gesamtzahl der Kleingartenstellen bisher auf rund 49 000 gestiegen.
Aus den vorliegenden Berichten ergibt sich, daß mit den Bauarbeiten fast überall begonnen ist, teilweise sind die Siedlerstellen schon im Rohbau vollendet. Der erste Bauabschnitt der vorstädtischen Kleinsiedlung steht nunmehr vor einem gewissen Abschluß. Die Bewilligung der restlichen rund 2000 Siedlerstellen wird in aller Kürze erfolgen.
Ei« süddeutsches Land bekundet in seinem Bericht, daß wohl noch keine Maßnahme der Reichsregierung einen solchen Anklang, besonders in den Kreisen der arbeitslosen Bevölkerung, gefunden habe, wie die vorstädtische Kleinsiedlung. Aus den Berichten der Stadtverwaltungen ergibt sich deutlich, daß die anfänglichen Hemmungen Überwunden sind und die Stadtverwaltungen tatkräftig und freudig an der Durchführung der Kleinsiedlung Mitarbeiten. UeberciLsiiMmend wird
auch berichtet, daß der Eifer und das Interesse der Kleinsiedler überraschend groß ist.
Aus den für den zweiten Bauabschnitt schon jetzt vorliegenden Beüarfsmeldungen der Städte geht hervor, daß überall ein starkes Interesse an der Fortführung der Kleinsiedlung oesteht.
Reichsbahn för-eri Selbstversorgung
Berlin, 28. April.
Zur Förderung des Gartenbaues unv damit der Selbstversorgung der Reichsbahnbeamten und sonstigen Arbeitnehmer der Reichsbahn hat, wie die Reichstagskorrespondenz der Bayrischen Volkspartei mitteilt, die Hauptverwaltung der Reichsbahn eine Verfügung herausgegeben, die eine intensive Ausnutzung des der Reichsbahn zugehörigen Landbesitzes soweit dieser sich zum Gartenbau eignet, vorsieht Die einzelnen Reichsbahndirekwreit sind angewiesen worden, alle in Frage kommenden Grundstücke unverzüglich de« Eisenbahnvereinen usw. zur Aufteilung an die einzelnen Beamten anzubieten.
Solch« Reichsbahnarbeitnehmer und Rentenempfänger, die durch Einlegung von Feierschichten, Weg Ml oder Kürzung non Renten in eine besonders
schwierige Lage geraten sind, sollen bei der Zuteilung dieser Gartenfläche« besonders bevorzugt werden. Unter Umständen ist chne« das in Frage kommende Gartenland fiir das erste Jahr der Bestellung ohne Pachtzins zu überlassen.
Oesterreich vor -er Moratoriums-Erklärung?
. , London, 28. April.
Der .Daily Expreß" will aus maßgebenden Berliner Bankkreisen erfahren habe«, daß Oesterreich ein vollständiges Moratorium zu etiläten beabsichtige. Das Blatt schreibt dazu, daß eine derartige Erklärung die Eity nicht allzusehr überraschen würde, da man die wachsenden Schwierigkeiten hinsichtlich der österreichischen Finanzen schon seit längerem erkannt habe.
Eine Wiener Bestätigung dieser Londoner Meldung liegt noch nicht vor.
Oie ruffisch-türkische Freun-fchast
Feierlicher Empfang Ismet Paschas in Moskau.
Moskau, 28. April.
Am Donnerstag vormittag, um 10,45 Uhr Moskauer Zeit traf der Sonderzug mit dem türkischen Ministerpräsidenten I s m e t P a s ch a, der sich in Begleitung von einigen türkische« Herren befand, hier ein. Zu seinem Empfang batten sich auf dem Babnbof der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, Molotow, der stellvertretende Außenkommissar Krestinski, dessen Gehilfe Ka- rachan. der Oberbefehlshaber des Moskauer Militärbezirks, sowie eine Anzahl weiterer Mitglieder der
Sowjetregierung eingesunden. Außerdem hatten sich viele Mitglieder der türkischen Kolonie versammelt. Kar ach an begrüßte im Auftrage der Sowjetregierung Ismet Pascha. Darauf begaben sich die Angekommenen in die türkische Botschaft.
Moskau zeigt aus Anlaß des Besuches Ismet Paschas reichen Flaggenschmuck in den türkischen und russischen Farben. Zu Ehren der türkischen Gäste findet am Nachmittag in Moskau ein Empfang statt, bei dem Molotow ht einer Rede die große politische Freundschaft, die zwischen Moskau und Angora bestehe, freier« wird.
•
OerWunfch als Vater -es Ge-ankens?
Warschau, 28. April.
Wie die polnische Presse aus Danzig erfahren haben will, soll sich der Völkerbundskommissar Graf Gravina mit dem Gedanken tragen, bereits im September während der Tagung des Völkerbunds- rates sein Amt zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise wolle Graf Gravina, so meint der regierungsfreundliche „Expreß Porannh", die Stellung Danzigs dem Völkerbunde gegenüber erleichtern. Nach seinem Verzicht werde Gravina jedoch seine Amtstätigkeit noch bis zum Dezember ausüben. Alle seien sich darüber klar, daß nach den letzten Vorfällen eine Zusammenarbeit zwischen Gravina und Polen beinahe unmöglich sei. Polen könne unmöglich den Grasen Gravina in all den verwickelten Danzig-polnischen Fragen als unparteiische Persönlichkeit betrach ten. (Man wird abwarte« müssen, ob diese polnische Meldung bestätigt wird. Zunächst scheint es so, als ob der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen sei D. Red.). w
Meilensteine am Weg
Ein politischer Terminkalender für den Krühsommer
Der Fkübsommer 1932 wird keineswegs im Zeichen einer allgemeinen politischen Beruhigung stehen, wie unverbesserliche Optimisten noch vor kurzem glaubten. Innenpolitisch wie außenpolitisch dars man bedeutsame Ereignisse erwarten. Ob sie Deutschland aus der Zwangslage hinausmanövrieren, in der sich das Reich seit beinahe zwei Jahren besindet, bleibt abzulvarten.
Zunächst erheischt noch die Außeirpolitik angespannte Aufmerksamkeit. Die Zeit vor den Länderwahlen hatte Reichskanzler Brüning dazu beirutzt, um sich am Gestade des Genfer Sees sehr ausgiebig mit den Staatsmännern des Auslandes zu unterhalten. Von diesen vertraulichen Besprechungen, die zweifellos de«: Gesamtkomplex der außenpolitischen Streitfragen galten, ist wenig in die Oef- fentlichkeit gedrungen. Amerikas Außenminister Stimson beschränkte sich darauf, den europäischen Staatsmännern zu einer Bereinigung ihrer höchst unklaren Beziehungen zuzureden. Daß die deutschfranzösischen Gegensätze in der Abrüstungsfrage, beim Doirauproblern und in der Reparationsangelegenbeit hauptsächlich zur Debatte standen, weiß man zur Genüge. Auf diesem Hintergrund sollte sich am 29. April des Schauspiel einer Fünfmächtekonferenz abspielen. Tardieus Absage hat jedoch diesen außenpolitischen Termin über den Hansen geworsen; aus Berliner, Londoner und Genfer Meldungen ist deutlich die Enttäuschung herauszulesen, die diese Unterbrechung der vorbereitenden Verhandlungen bei den nichtfraitzöstschen Teilnehmern hinterlassen hat.
So tritt für Deutschland zunächst wieder die Innenpolitik in den Vordergrund. Roch vor Pfingsten — am 9. Mai — tritt der Reichstag zu einer viertägigen Sitzungsperiode zusammen. Der Reichsbaus- haltsplan für 1932/33 liegt dann dem Hause schon vor. Es wird zu einer großen politischen Debatte kommen, bei der die neu zutage getretenen politischen Gegensätze abermals zum Austrag kommen müssen. Das Schicksal der Regierung Brüning scheint im Augenblick durch die vorliegenden Mißtrauensanträge nicht bedroht zu sein. Im übrigen werden die Schatten der schicksalhaften Besprechungen ht Genf auch über diese Generalaussprache im Reichstag fallen.
Pfingsten, das ^liebliche Fest", soll — so wünschen wir es alle — vom Zauber eines nicht vom grünen Tische aus dekretierten Burgfrieden etwas abgekom- men. Aber bald nach dem Psingstsest dürften die innenpolitschen Gegensätze wieder schroffer als zuvor in die Erscheinung treten. Die Koalitionsverhandlungen, die nach den Länderwahlen am 24. April hier und da angesponnen mutbeit, werden nach Pfingsten zum Abschluß gelangen. Für
legt das Schicksal Preußens vorher in die Hände der Volksvertreter zurück. Es wäre zu wünschen, daß die Koalitionsbesprechungen zu einem eindeutigen Ergebnis führen, sodaß sich eine parlamentarische Ausrollung der Preußenfrage erübrigt.
Wahlen stehen uns für den Frühsommer nicht bevor, von einer Ausnahme abgesehen: Oldenburg. Nachdem der Volksentscheid für Landtagsauslösung dort vor wenigen Wochen durchgegangen war, hat am 29. Mai die Bevölkerung des Freistaats Oldenburg darüber zu entscheiden, wem die Regierungsverantwortung anvertraut werden soll. Heute steht man auch in der kleinsten Wahl eines versteckten Landes eine Art politisches Stimmungsbarometer. Es kann deshalb nicht ausbleiben, daß Oldenburgs Entscheidung innenpolitisch stärker ins Gewicht fällt, als man es von einem Heinen Freistaat eigentlich erwarten dürste.
Die folgenden Wochen aber stehen eindeutig int Schatten der fälligen großen außenpolitischen Entscheidungen. Am 16. Juni soll — wenn nicht noch außergewöhnliche Umstände einen Strich durch die Rechnung machen — die große Konferenz in Lausanne eröffnet werden. Auf der Tagesordnung dieser internationalen Konferenz ftebt nicht nur das Reparationsproblem. Bei den Genfer Unterredungen haben sich die Staatsmänner wobl davon überzeugt, daß alle außenpolittschen Streitfragen — Reparationsfragen, Abrüstungsfrage, Donauproblem — unlöslich miteinander verbunden sind und nicht getrennt voneinander behandelt werden können. Nicht nur die vier oder fünf Großmächte werden alfo nach Lausanne ihre bevollmächigten Delegierten schicken, sondern auch die Staaten zweiten Ranges, die am Donauraum interessiert sind Noch erscheint es sraglich, ob von französischer Seile Tardieu am Konferenztisch sitzen wird. Man muß erst das Ergebnis der französischen Kammer- Wahlen am 1. Mai abwarten. Leicht möglich, daß Tardieus Stuhl am runden Tisch in Lausan'te der nicht weniger geschickte Herriol einnimmt. • > Deutschland hätte man es lieber gesehen, wenn die Lausanner Konferenz vorverlegt worden wäre. Die bittere Tatsache läßt sich doch nun einmal nicht ans der Welt schaffen, daß am 1. Juli das Hooverfeter- jahr abläuft Bis zu diesem Zeitpunkt muß man also auch in Lausanne irgendein Uebereintomaicn gc troffen haben. Die Drohung mit dem Chaos liegt
wie ein schrecklicher Alpdruck über Lausanne.
Die politischen Ereignisse, die für das Sckickial Deutschlands bestimmend sind, häufen sich also :n diesem Frühsommer. Viele Termine stehen in Im Bereich der Außenpolitik sowohl wie in der Imun
den 24. Mai ist der preußische Landtag ein- Politik. Es bedarf der ganzen Kräfteanspa ntung, berufe«. Ministerpräsident Braun wartet den Vor Führer, um draußen in Gens und Lausanne und
tzoß der vcrMrkten Opposition erst nicht ah, säubern ar innen das beste für Deutschland herauszuholen