Aus jede gezogene Rümmer sind zwei gleich Hobe Gewinnt gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in de» beiden , Abteilungen I und H
1. Ziehungstag 22. April 1932
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen
2 Gewinn« in 10000 M. 34439
8 Gewinne,n 3000 M. 30407 107231 394338 -397475
168329
4 Gewinne zn 2000 M. 204218 236059
12 Gewinne zu 1000 M. 64133 145090 226622 271259 329563
30 Gewinne ,u 800 M. 10146 44216 65950 94486 123559 158156 237586 264093 276805 285925 329003 358192 361386 366973 398486
56 Gewinn« zn 500 M. 12255 12528 52399 55749 59046 61251 63738 71232 75541 76389 89193 90414 101917 109212 120477 159160 169057
221160 243516 264335 271737 281093 298228
307022 316645 336214 354694 379112
Ja der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen
2 Seilrinne Zu 10000 M. 399849
4 Gewinne AN 5000 M. 2771 321158
4 Gewinne 3000 M. 83461 114273
4 Gewinne,n 2000 M. 214313 267542
28 Gewinn« jo 1000 M. 15089 28895 32379 80438 81730 218385 222064 244627 265475 281697 284181 295813 335097 379268
38 Gewinne zu 800 SB. 10106 35304 53337 89201 89532 90144 103452 142081 210600 215160 215516 226619 235239 242301 257964 314145 320011 323409 391151
58 Gewinne en 500 SB. 10157 29564 40381 56468 74921 79641 86527 88586 95783 110470 115317 117500 119480 130079 137113 138764 153921
204481 223012 236660 241242 243276 286743
311091 320113 385870 392048 375099 398916
Kasseler Treueste Nachrichten
den zu einem Staate, in dem der wirkliche Staatsgedanke im Vordergründe steht. Mit dem bisherigen Parteibuch-Beamtentum mutz aufgeräumt werden. Unter keinen Umständen darf es auch dahin kommen, dah die bisherigen sozialdemokratischen Parteibuchbeamten nunmehr ersetzt werden durch nationalsozialistische. Nach altpreußischer Tradition sollen die Beamten Diener des Staates sein und nicht Diener der Partei. Das mutz unter allen Umständen wieder erreicht werden. Die Wirtschaftspartei wird keine Regierung unterstützen, die nicht diesen Gedanken wieder zu Ehren bringt.
Es mutz jetzt auch Ernst gemacht werden mit der Reichsreform. Das bisherige Nebeneinander- Regieren von Reich und Preußen wird sich unter den kommenden Mehrheitsoerhältnissen nicht mehr aufrecht erhalten lassen. Sobald «her erkannt wird, datz es so nicht weiter geht, mutz die große Arbeit entschlossen in Angriff genommen werden. Das deutsche Volk wartet schon lange darauf und es darf nicht noch einmal enttäuscht werden. Die neugewählten preußischen Abgeordneten sollen sich in erster Linie als Deutsche fühlen und demgemäß handeln.
Im übrigen gilt es auch, mit starker Hand alle unnötigen Ausgaben abzudrosseln, damit Preutzen seine großen staatlichen und kulturellen Aufgaben erfüllen kann. Auch das ist nach Ansicht der Wirtschaftspartei nur möglich, wenn dabei die Grundlagen des Bürgertums, Freiheit in der Betätigung, Erhaltung der Familie und Religion in Schule, Kirche und Haus, erhalten bleiben.
*
Wir hatten außer den obengenannten Herren auch Vertreter der Zentrumspartei und des Deutschen Landvolkes gebeten, fich zu unserer Umfrage zu äußern. Bis zum Redaktionsschluss sind uns jedoch von diesen beiden Parteien keine Antworten zugegangen.
Seite 3 — 1. Beilage
eines Volkes fühlen. Deshalb mutz auch in Deutschland baldigst der Einheitsstaat kommen.
Die Zustände in den letzten zwei Jahren haben einen erheblichen Einfluß auf die furchtbare Arbeitslosigkeit gehabt. Bei unruhigen Zeiten muß die Unternehmungslust verkümmern, die Menschen, welche noch etwas zu verlieren haben, halten zurück. Wer nichts besitzt, dem ist schließlich alles einerlei, der läuft schließlich jedem Phantasten nach. Soweit der Einfluß Preußens reicht, wird die Fraktion für die endgültige Beseitigung der Reparationen sich einsetzen; der Hinweis, daß wir ja nicht mehr zahlen, genügt nicht, es muß eine schriftliche Bestätigung der Aufhebung der Reparationen erreicht werden. Dasselbe gilt für die uns abgcpretzte Allein- schuld am Kriege.
Die Deutsche Staatspartei wird sich weiter für die größte Sparsamkeit auf allen Gebieten einsetzen. Wir werden uns im deutschen Volke leider so einstellen müssen, wie es die Dinge nach einem solch zerstörenden Kriege mit seinen unheilvollen Auswirkungen bedingen. Das wird noch schwer zu ertragen sein, aber da die Staatspartei eine unbedingte Gegnerin jeder Inflation ist, so wird dieser dornenvolle Weg gegangen werden müssen. Hier muß das gesamte Volk Verständnis haben. Es geht nicht an, daß in einer Zeit, wo Millionen arbeitswilliger Menschen von Unterstützung leben, Riesengehälter gezahlt werden, wenn auch an Steuern von diesen Einkommen manches abgeht. Das Steuersystem bedarf einer gründlichen Erneuerung die produk- tionbelastenden Steuern müssten möglichst niedrig gehalten werden. Es unterliegt freilich gar keinem Zweifel, daß der Steuerdruck noch lange Zeit ein erheblicher sein wird.
Die Staatspartei ist keine Jnteressenten- vertretung, ste will in erster Linie dem Eesamt- volke dienen. Das schließt nicht aus, daß die Frak
tion sich stets, schon durch ihre bisherige Zusammensetzung, mit den einzelnen Berufsschichten befaßt. Auch die neue Landtagssraktion wird sich eingehend mit der Landwirtschaft, insbesondere dem Bauernstände, befassen. Die zum Teil verzweifelte Lage des gewerblichen Mittelstandes wird für die Zukunft unseres Volkes ernster Beratungen bedürfen. Die Beamtenfragen werden ernsterer Erörterungen bedürfen: dabei müßen die Fähigkeiten und nicht das Parteibuch entscheiden. Die schwerwiegendste Frage ist aber die Beseitigung der Arbeitslosigkeit in Angestellten- und Arbeiterkreisen.
So steht, in großen Zügen gedacht, die neue Land- taasfiaktion vor großen entscheidenden Fragen für unser deutsches Volt.
Reichsminister a. D. Dr. Brecht:
Sie Wirtschaftspakte!
Die Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) ist eine Partei des deutschen Bürgertums und muß sich demgemäß einstellen. Für das deutsche Bürgertum geht es in der heutigen Zeit schlechthin um die Existenz, denn der Sozialismus hat zahlenmäßig die* Oberhand gewonnen. Es ist keine Regierung denkbar ohne Mitwirkung einer der beiden großen sozialistischen Parteien, der Nationalsozialisten oder Sozialdemokraten; daneben stehen noch die Kommunisten. Es kommt daher alles darauf an, daß das eigentliche Bürgertum im kommenden Landtage so stark wird, daß es seinen Bestand gegen über den Zugriffen des Sozialismus von rechts und links vrrtei- d i g e n kann. Hier liegt die Hauptaufgabe der Wirtschaftspartei.
Preußen muß vor allem wieder umgestaltet wer-
Die Folge der Finanzpolitik des Reichs und Preußens:
Kassels neues 3 Millionendefizit
Hauptleidtragender: Oer Schuletat / Schluß mit der Erhöhung des Polizeietats! / Oie Erdrosselung der Stadt durch die Wohlfahrtslasten
Als vor zwei oder drei Monaten die deutschen Gemeinden mit der Aufstellung ihrer neuen Haushaltspläne begannen, hatten wir gefordert, daß Reich und Länder endlich einsehen würden welche Gefahr darin liegt, die Sanierung in Reich und Ländern überwiegend auf Kosten der Gemeinden durchznführen und ihnen vor allen Dingen den Hauptanteil an der öffentlichen Wohlsahrtsfürsorge in Gestalt der Wohl- fahrtserwerbslosenfürsorge zu überlassen. Die kommunalen Spitzenorganisationen haben in Denkschrif- ien und Kundgebungen mit allem Nachdruck aus die katastrophale Entwicklung der gemeindlichen Finanzwirtschaft hingewiesen und unbestechliches Material veröffentlicht. Daraus geht hervor, daß allein für die Betreuung der Wohlfahrtserwerbslosen im Jahre 1932 ein Betrag von 1320 Mill. Mark erforderlich ist, Das ist gegenüber dem unerhörten Bedarf des Jahres 1931 eine weitere Steigerung um rund 400 Millionen Mark. Für die Krssenfursorge mit einem Mehr von 500 Millionen Watk haben jetzt die Gemeinden 240 Millionen Mark aufzubringen, zusammen also rund 1560 Millionen Mark.
Damit ist jedoch die Wohlfahrtspflege nicht erschöpft, denn es gibt noch Klein- und Sozialrentner, eine Gesundheitsfürsorge, die angesichts des bedrohlichen Anwachsens der Tuberkulose gegenüber früheren Jahren weitere Aufwendungen erfordert, eine Kinderfürsorge, die unter ähnlichen Zeichen steht. Und aus der Einnahmeseite rechnen die deutschen Gemeinden mit einem Absinken ihrer Betriebsüberschüsse, der eigenen Steuereinnahmen und der Steuerüberwei- süngen um rund 500 Millionen Mark, sodaß die gesamte Etatverschlechterung gegenüber 1931 und 950. Millionen Mark beträgt! Dem stehen allerdings Etat- Verbesserungen gegenüber, aber doch nicht in einem solchen Ausmaß, daß davon eine nennenswerte Erleichterung der Gesamtlage zu erwarten ist. Die kommunalen Spitzenorganisationen rechnen alles in allem mit einem Defizit von rund 750 Millionen Mark, für dessen Deckung innere ober äußere Reserven kaum noch zur Verfügung stehen.
Dies traurige Bild, das durch ein Eingehen auf Einzelheiten noch dunkler gestaltet werden könnte, bestätigt sich auch in dem
Voranschlag der Stadt Kassel für das Rechnungsjahr 4932
Die Verwaltung hat ihren Entwurf bereits seit einigen Wochen fix und fertig liegen. Sie hat einmal die Klärung der Lage auf feiten der Gesetzgebung abgewartet und zum anderen verhindert, daß der Etat in. der Hitze des Wahlkampfes eine Rolle fpielen den üblichen Tagen BFSKPZ BFSKP BFS B würde. Nunmehr wird der neue Voranschlag aber den üblichen Beratungsweg gehen. Der Magistrat beginnt in den ersten Tagen der nächsten Woche seine Beratungen. Dann wandert der Voranschlag durch die zuständigen Kommissionen, um endlich kurz nach Pfingsten in der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung zu stehen.
Sowohl für den Magistrat als auch für die Stadtverordnetenversammlung ist die Etatsberatung eine überaus schwere Aufgabe. Von Bewegung der kommunalen Selbstverwaltung kann einfach nicht mehr die Rede sein. Alles ist zwangsläufig bestimmt — und dort, wo die Selbstverwaltung sich glaubt behaupten zu sollen, wird das Zwangsläufige von der kommunalen Aufsichtsbehörde im Beschlußwege verfügt wer. den. Die Etatsberatung ist nicht mehr Höhepunkt für die gemeindliche Selbstverwaltung, fondern ein Akt der Resignation, ein Tichfügen in die Wehrlosigkeit, in die Reich und Länder die Gemeiltden hineingedrängt haben. Nichtsdestoweniger werden auch die Körperschaften der Stadt Kassel dem allgemeinen Willen zum Durchhalten unter allen Umständen Ausdruck geben müssen, weil sonst die allgemeine Katastrophe unvermeidbar erscheinen würde.
Die Bilanz
sieht folgendermaßen aus:
Einnahmen in Höhe von 30 904 854 Mark stehen Ausgaben in Höhe von 33 897 478 Mark gegenüber, sodaß sich ein ungedeckter Fehlbetrag von 2992624 Mk. ergibt. Der vorjährige Etat schloß ans beiden Seiten mit 38740 478 Mark ab. Im neuen Etat haben sich alio die Einnahmen um 7 876 000 Mark vermindert,
während die Ausgabe« gegenüber dem Vorjahr nur um 4 883 000 Mark gedrosselt werden konnten.
Das „künftiger'
erhöht werden. Damit wuchs der Zuschuß von 9 431732 Mark im Vorjahre auf 11868 574 Mark an. Das „Ungünstiger" beträgt allein bei diesem Titel 2 436 842 Mark.
ergibt folgendes:
Das Kapitel „Schulverwaltung« steht hinsichtlich der
Fast fünf Sechstel des ungedeckten Fehlbetrages entfallen also allein auf die gestiegenen Wohlfahrtslasten!
vorgesehenen Ersparnisse — leider! — an 1. Stelle. Die vorjährigen Einnahmen betrugen 2346 310 Mark, ihnen stehen für das neue Jahr nur 1413 564 Mark also 932746 Mark weniger, gegenüber. Dagegen sind die Ausgaben von 6 751 922 Mark im Vorjahre auf 4497 894 Mark herabgedrückt worden, sodaß der Zuschuß nur 3084330 Mark gegen 4 405 612 Mark im Vorzahre beträgt. Die wirkliche Ersparnis beträgt also 1021282 Mark!
An zweiter Stelle im „Günstiger" steht natürlich die B a u v e r w a l tu n g, die im Vorjahre 1569 401 : Mark Einnahmen und 2 485 330 Mark Ausgaben hatte und einen Zuschuß von 915 839 Mark erforderte In den neuen Voranschlag sind an Einnahmen 1300 829 Mark und an Ausgaben 1781071 Mark eingesetzt worden, sodaß sich ein Zuschuß von 480 242 M. ergibt. Die Minderung betragt also 435597 Mark Daß allerdings beim Tiefbauamt die Straßenunter- haltungskosten von 360 000 auf 120 000 Mark gedrosselt worden sind, gibt dieser Ersparnis ein sehr wenig freundliches Bild.
Das ist eine Belastung, die einfach nidjt mehr zu ertragen ist und deren schnelle und gründliche Aende- rung die erste Aufgabe der Reichs- und Staatsregierung nach den Wahlen sein muß!
Und die Steuer« sind die zweite Katastrophe!
Bei der gesamten Finanzverwaltung betrugen die Einnahmen im Vorjahre noch 25 516941 Mark und die Ausgaben 10 895 638 Mark. Im neuen Etat sind die Einnahmen nur noch mit 19 726 583 Mark, also um 5 790 358 Mark niedriger, und die Ausgaben mit 7306 793 Mark, also um 3 588845 Mark niedriger veranschlagt worden. Der Ueberßchutz, der im Vorlahre 14621303 Mark betrug, ist In den neuen Voranschlag nur noch mit 12419 790 Mark eingesetzt worden. Der Fehlbetrag beträgt hier also 2 201513 Mark.
Oie Steuertabelle
ergibt folgendes Bild:
A. Gemeindesteuern:
Der unbeirrbare Wille zur Sparsamkeit offenbart sich in der Tatsache, daß das Kapitel „Allgemeine Verwaltung" mit einem Günstiger von 164 853 Mark an dritter Stelle steht. Bei 229004 M. Einnahmen und 917 090 Ausgaben ergibt sich ein Zuschuß von 688 086 Mark. Im Vorjahre betrugen die Einnahmen 290 583 Mark, die Ausgaben 1143522 Mark und der Zuschuß 852 939 Mark.
Es folgen dann die „Gemeindeanstalten- und Einrichtungen", die bei 179 275 Mark Einnahmen und 687 926 Mark Ausgaben einen Zuschuß von 508651 Mark ausweisen, gegen 203 368 Mark Einnahmen und 820 644 Mark Ausgaben und einem Zuschuß von 617276 Mark im Vorjahre. Tas Weniger des Zuschusses beträgt demnach 108 625 Mark.
An fünfter Stelle stehen die „Betriebe und Un» ternehmungen", unter deren Einnahmen
die Ablieferungen der Städtische« Werke AG. in diesem Jahre unverändert aufgeführt werden.
150 000
20 000
zusammen ergeben eine Einnahme von
1932
Mark
5 000 000
1 500 000
925 000
1050 000
480 000
160 000
350 000
100 000
150 000
130 000
Steuern
Grund- u. Gebäudest. Kewerbeertragsteuer Gewerbekapitalsteuer Bürgersteuer Biersteuer Getränkesteuer Grunderwerbssteuer Wertzuwachssteuer Vergnügungssteuer Hundesteuer
Mit anderen kleinen
demnach die Gemeindesteuern
9 871 500 Mark gegen 11818 999 Mark im Vorjahre. Es ist also ein Ausfall von 1946500 Mark vorhanden !
1931
Mark Mark
5 300 000 —300 000
2120 000 — 620 000
925 000 ------
1020 000 + 30 000
1050 000 —570 000
270 000 —110 000
475 000 —125 000
200 000 —100 000
240 000 — 90 000
B. Reichssteuer-Ueberweisungen:
Es ergeben sich an Einnahmen 5 551 303 Mark gegen 5 940 985 Mark im Vorjahre und an Ausgaben 3913 944 Mark gegen 4 406 252 Mark int Vorzahre Der Ueberschuß weist nichtsdestoweniger mit 1637 309 Mark gegen 1534 735 Mark im Vorjahre ein Mehr von 102 576 Mark aus!
An letzter Stelle steht das Kapitel „Kunst und Volksbildung", bei dem man es fertig gebracht hat, bei Einnahmen in Höhe von 8 336 Mark (8795 Mark i. V.) und bei Ausgaben von 136 504 Mk. (168 164 Mark i. V.) noch ein Günstiger von 31201 Mark herauszuholen! Auf wessen Kosten diefe Ersparnis geht, wird noch näher zu prüfen fein. Hierin ist die Theaterausfallgarantie übrigens nicht enthalten.
...und das Llngünstiger!
Der Rest ist nur Ungünstiger — und was für Ungünstiger! Zuerst sei die Polizeiverwaltung genannt, die eine
erneute Steigerung der staatlichen Polizeikostens!!!) von 660 000 Mark auf 698 000 Mark
ausweisen. Hoffentlich ist damit die Grenze des Polizeikostenbeitrages erreicht, sonst müßte die Stadt von sich aus einen Punkt machen! Bei 148 750 Mark Einnahmen und 890 750 Mark Ausgaben ergibt sich ein Zuschuß von 742 000 Mark gegen 707 000 Mark im Vorjahre. Die Steigerung beträgt demnach 34996 M.
Das Kapitel „Wohlfahrtsamt" ist die eine Katastrophe deS Voranschlags!
Die Einnahmen, die im Vorjahre 2 559 257 Mark betrugen, such um 402 487 Mark niedriger, also auf 2 156 770 Mark, veranschlagt worden. 'Hingegen muhten die Ausgaben infolge der enorm gestiegenen Inanspruchnahme des Wohlfahrtsamtes besonders durch die Wohlsahrtserwerbslosenfürsorge von 11190 989 Mark im Vorjahr auf 13 225 344 Mark
1932 1931
Mark Mark Mark
Einkommensteuer 1200 000 2 380 000 — 1180 000
Kürperschaftssteuer 125 000 250 000 — 125 000
Umsatzsteuer 800 000 800 000 ---—
Hauszinssteuer 1534 000 3 097 000 — 1563 000
Kraftfahrzeugsteuer 120 000 135 000 — 15 000
Reichshilfe 1110 000 ------ + 1110 000
Ersatz für 40 Pro
zent Biersteuer 320 000 ------ + 320 000
Zusammen betragen die veranschlagten Steuerüberweisungen 5 099 000 Mark gegen 6 662 000 Mark im Vorjahre. Das Minus betrügt demnach 1563 000 M.
Der Rückgang an Gemeindesteuern und Reichsftcuer- uberweifnngeu beträgt zusammen 3 509 000 Mark, also über 500 000 Mark mehr als das ungedeckte Defizit des Etats!
Aus den beiden Kapiteln „Wohlfahrtsamt" und „Steuerverwaltung" ergibt sich deutlich die Signatur diefes Voranschlages: steigende Wohlfahrtslasten und inkende Steuereinnahmen bestimmen trotz rücksichtsloser Sparsamkeit das Schicksal der städtischen Finanzwirtschaft. Schon eine Entlastung der Stadt auf dem Gebiet der Wohlfahrtserwerbslofenfürsorge würde zu einer wesentlich andere« Gestaltung des Etats führen. Die eingesetzte Reichshilfe von 1110000 Mark und der Ersatz für die gefentie Biersteuer in Höhe von 320 000 Mark sind noch keine nennenswerte Entla- tung, vor allem angesichts der Tatsache, daß der Finanzdezernent noch
aus de« früheren Jahren erhebliche ungedeckte Fehlbeträge
mitschleppt, und zwar sind das für
1928 .. - . 2 986 314 Mark
1929 . . . 1006 941 Mark
1930 ... 2 050 585 Mark
zusammen 6 043 585 Mark
Sonnabend, 23/<Sonntog, 34. April 1933
Mit dem für das neue Rechnungsjahr zu erwartenden Fehlbetrag nähert man sich damit bedenklich einem ungedeckte« Gesamtfchtbetrag von rund zehn Millionen Mark, dessen Abdeckung die Stavt aus eigener Kraft unmöglich durchführen kann.
*
Wenn der Etat in allen seine« Einzelheiten bekannt wird, dürfte über so manches noch mehr zn sagen sein. Vorerst muß man sich mit der Feststellung begnügen, daß der Etat mit einem unbeirrbaren Wille« zur Sparsamkeit und mit beträchtlicher Verwaltungskunst ausgestellt ist u»b daß aus ihm einwandfrei hervorgeht, daß die Stadt ohne Hilfe des Reiches und des Staates ihre Finanzwirtschaft nicht mehr in geordneten Bahnen halten kann, fasern man bet einem Etat mit einem 3 Millwnen-Deftzit überhaupt noch von geordneter Finanzwirtschaft sprechen kann . .,
Erfreuliches Ergebnis der Winterhilfe
Es gehe« jetzt noch Spenden ein.
Das Ergebnis der öffentlichen Winterhilfe im Regierungsbezirk Kassel ist noch nicht abgeschlossen; es gehen täglich Sendungen aus den verschiedenen Teilen des Bezirks noch ein. Man erwartet vor allem nach Orffnung der Mieten noch Kartoffeln, an denen es besonders in der Stadt Kassel mangelt. Infolgedessen können völlig abschließende Zahlen über die zur Ablieferung abgegebenen Mengen noch nicht angegeben werden. Doch ist folgende Aufstellung schon einigermaßen erschöpfend.
Es sind bisher eingegangen: An Bargeld 149 610 Reichsmark, an Getreide 1409 Zentner, an Hülsen- früchten 468 Zentner, an Schinken, Speck und RLu- cherwaren 591 Zentner, an Gemüse 1217 Zentner, an Obst 2525 Zentner, an Mehl 314 Zentner, an Kolonialwaren 127 Zentner, an Butter und Fett 12J4 Zentner, an Kohlen und Holz 3862 Zentner, an Be. kleidungsstücken und Schuhen 21800 Stück, an Wäsche 11890 Stück, und an Kartoffeln 24 537 Zentner.
Nicht berücksichtigt sind die erheblichen Sammlungen, die unmittelbar z. B. an die Kirchen, Verein« und Verbände und Anstalten verschiedenster Art ge- Sen sind. Von den Siemens-Schuckert-Werke« e dem Regierungspräsidenten auch eine 500 Menschen fassende heizbare Baracke unentgeltlich zur Verfügung gestellt, die auf dem Platz neben dem Karlshospital in Kassel Aufstellung fand.
Die gesammelten Gegenstände wurde» durch den bei der Regierung gebildeten Bezirksausschuß für Winterhilfe, dem unter Vorsitz des Regierungspräsidenten sämtliche Wohlfahrtso'rganisatwnen ebenso wie Vertreter der Landwirtschaft und der zur Betreuung Bedürftigen angehören, an die bedürftigen Stellen des Regierungsbezirks unterverteilt, soweit nicht in den Sammelkreisen selbst, wo unter führender Tätigkeit der Landräte und Wohlfahrtsoraa- nisationen die Sammlungen durchgeführt wurden, oie dort benötigten Mittel unmittelbar verwendet wurden. Besonders bedacht wurden auch die Kinderhorte und die für Speisung Bedürftiger eingerichteten Mittags- und Abendtische. So wurden z. B. in Kassel täglich über 1500 Portionen warmes Essen ausgegeben. Diese Speisungen sollen und müssen zum großen Teil auch weiter aufrecht erhalten werden, weshalb weitere Zuweisung von Lebensmittel notwendig bleibt.
Das Ergebnis der Sammlungen ist erfreulich; es mutz deshalb den Organisationen der freien Wohlfahrtspflege wie den landwirtschaftlichen Vereinen und den amtliche« Stellen, den Landräten und Bürgermeistern wie auch den zahlreichen Einzelpersonen, die sich in den Dienst der Sammlung gestellt haben, Dank und Anerkennung für ihre Arbeit ausgesprochen werden.
Nicht zuletzt gilt dieser Dank aber den Spendern, die, vielfach' selbst in gedrückter Lage, mustergültig geopfert haben zu Gunsten von Mitmenschen, die von der Not der Zeit noch harter betroffen waren.
¥
Die Kasseler Winterhilfe teilt uns mit daß ste ihre Tätigkeit Anfang Mai dieses Js. einstellt. Sie bittet deshalb, datz sämtliche noch- im Umlauf befindlichen Gutscheine bis spätestens den 26. d. M. einge- löst und von den betreffenden Geschäften möglichst bis zum 1. Mai zur Abrechnung vorgelegt werden. Die Milchgutscheine behalten ihre Gültigkeit bis zum 30. April.
Staatliches Theater.
Sonntag abend findet eine Wiederholung der mit großem Beifall aukaeuommenen Overette „Die Blume von Hawaii" statt. Tas Schauspiel bereuet für Mittwoch den 27. April die Erstaufführung von Gerhart Hauptmanns „Bor Sonnenuntergang" in der Inszenierung von Ernst Wendt vor. Am Donnerstag den 28. April findet ein Gastspiel Baklanoff als „Rigolctto" in der gleichnamigen Over statt. Am Sonntag, den 1. Mai gebt mittags zu billigen Preisen die Overette „Die Kledermaus" in «zenc. Abends findet eine Aufführung von Richard Wagners „Tannüämer" statt.
Eewinnauszug
L Klasse 39. Preußisch-Süddeuksche (265. Preuß.) Staats-Lotterie.
Ohne Gewähr Nachdruck verböte»
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