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Kasseler Neueste Nachn'Arm

Donnerstag, 21. April 1932 1. Beilage

Adolf Hitler in Kassel

Die Kundgebung -er AG DAP. / Völkerwanderung nach -er General Gcheffer-Giraße

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Schon mittags nm 12 Uhr: Geduldig harren Tausende auf Einiah

PhotK.N.N.

Wenn es wirklich große Taten vollbracht hab«, so

als eine Volksbewegung, die keine Standes- und Be- I würden diese Taten selbst Propaganda machen. 'Bei rufsunterschiede kenne. Das deutsche Volk wende sich l den heutigen Machthabers werde sich allerdings nie-

Phot. Eberth

Oer Wendershäuser LleberfaN

Verschärfung des ersten Urteils

Das Urteil

Die Berufung der in erster Instanz verurteilten An­geklagten K r u m g e l, Horst Otto, Fritz Otto, Schreiber und Hans Otto wird verworfen. Die Kosten tragen die Angeklagten. Die Berufung der Staatsanwaltschaft in den Fällen Seiberl »nd Birl- bauer wird verworfen. Tie zuerst freigesprochenen An­geklagten Langebeckmann, Hoffmann und Schelper werden zu je 4 Atonalen Gefängnis verurteilt. Auch bei Dingelacker wird das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte wegen Vergehens gegen das Waffenge­setz vom 28. 3. 31 zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Kosten tragen die Angeklagten,, soweit sie verurteilt sind. Ob eine Strafaussetzung in Frage kommt, soll das erste Gericht entscheiden. Die Angeklagten können gegen dieses Urteil binnen 8 Tagen Revision einlegen.

gebildet. Wenn nun von der gegnerischen Seite ge­sagt werde, daß auch diese 13 Millioiren noch nicht das deutsche Volk seien, so müsse er, Hitler, aniwor- ten, daß man ihm nur Zeit lassen solle, bis er 85 Jahre alt sei, dann werde seine Bewegung 50 oder 60 Millionen erfaßt haben. Und wenn weiter im anderen Lager behaupte! werde, in der nationalsoziali­stischen Bewegung hätten sich die von der Not Ver­wirrten zusammengefunden, so müsse man doch fragen wer denn für diese Not verantwortlich

mand finden, der ihnen auf Grund ihrer Taten Ver­trauen schenken Werve. Kein einziger Berufsstand könne für sie zeugen, und da sie auch wüßten, daß sie das Volk nicht um die Beurteilung ihrer Leistungen ersuchen konnten, gingen sic den umgekehrten Weg: sie verteidigen nicht sich selbst, sondern sie verleum- deren ihre Gegner.

Die bequemste Verleumdung, die gegen die Natio­nalsozialisten vorgebracht werde, sei die Behauptung, die Partei zersplittere das deutsche Volk. Was be­rechtige aber die anderen, sich alsdeutsche Einheit" hinzustellen und eine Bewegung, die allein 13 Millio­nen Wähler hinter sich habe, alsZersplitte­rung" zu bezeichnen? Heute entschuldigten sich die anderen Parteien damit, daß ihre Ziele nicht von ihnen erreicht seien, weil ihre Koalitionsgefährten sie gehemmt hätten. Einigkeit habe es bej ihnen allen nur dann gegeben, wenn cs sich um die Unterdrük- kung des Nationalsozialismus gehandelt habe. Trotz­dem habe sich während jener 13 Jahre, in denen die anderen Deutschland zu Grunde gerichtet hätten, aus einem Kreise von siebe» Mann die Be­wegung, die heute 13 Millionen umfaßt,

Die Riesenmenge

in der Halle

das Wort. Er bezeichnete die Riesenversammlung als eine Kundgebung des erwachenden deutschen Volkes,

Hätte» die Parteien, die heut, am Ruder find, anders regiert, so ständen die Nationalsozialisten nicht da, wo sie jetzt ständen,

und wenn die Parteien sich hinter den Vorwand, es sei alles anders gekommen, als sie es erwartet hätten, zurückziehen wollten, so sollten sic doch besser wegen dieser ihrer Kurzsichtigkeit von der Bühne abtreten. Die Nationalsozialisten hätten die Entwicklung längst vorausgesehen und ununterbrochen hätten sie den Kampf gegen die Parteien des heutigen Systems ge­führt in der Ueberzeugung, daß diese Parteien Deutschland ruinieren würden.

Ei» anderer Vorwurf gegen die Nationalsozialisten laute, daß sie wohl die g r o ß e n Z a h l e n, aber nicht die Köpfe hätten. Zweifellos hätten aber Sozial­demokratie und Zentrum, die sich beute so gebärde­ten, als ob sie die Zahl für verächtlich hielten, das Volk und die Massen besitzen wollen, und seine Hitlers Ueberzeugung sei es allerdings, daß es schwerer gewesen sei, in dreizehn Jahren aus dem Nichts diese nationalsozialistische Bewegung zu schaf­fen, als das Reich so zu verwirtschaften, tote es von den regierenden Parteien geschehen fei. Wenn Ihr kommt, wird die Wirtschaft zerrütet so werde ferner den Nationalsozialisten entgegengehalten. Demgegen­über müsse man fragen, was denn in der deutschen Wirtschaft überhaupt noch zerrüttet werden könne. Ge­nau so verhalte es sich mit dem Gerede von den an­geblichen Jnflationsgelüsten der National­sozialisten; auch das Jnflationsmachen müsse erst gelernt sein, und die Fachmänner für Inflation säßen nun einmal im anderen Lager. Daß die ganze Entrüstung über die Inflation^... ^erei der Zukunft nur taktisch zu verstehen sei, gehe daraus hervor, daß gegen die Sünder aus der vergangenen Inflations­zeit trotz wiederholter Aufforderung nichts unter-

Kommen sei,

und daß man diese Leute nicht habe finden können, werde man ja im gegnerischen Lager nicht zu be­haupten wagen, da man ja sonst jeden Schreibtisch durchstöbere und alles Mögliche fmde.

Ferner: die Nationalsozialisten bedrohte» die so­zialen Errungenschaften der Revolution?

Der Drillenspezialist'

Nicht Reklame sucht oder Anmaßung, sondern meine Kundschaft hat diese Bezeichnung geprägt. Für mich und meine Mitarbeiter ist sie ein ständiger Ansporn, diesem Namen Ehre zu machen.

Lptiker Heß, Kassel, Schloßplatz.

schwacher Natur seien, daß man von einer Ueberfüh- rung der Angeklagten in keinem Falle reden könne. Er bitte deshalb "um Freispruch der Angeklagten. Sollte das Gericht aber-doch zu einer Verurteilung schreiten, so halte er das Strafmaß der ersten Instanz für viel zu hoch, zumal viele Momente für eine Straf­milderung sprächen. Das Gericht zog sich darauf zur Beratung zurück.

enttäuscht ab von den Männern, die ihm Aufstieg versprochen hätten und suche in Hitler de» Führer ans der Not. Von den bisherigen Führern werde man Rechenschaft fordern. Das Volk fühle sich be­trogen von denen, die an die Stelle des Idealismus den Materialismus gesetzt und einen Tanz um das goldene Kalb aufgeführt hätten.

Mau habe von der Liebe zur Menschheit geredet und das eigene Volkstum verleugnet. Der Pazifis­mus habe Schmach und Verachtung gebracht, und der Marxismus habe uns in Not und Elend gestoßen. Jetzt raffe sich das Volk auf und diese große Masse sei ein gewaltiges Geheimnis, bedeute die Wiederge­burt eines Volkes, das nicht mehr dagewesen sei. Die­ses Volk besitze wieder einen Willen und den Mut, vorwärts zu blicken, weil es sich einen Mann zum Führer erkoren habe, der ein heißes Sehnen und Wollen zur Schau trage. Die Bewegung der National­sozialisten sei ein Heldengesang, würdig der Helden oer Vorzeit.

Für alle Maßnahmen der jetzigen Regierung habe man Verständnis, weil man aus der Geschichte wisse, wie untergehende Gewalten gehandelt hätten. Hitler

erschollen, die Musikkapelle spielte. Durch eine schmale Gasse schreitet Adolf Hitler zum Rednerpult.

Die Kundgebung

Etwa dreißigtausend waren es, die im Hauptzelt auf den Führer warteten und ebensoviel« mögen es gewesen sei, die draußen auf dem Sportplatz harrten, wo ebenfalls Lautsprecher aufgestellt waren.

Gaugeschästsführer Friedrichs eröffnete die Kundgebung. Dan» ergriff

Dr. Roland Freisler

70000Kurheffen harrten Hillers

i Der Himmel, der am Vormittag des Mitt­woch trübe über Kassel und den Gauen des Hessen- landes hing, riß sich am Nachmittag auseinander und die Sonne lachte über einem gewaltigen Menschen­strom, der sich schon gegen 1 Uhr zu dem Riesenzelt an der General-Scheffer-Straße bewegte, wo die Hitler- Kundgebung stattfinden sollte.

Gegen vier Uhr sind schon sämtliche Sitzplätze des Riesenzeltes, das 30 000 Menschen Platz bot, belegt. Nach dem SA-Verbot standen leider nicht genügend Helfer zur Verfügung, um zu verhindern, daß auch Unberufene eindrangen und tausende verzichtend auf den Kurhessenplatz abwandern mußten.

Menschenmassen stauen sich vorm Eingang. Schu­pobeamte, in langen Reihen aufgestellt, sorgten für Ordnung. Die da drinnen wartend sitzen und froh sind, einen Sitzplatz zu besitzen, halten mustergültig Ordnung. Etwa 100 Sanitäter stehen hilfsbereit ne bcn dem Zelt. Man bekommt den Eindruck, daß die Gauleitung in dem Ausbau der Halle und der Orga­nisation dieser Riesenveranstaltung eine glückliche HaNd gezeigt bat. Ueberall stehen Ordner, sind kleine Zelte aufgcschlagen, die Lebensmittel und alkohol­freie Getränke zum Verkauf anbieten. Sechs Laut­sprecher hängen verteilt im Zelt und sollen jedes ge­sprochene Wort des Führers deutlich den Massen vermitteln. Rund zweihundrt arbeitslose Menschen haben freiwillig diese Riesenaufgabe in drei Tage,: vorzüglich zur Lösung bringen können. Draußen aber schwillt der Menschenstrom an zu einer gewaltigen, lebendigen Welle und wer sich ihr entgegenstemmt, wird fortgerissen.

Es ist vier Uhr. Im Hauptbahnhof laufen die letz­ten Sonderzüge ein. Tausende drängen in die Bahnhofshalle. Menschen mit frischen, geröteten Ge­sichtern sind es, irgendwoher vom Lande, aus den Kreisen Göttingen, Witzenhausen, Melsungen, Fritz­lar, Homberg, Hann.-Münden und wer weiß woher noch sonst.

Hier und dort erhebt sich eine Hand zum Heilgruß. Dann drängen sie weiter. Die fahrplanmäßig ein- treffenben Züge bringen andere Tausende heran. Und Auw rollt hinter Auto.So müßte es jeden Tag gehen," sagte der Bahnhofsvorsteher,das ist Grotzstadwerkehr und macht Spaß ...

Ein Flugzeug lan-et

Gegen 5 Uhr gehe ich auf die NSDAP.-Gauleiwng. Eine Statte wollen Sie noch:! Ausgeschlossen alles ausverkauft!" Was ist da zu tun?! Ich er­kundig« mich, wann und wo Hitler anlommt. Be­dauerndes Achselzucken: Keine Ahnung!

Also auf gut Glück. Der Weg zum Waldauer Flugplatz zeigt erstaunlich wenig Verkehr. Niemand weiß etwas Gewisses. Um 7 Uhr sind etwa 500 Men­schen am Flugplatz versammelt. Das Gelände ist von Polizeibeamten abgefpcrrt. Die Menge harrt. Fie- feler steigt auf, macht einige Loopings, Rückenflüge und Schraube» und verschwindet in der Ferne. Ge­gen 7 Uhr 15 kommt ein großer Eindecker, umkreist den Flugplatz im großen Bogen. Fieseler begrüßt ihn mit tollen Kunststückchen. Ter Eindecker landet. Die Menschen drängen nach vorn. Von Hiller ist nichts zu sehen. Es vergeht eine Viertelstunde. Fie- seler steigt wieder auf und gleich darauf Trapp.

Was ist los? Vermutungen werden laut.Hit­ler ist nicht gekommen."Er lommt Überhaupt nicht." Niemand weiß etwas. Während man noch erregt de­battiert, landet, fast lautlos, mit gedrosselten Moto­ren ein zweites Flugzeug. Tie Wachmannschaften um­ringen die Maschine, einen Augenblick kann man nichts sehen,

dann: Adolf Hitler.

Fiefeler geht inzwischen nieder, das zweite Flug­zeug ist noch in der Lust und versucht sich eines Blu­menstraußes zu entledigen, der beim Abwerfen am Steuer hängen bleibt

Die Empfangsabordnung bringt Hitler zu seinem Auw. Der große Mercedes springt an und verschwin­det in der Richtung Dennhausen. _ 800 enttäuschte Kasselaner und Waldauer hinter sich lassend. Drei stunden und länger stehen sie, von Hiller bat nie­mand etwas gesehen. Es war aber gewiß klug, den Weg über Dennhausen und die Neue Mühle zu neh­men, in der Leipziger Straße harrte eine vielhun- dertköpsige Menge, aus deren Rufen man nicht ge rabc freundliche Gesinnungen entnehmen konnte.

Aus dem Versammlungsplatz erwartete eine un geheure Menge ihren Führer. Brausende Heilrufe

Kann man wirklich noch von folchen Errungenschaften in einer Zeit beispiellosen sozialen Elends, in einer Zeit größter Arbeitslosigkeit und allgemeiner Wirt- schaftsnot reden? Auch der Vorwurf, die National- fozialisten wollte» eine -Schuldentoirtschaft betreiben, treffe nicht zu; denn felbft wenn dieser Wille bestände, so fei es ausgeschlossen, diesen Weg weiterzugehen. Mit dem Flugzeug seien die Verantwortlichen in der Welt herttmgereist, um noch einen Ivar Kreuzer zu finden, aber sie hätten keinen mehr entdeckt. Dw Rationalsozialtsten hätten immer vor dieser Schuldenwirtfchaft, deren Zinslast die Wirt­schaft erdrückt habe, gewarnt. Noch vor zwei Jah­re» feien sie wegen ihrer Forderung auf Zinsherab­setzung verspottet worden. Heute habe man auf der Gegenfeite Versuche in dieser Richtung, wenn auch zögernd, gemacht: es sei ja überhaupt bezeichnend, daß gerade die eifrigsten Gegner des Nationalfozialismus aus seinem Programm entlehnt hätten, was sie nur konnten.

Ungeheuerlich fei auch, was übet die Einstellung des Redners zur Religio» von anderer Seite vor­getragen werde: In katholifchen Gebieten werde er, Hitler, von seinen Gegnern als Romseinb und als Wotansanbeter, in evangelische» Gegenden aber als Jesuiten-Völkling und als von Rom bezahlten Knecht bezeichnet. Mit diesen und ähnlichen Mätzchen suchten die alte» Parteien sich zu retten, und von der neuesten Lüge, baß er von Ivar Kreuzer unterstützt worben fei, bis zur gefälschten Hotelrechnung bliebe nichts unversucht.

Richt auf die 13 Millionen an sich lege er, so führte Hitler weiter ans, so großen Wert, sondern ber Wert bestehe barin, daß 13 Millionen Mensche» das poli­tische Gewisse» geschärft sei, baß sich 13 Millionen Mensche» ans alle» Berufsständen zufammenfügten unb baß biese Bewegung nicht tut Sinne einer plötz­liche» Konjunktur, sondern in stetem Kampfe erfolgt sei. Mit allem Ernst müsse feftgcstellt werden, daß

das deutsch« Volk den Weg ins Verderbe,t gehe werbe, wen» die bisherige Parteizersplitterung und die Klasseneinteilung nicht beseitigt würden.

Dies« Zersplitterung aber zu überwinden, fei ber Sinn ber nationalfozialistischen Bewegung.Wenn unfere Gegner", so fuhr Hitler fort,sagen, wir wollten allein regieren, so ist daran etwas Wahres: Ich will, daß btefe anderen Parteien ver­schwinde tt".

Die nationalsozialistische Bewegung fei, wie sich bei dem Denlschlandfluge immer wieder zeige, eine Be-

Am Mittwoch morgen begab sich bas Gericht mit ben Angeklagten unb bett Hauptzeugen zu Fuß nach Wenbershausen, um bcn Ort der Tat zu besichtigen. Wesentlich neue Gesichtspunkte kamen nicht dabei her­aus. Die Beweisaufnahme war mit dieser letzten Aktion geschlossen unb

ber erste Staatsanwalt begann fein Plädoyer.

Nach bet» Ergebnis ber neuen Beweisaufnahme halte er bie Angeklagten alte für schuldig. Besonders die Angeklagten Langebeckmann, Hoffmann, Seibert, Birtbauer und Schelper feien in der ersten Verhand­lung zu Unrecht freigefprochen worden, und er bitte feiner Berufung ftattjugeben. Das Strafmaß von 4 Monaten halte er für eine ausreichende Sühne. Nur der Angeklagte Schelper fei durch die bestimmte Aus­sage des Zeugen Gronewald so schwer belastet, daß er in diesem Falle 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis be­antrage. Was den Angeklagten Dingelacker anbetreffe, so fei er wegen Vergehens gegen das Waffengesetz vom 28. 3. 31 mit 3 Monaten Gefängnis zu bestrafen. Die Berufung ber Angeklagten Krum bügel, Horst, Otto, Schreiber, Fritz Otto, Hans Otto bitte er zu verwerfen. Der Vertreter ber Nebenkläger hielt sich im großen Ganzen an bie Ausführungen des ersten Staatsan­walts. Als letzter sprach Rechtsanwalt Tr. Freis­ter, der erklärte, daß alle Belastungsuwmente so

der unbekannte Soldat, ber wirkliche Führer Deutsch lanbs habe bie Deutschen aus dem Schlaf« gerüttelt und lasse sie wieder ein Volk werden.

Unter starken Beifallskundgebungen erscheint bann Hitler und betritt, von ber Gauleitung begleitet, die mit Blumen geschmückte Tribüne, wo ihm zunächst einige Führer ber Bewegung unter aitbauernben lau­ten Heil-Rufen der Versammlung vorgestellt werden. Kindergruppen überreichen ein kleines Banner mit Hakenkreuz und Blumen. Ein Abordnung von Schwälmern tritt hinzu und begrüßt Hitler. Hoch­erfreut dankt dieser allen mit Händedruck unb Heil- Gruß.

lieber 30 000 Menschen gebulbig Stunde um Stun­de in der Halle, 30 000 auf dein Sportplatz, so mö­gen cs mit den taufenden, die der Ankunft Adolf Hit­lers harren, die Anfahrtstraße umdrängten, wohl 70 000 oder mehr Menschen gewesen fein.

Nachdem Gauleiter Weinrich ben Führer ber Partei begrüßt und ihm zu seinem Geburtstage die Glückwünsche des Gaues Hessen-Nord ausgesprochen hatte, betrat

Adolf Hitler

die Rednertribüne. Wieder klangen ihm stürmische Heilrufe entgegen; und erst nach einiger Zeit konnte Hitler seine Rede beginnen. Vorgestern habe er so sagte er einleitend mit einem Blick auf bie Tau­sende von Zuschauern das gleiche Bild wie hier in Schlesien gesehen, gestern das gleiche Bild in Ostpreu­ßen und vor drei Stunden in Halle, und da wagten Die Gegner trotzdem noch zu sagen, der National­sozialismus zersplittere das deutsche Volk. Wann aber, so müsse er fragen, habe in Deutschland eine Partei die Menschen so fest zu einem politi­schen Glaubensbekenntnis zusammen- gefchlossen wie die nationalsozialistische Partei? Die Männer des heutigen Systems wüßten nicht mehr womit sie sich verteidigen sollten. Vor vierzehn Jah­ren freilich hätten sie plötzlich gewußt, daß das frü­here Regiment bie Schulb gehabt habe, unb mit bem Ruf nach Verantwortung haben sie damals Fürste» unb Könige unb einen Kaiser entfernt Heute hätten sie nun 1354 Jahre regiert, unb was geschehen fei, hätten sie zu verantworten. Der Sinn der Demokra­tie sei nicht, daß bas Volk in regelmäßigen Perioden zufammentrete, um zu prüfen, was bie wollten, bie kommen sollten, sonder» chr Sinn besteht barin, baß über bas geurteilt werde, was bie Träger des Sy­stems getan hätten.

Ei» System, das wirklich etwas geleistet habe, brauche keine Angst vor dieser Nachprüfung zu haben.