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Hessische Abendzeitung

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Mseler Neueste Nukhnchten

Nummer 90*

Montag, 18. April 1932

22. Jahrgang

Oie Llniersuchung des Kreuger-Gkandals

Oie Kriminalpolizei an -er Arbeit / Brünings Genfer Besprechungen / Italien und die Oonaubun-frage

lungnahme in der Donaufrage charakterisiere. Frank­reich habe in der Donau-Angelegenheit seine Hilfe angeboten, ohne etwas für sich zu verlangen (?)

Bis zum Aufsteigen einer neuen Aera bei der fort­gesetzten Unsicherheit der Zeit muffe das französische Volk die Anstrengungen für die Sicherheit (!) fort­setzen, die er, Tardieu, in Gemeinschaft mit Maginot für die definitive Organisierung der Ostgrenze unter­nommen habe.

politische Zwischenfälle

Düffeldorf, 18. April.

Am Sonntag wurde in Wersten ein Umzug des Reichsbanners von 150 Kommunisten mit Stei­nen beworfen. Mehrere Personen wurden schwer verletzt.

In Gerresheim gerieten etwa 130 Kommu­nisten mit 20 Mitgliedern eines rechtsgerichteten Wanderklubs zusammen, wobei fünf Beteiligte durch Messerstiche schwer verletzt wurden. Die Polizei nahm acht Beteiligte fest.

Breslau, 18. April. Am Sonntag mittag.kani es auf dem Königsplatz zu einer Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten. Drei Personen wurden leicht verletzt. Zwei der Haupt­täter wurden festgenommen.

¥

Wiesbaden, 18. April. Bei einer Kundgebung der Eisernen Front, in der Reichstagsabgeordneter Dr. Breitscheid sprach, kam es während des Auf­marsches der Teilnehmer zu Schlägereien mit politi­schen Gegnern. Ein Mitglied der NSDAP, wurde verletzt. Die Polizei nahm Mehrere Personen fest.

Helfershelfer in allen Ländern?

Eigener Drahtbertcht.

Stockholm, 18. April.

Der große Sonderausschuß, dem die Krimi­nalpolizei Stockholms zur Untersuchung der Kreuger. Betrügereien eingesetzt hat, beginnt heute seine Ar­beit. Wahrscheinlich reicht der Platz in dem bisherigen Polizeigebäude nicht aus, sodaß neue Räume gemietet werden müffen. Preffemeldungen zufolge fall die Unterfuchung fchon festgestellt haben, daß Kreuger in allen großen Finanzzcntrcn der Welt Helfershelfer für die kriminellen Machenschaf­ten gehabt hat. Ein Teil dieser Personen soll bekannt und bereits von den Polizeibehörden der betreffenden Länder verhört worden sein.

Die Angabe, daß sich die Lage des Ziind- holztrusts bedeutend gebessert habe, weil er nicht gezwungen sei, eine in den nächsten Tagen fäl­lige Verbindlichkeit in Höhe von 100 Millionen Kro­nen abzudecken, scheint unrichtig zu sein. Von der Monopolanleihe an Litauen in Höhe von insgesamt 30 Millionen Kronen stehen 10 Millionen Kronen aus, die an sich am 1. Mai fällig sind. Do der Monopol­vertrag in Litauen starken Widerstand hervorgerufen hat, finden im Augenblick in Stockholm Verhandlun­gen statt, durch die angeblich auch die Zahlung der 10 Millionen Kronen hinfällig werden soll.

Weiter erwartet man in den nächsten Tagr-u da^ Eintreffen e i n es h e r v o r rg e n d e n V e r - treters der amerikanischen Zündholz­interessen in Stockholm. Seinen: Besuch mißt man größte Bedeutung bei. Wenn sich auch die aus­ländischen Gläubiger von Svenska Tändsticks sehr entgegenkommend gezeigt haben sollen, so dürfte es jedoch angebracht sein, die nächste Entwicklung ohne allzugroßen Optimismus abzuwarten.

Verstärkuügen wieder zurückgeworfen worden. Von beiden Seiten würden große Menschenverluste gemel­det. Die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion be­hauptet, daß das Gefecht eines der schwersten seit der Räumung Tschapeis durch die japanischen Truppen gewesen ist.

Moskau, 18. April. Nach einer russischen Meldung sollen im Irak Unruhen ausgebrochen fein, zu deren Bekämpfung die britische Regierung Flugzeuge entsandt habe. Eine Bestätigung dieser Meldung von anderer Seite liegt bisher nicht vor.

Landtags-Auflösung in Oldenburg

Oldenburg, 18. April.

Nationalsozialisten und Kommunisten hatten im Dezember vorigen Jahres ein Volksbegehren auf Auflösung des Oldenburgischen Landtages, der am 17. Mai vorigen Jahres gewählt war, eingeleitet. Mit rund 80 000 Stimmen (20 000 waren nur nötig) ging zunächst Mitte Januar das Volksbegehren durch. Gestern fiel der Volksentscheid. Maßgebend war die absolute Majorität der abgegebenen Stim­men. Für den Volksentscheid hatten sich Deutschna- tionale, Nationalsozialisten, Kommunisten und Land- volkparfei eingesetzt, die zusammeri im jetzigen Land­tag Vie Ittiayruat hauen. Sozlaldemokräten, Staats- Partei und Zentrum hatten Wahlenthaltung be­schlossen. .

ES wurden abgegeben 125 365 Stimmen - it Ja, 5 796 mit Nein. Ungültig waren 1079 Stimmen Damit ist das Schicksal des jetzigen Oldenburgischen Landtages besiegelt. Die Neuwahlen werden wahrscheinlich am 2 9. Mai ftattfindrn.

Sächsischer Volksentscheid gescheitert!

In Latour-des-Paris antwortete-der radikale Ab­geordnete H e r r i o t auf die Rede, die der rechtsste­hende Justizminister Panl Reynaud, der der Partei Maginot angehört, kürzlich gehalten hat. Der Dawes­plan, so erklärt Herriot, habe Frankreich in seinen Beziehungen zu Deutschland die beste Position ver­schafft. Was habe man durch den. Aoungplan errei­chen wollen? Erstens Kommerzialisierung der deut­schen Schulden, zweitens Gelder, damit Frankreich seine Auslandsschulden bezahlen könne, drittens eine gewisse Summe für die Reparation der in Frankreich enfftandenen Schäden. Alles das habe man aus dem Aoungplan erreicht, allerdings um den Preis ei­ner Herabsetzung der Schuld Deutschlands. Er, Her­riot, sei der Ansicht, daß die französische Re - gieru ng durch Unterzeichnung des Youngplanes die Leiter nicht eine Stufe hinunter, sondern eine Stufe hinaufgestiegen sei.

In seinem Wahlkreis Belfort, und zwar in Giro- magny, hielt Ministerpräsident Tardieu seine zweite großangelegte Wahlrede, in der er sich mit innenpolitischen Rück- und Ausblicken, vor allen Din­gen mit Finanz- und Wirtschaftsfragen beschäftigte und in besonders scharfer Weise Stellung gegen die Sozialisten nahm. Uebergehend zu der K o n f e r e n z von Lausanne, erklärte Tardieu, in Lausanne schlage die Stunde für die Fortsetzung gegenseitigen Verstehens. Die einzige unannehmbare Lösung werde die sein, die darauf hinauslaufe, für die Verständi­gung die Kosten ausschließlich den Steuerzahlern und den Produzenten der Gläubigerländer aufzuhalsen Frankreich werde an diese ernste Angelegenheit mit der" * ven Ernsthaftigkeit her- ntreten, dsi> feine Stek-

Drei pariser Gespräche

Von unserem Pariser Korrespondenten

Neue Kämpfe bei Schanghai

Moskau, 18. April.

Nach einer amtlichen russischen. Meldung aus Schanghai griffen die japanischen Truppen nach mehrstündigem schweren Artilleriefeuer die chi­nesischen Stellungen bei Schanghai an. Nach anfäng­lichen Erfolgen seien die Japaner von chinesischen

Paris, 18. April.

Mussolini veröffentlicht in derAgence Eco- nimistique et Financiale" einen längeren Artikel, in dem er sich eingehend mit der Frage der wirtschaft­lichen Bereinigung der Donaustaaten befaßt.

I t a l i e n sei der beste KundeSüdsla Wiens und führe um fast 50 v. H. mehr Waren ein, als Süd- slawien aus Italien beziehe. Jeder Vorschlag, der darauf hinausgehe, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern »u ändern, könne sich daher nur zum Schaden Südslawiens auswirken. Auch Oesterreich, Ungarn, Rumänien und die Tschechoslowa­kei führten sehr viel mehr Waren nach Italien aus, als sie von dort bezögen.

Trotz dieser für Italien ungünstigen Außenhandels­bilanz, die sich jährlich in einem Fehlbetrag von 3 Billionen Lire ausdrücke, sei die italienische Regierung bereit, an geeigneten Vorschlägen mitzuarbeiten, um den Donaustaaten den wirtschaftlichen Aufschwung zu ermöglichen. Als neuen Beweis für diese Haltung habe Italien bereits eine Reihe von Finanz- und Han­delsabkommen geschlossen, die geeignet seien, den be­treffenden Staaten in ihrer wirtschaftlichen Notlage zu helfen.

*

Genf, 18. April.

Die östlichen Verbündeten Frankreichs haben, wie man erfährt, die Anwesenheit Tardteus in Genf und vielleicht auch die gegenwärtige Lage auf der Abrüstungskonferenz dazu benutzt, um in Form eines Kollektivschrittes gegen den französischen Do­na «plan erhebliche Bedenken vorzubringen. Sie sollen insbesondere eine breitere Grundlage des zu schaffenden Wirtschaftsgebiets verlangt haben, womit in erster Linie eine entsprechende Beteiligung Deutsch­lands und Italiens gemeint fein dürfte. Tardieu soll daraufhin die beschleunigte Vorlegung eines neuen Planes zugejagt haben. Man befürchtet jedoch, daß

Dresden, 18. April.

Das vorläufige Gefamkergebnis des gestern dnrch- gesührtcn Volksentscheides aus Auflösung des Säch­sischen Landtages besagt: Bei 3 664 047 Wahlberech­tigten wurden 1318 042 Jastimmen und 53 442 Nein stimmen abgegeben. Ungültig waren 20 770 Stim­men. Die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen beträgt demnach 1392 254, also knapp 38 Prozent der Wahlberechtigten. Ter Volksentscheid auf Landtags- auflösung in Sachsen ist also gescheitert.

auch der neue Plan nicht die Zustimmung Deutschlands und Italiens finden werde.

Vorbereitungen für Lausanne

th. Berlin, 18. April.

Anläßlich der Anwesenheit des Reichskanzlers in Genf konzentriert sich das Hauptinteresse der politi­schen Kreise selbstverständlich auf die Beratungen, die dort zwischen Dr. Brüning und den Regierungs­chefs der anderen Großmächte, also Macdonald und Tardieu, daneben auch noch mit Staatssekre­tär S t i m s o n und dem italienischen Außenminister Grandi stattfinden werden. Es handelt sich dabei vor allem um die überaus wichtigen Vorbereitungen zur Konferenz in Lausanne, und man rechnet damit, daß im Lause dieser Woche mehrere derartige wich­tige Gespräche über die Reparationsfrage in Genf stattfinden werden.

*

Genf, 18. April. Die für die neue Woche angekün­digten politischen Besprechungen über die großen in­ternationalen Fragen, die demnächst zur Entscheidung komme», sind Sonntag eingeleitet worden durch eine Zusammenkunft zwischen dem Reichskanzler Dr. Brüning und dem amerikanischen Staatssekretär Stimson. Am Nachmittag begab sich Reichskanzler Dr. Brüning in Begleitung des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts von Bülow zu dem Vertreter der Vereinigten Staaten.

Der Reichskanzler wird heute mit dem dänischen Außenminister M n n cb Zusammentreffen, mit dem er gewiss» handelspolitische Fragen, die die Interessen der beiden Länder betreffen, besprechen dürfte.

Oer französische Wahlkampf

Paris, 18. April.

Am Sonutag hat wieder eine Reihe führender Po­litiker und Parlamentarier Reden gehalten, deren Ton mit dem Herannahen der französischen Wahlen im­mer schärfer wird.

Dr. Pz. Paris, 17. April.

Der letzte Freitag war ein politischer Tag von ho­her Bedeutung. Neben mehr oder minder geheimnis­vollen Verhandlungen hinter den Kulissen fanden am Quai d'Orsay drei wichtige Gespräche statt: 'das erste von kaum halbstündiger Dauer zwischen dem amerikanischen Staatssekretär Henry Stimson und Ministerpräsidenten Tardieu, ohne jeden Zeugen; das zweite, 75 Minuten während, zwischen dem gleichen Tardieu und den Amerikanern Stimson, Norman Da­vis und Norman Armour, Botschaftsrat in Paris; das dritte endlich, von noch längerer Dauer, zwischen Tardieu und dem englischen Botschafter Lord Tyrell. Zwischen dem ersten und dem zweiten Gespräch lag ein französischer Ministerrat int Elysee, wobei sich An­dre Tardieu seine Richtlinien von der gesamten Re­gierung uns dem Republikpräsidenten selber bestä­tigen ließ. Man geht wohl nicht seh! in der Annahme, daß die Genfer Entscheidungen an jenem Freitag in Paris vorbereitet worden sind, und daß auch über die Konferenz in Lausanne manch wich­tiges Wort gesprochen wurde. Suchen wir uns an Hand der erhaltenen Informationen etwas Klarheit zu ver­schaffen.

Im Mittelpunkt der Besprechungen stand, wie nicht anders zu erwarten war, die Frage der Abrüstung im Lichte der bisherigen Genfer Entwicklung. Andre Tardieu wollte erfahren, wie der in Frankreich ver­blüffende Vorschlag des amerikanischen Vertreters G i b s o n zustande gekommen war: als ein wohl- durchdachtes Projekt der amerikanischen Regierung auf dem sie mit allem Nachdruck bestehen würde, oder mehr als ein Zufallsprodukt, das stimmungsmäßig die amerikanische Auffassung widergäbe. Staatssekre­tär Stimson wies zunächst darauf hin, daß die Ent­rüstung der französischen Presse völlig unberechtigt gewesen. Es habe von keinemKomplott-, keiner Heimlichtuerei die Rede sein können, und Tardieu selber sei ein viel zu feiner Kenner amerikanischer Tinge, um nicht zu wissen, daß jener Abrüstungsvor­schlag geradezu aus dem Herzen der amerikanischen Massen gekommen ist. Zur weiteren Beruhigung des französischen Ministerpräsidenten teilte Stimson mit, der Vorschlag sei noch nichtperfekt- und bedürfe einiger, allerdings unwefentlicher Abänderungen, die in der Eile nicht mehr vorgenommen werden konnten.

Als hieraus tardieu anbeutete, es möchte sich dabei um Kontrolle und Sicherungen han­deln, verneinte Staatssekretär Stimson sehr ener­gisch. Darüber habe Amerika zu wiederholten Malen bestimmte- Erklärungen abgegeben, die keine Zweideutigkeit gestatten. Es sei den Vereinigten Staaten völlig unmöglich, an der Ausarbeitung eines Komroll- und Sicherheitssystems mitzuwir­ken, das sich in der Hauptsache auf die europäischen Staaten erstrecken würde, und sic müßten sich ihre spätere Stellungnahme ausdrücklich Vorbehalten.

Anscheinecrd wies Tardieu bei dieser Gelegenheit aus den Kelloggpakt hin, und auf die Arbeiten, die

Mussolini über die Oonaufrage (Eigene Drahtmeldung.)

man unter der BezeichnungDem Kelloggpakt Zähne einsetzen- zusaminenfatzt. Stimson be­tonte erneut, Amerika stehe diesen Arbeiten fern und sei nicht in der Lage, auf diesem Gebiete irgendwelche positive Erklärungen abzugeben.

Der zweite Teil der Unterhaltungen hezog sich auf die großen wirtschaftlichen und Finanz- Probleme, wobei natürlich die bevorstehende Kon­ferenz in Lausanne nicht außer Diskussion bleiben konnte. Mit aller Energie betonte Stimson erneut den grundsätzlichen amerikanischen Standpunkt: Vorerst keine Revision der Kriegsschulden, keine rechtliche Ver- binduitg zwischenReparationen- und Schulden, keine Teilnahme der Vereinigten Staaten, nicht einmal durch einen Beobachter, an der Konferenz von Lau­sanne. In der Finanzfrage sei es an den beteiligten europäischen Mächten, eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Amerika werde diese Lösung mit Interesse und Wohlwollen prüfen, insofern sie der einen Be­dingung entspräche: Zugleich einen praktischen Aus­weg aus der wirtschaftlichen Krisis zu bilden. Beide Probleme sind nach amerikanischer Ausfassung eng miteinander verbunden; die Initiative liege bei Europa, denn hier seien zum erstenmale die gro­ßen finanziellen Schwierigkeiten entstanden, die für sich allein jeden wirtschaftlichen Aufschwung verhin­derten. Tardieu scheint auf die großen Projekte hin- gewiesen zu haben, die gegenwärtig von bestimmter Seite ausgearbeitet worden sind, so auf den Vorschlag des Finanztheoretikers Max Hermant in derRevue de Paris" auf Schaffung eines europäischen Rententitels, verbunden mit großzügigen Wäh­rungsabkommen; er betonte die Schwierigkeit für Frankreich, auf seine Guthaben zu verzichten, wenn es nicht entsprechende Zusagen von Amerika über seine eigenen Zahlungen erhalte.

Stimson faßte nochmal die Politik der Verei­nigten Staaten zusammen: Erst muffe sich Europa einigen, und zwar auf der Grundlage einer reali stifchen Wirtfchaftspolitik unter Einbeziehung der gegenwärtigen Krisis; geschehe dies nicht, so könn­ten auch die stärksten amerikanischen Zusagen keiner­lei Hilfe bringen.

Im Anschluß an diese Besprechungen, die nur der Klarstellung der Lage dienten, gab der französische Ministerpräsident beruhigende Erklärungen ab über das Goldproblem und die Haltung Frankreichs dem angegriffenen Dollar gegenüber; betonte die Solidarität des französischen Frankens mit der ame rikanischen Währung und legte die technischen Gründe dar, toarum die Bank von Frankreich gegenwärtig ihre Guthaben in Amerika zurückziebi. In amerika­nischen Kreisen wird versichert, der Staatssekre­tär habe diesen Erklärungen, die er nicht verlangte, schweigend zugehört; ein Teil der französi­schen Presse kann sich der Bemerkung nicht enthalten, die Angriffe gegen den Dollar gingen unter anderem