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Kasseler Neueste Nachrichten

Nummer 84*

Montag, 41. April 1932

22. Jahrgang

Hessische Abendzeitung

befttmntten Ausgabe». an betonieren Plätzen und für ^tetabonlF* etteiltF antalee^etne Seroähr^Se* nttnaSbeträse innerhalb vom 6 Tagen zahlbar. Gerichr^aL sass-l. - ö->ML-ckkmw Iranffun l äR. 4

Kasseler Abendzeitung

Jtett'te,

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Hindenburg wiedergewähtt!

Mehrheit für Hindenburg - Hitler gewinnt über 2 Millionen Stimmen - Wahlbeteiligung 83,2 Prozent

Unter Hindenburgs Mrung

W.P. Mit dem zweiten Wahlgang zur Reichspräsi- vwrtenwahl ist vollzogen worden, was der dreizehnte Marz bereits vorbereitet hatte: Feldmarschall Paul von Hindenburg ist vom deutschen Volke er- ueut zum Reichspräsidenten gewählt worden. Der Mann, dessen ganzes an Arbeit und Opfern rei­ches Leben dem Dienst an Volk und Vaterland gewid- war, wird auch in der nächsten Zeit, die unser Vaterland vor neue schwere Entscheidungen stellen wird, am Steuer des deutschen Schiffes stehen. Die ,üahrt, zu der dieses Schiff jetzt rüstet, wird nicht leicht sein. Die harten Stürme der jüngsten Vergangenheit ZEN ihm bös zugesetzt, und die Prognosen für die Zukunft sprechen eine Sprache, an deren Ernst jeder leichtfertige Optimismus zerschellt. Umso wichtiger ist es, daß sich die Mehrheit des deutschen Volkes erneut ,zu ihrem alten Führer bekannt hat. Es geht ein star­ker ström von Vertrauen von diesem Manne aus, und nichts bleibt dringender zu wünschen, als daß auch in den Kreisen, die im Wahlkampfe gegen Hindenburg gestanden haben, dieses durch die Imitation niederge­drückte Gefühl des Zutrauens und des Vertrauens bald wiedererwacht. Hindenburg streckt allen die Hand zur Zusammenarbeit entgegen, er ist das mutz auch in dieser Stunde noch einmal mit allem Nachdruck gesagt werden keiner von denen, den irgendeine Partei für sich in Anspruch nehmen kann, er steht über den Par­teien: er lebt und wirkt nur für die eine große Partei, die Deutschland heißt. Wir können es uns in dieser Zeit der großen Entscheidungen nicht länger mehr leisten, daß wir die innerpolitischen Streitigkeiten. für ^'chtigm haNs» als alles andere, was n a uns bctut-» vorgeht und was gegen uns getrieben wird. Wir find die Besatzung eines Schiffes, das von schweren Stür­men bedroht ist, und wir werden dieses Schiff, auf dem wir leben, nur dann durchbringen, wenn wir uns- fammenfinden im Wollen und Handeln. Der Führer ruft, verschließen wir uns nicht der Mahnung, die er uns vor gelebt und die er in die Worte gefaßt hat: Welchen _ Stammes ihr seid, welcher Partei ihr an­gehört, wir sind alle Deutsche! Bemeßt, was uns tren­nen konnte, findet Euch wieder zusammen in Liebe zur Heimat!"

Als Hindenburg am 13. März mit sieben Millionen Stimmen vor Adolf Hitler in Führung ging, war es für jeden Einsichtigen klar, daß damit die Frage, wer der dritte Präsident des Deutschen Reiches sein würde, bereits zu seinen Gunsten entschieden war. Der gest­rige Wahltag hat diese Erkenntnis bestätigt, und wenn man das Ergebnis dieses zweiten Wahlganges kritisch prüft, so muß an erster Stelle dem Bedauern Ausdruck gegeben weichen, daß dieser zweite Wahlgang mit all seiner Unruhe dem deutschen Volke nicht er­spart blieb. Die bevorstehenden Preußenwahlen find eine Notwendigkeit, weil sie die bei der Präsiden­tenwahl abgegebenen Stimmenzahlen, die aufs stärffte von den kandidierenden Persönlichkeiten beeinflußt wurden, parteimäßig .zergliedern werden, und weil sie somit einen neuen Schritt zur Klärung unserer inner- politischen Lage bedeuten werden. Der Wahlkampf aber, der jetzt hinter uns liegt, hat nichts Grundsätz­liches mehr geklärt. Im ganzen gesehen ging es nur noch darum, die zweieinhalb Millionen Stimmen, die Duesterberg im ersten Wahl­gang auf sich vereint hatte, zwischen den beiden Haupt­kandidaten Hindenburg und Hitler zur Vertei­lung zu bringen. Das ist in der Weise geschehen, daß von den Duesterberg-Wählern rund siebenhundert Tausend für Hindenburg votiert haben, während sich der andere, weit größere Teil dieser Wähler für Hit­ler ausgesprochen hat. Die Nationalsozialisten mögen in der Art, wie sich die Wählerschaft Duesterbergs ge­teilt hat, einen Erfolg sehen. Mag sich aber auch der Vorsprung, den Hindenburg vor Hitler hatte, auf 5,9 Millionen Stimmen verringert haben ebenso wesent­lich zumindest scheint uns doch die Tatsache zu sein, daß Hindenburg jetzt die absolute Mehrheit errun­gen und mit mehr als zwei Millionen überschritten bat, und daß er diese absolut Mehrheit auch schon im ersten Wahlgang selbst unter Berücksichtigung der da­maligen stärkeren Wahlbeteiligung die Wahlbe­teiligung betrug gestern 83,2 Prozent, während am 13. März 86,2 Prozent aller Wahlberechtigten an die Wahlurne gegangen waren erhalten hätte, wenn die beiden Splitterkandidaturen nicht vorhanden ge­wesen wären.

Die Hitler-Stimmen haben sich gestern gegenüber dem März-Ergebnis um reichlich zwei Millionen Stimmen vermehrt. In dieser Feststellung liegt die einzige Ueberraschung verborgen, die der gestrige Wahltag mit sich gebracht hat. Denn die Frage taucht auf, woher dieser Stimmengewinn stammt. Selbstverständlich rekrutieren sich diese neuen Hitlerwähler, wie schon gesagt, in erster Linie aus dem Duesterberg-Lager, aber sie können nicht allein aus den Kreisen um den Stahlhelm und die Deutsch­nationalen stammen. Siebenhunderttausend neue Stimmen sind der Kandidatur Hindenburg zuge- flossen, da ja nicht anzunehmen ist. daß ausgerechnet Kommunisten den Feldmarschall gewählt haben sollten. Weiterhin liegt die Annahme nahe, daß sick der Rückgang der Wahlbeteiligung gerade in der Wählerschaft Duesterbergs, die doch wohl unter dem Eindruck der deutlich bekundeten Intereffelofigkeit ihrer Führerschaft gestanden bat, bemerkbar machen mußte. Es müßen also unbedingt ein paar hundert­tausend Stimmen, die bisher im kommunisti­schen Lager beheimaiet waren, zur nationalsozia- listischcn Bewegung gestotzeu fein; eine Folgerung,

Das amtliche Ergebnis

Berlin, den 11. April 1 Llhr vormittags

Oer Reichswahlleiter gibt um 1 Llhr nachts folgendes Resultat des zweiten Wahl­ganges der Reichspräsidentenwahl bekannt:

Hindenburg: 49359642 (13. März: 18650730)

Hitler: 43447460 (13. März: 11339285)

Thälmann: 3706388 (13. März: 4983197)

^"gültig waren 8204 Stimmen. Insgesamt wurden 36 491694 Stimmen (13. März: 32889626) abgegeben. Hindenburg ist somit zum Reichspräsidenten gewählt worden.

Die Kandidatur Duesterberg, die hui am 13. März 35S< «ummen erhm-en.

iriM ir o«fge;«<U

* * *

wtb. »etlin, u. April. (Drahtb.) Aus den , zent.iffern: Hindenburg 53 Prozent (erster Wahlgang Zahlen des vorlausrgen amtlichen Schlußergebnisses er- I 49,6), Hitler 36,8 Prozent (30,1), Thälmann 10,2 Pro- gebcn sich für die einzelnen Kandidaten folgende Pro- | zent (13,2).

Wahlkreis Hessen-Nassau

Hindenburg 760 061 (1. Wahlgang 737 743) Hitler 583 834 (L Wahlgang 510 869) Thälmann 112 539 (L Wahlgang 166 745) (Duesterberg 1. Wahlgang 63 030) Abgegeb. Stimmen 1456 676 (L Wahlgang 1491510) %

Quer durch 35 Wahlkreise

In 31 von 35 Wahlkreisen ist die Ziffer für Hin­denburg gewachsen; in vier weiteren ist fie, allerdings nirgends um mehr als rund 1 Prozent, also weniger als die Differenz der Eefamtwahlbeteili- gung beträgt, zurückgegangen. Hitler hat in sämtlichen Wahlkreisen einen Zuwachs zu verzeichnen, mit Ausnahme von Oberbaq- ern-Schwaben, wo ein kleiner Rückgang einge­treten ist. Die Thälmann-Stimmen sind in allen Wahlkreisen stark zuriickgegangen, zum Teil um mehr als ein Drittel, lieber Len durchschnittlichen Zu­wachs hinaus hat Hindenburg Stimmen gewonnen in Ostpreußen, Potsdam I, Frankfurt a. O., Pommern, Liegnitz, Oppeln, Thüringen, Osthannover, Nieder­bayern, Chemnitz-Zwickau, Wütttemberg und Mecklen­burg. Nachstehend geben wir eine Uebersicht der Wahlergebniffe in den einzelnen Wahlkreisen. Die zuerst aufgeführten Ziffern geben die Zahl der bei dem gestrigen zweiten Wahlgang für die einzel­nen Kandidaten abgegebenen Stimmen an. Die Nach­folgenden Ergebnisse in kleinerer Schrift stellen die Vergleichszahlen des ersten Wahlganges dar.

Wahlkreis Nr. 1 (Ostpreußen).

Hindenburg 546 391. Hitler 493 176, Thälmann 85 128 2lb<t. S1. insgesamt 1169 993. Hlnd. 509883, Hit. 408 300, ThA. 116 451, Duest. 133 879.

die auf der anderen Seite durch den überraschend starken Rückgang der Thälmann-Stimmen von 4,9 auf 3,7 Millionen Stimmen bestätigt wird. Jeden­falls taucht hier ein Problem auf. das ernste Be­achtung verdient.

Was sonst noch an kritischen Randbemerkungen zu dem Wahlergebnis vorzutragen ist, läßt sich in wenige Sätze zusammenfassen: Ander regionalen Gliederung der Hindenburg- und der Hitler- Wählerschaft hat sich kaum etwas geändert. Hindenburg hat in vier Wahltteisen einen leichten Stimmenrückgang zu verzeichnen, während er in den übrigen Wahlkreisen jeweils ein paar Tausend Stim­men gewonnen hat. Hitler konnte in allen Wahl­kreisen mit Ausnahme des Wahlkreises Oberbaqern- Schwaben wo die Anhängerschaft Hindenburgs die Millionengienze überschritt, ein Mehr von Stimmen verbuchen, und der kommunistische Bewerber Thäl-

Wahlkreis Rr. 2 (Berlin).

Hindenburg 565 509, Hitler 332 058, Thälmann 314 671.

St. tnsgef.: 1280213, Hind. 559 329, Hit. 247 387, Thöl. 371410, Duest. 90831.

Wahlkreis Nr. 3 (Potsdam II).

Hindenburg 581201, Hitler 415 562, Thälmann 167 957.

'»9. st. tnsges.: 1223 561, Hmd. 566 070, Hit. 326 477, Thöl. 205 442, Duest. 116885. '

Wahlkreis Rr. 4 (Potsdam I).

Hindenburg 539 020, Hitler 483 599, Thälmann 182 838.

Abg St. tnsflcf.: 1253271, Hind. 505470, Hit. 375479, Thal. 229 503, Duest. 132583.

Wahlkreis Nr. 5 (Frankfurt a. O ).

Hindenburg 442 301, Hitler 420 897, Thälmann 75 389.

W-.et- insges.: 960 230, Hind. 409 484, Hit. 338049, Thal. 81 523. Tuest. 123219. '

Wahlkreis Rr. 6 (Pommern).

Hindenburg 395 696. Hitler 510 655, Thälmann 64 519.

Stz insges.: 1054641. Hintz. 361 223, Hit. 391815, Thal. 94 570, Duest. 198371.

Wahlkreis Rr. 7 (Breslin).

Hindenburg 568 218, Hitler 461150, Thälmann 69 138

sÄ1ktBÄ: 4O3 282'

Wahlkreis Rr. 8 (Liegnitz).

Hiichcnburg 359 409, Hitler 313 797, Thälmann 33 946.

** 275062,

l Schluß siehe Seite 2.)

mann schließlich hatte überall eine Verschlechterung seiner Bilanz zu verzeichnen. Auch die Wahlergebnisse in unserer engeren Heimat fügen sich durchweg in die aufgezeigte große Linie ein.

*

Der Kampf um die Reichspräsidentenwahl ist zu Ende, als Ergebnis bleibt die erfreuliche Tatsache, daß das deutsche Volk unter seinem alten bewährten Führer feinen neuen Aufgaben entgegen marschiert. Alle Kräfte zu diesen Arbeiten werden wir aber erst dann frei haben, wenn in vierzehn Tagen die zweite große inneroolittsche Entscheidung, die Neuwahl des Preußenparlaments, -durchgeführt sein wird. Dann freilich heißt es, dem Rufe des Führers, dem Rufe Hindenburgs, zu folgen und die Front der Deutschen für das große Ringen um die Zukunft unseres Vol­kes zu schließ ertt

Nur kleine Zwischenfälle

Berlin, 10. AprU. (Drahtb.) Der Wahl, so«»tag hat nach alle« bis zu. Stunde aus de« Reiche vorliegenden Berichten einen im allgemeine« ruhige» Berlanf genommen. Im Gegensatz zum ersten Wahlgang zeigte der heutige Wahltag ei« wesentlich ruhigeres Bild. Soweit di« Werbetätig­keit überhaupt in Erscheinung trat, wurde sie fast durchweg nur »o« den Nationalsozialisten und Kom­munisten noch betrieben. Im Ganzen hat jedenfalls der Sonntag eine merkliche Entspannung des a« Sonnabend noch hochgradigen Wahlfiebers gebracht Bemerkenswert ist die fast int ganzen Reich während der Bormittagsstunden beobachtete geringe Wahl­beteiligung die gegenüber dem ersten Wahlgang viel­fach erheblich zurückgeblieben ist. In manchen Gegen­den, so uor allem i« Nordwestdentschland, hat sich osfenbar das unfreundliche Wetter, das vielfach Re­genschauer mit sich brachte, nachteilig ansgewirtt. In den meisten Provinzen hatten bis znr Mittagsstunde durchschnittlich etwa 25 bis 30 o. H. der Wähler ihre Stimme abgegeben gegenüber einer durchschnittliche« Wahlbeteiligung von etwa 40 bis SO o. H. z»r selbe« Stunde des 13. März.

oe< pftichshauzllstad?-kerlieDkdie Nacht mm Wahlsonntag ohne größere politische Zusammenstöße Bis Sonntag vormittag wurden 107 Naiionalsozi^ liften und 79 Komunisten von der Polizei zwangs­gestellt. Neun Anschlagsäulen wurden in dieser Nacht wieder in Brand gesetzt. Ueberall in der Stadt sah man starke Polizeistreffen, die jeden Versuch einer Ansammlung verhinderten. Besonders auffallend war der großzügig organisierte Schlepperdienst der Natio- naliozialisten und der ..Eisernen Front". Im Regie­rungsviertel war der Polizeischutz noch umfangreicher als am ersten Wahltag. Der Reichskanzler, der am Sonntag früh von Königsberg zurückkehrte, be­gab sich bereits kurz nach seiner Ankunft in Berlin zu seinem Wahllokal und gab als einer der ersten be­reits um 9% Ahr seinen Stimmzettel ab.

In Ostpreußen wie in den übrigen östlichen Wahlkreisen verlief der Wahlsonntag ruhig. Die Wahlbeteiligung in Ostpreußen war außerordentlich schwankend und bewegte sich zwischen 50 und 80 v. H. Sie war jedenfalls 12 bis 15 v. H. geringer als beim ersten Wahlgang. In H e s s en scheint die Wahl­beteiligung dagegen stärker gewesen zu sein. So wird aus Mainz berichtet, daß die hohe Zahl des ersten Wahlganges erreicht, wenn nicht gar übertroffen wird. In Mannheim, in Ludwigshafen und in anderen größeren Orten der Pfalz war die Wahlbeteiligung lebhafter, abgesehen von den üblichen mündlichen Auseinandersetzungen vor den Wahllokalen boten fast alle Orte ein ruhiges sonntägliches Bild. Auch in Karlsruhe war von dem Wahltage wenig zu merken. In München entwickelte sich im Gegensatz zu vielen Teilen Deutschlanvs schon in den frühren Morgen­stunden ein reges Wahlgeschäft, so daß bis gegen Mittag etwa 50 Prozent der Wahlbeleiligten ihre Stimmen abgegeben haben mögen. Nennenswette Störungen der Wahlhandlung waren nicht zu ver­zeichnen. Aehnlich entwickelte sich das Bild in Augs­burg, Regensburg und Nürnberg. Auch in Mittel, deutschland trat die Wahlhandlung äußerlich wenig in Erscheinung. In Leipzig selbst hätten gestern abend verschiedene Kundgebungen der einzelnen Par­teien stattgefunden, die aber alle ohne Zwischenfälle verliefen.

Während so der IlKrhltag im Osten, Süden und Westen des Reiches ruhig verlief, tarn es in Ham­burg zu einer Schießerei zwischen National­sozialisten und Kommunisten, bei der eine Per­son getötet und mehrere verletzt wurden. Auch in Hannover ereigneten sich ernstere Zusammen­stöße. Zwischen Nationalsozialisten und politisch an­ders Denkenden kam es zu einer Schlägerei, an der sich etwa 100 Personen beteiligten. Die Polizei mußte 45 Leute zwangsstellen, in der Hauptsache National­sozialisten, bei denen Schlagringe und Totschläger ge­funden wurden. An einer anderen Stelle der Stadt wurden zwei Personen erheblich verletzt. In Her­ring e n bei Hamm wurden gestern nachmittag etwa 60 Mitglieder des Reichsbanners, die Wahlzettel ver­teilten, von 50 bis 100 Kommunisten überfallen, die mit nägelbesetzten Zaunlatten auf sie einschlugen und eine Anzahl Schüsse abgaben. Zwei Personen wurden durch Bauch- und Lungenschüsse lebensgefährlich verletzt; außer ihnen mußten noch drei Schwerverletzte ins Krankenhaus gebracht wer­den. Eine Anzahl weiterer Personen wurde durch Schläge mit Zaunlatten zum Teil erheblich verletzt. Landjügerei und Ueberfallkommando stellten die Ruhe wieder her. Auch in Oberhöchstädt bei Bad Homburg kam es am Vorabend der Wahl ju einer ichweren Schlägerei, bei der ein SA-Mann aus Homburg einen Stich durch die Wange erhielt. Außer­dem wurden ihm mehrere Rippen gequetscht. Ein zweiter Nationalsozialist erhielt eine schwere Ver­letzung am Auge und eine Gehirnerschütterung. Land­jäger stellten mit einigen Schreckschüssen die Ruhe miebet her