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Kasseler Neueste Nachrichten

Sonnabend, g./Sonntag, 10. April 1932

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Oer letzte Appell -er NSDAP

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Die heutige Nummer umfaßt 24 Seiten

Apot-eken-ienst

für die es am eine Partei gibt: Boll aad Vaterland

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Faust auf den Richter zerren,

wendig die alten abstotzen müssen, um für die neuen Raum zu schaffen. Die Forscher von klassischem

g^lIrtch-Ta,

Gegen Sodbrennen "AD

BullrichSalz A

Magenbesch werde,

Tabletten

Lies

eine überparteiliche Tageszeitung

die frei von jeder parteilichen Bindung die politischen Vorgänge so be­handelt, wie sie in Wirklichkeit siegen und infolgedessen dem Leser ein eigenes Urteil ermöglicht. Selbstverständlich muß eine große Tages^Ltung zu -en politischen Tagesfragen Stellung nehmen, dies erfolgt m den L. XX. XX. nur unter Berücksichtigung der Gefamtimereffen,

lassen, dann mutzte er hier mit der Tisch schlagen, die Stadt vor den

wenden ihre Energien lieber dazu an, ihr Erzeug­nis immer erneuten Prüfungen, Beides erungen und Ausgestaltungen zu unterziehen."

*

Es wurde nicht selten behauptet, ich sei über­haupt kein Chemiker, weil ich nie einen neuen Stoff hergestellt habe. In solchem Sinne bin ich sogar ein negativer Chemiker zu nenne», denn ich habe die Liste der organischen Verbindungen nicht nur nicht vermehrt, sondern vermindert." (Ostwald hatte nach­gewiesen, datz eine angeblich neue, der Apselsäure nahestehende Substanz von dem Entdecker mit einer bereits bekannten verlvechselt war.)

Auch diesem Redner dankte die Versammlung durch starken Beifall. Ein kurzes Schlutzwort des Versammlungsleiters beendete die Kundgebung.

Sanguinisch veranlagte Forscher mit großer tk.eakrions eschwindigkeit, wie ich sie als romanti­schen Typus beschrieben habe, pflegen den Erzeug­nissen ihres Geistes leine langdauernde Erziehungs­sorge zu widmen. Denn sie bringen sie meist in solcher Gestalt zur Welt, daß sie bald ein selbstän­diges Dasein gewinnen, indem die Bearbeitung von anderen übernommen wird. Sie tragen sich sobald mit neuen Gedanken und Entdeckungen, daß sie not-

Raum zu schaffen.__________ ..

Typus dagegen tragen ihre Jungen wie die Elefan­ten lange und können sich auch nach Jahr und Tag nicht entschließen, sie sich selbst zu überlasten. Sie

em iviitomffl sind Entle fuigs - Kuren

jetzt im Frühling. Nehmen Sie 3mal täglich 23 To 1 uba« Kerne. Zu haben hetzt verbilligt) in Apotheken.

Folgende Apotheken haben morgen, Sonntag, geöffnet und in der darausfolgenden Woche Nachtdienst: Engel-Apo­theke. Ob. Königstrahe 21: Germania-Apotheke, Rothendit­mold, Wolfhagerstrahe 154: Greis-Avotheke, Orleansstr. 12; Herkules-Avotbeke. Wilh. Allee 273: Hirsch-Apotheke, Markt- gasse 33: Sonnen-Avotbeke. Hobenzollernstratze 8t.3

Ein Generalmusikdirektor ist kein Dienstmädchen"

Weisbach holt sich sein Recht gegen die Stadt Düsseldorf.

auch seinen Abschluß. Die Stadt Düsseldorf hatte Lew Generalmusikdirektor Hans Weisbach, mit dem sie noch im Februar 1931 einen neuen Vertrag auf drei Jahre abschlotz, zum ersten Oktober 1932 gekün­digt und ihm schriftlich dazu erklärt, daß sienur im Jntereffe des Gekündigten von einer fristlosen Ent­lastung absehe." War Weisbach nicht von allen gu­ten Geistern, vom eigenen guten Gewissen und von allem menschlichen und künstlerischen Ehrgefühl Ver­

bs. In einer nationalsozialistischen Versammlung, die den grotzen Saal der Siadihalle bis aus den letz­ten Platz gefüllt hatte, sprach gestern abend

Bürgermeister Fr. Schwede, Coburg über den Kampf und Sieg der Bewegung in Coburg. In einleitenden Ausführungen über die Reichsprä­sidentenwahl am 10. April beschäftigte sich der Red­ner zunächst mit derEisernen Front", die einen Verzweiflungskampf führe. Ihr gehe es nicht um den Feldmarschall Hindenburg, sondern nur um das System, und sicherlich werde dieser Block bald wieder, auseinandergesprengt werden.

Der Redner ging dann auf die Verhältnisse in Coburg ein und verbreitete sich zunächst über die Ge­schichte des Coburger Landes. Er zeichnete ein Bild der Stadt Coburg, wo 1924 Hitler mit seiner SA. zum erstenmale ösfentlich ausgetreten sei. Seitdem habe der Nationalsozialismus in dieser Stadt einen großen Siegeszug angetreten und die Mehrheit er­langt. Die Stadt habe Hitler vor kurzer Zeit zu ihrem Ehrenbürger ernannt.

Als die Bewegung mit Mehrheit in die Stadt- verwalytng eingeziMn sei,, habe, eine große Schul- denwirtschast geherrsiht. Die Schuldenlast habe 1928

Sperlings Zeitschriften- und ZeitnngS-Adrcß- buch. (Verlag des Börsenvereins der deutschen Buch­händler.) Die 57. Ausgabe dieses Handbuches über di« deutsche Presse bringt eine erschöpfende Aufstel­lung der wichtigsten deutschen Zeitschriften und poli­tischen Zeitungen Deutschlands, Oesterreichs und des Auslandes. Schlaqwort-, Titel- und Ortsregistcr er­möglichen schnellstens Auffinden der gewünschte» Zeitschrift. Alle Zweige des wirtschaftlichen und kul­turellen Lebens sind erfaßt. Die Notizen der einzel­nen Zeitschriften enthalten in knapper Form alle not­wendigen Erklärungen. Jeder, der sich über perio­dische Druckschriften in Deutschland orientieren will, greife zu diesem bewährten Sperlingschen Adreßbuch.

kommen. Und kommt er nicht wieder, so war es nicht schade um chn. Allerdings ist dieses Verfahren auf solche beschränkt, welche genug Gedanken haben, daß es auf den einzelnen nicht ankommt."

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Umwälzende Gedanken"

Der grobe Chemiker ttttb NaMrwiflenfckastler Wilhelm Ostwald, der Meier Tage 79jahria starb, hat fein Leben nnh Schaffen in einer selbtibtographie Lebenslinie«- (SerUta Slastng n. Co.. Berlin) ge­schildert, der wir folgende Aphorismen entnehmen.

Wenn man einen umwälzenden Gedanken zum ersten Male bekommt, so ist man erschrocken, und scheut sich, so wett zu gehen, namentlich, wenn man noch jung ist, und solche Dinge noch nicht oft und bewußt erlebt hat. Erst, wenn der Gedanke mehr- fa* wiederkommt, beginnt man Mut und Zutrauen zu fasten und betrachtet ihn ernstlich auf seine Durch­führbarkeit. Es ist ähnlich wie Johannes Brahms es von seinen musikalischen Gedanken erzählt. Er ließ sie beim ersten Auftreten laufen, ohne sie aufzu­schreiben, denn wenn der Gedanke wirklich gut ist, pflegte er erklärend zu sagen, wird er sicher wieder-

Es handelt sich hier nicht nur um einen Fall Weis­bach, sondern um das kulturelle Ansehen der Stadt und nicht weniger um den in der Oeffentlichkeit Gott sei Dank! immer noch großen Respekt vor der Stellung eines Generalmusikdirektors in einer deutschen Großstadt. Durch die Klage Weisbachs vor dem Arbeitsgericht erhielt die Stadt einen offen« sichtlichen Vertragsbruch bescheinigt und dazu eine Antwort auf die Frage, die man sich hier allgemein stellen mutzte, ob die Stadt mit der Kündigung Weis­bachs nicht große Gefahr laufe, dem Ansehen des ganzen Kulturlebens einen Stoß zu versetzen. Die Stadt hat sich diese Frage anscheinend nicht gestellt.

rpr. Düsseldorf, 9. April.

Das unschöne Schauspiel eines vor den Kadi ge­zogenen Streites zwischen einer der ersten Kultur- städte Deutschlands und deren Generalmusikdirektor, dessen künstlerische Persönlichkeit in Düsseldorf wie in fast allen europäischen Großstädten in hohem An­sehen steht, fand am Donnerstag mit dem Richier- spruch seinen dramatischen Höhepunkt und hoffentlich

über 6 Millionen M. betragen, für die jährlich rund eine halbe Million an Zinsen aufzubringen gewesen seien. Durch eiserne Sparmaßnahmen auf dem Ge­biete der Verwaltung und der Wohlfahrt habe sich die Schuldenlast seit seiner Amtsführung nicht mehr erhöht, und der Etat habe balanciert werden können, sodaß eine Zwangsetatisierung nicht notwendig sei, wie das bei anderen Städten Bayerns zahlreich habe borgenommen werden müssen.

Durch Arbeitsbeschaffung habe man zu­nächst das Arbeitslasenproblem innerhalb der Stadt lösen können, wodurch den Aermsten Hilfe zuteil ge­worden sei. Heute seien 8085 Prozent der ausge­steuerten Erwerbslosen in produktiver Arbeit bei der Stadt beschäftigt mit einem Durchschnittsstunden­lohn von 61 Pfennig. Der wöchentliche Verdienst dieser in Arbeit gekommene Menschen betrage 22 M. Die Befreiung von dem seelischenDruck habe diese Men­schen wieder froh gemacht.

Auch der Wohnungsbau sei kühn in Angriff genommen worden. Er habe durch private Bau­unternehmer zwei Häuserblocks errichten lassen. Der Kostenanschlag, mit 108 00 Mark angesetzt, sei durch Beschäftigung der Wohlfahrtserwerbslosen auf

Ich hatte von vornherein den Grundsatz durch­geführt, daß die Forschungsarbeit der Vorgeschritte­nen eine gemeinsame Angelegenheit sei, um ihnen die soziale Grundbeschasfenheit aller Wissenschaft ge­läufig zu machen. Deshalb pflegte ich am Anfang jedes Semesters die vorzunehmenden Untersuchun­gen allgemein zu kennzeichnen, damit während der Erledigung der Uebungsstunden jeder sich das aus­suchen konnte, was er am liebsten bearbeiten wollte. Meine Aufgabe war es dann, aus den meist unklar geäußerten Wünschen einen technlsch ausführbaren Arbeitsplan herauszuschälen."

fein Recht mit dem Ingrimm des Beleidigten ver­treten und das Unrecht der Stadt der öffentlichen Blamage preisgeben. Weisbach tat, was die Bevöl­kerung erwartete. Er schlug mit der Faust aus den Tisch, holte sich sein Recht und blamierte die Stadt mit dem Richterspruch, der nicht nur aus formalen Gründen das Unrecht der Kündigung seststellte, son­dern auch noch in salomonischer Weisheit die über die spezielle Bedeutung des Einzelfalles hinaus- gehende generell gültige und lobenswerte Feststellung machte, daWes nicht im Sinne des Gesetzgebers der Notverordnungen, auf welche sich die Stadt juristisch berief, gelegen habe, die Möglichkeit zu bieten, einen hochqualifizierten Künstler wie Weisbach wie ein un­gezogenes Dienstmädchen zu entlassen.

Damit ist eigentlich der unangenehme Kern dieser ganzen aufsehenerregenden Angelegenheit berührt.

Denn wenn sie in solcher Weise gegen einen ihrer höchsten Angestellten vorging, da mutzte sie unter allen Umständen sicher sein, Recht zu erhalten. Wan kündigt keinem Generalmusikdirektor, wenn die Gründe nicht so durchschlagend sind, datz die Kündi­gung auch juristisch durchsechibar ist. Das Gericht hat das Vorgehen gegen Weisbach kostenpslichtkg zu- rückgewiesen, hat den Generalmusikdirektor gegen seine Stadt geschützt, hat auch die eigentliche, kul­turell wichtige Seite der Angelegenheit gebührend betont und somit sicherlich dem allgemeinen Volks­empfinden entsprochen.

Nicht der Streit zwischen den beiden Parteien an sich ist wichtig und bedauerlich, der ist verständlich und alltäglich, aber die Arena dieses Streites ist ver­werflich, ist verwerflich wie der Rechtsbruch der Stabt und wie die Mißachtung des Respektes und der Liebe, die man in der grotzen Gesamtheit des Volkes vor dem deutschen Kulturleben noch besitzt.

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Volksgemeinschaft oder Untergang

Kassel, 9. April.

In einer überfüllten Kundgebung des Kasseler Hlndenburgausfchusses, deren Vorsitz Bibliotheks-

,c?r ~r. Hop f innehatte, sprach Freitag abend Retch-mtnister Treviranus über die Bedeutung oe& zweiten Wahlganges zur Reichspräsidentenwahl.

diesen letzten Wochen, so führte Treviranus aus, fei ihm mit aller Schmerzlichkeit zum Bewußtsein geworden, wie schwer die politische Arbeit sei, wenn man die Wahrheit sage und für sie eintrete, wie lct*t fte hingegen sei, wenn man mit unendlich wenig Wirklichkeitssinn das Volk zuführen" ver- suche. Und dabei sollte doch gerade die Wahl des Reichspräsidenten unserem Volke keine Sorgen be­reiten, wenn es sich darauf besinnt, datz der g r e i s e ^eldmarschall lieber den Passionsweg des großen persönlichen Opfers gehen will, ehe er unser Volk den Passionsweg des Bür­gerkrieges gehen lasse! Es scheint so, als ob unsere Nation immer noch mit Blindheit geschlagen fei, als ob derfuror teutonicuS, der deutsche Blindzorn, immer noch die Tragik des deutschen Volkes sei. Man spricht von Volksgemeinschaft und denkt nicht daran, wie jeden Tag gegen den Geist dieses Be­griffs gesündigt wird.

Der greife Feldmarschall hat gezeigt, wie man Xreue halten kann, ohne viel Worte darum zu machen.

Seine großen Leistungen als Feldherr und Staats­mann stehen in der Geschichte unverrückbar fest als Dienste am ganzen Volk in Treue, Demut und Got­tesfurcht. Bedauerlich fei daher die Kundgebung cmer Anzahl ehemaliger höherer Offiziere Kassels, die versucht hätten, die Verdienste des Generalfeld­marschalls herabzusetzen. Er, der Redner, halte es da lieber mit dem Generalseidmarschall von Macken­sen, der seinem alten Kameraden die Treue bewahrt, obwohl er wußte, daß sein Eintreten für Hinden­burg in gewissen Streifen Stirnrunzeln Hervorrufen wurde. Nach diese» Kundgebungen könnte es den Anschein haben, daß es mehrere Arten von Treue ?-e,..ye mait ie "ach den Bedürfnissen der partei­politischen Taktik auslegen könne. Nicht um die Reichspolitik oder etwas anderes zu verteidigen, sei daher die Regierung vor das deutsche Volk getreten, um ihm zu sagen, was männliche Eigenschaften in Wirklichkeit sind. Der Cfterburgfrieben war gut als etne Zeit ber Selbstbesinnung unb der inneren Ein­

burg bett Vorwurf machen zu können, er habe das Weimarer System gestützt unb ben Zwang des Ver­sailler Vertrages nicht vom deutschen Volke genom­men. Man beklage sich darüber, daß Hindenburg angeblich seine früheren Wähler enttäuscht habe. Das sei nicht wahr. Hindenburg habe nur die Leute enttäuscht, die glaubten, ben Generalfelbmarschall für ihre parteipolitischen Zwecke unb gegen ben Ge­danken der Volksgemeinschaft mißbrauchen zu kön­nen. Die Entscheidung zwischen Hindenburg und Hitler liege im Welmnschaulichen. Durch seine auf­rechte unb treue Hingabe an den Geist ber Volks­gemeinschaft habe Hindenburg die deutsche Linke für sich und damit für die Volksgemeinschaft gewonnen, während jetzt die Rechte gegen ihn stehe in dem Irrwahn, daß nicht die Volksgemeinschaft, sondern der Glaube an die Masse die Entscheidung des deut­schen Schia,als darstelle. Der 13. März war das zweite Tannenberg des Generalfeldmarschalls. Und

der 10. April müsse Hindenburgs drittes Tan­nenberg werden,

der große Sieg für die Volksgemeinschaft! Der 10. April wird ein Markstein aus dem Wege des deut­sche» Volkes zu geistiger, sittlicher und politischer Freiheit werde» müssen. Entweder siege im Zeichen Hindenburgs das deutsche Wese» ober Deutschland verfalle dem Bolschewismus!

I Daß ber Feldmarschall vor mehr als zwei Jahren die jetzige Regierung berief und ihr die Aufgabe stellte, dem deutschen Volke die Schleier wegzureiß n und ihm die bittere Wahrheit zu sagen, datz ein ver­lorener Krieg dem Volke bis in die dritte Genera­tion Wunde» und Narben schlage das werde ihm heute alsVerbrechen" angerechnet! Hinden­burg hat nie versprochen, die Sterne vom Himmel zu holen, er hat nur Klarheit und Wahr­heit in allen Dingen gewollt. Er sprach immer nur vonwir unb Vaterland", während Hitler stets nur vom ,Zch" spreche. Das deutsche Volk sei Hinden­burg zu Dank verpflichtet, datz er immer so einfach, klar, bestimmt und zuverlässig gewesen ist. Hugen- berg habe Unrecht, wenn er dem zweiten Wahlgang keine Bedeutuna mehr zuerkennen will.

Die Bedeutung des 10. April liege im Mensch- lilyen und Psychologischen.

Wir haben es nötig, der Welt klar zu machen, daß das, was bisher gewesen ist, mit dem 10. April zu Ende ist, daß am 11. April ein neues Kapi­tel deutscher Geschichte beginne. Nicht das System Hitler dürfe siegen, sondern das System Hindenburg, das System ber Pflichttreue, ber Demut unb ber Gottesfurcht!

Stürmischer, langanhaltender Beifall bankte dem Minister, ber sich bann auch auf ben zweiten Red­ner, den Hochmeister des Jungdeutschen Ordens übertrug, als er am Rednerpult erschien.

Artur Mahraun

ging von der Erklärung der Gruppe ehemaliger Kasseler Offiziere aus, die geglaubt habe, Hinden-

Berantwortli» für den volttllchen Teil: Dr. Walter P e b n t: für das Feuilleton: German M. Bo na u: für den lokalen Teil: Dr. Sans I oa S i m Gla ber: für den Seimatieil: Rudolf Glaser: für .Sandel: Dr. Hans Lanaenbera: für den Sportteil: Her­bert Svetck: Photo-Redakteur: Ednard Sck>ulz- Reffet; für Anzeigenteil: Konrad Wach s m an n. Berliner Schriitleitunä: Dr W al t er Tb u m. Ber­lin SW. 68. Druck und Berlaa: Kasseler Neueste Nachrichten G. m. b. H. Kassel Kölnische Strane W.

Kassel im Wahlkampf

Kundgebung des Hindenburg-Ausschusses / Treviranus und Mahraun über die Entscheidung des 10. Aprils

kehr. Viele Volksgenosse» habe» nach dem 13. März sicher etwas gut zu mache» und sie werden es tun, wenn sie erkennen, daß das deutsche Schicksal sich in den kommenden Monaten in der Gestaltung der außenpolitischen Dinge erfüllen will. Das Aus­land sieht nicht mehr auf Parteien unb Bewegun­gen, sondern nur noch auf Männer. Und hier in erster Linie auf Hindenburg, der immer klaren Kurs gesteuert hat unb auch weiter steuern wird, um ben deutschen Befreiungskampf zu Ende zu führen. Er hat es nicht nötig, sich Belehrungen darüber erteilen zu. lassen, daß er nicht national gehandelt Irobl! > ...Sich gegen die Nationalsozialisten wendend, führte der Reichsminister aus, daß es Torheit sei zu glauben, die Zusicherung der Legalität habe irgend eine Bedeutung. Was sei denn legal? Mit einer Mehrheit von 51 Prozent könne man das Volk auch in unerhörter Weise unterdrücken und an ben Rand des Bürgerkrieges bringen. Die Veröffent- ichungen der bayrischen Regierung ha­ben mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie sich die Na- tlonalsoziall,te» die Einrichtung des dritten Reiches gedacht haben. Ueberall und jedem hätten sie Ver­sprechungen gemacht, die niemals erfüllt werden konnten. Es komme nicht nur darauf an, daß legal regiert wird, sondern wer legal regiert und wie legal regiert wird. . Nur wenn der Gesetzgeber von der dreifachen Ehrfurcht vor Gott, dem Menschen und der Natur steht, kann er das Volk glücklich füh­ren. Es sei das Schicksal einer jeden Diktatur, daß sie dann, wenn nicht alle Blütenträume reifen, nur noch auf eine Minderheit angewiesen ist und bann Mr Unterdrückung unb zum Terror greifen mutz, um suh überhaupt an der Macht zu halten.

Wer die Partei und den Staat vergottet, sie zum Götzen macht, der muß alle andere» sittliche» Bande zerschneiden und damit den Weg des Bolschewismus gehen.

______________________Seite S

85 000 Mark gesenkt worden, wodurch die Stadt in die Lage versetzt worden fei, Zwei-Zimmerwohnun- aen mit Zubehör zum Preise von 12,60 Mark und Drei-Zimmerwohnungen für 1618 Maik zu viermie­te».

Das Bauprogramm sei nach dem Grundsatz aus­geführt: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Es habe sich bereits zum Segen Coburgs ausgewirkt. Auch ein freiwilliger Arbeitsdienst fei ins Leben gerufen worden für Jugendliche, der 3. 3t. 80 junge Menschen Arbeitsgelegenheit biete. Diese feien in einem Jugend-Arbeitslager untergebracht. Von ihrem Lohn würden wöchentlich 89 Mark einbebalten. Dieser Betrag werde ihnen auf ein Sparkassenbuch gutgeschrieben und zinsbringend angelegt. Auf diese Weise werde der Sparsinn bei den jungen Menschen angeregt. Das alles sei jedoch innerhalb des Stadt- Parlaments nicht auf parlamentarischem Wege zu er­reichen gewesen. Das Stadtparlament habe er völlig ausgeschaltet. Was in einer Stadt mit 25 000 Ein­wohner möglich fei, müsse auch anderwärts durch- geführt werden können. Die sehr in Einzelne gehen- den Ausführungen Schwedes wurden von der Ver­sammlung sehr beifällig aufgenommen.

Nach dem SA.-Führer Kropf anschließend über seine Inhaftierung, die ihn nicht mürbe, sondern hart gemacht habe, berichtet hatte, ging Bürgermeister Schwedes in feinem Schlutzwort noch einmal aus die Reichspräsidentenwahl ein. Die Gegenwart stehe im Zeichen eines grotzen gewaltigen Ringens der nationalsozialistischen Weltanschauung mtt den Nutz­nießern der Novemberrevolution. Letztere seien an­scheinend von Bangigkeit erfüllt und suchten Schutz hinter Hindenburg. Es sei auch bezeichnend, datz die Vertreter des Klassenkampfes heute den Rus nach Einigkeit erhöben. Es gehe nicht um Hindenburg oder Hitler, sondern um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes. Man habe 1925 auf Hindenburg vertraut und sei von ihm enttäuscht worden. Das deutsche Volk rufe nach Freiheit und Brot, Das werde durch Hitler geschaffen werden. Sollte der Wahltag Hitlers Sieg noch nicht bringen, werde der Kampf weiter gehen, weil Deutschland leben solle und müsse. _

Die Pausen waren von musikalischen Darbietun­gen der SA-Kapelle unter Schröders Stabführung ausgefüllt. Das Horst-Wessellied beschlotz die ruhig verlaufene Versammlung.

Die Deutsche Staatspariei gibt nachstehende Kandidatenliste für die Landtagswahlen des Wahlkreises Hessen-Nassau bekannt: 1. Wilhelm Beck­mann, Erziehungsdirektor, Frankfurt a. M-, 2. Wil­helm Kniest, M. d L-, Ehrenobermeister, Kassel, 3. Dr. Rosa Kem . Frankfurt a. M., 4. Erich Zimmermann, Geschäftsführer des ®. D. A.. Wiesbaden, 5. Dr. Ernst Leitz, Fabrikant, Wetzlar, 6. Wilhelm Mater, Landwirt und Müller, Viermünden-Eder (Frankenberg), 7. Dr. Deutsch- bein, Universitätsprofessor. Marburg a. L., 8. Rek­tor Beckers, Hanau a. M., 9. Clara Völzing, Telegr.-Sekr., Kassel, 10. Berndt, Schmiedemeister, Homburg v. d. Höhe, 11. Conrad Günther, Loko­motivführer. Frankfurt a. M., 12. Frau Dora Rade, Hausfrau, Marburg a. L 13. Walther, Seminar­oberlehrer i. R., Schlüchtern, 14. Käthe Müller, Fürsorgerin, Hanau a. M., 15. Dr. Karl Keck, Syn­dikus der Handelskammer Frankfurt a. M.

Die Spitzenkandidaten der 6. A. P. Die So­zialistische Arbeiterpartei hat für den 19. Wahlkreis (Hessen-Nassau) zur preußischen Land­tagswahl folgende Kandidatenliste eingereicht: 1. Hans Marckwald, Schriftsteller in Frankfurt a. M., 2. Hein Herders, Studienassessor in Kassel, 3. Georg Stierje, Verwalter, Frankfurt a. M., 4 Else 'Eisemsnn, Fürsorgerin, Frankfurt a. M., 5. Fritz Schweig, Schleifer, Oberursel i. T.