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Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Handelszeitung
Freitag, den 8 April 1932
Die Reichsbank senkt
Bor einer neuen Diskontermäßigung auf 5J4 pCt.
Der Zentralauskckntz der Reichsbank ist für Freitag nachmittag 3 Uhr einderntea, eine nette Diskontermäßigung nm % Prozent attf 5% Prozent steht bevor. Als die Roichsbank am 9. März mit ihrem Diskontsatz von 7 ans 6 Prozent herabging, betonte der Reichsbankvräsident, dah diese Maßregel trotz der wenig besriedigende» Devisenlage erfolge, weil man der darniederliegende« Wirtschaft „iede nnr mögliche Erleichternng von der Seite der Zinslasten" gewähre« «oll«. Seitdem hat sich der Statns der Reichsbank, aber auch di« Teoisenlage «twas gebessert. Die Beansvrnchang der Reichsbaak zn« Avriltermi« war ne» gewöhnlich gering, der Rotenumlanf ist jetzt 225 Mill. Mark «iedriger, als vor einem Jahre «nd 575 Mill. Mark geringer, als vor 2 Jahre», allerdings mit dem Schönheitsfehler einer vermehrte« Ansgab« von Schtidemstuzeu. Aach die Deoisenbilanz war i« der letzten Zeit wenigstens aasgegliche«. Daz« kommt, dah inzwischen England — znm dritten Male seit 4 Woche« — eine Diskontiertkting vo« 4 aas Sy5 Prozent vorgenommen bat. Der Rückfluß «ach de« Avriltermi« ging überaus rasch vor sich, so dah die Reichsbank de« Privatdiskont in schneller Folge von 5% Prozent herabsetze« konnte. Rebe« dem Wnnsche, Li« Zinslast der Wirtschaft z« milder«, fvielt bei der nenen Dis- kontsenknng zweifellos anch der Wunsch der Reichsbank mit, dah die Hattdelswelt Buchkredite in Wechselkredite ««wandelt. Die Reichsbank wünscht eine« stärkere« Zugang vo» g«tem Wechselwaterial, vo» wirkliche» Handelswechsel». Da ihr« diesbezügliche» Bemüh»»- ge» bisher wenig Erfolg habe«, will Re jetzt hierfür «it einer Dlskoutfeukuug «erbe». Erleichtert wnrde ihr der Entfchluh zu einer Diskontsenkung auch durch die stärkere« Rückklüff« zu de« Svarkasse«.
Das Schicksal der bJordwolle
Der Zwangsvergleichsantrag des stellvertretenden Vorstandes.
Der stellvertretend« Vorstand der Nordwolle hol beim Amtsgericht Bremen den Antrag gestellt, die EmtEung der neuen Nordwolle, die nur die Werke Zettel und Krüger und Bahrenfeld umfassen soll, in das Handelsregister vorläufig zu untersagen und zur Beschlutzfassung über dte Vornahme der Eintragung eine GläUbigerveriammlung einzuberufen. Die stellvertretenden Vorstandsmitglieder Dr. Meister und Hartong begründeten in einer Pressübeivrechung diesen Antrag. Der stellvertretend« Voritaud ist der Ansicht, dah di« Durchführung eines Zwangsvergleichs. den er anstrebt, durch die Neugründung, bas sogenannte Zwei- Werke-Projekt. empfindlich genört werden muhe, da für einen Zwangsve-gleich die sehr erheblichen Waren und liaurden Mittel nickst entbehrt werden könnten. Es sei ferner unmöglich, die Kammgarn- und Handelsgarn- Werke auseinander zu reihen, und auch bw Unlösbarkeit der Warenzeichenfrage spreche gegen dte Neugruuoung. Schließlich wäre das Projekt auch tmt auherordenil-rch hohen Kosten verbunden. Für Len Gedanken des Zwanqsver- Sleichs spräche, dah di« Abwicklung eines io kompltzierten iebildes, tote es die Nordwolle darftelle, durch die Konkursordnung autzerordentlich erschwer werde. Der Zwangsvergleich biet« die Möglichkeit, Li« Masse tn Ruhe adzuwrk- keln und die «rotzen vorhandenen Werte öen Gläubigern und der deutschen Wirtschaft zu erhalten. .Der Vorstand will das seinerzeit vorgeschlagene ,.>s u n i- W e rke - P ro - iett* wieder ausgreisen, das die Zusammenfassung der Werke in Dölmenhorst, Eisenach, Mu5lhausen lowte Leipzig (Drittel u. Krügers und Altona-Bahremeld voriaö. Wie schlietzlich noch miigeteilt wurde, stnd von Len noch arbeitenden Werken De l m e n h o r st und Mühlhausen verhältnismatzia gut beschäftigt; Eiienacharbeit« dagegen nicht günstig, und auch die HaudelSgarnüetrteLe arbeiten etn- geschrankt. Bischofs und Rodatz laufen voll.
Gemeinschaft 6er Srettttb« Wüstenrat in 2udtvigsburg, Württ. Trotz der allgemeinen Wtrtschajtsnot geht bi« Entwicklung bei der GdF aufwärts, das bewonen 6« letzten Baugeldzuteilungen. Im September E waren es 8« Mill. RM, im Dezember 1931 schon 3,8 Mill. RM.und ,-tzt hat die GdF. bei ihrer neuesten Baugeldzuteilung,m Marz wieder über 4,6 Mill. RM für Mi deutiche und österreichische Bausvarer berettgestellt. MW Mef.et Million« naus- schüttung hat Li« GdF insgesamt 187,6 Mill. RM öer Satt» wirtschaft zugeleitet und 12 595 Familien mit ihren Zebntau- fenden von Angehörigen ins eigene Heim geiübrt. Boion- ders zu beachten ist, das; die Gemeinschaft der Freunde als Baufparkasse endgültig zugelasse» ist.
Möbelkontingent für Ausfuhr nach Frankreich erschöpft. Nach den der Ausfuhrstelle der Gruppe Möbelindustrie des Wirtschastzperbandes der Deutschen Holzindustrie vorlteaen- den amtlichen Mitteilungen, ist das Kontingent für Möbel der Positionen 591 bis 593 für die Ausfuhr »ach Frankreich und dem Saargebiek für das erste Halbjahr 1932 beretts erschöpft. Ausfuhrbewilligungen können daher einstweilen nicht mehr erteilt werden. Nähere Auskünfte erteilt die erwähnte Ausfuhrstelle, Berlin SW 11. Sirosemaunstratze 101..
Berlinische Feucr-Berficherungs-Anstalt, Berlin. Di« Prämieneimmhniett gingen im Geschäftsjahr 1931 auf 8,21 (8.69) Mill. RM. zurück; die Rapitatzryäge werden tmt 0,56 (0,46) Will. RM. ausgewiosen. .Fgr Mschretbungen werden 0,15 Mill. RM. verwandt und 0,10 Mill. RM. einer neu zu bildenden Dellrepere-RückstÄlunw zugewtefen. Für klursverluste werden 0,77 .(051) Mill. RM. berucksich- tigt. Die Gesellschaft schlietzt nut einem Gewinn, von 388153 (665 597) RM., aus dem 10 (15) Prozent MW- dende verteilt und 183 153 (173 410) RM auf neu« Rechnung vor getragen werden solle».
Heutiger Börsenbeginn
Etwas beruhigter.
Berlin, 8. Avril. Im heutigen Dormittagsverkebr schien die Stimmung an den Aktienmärkten et ma s v eruSt g- ter zu sein, zumal auch tn Neuoork gestern keine neue Abschwächung eingetreten war. Tai, die Londoner Konserenz obne Ergebnis vertagt wird, blieb auf die Stimmung eindruckslos, da die bevorstehende Trskontsenkuna der deutschen Reichsbank als Gegengewicht für. die Tendenz angesehen wird. Die Umsatztättgkeft war wieder äußerst gering. Man beschränkte ück zunächst daram, für warben und Reichsbank unveränderte Kurse zu nennen. Am Devise n m a r k t lag ein Psundkurs aus der Schweizrmi 19,M vor. Danach stellen stch Pfunde — Parts auf 98^, Pfund« — Amsterdam 9,31^, Pfunde — Mailand 732X1, Pfunde —> Spanien ea. 50, Pfunde — Kabel 3,77%.
Berliner Devisenkurse
7. April . ... in Reichsmark
Tagt Geld 6‘/4 und darüber. Privatdiskont, 57/iß G. 56/ie B.
Die Preiswaage
Warenmärkte und Ivar Kreuger / Grundtendenz schwach
Die Lebensmittel- und Rohstoffmärkte können stch dem Einfluß der Kreuger-Krisis nicht entziehen. Die allgemein« Vertraurnserschütterung v«rpflanzt stch von Wallstreet und den internationalen Effektenbörsen auf die Warenmärkte, di« gerad« zuletzt von den fensationellen Enthüllungen des Revistonsausfchuffes von neuem ins Wanken geraten stnd. Sie sind für derartig« psychologische Einflüste umso empsänglicher, als die statistische Lage so ungünstig ist; daß di« Preise keine große Widerstandskraft besitzen. Dem gegenüber wirkt stch die flüssige Lage Les internationalen kurzfristigen Geldmarktes so gut wie gar nicht aus. Man muß heute, aus Las erste Quartal 1932 zurückblickenL feststelle», daß die Preise an Len meisten Warenmärkten, wie aus unserer Tabelle ersichtlich ist, neue Rückgänge erfahren »nd die in die Tendenzentwicklung gesetzten Hoffnungen enttäuscht haben. Di« ungünstig« Wetter«ntwicklung hat lediglich au Len
Getreidemärkte«
zuletzt eine etwas zuversichtliche« Stimmung aufkommen lassen. In Deutschland ist viel wieder gutzumachen, was die Wintcrkälte verursacht hat, zumal die Wintersaaten gegen den starken Frost nur selten Lurch eine ausreichend« Schnee- L«cke geschützt waren. Die erste Saatenstandsschätzung ist daher bedeutend ungünstiger als im Vorjahr ausgesallen. Im Reichüdurchschnttt wurden folgende Begutachtungsnoten erteilt: Winterroggen 3,1 (Dez. 1931 2,7), Winterweizen 3,2 (2,7) Wintergerste 3,1 (2,6).
batte Junkers 7,5 Mill. RM Flugzeugwerk-Aktien übereignet. Die Deffauer Gläubiger wollen eine Vorwegbe- s r i e L i g u n g ihrer Sortierungen zu erlangen versuchen. Alle Lieferanten hätten geglaubt, Latz Junkers vom Reiche gestützt werde, deshalb hätten ste Le» Werken auch Kredit gewährt.
In der Versammlung wurde weiter mitgeteilt, daß demnächst auch die 2000 Man» beschäftigende DefsauerZuk- k e r - R a f f i n e r i e G. nt. b. H., für eitrige Monate ihre Pforte« schließen müsse, weil ihr Las Kontingent beschnitten worden sei. Dies könne die Stadt Dessau wirtschaftlich nicht tragen. Einmütig wurde der Hoftnung Ausdruck gegeben, daß die Junkers Werke erhalten bleiben möchten.
Sanierte Baumwolle
Kapitalumgestaltung im Hammersen-Dierig-Konzern.
Die C b ri ft i a n D i eri g A.-G. und die F. H. Ha m- mersen A.-G., die HauptfäbrikaUonsgesellichaften Les Hammersen-Dierig-Konzerns, haben 1931 rein betriebsmäßig betrachtet, einigermaßen besrieLigend gearbeitet. Die Christian D t « r i g A.-G. schließt unter Berücksichtigung von 0L8 Mll. RM Gewinnvorirag mit einem Gewinn von 43 718 RM ab, während die F. H. Hammersen A.-G. einen Gewinn von 15 396 RM ausweift, so Latz zuzüglich Vor- iahrsvortrag ein Gewinn von 297 221 RM verbleibt. Die Deutsch« Vaumwoll-Ä.-G. (Debagj weist für das
am 30. 9. 31 beendete Geschäftsjahr einen Verlust von 465155 RM aus, wodurch sich der vorjährige Gewinnvortrag auf 84S52 RM vermindert. Zwecks Anpassung der Buchwerte an die veränderten Wert- und Eriragsverhält- ntsfe soll bet Len drei erwähnten Gesellschaften eine Reibe von Maßnahmen Lurchgeführt werden, bei Lenen sich Buch- gewiune von insgesamt 27,6 Mill. RM ergeben. Li« zu Abichreibungen aus Vorräte, Beteiligungen und Anlagen ueripentiet werden. Im einzelnen werden bei Dierig 10 Mill. RM «tammaktten. bei Hammersen 0,8 Mill. RM Vorrechtsaktien und 4,2 Mill. RM BerwertungSstammaktten sowie bei der Debag 4 Mill. RM Stammaktien einäezvaen werden. Tie Hammersen A.-G. wird sodann ihr Kaviial von 20 auf 16 Mill. RM und Lie Debag von 36 auf 28 Mill. RM Zusammenlegen.
Wirtschafts-Literatur
Deutschlands Versorgung mit Früchten »nd Gemüse. l-™5. ?usend OCh »etien. Preis 3,50 RM, in Leinen seb. eVrrafter Dr. v.-J. v. Kutzschenbach. Verlag Ostvren- uen-Verlag, Konigsverg Pr. Das vorliegende Buch gibt b>e erfte geschlossene Darstellung aller Fragen, die Las deutsche Versorgungsproblem mit wischen Früchten und Gemüse berühren. Tie Untersuchung erstreckt sich ans die Darstellung und Erläuterung der volksgesunbheitlichen Bedeutung, istr veriorgungstechnlichen Aufgaben. Les volkswirtschaft- Uchen ölutzens und der handelspolitischen Zusammenhänge. Da tür Erzeugung und Absatz von Verbrauchsgütern die Einstellung der Verbraucher maßgebend ist, sind in diesem Buch die Auwrderungen, die der Konsument an eine Ware ftettt, zum Ausgangspunkt, der Untersuchung gemacht worden. Für 6te Landwirtschaft, den Handel und die Berbrau- ch?r gibt bas vorliegende Buch eine Fülle von neuartigen, wissenswerten Aunchluften, durch ine viele Mitzverftändniste bei der Ailsein aiidcrsctzung über die Frage: Deutsche oder ausländische Ware beiettigt werden können. Mit Rücksicht am die große Bedeutung, die heute Ler Versorgung Deutsch- lands mit Nahrtingsmitteln zugemeften wird, ist dieses Werk nicht nur für den Fachmann, sondern auch für den Laien ein willkornmener und anregender Führer durch ein hochaktuelles Gebiet unterer deutschen BvlkswirtschasL das t» Ivetten Kreil en Eingang sinden sollt«.
Am Zuckermarkt
hat das stark« Angebot trotz der erzielten grundsätzlichen Einigung innerhalb Ler Produzentenschaft keineswegs nachgelassen, so Latz Lie Preis« erneut unter Druck stehen. Das gleiche gilt von den Kaffee» und Teemärkten, die immer weiter unter 6cm Rückgang der internationalen Aufnahmefähigkeit leiden, zumal zu befürchten steht, Lab die neuen Devisen- und Einfuhrrestrrktionen eine wesentliche Einschränkung Ler Kolonialwaren-Importe nach stch ziehen werden.
Am Kupfermarkt
blieb eine Erböhung des offiziellen amerikanischen Kartellpreises einflußlos, wie überhaupt die Haussepropaganda der amerikanischen Kupferintiustrie augenblicklich aus wenig fruchtbaren Boden fällt. Der Zinnmarkt befindet stch in einer, sehr heiklen Situation, da es nunmehr unzweifelhaft geworden ist, daß der „Pool" nicht mehr in der Lage ist. seine sehr groben Bestände, Lie jetzt auf etwa 25 000 Tonnen angeschwollen stnd, noch weiter zu erhöhen. Ta zu dem Zinn bei Besinn der PfunLLaifse vielfach als Sachwert ntU der Absicht gekauft worden war, „aus der Valuta zu fliehen" und da diese Zinnbestände jetzt Lei wachsendem Vertrauen »um englifche» Pfunde wieder locker werden, macht sich Lie Schwächung der Finanzkraft des Pools dov- peü stark bemerkbar. Die Produzenten verbandeln über »eite Restriktionen, die jedoch aus groß« Schwierigkeiten stoße». Am Zi«kmarkt konnte Lie weitere Abnahme der Bestände (im März um 6000 auf 186 000 Tonnen) die vorhandene LiauiLattonsneigung kaum Lesänfttgen, so Laß auch hier, wie am Blei markt, neue P«isverl«ste eingetre- te» sind.
Am Gummimarkt bleibt jette panikartige Baiffe- stimmung vorherrschend, Lie seit endgültiger Aufgabe jeglicher organisierter Restriktionsabftchten das Charakteristikum dieses Marktes geworden ist. Vereinzelte und vorübergehende P«iSerholungen ändern an diesem Gesamtbild so gut wie gar nichts.
Di« Tertilmärkte
sind etwas bester gehalten. Bemerkenswert ist die — wenn auch geringe — Preiserholung, die sich an den B a u m - wollmärkte« durchzusetzen vermochte. Die Unterbringung der australischen und südafrikanischen Wollschuren geht in Anbetracht der Derhältniste ebensalls relativ schnell vonstatten, so Latz die Ergebniffe der australischen Versteigerung nicht ungünstig stnd. Der Flachsmarkt bat eine recht feste Tendenz zu verzeichnen, da die russischen Rie- senexporte wider Erwarten auf sich warten lasten.» Man gewinnt den Eindruck, Latz die Flachs-Anbauflächen in Westeuropa weiter eingeschränkt worden sind.
Die Lage bei Junkers
Bildung eines Dessauer Eläubigerschutzverbandes.
I» Destau hat sich ein G l ä u b i g e r s ch u tz v e r b a n L gebildet, dem etwa 275 Destauer Gläubiger der Junkers- Werke mit rü. 630 000 RM Forderungen angebären. Dazu komme» noch etwa 400 000 RM rückständige Löhne und Gehälter, sodaß allein Forderungen Deffauer Gläubiger von rd. 1 Mill. RM vorhanden stnd. In einer von über 200 Gläubiger» besuchten Versammlung wurde bekanntgegeben, dah innerhalb des Konzerns 4 Mill. RM Forderungen bestehen, und zwar schulde Junkers Ler Motorenbau 1,5 und dem Flugzeugwerk 2,5 Mill. RM. Aus dem Moratorium Les Motorenbaues seien nur noch 1,5 Mill. RM Schulden vorhanden. Zur Sicherung der Moratorinmssorderungen
Sanierung Baumann L Lederer
30 Proz. Vergleichsquofe / Die Großgläubiger erhalten Aktien
Die Baumann u. Lederer A.-G. in Kassel, über deren Zahlungseinstellung wir berichteten, ver- soudet an ihre Gläubiger folgenden Status, der von dem Wirtschaftsprüfer, Diplomtaufmann Ludewig, aufgestellt ist. Nach diesem Status vom 7. März 1932 belaufen sich die A n I a g e w e r t e auf insgesamt 680 308 RM., die Betriebswerte auf 479 725 RM., darunter Warenvorräte mit 263101 und Augenstände mit 214 000 RM. Demgegenüber verzeichnet der Status an gesicherten und bevorrechtigten Gläubigern 590 100 RM., darunter 78716 RM. Hypotheken, 341517 RM. Bankschulden, 34 204 RM. Wareualäubiger und 80 244 RM. Steuern, Gehälter und Löhne. Die Forderungen der am B e r - aleichsverfahren beteiligte« Gläubiger betragen 827 034 RM., darunter 204 626 RM. Darlehen, 415 852 RM. Bankschulden und 206 556 RM. Warengläubiger. Insgesamt belaufen sich also die Passiven auf 1417134 RM. gegenüber 1160 033 RM. Aktiven, so daß sich ein Fehlbetrag von 257 101 RM. ergibt.
Die Sanierung der Firma, deren Notwendigkeit sich aus vorstehendem Status ergibt, ist in der Weise gedacht, daß das Aktienkapital, das erst kürzlich zur Be- seitiMng des Verlustes von 532 231 RM. per 31. Dezember 1930 auf 600 000 RM. herabgesetzt ist, weiter auf 120 000 RM. herabgesetzt wird und daß mit den Gläubigern ein Vergleich zustande kommt, den die Firma wie folgt beabsichtigt:
Gläubiger, deren Forderungen bis zu 200 R M. betragen und solche, die ihre Forderung auf 200 RM. er» mäßigen, erhalten innerhalb dreier Monate nach Bcstiiti- gung des Vergleichs 50 Prozent ihrer Forderung in bar. Gläubiger, deren Forderungen 2 00 R M. und darüber betragen, und solche, die ihr« Forderung bis »um Ver- gleichSlermin nicht auf 200 RM. ermäßigt habest, erhalten, sofern ihre Forderung den Betrag von 1350 RM. nicht übersteigt, 30 Prozent ihrer Forderung in bar, zahlbar in 3 Raten von ic 10 Prozent.
Alle übrigen Gläubiger erhalten 30 Prozent ihrer Forderung in neuen über 400 RW. lautenden Aktien -der panierten Gesellschaft. Das im Wege -der Zusammenlegung auf 120 000 RM. herabgesetzte Aktienkapital wird um den Betrag wieder erhöht, der zur Befriedigung der Gläubiger erforderlich ist. Ter durch 400 RM. nicht teilbare Spitzenbetrag, für den Mtien nicht zugeteilt werden können, wird den Gläubigern innerhalb dreier Monat« nach Bestätigung des Vergleichs in bar ohne Zinsen aus- gezatzft.
Zu diesem Vergleichsvorschlag haben große Gläubiger bereits ihre prinzipielle Zustimmung erteilt.
Wenn auch die Opfer, die den Gläubigern zugemutet werden, sehr erheblich sind, so sei dennoch das Vergleichsverfahren einem Konkurs unbedingt vorzuziehen, nicht nur im Interesse der Gläubiger, sondern auch im Interesse der Kasseler Wirtschaft. Zuletzt beschäftigte die Firma Baumann u. Lederer noch 170 Angestellte und Arbeiter, die im Konkursfalle brotlos würden. Wir möchten darum hoffen, daß dieses angesehene Kasseler Unternehmen nach Durchführung der Sanierung der Stadt Kassel erhalten bleibt.
Eine Reihe von Großgläubigern hat zu diesem Vergleichsvorschlag bereits ihre Zustimmung erteilt. Im Interesse der Kasseler Wirtschaft ist dringend zu wünschen, daß der Vergleich durchkommt und der Konkursvermieden wird, da int Konkursfalle die 170 Angestellten und Arbeiter, die das Unternehmen noch beschäftigt, brotlos würden.
Heimische Wirtschaft
3 Prozent Dividende bei der Großen Kasseler Straßenbahn. Für das am 30. September 1931 beendete Geschäftsjahr 1930/31 der Großen Kasseler Straßenbahn A.-G., Kassel, soll die Verteilung einer Dividende von wieder 7 Prozent auf die Vorzugsaktien und von 3 (4) Prozent auf die Stammaktien vorgeschlagen werden. Außerdem wird die Gesellschaft 531000 RM eigene Aktien einziehen und damit ihr Kapital auf 6 Mill. RM herabsetzen. Die G.-V. findet am 7. Atai statt.
Betriebswiebcraufnabme. Die Zieseln 6er Wrntcrshall- A.-Gi in Wülfershausen soll ab 15. April wieder tn Betrieb Genommen wevLen. Die Siegelet wurde im September 1980 stillgelegt. Durch -Lie WieLerinvctriebfetzuug solle» zunächst etwa 20 Arbeiter Beschäftigung fin-Len.
Spar- und Darlebnskaff« Eraiaseld (Oberdeffeuj. Im abgelaufenen Geschäftsjahre untrtien 34p (XX) Mark nm gesetzt, Lie Spareinlagen, die 89 000 RM betrugen, haben mH um 1000 RM erhöht, während sich die Schulden um 10000 RM gesenkt haben. Der Reingewinn betrug 1479 9iM. Er wird wie folgt verteilt: 8 Prozent Dividende, 6er Rest wird zu dem Reservefonds und zu % 6er Betriebsrucklage zugeschrieben.
Insolvenz eines Gutspachiers. Der Pachter Les Freiherr v. Groteschen Gutes in Jühnde bei Dransteld, Julius Wecken, bat seine Zahlungen eingestellt und seinen Gläubiger« ein Vergleichsverfahren ««geboten.
I Neues Konkursverfahren: -SÄubmarengesKäft Ww. Frieda Ad erb old in Mühlhausen, Th.; K.-B. Kaiismann Max Fischer; Anmeldesrist bis 7. 5.
Waren und ihre Preise
Berliner Produktenbörse
In Kürzet
Amtliche Notierungen vom Vortaa
Brief
1.391
16.440
. 100
100
100
100
100
100
. 100
Wei»e«ausfuhrschei«e 213 B.. Roggenausfuhrscheine 120 B., Gerstebezugsscheine 28 B.. Maisbezugsscheine 59 B.
ttnni. M. Lire binar Lite» Kr.
Eekttdo Kr. . .
April
259.00-26100 199.00-201.00 184.00- 192.00 171.00-18300 163.00 168.00 3150-35.25 76.50-27 90 11.25-1150 10.40 10.70 18.00-25 00 21.00-24 00 15.00-17.00 16.50-18.50 15.00-17.00 16.00-1950 10.50 -12.00
14.00 1600 31.00-36.50
11.80
13.10-13.30 1240
9.60
12.40
1280 , „
17 00 17.30
Heutiger Frühverkehr stetig.
Berlin. 8. April. Marktlage für Jnlandbrotgetreide stetig. Das Angebor ist ziemlich klein, das Gefchäit gleich Rull. Tie Lieferungspreise werden ebenso wie die tut Efsektenware durchweg unverändert zum Vortagsböriell- fchlutz gesprochen.
Der Ausftchtsrat der Gesellschaft für e let tri« t*e Unternehmunseu LudwiaLoeme u. tro. A -G., Berlin, beschloß, her anf den 9.. Mai 1932 einzube- tnfenien G.-V. die Verteilung einer Ttv:dende von 4 Prozent (i B. 9 Prozent» auf das int Umlauf befindliche A.- S von rund 79 400 000 RM vorzuschlagen.
12.40
12.80 17.00-17.30
fleisch 2. 32—40, 3. 25—30. Kalbfleisch 1. 70—77, 2. 60—i70, Hammelfleisch 60—68, Schweineslemh oö—56 Geschäftsgang schleppend.
Rupverteuroder Schweinemarkt.. Der erfte Srübjahrs- marki war gut besucht. Aufgetrieben waren 214 Ferkel. Die Tendenz war schleppend, später etwas lebhafter. Be- zahlt wurden für 6 Wochen alte tycrfei 31—23 Mark, alter« ko sieten 24—25 Mark pro Paar. Lau,er «iteiten 3,-30 Mark,
Spanien . . ' 100 Peseten
Stockh. Gothenb. 100 Kr
Tallinn (Estl.' 100 estn Kr
Wien 100 Schill
Die vom Statistischen Reichsamt für den Monatsdurchschnitt März berechnete Grotzhandelstuder- itf f et ist mit 99,8 gegenüber dem Vormonat unverändert. Di« Jndexzisfern der Hauvtgruvveu lauten: Agrarstofs«. 96,5 (+ 2,0 ». 6.1, Kolonialwaren 89,3 I— 1,3 v. H.l. industrielle Rohstoffe und Halbwareu 90.4 (— 0.8 v. H.l und industrielle Fertigwaren 120,7 (— 1.2 ». H.j.
Handelsrechtliche Liefernugsaefchäfte au der Berliner Produktenbörse vom 7. Avril. Weizen: Mai 271—-271.o, . Juli 276,5-277. Sept. 225 u. G.; Roggen: Mai 198 u, B., Juli 200,5—200,25, Sept. 188,5 «. B.; Haier: Mai 177—176.5. Juli 182.5 u. 8.. Sept —.
Magdeburger Zuckernotieruu«eu vom 7. April. Gemahl. Mehlis prompt per 10 Tage 32.05, per April —, Bielaffe- Rohzucker 3,45. Teudeuz: ruhig.
Bis zum 4. Avril 1982 einschließlich wurden insgesamt 248,3 Mill. RM auf die steuerfreie Reichsbahn» A u l«i b e 1931 gezeichnet. Davon ft»6 bis zum gleichen Zeitvunkt 126.9 Mill. RM eingezahll worden, d. i. rund 51 Pronnt des Zeichuungsbetrages.
6. April 25800-26000 199.00-201.00 184.00-192.00 171C0-183.C0 162 00- 16700 31.50-3500 26.50 27.90 11.20-11.40 10.40-10.70 18.00-25.00 21.00-24.00 15.00-17.00 16.50-18.50 15.00-17.00 16.00-1950 1075-12.00 14.50-16.50 31.00-36-50 1158-13« 13-00
950
Die Rordbödmifch« Waggon» und M a s chi- neu b a n G. «. b. H.. B o h m i ich-L«iva, das fü6» Unternehmen des Waggon-, Elektromotoren- und Sbapv"mebaus in R-rdbötmen. hat stch fürzablnngs- »»sobia erklärt Dir Passiven werden mit 32 Mill. Ke. und dft Aktiven mtt 33 Mill. Ke. angegeben. Es wird ein Ausgleich von 50 Prozent angeboten.
Frankfurter Biebmarkt vom 7. April. Der Auftrieb des Nebennrarktes bestand aus 143 Rindern. 1058 Kälbern, 135 Schafen und 838 Schweinen. Vergliche« mit dem Auftriev des letzten Nebenmarktes waren heut« 27 Rinedr. 17. Schweine, 100 Kälber und 70 Schafe mehr angetriebe». Notiert wurden Kälber bj 42—46, c) 36—41, ö) 32—35, Schate al) 30—33. b) 25—29, Schweine b) 3—38, c) 36—39, d) 35 bis 39, e) 34, f) g) — Verglichen ntit den Preisen des letzten Nebenmarktes waren Kälber unverändert, schass zogen iiml RM an, wäbrend Schweine 3 RM niedriger lagen. Marktverlauf: Kälber uns Schafe mittelmäßig, geroumt.
SJie W. T. B.-Sandelsdienft erfährt, ist die Bilanz, sttznng des Aniftchtsrats der Harpeuer Bergbau A.»G.. Dortmund, für den 23. April in Aussicht genommen. Mit der Verteilung einer Dividende wird wieder nicht gerechnet.
Berliner Eiernoticrungskommtsslon vom 7. Avril. 2t: Deutsche Eier. 1. Trinkeier vollst, gelt, sonberklatze über 6a ar. 6%, Kl. A über 60 gr. 6, Kl. B über aß gr.. 5i4, Kl. E leichtere 5. Aussortierte VA. B. AuslandSetei: Danen 18er 6%, 17er 6/., 15)4—16er 5Ä, leichtere 5)4. Danen 68 gr. 7, 60—62 gr. 6, 57—58 gr. 5%, leichtere Jtalwner:
15)4—16er 8. In- und ausländische Kuhlhauserer — Wttte- rung trübe, Tendenz: freundlicher.
O«le. Fette und Ehemikalien.(mm Earl .Heinr Stöber K. a. 21., Hamburg 11). Rubol: Bei kleinen^.Umsätzen Preise leicht nachgiebig. Leinöl: schwankend, «oyao l: ebenfalls lveichend. KokoS- und. P a I m k e r n o t: Am Schluß etwas niedriger als zu Beginn. E r d n u nöl: behauptet. Fettsäuren: lehr knapp. C ot t onö l: unverändert. Rizinusöl: herabgesetzt um. 2.— Pid. Sierl. Schmalz: zeigte weiter rücklauftge Preise. Nach vorliegenden Berichten ist eine Verknappung zu erwarten. Angesichts der ruinösen Prene wollen die Schlachtereien die Vroduknon äußerst einschränkend Aetznatron: stucke uud Schupveu Nachfrage befriedigend. Effigfäure: leichte Belebung. G ! v e e r t n: Tendenz lustlos. P a n a - m a f p ä n e: Abi atz 6emeingeni bei gedrückten Preisen. Kamillen, Pfefferminze: weitere Verknappung, Preise fester. Schellack: leicht rückgängig. Terpentinöl: von Ilmerika schwächer. Greifbare Ware knapp, unverändert hoch. 9iord. Terpentinöl draußen stark erhöht. Umsätze sehr lebhaft.
Viehmärkte
Londoner Goldpreis. Ter Londoner Goldpreis beträgt am 7. 4. 32 für eine Unze Feingold 109 sh 0 d — 87,2000 RM. für ein Gramm Feingold demnach 442,0532 vence --- 2,80354 RM.
10U Pro. ,
100 Kr. .
100 ist Kr.
100 Latte
100 Frc.
100 Lewa
Seid
1.068
3.796
1.389
16460
In den Kreisen, die jetzt darauf htuarberten, die Zündholz i u t er e f s e u des Kreuger-Konze r n s Int Schweden beiznbehalten, sucht man letzt It. „svenska. Tag- bladet" nach einem international hervorragenden Ftnanz- atann, der den Posten Sv« kreusers zu übernehmen bereit ist. *
Die Disch 6 et«I und Verkehrs A.-G.. Frank- fnrt/Main. oerteidiuet für das bereits atu 31. 3. 1931 beendete Gest jahr einen neuen Vertust von mehr als
0.5 Mill. » so daß sich ein Gefamtvertu« von 791282
<266 843) R ei 4 Mill. RM A.-K. ergibt.
Buenos Aires . Canada. . . . Japan ... Kairo . • •
Konstantinopel London . . ;
Xeuyork . Rio de Janeiro. Uruguay . . Amsterdam . . Athen . • I Brüssel « < Bukarest . , , Budapest » . Danzig . < Helsingfora. > Italien Jugoslawien Kaunas (Kownol Kopenhaget Lissabon-0 porto Oslo . , .
Paris . . . ,
Prag . . s ,
Reykjavik . , Riga , , .
Schweis . . ,
Sofia . , .
Welzen, tnärk. ab Station Roggen, mark, ab Station Braugerste b’uttergerste . . . • Hafer, mark ab Station . Weizenmehl......
Roggeumehi» ,,,«■* Weizenkleie ..<•«» Roggenkleie .»«••• Vikloriaerbsen ..st» Kleine Speiseerbsen , • » Futtererbsen ..,>>> Peluschken ■ > » > » Ackerbohnen .*>>•» Wicken • • • » •
Lupinen blaue . e • ■ •
„ gelbe .....
Seradeüa. neue . > ■ Leinkuchen. Basis 37% . . Erdnußkucben 50 % Erdnußkuchenmehl 50 % Trockeusehmtzel . • Extr. Sojaschrot 46 %
ab Hamburg.....
ab Stettin . > > • » Kartoffelflocken . . .
15.980'
4.209
0.259
1.728
170.53
5.345
&£
56.94
82.42
7.303
21.700
7.413
41.98i.
87.71
14.59c
83.62
16600
12.465
70.730
79.72C
81825
3.057
31.92 £4.82
107.39
49.950
. 1 Pap. Peso
, 1 Can Doll
. 1 Yen . .
. 1 ägypt. Pfd.
; 1 türk Ptd
. IPfd. Sterl.
. 1 Dollar
. 1 Milreis .
1 Gold Pee.
. 100 Gulden
. 100 Drachmen
, 100 Belga .
. 100 Lei . .
. 100 PeogO . .
, 100 Gulden
16.020 4.217 0.261 1.732
170.87
5.355 59.06 2.528
57.C60
82.58
7.317
21.740
7.427 42.060
87.89 14.610
83.78 16.640 12.485 70.870 79.880 81.180
3.063 31.98
84.98
109.61
50. 50