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Freitag, 8. April 1932

Kasseler Neueste Nachrichten

Vene 2 1. Beilage

LMsere Heimat

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des

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Aus dem Landkreis Kassel

Auf zum Freiheitskampf!

Lchov- PNns-

Beverungen. Ist der Fehlbetrag zu decken? In ' >ung beschäftigte sich die Stadwerord- " * ~ "iaus-

Beverungen.

der letzten Sitzi ____, . . .

netenversammlung mit der Festsetzung des H Haltsplanes für das Jahr 1932. Ein Ausgleich Haushaltsplanes bei den augenblicklichen gesetzlichen Bestimmungen sei n i ch t möglich. Den Erspar- niffen in Höhe von etwa 15000 Mark steht auf der anderen Seite eine erhebliche Mehrbelastung gegen«

Sandershaufen. In der Gemeindevertretung wurde beschlossen, den Sportplatz trocken zu legen. Ebenfalls wurde beschlossen, einen Teil des Sportplatzes einzu- zäunen. Die Materiallosten werden etwa 150 Mark betragen, wahrend die Arbeiten im freiwilligen Ar­beitsdienst ausgeführt werden. Zu einem Anträge betr. Uferinstandsetzung beschloß die Gemeindevertre­tung, die Regelung der Angelegenheit Materialbe­schaffung dem Gemeindevorstande zu überlasten. Der Anlegung eines Bürgersteiges in der Hannover­schen Straße soll näher getreten werden, sobald die Verhandlungen mit dem Landesbauamte abgeschlossen ^Harleshausen. Glück im Unglück hatte am Don­nerstag morgen ein Motorradfahrer, der aus der vom Regen geglätteten Wolshager Straße, unterhalb des Roten Pfahls" mit seinem Motorrad ins Schleu­dern kam und eine Böschung herabstürzte. Der Fah­rer erlitt nur leichte Hautabschürfungen und das Motorrad wurde ebenfalls leicht demoliert. Wenn man bedenkt, daß die Böschung ziemlich drei Meter hoch ist, kann man von einem wirklichenGluck rm Unglück" sagen.

Oberzwehren. Politische Schlägerei. In später Nachtstunde kam es in einer Gastwirtschaft zu einer Schlägerei, wobei ein Mitglied einer rechtsstehenden Organisation zwei junge Burschen schwer verletzte.

Aus dem Oberkaufunger

Gemeinöeparlament

Die Gemeinde mutz für eine Bürgschaft zahlen.

Zu dem Punkt Etatsfragen wurde in der Ober­kaufunger Gemeindevertretung ein Antrag angenom­men, daß bis zur Genehmigung des neuen Etats die Steuersätze des Etatsjabres 1931 erhoben werden sollen., jedoch unter der Bedingung, daß die evtl, neu festgesetzten Steuersätze rückwirkend für das ganze

Aufruf der Vögel!

Die oefamt« Bogelwelt tm Deutschen Reiche hat in ihrer dieo,a^tta<n ^ruoiai,r»-Bermulmtung oen roi4auen. uuu= aewdcn Mahnruf erlassen:

'tcachsem wir au» frcmien, fernen Landen in unter- alte, liebe Heimat zurückaeiehrt sind und in Feld und Wald, in Stadl und Land unser« früheren Wohnungen be­zogen haben, gedenken wir hier etuen glücklichen, zufrie­denen Hausstand und ein fröhliches freies Leben zu führe». Wir Nellen daher uns und unkte Nachkomme«, ^ ai u.

den tatkräftigen Schutz der Menschheit und hegen di« be­rechtigte Hoffnung, datz ft« allesamt, alt und jung, groß und klein, uns an Leib und Leben weder Schaden noch Leid tun werde», »och das kostbarste Gut edler Kreiheit

über, die auf die gestiegenen Ausgaben der , fahrtspflege zurückzuführen ist. Die gefallenen Preise für Nutz- und Brennholz haben gegen das Vorjahr einen Einnahmeaussall von 10 000 Mark zur Folge gehabt. Dazu kommen noch Mindereinnahmen durch Miet- und Pachtsenkungen, durch Steuerausfälle, durch Kürzung der Anteile der Gemeinden usw. Der ungedeckte Fehlbetrag beläuft sich auf etwa 13 000 RM. Da der Anteil an der Einkommensteuer wie auch die Belastung durch den Schuletat zurzeit noch nicht feststeht, kann ein endgültiges, klares Urteil über die Gestaltung des Haushaltsplanes augenblick­lich noch nicht gegeben werden.

Unterhaltung und Vergnügen bereiten.

Auf Nuich und Baum. Strauch und Kraut. Feld und Wald. Dieb und in der 2»ft di« lästige» Schmarotzer weg­fangen, so das, Wald und Feld, Gärten und Auen lieblich gedeihen und di« Menschen an Gottes neubelebter fungsoracht Freude und Wonne finden.

geschcbcn zu Waldheim zwischen Oster» und ften dieses Jahres.

3m Name» der Versammlung:

einer Miete gestohlen. Die Täter hatten zum Abtrans­port einen Wagen aus einer Scheune entwendet und ihn in der andern Nacht wieder zurückgebracht. Emem Landjäger gelang es, 52 Sack in einem in der Nähe befindlichen Spreuhaufen aufzufinden.

Hofgeismar. In der Stadtveiordnetenvming wurde die Unterhaltung der Brunnenallee erörtert Der Staat wollte die Allee verschwinden lasten. Durch Abfall der morschen Aeste sind Schäden an Lichtleitungen usw. entstanden. Die Rechnungen der Instandsetzungen wurden dann in allen Fällen dem Staat vorgelegt, der aber mit der Bezahlung zögerte. Der Vorschlag, die Allee unter Naturschutz zu stellen, wurde abgelehnt Der Vorschlag des Landesbau­amtes, die Pflege der Allee von der Stadl zu über­nehmen, wurde schließlich angenommen. Ferner kam die Chaussierung des Hammergrundweges zur Sprache. Mit einer Summe von 11000 Mark, wo­von 4 500 Mark vom Fiskus und der Stadt und das uorige aus der Erwerbslosenfürsorge getragen wer­den soll, will man. die 700 Meter lange Strecke be­festigen. Da die Summe von 4 500 Mark mit zwei Dritteln vom Staat und einem Drittel mit 1500 Mark von der Stadt aufgebracht werden, ist auch die Verteilung der Arbeiter entsprechend. Es wurde dabei erörtert, daß somit ein geringes Prozent Ar­beiter aus der Stadt in Frage kämen. Man will aber in dieser Hinsicht alles daran setzen, möglichst viel Arbeiter aus der Stadt zu beschäftigen. Da die Aufstellung des Etats noch nicht möglich war, wurde beschloffen, bis zur Feststellung des Vor^ischlags die Steuersätze aus 31 weiter zu erbeben. Dte Wirt- schaftsprüfungsstell-: des kurhessisch-waldeckischen Städtetags hatte einen Bericht über die Verwaltung der Stadt und deren Revision vorgelegt, der ein er­freuliches Bild über die Verwaltung, des Kasten­wesens und der Organisation der Betriebe der Stadt warf. Auch wurde die mustergültige Obstbaumpflege gelobt.

Hofgeismar. Mütterberatung. Kreisarzt Dr. Mal­ens wird am Dienstag, dem 12. April d. Js. 14% Uhr in der Stadtschule, Mutterberatungsstunde abhalten.

Von der Oberwefer

und so schwer verletzt, daß er unterwegs auf dem Transport nach der Gießener Klinik verstarb. Zwei Mitarbeitern des Mannes gelang es, der herabstür zenden Gesteinsfäule durch Sprung zur Seite noch rechtzeitig auszuweichen. Um den bedauernswerten Verunglückten trauern seine Frau und vier Kinder.

Aus dem Kreis Sann. Münden

Hann.-Münden. Von der Polizeischule. Am 8. und 9. April führt die Polizeischule in Hann.-Münden im Elsterbachtal bei Wilhelmshausen ein Schießen mit scharfer Munition durch. Hauptmann Beck wurde mit Wirkung ab 1. Juni nach Kastel versetzt, Hauptmann Schaub an die Polizeiverwaliung nach Dortmund.

Dransfeld, Kreis Münden. Forderungen des Hand­werkerstandes. Im Mittelpunkte einet Handwerker- Versammlung, welche vom 1. Vorsitzenden des Mün- dener Kreishandwerkerbundes, Herrn Mengersen- Münden, geleitet wurde, stand ein Vortrag des Syn­dikus der Handwerkskammer Hannover, Dr. Wienbeck, welcher überGrundfragen der Handwerkspolitik" sprach. Der Redner forderte eine Regierungsmehrheit welche sich bewußt auf den Boden der Privatwirtschaft stellt und sich daher von jeder Sozialisierungsabsicht sernhält.

Münden als Fremdenstadt

Aus der Sitzung des Berkehrsvereins.

In der Hauptversammlung des Verkehrsvereins er­stattete Herr Werner den Jahresbericht. Besonderer Wert wird bei der Verkehrswerbung darauf gelegt, Gäste zu einem längeren Aufenthalte zu veranlassen. Da es aber für einen längeren Aufenthalt den Be­suchern an Unterhaltung, Promenadenkonzerten u. dgl. fehlt, besteht der Plan, eine Lesehalle einzurich­ten. Bei der Aussprache über den Haushalts- und Werbeplan für 1932 wurde angeregt, neben der Wer­bung in in- und ausländischen Zeitungen und Zeit­schriften durch Wegebezeichnungen, Tafeln und Schil­der die Aufmerksamkeit auf Münden hinzuziehen. Bei der Oberweser-Dampfschiffahrtsgesellschaft soll ver­sucht werden, einmal wöchentlich eine verbilligte We- sersahrt zu erreichen. Ferner wird im Sommerfahr- Plan ein weiterer D-Zug in Münden Aufenthalt be­kommen. Nach dc Genehmigung des neuen Haus­haltsplanes, der mit 4050 Mark abschkießt, kam die Frage einer Namensänderung der Stadt zur Sprache. Es wurden die verschiedensten Vorschläge gemacht, den jetzt so häufigen Verwechselungen vorzubeugen. Bür­germeister Dr. Haarmann schlug schließlich vor. sich in einem kleineren Kreise zunächst einmal über eine Na­mensänderung schlüssig zu werden und das Ergebnis durch die Prelle der Oeffentlichkeit zu unterbreiten.

Aus dem Kreis Witzenbausen

Witzenhausen. Zur Reichspräsidentenwahl. Die Wahl des Reichspräsidenten (zweiter Wahlgang) fin­det am 10. April von 8 bis 17 Uhr statt. Die Stadt Witzenhausen ist in zwei Stimmbezirke geteilt. Der

1. Stimmbezirk umfaßt die Häuser 1240 und den Ortsteil Bischhausen: Abstimmungsraum ist ein Schulraum in der Steintorschule. Der 2. Stimmbe­zirk umfaßt die Häuser 241571; Abstimmungsraum ist ein Schulraum in der Mittelschule. Beiträge zur land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossen- fchaft. Die Heberolle über die Beiträge zur land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossenschast liegt zur Einsicht der Betriebsunternehmer vom 7. bis 20. 4. 1932 im Rathause, Zimmer 6 (Stadtkasse) aus. Die Erhebung der Restumlage für 1931 und der Bei­träge für die Haftpflichtversicherung erfolgt in der gleichen Zeit.

Rommerode. Diebe bei der Arbeit. Den frechen Diebstählen der vergangenen Woche sind jetzt weitere Einbrüche gefolgt. Bei dem Einwohner W und in der Bäckerei K. statteten die Diebe einen Besuch ab und verschwanden unter Mitnahme von Lebensmit­teln, 200 Zigarren und Wechselgeld im Werte von insgesamt 270 Mk.

Aus dem Kreise Fritzlar

Fritzlar. Stimmbezirke für die Präsidentenwahl. Für den 2. Wahlgang der Reichspräsidentenwahl am 10. d. M. werden für den Bezirk der Stadt Fritzlar wiederum 2 Stimmbezirke gebildet. Das Wahllokal für den Stimmbezirk I befindet sich m der Turn­halle des Hochzeitsdauses, das Wahllokal zur den Stimmbezirk II in der fiskalischen Volksschule auf dem Friedhof. Die Abstimmungszeit dauert von 9 Uhr bis 18 Uhr. Der Kreisausschutz bat in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß in Zukunft die Ab­rechnung in Fürsorgesachen monatlich zu erfolgen hat.

Aus -em Kreise Wolshageu

Dörnberg. Neue Arbeiterfamariterkolonne. Am Sonnabend hatte sich eine Anzahl Ortseinwohner zwecks Neugründung einer Arbettersamartterkolonne zusammengefunden. Es wurde ein broOnonf^er Vorstand gewählt. Für den demnächit stattfindenden Kursus für erste Hilfe können sich noch Personen weiblichen und männlichen Geschlechts melden. Um die ersten flüssigen Mittel zu erhalten, veranstaltet die Theatergruppe des A. S. B. Kassel zum Besten der neuen Kolonne am kommenden Sonnabend einen Bunten Abend".

Aus -em Kreis Hofgeismar

Grebenstein. Ein Manufakturwarengefchäst aus­geplündert. Als der Kaufmann D. am Mittwoch morgen seinen Laden betrat, mußte er die unliebsa­me Feststellung machen, daß nächtliche Besucher einen großen Bestandteil seiner Waren hatten mitgehen heißen. Die Polizei konnte mit einem Hund eine Spur feststellen, die auf die Straße in Richtung Kas­sel führt. Von hier aus sind die Einbrecher mit­tels Auw verschwunden.

Grebenstein. Eine zweite Wasserleitung. Da sich in der Wasserzufuhrleitung Kesselstein angesetzt hat, vermag dieselbe nickt mehr die benötigte Wassermenge für die Stadt zu liefern. Man will nun jetzt eine zweite Leitung entlang der alten legen. Mit den Ar­beiten ist bereits begonnen worden.

Hohenkirchen. Unerhörte Frechheit. Einem hiesigen Bauer wurden in der Nacht sämtliche Kartoffeln aus

heute nicht mehr in Geltung. Die Kriegsschuldlüge ist schon von Hinden­burg in seiner Tannenberg-Rede zurückgewiesen. Hindenburgs Führung ist eine Gewähr dafür, daß der Kampf um Deutschlands Freiheit mit Besonnenheit und mit Ausnutzung aller internationalen Möglichkeiten

u»9 rauben.

Insbesondere bitte» mir freundlichst und drinaend. He miibfam erbauten Netter nimmer zu zerstören, untere ®ter nicht fort»»nehmen, die junge Brut in unterer Pfleg« »u belaffen und uns all« Zeit als gute Sreunbe zu behandeln.

~ ... wollen wir durch munteres Wegen. 6 liefe»

ter», durch Singen, Pfeifen "id Schnatter» t..

Lerche Star Nachtigall.

Sin Blen-er

Wir haben den Angeklagten geraden wegen seiner besonderen Tüchtigkeit zum Leiter unserer Nebenstelle gemacht und von unseren vier Nebenstellen war seine die am besten arbeitende. Er genoß nicht nur unser Vertrauen, sondern auch das der Einwohnerschaft. Das ging so weit, daß uns selbst nach dem Bekannt­werden der hier zur Anklage stehenden Dinge das Schlimmste angedroht wurde, wenn wir den Ange­klagten nicht in feiner Stellung belassen würden. So hat er uns alle geblendet!" Das war das Urteil, das der Direktor der Kretssparkasse Meldungen über den 28-jährcgen Hermann D. abgab, als dieser sich vor dem Schöffengericht wegen fortgesetzter Untreue zu verantworten hatte.

Der Angeklagte war etwas über zwei Jahre Leiter der Nebenstelle Heinebach der Kreissparkasse Melsun­gen gewesen und hatte sich in dieser Stellung allerlei Unregelmäßigkeiten zuschulden kommen lassen, die für die Kasse einen Verlust von rund 5000 Mark im Ge­folge hatten. Merdings scheint er nur einen Teil des Geldes für sich verbraucht zu haben. Ein nicht unbe­trächtlicher Teil des Verlustes scheint aber auch auf die vom Angeklagten tm Interesse der Kreissparkasse ge­übte zu weitgehende Großzügigkeit zurückzuführen zu [ein. Als Leiter der Nebenstelle hatte er zur Haupt­sache der Kundenwerbung seine Arbeitskraft zu wid­men. Diese Werbung hat der Angeklagte am besten durch ein gewichtiges Austreten zu fordern geglaubt. Er spielte in Heinebach bald eine bedeutsame Rolle und genoß das beste Ansehen. Dazu trug auch nicht unwesentlich bei, daß er über Kreditgesucht vielfach eigenmächtig entschied. Neben der Kreissparkassen- nebenstelle gab es in Heinebach auch noch eine gut­gehende Darlehnkasse deren Kunden den Vorteil hat­ten, daß über ihre Ersuchen ziemlich schnell entschie­den wurde, während die Kreditanträge bei der Krets­sparkasse alle paar Wochen einmal in einer Vorstands­sitzung erledigt wurden. Um der Kretssparkasse Kun­den zu werben, gewährte der Angeklagte auf Kredit­gesuche hin zumeist sofort größere Vorschüsse, die er den täglichen Einnahmen entnahm, um sie nach Ge­nehmigung des Antrages durch den Vorstand wieder einzubehalten. Diese an sich für die Kaffe nicht un­günstige Abwicklung hat aber nicht immer geklappt, denn bald gab es in der Kaffe des Angeklagten große Löcher, die er nur durch neue Unterschlagungen ver­decken konnte. , , «

Vor Gericht räumte der Angeklagte seine Verfeh­lungen reumütig ein. Er gab jede nützliche sachliche Aufklärung und versuchte nichts zu beschönigen. Zu seiner Entschuldigung wies er nur einmal darauf hin, daß er sich selbst gegen seine Bestellung zum Neben­stellenleiter gewehrt habe. Er sei seiner selbst noch nicht ganz sicher gewesen, aber der Leiter der Krets­sparkasse hätte von ihm gefordert, daß er sich in selb­ständiger Arbeit bewähre.

Obwohl in der Verhandlung festgestellt wurde, daß der Angeklagte niemals als Beamter eine Anstellungs- Urkunde erhalten hat und niemals durch Handschlag förmlich auf feinen Dienst verpflichtet worden ist, be­jahte das Gericht in Uebereinftimmung mit der recht weitgehenden Rechtsprechung des Reichsgerichts die Beamteneigenschaft. Aber entgegen dem Antrag des Staatsanwalts ließ es weitgehende Milde walten. Der öffentliche Ankläger hatte drei Jahre vier Mo­nate Gefängnis sowie sofortige Verhaftung gefordert. Das Gericht erkannte jedoch nur auf 1 Jahr Gefäng­nis, lehnte allerdings eine Strafaussetzung vor Ver­büßung eines Strafteils ab. Außerdem wurde dem Angeklagten die Fähigkeit zur Bekleidung eines öffentlichen Amtes auf die Dauer von drei Jahren aberkannt.

Von herabstürzendem Gestein erschlagen

Ein Arbeiter aus Brauerschwend.

In dem Basalffteinbruch bei Brauerschwend wurde der Steinbrucharbeiter Wilhelm Refnhard^ aus Brauerschwend, während er auf der S^hle des Stein- bruches beschäftigt war, von einer Schicht plötzlich herabstürzenden Säulenbasalts zu Boden geschlagen

Im Kampf «m die Wiedergewinnung der deutschen Freiheit stehen heute nicht mehr m die entscheidenden Schlachten bevor. In Genf, i« Lausanne und rn Memel sollen sie geführt werden. Es geht gegen die Tribute, «eg«.

die einseitige Abrüstung und gegen die Krrcgsschuldluge. Es geht um toirb

Deutschlands brennende Grenzen,m Osten. Aber in den entscheidenden Schlachten der Außenpolitik, die in

Wer soll in diesem Kampfe Führer sein? den nächsten Wochen geführt werden, brauchen Hindenburg und seine

«,er fvu in UIHCW ° v ' Beauftragten den geschlossenen nationale« Willen hinter sich. Jetzt

MiLionen deutscher Wähler haben sich verführen lassen. Sie haben ge- gilt es, alle Gesichtspunkte der inneren Zwietracht zuruckzustellkM

glaubt, daß hinter den großen Worten des rechtsradikalen Führers hinter die große Aufgabe des deutschen Freiheitskampfes. Der la April

auch der fanatische Wille zu entscheidenden Taten stünde. All die leiden- muß vor der Welt zu einer schaftlichen Patrioten mußten eine furchtbare Enttäuschung erleben. Am Vorabend des ersten Wahltages für die Prastdentenschaft erklärte Adolf Hitler einem ausländischen Journalisten, daß der Versailler Vertrag Tatsachen geschaffen habe, die man nicht einfach dadurch andern konnte, daß man den Vertrag zerreiße. Er wolle die Aenderung auf dem Wege der Konferenzen versuchen.

Auch Hitler sieht also keine« andere« Weg, als denjenigen, den die vergangenen deutschen Regierungen eingeschlagen haben- Aber Hltler macht nur Versprechungen. Unter der Präsidentschaft Hindenburgs Md Taten geschehen. Das Rheinland ist frei. Der Doungplan ist schon

Etatsjahr Gültigkeit haben. Der Bürgermeister hob noch hervor, daß eine Senkung der Gemeindezu­schläge nicht in Frage kommen könne, solange die Ge­meinde auf Staatszuschüsse angewiesen sei. Zur Holzverteilungskommission wurden folgend^ Ge­meindevertreter gewählt: H. Möller, L. Wicke, L. Batz und A. Walz. Wegen der schlechten Finanz­lage haben sich diese Herren unentgeltlich zur Ver­fügung gestellt. Die Besichtigung des Losholzes hat zu verschiedenen Mängeln Anlaß gegeben. Ein Teil der eingelegten Haufen ist sehr schlecht und ein ande­rer Teil des Holzes steht so unglücklich, daß sie mit Fuhrwerk nicht abgefahren werden können. Es wurde weiter beschlossen, die Wohnungszwangswirt­schaft für Wohnungen mit 250 Mark und weniger Jahresmiete beizubehalten. Wieder einmal wur­den die schlechten Wasserverhältniffe am Struthberg erörtert. Da jedoch das Reich zurzeit keine Mittel für Notstandsarbeiten flüssig hat, mutz dieses Pro­jekt für mindestens 2 Monate zurückgestellt werden. Die Anlieger kündigen schärfere Maßnahmen an, wenn hier nicht bald Abhilfe geschafft wird.

Der frühere Gemeindesekretär W. hatte ein Dar­lehen aufgenommen. Die Bürgschaftserklärung war nur von der Gemeindekasse, nicht aber (der gesetzlichen Vorschrift entsprechend) vom Bürgermeister und vom Gemeindevorstand unterschrieben. Aus diesem Grun­de war die Bürgschastserklärung an und für sich un­gültig. Da W. weder Zinsen noch Abtrag bezahlte, schickte die Firma nach geraumer Zeit einen Zah­lungsbefehl. Doch weder gegen dieses noch gegen das am 9. 9. 31 gegen die Gemeinde ergangene Ver- fäumniSurteil wurde Einspruch eingelegt, so daß das Urteil rechtskräftig wurde und die Gemeinde den Bettag aufbringen muß.

Der Strompreis für das Rechnungsjahr 1932 wur­de für Lichtstrom von 50 auf 45 Pfg. und für Straft* ström von 25 auf 20 Pfg. ermäßigt. Die Wegepachten fotote die Sprunggelder sollen ebenfalls ab 1. 4. 32 gesenkt werden.

Sturm auf das

Hanauer Wohlfahrtsamt

Das gerichtliche Nachspiel.

Am 4. Januar hatten sich vor dem städttschen Wohlfahrtsamt größere Menschenmengen angesam­melt, in der Hauptsache Wohlfahrtserwerbslose, die der KPD. angehörten. Eine Stommiffion dieser Er­werbslosen hatte zu erreichen versucht, daß die fäl­lige Wohlfahrtsunterstützung um einige Tage früher zur Auszahlung gelange. In den Gängen des Wohlfahrtsamtes selbst hatten sich mehrere Hundert Perfonen versammelt, die in SprechchörenHunger" schrien. Die Polizei mußte schließlich eingreifen und die Demonstranten aus dem Gebäude des Wohl­fahrtsamtes herausdrängen. Inzwischen war von der Straße aus das vom Hof des Wohlfahrtsamtes führende eiserne Tor eingedrückt worden. Unter Zuhilfenahme des Gummiknüppels mußte schließlich die Menschenmenge verdrängt werden. Während des ganzen Tages fanden Ansammlungen in den Stra­ßen der Altstadt statt. Lediglich dem besonnenen Verhalten der Polizei war es zuzuschreiben, daß Menschenleben nicht zu beklagen waren. In der Marktstraße und in der Großen Dechaneisttaße waren Polizeibeamte aus den Fenstern heraus mit Steinen, Blumentöpfen und Dachziegeln beworfen worden. Die Polizeibeamten hatten lediglich Schreckschüsse abgegeben. Ein beim Wohlfahrtsamt beschäftigter Cberfetretär wurde auf dem Heimweg angefallen und mißhandelt. Heute ist er noch dienstunfähig.

Der Polizei war es damals gelungen, einen der Hauptfchreier, den 35 Jahre alten Gürtler Karl Sieb zu verhaften, der sich jetzt vor dem Erweiterten Schöf­fengericht Hanau zu verantworten hatte. Im Ver­lause der Verhandlung bekam er einen Tobsuchtsan­fall, so daß die Verhandlung um eine Stunde aus­gesetzt werden mutzte. Das Gericht verurteilte ihn wegen Aufruhrs in Tateinheit mit Landfriedens­bruch zu 10 Monaten Gefängnis unter An­rechnung der Untersuchungshaft.

Kochendörffer SS?SL

SUI». Blei »tute, Servietten-Ringe Sill». Fingerhute, _______Zlgarretten-Etnls_______

gewaltige« Kundgebung dieses Freiheitswillens werden. Bei dieser entscheidenden Kundgebung stellen sich alle deutsch­bewußten und karnpfentschlossenen Männer hinter den

Führer Hindenburg

Wer wM sich später vor sich selbst, vor seinen Kindern und Enkeln schämen, daß er an diesem großen Tage der Ration nicht dabei ge­wesen ist?