Einzelbild herunterladen
 

Hessische Abendzeitung

85 -j). Kür 6»8 Erschein«» von Anreizen fi

«tf4W*S. an» »amffien»Sn»etfltn Me 80 mm-geHe 11 »fenirtg. Älehrt ÄMietae* att» of.r.^rrmm Sttke^ll -k., Anz-farv im fRettonttetl

8nnn vTeitt Stile 45 *. Dffcrtfltüiw_25 4 (bei Aufteilung So <» tyüt va» ^riroeincn von Einstigen is MMmmten rlnSzabeu. an besonderen Platzen und für televtzonisch erteilte auftr'iee k-in- SewShr. 9;He* nllnzSbetrage innerhalb von 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Saffel. Poftfcheckkonto Frankfurt a. M. 6881

Kaffeier Abendzeitung

.^1. oufteasejüta. In Kallen von boberer Gewalt beüeht kein Ansoruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung M Mugsvreises Bnlaor Schrisilciruug uni Druckerei: Kölnische Strafet 10. Teleobou: Gammelnummer 6860. Iuriituche Sorechstunden Dienstags uni Freitags 1719 llbr Kölnisch« Strafe« 10 L

Kasseler Neueste NachMm

Nummer 80*

Mittwoch, 6. April 1932

22. Jahrgang

Zwei Todesurteile im Moskauer Prozeß

Krylenko über den Prozeß / Oie deutsche Delegation in London eingetroffen / Oonaustaaten und Goldstandard / Keine neuen Gehaltskürzungen

Auftakt zu den Vierer-Besprechungen

Eigener Drahtbericht.

England und die Viermächtekonferenz

VonunseremLondoner Korrespondenten,

London, 6. April.

Die Bicrmächtekonferenz zur Prüfung des Donauproblems nimmt im Laufe des heutigen Tages in London ihren Anfang. Deutschland wird durch Staatssekretär Bülow, Italien durch Außenminister G r a n d i, der gestern abend in Begleitung des ita­lienischen Rcparationssachverständigen Bencduce hier eingetroffen ist, Frankreich durch Finanzminister Flandin und England durch Macdonald und Schatz­kanzler Neville Chamberlain vertreten.

Zu den Perhandlungen der englischen und französischen Sachverständigen am Dienstag meldet Pertinax imDaily Telegraph" von englischer Seile sei vorgeschlagen worden, die Do­naustaaten vom Goldstandard abglei- t c n zu lassen. Die französischen Vertreter hätten die­sem Vorschlag zugestimmt unter der Voraussetzung, daß sofort ein neuer Goldstandard auf einer niedrige­ren, aber festen Grundlage eingesührt werde. Der französische Vorschlag, daß der Finanzausschuß der Viermächtekonferenz mit dem Finanzausschuß des Völkerbundes Zusammenarbeiten solle, sei englischer­seits abgelehnt worden.

DieTimes" begründet in ihrem Leitartikel bie Notwendigkeit einer finanziellen Hilfe, aber England k.mue Geld nur unter ganz scharfen Bedin­gungen für eine wirkliche und wirksame Neuordnung hergeben. Eine internationale Ueberwachung sei die unbedingt notwendige Bedingung für jede inter- narivnale Hilfe. Die äußeren Zölle für das Donau- system dürfen unter keinen Umständen erhöht werden, da der Handel mit Italien und Deutschland nicht ge­stört werden dürfe.

Die Stellungnahme der City von London zu den französischen Wiederaufbauplänen für die Donau- ländcr wird von derFinancial Tilnes" dahin wie dergegeben, daß kein Plan Vertrauen einflößen könne, wenn nicht gleichzeitig die Reparationsfrage endgültig geregelt werde. Die Versuche, Bul­garien auszuschlietzen, betrachte »ran in der City als einen rein politischen Schachzug Frankreichs. Es sei nicht logisch, das Donauproblem angeblich nur durch rein wirtschaftliche Maßnahmen lösen zu wollen, wäh­rend die Reparationsfragc auf Grund politischer Er­wägungen entschieden werde«, solle. Nur wenn alle politischen Fragen ausgcschaltet würden, sei eine Dauerlösung zu erhoffen.

Wie dieBadische Prefle" aus Kreisen der deutschen Abordnung erfährt, beurteilt man an den zuständigen deutschen Stellen die französisch-englischen Besprechun­gen der letzten Tage außerordentlich ruhig und glaubt, daß durch den Tardieubesuch das Ergebnis der Londoner Konferenz auf keine Weise vorwegge­nommen ist. Man ist der Auffassung, daß auch in London das entscheidende Wort nicht gesprochen und die Entscheidung in der Donaufrage crst in Genf fallen wird.

London, 6. April. Der deutsche Vertreter auf der Donaukonferenz, Staatssekretär von Bülow, traf am Mittwoch vormittag fahrplanmäßig um 8,38 Uhr in London ein.

von Twardowski wurde heute in früher Morgen­stunde das Urteil verkündet. Es lautete auf Todes­strafe für beide Angeklagten. Das Urteil ist end­gültig.

Vor der Verkündung des Urteils führte Volks­kommissar Kry len ko aus, das Attentat sei durch eine Warschauer sowjetfeindliche Terrororganisation veranlaßt worden. Wassiljew habe wahrscheinlich schon seit 1928 mit dieser Gruppe in Fühlung gestan­den, deren Ziel gewesen sei, die außenpolitischen Be­ziehungen der Sowjetunion zu stören und Terror­akte verüben zu lassen, um die Friedenspolitik der Sowjetunion zu durchkreuzen und außenpolitische Konflikte zu provozieren.

Die Verteidiger hatten um ein milderes Urteil ge­beten, weil die Attentäter Werkzeuge in fremder Hand gewesen seien.

Im Verlauf der gestrigen Verhandlung hatten sich beide Angeklagten für schuldig erklärt. Ster» hatte

TenfWanb wirb eon lernen innenvoliüsrben Sor- aen aufs itärfft« in Anwrnch Benommen. Aber auch mitten im SBablEamof dürfen bie anfeenoolittschen ,rraacn. die durch bie heute beginnende Londoner Krererkonfereuz ansgcworsen werden, nicht aufeer Acht Zslallen werden. Wir ergänzen unsere bisherigen Airsfüdrrruaen $tt diesen tragen beute durch einen Bericht unseres Londoner Mitarbeiters, da gerade die englische -Stellungnahme, rote hier schon mehrfach betont wurde, das Endergebnis stark beeinflußen wird.

G. P. London, 5. April.

Selten haben außenpolitische Ereignisse die öffent­liche Meinung Englands so interessiert und erregt, wie die zur Erörterung des Donau-Problems nach London einberufene Konferenz der vier Großmächte und der ihr vorangegangene Londoner Besuch des französischen Ministerpräsidenten Tardieu. Noch vor wenigen Woche« bestand in England für den Plan eines wirtschaftlichen Zusammenschlusses der Donau-

Gchwere Llnruhen in Neufundland

Saint Johns, 6. April.

Schwere Ausschreitungen einer mehrere tausend Personen zählenden Menschenmenge haben gestern zum Rücktritt der neufundländischen Regierung ge­führt. Die Menge stürmte das Parlamentsgebäude, zerschlug die Fensterscheiben und warf amtliche Schriftstücke auf die Straße. Der Premierminister ent­kam mit Hilfe von drei Geistlichen. Den unmittelbaren Anlaß zu den Unruhen gab der Umstand, daß die Zulassung einer Abordnung zum Parlament sich ver­zögerte.

3m Hintergrund: Warschauer

Moskau, 6. Apr!i.

In dem Prozeß gegen Stern und Wassiljew wegen des Attentates auf den deutschen Botschaftsrat

Terror-Organijation?

allerdings dabei virsichert, daß er aus eigener Initia­tive gehandelt habe, (lieber die außenpolitischen Hin­tergründe des Prozesses hat unser Moskauer Kor­respondent in seinem am 1. April veröffentlichten Ar­tikelMoskaus außenpolitischer Kurs" berichtet. Die Redaktion).

Keine neue Notverordnung!

(Von unserer Berliner Schriftleitung).

Ttarfreundschaftlicher

Meinungsaustausch"

London, 6. April.

Der diplomatische Korrespondent derMorning- post" schreibt, Aeußerungen gewisser Teile der fran­zösischen Presse hätten das Maß der zwischen Mac­donald und Tardieu erreichten Uebereinstimmung et­was übertrieben. Die Annahme, daß die Erörte­rungen vom Montag über einen freundschaft­lichen Meinungaustausch hinausgingen, sei falsch.

Der diplomatische Korrespondent desDaily Tele­graph" sagt: Die Besprechungen vom Montag führ­ten zu einer Annäherung des englischen und des französischen Standpunktes hinsichtlich der wirtschaft- lichen Seite des Donauproblems. Die finanzielle Seite dagegen wird noch einer sorgfältigen Prüfung bedürfen. Die Londoner Bankiers, sind, wie es beißt, nicht geneigt, ohne eine Regierungsgaranne weiters Geld im Donaugebiet zu riskieren.

Deutsche Vorbereitungen

Karlsruhe, tz. April.

Die Besprechungen zwischen Reichskanzler Brüning und den am Montag abend eingetroffenen Mitglie­dern der deutsche« Abordnung für die Londoner Do- naukonferenz fanden ain Dienstag vormittag im Hause des früheren badischen Gesandten in Berlin. Dr. Honold, statt, dessen Gast der Reichskanzler wäh­rend seines Karlsruher Aufenthaltes war.

Tie Besprechungen nahmen etwa drei Stunden in Anspruch. Die Mitglieder der Londoner Abordnung verließen Karlsruhe mit dem Reingolderpreß um 12,30 Uhr zur direkte« Fahrt nach London. Reichs­kanzler Brüning fuhr «achmiitaas nach Stuttgart, wo er für Hindenburg sprechen wird.

Gleichzeitig mit der deutsche« Abordnung zur Lon­doner Donaukonferenz hat sich auch der deutsche Bot­schafter von Neurath von seinem Wildungcr Erho­lungsurlaub auf seinen Londoner Posten zurückbege­ben, wo er von seinem Stellvertreter, Botschaftsrat von Bernstorff, immittelbar nach seiner Ankunft über das Ergebnis der Verhandlungen zwischen MacDonald und Tardieu unterrichtet werden wrrd.

th Berlin, 6. April.

Die Behauptungen, die der Abgeordnete Gregor S t r a f f c r in seiner Rede in Kassel ausgestellt hat, wo­nach noch vor dem 1. Mai mit einer neuen Rotverord »ung mit einer lstprozentigen Gehaltskürzung und mit Kürzung der Renten- und Arbeitslosen Untcrstübu« ge« zu rechne,« fCi, beruhen, rote von zuständiger Stelle in Berlin auf das Entschiedenste festgc stellt wird, auf freier Erfindung.

z;n ganz ähnlichem Sinne, wie der Abgeordnete Strasser, hatte bte in Braunfchweig erscheinendeNie­dersächsische Hitlerzcitung" eine Meldung veröffent­licht, daß eine neue Notverordnung dieser Art in Vor­bereitung sei, und daß der Reichskanzler am 25. April diese Notverordnung dem Reichspräsidenten vorlegen werde. Gegen diese Aeußerung des erwähnten Blattes ist bereits ein amtliches Dementi erlassen worden, in welchem festgestellt wird, daß diese Mitteilung auf freier Erfindung beruhe.

Die Maßnahmen zur Verlängerung des bisherigen Etats sind bereits in der Notverordnung von 29. 3. vorgesehen. Vorarbeiten zu einer neuen Notverord­nung find nicht int Gange, der Reichssinanzmimster hat vielmehr bereits erklärt, daß es lediglich mit Hilfe von Sparmaßnahmen gelungen ist, den neuen Etat in Ordnung zu bringen. Wahrscheinlich wird gegen die Aeußerungen, die ver Abgeordnete Straffer in Kassel getan hat, auch noch in amtlicher Form Stellung ge­nommen werden.

Brüning im Wahlkampf

Stuttgart, 6. April.

Reichskanzler Dr. Brüning setzte seinen in Karlsruhe begonnenen Redefeldzug gestern in Stutt­gart in der von 10 000 Menschen bis aus den letzten Platz gefüllten Stadthalle fort

Die Reichsregierung, so führte der Reichskanzler aus, will durch gemeinsame Opfer aller die Grund­lage schaffen, um zu dem Ziel in der Reparations­und Abrüstungsfrage zu gelangen, das wir alle als elementares Recht des deutschen Volkes beanspruchen Wenn die Nationalsozialisten einmal an die Herr­schaft kommen sollten und versuche« würden, auch nur 10 Prozent ihrer Verheißungen zu verwirklichen, dann würde in 14 Tagen die Reichsmark ins Ufer­lose hinabgerasselt sein.

Der Reichskanzler kam in seinen weiteren Aus­führungen auf die Ursachen der gegenwärtigen Not zu sprechen, die keineswegs im November 1918 ent­standen sind, sondern viel weiter in die Vorkriegs­zeit zurückreichen. Wenn die Nationalsozialisten ge­sagt hätten, ein alter Mann sei für die Politik un­tauglich und halte keinen Vergleich aus mit dem Säkulargenie von Adolf Hitler, so sei zu erwidern: Dieser Mann sieht die Menschen und die Dinge klarer und einfacher als die meisten Menschen, die sonst im öffentlichen Leben an führender Stelle stehen.

Der Kanzler sagte weiter: Ich bin überzeugt, wenn jeder seine Pflicht tut, der ein ernstes und tiefes Gefühl hat für die Bedeutung der nächsten Monate, dann wird gewiß am nächsten Sonntag dem Herrn Reichspräsidenten ein Vertrauensbeweis ge­liefert werde« von mehr Millionen als es im ersten Wahlgang bereits geschehen ist. Die Wahl des Reichspräsidenten, wen« sie mit weit größerer, über­wältigender Mehrheit am nächsten Sonntag erfolgt, wird dem Auslande ein Zeichen ünd das Symbol einer Aufforderung und War- « u n g bedeuten. Eitze Wahl mit überwältigender Mehrheit wird gewissen Länder« zeige«, daß alles Gerede, als ob das deutsche Volk jede« Tag irgend­einer anderen ertremen Richtung erliege« könne, un­sinnig ist und daß man uns ruhig zutrancn kann, daß wir unsere Geschicke selbst regeln können, weil wir in uns selbst stark genug sind.

staaten nur ein ziemlich geringes Interesse. Selbst die um den Donau-Plan geführten erregten Auseinander­setzungen unter den kontinentalen Mächte« vermoch­ten England kaum aus seiner traditionell abwarten­den Haltung zu bringen. Doch beides hat nun die merkwürdig überstürzte Taktik des französischen Mi­nisterpräsidenten fast über Nacht von Grund ans ge­ändert. Herr Tardieu hat durch fein son­derbares, überall Nervosität erregen­des Spiel England gänzlich aus feiner Ruhe gerüttelt. Und zwar fcheint es, daß Tar- dieuz gallisches Temperament ihm in diesem Falle einen recht bösen Streich gespielt hat. Durch die aus­fallend- stürmische Art, wie er sich für seinen Donau- Plan eingesetzt hat, ist vor Englands Angesicht wieder mal das Schreckgespenst einer französische« Hegemonie in Kontinental-Europa erstanden. Die Presse disku­tiert wieder mal eifrig die alte Frage, ob Frankreich getraut werden könne oder nicht. Die hierdurch her­vorgerufene Erregung hat andererseits auch ein will­kommenes Ergebnis gezeitigt: der bis dahin von eng­lischer Seite etwas indifferent behandelte Donau- Pla« ist hier plötzlich in den Mittelpunkt aller politischen Diskussionen gerückt worden. Herr Tardieu hat, wohl ganz anders wie er es ursprünglich gewollt, den Gedanken eines wirtschaftliche« Zusam- rÄnschlusses der Tonaustaatc.. in England verständ­lich gemacht. Somit sind in England parallel mit der zunehmenden Erregung über die politischen Aspira­tionen Frankreichs in Zentraleuropa die englischen Sympathien für den "Donau-Plan an und für sich in den letzten Tagen bedeutend gestiegen. ..

Die Absichten, die England anläßlich her Vier- mächte-Konferenz über Frankreich und die Tardieu- schen Pläne äußert, sind zum mindesten geteilt, und der Eindruck läßt sich nicht von der Hand weisen, daß die krttischen Stimmen bei weitem überwiegen. Sonst so diametral entgegengesetzte Presseorgane, wie beisp. der konservativeDaily Telegraph" und die halb- faschistischeSaturday Rewiew" auf der einen und der links-radikaleNew Statesman" und der sozia­listischeDaily Herald" auf der anderen Seite urteilen int Augenblick über Frankreichs Europa-Pläne in fast identischen Ausdrücken. Die Ansichten dieses Teils der englischen öffentlichen Meinung lauten etwa: Selbst wenn England nicht die Indiskretionen des Herrn Pertinax und anderer Interpreten der franzö­sische« Politik vor sich hätte, bermag es über die wahren Absichten Herrn Tardieu kaum im Zweifel zu sein; die französische Außenpolitik ist stets klar, präzise und auf ein Ziel gerichtet. Born Versailler Vertrag, über den Kampf um die deutsch- österreichische Zollunion, bis zum gegenwärtigen Vor­schlag eines wirtschaftlichen Donau-Bundes unter sranzösischer Oberkontrolle führt eine gerade Linie. Kaum ein Monat vergeht, ohne daß vom Quai d'Orsay nicht ein neuer Schachzug erfolgen würde; sie alle sind auf ein und dasselbe Ziel gerichtet: das Ver­sailler System weiter zu befestigen, Deutschland wei­ter niederzuhalten und den Plan einer französischen Hegemonie über Europa weiter auszubauen. Der Quai d'Orsay arbeitet, während andere träumen... Herr Tardieu denkt offensichtlich an die napoleonische Zeit zurück, da Frankreich mit Hilfe »des Rhein-Bun- des über Europa herrschte. Doch 1932 ist nicht 1810! Ein Bund der Donaustaaten unter französischer Ober­hoheit steht heute ebenso wenig im Einklang mit bri­tischen Interessen, wie es seiner Zeit der Rhein-Bund war. Und falls Frankreich sich einbilden sollte, daß nun die Zeit gekommen sei, um den status guozu verewig e n, so wird England in dieser Hinsicht bitter en11äuschen. England gibt sich volle Re­chenschaft darüber, daß eine wirkliche Besserung der Lage im Donau-Gebiete und in Europa nur dann möglich ist, falls die Friedensverträge revidiert und das durch diese angerichtete Unheil so weit wie mög­lich wieder gutgemacht wird....

Wie die britische Regierung zur Konferenz steht, ist in den letzten Tage« mehrfach zum Ausdtuck ge­bracht worden. Sie fühlt sich offensichtlich stark und gefestigt genug, um eine direkte Aussprache mit Frankreich nicht zu scheuen. Diese mit reu gegebenen Tatsachen rechnende englische Auffas­sung geht, wie dieTimes" betont, vor allem dahin: Je eher die unvermeidliche Diskussion mit Frankreich erledigt wird, desto besser! Jeder weitere Tag, bemerkt der britische Ofsiziosns, gestaltet die Lage in Zentral- enropa kritischer und kritischer, macht die Notwendig­keit einerersten Hilfeleistung" dringender notwen­dig. Neue finanzielle Katasttophen in Zentraleuropa würden aber nicht nur ein wirtschaftliches Zusam menarbeiten der Donaustaaten, sondern auch die Re- parationskonferenz negativ beeinflussen. Das Donau- Pioblem ist gewiß der eigentliche Zweck der Konfe­renz. Doch es ich sehr unwahrscheinlich, daß von einer Konferenz der vier europäischen Großmächte heute die Rep-aratiousfrage gänzlich ans bett Hrötte-