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Freitag, 1. April 1932

Kasseler Neueste Nachrichten

Bette 1 * t BeW

Lehrer Reiß feiert Oienstjubiläurn

in Elnrode.

Lehrer Bernhard Reiß kann heute auf eine fünf­undzwanzigjährige Diensttätigkeit in Elnrode zurück­blicken. Diese Tatsache nahmen die gesamte Gemeinde sowie die Nachbargemeinden Strang und Lundshau­sen zum Anlaß, dem Jubilar herzliche Glück- und Segenswünsche entgegnzubringen. In Lundshausen geboren, kam Reiß nach Elnrode, nachdem die Ge­meinde in kurzer Zeit über zehn Lehrer kommen und gehen sehen mußte. Er wurde seßhaft und konnte bald in das neue Schulhaus einziehen, für dessen Er­bauung er sich große Verdienste schuf. Stets treu und gewissenhaft als Lehrer und Mensch wurde er allen Dorfbewohnern Vorbild und Ratgeber in vieler Hin­sicht. Seine große Liebe zur Heimat ist bekannt und diese Heimatliebe predigt er und für sic setzt er alle Kraft ein, wo sich ihm in der Oeffentlichkeit Gelegen­heit bietet. Sein Grundsatz ist: Ein Mensch, der im Heimatboden wurzelt, ist auch ein guter Deutscher. Viele Ehrungen, auch aus den umliegenden Gemein­den, und nicht zuletzt seitens der Lehrerschaft aus dem südlichen Teil des Kreises Fritzlar, dürften ihm an diesem Tage zuteil werden.

Aus dem Streife Rotenburg

Bebra. Die Genehmigung der Biersteuerordnung der Gemeinde Bebra für das Rechnungsjahr 1932 ist vom Kreisausschuß verlängert worden.

Aus Waldeck

Arolsen. In der Sitzung der Stadtverordneten wurde von dem Antrag des Direktors des Arolser Staatlichen Resormrealgymnasiums Kenntnis genom­men, der das Provinzial-Schulkollegium in Kassel er­sucht. die Aufnahme von Schülerinnen tn das Real­gymnasium schon von der Sexta an zu gestatten. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß einstimmig, diesen Antrag zu unterstützen. Leider mußte der Ver­sammlung die betrübliche Mitteilung gemacht werden, daß laut Schreiben des Kreditvereins Arol­sen dieser gezwungen war. ein Vergleichsver­fahren zu beantragen. Infolgedessen kann nut einer Aufwertung der Papicrmarkkapitalien der Stadt, die bisher mit einer Aufwertungssumme von 1350 Mark in den Etat eingesetzt worden waren, nicht gerechnet werden. Der Betrag wurde nun­mehr aus dem Etat gestrichen. Die vom Magistrat angestrebte Verlängerung der Gemeindejagdsteuer- Ordnung für den Stadtbezirk Arolsen hat die Zu­stimmung des Bezirksausschusses und des Oberpräsi­denten in Kassel gefunden. Nach einer längeren Aus­sprache über die Wassergewinnung für das städtische Wasserwerk und die Aufteilung der Domäne Hüing­hausen schloß die öffentliche Sitzung, an die sich dann noch eine vertrauliche Sitzung anschloß.

Bad Wildungen. Zu der Familicntragödie in der Stresemannstratzc ist noch zu berichten, daß alle Um­stände dafür sprechen, daß Grünert den Mord an sei­nem Schwiegersohn Kaiser von langer Hand vorberei­tet hat. Den zur Tat benutzten Revolver hat er vor erst kurzer Zelt gekauft. Auch sein Einverständnis mit der gerichtlichen Eintragung an diesem Tage stellte sich als fingiert heraus. Nach all diesen Feststellun­gen ist kaum anzunehmen, daß Grünert an Herz­krämpfen gestorben ist, vielmehr nimmt man an, daß er als der Revolver unbrauchbar geworden war Gift genommen hat. Die Leichen sind Donnerstag von der Staatsanwaltschaft zur Beerdigung freige­geben. Die Tochter Grünerts hat durch die Ereignisse einen Nervenzusammenbruch erlitten.

Wirmighausen. Verdorbene Osterfreude. Wie all­jährlich hatten auch in diesem Jahre die Schulkinder aus dem Gürenberg einen Holzstoß für das Osterfeuer errichtet. Da derselbe nicht bewacht wurde, wurde er von anderer Seite in der Sonnabendnacht schon an­gezündet. Jedoch trugen die Kinder mit vieler Mühe einen neuen Reisighaufen zusammen, sodaß am 2. Ostertag abends das Osterfeuer doch noch abgebrannt werden konnte. Der Feuerschein war cirka 25 Kilo­meter weit sichtbar.

Wethen. Waldbrand. Durch die Unsitte des Gras­abbrennens entstand hier ein großer Waldbrand, der Bestände int Werte von circa 5000 Mark vernichtete.

3m Dienst am Mitmenschen

Generalversammlung des Vaterländischen Frauen- Vereins Bad Wildungen.

Die Ortsgruppe Bad Wildungen des Vaterländi­schen Frauenvereins veranstaltete am 30. März seine Generalversammlung. Unter den Anwesenden er­blickte man u. a, den Landrat des Ederkreises, Exzel­lenz von Trotha, den Bürgermeister der Stadt Bad Wildungen, Nölüner, Herrn von Garvens-Garvens- burg aus Züschen und Vertreter der heimischen Presse. Die Vorsitzende, Frau Sanitätsrat Winkhaus, erstat­tete Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Not­jahr 1931. Die Einnahmen der vorjährigen Weih­nachtsfeier dienten zur Beschaffung von Lebensmit­teln aller Art. Neben der starken Heranziehung zur Winterhilfe betätigte sich also der Verein aus sich vor ollem mit der Abgabe von Mittagessen, Milch und Brot Die Kassenrechnung weist mit 2192,95 Mark Einnahmen und 1679,95 Mark Ausgaben einen Rein­gewinn von 513 Mark auf, der zu weiterer Wohltätig­keit Verwendung finden wird. Bei nachherigem gemütlichen Zusammensein wurden zahlreiche musika­lische Darbietungen gebracht. Die Damen Frl. Hum- burg und Frl. Schade führten Kostümtänze aus und brachten Lieder zu Gehör, Lehrer Götte-Hundsdorf trug Goethelieder zur Laute vor und brachte zusam­men mit Frau Sanitätsrat Winkhaus zwei Duette zu Gehör Alle Darbietungen ernteten begeisterten Beifall.

Aus dem Streife Homberg

Hamberg. Festsetzung des Wassergeldes. Die Be­schlüsse der städtischen Körperschaften betr. die Fest­setzung des Wassergeldes aus 35 Rpfg. pro Kubikme­ter für das Rechnungsjahr 1932 sind vom Bezirks­ausschuß genehmigt worden. Kanalbenutzungsgebuh­ren. Für das Rechnungsjahr 1932 werden an Kanal­benutzungsgebühren wie im Vorjahre 4 Prozent des Gebäudesteu ernutzungswertes der Hausgrundstücke und für solche Gebäude, die infolge des in demselben

unterhaltenen Gewerbebetriebes Abwässer in unge­wöhnlicher Menge und Beschaffenheit dem Kanal zu­führen, für jedes Kubikmeter der abzuführenden Was­sermenge 4 Rpsg. erhoben.

Aus dem Streife Ziegenhain

Treysa. Wegeeinziehung. Die Reichsbahndirek­tion Kassel beabsichtigt den Bahnübergang der Main- Weser-Babn an der Wierastraße zwischen den Sta­tionen 64,500 und 64,600 einzuziehen und den Be­sitzern der anliegenden Grundstücke eine neue Zn- b,w. Abfahrt zu schaffen. Der Entwurf liegt in der Zeit vom 4. bis einschließlich 16. April 1932 wäh­rend den Dienststunden im Magistratsbüro (Rat­haus) zu jedermanns Einsicht offen. Von der Feuerwehr. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Schreinermeister Justus Merz, hier, ist auf Widerruf zum Ortsbrandmeister, Herr Schrei- nermeister Gundlach, hier, zu seinem Stellvertreter ernannt worden. Metzgermcister Johannes Born­mann hat sein Amt als Ortsbrandmcister niederge­legt.

Aus dem Streife Frankenberg

Frankenberg. Bekämpft das Feuer! Zur Be­kämpfung eines Waldbrandes im Stadtbezirk wird von der Ortspolizei folgendes angeordnct: Betill Ausbruch eines Waldbrandes haben sich die Mann­schaften der Pflichtfcuerwehr mit Ausnahme der Mannschaften des Motorlöschzuges mit Spaten, Hacken und Aerten zu versehen und sich an dem­jenigen Ausgang der Stadt zu versammeln, der dem Brande am nächsten liegt, und zwar so schnell es irgend geht. Dort werden sofort die entsprechenden Maßnahmen angeordnet werden. Ist der Brand in unmittelbarer Nähe, so begibt sich jeder, so schnell er kann, zum Brandplatz. Der Motorlöschzug bleibt als Reserve für die Stadt.

Feuerwehren an der Arbeit

Krcisseuerwehrtag des Kreises Kirchhain.

Der diesjährige Kreisfeuerwehrtag fand in Mom­berg statt. Obwohl die Veranstaltung unter der Un­gunst der Witterung zu leiden hatte, waren die Ver­treter sämtlicher Wehren des Kreises, mit Ausnahme von Amöneburg, Schwabendors und Holzhausen er­schienen. Den Auftakt gab eine Schul- und Angriffs­übung der Wehren von Momberg und Neustadt, welche gut klappte. Dann begann die Tagung. Kreis­brandmeister Grün wies aus die Brandseuche hin,

welche im ganzen Hessenlande ausgebrochen sei. Diese zu bekämpfen, sei vornehmste Ausgabe der Wehr. Landrat Bräunung unterstützte die Auffassung des Vorredners und bekannte sich als ein Freund der Feuerwehrsache. Es folgten die Berichte über die letzten Brände im Kreise, die von den betreffenden Wehren mit Erfolg bekämpft wurden. Brandmeister Kamin-Schweinsbcrg hielt einen Vortrag über öffent­lichen Feuerschutz innerhalb der Gemeinden. Ange­regt wurde die Beschaffung von Feuerlöschgeräten und Ausrüstungsgegenständen durch einen Beschaffungs­verband. Hierüber soll in der nächsten Bürgermeister­dienstversammlung verhandelt werden. Als Ort der nächstjährigen Tagung wurde Rotzdorf bestimmt.

*

Kreisfeuerwehrtag des Kreises Marburg.

In Betziesdorf fand der Kreisfeuerwehrtag des Stadt- und Landkreises Marburg statt. Zu einer Uebung waren die Feuerwehren von Bürgeln, Ginsel­dorf, Cölbe. Schönstadt, Reddehausen und Betzies­dorf erschienen. Die Uebung zeigte, daß die Mann­schaften geschult und die Geräte in Ordnung waren. Auch eine Sanitätsmannschaft nahm an dieser Uebung teil. Nach einem Umzug trat man zu einer Vertreter i tagung zusammen. Ortsbrandmeister Bodenbendet I begrüßte alle. Kreisbrandmcister Eckhardt aus Mar­burg betonte daß diese Tagung Zeugnis von der gu­ten Entwicklung des Feuerlöschwesens im Kreise Marburg ablege. Für langjährige verdienstvolle Tä­tigkeit wurde einer Anzahl Feuerwehrleuten das sil­berne Feuerwehrverdienstkreuz verliehen. Das gol­dene' Feuerwehr-Verb ienstkreuz für Währige Tätig­keit erhielten die Bezirksbrandmeister Keil-Fronhau- fen, Jung-Goßfelden und Strack-Hermershausen. Wo die Wasserverhältnifle der Gemeinden für die Feuer- bekämpfung nicht günstig sind, sollen diese zwecks Ver­besserung dem Bezirksbrandmeister gemeldet werden. Der nächste Kreisfeuerwehrtag findet in Moischt statt.

Aus fcetr Greife Marburg

Marburg. Wird Marburg Sitz der künftigen Kir­chenregierung? Im Europäischen Hos fand eine Sitzung derInterparlamentarischen Kirchen-Verbin­dungskommission" statt. Diese Sitzung diente dazu, die schon laug im Gange befindlichen Bestrebungen über die Zusammenfassung der fünf Landeskirchen von Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Waldeck zu einer nuitarischen Kirche, zu fördern. Die Verfassungskomissionen haben ihre Entwürfe für einen gemeinsamen, vorläufig nur fiktiven Etat und eine gemeinsame Verfassung fertiggestellt und an die Gesamtkommissionen wettergcgeben. lieber den Sitz der künftigen gemeinsamen Ktrchenregierung ist noch

nichts Näheres bestimmt worden. Doch scheint dein Vernehmen nach Marburg in erster Linie in Frage zu kommen.

Aus hem Streife Biedenkopf

Biedenkopf. Einspruch zurückgezogen. Vor dem Marburger Schöffengericht fand in Biedenkopf die Berufungsverhandlung gegen etwa 60 Angeklagte statt, die sich gegen das Verbot des Demonstrierens schuldig gemacht hatten und dieserhalb Geldstrafen er­halten hatten. Die Angeklagten zogen ihren Einspruch zurück. Dadurch brauchte man nicht in die »auptber= Handlung einzutreien. Wie jedoch bekannt wird, will man versuchen, auf dem Gnadenwege den Angeklagten die Strafe zu erlassen.

Biedenkopf. Feuerwehrtagung. Am 2., 3. und 4 Juli findet in Biedenkopf der Verbandstag des Nassauischen Feuerwehrverbandes statt.

Wallau. Kl. Biedenkopf. Abschied von Rektor Menges. Nach zwei Jahrzehnten Lehrtätigkeit in der Gemeinde tritt Rektor Menges am 1. April in den Ruhestand. Die Einwohner von Wallau werden dem tüchtigen Jugenderziehcr gerne und lange ein dank- ares Gedenken bewahren.

Biedenkopf Eiu Alters- und Siechen heim, das bekanntlich in der Stadl Biedenkopf errichtet werden soll, wenn die nötigen Geldmittel vorhanden sind, hat bis heute an Spenden erhalten den Betrag von ins­gesamt 13 418,00 fffiar!.

Biedenkopf. Schwerer Einbruch Bei der Amts­sparkasse und in dem Schuhgeschäft Hartmann in Hal­lenberg wurde ein schwerer Einbruch begangen. Den Dieben fielen etwa für 500 Mark Schuhe und eine Kassette mit Bargeld tn die Hände, außerdem zwei Pistolen.

Breidenbach. Zuchtviehversteigerung. Bei der letz- ten Zuchtviehversteigerung am Dienstag waren etwa 20 Bullen und einige Kübe aufgetrieben. Trotz der guten Teilnahme spürte man die große Geldknapp beit. Die Preise sür die Bullen bewegten sich in sehr minimalen Grenzen. Es wurden für Bullen 26<* Mark bezahlt, ein den heutigen Zeitverhältnisfen ent ­sprechender Preis. Die aufgetiiebenn Kühe wurden nicht abgesetzt.

Biedenkopf. Die nächste Kreistagssitzung findet Dienstag, den 5. April statt. Der Verbandstag des Raff. Feuerwehrverbandes findet am 2., 3. und 4. Juli in Biedenkopf statt.

Wallau. Lehrer Menges scheidet. Mit dem 1. April ist Lehrer Adolf Menges aus dem Schuldienst ausgeschieden. Der Scheidende hat fast 20 Jahre lang in der Gemeinde vorbildlich gewirkt.

Aus Oberhessen

Zehren von her Substanz

Oie Haushaltsberatungen des Hofgeismarer Kreistages

Hofgeismar, 31. März.

Die Beratungen des Kreistages, über deren Be­ginn wir bereits gestern berichtet haben, nahmen dank der von allen Abgeordneten bekundeten sach­lichen Einstellung zu den einzelnen Fragen einen har­monischen Verlauf. Dabei war diePerabschiedung des mit einem Fehlbetrag von 150 000 Mark abschließen­den Haushaltsplans nicht wie in früheren Jahren ein Akt der Selbstverwaltung und der Selbstverantwor- tung, sondern ausgesprochen eine

Demonstration gegen die den Gemeinden und Ge­meindeverbänden aufgezwungene Abhängigkeit von den unersorschlichen Wegen der Finanzpolitik des

Reiches und des Staates.

In seiner Etatsrede gab Landrat Dr. Prange der Besorgnis über die zunehmende Vernichtung der finanziellen Selbstverwaltung beredten Ausdruck. Der einzig sichere Faktor sei die allgemeine Unsicherheit, die vor allem darin begründet sei, daß weder das Reich noch Preußen ihre Etats verabschiedet und da­mit den Gemeinden bestimmte Richtlinien für ihre eigene Finanzpolitik gegeben hätten. Wie ein Etat aufgestellt und zürn Ausgleich gebracht werden könne, sei heute eine unlösbare Ausgabe. Die den Gemein­den und Kreisen gezogene Steuergrenze fei längst er­reicht, neue Opfer könnten der Kreisbevölkerung nicht zugemutet werden, ganz abgesehen davon, daß die bestehende Realsteuersperre die Genehmigung neuer Steuern rundweg ausschließe. Auch die mögliche Kre­ditgrenze sei erreicht.

Man lebe im Etat nur noch für die zwangsläufig aufzubringenden Gehälter und die Fürsorge für Wohlfahrtserwcrbslosen.

Daß es dem Kreis Hofgeismar noch nicht zu schlecht gehe, wie anderen Kreisen, sei nur ein schwacher Trost. Man werde sich damit abfinden müssen, für einige Zeit von der Substanz zu leben, wobei die Frage sei, ob das Zehren von der Substanz über­haupt bis zu einer eintretenden Verbesserung der all­gemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhält­nisse fortgesetzt werden könne. Wenn den Gemeinden und Gemeindeverbänden der Wille zum Durchhalten bisher des öfteren dahin ausgelegt worden sei, als hätten sie in ihren Etats noch gewisse Reserven, so könne heute bestimmt nicht mehr die Rede davon sein und Reich und Staat müßten sich klar darüber sein, daß die von allen Seiten als notwendig aner­kannte Reform der öffentlichen Lastenverteilung nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfe.

In feinen weiteren Ausführungen erläuterte der Landrat die bereits gestern von uns veröffentlichten Einzelheiten des Etats und sprach zum Schluß den Wunsck aus, daß der Kreistag den ihm vorgelegten Voranschlag einmütig und mit der Absicht einer wirk­samen Demonstration annehmen möge.

Die Aussprache

hielt sich denn auch in diesem Rahmen. Für die Hessische Arbeitsgemeinschaft sprach Abg. Rohde der Kreisverwaltung Dank und Anerkennung sür dte sorgfältige Vorbereitung des Etats aus. Namens der Fraktion brachte er lediglich einen Abänderungs­anträg ein, durch den die Ausgaben für Dienstauf- wandsentschädigung und Reisekosten von 7000 auf 5000 Mark herabgesetzt werden sollten. Die Gesamt­haltung der Fraktion kam in einer längeren Ent­

schließung zum Ausdruck, die später noch einige Ab­änderungen erfuhr. Der Sprecher der sozialdemokra­tischen Fraktion, Abg. Weidemann, erkannte den Etat im allgemeinen auch als richtig an. Eine Reihe von Abänderungsanträge wurde später insoweit zu­rückgezogen, als daß sie dem Kreisausschuß als Ma­terial und zur Berücksichtigung überwiesen wurden. Der vorerwähnten Entschließung schloß sich die Linke ebenfalls an.

Die Einzelbesprechung drehte sich zur Hauptsache Uw die Kreisjungviehweide, da der Landrat vorge­schlagen hatte, weitere 2400 Mark für die Drainage von zwei Koppeln zur Verfügung zu stellen, wohin­gegen der Kreistag einmütig der Ansicht war, daß man erst noch genaue Feststellungen machen möge. Auch das Realgymnasium und die landwirtschaftliche Winterschule waren Gegenstand der Verhandlungen. Neber das Gymnasium hatte der Landrat mitgeteilt, daß sich das Institut ausgezeichnet gehalten habe. Es zähle 264 Schüler, von denen zu Ostern 17 die Reife­prüfung bestanden hätten. Die Neuanmeldungen für die Serta feien in biefent Jahr erfreulich hoch. Die Landwirtschaftliche Winterschule, so führte Kreisans- schußmitglied Bräutigam aus, habe im letzten Semester 31 Schüler gehalst, von denen jedoch nur 16 Landwirte gewesen seien.

Nach Beendigung der Aussprache wurde der An­trag auf Kürzung der Ausgaben für Dienstaufwands­entschädigung und Reisekosten um 2000 Mark einmütig angenommen. Die Schlußabstimmung ergab ferner die einstimmige Annahme des Gesamtvoranschlags und der von der Hessischen Arbeitsgemeinschaft ein­gebrachten Entschließung. In dieser Entschließung wird festgestellt, daß der Kreis und die Gemeinden am Ende ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit ange­langt sind.

Der Kreistag, fo heißt es weiter, kann daher den vorgelegten Haushaltsplan nur unter der Be­dingung annehmen, wenn die Staatsregierung den Fehlbetrag von 150 000 Mark bereitstellt. Sollte die Deckung des Fehlbetrages durch den Staat nicht gelingen, auch eine anderweitige Regelung und Verlagerung der Wohlfahrtslasten nicht mög­lich fein, so soll der Kreisausschuß den Kreistag zu einer neuen Sitzung einberufen.

Die übrige Tagesordnung wurde ohne wesentliche Aussprache angenommen. Recht erfreuliche Tatsachen ergaben sich aus den Rechnungen der Kreisspar­kasse für die Jahre 1930 und 1931. Die Sparein­lagen haben sich nicht nur auf der Hohe des Vorjah­res gehalten, sondern noch zugenommen. (Näheres veröffentlichen wir im Handelsteil).

Zu dem vom Staat beabsichtigten

Umbau der landwirtschaftlichen Winterschule

der rund 78 000 Mark kosten soll, war ein Zuschuß des Kreises in Höhe von 12 000 Mark angefordert. Da es fraglich erscheint, daß der Umbau in diesem Jahre durchgeführt wird, stellte der Kreistag die Verabschiedung der Vorlage zunächst zurück.

In feiner Etatsrede machte Landrat Dr. Prange noch die Mitteilung, daß der langjährige Kreis­jugendpfleger Tombo aus persönlichen Gründen sein Amt niedergelegt habe. Der Landrat sprach ihm für feine Tätigkeit Dank und Anerkennung des Krei­fes aus.

Alsfeld. Waldbrand. An der Bahnstrecke Nie­deraula Alsfeld entstand zwischen den Stationen Schwarz und Alsfeld, anscheinend durch Funkenflug aus der Lokomotive eines vorbeifahrenbeit Zuges, ein Waldbranb, von bem etwa 4000 Quadratmeter Wald ergriffen wurden. Ein Teil des Forstes wurde durch die Flammen vernichtet, der übrige Teil erlitt durch Anbrennen der Bäume starken Schaden. Den Feuer­wehren von Schwarz und Rainrod gelang es in an­gestrengter Arbeit, den Brand zu loschen.

Oie nassauischen Siedlungen in Mecklenburg

Es kommen Klagen.

Seit einigen Jahren sind in Mecklenburg und Pommern mit Hilfe des Bczirksverbandes Wiesbaden und des Kommunalland tags 25 nassauische Bauern­söhne angesiedelt worden. Auf Grund von Anträgen an den Bezirksverband und verschiedener Klagen hat der Landesausschuß einige Vertreter beauftragt, diese nassauischen Sicdlerstellen in Mecklenburg und Pom­mern zu überprüfen. Die Besichtigungsreise soll ge­gen Mitte des Monats April borgenommen werden. Sie wird unter persönlicher Führung des Landes­hauptmanns vor sich gehen.

RUNDFUNK

Programm für Sonnabend, 2. April

Statt fiert

6.1'5: Wettermeldung Anschl.: Morgengymnastik 7.15: Wetterbericht Anschl.: Früdkonzer! auf Schallvlatten

12.05: Von Berlin: Konzert

13.05: Mittagskonzert

15.15: Stunde der Jugend

16.55: Wirtschastsmeldungen

17.05: Nachmrttagskonzert

18.30: Wirtschaitsmeldungen

18.40: Kardinal Pacelli. Vortrag

19.05: Vortrog

19.30: Sonüerivetterdlemt, Wirtschaitsmeldungen

19.35: Musikalische Grund- begrisse ,16r Wesen u. ihre Bedeutung Vor­trag .

20.05: Bon Mannheim: Konzert des Orchesters des Nationaltheaters

22.15: Tagesnachrichten, Sportbericht

22.3524.00: Tanzmusik

Köuigswnfterhauien

14.00: Von Berlin: Konzert

16,00: Quer durch das Land der schwarzen Berge: Vom Amielselde bis in die Al­banischen Alven

16.30: N achmutagskonzert von Hamburg

17.30: Viertelstunde für die Gesundheit: Aussterbende Krankheiten

17.50: Viertelstunde Kurrk- techoik _

18.05: Musikalische Wochen­schau

18.30: Der Hund als Haus­genosse

19.35: Bon Wien: Sinionie- konzert

20.30: Bon Königsberg: Grober bunter Abend

Langenberg

13.00: Mittagskonzert

14.35: Wochenend-Konzert

17.00: Befverkonzert

20.00: Aus München-Gl ad- bach: Lustiger Abend

Wie«

17.30: Nachmittaaskonzen

19.35: Houdn-GeSächlnis«

Seier

21.45: Tanzmusik

Abendprogramm der europäischen Sender.

"Beromünster: 20.00: Sinsoniekonzert 22.15: Tanz. Buöavest: 20.30: Orchester- und Gesangskonzert. Aus Lecocas Operetten. Anschl. Zigeunermusik. Da­ve n t r y: 20.00: Orchesterkonzert. 20.40: Gesangskonzert. -t- 22.00: Orchesterkonzert. <$> Mailand: 21.00: Sinsonie- konzert. 23.00: Tanzmusik. <K R o in: 20.45: Overnüber­tragung. <S> Warschau: 19.35: Hagdn-Heier und Konzert. 22.10: Klaviersoli.

2 Taffen Kathreiner zum Früh stück zu trinken. Wirklichder ist mehr wert, uls er kostet/

iM QM ?

Genug, um eine ganze Woche lang jeden Tag