Stalin schwer erkrankt?
Karel Capek:
Der gestohlene Kaktus
sehr erfolgreich. Die Tinktur ist nur in dem Laden
des (folgte die Adresse) zu bekommen.
krankten Exemplare mit der Tinktur Harvard-Lo- kenov zu bespritzen. Die bisherigen Versuche mit dieser Arznei, die nun im großen Maßstab in den
lich gefragt, ob sie keine Ahnung hätten, wer — aus ~ — unsere Kakteen gestohlen Ha
sen worden."
Nach zehn Tagen etwa — während dieser neun Tage hielten wir uns verborgen, sonst hätten uns die Kakteensammler mit chren Fragen verrückt gemacht — schickte ich eine zweite Nachricht an die Zeitungen:
„Wird es gelingen, die Holbenschen Sammlungen zu retten?
Wie wir erfahren, hat Professor Mackenzie in Kiew die Krankheit, Vie in den weltbekannten Holbenschen Kakteensammlungen ausgebrochen ist, als besonderen tropischen Schimmel erkannt (Malacorr- biza paraguahensis Wilds und empfohlen, die er-
Die Spihenkan-I-aien
»er NSDAP.
Berlin, 30. März.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei veröffentlicht jetzt die Liste ihrer Kandidaten für die preußischen Landtagswahlen. Die Liste umfaßt in den 23 deutschen Wahlkreisen insgesamt 162 Kandidaten. Die Landesliste wird erst später b-kanntgegeben. Der Führer der Nationalsozialisten in Preußen, der bisherige Landtagsabgeordnete Kube, führt die Liste in Frankfurt a. O. In den Wahlkreisen Berlin und Potsdam II stehen an der Spitze der Liste Dr. Goebbels und Gras Helldorf. An der Spitze der Liste von Potsdam I steht General der Infanterie a. D. Karl L i e tz m a n n. Der aus den Femeprozessen bekannte Oberleutnant a. D. Paul Schulz führt die Liste des Wahlkreises Halle-Merseburg. In den drei schlesischen Wahlkreisen steht der Reichstagsabge- ordnete Brückner an der Spitze.
Berlin, 30. März.
In der letzten Zeit häuften sich die Gerüchte, die aus Rußland kamen und auch in Berliner russischen
,„Jhr wißt doch, daß mein Herr eine Kakteen- I sammlung besitzt, die — ich lüge nicht — einen Wert von mehr als 300 000 Kronen hat, wenn ich die Unika nicht mitzähle. „Holan", pflegte der alte Herr zu sagen, „Kakteensammeln veredelt den Charakter, alle Menschen sollten dazu angehalten werden." Darum läßt er in seine Glashäuser jedermann freien Zutritt. Ich denke mir zwar, daß so einem armen Tropf, der, nehmen wir an, einen goldenen Gruson sieht, unnützerweise das Herz weh tut, weil er nicht ihm gehört. Aber wenn es der alte Herr haben will, ist es mir auch recht. Im Sommer nun bemerkten wir, daß uns Kakteen fehlten. Einmal war es ein Echinokaktus Wislizenia, das anderemal eine Graßneria, eine Wittia, aus Costariko importiert, dann ein Melocactus Leopold!, ein Unikum, das seit mehr als fünfzig Jahren in Europa nicht gesehen worden war, und schließlich ein Pilocereus fimbriatus aus San Domingo, das erste Stück, das jemals nach Europa gelangt ist. Der Dieb muß ein guter Kenner gewesen fein. Der alte Herr war wütend. „Sperren Sie doch Ihre Glashäuser zu und den Vögeln ist das Handwerk gelegt", riet ich. „Das will ich nicht", schrie der alte Herr, „eine so edle Sache muß allen zugute kommen. Sie müssen den Dieb erwischen". Eine schwere Sache! Ich konnte doch nicht zu jedem der 36 000 Töpfchen einen Wächter postieren. Ich nahm zwei Revierinspektoren auf, pensionierte Wachleute — und am nächsten Tag wurde uns bann jener Pilocereus fimbriatus gestohlen. Nur eine Vertiefung ttn Sand war noch zu sehen an der Stelle, wo er gestanden hatte. Da beschloß ich, selbst nach dem Dieb zu
In dem Geschäft aber saß ich, unb nach zwei Stunden hielt ich ein kleines Männchen am Kragen. ,^>err", protestierte es, „weshalb schütteln Sie mich? Ich will hier die bekannte Tinktur Harvard- Lokenov kaufen für . . ."
„Das weiß ich", brüllte ich. „Verfluchter Spitzbube, es gibt keine Tinktur und es gibt keine Krankheit . . ."
„Gott ,ei Dank", unterbrach mich der Kleine, „die Kakteen sind also gar nicht krank? Ich habe zehn Rächte vor Angst nicht geschlafen . . ."
Ich habe ihn am Kragen ins Auto gezerrt und bin mit ihm in seine Wohnung gefahren. Er bewohnte eine Dachkammer. Sie war drei mal vier Meter groß. In einer Ecke auf dem Boden lag ein Strohsack, daneben stand ein Tischbein und ein Stuhl; der übrige Raum war nur für Kakteen da. Eine solche Sammlung habe ich noch nicht gesehen. Solche Exemplare! Solche Ordnung!
„Nun, Freund, eingepackt", sagte ich zu dem Kleinen, „was Sie uns weggetragen haben." Das ^»annchen zitterte am ganzen Körper, schluckte die Tränen und flüsterte: „Bitte, können Sie mich nicht lieber einsperren lassen?"
„Nein", schrie ich, ..erst müssen Sie alles zurückgeben. was Sie gestohlen haben!" Da fing er an, ein Töpfchen nach dem andern beiseitezustellen; es mochten etwa achtzig Stück gewesen sein — wir batten gar nicht gewußt, daß uns so viele fehlten, sicherheitshalber schrie ich: „Was, das soll alles sein?"
Da stellte der Kleine noch einen schneeweißen De Laitti zu den anderen, und die Tränen liefen über seine verrunzelten Wangen. „Herr, mehr habe ich wirklich nicht genommen", slüsterte er.
„Das wird sich zeigen", wetterte ich. „Aber wissen möchte ich nur, wie Sie das alles da haben mitgehen lassen können."
„So nach und nach, Herr, ich ... ich hab mir nämlich Kleider angezogen . . . Frauenkleider."
„Menschenskind", staunte ich, „warum gerade Frauenkleider?"
„Weil", er verschluckte sich, „weil sich um ein ältliches Frauenzimmer doch keiner kümmert und", das fügte er beinahe sieghaft hinzu, „weil es niemanden einfallen wird, ein Frauenzimmer solchen Diebstahles zu verdächtigen; Frauen haben alle möglichen Leidenschaften — Sammelleidenschaft aber haben sie nicht. Oder haben Sie jemals von einer Frau gehört, die Marken, Käfer oder Inkunabeln gesammelt hätte? Herrgott, wäre ich reich! Wissen Sie, daß ich mir neue Kakteen ausdenke? Ich träume ton ihnen, träume von einem Kaktus, bei goldene
der anderen Sekte — unsere Kakteen gestohlen haben könne. Als ich ihnen sagte, um welche Kakteen es sich handle, erklärte jeder der Vorstände mit größter Bestimmtheit, daß kein Mitglied der feindlichen Sekte der Dieb gewesen sein könne, denn keiner von „drüben" habe eine Ahnung, was überhaupt ein Wiflizen oder Graesaner sei, von einem Pilocereus fimbriatus gar nicht zu reden. Und was die eigenen Mitglieder anbelangt — für deren Ehrlichkeit könne man bürgen, die wären gar nicht fähig zu stehlen — höchstens einen Kaktus. Wenn aber einer von ihnen so ein wertvolles Stück hätte, so wüßte gewiß schon längst jedermann darum.
Da ich also bei diesen beiden Herren nichts ausrichtete, mußte ich anderes ersinnen. Drei Tage später stand in allen Zeitungen zu lesen:
„Holbens weltbekannte Sammlungen bedroht!
Wie wir erfahren, ist ein großer Teil der einzigartigen Holbenschen Glashäuser von einer neuen und bisher unbekannten Krankheit erfaßt worden, die wahrscheinlich aus Bolivien eingeschleppt wurde. Insbesondere die Kakteen sind davon betroffen. Die Krankheit verläuft eine Zeitlang latent unb äußert sich dann im Faulen der Wurzeln, Hälschen und des Körpers. Da es scheint, daß sie sehr ansteckend ist und sich durch bisher nicht bekannte Mikroben verbreitet, sind die Holbenschen Sammlungen geschlof-
England zahlt 30 Millionen Dollar zurück. Das britische Schatzamt zahlte am Dienstag die vorletzte Rate des 200-Millionen-Dollar-Kredits in Höhe von 30 Millionen Dollar an Amerika zurück. Die letzte Rate in Höhe von 20 Millionen Dollar wird am 5. April gezahlt werden. Damit wird dann der gesamte 200- Millionen-Kredit, den England in der Zeit der Krise von den amerikanischen Bankiers erhalten hat, zurückgezahlt sein.
Haare und enzianblaue Blüten hat — ich habe ihn Cephalocereus nympha aurea tnetoe genannt, ich heiße nämlich Möwe. Ich habe ..."
„Halt!" unterbrach ich ihn. „Wie haben Sie die Kakteen davongetragen?"
„An meinem Busen", sagte bei Kleine verschämt. „Es hat so schön gestochen."
Ich habe es nicht mehr über mich gebracht, chm bie Kakteen abzunehmen. Ich führte ihn zu meinem Herrn. Tie ganze Nacht sind bie beiben im Glashaus geblieben. Und ehe ein Monat um war, rüstete ber "alte Herr das Männchen für eine Fahrt nach Meriko aus. Beide glaubten fest daran, daß dort irgendwo der Cephalocereus nvmpba aurea mewe wachse. Nach Verlauf eines Jahres erhielten wir aber eine betrübliche Nachricht. In einem Jn- dianerdorf entdeckte Herr Möwe einen Kaktus, Tschikuli genannt, den die Indianer als den leiblichen Bruder ihres Gottes Manitou verehren. Entweder hat sich Herr Möwe nicht verneigt vor dem Kaktus, oder er hat ihn gar stehlen wollen, kurz: bte lieben Indianer haben Herrn Möwe gefesselt unb auf den Echinocactus visnaga Hocker gesetzt, ber so groß ist. wie ein Elefant. " Worauf unser Freunb, in sein Schicksal ergeben, seine Seele aus- hauchte.
Selbstkosten nicht becfen, ist eine Senkung überhaupt nicht erforberlich. „ ..
Da es bei den ständig wachsenden Wohlfahrislasten unb den rückgängigen Steuereingängen vollkommen ausgeschlossen erscheint, daß in einer Gemeinde sämtliche für eine Nachprüfung in Betracht kommenden Anstalten ihre Gebühren und sonstigen Entgelte senken können, lassen die Grundsätze es zu, die Ersparnisse aus der Notverordnung unb bie Minberung ber Sachkosten gegenüber bem Stande vom 1. 7. 1931 innerhalb der Verwaltung zufammenzuziehen u. zu besonders kräftiger Senkung an einzelnen Stellen, zum Beispiel bei den Gas- und Elektrizitätswerken oder bei den Schlachthofgebühren usw. je nach den Beburf- nifsen bes einzelnen Ortes, soweit nicht gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, zu verwenben.
Die gesamte Durchführung ber Gebuhrensenkung ist bavon abhängig, daß nicht ber Reichsminister der Finanzen ober bie zuständigen obersten Landesbehor- ben auf Grund gesetzlicher Bestimmungen Anorbnnn- gen über bie Verwendung ber ben Gemeinden ober Gemeinbeverbänben aus ber Notverordnung entstehenden Ersparnisse getroffen haben ober noch treffen werben. Von zahlreichen Groß-, Mittel- und Kleinstädten sind bereits entsprechend diesen grundsätzlichen Mitteilungen Senkungen von kommunalen Gebühren. Beiträgen unb privatrechtlichen Leistungsentgelten vorgenommen worden.
Um die Senkung der Gemeindetarife
Eine Aufforderung des preiskommiffars an die Gemeinden
Deutscher unter Spionageverdacht im Memel Gebiet verhaftet. Wie das „Memeler Dampfboot".meldet, hat bie politische Polizei einen gewissen Richarb Becker, ber beutscher Reichsangehöriger ist, verhaftet, weil er angeblich Spionage getrieben hat. Es ,oll bet ihm belastendes Material gefunden worden fein. Die Angelegenheit ist dem Untersuchungsrichter für besondere Angelegenheiten übergeben worben.
Kreisen viel besprochen wurden, baß bet Allgewaltige der Sowjetrepublik Stalin schwer erkrankt sei. Stalin soll feit einiger Zeit an Stosswechselstörungen leiben unb er beabsichtigt angeblich, einen zweimonatigen Urlaub anjutreten.
Diese Gerüchte erfahren jetzt eine gewisse Bestätigung burch bie Tatsache, daß ber bekannte Berliner Arzt Prof. Dr. Hermann Z o n b e k, ber auch Dr. Stresemann behandelt hat, nach Moskau an Stalins Krankenlager gerufen würbe. Ueber bie Art ber Erkrankung Stalins würbe auch bem Berliner Arzt vor feiner Ankunft in Moskau nichts mitgeteilt. Alle Fragen, bie zum Teil aus diplomatischen Kreisen an ihn gerichtet werden, beantwortet Professor Zondek lediglich mit einem Hinweis auf fein Berufsgeheimnis. Alles beutet jedoch darauf hin, baß Stalin sich einer Operation durch ben deutschen Chirurgen unterziehen will.
Zondek ist vor einigen Tggen abgereift. Er wird um den 9. April zurückerwartet. Auch 2 polnische Professoren sind in Moskau eingetroffen, um Stalin zu untersuchen.
Lebensmittel-Ltnruheu in Moskau
Berlin, 30. März.
Wie ber „Lokalanzeiger" aus Moskau meldet, ftrömten aus bie Nachricht, daß der Buttertrust einen größeren Vorrat auf Lebensmittelkarten verkaufe, Frauen, bie feit ungefähr vier Monaten mit ihren Familien keine Butter mehr gesehen hatten, in Scharen vor bas Verkaufsgebäude im Zentrum Moskaus. Für die dort vorhandene Butter wurden jedoch sieben Rubel anstatt des bisher üblichen Preises von 2,50 Rubel für das Pfund verlangt. Hierüber gerieten die Frauen in eine solche Erregung, daß sie sämtliche Scheiben und Einrichtungsgegenstände des Verkauss- ladens in Stücke schlugen unb bte Verkäufer mißhandelten. Berittene G. P. U.-Truppen gingen gegen die Frauen vor unb zerstreuten sie mit Gewalt. Zahlreiche Frauen wurden hierbei verletzt. Zu ähnlichen Wüsten Szenen tarn es vor bem Zuckertrust.
Gendarmerie gegen streikende Bergarbeiter
Blutige Zusammenstöße im nordwestböhmischen Industriegebiet
Prag, 30. März. Im Laufe bes Dienstags kam es in Brück, Komotau unb Görkau zu scharfen Zusammenstößen zwischen der zahlreich in das nordwestböhmische Streikgebiet kommandierten Gendarmerie und den von den Kommunisten geführten streitend.-» Bergarbeitern. Eine kommunistische Versammlung in Görkau wurde verboten, jedoch tarnen Streikende aus ber ganzen Umgebung in großen Zügen nach ber Stadt, geführt von bem kommunistischen Abgeordneten Habet. Die Gendarmen wurden mit Steinen beworfen, wobei vier von ihnen verwundet wurden. Die Menge zerstreute sich, als bie Gendarmerie Miene machte, Feuer zu geben. Gegen abend griffen etwa 1000 Streitende, um die Arbeiten des Julius-Schachtes zum Stillstand zu bringen, eine ©enbarmerieabteilung an, bie den Zugang zum Schacht absperrte. Auch hier wurden mehrere Gendarmen durch Steinwürfe verletzt. Nun wurde der Befehl zum Schießen gegeben. Nach amtlicher Nachricht soll nur eine blinde Salve abgegeben worden fein. Kein Arbeiter ist verletzt worden. Die Arbeiter felbft behaupten jedoch, daß sieben von ihnen leicht und zwei schwer verwundet auf dem Platze geblieben seien. Weiter seien zwei Arbeiter sowie ber Abgeordnete Hadek durch Bajonettstiche verwundet worden.
Da bie Menge nicht wich, mußte Militärherbeigerufen werden. Zwei Züge des Infanterieregiments 46 aus Komotau marschierten am Stadtplatz auf und stellten Maschinengewehre auf. Daraufhin ging die Menge sofort auseinander. Nach einiger Zeit konnte das Militär wieder zurückgezogen werden. Die Städte im ganzen nordwestböhmischen Kohlenrevier sind von Gendarmeriepairouillen besetzt. Die Aufregung in der Bevölkerung ist ziemlich groß.
Berlin, 30. März.
Rach eingehenden Verhandlungen mit ben kommunalen Spitzenverbänden hat der Reichskom- missar für Preisüberwachung zur Ergän- zund und Unterstützung der Bestrebungen auf Sen- zung und Unterstützung der Bestrebungen auf Sen- ftungen die Gemeinden und Gemeindeverbände aufgefordert, die Möglichkeit einer Senkung der bisher erhobenen kommunalen Gebühren, Beiträge und privatrechtlichen Leistungsentgelte zu prüfen. Dieser Forderung wollen die Gemeinden und Gemeindeverbände nachkommen, obwohl die kommunalen Haushalte durch die steigenden Wohlfahrtslasten und den Rückgang des Steueraus- kontmens außerordentlich belastet find.
Die Nachprüfung wirb sich im wesentlichen erstreiken auf die Gebühren für Müllbefeitigung, Kanalisation, Straßenreinigung, öffentliche Märkte, Vieh- unb Schlachthöfe sowie Fleischbeschau unb Trichinenschau, Friedhöfe unb Krematorien, Badeanstalten, Krankenhäuser, Heil- unb Pflegeanstalten, Krüppel- und Siechenheime und sonstige Anstalten auf bem Gebiete des Gesundheitswesens, ferner auch auf das Gebiet ber privatrechtlichen Leistungsentgelte, inSbcfonbere auf die Nachprüfung der Gebühren bes Reklame- unb Anschlagwesens sowie auf die Entgelte für Tankstellen.
Zur Senkung bet Entgelte sollen grunbsätzlich alle Ersparnisse verwandt werben, bie ben Gemein- ben unb ©emeibeberbänben aus ber vierten Notverorbnung vom 8. Dezember 1931 burch bie Verminderung ber Selbstkosten, beten Berechnung burch bie Grunbsätze im einzelnen genau geregelt ist, entstehen. Eine Senkung ber Entgelte muß erfolgen, wenn ber Ertrag bie Selbstkosten ber Gemeinden oder Gemeindevetbände übersteigt. Eine Senkung ber Gebühren unter die Selbstkosten kommt nicht in Frage. In den Fällen, in denen die Entgelte die
Die Neugestaltung ber Dessauer Oper. Nach bem Rücktritt des Intendanten des Dessauer Opernhauses, Schnlz-Dombutg, wird von ber Stabt Dessau bie Berufung eines neuen künstlerischen Opernleiters vorgesehen. Nach ben neuerlichen Etat-Beratungen über bie Dessauer Oper ist festgestellt worden, daß die Bühne in ihrem bisherigen Umfange unb ihre Fortführung als selbstänbiges Theaterunternehmen als gesichert betrachtet werben kann.
Errichtung eines Instituts für Jugend-Zeichnungen. Auf Anregung des Schweizerischen Pestalozziannms in Zürich ist jetzt unter Mitwirkung von kunstgewerblichen Fachleuten und internationalen pädagogischen Anstalten ein internationales Institut für bas Studium der Jugendzeichnung mit dem Sitz im Schweizerischen Pestalozzianum in Zürich gegründet worden. Der Zweck des Institutes soll bie Sammlung eines möglichst umfassenden Materials zeichnerischen, malerischen und plastischen Ausdrucksvermögens von Kindern unb Jugendlichen darstellen und dient der Einrichtung von Ausstellungen und Verösfeniliqua- gen, um das Interesse, bas von erzieherischen Standpunkten den Kinder-Zeichnungen heute geschenkt wird, durch möglichst systematische Sammlungen und ein vollkommenes Archiv zu unterstütze».
tcru i
termine und durch rigorose Abstriche an einer Reihe von Ausgaben, sowie durch bie Verweigerung auch der dringlichsten Unterstützungsleistungen (bie Gemeinden wisfen bavon ein Lieb zu fingen) kommt bie Reichskaffe über ben Ultimo hinweg. Wie sich ihre Einnahmen in ben nächsten Monaten gestalten werben, bas ist auch für bie am besten unterrichteten Persönlichkeiten im Reichsfinanzministerium ein völlig ungelöstes Rätsel. Trvtzbem muß man natürlich einen Voranschlag über Einnahmen unb Ausgaben anfertigen, wobei es aber als oberste Pflicht anzu- sehen war, bei ber Abschätzung ber Einnahmen ben benfbar größten Pessimismus walten zu lassen, unb demgemäß das Ausgabenkonto in einem so engen Rahmen zu halten, daß es auch bei weiteren Enttäuschungen auf ber Einnahmeseite noch einigermaßen innegtbalten werden kann. Alles weitere wirb vom Eingang der Steuern abhängen, bie natürlich wiederum von ber wirtschaftlichen Entwicklung beeinflußt werben.
Daß es sich auch im Falle einer günstigen wirtschaftlichen Entwicklung für Deutschlanb unter keinen Umständen darum handeln kann, feine zurzeit eingestellten Reparationszahlungen wieder aufzunehmen, bedarf keines Wortes. Einerfeits würbe bie Wirtschaft in einem solchen günstigeren Entwicklungsstadium sofort ber Entlastung bebürfen, zum anbereit würbe ein eventueller geringer Ueberschuß bei weitem nicht ausreichen, um auch nur einen Teil ber bisherigen außenpolitischen Zahlungen wieder ailf- zunehmen, vor allem aber ist von ben Baseler Sach- berftänbigen eintoanbfrei festgestellt worden, daß jede Rückkehr zu bem bisherigen Tribut- system sofort wieber ben unmöglichen Zu- i n b ber allgemeinen internationalen Wirtschaftssicherheit herbeiführen würbe, aus welchem uns unb ben anberen Staaten burch bie Revision bes internationalen Schuldenwesens gerabe ein Ausweg gezeigt werden soll. Unter diesen Umständen ist es eine Selbstverstänblichkeit gewesen, ben neuen Reichs- Haushalt ohne Berücksichtigung der.bisherigen Tributlasten aufzustellen.
Zentrale Regelung der Einsuhr
Handelspolitische Ratschläge des ReichSverhanbes der Industrie.
Berlin, 30. März.
Wie verlautet, hat sich ber Präsidial- und Vorstandsbeirat für allgemeine Wirtschaftspolitik beim Reichs verband der deutschen Industrie seit einigen Wochen eingehend mit ben gegenwärtig akuten wirtschaftspolitischen Fragen beschäftigt. Der Beirat bat nunmehr feine Beratungen in einer Zusammenfassung niedergelegt, auf Grund beten ber Vorsitzenbe bes Reichsverbandes, Krupp von Bohlen unb Halbach, voraussichtlich in ben nächsten Tagen bem Reichskanzler Dr. Brüning bestimmte Vorschläge unterbreiten wirb.
U a. hat man sich im Reichsverbanb ber deutschen Industrie eingehend mit ber Frage befaßt, welche Folgerungen aus bem Rückgang bes brutschen Ausfuhrüberschusses zu ziehen sind. Man ist zu ber Ansicht gekommen, daß bie jetzige Devisenlage Deutschlanbs einen bestimmten Tevisenbestanb zur Sicherung ber brutschen Ernährung, bes nottoenbigen Rohstofsbezuges unb ber Verpflichtungen aus bem Kapitalbienst notwendig mache. Dieser Ausgabe vermöge die jetzige Form ber Devisenbewirtschaftung jedoch nur mangelhaft zu entsprechen. Die Handelspolitik müßte daher auf bas bevisenpolitische Ziel ber Schonung des Devisenvorrates abgestellt werden. Es wäre eine zentrale Regelung der Einfuhr mit gleichzeitiger Festsetzung von autonomen Warenkontiugenten anzustreben. Die Maßnahmen sollten so elastisch wie möglich getroffen werben, damit eine spätere schnelle Rückbildung zur freien Wirtschaft möglich bliebe.
Am Donnerstag wird sich ber handelspolitische Ausschuß des Reichsverbanbes voraussichtlich endgül- ttg über bte ber Reichsregierung zu machenben Vorschläge schlüssig werben. (Siehe auch ben Artikel „Krupp greift ein" im Hanbelsteil! Die Reb.)
Was wird mit den Refistimmen?
Ein Vorschlag Hugenbergs. 1
Berlin, 30. März.
Im „Deutschen Schnellbienst" schreibt Dr. H u g e n- b e r g unter anberem: „Es gibt eine Anzahl von Parteien in Deutschland, bie heute im Laube nur wenig Menschen hinter sich haben. Wenn sie für bie bevorstehenden Preußenwahlen eigene Listen aufftetten, wirb nahezu niemanb bei biefen Parteien zum Abgeordneten gewählt werden, weil im einzelnen Wahlbezirk bte erf orberliche Stimmenzahl von 50 000 Stimmen nicht erreicht wirb. Es entsteht bann bie Gefahr, daß jede berartige Partei ben Verlu st von mehreren hunberttaufenb bürgerlichen Stimmen verurfacht. Bei ben bevorstehenben großen Entscheidungen wäre dieses Verfahren eine fo schwere Versündigung am Volke, daß schon wegen dieser Gefahr niemand einer Partei feine Stimme geben kann, bte bas tut."
Hugenberg weist sodann darauf hin, daß bei ben Plänen, bürgerliche Parteien (DVP., Lanbvolk, Wirtschaftspartei) zu einer „Bürgerlichen Mitte" zusammenzuschließen, nichts herauskomme unb fährt fort: „Es fragt sich, ob es nicht angängig unb zweckmäßig wäre, ein Abkommen folgenben Inhalts mit bet DNVP. zu treffen: Die Reststimmen ber entsprechenden Parteien kommen, da sie mangels ber erforderlichen Stärke sonst im Lande verloren sein werben, auf die Deutschnationale Liste. — Es wird sichergestellt baß auf biefer eine entsprechende Anzahl von geeigneten Vertretern der fraglichen Parteien stehen unb ht den Landtag kommen (bergt ben Vorgang Landvolk- Volkskonservative vom 5. September 1930). Die so Gewählten würben Hospitanten ber Landtagsfraktion ber DNVP., ba auf Fraktionsstärke ber betreffeuben Parteien nicht zu rechnen ist
Staatsgerichtshof und Burgfriede
Aus geschäftsorbnungsmäßigen Gründen keine Entscheidung.
Braunschweig, 30. März.
Das braunschweigische Staatsministerium hatte bekanntlich beim Staatsgerichtshof Verwaltungsklage erhoben unb beantragt, bie Verordnung bes Reichspräsidenten zum Schutze des inneren Friedens vorn 17. März 1932 aufzuheben, gegebenenfalls ihre Gültigkeit auf die Zeit vorn 20. bis einschließlich 28. März zu beschränken, ba nach Ansicht des Staats- . Ministeriums bie Voraussetzungen für ben Erlaß dieser Verordnung nicht gegeben feien unb eine erhebliche Störung ober Gefährbung der öffentlichen Sicherheit unb Orbnung nicht eintreten würbe, wenn bie Verorbnung nicht erlassen worben wäre.
Wie bie Telegraphen-Union aus bem Staatsministerium erfährt, ist nunmehr bie Antwort bes Staatsgerichtshofes auf diese Verwaltungsklage eingegangen. Der Staatsgerichtshof für bas Deutsche Reich teilt mit, baß es nach ber Ge- schäftsorbnung bes Staatsgerichtshofes unmöglich fei, eine Entfcheibung über bie Klage auf Kürzung bes Osterburgfriebens vor Ablauf desselben herbrizuführen.
Dorpmüller in Paris. Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Dr. Dorpmüffer, hat sich nach Paris begeben. Dort tritt Ende des Monats ber Völkerbundsausschuß zusammen, ber mit bem Studium ber Frage beauftragt ist, wie burch Vergebung öffentlicher Arbeiten bie Arbeitslosigkeit gemtlbert werden kann. Dr. Dorpmüller ist Vorsitzender dieses Ausschusses.
sahnden.
Nun muß man aber wissen, daß echte^Kakteen- fammler ebenso fanatisch sind wie manche Sekte von Derwischen. Ich glaube, daß ihnen statt eines Bartes Stacheln unb Glochiben wachsen. Wir haben hier zwei solcher Sekten: ben „Verein ber Kaktusia- ner" unb ben „Bunb ber Kaktusianer". Worin sie sich unterscheiben, weiß ich nicht. Möglich, baß bie einen glauben, bie Kakteen hätten unsterbliche Seelen, wogegen bie anberen ben Kakteen blutige Opfer bringen Jedenfalls hassen unb verfolgen diese ------ . ------- ------
zwei Sekten einander mit Feuer unb Schwert auf Holbenschen Sammlungen durchgeführt wurden, sind der Erde unb in ber Luft. Ich ging zu ben Vor- ™>r erfolaretcb. Die Tinktur tft nur in dem Laden ständen dieser beiden Sekten unb habe sie vertrau-