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Kasseler Aeueffe RachrkchS»

Mittwoche 23. März 1932 / 1. Drllage

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Das Warenhaus der Not

Ringlein, Ringlein, du mufft wandern... / Mehrere tausend Stuck Wäsche oOOff, Herrenanzüge' zu besichtigen / Alle Kreise sind Kunden im Kasseler Landesleihhaus

st. Die schwere Zeit fordert grausame Opfer. An kaum einer anderen Stelle kommt einem das so zu Bewußtsein wie im Landesleihhaus.

Eine schmale Tür, über der sich ein aus Stein gehauener und mit den hessischen Landesfarben an- acsirichener Löwe befindet, führt von der Druselgasse in einen engen Gang, dann biegt man um eine Ecke, geht eine alte, eichene Treppe hoch und steht in einem Raum mit einem Schalter, über dem Ausgabe eingelöster Pfänder" steht. Eine Tür weiter wird versetzt, was mannotgedrungen zu Geld machen" muß.

Durchschnittlich 600 Personen treten täglich an den SchalterAnnahme zum Versatz", legen ihre zu beleihenden Gegenstände vor und sa­gen, wieviel sie erhoffen. Der Schätzer tariert, füllt den Pfandschein aus und schickt sie zur Verwaltung. Von hier gehen sie nach Erledigung einiger Forma­litäten zwei Schritte weiter zur Kasse und holen dieMarie" ab. Dieser Vorgang dauert nicht ganze zehn Minuten.

Es gibt wohl augenblicklich kein Institut, wo mau leichter und schneller zu Geld kontmt, als i wie das Leihhaus.

Steht man hoch oben unter dem Dach des Lan- desleihhauses, das 1597 erbaut wurde und zuerst einem hessischen Prinzen, der eine Bürgerliche ge­heiratet hatte, als Wohnung diente, so hat man einen herrlichen Blick auf die hohen mit Schnitzwerk versehenen Giebelhäuser der Altstadt, in deren ein­heitlicher Wirkung die Ganzheit mittelalterlichen Handwerkswlzes eigenen Ausdruck zu prägen ge­wußt hat.

1721 wurde das Gebäude Leihhaus. Heute unter­steht dein Bezirksverband und beschäftigt 14 Mann Personal. Ist man hindurchgegangen, und hat man gesehen, was hier alles lagert, so hat der Verwalter bestimmt nicht Unrecht,

wen« er das Landesleihhaus mit einem Wa­renhaus vergleicht.

Vergebens sucht man aber nach eßbaren und trink­baren Ware, die werden nicht angenommen. Sonst ist aber alles da, was man sich nur denken kann. Wirtschaftsgegenstände, Wertsachen, Büromöbel, Werkzeuge, Kleider, Betten, Schreibmaschinen Hinter diesen Worten verbirgt sich der ganze Jam­mer einer zusammenbrechenden Welt. Welche Kämpfe werden geführt, bis ein Stück dort landet, von wo es sein Besitzer kaum wieder einlöst?

1,5 Millionen beträgt der jährliche Untsatz des Landesleihhauses, das ist zehnmal soviel wie vor dem Kriege.

Wäsche und Trauringe werden am meisten versetzt

Oft sind sie wohl der letzte Gegenstand von Wert. Ans was für Kreisen sich die Kundschaft zusam­mensetzt?

Das Hauptkontingent stellen die Arbeiter, dann aber folgen die Schichten, die man ehemals als reich" bezeichnete.

*

In einem Lagerraum hängen auf einer Stange Damenmäntel dicht gedrängt. Nicht, weil sie sich zu­einander hingezogen fühlen, sondern weil raumspa­rende Hände sie zusammengefügt haben, ähnlich wie das Leben oft wesensfremde Menschen im Beruf wahllos zusammensührt und so zwangsläufig zu einer Gemeinschaft schmiedet. Pelzmäntel, echte und unechte, und Stoffmäntel hängen durcheinander und warten auf den großen Augenblick, von schönen Frauen wieder eingelöst und auf schmalen Schultern getragen zu werden.

Gleich nebenan ist das Lager für Herrenanzüge. Vom Frack bis zum Sportanzug ist alles da, was der Herr trägt. Der letzte Anzug trägt die Num­mer 47991.

Cfo lagen 5000060000Pfänder ständig

Traurig lehnen in einer Ecke mehrere Paar Schneeschuhe. Was sie von der Außenwelt sehen, ist die schwarzgeräucherte Wand eines Hauses. Wirklich kein schöner Anblick für Schneeschuhe, die an blendendes Weiß gewöhnt sind.

Musikinstrumente, Bilder, Teppiche, Fotoappa­rate, Theatergläser, Luftgewehre, die einzigen Waf­fen, die angenommen werden, stehen, liegen und hängen in den Räumen umher.

Dann wieder Räume, in denen nur kleine mit Schürzen, Leinenfetzen oder Packpapier umhüllte Bündel, fast bis an die Decken gehäuft, liegen. Diese Bündel, die meistens Wäsche enthalten, brin­gen die Arbeiterfrauen Montags und lösen sie Frei­tags oder Sonnabends wieder ein. Interessant die Uhrenkammer, in der ständig 600 bis 800 Uhren zu sehen sind. Von der Taschenuhr über den Wecker bis zur Standuhr ist alles vertreten.

3n Tresors ruhen Brillanten und Colliers

und warten darauf, ihr Feuer wieder spielen zu lassen. Die der Auferstehung Wartenden haben Zeit, viel Zett zum Nachdenken. Was mögen diese Kostbarkeiten sich erzählen?

Zu ebener Erde ist der Lagerraum für Koffer, .der jedem großen Lederwarengeschäft zur Ehre ge­reichen könnte.Zankt euch doch nicht!" rief mit

brüchiger Stimme ein alter großer Schiffstosfer, an dem noch die HotelnamenWaldorf Astoria", Vier Jahreszeiten" undSbepheards Hotel" kleb­ten, dem Konglomerat von Koffern zu, als ich ein­trat.Glaubt mir, es lohnt sich nicht. Ich kenne das Leben und die Menschen. Denkt euch, mich bat man schon einmal auss Leihhaus gebracht. Ich war so sehr heruntergekommen, daß ich nicht ein­mal mehr Futter hatte. Wißt ihr, was das für einen Koffer aus ehedem reichen Hause bedeutet? Jetzt bat man mich auf neu frisiert. Ich habe auch ivicder Futter bekommen, wenn auch kein so gutes, wie ich cs von früher her gewöhnt war.Sich um­stellen", nennen ja wohl die Menschen eine solche Verwandlung," schloß er wehmütig. Wer muß sich heute nicht umstellen?

In einem Hause gegenüber werden Fahr- und Motorräder aufbetvabrt. Eine lange Reibe bilden die Fabrräder, während die Mowrrädcr vor Neid platzen möchten, wenn von draußen ein Auwbupen zu ihnen hereinklingt.

Eine Opelmaschine bat es mir besonders ange­tan. Für 164 Mark bat sic der ehemalige Fahrer versetzt und nicht wieder eingclöst.

Während ich noch mit dem Gedanken spiele, bil­lig zu einer Maschine zu kommen, hebt plötzlich eine Orgel an zu spielen, daß man meinen könnte man wäre im Capitol. Spielt doch dieses Lied die Or­gel im Capitol immer bei der Reklameschau. Beim näheren Hinschauen stellt sich aber dann heraus, daß es ein wundervolles Schrankgrammophon, das diese Tone von sich gibt. So endete der Rund­gang durch das Landesleihhaus mit einem musika­lischen Genuß.

*

Werden die Pfänder nicht eingelöst, so werden sie nach Ablauf eines halben Jahres versteigert. Heute ist solch eine Versteigerung.

Schon geraume Zeit sieht man das Publikum vor Eröffnung in dem Zimmer, in dem man sonst versetzt, warten. Wer vorne steht, kann hernach die Sachen heuer in Augenschein nehmen und sich leich­ter bemerkbar machen. Wer hinten im Gedränge steht, ist weniger gut daran. Das macht aber den Stammgä len nichts aus, jedenfalls war die Stim­mung, als ich dort war, keineswegs gedrückt, Witze

An -en deutschen Kraftfahrer!

Me behördlichen Anordnungen und alle verband- lich veranlaßten Einrichtungen für die Verkehrssicher­heit und den Hilfsdienst auf den Landstraßen sind Hilfsmaßnahmen. Die entscheidende Grundlage gibt nur das Verhalten des Kraftfahrers. Es gilt den Gedanken der

Kameradschaft der Landstraße"

in die Seele jedes deutschen Kraftfahrer zu pflanzen, ihn innerlich für die Grundsätze des Anständigsahrens und der Hilfe sowohl für den Menschen als auch für das Fahrzeug zu gewinnen. Nicht neue Bindung durch Vorschriften, nicht organisatorische Neubelastung der Verbände, sondern nur ein vom einzelnen Kraft­fahrer freiwillig angenommenes ungeschriebe­nes Sittengcsetz kann bewirken, daß auf dem Gebiet neuzeitlichen Verkehrswesens Deutschland eine bevorzugt geachtete Stellung gewinnt. Die führenden deutschen Automobilklubs wenden sich hiermit an alle Kraftfahrer mit dem Aufruf, dieKameradschaft der Landstraße" zu dem vornehmen Grundbegriff deut­scher Kraftfahrt zu erheben und im Anständigfahre» und Helfen daran mitzuwirken, daß im In- und Aus­land jedem sichtbar die Werte verkörpert werden, die immer des Deutschen Vorzug waren: Selbstzucht, Hilfsbereitschaft.

flogen hin und der. Eine Photoschau aller Schich­ten unserer Mitbürger.

Der Habitue, dem dievibrierende Erregung des gegenseitigen Ueberbietens ein Nervenkitzel ist, der berufsmäßige Aufkäufer, der hier sein Lager ver­vollständigt oder die Gelegenheiten ausnützt, die be­dürftige Hausfrau, die irgend etwas Notwendiges billig zu erstehen hofft, der Gewerbetreibende, den ein Spezialangebot lockt. Das summt und surrt durcheinander, bis der Hammer auf den Tisch klingt.

Und dann beginnt der Tanz. Ter Versteigerer weist das Objekt vor. Das erste Gebot fällt und in rascher Folge steigert sich das Publikum doch, d. h. wenn etwas begehrenswert ist manche Dinge, an denen wohl auch das Herz des Besitzers gehangen hat, gehen zu einem Spottpreis fort, manche aber werden der Gegenstand eines erbitterten Kampfes. Tann jagen sich Gebot auf Gebot und der Preis erreicht eine Höhe, trotzdem man nur Groschen und Pfennige bietet, die den Veräußerer freuen, die aber der Unterlegene mit den erbitterten Worten quit­tiert:Hier iS awer garnischt zu machen!" Manche Hoffnung auf billigen Erwerb muß zu Grabe ge­tragen werden, mancher aber kann mit einem groß­artigen Fang abziehcn, weil ihm keiner das Stück streitig macht.

lieber dem Ganzen thront der Versteigerer, ihm ist das alles altgewohnt und alltäglich. Er gibt sich Mühe, die wertvollen Sachen nicht allzu billig fortzulassen, er stellt ihre Vorzüge in die rechte Be­leuchtung, hebt das Stück nochmals über die Köpfe und wiederholt die Gebote:Zum ersten, zum zwei­ten . . .!" und, dann kommt die bewußte Kunst­pause, die in der nervösen Atmosphäre das nächste Gebot auslöst. Bis einer endlich die Mitbewerber stillgelegt hat, dann schlägt der Hammer auf:und zum . . . dritten!" Der Zeigefinger reckt sich:Der Herr da bat's!" Der bezahlt sein Geld und nimmt sein neues Eigentum an sich. Wenn es eine schwere Sache ist, dann bieten sich gleich Leute zum Tragen an, die selber nicht kaufen wollen, sondern ein paar Groschen auf diese Weise herauszuschlagen suchen.

Richt anders ist es wohl auf den Versteigerungen, die der ( -richtsvolltteher abhält. Ucberall das gleiche Bild der Rot auf beiden Seiten, dessen, der sein Geld und Gut verliert, und dessen, der nur fo noch kaufen kann, was er braucht. Fürwahr: der Menschheit ganzer Jammer packt mich an!

3. die Klaffenfrequen; nicht über 35 festzusetzen.

4. in kaufmännischen und gewerblichen Berufsschulen die bestehenden Fachklassen bzw. die beruflich an­gegliederten Schulen nach Möglichkeit zu erhalten.

5. die Berufsschulen der Hausangestellten und Haus­töchter nicht abzubauen, da auch diese jungen Mäd­chen die berufliche und allgemeine Ausbildung und Erziehung der Berufsschule für das Leben ebenso wie die Mädchen anderer Berufe benötigen.

Im Haushalt allein erhalten sie vielfach nicht die Ausbildung, die sie für ihre Aufgaben in der Familie und Volkswirtschaft brauchen.

6. die berufliche Schulung der sogenannten An- und

Ungelernten nicht außer Acht zu lassen.

Wohlfahrtsbriesmarkenstan-

am Königsplatz

Wenn wir in diesen Tagen über den Königsplatz gehen, so leuchtet uns schon von weitem der rot­weiße Stand der Wohlfahrtsbriefmarkenverkäufe­rinnen an der Post entgegen. Die Deutsche Nochilfc hat auch in diesem Jahre Wohlfahrtsbriefmarken herausgebracht, sie sind besonders geeignet durch ihre Aufmachung bei Glückwünschen, Gratulationen

Bestellschein

An die Anzeigen-Abteilung der Ka-seler Neuesten Nachrichten in Kassel, Kolnisdie Strafe 10.

Ich bestelle hiermit nachstehende Anzeige zum Preise von RM. zur Veröffent­lichung in der Oster-Nummer der Kasseler Neuesten Nachrichten:

Den Betrag von RM habe ich auf Ihr Post­

scheckkonto Frankfurt a. M. 6380 eingezahlt.

Ort und Dalums .

Unterschrift: _____________________________________

und ähnlichen Briefen und Karten die Zweckbestim­mung zu erhöhen. Der Erlös kommt der Deutschen Nothilfe zugute.

Das alles wissen wir, das ist nichts Neues. Wenn wir nun besonders mit Worten auf den Stand der Wohlfahrtsbriefmarken Hinweisen, dann geschieht dieses aus folgenden Gründen:

Der Markenverkauf erhält seine eigene Prä­gung dadurch, daß erwerbslose Mädchen, die sich im Mädchentagesheim Marstall" zusammengesunden haben, diesen Verkauf freiwillig übernehmen. Es kann nicht hoch genug anerkannt werden, daß Men­schen, die selbst in schwerer wirtschaftlicher Not und Arbeitslosigkeit stehen, noch soviel Kraft aufbringen, über das eigene Ringen das gemeinsame Tragen unserer augenblicklich schweren Last nicht zu ver­gessen.

Wie die Erwerbslosen des Mädchentagesheimes sich schon oft uneigennützig in den Dienst größerer Wohlfahrtsaufgaben gestellt haben (Nähen von Klei­dern, Wäsche usw.) so stehen sie jetzt im Dienst der Deutschen Nothilfe am Königsplatz, nicht nur um Wohlfahrtsbriesmarken zu verkaufen, sondern eben­falls durch ihr persönliches Einsetzen wegweisend zu sein für die Notwendigkeit des gemeinsamen Tragens unserer Not. Denke jeder, der an diesem Stand vorbeieilt, daran, daß der Rus auch an ihn ergeht, daß auch von ihm ein Scherslein für die Deutsche Nothilfc erbeten und erwartet wird. Ostern gibt die beste Gelegenheit, durch eine Wohlsahrts- briefmarke eine schön ausgestaltete Postkarte noch besonders zu kennzeichnen, sie erhöht auch bestimmt den Wert und die Wärme des Grußes.

Möge dem Wohlfahrtsbriefmarkenstand, der bis Freitag, den 25. 3. von morgens 9 bis abends 19 Uhr geöffnet ist, reicher Erfolg beschieden sein!

MukikaNsche Weiheknnde in der Alt-8ntderiscken Kirche am Graben: Am Sonntag, 20 Uhr, veranstaltet Herr Kam­mersänger Hans WuzSI wieder eine musikalisch« Weihe­stunde, unter Mitwirkung von Emmelu Sennhcin-Kleiber tSopranl, H. von Diringshofen (Tenor) und Otto Senn- Henn (Cello). Eintritt frei.

Hundesteuer muß leider bleiben"

Gegen -en Abbau -er Berufsschulen

Das Organ des Verbandes der weiblichen Han­dels- und Büroangestellten veröffentticht folgende Entschließung, die von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Frauenberufsverbände angenommen wor­den ist:

Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Frauenberufs- Verbände hat volles Verständnis für die durch die wirtschaftliche Not bedingten Einsparungen auf allen Ausgabengebieten der Länder und Gemeinden.

Wir sehen aber mit großer Besorgnis die Ab- baurnaßnahmen auf dem Gebiete der beruflichen Schulung. Diese ist gerade heute angesichts der Aufgaben, die unserer Wirtschaft in Zukunft gestellt sein werden, von besonderer Bedeutung.

Unsere nachstehenden Forderungen gelten für die Mädchen-Berufsschule. Diese erfaßt eine große Zahl der jugendlichen Arbeitnehmer. Sie müssen in ihrem Beruf das gleiche leisten wie die Knaben. Sie müs­sen auch die gleichen Aufstiegsmöglichkeiten im Be­ruf haben wie die Knaben.

Aus diesem Grunde bitten wir:

L die Berufsschulzeit der Mädchen, ganz gleich sür welche Berufe, nicht unter drei Jahre zu setzen.

2. die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden für den reinen beruflichen Unterricht nicht unter die Zahl der für die Knaben vorgesehenen festzusetzen. Den außer den beruflichen Stunden in verschiede­nen Schulen bestehenden hauswirtschaftlichen Unter­richt zusätzlich zu den beruflichen Stunden zu erteilen. Wenn und solange eine Einschränkung der Stunden­zahl nickt zu vermeiden ist, ist der hauswirtschaftliche Unterricht als fakultatwer Unterricht zu geben.

Das Städtische Presseamt teilt mit:

Zn der letzten Zeit sind verschiedene Eingesandts in der Kasseler Tagespresse erschienen, in denen eine Herabsetzung der Hundesteuer verlangt wird. Die Arbeitsgemeinschaft der Jagd- und kyno- logischen Vereine von Kassel hat in ihrer Eingabe an die städtischen Körperschaften den gleichen Antrag ge­stellt Hierauf ist der Arbeitsgemeinschaft folgende Antwort des O b e r b ü r g e r m e i st e r s zu­gegangen, die wir zur gefl. redaktionellen Verwen­dung überreichen:

Es ist wohl richtig, daß Kassel zu den Städten im Reiche gehört, die die Hundesteuersatze in beträchtlicher Höhe erheben. Tie Stadtverwaltung ist aber durch die ständige Zunahme der Wohlfahrtsausgaben zur völligen Ausschöpfung aller ihr zur Verfügung stehen­den Steuerquellen, also auch der Hundesteuer, ge­zwungen.

So sehr ich mit Ihnen die sich aus der hohen Be­steuerung ergebende Auswirkung auf Hundehaltung und Hundezucht bedauere, eine Herabsetzung der H u n d e st e u e r ist zur Zeit aus rein finanziellen Gründen unmöglich. Selbst wenn der Ertrag der Hundesteuer bei sinkender Hundezahl infolge hoher Steuersätze nicht auf gleicher Höhe gehalten wird, so ist der durch die Steuerherabs^ung entstandene Aus­fall für den städtischen Haushaltsplan jetzt jedenfalls untragbar. Die Steuer für den L Hund beträgt zur Zeit 70 RM. jährlich Im Falle der Herabsetzung der

Steuer könnte man von einer Erleichterung erst dann reden, wenn die Steuer auf 50 RM. oder weniger festgesetzt würde. Ganz abgesehen davon, daß auch ein Betrag von 50 .RM. noch für Viele zu hoch wäre, und demnach die Herabsetzung der Steuer bis dahin kaum einen Anreiz zur neuen Beschaffung eines Hundes geben würde, so entstände hierdurch schon ein Ausfall bei zirka 1650 voll besteuerten Hunden von rd. 33 000 RM. Zur Deckung dieses Ausfalles bedürfte es einer Zunahme der besteuerten Hunde um 660, die bestimmt nicht für dasselbe Jahr erwartet werden kann. Die Stadt kann umsoweniger auf einen solchen Betrag verzichten, als andere Steuern, die von den betreffenden Steuerpftichtigen als nicht minder un­angenehme Doppelbesteuerung empfunden werden, im Eesamtaustommen nur einen'Bruchteil der vorgenann­ten Summe ausmachen.

Der Rückgang an vollbesteuerten Hunden hat sich im übrigen seit 1. 4. v. I. auf nur 100 Tiere belaufen. Ich nehme deshalb an, daß auch bei gleichbleibenden Verhältnissen wesentliche Abgänge infolge von Ab­meldungen nicht mehr eintieten werden.

Ich betone nochmals, daß nicht Hundefeind­lichkeit, sondern die äußerst bedrängte Finanz­lage der Stadt die Ursache für die Erhebung der hohen Steuerbeträge ist. Ich bin selbstverständlich bereit, sobald der städtische Haushaltsplan einen Steuerabbau irgendwie gestattet, auch für die Herab­setzung der Hundesteuer einzutreten."

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Htawte»

daß 31 Pfg.-Zigaretten den Raucher nicht befriedigen - weshalb sin dann 50£ aller in Deutschland gerauchten Zigaretten 31 Pfg.-Marken?/ Und weshalb ist jede vierte 31 Pfg.-Zigarette mit Gold eine CLW