Einzelbild herunterladen
 

Einzelpreis 20 Pfennig

22. Jahrgang

Sonnabend/Sonntag, 19./2O.2Dlär$ 1932

Nummer 67*

Kaffeler Abendzeitung

SHitiEinungSreelTc wsienlffs j?. ^ur<6 St« Poft moo S io

Lioiaerlobn bei freier Zustellung mS 'nmemalt bcftebt fein Änlvruch auf Lieferung der Zenung oder aur aur-fd)!. ,-iustellgebübr 3n Ssiüen non 6öb«er ®eroau ocrteor «d^;[nil(6e Siratze 10. - Televbou: Sammelnummer und ikreii-aS 17-18 llbr Kölnische Sirahe 10. I.

Met Neueste Nachnch len

! 1 Hessische Abendzeitung

i£»t»»i>«"'«»w»<;^y°|^;*lSfc%«l&Xy»«l^%«»^ fe- **«

nungsbetrage iunervaw von o Lagen auviv»*. ______ __

Oer Wirischas.sivieg aller gegen alle

Di« amentanisch. tWfomn.tr in Seulschland zur Wirtschaftslage / Dorlänstg feine Enngen Severing« zur p»«,eiaf«»n

polnischer Burgfriede

Weltkrieg selbst.

diese Lösung für ein Land, in dem der Kanzler ein so großes innenpolitisches Arbeitspensum zu erledi­gen hat wie in Deutschland, auf die Dauer nicht trag­bar ist. Auch in der großen Politik spielt die Per­sönlichkeit immer noch eine entscheidende Rolle, und gerade ein so schwer ringender Staat wie Deutschland mutz stets in der Lage sein, den besten Mann an der Stelle, wo es nottut, einzusetzen. Herrn Radolnys Talente in allen Ehren es fehlt ihm aber die Autorität, um sich und Deutschlands Forderungen in den Beratungen der Abrüstungskonferenz durchzu­setzen. Auch der deutsche Protest in der Memelfrage hätte stärkere Durchschlagskraft bekommen, wenn ihn an Stelle des Staatssekretärs der verantwortliche Minister vorgetragen hätte, und Tardieus persön­liches Eintreten für den Donaubundplan rief gerade-

Chamberlain gegen -e Valero

London, 19. März.

Schatzkanzler Neville Chamberlain hielt in Birmingham eine Rede, in der er auf die kürzlich von dem irischen Ministerpräsidenten de Valera abgegebene Erklärung Bezug nahm, wonach Irland den Huldigungseid abschaffen und keine Jahreszah­lungen mehr an England leisten werde. Chamberlain erklärte:

Die britische Regierung hat kerne amtliche Mtt- leilnng darüber erhalten. Damit aber -ein Zweifel über die .Haltung der Negierung bestehe, kann ich sol- gendes sagen: Die Regierung ist der Auffassung, daß jede Anregung, feierlich übernommene Verpflichtun­gen oder r-ierlich zwischen Grotzbritannien und Ir­land abgr,cylossene Vereinbarungen seitens der einen oder anderen Partei für ungültig zu erklären oder abzuändern, ihr die schwersten Sorgen bereiten wurde

Oie Heeresvereinfachung

zu gebieterisch nach einer in jeder Beziehung gleiche kN PCr -AClU/vlvepi wertigen deutschen Abwehraktion. Denkt man schließ

Alle Länder richteten Zollmauern auf, die den Zweck hätten, den internationalen Güteraustausch zu be­einträchtigen. Damit jedoch würden zugleich die freundschaftlichen Beziehungen und das gegenseitige Verstehen zerstört. Der Redner ging dann auf die amerikanisch - deutschen Beziehungen ein und erklärte, daß die Geschichte dieser Beziehun­gen mit einer einzigenschmerzlichen Ausnahme" im- mer als glücklich bezeichnet werden müßte. Jetzt sei es von Bedeutung, datz die Handelsbeziehungen zwischen diesen beiden Ländern sich fortentwickelten.

Als dritter Redner hielt Bankier Dr. h. c. Robert Pferdmenges-Köln einen Vortrag überDie Not der deutschen Wirtschaft in der Weltkrise". Das bedauerli^e Endergebnis des vergangenen Jahres, so führte er u. a. aus, sei die schärfste Entfesselung des Kampfes aller gegen alle. Deutschlands

W. P. Wieder ist dem deutschen Volke ein I Burgfriede verordnet worden. Ein Friede, der befohlen wird, ist natürlich niemals eine Ideal­lösung; er beseitigt nur die äußeren Zeichen der Er­regung, ohne daß er die politischen Gegensätze wirk- lich überwindet und ausgleicht. Trotzdem ist es aber gut und notwendig, daß die Stille der Karwoche und die fromme Fröhlichkeit des Osterfestes vor den Zu- | dringlichkeiten der Politik geschützt werden. Rach der Inflation von Lärm, die der mit beispielloser Heftigkeit geführte Kampf um die Präsidentenwahl erzeugt hat, und vor der Eröffnung neuer, nicht minder erbitterter Auseinandersetzungen ist diese Er­holungspause, in der es keine Wahlreden, keine De­monstrationszüge und keine Flugblattkanonade ge­ben wird, für alle Beteiligten von Wert. Zwei Wochen Ferien vom parteipolitischen Betriebe bedeu­ten Nervenstärkung, und vielleicht findet mancher aus der Schar der eifrigen Kämpfer in diesen stilleren Stunden auch eine Gelegenheit zur Einkehr bei sich selbst, zur Selbstprüfung und zur Besinnung auf jene Tatsachen, die so unendlich wichtig find, und die doch in den innerpolitischen Fehden beinahe ganz ver­gessen wurden. .

Ein rechtsoppositionelles Blatt veröffentlichte ui vielen Tagoil Otz-N Artikel, der seine Tendenz mit ssm TitelLa.ch ohne Außenpolitik".. lich genug ankündigte. Land ohne Außenpolitik L das ist ein hartes, ja sogar ein vernichtendes Urteil über die politische Haltung eines Volkes. Aber seien wir ehrlich: Wir haben diese Kritik zum guten Teil ver­dient. Wir alle, und nicht allein die Regierung, mit der jener Artikelschreiber so scharf ins Gericht

lich noch an die Vorbereitungen der Reparationsver­handlungen, die rechtzeitig und auf breiter Linie in Angriff genommen werden müßen, so wird klar, daß unsere Außenpolitik nicht nur in sachlicher, sondern auch in personeller Beziehung von den innenpoliti­schen Hemmungen freigemacht werden mutz.

Jedenfalls wäre es gut. wenn man überall, so­wohl in Regierungskreisen, als auch im Lager der Opposition, die Ruhe des Burgfriedens dazu be­nutzen würde, um sich einmal recht gründlich mit dem Gedanken von dem Primat der Außenpolitik zu be­schäftigen. In engem Zusammenhänge mit diesen Fragen steht ein anderes Thema, von dem man wün­schen möchte, daß es gleichfalls während derpoliti­schen Ferien" von recht vielen Volksgenosien durch­dacht und geprüft wird. Das Thema Volksge­meinschaft ist durch die Wahlkämpfe erneut, wenn auch von der negativen Seite her, angerührt worden. Zweifellos können diese schweren Ausein­andersetzungen, die von den Wahlen entfacht werden, zu einer ernsten Krise des Volksgemeinschaftsgedan­kens führen; wir sehen Fronten entstehen, zwischen denen es kaum noch Verbindungen zu geben scheint, und mancher Betrachter mag glauben, daß es keinen Weg zur Einheit mehr gibt. Trotzdem wird man auch in diesen Kämpfen von heute einen Entwick­lungsprozeß sehen müßen, aus dem schließlich doch eine neue Gemeinschaft hervorgehen wird. Die Pes­simisten werden nicht übersehen dürfen, daß sich bei­spielsweise schon jetzt trotz aller innenpolitischen Ee- j gensätzlichkeiten nach außen hin, in der Reparations­und der Abrüstungsfrage so gut wie in den anderen großen außenpolitischen Lebensfragen, eine einheit­liche Willensbildung vorbereitet und sich sogar schon weithin durchgesetzt hat. Das ist ein Zeichen, das uns hoffen läßt, das uns aber zugleich auch mahnt, wenigstens diese Konzentrationspunkte zu erhalten und in dem oben gekennzeichneten Sinne zu ver-

I stärken.

Die erste der innerpolitischen Entscheidungen ist I heute bereits gefallen; mit der Wiederwahl Hinden­burgs, die schon jetzt so gut wie sicher ist, wird ein starker gemeinschaftsbildender Faktor eingeschaltet. Um so stärker werden freilich die Störungswellen sein, die in den nächsten Wochen von den Preu- I tzen wählen ausgehen werden. Noch in die Tage

I Gläubiger müßten sich endlich entscheiden, ob ihnen unsere Zahlungen oder eine Milderung unserer Kon­kurrenz auf dem Weltmärkte lieber sei.

Minister in dieser Angelegenheit überhaupt keinerlei Urteil abgegeben.

Die preußische Regierung hat ihrerseits zu dieser Veröffentlichung der Nationalsozialisten keine Stel­lung genommen. Dagegen bringt derVorwärts" an auffallender Stelle eine Mitteilung, in der der preu­ßische Innenminister erklären läßt, daß er auf die Veröffentlichungen Görings einstweilen nichts er­widern werde. Das sozialdemokratische Blatt glaubt aber Grund zu der Annahme zu haben, daß der Innenminister im Besitze stark belastenden Ma­terials sei.

3Ringü um die Severitig-Akiiou

Von unserer Berliner Schriftleitung.

geht! Wir haben uns unseren häuslichen Streitig­keiten mit solchem Eifer hingegeben, als sei unser Haus gegen alle Gefahren, die von außen her kom­men können, aufs beste geschützt. Wir haben alle Mahnungen in den Wind geschlagen, und über den Sorgen um die innerpolitische Frontenbildung haben wir vergeßen, datz die Stärkung der außenpoli­tischen Front das dringendste Gebot der Stunde ist.

Die anderen, vor allem Frankreich, unser ewiger Gegenspieler, haben die Chance, die wir ihnen boten, nicht ungenützt vorübergehen laßen. Es ist jetzt wahrhaftig höchste Zeit, daß wir uns auf die Auf­gaben, die wir als Nation haben, besinnen, und wer die Regierung, wer den Kanzler kritisiert, weil er jetzt als Wahlredner werbend von Stadt zu Stadt zog, sollte nicht verschweigen, daß unsere unglückliche innerpolitische Situation den leitenden deutschen Staatsmann zu dieserArbeit zwang. Jeder sollte durch I ehrliche Selbstkritik mithelfen, daß für die Zukunft der Einsatz unserer ganzen nationalen Kraft in das außenpolitische Spiel sichergestellt wird.

Wenn es uns auch notwendig erschien, diese Zu­sammenhänge einmal in aller Klarheit herauszuftel- len, so sollen damit doch keineswegs die Fehler und I Unterlassungssünden die sich unsere autzenvoliinibe I Führung in der letzten Zeit zuschulden fonutwu lieg, I entschuldigt werden. Wenn der Kanzler heute zugleich Außenminister ist, so haben die I Vorgänge in Genf, mag es sich nur. um die Ver­tretung bei den Abrüstungsverhandlungen oder um die Abwehr der Donaubundpläne handeln, gezeigt, daß

th. Berlin, 19. März.

Das Ergebnis der polizeilichen llnterfuchungs- aktion, die in ganze Preußen gegen die Unterkünfte | der SA. unternommen worden ist, liegt zwar noch nicht vor, aber aus dieser ursprünglich rein polizei- chen Angelegenheit hat sich inzwischen eine politi­sche Diskussion entwickelt, an der neben der nationalsozialistischen Partei der Reichsinnenminister und der preußische Innenminister beteiligt sind. Diese politische Auseinandersetzung hat zunächst zu dem Eindruck geführt, datz offensichtlich Meinungs­verschiedenheiten zwischen dem Reichs- innenminister und dem preußischen In­nenminister bestehen, und daß es an der not­wendigen Fühlungnahme zwischen diesen beiden wichtigen Instanzen bei Durchführung der ganzen Angelegenheit gefehlt hat. Allerdings haben die Er­klärungen der nationalsozialistischen Partei, die von diesem Umstande ausgingen, nun wiederum dazu ge- sührt, datz der Reichsinnenminister mit einer Berich­tigung einschreitcn mußte.

Der Hergang der Dinge Hai sich folgendermaßen abgespielt: Nachdem die polizeiliche Aktion durchge- füfrri war, wurde das gesamte beschlagnabinie Mate­rial nach den Richtlinien, die vom preußischen In­nenminister ausgegeben waren, untersucht, und das Ergebnis soll ausschließlich int Ministerium selbst sertiggestellt werden. Dagegen ist an den Reichsm- nenminister eine Anzahl Fragen ans der ^esfentlich- keit gerichtet worden, wie er sich zu dieser Aktion Preußens einstellt. Dr. Groener hat daraufhin _ worüber wir schon in einem Teil der gestrigen Auflage berichtet haben gestern mittag eine Er­klärung bekannt geben lassen, worin er unter anderem betont, bei den über die angebliche Mobilmachung der SA. verbreiteten Nachrichten handele es sich zum Teil um altbekannte Mitteilungen. Soweit es sich um neues Nachrichtenmaterial handele, würde es von ihm scharf nachgeprüft werden. Schon aus dieser Aenßerung des Reichsinnenministers wurde in der Oefsentlichkeit der Schluß gezogen, datz Dr. Groener mit der Aktion des preutzischen Innenministers nicht in allen Stücken einverstanden sei während die preutzische Regierung so- jor't mit allem Nachdruck betonte, datz eine derartige polizeiliche Untersuchung lediglich Sache der Landes­regierung fei.

Deutschland und Amerika

(Eigene Drahtmeldung.)

Oie Legalitätserklärung der NSDAP.

Gestern nachmittag haben nun die nationalsoziali­stischen Abgeordneten Göring und Frank I I den Reichsinnenminister aufgesucht und haben ihm im Rahmen einer Unterredung eine schriftliche L e - galitätserklärung überbracht, die von sämt­lichen Führern und Unterführern der SA. sowie al­len Reichstagsabgeordneten und Landtagsabgeordne­ten der nationalsozialistischen Partei unterzeichnet ist. Dann haben die Nationalsozialisten über die Unter­redung mit Dr. Groener eine Veröffentlichung her­ausgegeben, die aber infolge der Einschaltung eini­ger Nachrichtenbüros nicht einheitlich erschienen ist.

In dieser Veröffentlichung behaupten die Nationalsozialisten, sie hätten in der Unterredung mit Dr Groener den Eindruck gewonnen, daß Der Reichsinnenminister es bedauere, daß über die polt- -etliche Aktion in Preußen Mitteilungen gemacht wor­den seien, die nicht in vollem Umfange den Tatzachen entsprächen. Groener fei über die Zusammenziehung der ZA unterrichtet gewesen, und er habe den Ein­druck daß es Hitler mit seinen Legalitätsversicherun­gen durchaus ernst sei. Der Reichsinnenminister sehe keinen Anlaß zur Beunruhtgung, und er habe erklärt, datz er sich mit aller Energie gegen em evtl. Verbot der nationalsozialistischen Partei wenden werde. Be­sonders wichtig ist die Feststellung des nationaliozia- listischen Berichtes, der Reichslnnenmlnlster ,e> durch polizeiliche Aktion Preußens überrascht worven und sei davon wenig erfreut Schließlich fuitbtgen die Nationalsozialisten an, daß sie beim preußischen In­nenministerium eine formale Beschwerde und b c t m Staatsgerichtshof eine Klage gegen die preußische Regierung einreichen werden.

Groeners Erwiderung

Zu dieser nationalsozialistischen Darstellung ist noch gestern abend sofort eine E r w i d e r u n gvom Reichsinnenminifter ©roener gegeben worden, der vor allem seftstellt, daß es sich um eine vertrauliche Unterredung gehandelt habe, aus der die Nationalsozialisten jetzt Mitteilungen machen Die Darstellung, die die Nationalsozialisten geben, 1 et in wesentlichen Teilen unzutreffend. Der Miniltcr habe sich darauf beschräntt, die Erklärungen ber bet- den Abgeordneten entgegenzunehmen, und vor auern sei die Behauptung unzutreffend vag er jid) von der Aktion Preußens überrascht und we­nig erfreut gezeigt habe. Vielmehr habe r

Köln, 19. März.

Die amerikanische Handelskammer in Deutschland hielt gestern hier ihre diesjährige Ta­gung ab, an der führende Persönlichkeiten des öffent­lichen Lebens, des Handels und der Industrie teil- nahmen.

Die Begrüßungsansprache hielt der erste stellver­tretende Vorsitzende der Kölner Industrie- und Han­delskammer, Handelsgerichtsrat Proenen. Der Redner ging u. a. auf die Weltwirtschaftskrise em und erllärte, daß Europa sich zu gemeinsamem Han­deln durchringen müße, wenn die Probleme der De­pression gelöst werden sollten.

Den Hauptschlüßel zur Bereinigung der Krise hätten jedoch die Bereinigten Staaten von Amerika in der Hand.

Ebenso wie im Vorjahre durch Präsident Hoover, werde, so stehe zu hoffen, auch jetzt wiederum die Jni- tiattve von den Vereinigten Staaten ergriffen werden.

Auch der Präsident der amerikanischen Handels­kammer in Berlin, Geo W. Wolf, ging in feiner Ansprache von den gegenwärtigen internationalen I Wirtschaftsverhältnissen aus. Keine Nation könne sich von den anderen isolieren. Die Welt brauche einen dauerhaften Frieden. Wohl habe der bewaff­nete Konflikt zwischen den Nationen 1918 aufgehört; aber feit dieser Zeit habe

ein Wirtschaftskrieg zwischen den Nationen ge­tobt, der in feiner Wildheit grausamer ist als der

Oie Verordnung über den Osterburgfrieden

Berlin, 19. März.

Die Verordnung ves Reichspräsidenten zum Schutze des inneren Friedens vom 17. März ist nun­mehr im Reichsgefetzblatt vom 18. März veröffentlicht worden.

Von evangelischer Seite wird Wert auf die Fest­stellung gelegt, daß von Seiten des Evangelischen Kirchenausschußes hinsichtlich des Burgfriedens nur angeregt wurde, den Burgfrieden über die Karwoche und die beiden Ofterfeiertage dauern zu laßen.

Berlin, 19. März.

Eine Anzahl Berliner Blätter veröffentlicht einen Befehl des Chefs der Heeresleitung, General Freiherr von Hammerstein über die durch­geführte Heeresvereinfachung und die Ar­beit der nächsten fünf Jahre in der Reichswehr, in dem daraus hingewiesen wird, daß die Vereinfa- chungsmaßnayme.i vor dem Abschluß stehen. Die Vereinfachung umfaßt zahlreiche größere und klei­nere Maßnahmen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen der jetzige Zustand des Heeres und die festgelegten Verwaltungsgrimdsätze nicht mehr ge­ändert werden.

Um die einheitliche Grundauffassung zu wahren, verweist der Ches der Heeresleitung aus die beiden bedeutsamsten Punkte:1. Die Personalab­striche bei Stäben dienen mittel- und unmittelbar dem Heben der Front stärken. Anträge auf Verstärken der Stäbe usw. sind unnütz; Verstärken durch Kommandierungen über den von mir geneh­migten Rahmen hinaus ist verboten.

2. Die Maßnahmen, die die Schreiberei im Heere verringern sollen, schließen den höheren Zweck in sich, die Verantwortung der einzelnen Perso­nen zu schärfen und die Persönlichkeits- Werte zu heben.

Bei dem hohen Maß von selbstloser Hingabe an unsere Arbeit ist Vertrauen von oben nach unten und umgekehrt sowie zwischen Truppe und Ver­waltung voll berechtigt. Dieses Vertrauen be­trachte ich als den Eckpfeiler jeder Verein­fachung."