Slnzelprels 10 Pfennig
Mer Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
enfftcS ftffiimal lta<6mlttaa8. BbonnementBorttS: für »en Monal 2.10 / ettttol. 80 4 ultelluna in» Haus in »er Geschäftsstelle abaebolt 1.80 Jt. Turck die Poft mon. 2.10 Jl «usschl Auftellacbübi An fallen oon böberei Gewalt besteht kein Anspruch aus Lieferung der Zeitung oder aus Rückzahlung Le» Bezugspreises Verlag «cknlileiiung und Druckerei: Kölnische Strafte 10. — Telephon: Sammelnummer 6800 dnriftifme Sprechstunden Dienstags und freitags 17—10 Uhr Kölnische Strafte 10 L
Hessische Abendzeitung
anietgen»reife: ®ef6äP$. und Familien-«neigen die 80 mm • Seile 11 Pfennig. Kleine Anzeigen an» Kassel das Wort 7 A. Auswärtige Kleine Anzeigen die .°0 mm breite Zeile 11 A. Anzeigen im Reklameteil dte 78 mm breite Zeile 45 A Ossertgebühr 25 A ibei Zustellung 85 41. — Sür das Erscheinen von Anzeigen in bestimmten Ausgaben, an besonderen Plätzen und für telephonisch erteilte Aufträge keine Gewähr. Rech» nungsbeträge innerhalb von 5 Tagen zahlbar. Gerichrsttand Kassel. — Postscheckkonto Frankfurt a. M- 688&
Nummer 64*
22. Jahrgang
Mittwoch, 16. März 1932
B
Oie ersten Vorbereitungen zur Preußenwahl
Listenverbtn-ung der Mittelparteien statt Einheitspartei? / Burgfrieden dauert vierzehn Tage / Zunächst keine Genfreise Brünings
Ltm die Sammlung der Mittelparteien
Von unserer Berliner Schriftleitung.
th Berlin, 16. März.
Das Reichskabinett wird heute und in den nächste« Tage« einige Sitzungen abhalten, in denen es sich zunächst mit der seit einiger Zeit angekündigten Biersteuersenkung beschäftigen wird, und zwar handelt es flch dabei um die Senkung der Reichsbiersteuer und der Gemeindebiersteuer, die beide bis zum 20. März durchgeführt fein sollten.
Dagegen wird das Kabinett sich noch nicht mit den in den letzten Tagen in der Presse wiederholt erörterten Plänen zum Aibeitsbeschaffungsprogramm (stehe auch Seite 2!) befassen, da die in dieser Materie vorliegenden Pläne noch nicht beschlußreif gemacht werden konnten. Inwieweit die Milderung von Härten in den verschiedenen Notverordnungen der letzten Zeit bzw. in den dazu gehörenden Durchführungsbestimmungen für das Kabinett in Betracht kommt, ist im einzelnen noch nicht zu übersehen. Dagegen
wird sich das Kabinett mit dem Plane eines Burg- fr i e d e n s für die Osterzeit befassen, der nun nicht, wie man ursprünglich geplant, vom 20. bis 30. März, sondern vom 20. März bis 3. April, also volle 14 Tage dauern soll.
Wenn das Kabinett darüber seine Beschlüffe gefaßt hat, ist mit der Verkündung einer Notverordnung aus Grund des Artikels 48 zu rechnen, in der dann die entsprechenden Demonstrations- und Versammlungsverbote für die Osterzeit enthalten sein werden.
Der Kanzler hatte ursprünglich die Absicht, schon in dieser Woche eine kurze Urlaubsreise anzu- rreten, aber angesichts des Arbeiisprogramms des Kabinetts bleibt er vorläufig in Berlin und wird voraussichtlich erst in der nächsten Woche einen Osterurlaub nehmen. Eine Reise nach Gens zum Zwecke einer Rücksprache mit dem französischen Ministerpräsidenten Tardieu über Reparationsfragen kommt nun vor der zweiten Hälfte des April wahrscheinlich nicht mehr in Betracht, besonders da die französischen Kammerwahlen nicht vor dem 17. April zu erwarten sind.
Der Verwaltungsrat der Reichspost hat gestern die Beratung des Post-Etats begonnen, die er heute fortsetzen wird. Außerdem werden heute der Bericht der Reichsrundfunkgesellschaft und die Frage der bayerischen Postabfindung behandelt werden; diese kann unter Umständen durch einen Kabinettsbeschluß über die an Bayern zu leistenden Jahreszahlungen ersetzt werden.
Heraufsetzung des Wahlatters?
Im Rahmen der Vorbereitungen für die Neuwahl des Preußischen Landtages ha« sich auf Anregung des preußischen Staatsministe- riums der interfraktionelle Ausschuß der Regierungsparteien des Landtages mit der Frage einer Heraufsetzung des Wahlalters in Preußen auf das 24. Lebensjahr beschäftigt. Seit längerer Zeit liegen darüber, nicht nur im Preußischen Landtag, sondern auch im Reichstag Anträge vor, die aber wiederholt zurückgestellt bzw. auch schon mehrfach abgelehnt wurden. In Preußen ist eine Entscheidung darüber noch nicht herbeigeführt worden; die Regierungsparteien zeigen gegenwärtige stärkeres Interesse für i>ie in der
Richtung einer Erhöhung des Wahlalters gehenden Anträge.
Zu den Vorbereitungen sür die Preußenwahl gehören auch die Bestrebungen der bürgerlichen Mittelparteien nach einem engeren Zusammenschluß. Darüber hat gestern z. B. der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei eine Beratung abgehalten. Schon seit längerer Zeit ist darauf hingewiesen worden, daß der Plan einer
Sammlung der bürgerlichen Mitte
nur dann Aussicht auf erfolgreiche Verwirklichung haben könnte, wenn er zum rechten Zeitpunkt, also z. B. kurz vor den Preußenwahlen in Angriff genommen wird. Dieser Standpunkt ist von den in Betracht kommenden Parteien im wesentlichen anerkannt worden, aber es bestehen bei allen diesen Gruppen noch erhebliche Meinungsverschiedenheiten über den Grundgedanken des ganzen Problems überhaupt.
Beim Landvolk wie bei der Wirtschaftspartei sind es nur Minoritäten, die für die Zusammenfassung der bürgerlichen Mittelparteien zu einer einheitlichen Partei Eintreten. Auch bei der Deutschen Volkspartei sind die Anschauungen darüber geteilt, vor allem über die Frage, ob man zu eurer solchen Sammlung der Mitte auch die Deutsch- nationalen heranziehen soll oder nicht. Ein Teil ist der Auffassung, daß die Sammlung der bürgerlichen Mitte nur dann Sinn und Zweck hat, wenn die Deutschnationalen daran beteiligt sind. Ein anderer Teil vertritt die Anschauung, daß sich eine derartige Zusammenfassung mit den Deutschnationalen und mit der Staatspartei niemals werde verwirklichen lassen.
So wird man zunächst wahrscheinlich von der Durchführung des Planes, eine einheitliche bürger liche Mittelpartei zu gründen und alle anderen bisher bestehenden Gruppen aufzulösen, Abstand nehmen müssen. Landvolk, Konservative, Christlich-Soziale, Deutsche Volkspartei und Staatspartei werden infolgedessen aller Wahrscheinlichkeit nach getrennt i« den Wahlkampf um das neue Preußenparlament marschieren, aber anstelle dieser vorläufig nicht zustande gekommenen Einheitspartei wird man den Versuch machen, durch weitgehende L i st e n v e r b i n d u n g e n bei de« Wahlen einen gewissen Ersatz für die Zusammenfassung der Mitte zu schaffen. Diese Listenverbindungen sollen in den einzelnen Wahlkreisen je nach Zweckmäßigkeit selbständig vorgenommen werden. Darüber aber schwebt noch der Plan eine Landesliste von Westarp bis Weber. In den nächste« Tagen sollen die Besprechungen über dieses Zusammengehen bei der Preußenwahl ausgenommen werden.
Auch Anhalt wählt am 24. April?
Dessau, 16. März.
Obwohl bis zur Stunde ein endgültiger Beschluß zu der Frage des Zeitpunktes der anhaltischen Landtagswahlen noch nicht vorliegt, verlautet aus Kreisen des Ministeriums, daß mit größter Wahrscheinlichkeit die anhaltischen Wahlen am Tage der Preußenwahlen, also am 24. April, durchgeführt werden sollen.
1
Verlegenheitspause in Genf?
Oie Arbeiten der Abrüstungskonferenz auf dem toten punkt
Paris, 16. März.
Der Agentur Havas wird aus Gens berichtet, daß die Arbeiten der Abrüstungskonferenz trotz formeller Aktivität seit dem 2. Februar kaum Fortschritte gemacht hätten, ja, gegenwärtig sogar auf einem toten Punkt angelangt seien. Daher schienen auch die Delegationen der Hauptmächte darüber einig zu sein, bereits Ende dieser Woche eine Osterpause eintrete« zu lasse«. Hierüber soll Henderson gestern mit Tardieu gesprochen haben.
Um die Vertagung zu begründen, berufe man sich auf die Rückwirkungen, die die Ereignisse im fernen Osten auf den Völkerbund haben könnten, ferner aus die verschiedenen Wahlen in Deutschland und auf die Kammerwahlen in Frankreich. Diese Gründe spräche, für eine Vertagung um einen Monat. Der Ches der französtschen Regierung dürfte aber -H«d«son gegenüber hervorgehoben haben, daß Frankreich keinerlei Initiative zur Vertagung der Arbeiten ergreifen werde, sondern daß dte in Genf
anwesende französische Delegation zu allen Beratungen bereit sei.
Propaganda für -en Tar-ieuplan
Paris, 16. März.
Die Genfer Sonderberichterstatter der großen Pariser Blätter berichten übereinstimmend über die Bemühungen Tardieus, den Plan für die Schaffung eines Donaubundes einen Schritt weiter zu bringen und durch die Gewinnung Deutschlands und Italiens sich Möglichkeiten für eine Konferenz der interessierten Staaten zu schaffen.
Allgemein unterstreicht man in diesem Zusammenhang die Haltung der beiden letztgenannten Mächte, die die Absichten Tardieus besonders erschwerten. Perlinar zeigt sich im „Echo de Paris" aber dennoch optimistisch und stellt einleitend fest, daß trotz der besonderen Schwierigkeiten, die der Verwirklichung des Planes entgegenständen, schließ
lich mit einem erfolgreichen Ausgang der Bemühungen Tardieus gerechnet werden könne.
England sei ganz und gar für den französischen Plan gewonnen und habe gerade in diesem Zusamemnhang derartige verständnisvolle Absichten an den Tag gelegt, wie man sie feit langem von einer englischen Regierung nicht mehr gewöhnt gewesen sei. Aber auch Italien werde sich voraussichtlich für den Plan gewinnen lassen. Nur Deutschland mache noch besondere Schwierigkeiten. Wenn die Reichsregierung sich int Augenblick auch von dem Gedankengang leiten lasse, daß der französische Plan ihre Anschlutzabsichten vereitele, so müsse man doch annehmen, daß sie sich darüber klar werde, daß ein Zusammenbruch der Donaustaaten sür sie besonders schwere Folgen haben würde. An einer finanziellen Hilfe Frankreichs sei jedoch ohne die Verwirklichung des Staatenbundes nicht zu denken.
Irland und England
London, 16. März.
Vor der Vertagung des irischen Landtages am Dienstag abend teilte Ministerpräsident de Valero mit, die Regierung schlage die Entfernung des Treueides zur englische« Krone aus der irischen Verfassung vor. Dann werde kein Bürger mehr Grund haben, den Gesetzen den Gehorsam zu verweigern.
Valera sagte weiter, daß er sich für eine einheitliche Regierung und eine einheitliche Armee einfetze. Max Enee kündigte ferner die Absicht der Regierung an, die jährlichen Entschädigungszahlungen an England im Betrage von 3 Millionen Pfund einzuftelle«. Falls diese Maßnahme durchgeführt werde, käme es auch zu keinen Gehaltskürzungen.
Die rettende Formel
Schanghai, 16. März.
Wie von maßgebender Seite mitgeteilt wird, ist es den Bemühungen der ausländischen diplomatischen Vertreter in Schanghai nunmehr nach ausgedehnten Besprechungen gelungen, eine Vermittlungsformel aufzustellen, die sowohl von den chinesischen als auch den japanischen örtlichen Vertretern als annehmbar bezeichnet wurde. Die entsprechende« Vorschläge sind den beiderseitigen Regierungen vorgelegt worden, deren Entscheidung nunmehr abgewartet wird. Zunächst ist es beabsichtigt, die Chinesen und Japaner zu einer neuen Besprechung zusammenzubringen, auf der die von den ausländischen Diplomaten vorgeschlagenen Punkte erörtert werden sollen. Es verlautet, daß zunächst die Einstellung der Feindseligkeiten endgültig vereinbart und anschließend eine aUgememe Vermittlungskonserenz stattfinden soll.
3m Schatten -er LlSA.-Wahlen
Von unserem amerikanischen Mitarbeiter. n»'
W. Neuyork, im März.
Tie verschiedenen Maßnahmen der amerikanischen Regierung auf finanziellem Gebiet während der letzten Monate müssen von dem Gesichtspunkte aus betrachtet werden, daß wir unmittelbar vor den alle vier Jahre stattsinvenden großen Wahlen stehen, bei denen auch das Geschick der beiden Parteien durch die Wahl des Präsidenten für die nächste Zeit entschieden wird. Alle Entschlüsse der Regierung oder des Kongresses werden in solcher Zeit stark von der Rücksichtnahme auf die Wahlen beeinflußt. Dazu kommt aber in diesem Jahre ein sich auch in Amerika immer mehr fühlbar machender Drang nach wirtschaftlicher und politischer Isolierung hinzu.
Was nun die innerpolitischen Faktoren anbetrifft, so besteht darüber sicherlich kein Zweifel, daß die Aussichten der Republikanischen Partei für die nächste Wahl so schlecht sind wie seit langem nicht. Die großen Verluste auf allen Gebieten, die sich vorläufig immer noch steigernde Not in allen Teilen des Landes, mit einem Wort, das ständige Abgleiten der Prosperitätskurve unter dem Hoover- Regime hat die Abneigung gegen die Republikaner weitgehend gefördert, und umsomehr stiegen die Aussichten für die Demokraten. Es ist sogar heute noch zweifelhaft, ob die Konvention den Präsidenten Hoover wieder nominieren wird, sicherlich ob das Volk dem Manne seine Stimme geben wird, der, schuldig oder nicht, der Führer in den Abgrund war.
Nun eröffnete sich Hoover kürzlich ein Lichtblick. Aus der Atmosphäre der Verwirrung und Unsicherheit, die sür seine bisherige Amtszeit charakteristisch war, ergab sich ein neuer Konflikt. Noch vor wenigen Wochen glaubten die Demokraten, den Sieg sicher in der Tasche zu haben. Gouverneur Roosevelt, der voraussichtliche demokratische Kandidat, hatte an Sympathien stark gewonnen. Da platzte wie eine Bombe die Erklärung von Alfred Smith in die Oeffent- lichkeit, er werde eine Nominierung annehmen. Das veränderte die Lage für beide Parteien. Smith ist ein alter Favorit. Er suchte 1924 die Nominierung; er erhielt sie 1928, unterlag aber in der Wahl gegen Hoover, der als Republikaner gewählt wurde. Denn man glaubte damals noch, die Republikaner hätten die Prosperität in Erbpacht. Smith's Aussichten sind diesmal sicherlich so groß wie nie zuvor. Trotzdem behaupten viele, er habe den Demokraten die Chancen aus den Sieg genommen. Die Republikaner jubeln. Denn mit Smith tritt wieder das religiöse Moment in den Wahlkampf ein, das schon 1924 seine Nominierung verhindert hatte. Selbst seine Freunde glauben, daß dies ein schweres Hindernis für ihn fein wird. So ertönt schon jetzt im Süden und Westen des Landes der Schrei: Jeden anderen, nur nicht Smith. Im Osten und Norden: Wir wollen Smith! Und wie es 1924 war, so kann es auch diesmal wieder werden, die demokratischen Delegierten können sich weder auf den einen noch auf den anderen einigen, und nehmen schließlich einen Outsider, ein „bart horse", nur damit eine Einigung zustande kommt.
Und nun zu den Bahlen. Der Kampf geht diesmal nicht fo sehr um politische als um wirtschaft-
liche Fragen. Welche Besserungen kann der demokratische Kandidat versprechen? Er wird auf Grund der Erfahrungen, die Hoover damit gemacht hat, mit seinen Steuerungen sehr vorsichtig fein, und bisher ist auch seitens der Demokraten noch nichts Entscheidendes verlautet. Wer löst den gordischen Knoten? Tarin aber grabe liegt die Schwäche der Demokraten, darin liegen die Möglichkeiten für die Republikaner. Das Volk tadelt letztere, weil sie nichts täten; sollen sie einen Demokraten wählen, der ihnen auch nichts anderes versprechen tonn? Das Volk will keine neue Partei, es will einen neuen Plan. Tas Verlangen nach Hilfe und Rettung geht viel tiefer als Parteipolitik. Die große Frage ist: Was gedenkt der Kandidat, wenn er ins Weiße Haus eingezogen ist, bezüglich des Alkoholverbots, der Arbeitslosigkeit, der Zölle, der Kriegsschulden und Reparationen, der Agrarpolitik und vielem anderen zu tun? Welcher Kandidat wird bereit sein, hierüber bindende Erklärungen abzugeben? Und so scheint es heute, als wenn für Hoover doch noch nicht alle Hoffnung dahin ist, besonders wenn es ihm noch möglich sein sollte, in letzter Stunde eine wirtschaftliche Besserung zeigen zu können.
Darauf kommt es also an, und auf dieses Ziel sind Hoovers Bemühungen gerichtet. Ter Versuch, im vorigen Jahr eine Besserung der Weltwirtschaft durch eine Zusammenarbeit der daran interessierten Völker zu erzielen, ist hauptsächlich durch die Schwierigkeiten, die Frankreich dem Hoover-Morawrium entgegenbrachte, gescheitert. Obgleich dieser Weg der einzig richtige war, hatte Hoover vor der Welt Unrecht. Jetzt stellt et sich auf eine nationale Selbsthilfe um, und dieser dienen die Maßnahmen der letzten Monate. Sie sollen durch Schaffung leichteren Kredits das Wirtschaftsleben unabhängig vom Auslande wieder ankurbeln, sie sollen in gewissen Grenzen eine Inflation schaffen ohne Rücksicht darauf, daß durch weiteren Reparations- und Kriegsschuldendruck die Deflationsschraube in Europa weiter angezogen werden muß. Dieses Ziel aber kann ohne Besserung der Weltlage (wenn überhaupt!) nur erreicht werden, wenn das Vertrauen der Leffentlichkeit im eigenen Lande wieder hergestellt wird. Es waren daher Maßnahmen zu treffen, um in erster Linie das schwindende Vertrauen zu den Banken wieder zu gewinnen, womit gleichzeitig der Feldzug gegen die Geldhortungen eröffnet wurde, deren Gefahren tatsächlich großer sind, als schlechthin zugegeben wird. Diesen Zielen dienten die Errichtung der National Finance Corporation und nach deren Versagen die durch Gesetz gegründete Reconstruction Finance Corporation. Ihr folgten Hoovers „Erziehungsbemühungen“, durch die er das Publikum dazu bringen wollte, aus patriotischen Gründen sein Geld wieder zu Den Banken zu bringen. Dies scheint nun in gewissem Grade erreicht worden zu sein durch die Aenderung der Federal Reserve Act, die einzige Maßnahme, die bisher in Verbindung mit der Emission einer bis zu SO Dollar gestückelten Regierungsanleihe tatsächlich wenig- stens stimmungsmäßig einigen Erfolg gebracht hat.
Was schwere Bedenken auslöst, ist folgendes: Vor kurzem erließ der Verstand der Neuyorker Effekten-