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landet Wirtschaft Börse

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Handelszeitung

Donnerstag, den 10. März 1932

9. März

Tagt Geld Ho

Heutiger Freiverkehr

Ziemlich freundlich.

Berlin. 10. MSärz. Nachdem in den «Krisen Abend­stunden eine mehr stimmnngs- als fniSmafctq zu erkennend« Befferung eingetreten war, konnte man auch tn den heutigen Vormittagsstunden im Anschluß an die weiter feste Haltung der deutschen Bonds in Amerika, eine , t e m l i ch f r e n n d- liche Stimmung feststellen. Geschäfte wurden aber bisher kaum getätigt, zumal man sich noch nicht darüber im klaren ist, wie ein freihändiger Verkauf der von den Bersteigerun- aen zurückgezogenen Handelsbank-Lombarö-Effekten in der Praris vorgenommen werden «oll. Mit einer etnhalbpro- zentigen Diskontsenkung in London glaubt man dagegen für heute zuversichtlich rechnen zu können. Am Devisen­markt war das Pfund gegen gestern eher leichter. Aus der Schwei» wird ein Kurs von 19,10 gemeldet, was für Pfunde-Paris 93%, Pfunde Mailand 71,15, Pfunde eMitten 48^. Pfunde Amsterdam 9,16%. Pfunde Kabel 3,68% ca. bedeutet.

Berliner 'Devisenkurse

fades tm Haben verlangt haben, wahrend d« S parkas- len in Interesse ihrer Einleger an dem bisherigen Nor- malztnssod trotz der Diskontlenkung ftstzubaltcn streben. Sn einer Einigung in der Krage der Haben,atze konnte es nvch nicht kommen. Deshalb wird der Bankenkommtffar. der zur Seil verreist ist, voraussichtlich am Sonnabend die Entscheidung treffen.

Heimische Wirtschaft

Sn« des Reichswerks Wolfgang bei Hauau beab- as der Viag, also dem Reich gehörende Re'chs- gang bei Hanau, in dem trüber die staatliche Pulverfabrik betrieben wurde, und tu dem letzt Kunstleder fabrizier, wird, soll, dem Vernehmen nach an ein Kpnkur- renz-unternehmen veräußert und dann stillgelegt werden. Verhandlungen nach dieser Richtung find tm Gange. Ver­waltung und Belegschaft haben bereits Schrttte gegen di« beabsichtigte Stillegung unternommen.

Weitere Verschlechtern«« der Wirtschaftslage tm Arbeits­amtsbezirk Hersfeld. Im Februar ist noch eine weitere, wenn auch geringe Verschlechterung der Wirtschaftslage ftst- zustellen. Insgesamt bat sich die Zahl der Arbeitssuchenden im Verlause des Kebruar von 9830 auf 9982 vermehrt, Die Sahl der Unterstübungsempsänger ist von 6848 am 7451 gestiegen. Kurzarbeit«unterstutzung erhalten 997 männliche und 61 weibliche Personen.

Bereinsbank der Rbö« e. ®. m. b. H... Mellrichstadt. In der Generalversammlung wurden die Bilanz und die Gewinn- und Bettustrechnung genehmigt. Es kommen von dem 9285 Mark betragenden Reingewinn 3939 Mark als gprozentig« Dividende zur Verteilung. 5864 Mark werden den Reserven zugeführt und 383 Mark auf neue Rechnung vorgetragen. Rach dem Geschaftsbettcht hat die Bereinsbank di« Krisenzeit gut überstanden und verfügtüber eine aus­gezeichnete Liauidilät. Auch das neue Geschäftsjahr bat sich verhältnismäßig gut angelassen.

Müudeu-Hildesheimer Gummiwareu-Kabrikeu Gebr. Wenell A.-G., Hildesheim. Die auf den 23. May Unberu­fene oGV soll neben der Erledigung der Regularien für das Geschäftsjahr 1981 Beschluß fassen über die Eiuziebun« der zum Zwecke der Einziehung erworbenen Aktien in Höbe von 10 Prozent des Grundkavttols von 1,8 Mill. RM und dessen Herabsetzung auf 1,62 Mill. RM.

Hesstfche Portlaud-Semeutsabrik A.-G.. Steinan lKr-is Schlüchtern). Die Stadtverordnetenversammlung tu sieinau beschloß, wie der Frankfurter Zeitung gemeldet wird, die Beschlußfassung über Bertragsverlangerung, mitder Gesell­schaft auszusetzen, wie betont wird, jedoch nur aus formel­len Gründen. Bei den städtischen Körverichaften beitest vielmehr der Wille, für die Verlängerung des Vorträge» einwireten, und die Ansicht, daß durch die erhobenen E n- vruche der Zeitpunkt über den Baubeginn nur verschoben, der Bau fc&"t nicht verhindert werde. .Wie bekannt sein dürfte, will die Gesellschaft außerhalb des Syndikats ar- beften. _

Stanzwerk Oberscheden Jüuemaun u. Co. A.-G-. Ober­scheden. Im Geschäftsjahr 1930/81 erhöhte sich bei einem Kabrikationsgewinn von 45 137 179 157^ 9®? unb Unfofteit von 64 649 (78 305) RM nach, 1695 (4106) RM Abschreib-N- aen und 3221 (1847) RM Rücklagen der Verlust n 7918 auf 84 345 RM. Die G.-V. beschloß. Hs A.-K^ von 120 000 aus 50 000 RM herabzus e tz e n. In der Bilanz vom 30. 9. 31 sind Kalle, Postscheck und Debitoren nut 10 014 ^X^n6miTT4769m?43^49l^£9^ea^efean^IerfeitS

10 046 RM für nicht in Anspruch genommenes Delkredere, sodaß ein endgültiger Verlust von 49 768 RM auf das A.-K. von 50 000 RM verbleibt.

Neuer Konkurs in Fulda, Ueber das Vermögen der Firma WilbelmHo efling lr. (Inhaber Walter Hoesling) in Fulda ist das Konkursverfahren, eröffnet. Konkursver­walter Kaufmann Oswald Miller m Fulda Erste Glau- higerversammlung am 4. Avril, allgemeiner Prüfungster- min 16. Avril.

Vergleich Konsum, und Svaraenosieiischast für Tann n. Um«, e. &. m. 6. H, in Tann (3ihün). Die Firma hatte einen Vergleichsvorschlag aus 40 Prozent eingereicht. Im Vergel.chsiemnin wurden die anaemeldeten Forderungen in Höbe von 29 000 Mark fast durchweg anerkannt. Die Ab­stimmung ergab, daß über 20 drozent der Gläubiger mit über 90 Prozent der an gemeldeten Forderungen dem 8er- geltchsvorschlag zustimmten.

Mangels Malle eingestellt: Konkurs Ehefrau Lmse Hartmann in Hanau.

Normale Entlastung

Trotz starker Abnahme der Goldbestände nur geringer Rückgang der Notendeckung.

Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. März 1932 bat sich in der oerfloffEn Bankwoche dre a e sa m te Ka - vitalanlaae der Bank in Wechseln umi Schecks, Lom­bards und Efiekteu um 149,6 Mill, auf 3682.7 Mill. RM verringert. Im einzelnen haben di« Bestände an Handels­wechseln und Schecks um 56,4 auf 3268,3, die Bestand« au Reichsschatzwechseln um 9,6 auf 34,2 und die Lombard be­stände um 84,6 auf 218,4 Mill. RM abgenommen.

An-Reichsbanknoten und R-nt-nbauk- s ch e i n en zufammen llnd 97,4 Mill. RM in die Kallen der Reichsbank zurückgeslollen. und zwar hat tick.der Um­lauf an Reicksbanknoten um 89,4 auf.4178,9, derjenige an b'ÄÄä

na62te gestände an'Gold und deckungsfähigen Devisen ha­ben sich um 40.9 Mill, auf 1036,4 Mill. ÄM vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 48.5 auf H0,0 Rtill RM abgenommen, und die Bestände au deckungstahi- aen Devisen um 7,6 auf 156,4 Mill. RM zugenommen. Die Deckung der Siote» durch Gold und deckungs- fäbiM Devffen beträgt 24,8 Prozent gegen 25,2 Prozent ut ^^Die°^Ab nähme der Goldbestände erklärt stch durch die Rückzahlung von 10 Prozent des M M i I l.-D o l l a r- R e S i s k o n t k r e d 11 s, die die Reichshank als Bedin­gung für die dreimonatige Verlängerung dieses Kredits vornehmen mutzte.

in Kefcfrstnark

Privatdiskont« tfilo G. S"ls B.

Neue Wunder der Technik

Befriedigendes Geschäft auf der Großen Technischen Messe und Baumesse in Leipzig

Mrsse-Sonderdtenst der.Fkasseler Neuesten Nachrichten^.

mn Leipzig, 10. Mär,.

Obwohl Technik und Bauwesen beute mehr als isder andere Industriezweig unter der allgemeinen Wirt- schaftskrike zu leiden baden, haben stch die maßgebenden Verbände und führende Fabrikanten entschlollen. gerade unter dielen erschwerenden Bedingungen auf der Techntlchen Melle und der Baumelle auszustellen. Das beweist eindeu- tig. daß auch diese Dvezialmelle heute ein unentbehrliches Mittel der Kunden» und Abfatzwertung ist. Etwa 1500 Aus» steiler find diesmal erschienen. Alle Swetge der Technik uns des Bauwesens llnd vertreten. Eine weitgehende Untertei­lung der Aussteller in Berufsgruvven ermöglicht eine ta­dellose Orientierung auf dem weitläufigen Ausstellungs­gelände.

Als umfangreichste Gruvve erweist stch die be#

Maschinen und Apparate.

bei der «an Werkzeugmaschinen, Werkzeuge mw. von Sve- z-almaschinen einschließlich Lokomotiven, Fördermittel u. ä. getrennt bat. In der Gruvve der Werkzeugmaschi­nen zeigt eine Firma eine Zwoiständer-Starrbobelmaschi ne, deren Konftrukrwnsdaten verblüffen: Die HoVlbrefte be­trägt 3L "Dieter, die Hobelhöhe 2,7 Meter und die Hoüellänge 6 Meter, wobei der Tisch 2.7 Meter breit ist. Diese Maschine ist mit allen Schikanen der Neuzeit ausgerüstet. Druck- knovfsteuerungen ffir alle Bewegungsarten. Sicherbeitsein- richtungen für Momentauslösung u. ä. Annehmlichkeiten stnü vorhanden. Die gleiche Firma zeigt noch ein Oelge- triebe, das Uebertragungen bis zu 3000 PS geüattet. Eine andere Firma zeigt eine beachtlich große Waagerecht. Bohr- und Fräsmaschine. Die Tatsache, daß diese Ä früher mit well größeren Maschinen auf der Melle tat war, ist wohl nur als Auswirkung der Krise zu beurteilen. Auf dem Stand einer weiteren Firma ist eine mit Verbellerungen versehene Vertikal-Hobel-Maschine für Star«- und Schneidwerkzeuge zur Schau gestellt, die wirklich Beachtung verdient.

Sveztalpiaschineu für Me Blechbearbeitnug

llnd au anderer Stelle zu sehen. Diese Firma ftellt-Hoch- leistungsanlagen 6er, die 300 Dosen in Ser Minute fahrt« zieren. Da es stch um Dosen für Konserven handelt, die dicht sein müllen, werden auch Prüfmaschinen für diesen Zweck hergestellt. Eine Stuttgarter Firma bringt als Neu­heit den Po sch- Schrauber und den Bosch-Schlei- k e r auf ber Melle heraus. Beide 2toparate sind sehr Hand- lick und ichr praktisch. Bei dem Schleifer verblüfft die außerordentlich hohe Umdrehungszahl. L>elbstverständli stnd beide Geräte mit Uiriver^-Motoren ausgerüstet. Di gleiche Firma, die beide Art Hl vertreibt, zeigt noch neu» artige Prellen für Bakelite, verschiedene Firmen stnd mit Modellen ihrer bekannten Transvortanlagen ver­treten, Auch Nutzsahrzeuae, darunter solche für die von der Reichsbahn eingerichtete Behälter-Beförderung, ferner Flua- f uge. Pumpen, die trotz undichten Ansauarohres noch eine

aughöhe von 9 Meter erreichen, Diesel-Lokomotiven, alle rten Armaftlren und noch viele andere Dinge, deren Auf­zählung hier zu weit führt, sind ausgestellt.

Dah Haus der Elektrotechnik.

das Heim aller Elektrofirmen,, bietet wie immer eine beson­dere Fundgrube für Neuheit. Es sei vorweg genommen, daß alle führenden Firmen ausstellen. Eine solche vrin ein ganz neuartiges Druckkabel heraus. Wenn man bei» spislsweise ein 2a kB-Kabel in ein Druckkabel verwandelt so ist es möglich, dieses als 60 kB-Kabel zu verwenden. Die ganze Neuheit besteht darin, daß man das Kabel in einem dichten Rohrkanal verlegt, der beständig unter einem Druck von 15 Atmosphären gehalten wird. Ein Berliner Konzern bringt eine ltchtekektriiche Schnelljählereinrtch- tung. bet der alle Trägbett weitestgehend überwunden ist, sodaß bis zu 1200 Zähluitoen in der Minute vorgenommen werden können. Das stnd 20 Zählungen in einer Sekunde. Der gleiche Konzern bringt als Neuheit einen fernge­steuerten Gebühren- Münzkassierer, der räumlich vom Zähler getrennt sein kann. Dem Nedürfni» unterer Seit, unentbehrlich gewordene Helfer im Haushal für billiges Geld erstehen zu können, iräat eine andere Firma durch einen neuen kleinen und billigen Staub- iauger Rechnung. An dieser Stelle fei ein neues auto­matisch wirkendes Notstromaggregat einer Motoren- firma erwähnt. Der Aufbau ist der Art, daß 2 mit Gene­ratoren gekuppelte diese Motoren so in Abhängigkeit zuein­ander gebracht werden, daß int Falle des Versagens de einen der andere automattsch anspringt, sodaß die Lampen, die von der elektrischen Anlage gespeist werden, nur wenige Sekunden verlöschen. Eine bekannt« Stuttgarter Firma bringt ein

ganz neuartiges Gerät für Gesteinsbohrung

den sog. Bosch-Hammer heraus, der mtt höchster Sn» verlässtgkett auch die härtesten Materialien bearbeitet. Neu an diesem Gerät ist. daß es mit elektrischem Strom betrie­ben wird, also unabhängig von einer besonderen Komvres- SAnlage ist, die früher für derartige Werkzeuge nnent- clich war. Auch bei diesem Werkzeug ist ein Universal- tor eingebaut. In der gleichen Halle ist bei einem Fa­brikant aus Norddeutschlano ein neues Universal- Meßgerät zur Schau gestellt. Es kann auf jeden Sva- zierstock aufgesteckt werden. Setzt man das Gerät auf den Boden auf und bewegt es vor sich ber, so zeigt ein Zählwerk Me zurückgelegte Strecke in Zentimetern an. Das Gerät ist wirklich universell, kann man es doch auch mit Hilfe einer Schnur für Luftlinien Messung, Lotung bis zum Waffer- spiegel, von da bis zum Grund und für alle anderen noch möglichen Metzarten verwenden.

Rttttdffutkgeräft In neuester Konstruktion _ stnd zahlreich angeboten. Fetnmechanffche Maschinen und Geräte, Waagen aller Art, Haushaltmaschinen, Eisen- und Stahlwaren, Herde, Cefen, sanitäre Einrichtungen, kurz all-s. was irgendwie mfft Technik im Zusammenhang zu bringe» ist. wird trotz der schlechten Seiten reichlich an-

Da"bekanntlich von der Belebung des Baumarktes mehr abbüngt, als man anirimmt, bat man auf der

Baumeste

diesem wichtigen Gebiet besondere Hallen und große Frei­flächen eingeräumt. Neben Rohmaterialien für Straften» und Hausbau stnd sogar ganze Häirser auf den Freiflächen und tn den Hallen aufgebaut, um für die Idee des S t e d - lungshaufes und für das verwendete Matertal zu werben. Alle Sorten Steine. Klinker, Schall- und Wärme isolierende Platten stnd zu sehen. Ein Fenster mit neu­artiger Klavvvorrichtung für Stallungen, Keller und Werk­stätten. hervorragend geeignet, findet besondere Beachtung. Eine Firma kommt mtt neuartigen Mitteln für Anstriche auf den Markt, Me allen äußeren Einflüssen größten Ätder- itand entgegensetzen sollen. Die in einer besonderen Aus­stellung gezeigten Sterne aus Kuvserfchlacke. als Straften« beleg gedacht und z. B. in Leipzig vielfach angewendet, fin­den bei Jnterestenten besondere Beachtung. In diesem Zu-

sammen hange ist da» gang neuartige Rostblockvffaster für kombinierte Stahl-Beton-Straßen zu erwähnen. In Teilstücken wird der Rost aus der Stratzenunterlage aufge­legt, dann werden feine Zwischenräume mit Beton ausae- stnchen. und der Straßenbelag ist fertig. Ist die raube Be­tonschicht abgenutzt, dann treten die Roste an der Ober­fläche leicht hervor, fodaß die Straße ihre Griffigkeit bebau

Wie feit Fahren, so ist auch diesmal der

Stahlverband

tn feinem eigenen Hause auf dem Metzgelände anwesend. Von den einfachsten Walzvrofllen bis zu den elegantesten Stahlmöbeln stnd alle aus Stahl bergestellten Artikel dort zur Schau gestellt. Eine Sonderschau ..Stahlfenster. «Türen und -Zargen bringt zum ersten Male tm Zusammenhänge alles, was in dieses Gebiet fällt. Ein luftbereifter Stahl- Ackerwagen verdient deshalb besondere Beachtung, weil es möglich kst. ihn bet gleichem Borsvann doppelt so hoch zu belasten, als dies früher möglich war.

Auf der Großen Technischen Meste und Baumeste ist man den Verhältnissen entsprechend auf vielen Gebieten nicht nur mit der Nachfrage, sondern mit den bereits getätigten Abschlüffen recht zufrieden. Bon dem noch zu erwartenden Besuch ausländischer Käufer verspricht man stch wettere Auf­tragseingänge.

Senkung ber Pachtsätze. Der Reichskommistar für Preis­überwachung hat bei den Maßnahmen zur Regelung der Preffe für 8rot. Fletsch, Bier und Kinotheaterkarten festse-

stellt. daß für einen Tett von Gewerbetreibenden, die Ge­schäftsräume auf Grund von Pachtverhältnissen inne haben, noch insofern Härten bestehen, als die 4. Notverordnung wohl eine Senkung der Mieffätze. ntchtaberder Pacht­sätze vorstÄt. Die von dem Reichskommistar mit den be­teiligten Hausbestberverbänden aufgenommenen Verband» lungen haben zu dem Ergebnis getiiört, daß die Verbände stch bereit erklärt haben, bei den erwähnten Gewerbetreiben­den auf die Pachtverhältniste die Vorschrift der 4. Notver­ordnung über Miatssenkung auf Antrag entsprechen! zur Anwendung zu bringen.

Debetsafy 9 Prozent

Haben-Normalzinssatz noch umstritten.

3m Anschluß an Me Diskontsenkung der Reichsbank von 7 auf 6 Prozent haben Verhandlungen im zentralen Kre­ditausschuß über die Frage der Veränderung der Zins­sätze stattgefunden. Automatisch stellt stch eine Ermäßigung des Debetsatzes von bisher 10 Prozent auf 9 Prozent ein. Dieser Deoetsatz feilt stch zusammen aus Reichsbank­diskont plus 1 Prozent Zuschlag plus 2 Prozent KreMtvro-

Unenffchieden und strittig stnd dagegen die für die H a - benzinsen evtl, zu treffenden Neuregelungen. Zuletzt wurden 4 Prozent in vrovistonspflichtiger und 3J4 Pro^ni in vrovistonsfreier Rechnung vergütet. Der B. B. C.bött. daß die Kreditbanken eine Ermäßigung des Normalzins-

Die Preiswaage

Getreide fest / Metalle schwach / Textilien gehalten

Di« Preise an den Lebensrnittel- und Rob­st offmärkien weisen eine widerstandsfähige Haltung äuf. Die kräftige Erholung an den internationalen Effek­tenbörsen hat die Warenmärkte allerdings tu feiner Weise mttgeristen. da die stattstische Sage einer Preisbesserung an fast sämtlichen Märtten von vornherein enge Grenzen zieht. Als BMefaktor kommt hinzu die wachsende Kartell- Müdigkeit, die ihren Einfluß aus die Preisgestaltung nicht verfehlen kamt. Die großen internationalen Metall» verbände, Copper Ervotters Ine., der Bleipool, der europäische Zinkverband und auch die Internationale Roh- ftablgemeinschaft sowie das Aluminiumkartell beffnden stch in einer überaus kritischen Lage. Bei Aufhebung der Kartellbedingungen mutz befürchtet werden, daß eine ver- fchärfie internationale Konkurrenz um die wenig aufnahme­fähigen und mit Lägern überlasteten Märkte eintritt, und es ist daher zu verstehen, daß auch eine günsttgere Beur­teilung der allgemeinen Komunkturausstchten nicht sofort ihren Niederschlag an den Warenmärkten gesunden hat. Die Metallmärkte haben zuletzt weitere Preiseinbußen zu verzeichnen gehabt, während die Lebensmittelmärkte leicht nach oben tendierten.

Die Weltgetreidemärkte

nehmen trotz allem eine feste Grundhaltung ein. Die Wet- terverhäliniffe in den überseeischen Anbaugebieten stnd fast durchweg schlecht und wider Erwarten hat der rufstsche Weizenexport noch nicht eingesetzt. Die deutschen Ge­treidemärkte stehen im Zeichen einer ausgesprochenen Verknappung. Ruffenrossen wird von den staatlichen Stel= lenzu 190 bis 200 Mark angebvten, während Auslands­roggen sonst gegen Ausfuhrscheine nur zu 225 Mark und ohne Aitssuhrscheine nur zu 290 Mark hereinzubekommen ist. Die FutteiMtreidemärkle, namentlich der Hafermarkt, sind ziemlich fest, da immer noch mit der Einführung von Expotterleichierungen für Hafer gerechnet wird.

Der Buttermarkt

steht im Zeichen zunehmender Auslieferungen tm Fnlande, die jedoch zu den alten Preisen untergebracht werden kön­nen. Die Zuckermärkte bleiben im Grunde genommen schwach, wenn stch auch das Tempo der Abwärtsbewegung verringett hat. Hier hängt alles von der Stellungnahme Kubas zu den Restriktionsplänen ab, und da die endgültige Entscheidung hierüber noch aussteht, bleibt der Markt vor­erst noch unstcher. Bemerkenswett ist die anhaltend feste Tendenz an den Reis Märkten, wo die Preisbelebung, die ursprünglich von Ostasten ausging (mait-schurischer Konflikt), nun auch auf die europäischen Märkte in vollem Matze übergegttssen hat. Die Kaffeepreise liegen dank der erfolgreichen Bernichtungspolittk Brastliens stabil.

Die MetallmSrkte

haben stch von den schweren Preiseinbutzen der letzten Zeit bisher »och nicht oder jedenfalls nur in sehr gettngem Maße erholt. Die von 6% auf 6% ets pro lb erhöhte Notierung des amettkanischen KupferkattellS, das in jeder Beziehung durchlöchett ist. wivd wieder von einer Reihe von Produzenten unterboten. Der Bleipool mutz als auf. gelst gelten, da die Produzentenländer mit entwerteter Währung (Burma, Australien) stch jetzt gegenüber den übttgen Produzenten konkurrenzfähiger fühlen und daher die bestehenden Mndungen nicht mehr refpektieren. Der Zink markt befürchtet nach der Einführung des eng­lischen Zinkzolls Gegenmaßnahmen in Polen und in Deutschland! die Rolle des europäischen Sinkverbandes muß nach dieser englischen Maßnahme als ansgespielt gel­ten. Ist es ein Wunder, daß auch der Zinnmarkt in Uebereinftimmung mit Kunser, Zink und Blei eine sin­kende Tendenz aufweist, obwohl der Zinnvroduzenienver- band bisher noch von der neuen Kattellkttse verschont ge­blieben ist?

Kautschuk ist etwas bester behauptet, ohne daß ein grundlegender Umschwung erfolgt wäre. Nach den jetzt vorliegenden Ziffern betrua die Weltproduktion im vergan­genen Jahr mit 800 000 t nur 10 000 t weniger als im Vorjahr, während der Berbrauch von 680 000 t auf 650 OOO t sank, sodaß die Lagerbestände eine Zunahme von 500 000 auf 650 000 t erfahren Haben. Bis Ende Februar sollen die Gummibestän'e sogar irf 700 000 t angewachsen '"ein, sie stnd also heute größer als ein gesamter Weltjahres- bebarf.

Die Baumwolle

hat stch zuletzt nicht mehr ganz auf der alten Höhe Balten können, dock ist dieser Markt im eanjen stabil und ein wenig zuversichtlicher. Der Weltverbvauch zeigt deutliche Sumviome der Besterung, er ist vom 1. August 1981 bis zum 31. Januar 1932 gegenüber der gleichen Zeit der Vor­saison von 11,1 auf 11,4 Millionett Ballen gestiegen. Die Baumwollvorräte bei den Weltspinnereien stnd jedoch mtt 4,6 Millionen Ballen um 100 000 Ballen höher als vor einem Jahre. Der deutsche Konsum bleibt im Gegensatz jum Welt­konsum sehr unbefriedigend. Man ist fettens der deutschen Spinnereien in zunehmendem Maße dazu übergegangen, unter Ausschaltung des Handels direkt ägvpttfche Baum­wolle »u beziehen. Die London erWollauktionen die auf die Preisabschwächungen bei den aufttalffchen Ber- fteigerungen hin ziemlich schwach eröffnet hatten, konnten im Verlaufe einen Teil der Verluste wieder aufholen. Auf dem etwas niedrigeren Preisniveau kommt eine lebhafte llmsatztätigkeit zustande, da die Nachfrage, besonders von englischer Sette, recht rege ist.

Waren und ihre Preise

Berliner Produktenbörse

Frankfurter Produktenmarkt

Die Seit 50 Jahren bestehende Firma Engel n. Vo - «et. Berg- und Hüttenerzengniste, Grotzhandlnug für Gas-, Waüer- und Lanasifationsznbehör in Halle a. 3. bat stm veranlaßt geieben, mtt ihren Gläubigern in Verhandlungen rnt treten.

Die seit Jahrzehnten bestehuede« a i 4 e f« bttk Jo­seph Jacobi Nacht. Berlin, bat laut«onsektwnar mtt etwa 100 060 RM Passiven ine Zabtnnsen emgc stellt. Eine Gläubigernerjammlung ist für den 9. Mär, einbe- rafen.

Am 10. März begebt ©ehe im er S am m e r, ien - rat Dr. Robert Allmers seinen 60. Geburtstag. Als Präsident des Reichoverbaudes her Sulomobiltnbnttrie steht Dr. Allmers seit 5 Jastren an führender Stelle in der deutschen Sraftverkehrswtttrchaft.

Durch eine Bekanntmachung des Börsen- narstandes ist die Möglichkeit geschaffen worden, in Fällen, in denen das öffentliche Jniereffe dies erfordert, ner» pfänbetc Wertpapiere nicht durch Versteige­rung. sondern durch Berkans aus freier Saud zum lau­senden Preise zu bewirken, wenn der Staatskommiffar zn- ttimmt

In Kürzet

Unter der Bezeichnung e I am t »e ri re in n e f 6t Sundenkredit im Sinzelhandel" haben stch die maßgebenden Verbände des Eruzelhandels und die ,-inan- zieruugsinstttute, die an der Gewährung oon Kundenkredit interessiert stnd. zu einer Arbeitsgemeimchaft zusammenge­schlossen. deren Zweck die Bertretnug der gemeinsamen z,n- terefien sowie die Förderung der Probleme des orsanister- ten Kundenkredits ist.

stetig

Heutiger Frühverkehr wenig verändert.

256.00

8 Merz

24400 24600

193.00- 195.00

läü

17.C0 150 .CO ISO OC

12 8013.0v 8.40

11.90-1200

12.90

16.90-17.30

16.00-19 50 1100-12.00 15.00-17.00

32.00-37 OC 12-12.60 13.00-13.20

12 70-lZ.8b 8.30

11.90-12.00

12 80 __ 16.60-1700

Berliner amtliche Lntternotieiungeu zwischen Erzeuger und Großhandel vom 10. Mär». 1. Dual. 1,26. 2. Qual. 1.19, abfallende Qualität 1K9. Tendenz stetig.

Magdeburger 3uckeruotierun«eu oom 9. Marz. Gemahl. Mehlis prompt per 10 Tage 31.60 + 31,95, per Marz 31,60 + 31,95, per April 32,10. Tendenz: ruhig stetig.

Frankfutter Biehmarkt oom 10. Man. (Vorbericht, ohne Gewähr.) Der Aufttieb des heutigen Rebenrnarffes bestand ars US Rindern, 1030 Kälbern, 172 Schafen, 674 Schwei­nen, darunter 90 Litauer. Verglichen mit dem Auftrieb des NebenmarkteS der vergangenen Woche waren 21 Rinder weniger, 381 Schwein« weniger, 27 Kälber mehr, 18 Schafe mehr aitgetrtebe». Preis«: Kälber: a), b) 4048. c) 3539, d) 30-34; Schaft: a) 28-32. b) 2427, c) 2023: Schwein«: a), bl 4043, c) 4144, d) 40 13, «l 3741. Marktverlauf: Kälber und Schaft ruhig, Schwein« ruhig.

9. März

244.00-246 00

193.00-195.00 00

»erüu, 10. März. Geschäft noch wentg entwickelt. Am Liescrungsmarkt nennt man tot Weizen und Haser gestrig« Börsenschlutzvroise Bttes, für Roggen und geftrig« Preise zu erzielen. Das Jnlanosangebot tzat stch mcht wesentlich ver- ändett.

Amtliche Notierungen vom Vortea

madig .........

Roggeumehl 60 Proient Aasmiblang Weixeukleie ........

Roggenkleie ........

ttom s. März. Das Geschäft ver-

____ Bahnen, das Angebot bleib: brin­ge ni. Die Pfund Hauff« bewirkt« auch ein starkes Steigen der nordischen Kutte, und insolgedcffen vetteuerft stch di« dänisch« und schwedisch« Butter um mehrere Mark. Snsol- aeiefien wird es immer schwerer. Butter zu importieren, und da die Kundschaft fürchtet, bei Stockung der Einfuhr m Schwiettgketten zu kommen, wird deutsche Butter bevorzugt, und di« größten Eingang« lasten ntb glatt räumen. Es lag daher für Berlin keine Beranlaffung vor, die Notierungen zu verändern. Die Berkaussprette des Groß­handels stnd beut«: Jnlandsbutier 1. Qual. 1444- giM, Mo. 2. Qual. 18740 RM. Auslandsbutter dänisch« 15154 RM. kleinere Packungen entsprechender Autschlag.

«wwäWS

«? »r r? m.« to Juli 6t pt..

Kaffeler Getreidepreise pom 9. März. Weizen, aut, ge­sund, trocken = 76/77 kg 252256 (2. 8.: 254258), Roggen, gut, gesund, trocken = 74/75 kg 218220 (218220), Som­mergerste 190195 (1851901, Wintergerste 180185 (180 bis 185), Haser 160170 (150160). Großhandelspreise, waggonfrei Station Kastel, ohne Sack.

leuaeu* .....

Weizen (Hessen u. Prov. Hessen Nassau anu Untertrauken). Darchscbuittsquali tat. bl. Gewicht v. 74 kg. gut. gesund und trocken .

Roggen (Hessen, Prov. Hessen-Nassau u. Unterfrank.) Durcbschn Qual, hl Ge wicht V. 72 kg. gut, gesund n. trocken

Wintergerste, neue Ernte......

Hafer inl. ....... » -

Hafer ausl. . . . . . .

Weizenmehl, südd. Spei. 0 in Austausch-

Weizenmehl, südd. Spez. 0. Sondermahlg.

Weizenmehl, niederrh Spez. 0 In Ane- tauschweizen . . . . ..

Weizenmehl niederrh. Spez. 0. Sonder-

Welzen mlrk ab Station Roggen, märk ab Station Braugerste Futtergerste ... . . Hafer mark ab Station Weizeumeiu Roggeumehl Weizen kiele Roggeukleie Viktoriaerbsep . . Kleine Speiseerbsen Futtererbsen Peluschken .

Ackerbohnen . .

Wicken >

Lupinen blaue gelbe

Seradella. neue Leinkuchen Basis 9796 , Erdnuükueben 56* ErdnuUkuchenmehl 16 W Trockeiisehuilzel Extr Sojaschrot 46 % ab Hamburg . . - ab Stettin ....

Kartoftelflocken . .

38.25 39.20

Buenos Aires . » Cauada. . . - -

Japan . , . .

Kairo . . -

Konstantinopel London . . . .

Neuyork . . . Rio de Janeiro. . Uruguay Amsterdam Athen .

1 Pap. Peso

1 Can Doll

1 Yen

1 ägypt Pfd

1 türk Ptd

1 Pfd-, Sierl.

1 Dollar

1 Milreie .

1 Gold Pee. IW Gulden 100 Drachmen

Brüssel ... 100 Belga

Bukarest . , , Budapest . . Danzig . .

Helsiugton. .

Italien

Jugoslawien

Kaunas (Kowno) Kopenhagen

Lissabou-0 porto Oslo

. 100 Lei - -

. 100 PeugB

. 100 Gulden

. 100 tiuni M.

100 Lire

100 Dinar

100 Litas

100 Kr 100 Eskudo

. 100 Kr

Pari» . . . .

Prag . .

Reykjavik .

Riga . . . .

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Sofia

Spanien .. -

Stockh Gothenb.

Tallinn (Estl.l Wien

100 Fro.

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49.950

16-050

15.630

X, 1.728 169.23

5.945

82.02

6.993

21.710

7.413

41.96t 86.16

14.24c 85.16 16-510 12.465 69-4jO 80.020 81 200

£3

86.39

110.01

->0.050

.1.840

7.427

42.040

86.34

13.260

85.34

16.650

Brief

1.077

3.804

1.311

16.090

15.670

4.217

169.57 b.455

Londoner Goldpreis. Der Londoner Goldpreis beträgt am 9. März 1932 für eine Unze Feingold 110 sh 5 d 86,4011 RM. f ür ein Gramm Feingold demnach 42,5097 »en« 2.77786 RM.