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Nummer 53*

Mittwoch, 9. März 1932

22. Jahrgang

Hessische Abendzeitung

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Kasseler Abendzeitung

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Kasseler Neueste NachMen

England fühlt sich als Herr der Lage

®" el,Slif<6e Sa»»-,smmlst": »E- geht auch ohne Goldstandard- / WirtschastsPolittsch« Beschlüsse de« Kabinett« z Washington und der Kern« Osten

Das Ansteigen des Pfundes

(Eigene Drahlmeldung.)

London, 9. März.

Stuf einem Festessen in Grosvenor-House in Lon­don hielt Handelsminister Runciman eine Rede, in der er auf verbesserten Stand des Pfundes hin­wies.Wir sind nun, so führte Runciman aus, Herren der Lage. Wir sind, was die Gesundung der Währung anbetrifft, der Welt führend vorangegan­gen, indem wir uns von dem Gedanken losgelöst haben, daß man mit einem Goldmonopol die Wohl fahrt monopolisieren könne.

Die beiden großen Staaten, denen es gelungen ist, große Goldmengcn aufzuhäufen, müssen nun die «träfe dafür zahlen. England kann ihnen zeigen, daß es sehr gut ohne Goldstandard geht."

Runciman ging bann auf den Anstieg des P f u n d e s am Dienstag ein und sagte, er hoffe, daß dieser nicht zu schnell erfolge, da schnelle Bewegungen sehr leicht einen zerstörenden Einfluß haben können.

DieFinancial News meldet zu den Vorgän­gen, daß die bisherige Intervention der Bank von England am Dienstag früh plötzlich eingestellt wurde. Bereits Ende der Vorwoche habe England genug Devisen besessen, um die Restbestände des vom Aus­land erhaltenen Regierungskredits abzudecken. Am Montag habe dieser Devisenbetrag sich noch ganz we­sentlich erhöht.

Dieser Devisenbesitz werde es England ermöglichen, sich in größerem Umfange als bisher auf eine Aus­baupolitik in Europa einzulassen, was vielleicht zu einem Wendepunkt der Weltkrise führen könne.

Die Gefahr bei der jetzigen Lage sei, daß bei weiterem Steigen des Pfundes und der Zunahme der auslandtschen Guthaben das P f u n d w i e d e r v e r- wundbarer werde und das Vertrauen erneut er­schüttert werden könne, was zu wirtschaftlichen Rück­schlägen führen müsse. Daher sei eine rechtzeitige In­tervention der Bank von England äußerst wünschens­wert. ,Mmes zufolge bleibt der Bank von England als einzig wirksamer Schritt nur noch übrig alles anströmende Gold aufzukaufen. '

Kabmettsfitzung ohne Kanzler

th. Berlin, 9. März.

Ä« Laufe des heutigen Tages wird eine neue Berordnung erscheinen, durch welche eine Reihe wirtschaftspolitischer Fragen geregelt wird. Das Reichskabinett hat gestern in Abwesenheit des Kanzlers und einiger anderer Minister diese seit längerer Zeit vorbereiteten Fragen abschließend ge­regelt, und der Inhalt der gestrigen Beratungen wird in der erwähnten Verordnung im Laufe des heutigen Tages veröffentlicht werden. Es handelt sich in erster Linie um wichtige Ergänzungen auf dem Gebiete des Zollwesens, und zwar um die Verlängerung lerminmäßig ablaufendcr Zollermäch- tigungen, sowie um die Neueinführung einiger sogenannter Ausfuhrzölle. Daneben wird in dieser Verordnung noch eine Reihe anderer wirtschaftlicher Gegenstände geregelt, so z. B.

das Zugabewesen, die Ausverkaufsbe- stimmungen und ähnliche Angelegenheiten.

Der Entwurf für die Senkung der Biersteuer, der auf Grund eingehender Beratungen im Reichs­finanzministerium jetzt dem Kabinett vorgelegt wird, sieht vor, daß die steuerliche Belastung des Bieres insgesamt um sieben Mark pro Hektoliter gesenkt werden soll, aber es wird dabei gleichzei­tig angestrebt, eine Senkung der Bierpreise um 15 Mark pro Hektoliter zu erreichen. Die Reichsbiersteuer soll generell um 3 Mark pro Hek­toliter gesenkt werden und die Gemeindebiersteuer, die bekanntlich zu verschiedenen Sätzen erhoben wird, um 40 Prozent. Das Aufkommen aus der Ge­rn e i n d e b i e r st e u e r hat sich auf etwa 70 Millio­nen belaufen, und wenn davon 40 Prozent abgehen, so entsteht den Gemeinden ein Ausfall von 2 8 Millionen Mark. Das Reich ist bereit, diesen Aussall zu decken.

Die Senkung der gesamten auf dem Bier liegen­den Steuerlasten soll jedoch, wie erwähnt, zugleich eine Senkung des Bierpreises mit sich bringen, und zwar in der Weise, daß bei einer Senkung des Hek­toliterpreises von 47,50 um 15 Mark, eine Sen­kung des Kleinverkaufspreises für ein Glas Bier von 25 auf 2 0 Pfg. erreicht wer­den kann, v«

Die Vorlage wird in den nächsten Tagen den Reichsratsausschüssen zur Kenntnis gegeben werden und wahrscheinlich noch vor dem 15. März auf dem Verordnungswege in Kraft treten.

Alte Soldatenpflicht..."

Hindenburgrede auf Schallplatten.

Berlin, 9. März.

Die Vereinigten Hindenburg-Ausschüsse haben den Reichspräsidenten von Hindenburg gebeten, sich zu einer Schallplattenaufnahme zur Ver­fügung zu stellen. In Erweiterung seiner Aunahme- erklärung vom 15. Februar hat Reichspräsident von Hindenburg ausgesührt:

A l t e S o l d a t e n p f l i ch t verlangt von mir in dieser schweren Zeit, auf meinem Posten zu ver­harren, um das Vaterland vor Erschütterungen zu bewahren. Nur auf der Grundlage vollster Unpartei­lichkeit und Unabhängigkeit habe ich die Kandidatur übernommen. Ich habe es abgelehnt. irgend elche Bindungen nach der einen oder nach der anderen Seite einzugehen. Ich will wir bisher auch im Falle meiner Wiederwahl der Treuhänder des ganzen deutschen Volkes sein und nicht der Beauftragte einer Partei oder einer Parteigruppe. Nur Gott, dem Va­terlande und meinem Gewissen will ich verantwort­lich sein So habe ich es bis jetzt gehalten und so werde ich auch weiter handeln. Die deutsche Würde und Ehre zu wahren und gegen Angriffe zu schützen, wird stets meine vornehmste Aufgabe s-in. »ür mich, gibt es nur ein wahrhaft nationales Ziel: Zusam- menschluß des Volkes in seinem Existenz­kampf, volle Hingabe jedes Einzelnen in dem harten Ringen um die Erhaltung der Nation. Dazu verhelfe uns Gott!

Washington bleibt mißtrauisch

Besorgnisse wegen der japanischenSäuberungSaktion" in Schanghai

Washington, 9. März.

In amtlichen Kreisen der Unionsregierung gewinnt die Ansicht Boden, daß Japan versuchen will, die Säuberungsaktion" rund um Schanghai un­bekümmert um die anderen Mächte und den Völker­bund durchzuführen. /

Die japanische Entschuldigung, daß die in Schang­hai eingetroffenen Verstärkungen während der Waf­fenstillstandsverbandlungen bereits unterwegs waren und deshalb nicht mehr aufgehalten werden konnten, wird als unglaubwürdig bezeichnet, weil die Reise­dauer drei Tage beträgt und die Truppen also sehr wohl durch Funkspruch zurückgerufen werden konnten.

Man vermutet, daß Japan durch die Verstärkung seiner Front einen n e u e n V o r st o ß am I a n g t s e vorbereiten will, um möglicherweise weitere Häfen zu besetzen. Die Hoffnung aus eine wirksame und schnelle Entscheidung des Völkerbundes schwindet nach der letzten Rede des englischen Außenministers immer mehr.

*

Die Ha"""nssprache, die die Völkerbundsver­sammlung .^t die Fernostsrage abhielt, wurde mit

kurzen Erklärungen der Vertreter Chinas und Ja­pans beendet.

Unter starkem Beifall gab der chinesische Gesandte Pen eine Erklärung ab, in der er der Ver­sammlung für die fast einmütige Haltung dankte. Die j. manische Regierung habe durch ihr Vorgehen die internationalen Verträge offen gebrochen. Die jaoa- nische Jnvasionsarmee habe trotz aller Forderungen des Völkerbundsrates immer weitere Gebiete besetzt. Die hinestsche Regierung verlange daher, daß die bisherigen Aufforderungen des Völkerbundsrates an die japanische Regierung zur sofortigen Räumung des besetzten Gebietes zu schreiten, nun endlich durchge­führt würden. Die sogenannte mandschurische Be­wegung werde wie ein Kartenhaus zufammenfallen, fol i die japanische Waffengewalt aufgchört habe.

Ter japanische Botschafter Sato, von der Versammlung mit Schweigen begrüßt, wies auf die Grundsätze der Politik Japans im fer­nen Osten hin. Japan habe niemals die -ficht, die politische und territoriale Selbständigkeit Chinas an­zugreifen. Im fernen Osten herrsche aber ne beson­dere Lage, die einen Vergleich mit anderen Weltiei-

Bedrohung der japanischen Interessen notwendig Bedrohung der japanischen Jnteressenteit notwendig geworden. Die japanische Regierung habe nicht die At,(tcgt, durch militärischen Druck die chinesische Re­gierung zu neuen Vorrechten für d e Japaner zu zwingen. Japan verlang« Erfüllung des Völkerbund -- Pakt--- int Sinne der bestehenden Tatsachen.

Neues japanisches Mimatu m

Der japanische Oberbefehlshaber hat die Absendung eines neuen Ultimatums an die chine- sischeit Behörden angeordnet, und um die sofortige Zurückziehung der chinesischen Truppen um weitere 10 Kilometer, also, auf eine Entfernung von insge­samt 45 Kilometer von Schanghai gefordert wird. Sollten die Chinesen diesem Verlangen nicht nach­kommen, so würden die japanischen Truppen erneut die Feinseligkeiten eröffnen. Wie verlautet, fürchten die Japaner, daß die neuen chinesischen Verstärkun­gen, die etwa 50 000 Mann betragen sollen, die 20 Kilometerzone durchbrechen könnten

Belebung des Nußlandgefchäftes?

Berlin, 9. März.

Im Interesse der Förderung des deutsch-rus­sischen Wirtschaftsverkehrs und insbeson­

dere der deutschen Ausfuhr nach Rußland hat die Retchsregterung weitere Garantiehilfe für neue ruistschc Aufträge zur Verfügung zu stellen sich bereit- erklärt. Diese Garantiebilfe soll in der Form erfol­gen, daß die zur Finanzierung der im vergangenen ^ahre erteilten und teilweise bereits durchgesührten Aufträge ausgestellten Wechsel, die bisher noch nicht rediskontiert waren, jetzt von der Reichsbank redis­kontiert werden. Es handelt sich dabei um 120 Milli­onen RM. aus dem vergangenen Jahre und einen weiteren kleineren 'Betrat aus dem Aniana dieses Jahres. Wenn auch darüber hinausgehende Wünsche angesichts der Höchstgrenze des Garantiefonds von insgesamt einer Milliarde RM. nicht berücksichtigt werden können, so kann doch angenommen werden, daß auf Grund der in Form von Rediskontkrediten an eine Reihe von Firmen zuriicksließenden Mittel diese auf eigenes Risiko russische Aufträge hereinney- men können.

In unterrichteten Kreisen ist man der Ausfassung, daß eine wesentliche Voraussetzung für die ordnungs­mäßige Durchführung der russischen Zahlungen eine Steraerung des russischen Ervorts nach Deutschland ist. Man verhehlt sich keineswegs die Schwierigkeiten, die diese Exportsteigerung für wesent­liche Teile der deutschen Wirtschaft bedeutet, anderer­seits darf aber die Tatsache nicht außer acht gelassen tverden, daß eine ganze Reihe d-ntscher Industrie­zweige zum Erliegen kommen müsse, wenn die russi­schen Aufträge aushören.

'XV

irbel im Donauraum

Von unserem Wiener

Wien, 8. März,

Der Wirbel, den Tardieus Aktion in den Metropolen der Nachfolgestaaten, vor allem aber in Wien, hervorgerufen hat, kann nur durch die nervöse Ucberreiztheit erklärt werden, in die hier die Oefsent- lichkeit durch die intensive Propaganda der Donau- bündler und die naturgemäß nicht weniger rührige Abwehrarbeit ihrer Gegner geraten ist. Genau vor einem halben Jahre legte Professor Elemer H a n - tos aus Budapest der in Gens versammelten Euro­pakommission mit Unterstützung des französischen Se­nators Le Troquer, Vorsitzender des Europäischen Zollvereins, seine Denkschrift über den wirtschaftli­chen Zusammenschluß der Nachfolgestaaten unter Ausschluß Deutschlands vor, und seit dieser Zeit ha­ben die notleidenden Völker Mitteleuropas ein gan­zes Trommelfeuer von Entschließun­gen und Forderungen ungezählter Tagungen über sich ergehen lassen müssen, in denen immer neue Staatenkombinationen, angefangen von dem Zusam­menschluß Ungarns und Oesterreichs bis zur Kon­föderation sämtlicher fünf Nachfolgestaaten einschließ­lich Polens, als die einzig wahre Lösung des Wirt- schaftsproblems im danubischen Raum angepriesen wurden. Frankreichs Ministerpräsident, Herr Tar- dieu, hat nun die krankhaft angehäufte Spannung durch seine Initiative gelöst, und wenn die Reichspost richtig informiert ist, wird sich schon in Bälde im Rahmen einer Genfer Konferenz die er- wünsche Gelegenheit ergeben, unter Beteiligung der europäischen Großmächte an eine so hoffen wir sachliche Diskussion über die praktischen Möglichkeiten eines wirtschaftlichen Neuaufbaus Mitteleuropas her- anzugehen.

A. X.-Korrespon bcn ten

.nicht erst seit heute um die Vormachtstellung kämpft. Das weiß man in Paris 7 natürlich tzanz-ltzenau und deshalb hat es Tardieu wohlweislich'vermieden, ei­nen bis ins einzelne gehenden konkreten Plan zu prä­sentieren, zumal es sich darüber klar war, daß Frankreich nicht mehr in der Lage sein würde, weitere politische Anleihen seinen Bundesgenossen aus der Kleinen Entente zu ge­währen.

Tardieus Taktik

Die Situation stellt sich also folgendermaßen bat: Frankreich wird die Subventionierung der Do­naustaaten, eingeleitet zu dem Zwecke, den deutschen Zollunionplan zu verhindern, langsam z u k o st s p i e- l i g, die französischen Großbanken, die bedeutende Kapitalien in sämtlichen Nachfolgestaaten, vor allem aber in der Rüstungsindustrie der Tschechoslowakei und Jugoslawiens investiert haben, drängen immer stärker auf eine wirtschaftlich tragbare Sanierung zwischen Prag und Sofia, gleichzeitig hat damit aber auch die Bedeutung Frankreichs im Donauraume eine nicht unbeträchtliche Verminderung erfahren. Man wird in der Annahme nicht fehl gehen, daß Herrn Tardieu in der Erkenntnis dieser Situation die Ab­sicht vorschwebt, das Problem der Sanierung Mittel­europas auf internationaler Basis In Genf aufzurollen, damit Frankreich entlastet und die notwendig gewordene großzügige Finanz­sanierung der mitteleuropäischen Kleinstaaten unter den Auspizien des Genfer Instituts im Rahmen einer Völkerbundsauleihe ermöglicht werde. Und da eine solche Sanierung nur bann einen Zweck hätte, wenn paralell mit ihr ein verbessertes Handelssvstem ge-

Oie Grundlagen des Problems

Es wirb gut fein, wenn man sich auf deutscher Seite darüber klar wird, daß sich die Grundla- gen des Problems der Sanierung der Donau­staaten in den letzten Monaten doch um ein beträcht­liches verschoben haben. Als im Mai des Vor­jahres Deutschland und Oesterreich mit dem Plan der Zollunion an die Oefsentlichkeit traten, standen die Länder an der Donau zwar schon unter dem Drucke der allgemeinen Wirtschaftskrise, die katastro­phale Entwicklung aber der Nationalwirt­schaften und der Staatsfinanzen datiert erst seit dem letzten halben Jahre, und heute wird man sich genau so wenig in Paris und Rom tote in London und Berlin der Einsicht verschließen können, baß nur eine größere Lösung sowohl bie Krise ber südöstlichen Agrarstaaten als auch das Wirtschafts­problem Oesterreichs beseitigen kann.

Natürlich kann kein Zweifel daran bestehen, daß der jetzt zur Diskussion stehende Plan Tardieus, ob man ihn nun Donaukonföderation oder Wirtschafts- entente der Nachftfolgestaaten nennt, der französischen Absicht entspringt, Deutschlands handelspolitische Entwicklung nack dem Südosten zu verhindern und gleichzeitig die österreichische Frage einer Lösung entgeaenzufübren, die die Gefahr des Anschlusses an Deutschland ein für alle Mal beseitigt. Aber man wird doch nicht übersehen dürfen, daß auch Italien durch seine rechtzeitige Einschaltung in die Aktion Tardieus seine besonderen Pläne im Donauraum durchzusetzen trachten wird, wo es neben Frankreich und Deutschland als dritter Rivale

schaffen werden würde, mit dessen Hilfe die in Be­tracht kommenden Nationalwirtfchasten, was Erzeu­gung und Absatz betrifft, auf eine rentable Grundlage gestellt werden könnten, wird Frankreich jetzt alles daran fetzen, nach der verhinderten deutfch-österreichi- fchen mitteleuropäifchen Wirtschaftskonzeption eine Löfung vorzubereiten, die fein politisch-militä- rifches Bündnisfvstem der kleinen Entente intakt läßt und gleichzeitig auch den ungarischen Re­visionismus und die österreichische Anschlußgesabr ausschaltet.

Die Nivalen

Halte ursprünglich wirklich die Absicht bestanden, das Deutsche Reich von vorne herein aus der Dis­kussion auszuschalten, so hat sich Herr Tardieu, wie der Schritt des französischen Botschafters in Berlin Francois-Poncet bei der Reichsregierung zeigt, febr bald eines besseren befonnen, einmal um bie öster­reichische Regierung nicht in der Zwickmühle zu be­lassen, in die sie durch die kranzösische Anregung und das deutsche Angebot der Präferenzzölle geraten wäre, zum anderen aber auch deswegen, weil das Deut- f ch e Reich für sämtliche Nachfolgestaaten den to i cd Hfl ft en Handelspartner darstellt, und man in Prag ebenso wie in Bukarest ober Belgrad alles In­teresse daran bat es sich nicht zu Gunsten eines va­gen Planes mit Deutschland handelspolitisch zu ver­derben.

Es wird also, wenn man sich in Gens demnächst am grünen Tisch über die Mabnabmen schlüssig wer­den soll, die zur Sanierung Mitteleuropas n'twcndiq sind, nicht nur unumgänglich fein, eine Einigun z zwi-