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DAS BLATT DES LANDWIRTS

Wochen- Beilage Der Kasseler Neuesten Nachrichten / Verantwortlich: Bernhard Schorbach / Freitag, den 4. März 1932

Landwirtschaftliche Wochenschau

* Kassel, den 4. März.

er großem Znieresse dürfte die Voraussage des ^Nst.tuts für landwirtschaftliche Marktforschung über die Aussichten der landwirtschaftlichen JJiarrte im Jahre 1932 ausgenommen worden f®l£v Das genannte Institut kommt darin zu der «Feststellung, daß eine Bereinigung am Weltgetreide- mrft zu erwarten sei. In Deutschland werde die erhebliche Verringerung des Düngerverbrauchs eine Verminderung des Hektarertrags zur Folge haben. Die Erfahr einer ungenügenden Ernte hat die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft zu einem ein­dringlichen Appell an die Landwirtschaft veranlaßt, alle zur Erzielung einer guten Ernte uner- "bßlicheii Betriebsmittel voll einzusetzen und so Ernte und Volksernährung zu sichern. Dieser Mahnruf ist ^icht ausgesprochen, aber schwerer zu befolgen. Ein Ernterückgang infolge ungenügender Düngung bringt der Landwirtschaft einen Einnahmeausfall, der, wie Nerchsminister Dr. Schlange ausführte, durch agrar- politische Maßnahmen nicht wieder ausgeglichen wer­den kann. Aber woher soll die Landwirtschaft die ^Eel nehmen, um die nötigen Düngemittel zu be- ^chaffen? Minister Schlange hat erklärt, daß die 5?ly5ry.*eiun8 Schritte eingeleitet habe, um das Vlstto für den Einsatz von Kapitalien für die Er­stellung der Ernte zu vermindern, aber welcher Art sind diese Schritte und wann werden sie durchgeführt? Hier muß schnell gehandelt werden, sonst ist die Land­wirtschaft nicht in der Lage, dem an sich berechtigten Appell der DLG. zu entsprechen.

Oft genug hat die Landwirtschaft in den letzten Jahren zu ihrem Schaden erfahren müssen, was das unzureichend und zu spät" bedeutet. Was energisches und geschicktes Durchgreifen auch heute noch vermag, hat die Vutterzollregelung gezeigt. Die geplante ALwehrfront der Vutterausfuhrlander ist an dem Widerstand Hollands gescheitert, dessen Butter­erzeugung durch die Sonderbelastung der Länder mit entwerteter Währung Vorteile aus der deutschen Zollregelung ziehen konnte. Das Institut für land­wirtschaftliche Marktforschung rechnet allerdings nicht mit einer lange anhaltenden Erhöhung der Spanne zwischen Inlands- und Auslandspreis um mehr als 3035 RM. je Doppelzentner. Eine Gefahr bildet der sinkende Vutterkonsum, der unter Umständen eine Einfuhr überflüssig macht, so daß die Zollerhöhung wesentlich an Wirkung verlieren würde. Immerhin ist bisher schon eine gewiße Besserung der deutschen Butterwirtschaft zu verzeichnen.

Der Kampf um den B r o t p r e i s ist zunächst da­durch beigelegt worden, daß auf Verordnung des Preiskommisiars ab 1. März nur noch Roggenmehl mit einem Ausmahlungsgrad von 0 bis mindestens 70 Prozent hergestellt werden darf. Derartiges Mehl stellt sich um etwa 2 RM. je Dz. niedriger als 60prv- zentiges Roggenmehl.

Wenn auch der Preisstand für landwirtschaftliche Erzeugnisse für den Landwirt keineswegs als befrie­digend angesehen werden kann, muß doch immerhin auf die Tatsache hingewiesen werden, daß es geglückt ist, die Spanne zwischen den Meßziffern für Agrar- stosfe und für industrielle Fertigerzeugnisse von 42.9, zur Zeit der größten Spanne im Mai 1930, auf 25.7 am 24. Februar 1932 zu verringern. Die Eroßhan- dels-Meßziffer für den 24. Februar hat sich gegenüber

Preis« ohne Gewähr

Getreide (Inland) pro 1000 kg tn RM.

der Vorwoche um 0.1 Prozent erhöht (100.1 gegen 100-0) Die Meßzisfer für Agrarstoffe erhähte fch um 0.6 Prozent <95.7 gegen 95.1); im einzelnen cr= Wten sich die Meßziffern für pflanzliche Nahrungs­mittel um 0.9 Prozent (121.0 gegen 119.9), für Vieh- erzeugnisse um 3.8 Prozent (99.0 gegen 95.4) für Futtermittel um 0.! Prozent (94.5 gegen 93.7), für

Es sind kaum zehn Jahre her, da bewegte unser Volk eine brennende Frage, die in der damaligen Zeit durch alle Reden unserer Minister und Volkswirt­schaftler, durch unzählige Zeitungsartikel klang; eine Frage, die auch die Millionen der großstädtischen Verbraucher wie kaum eine andere interessierte: Wird das deutsche Volk in der Lage sein, sich auf die Dauer aus eigener Scholle ernähren zu können?

Das war zu einer Zeit, da der Hunger durch die Gaffen der Großstädte geisterte und Taufende vor den Lebensmittelgeschäften Schlange stehen mußten, um auf Marken einige Pfund Brot, Fleisch oder Zucker zu erhalten, eine Zeit, in welcher der Geldschein, den man heute als Lohn seiner Arbeit erhielt, morgen schon entwertet war und sozusagen von Stunde zu Stunde an Kaufkraft verlor, so daß sein Besitzer, von der Sorge um den nächsten Tag getrieben, jede Se­kunde auszunutzen versuchte, um noch einen Teil des Goldwertes davon zu retten.

Eine Erkenntnis schien damals viele Millionen der Verbraucherschaft zu der Auffaffung gebracht zu haben, daß der Nährstand doch die sicherste Grundlage eines Volkes ist. In solchen Zeiten, in denen keine Möglichkeit besteht, daß von feiten des Auslandes Lebensmittel oder sonstige Waren eingefllhrt werden können, weil das darbende Volk nicht in der Lage ist, diese zu bezahlen, wird des Bauernstandes rechte Bedeutung erst erkannt. Unser Volk hat in jenen Jahren oft voller Bangen zu den Menschen hinge­sehen, welche die Arbeit auf dem Acker verrichten, in der diese lediglich eine schöne und große Aufgabe er­blicken zum Besten der Nation. Und je größer die Not int Volke stieg, je lauter der Ruf nach Steige­rung der Leistung und damit der Erträge des Ackers, erscholll desto größere Anstrengungen seitens der deut­schen Landwirtschaft wurden gemacht, diese Aufgabe zu erfüllen.

Nach Jahren hatte wohl ein großer Teil unseres Volkes die Bedeutung dieses Nährstandes wieder ver­geßen, weil ja die Grenzen offen standen und aus allen Ländern der Erde die Lebensmittel eingeführt werden konnten, ohne Rücksicht darauf, was der deutsche Bauer dazu sagte, ohne zu fragen, was aus ihm und seinem Betriebe werden sollte bei den niedrigen Preisen der Auslandsprodukte, welche eben unter günstigeren Bedingungen auch heute noch erzeugt werden können.

Alle Rufe und Warnungen, welche von den Füh­rern der deutschen Landwirtschaft in dieser Hinsicht in den letzten Jahren zu den verantwortlichen Regie­rungsstellen gerichtet worden find, verhallten im Streite der Parteien um Ministerseßel, um Wahlter­mine und Präsidentenposten.

Und heute?

Der Präsident her Landwirtschaftskammer des Re­gierungsbezirks Kaffel, von Keudell, hat kürzlich in einer Rede ausgeführt, daß, rot n die Lage der Landwirtschaft keine Besserung erfährt, die nächste

Kolonialwaren um 0.7 Prozent (90.9 gegen 90.3). Ge­fallen ist dagegen die Meßzisfer für Vieh um 3.6 Prozent (64.6 gegen 67.0). Ebenfalls gesunken sind die Meßziffern für industrielle Rohstoffe und Halb­waren um 0.1 Prozent (91.3 gegen 91.4) und für industrielle Fertigwaren um 0.4 Prozent (121.4 gegen 121.9). hl.

Ernte gefährdet sei, da die Landwirte kaum noch in der Lage sind, im Frühjahr Kunstdünger streuen zu können und infolgedessen eine noch schlechtere Ernte als int vergangenen Jahre die Folge sein werde. Da­mit rückt die Möglichkeit der Einführung der Brot­karte im Winter 1933 in den Vordergrund und mit ihr die Gefahr der Zwangswirtschaft für Brotge­treide.

Damit ist es bitterernst, denn heute ist die Frage der Ernährung unseres Volkes aus eigener Scholle wieder sehr brennend geworden. Die ganze Welt ver­kapselt sich in wirtschaftspolitischer Hinsicht in eine Autarkie und durch die allgemeine Krise sind Zoll­mauern errichtet worden, welche einen Wirtschafts­krieg aller gegen alle herbeiführen werden.

Das deutsche Volk kann am meisten darunter zu leiden haben, da sein Außenhandelsüberschuß als Folge der autarkischen Wcltroirtschaftspolitik immer mehr zurückgehen wird. Das wird soweit führen, daß Deutschland über kurz ober lang nicht mehr in der Lage ist, seinen Zuschußbedarf für die Ernährung sei­ner Bevölkerung den es bisher aus dem Auslande einführte, bezahlen zu können.

Zu diesem Zeitpunkt wird es ein jähes Erwachen geben und voller Sorge wird man nach dem deutschen Nährstand blicken, ob er wohl in der Lage sein wird, das deutsche Volk zu ernähren.

Seien wir uns darüber klar:

Eine Ertragssteigerung der deutschen Landwirt­schaft ist in den letzten Jahren nicht möglich gewesen.

Die wirtschaftliche Notlage hat unseren so tapferen Bauernstand in dieser Hinsicht vielfach rückwärts ge­führt. Sehen wir uns nur in Heffen-Waldeck um. In manchen Gemeinden wurden im vergangenen Jahre so geringe Ernteerträge an Getreide gemacht, daß vielerorts ein Mangel an Brotgetreide in Er­scheinung trat und das Brot gestreckt werden mußte.

Wenn nicht bald dem Landwirt eine kleine Rente fernes Betriebes in Aussicht gestellt wird, besteht die Gefahr, daß im kommenden Frühjahr nur wenig Kunstdünger gestreut wird und ein sehr großer Aus­fall an Körnererträgen bei der Getreideernte wird die Folge sein.

Dann werden die Befürchtungen eintreffen, die hinsichtlich der Einführung der Brotkarte, oben ange­führt worden sind; bann wird man von bent deutschen Bauernstand wieder erwarten, daß er das Volk aus eigener Scholle ernährt, denn es wird kein Geld vorhanden sein, um größere Mengen Lebensmit­tel aus dem Auslände einführen zu können

Dann trägt nicht die deutsche Landwirtschaft Schuld an den Derhältnißen, die eine Rationierung erforderlich machen, sondern andere Kreise, die heute noch vergeßen, daß der Bauernstand lebensfähig er­halten bleiben muß im Interesse der deutschen Na­tion. b. 8.

Ist das vergessen?

Die nächste Ernte ist gefährdet

He« und Stroh (pro so kg>

Milch je 1 Liter m ö

4. 3.

20

Eier m ö pro Stück

Butter pro */i kg (Kaffel)

Molkereibutter .......

1. Sorte .......

2. Sorte .........

Berlin 1.701.80 1. SO2.00 2.70-2.90 2.20-2.30

Kartoffel« (pro so kg)

Weiß«.......

Rote .......

«elbfleischlge.....

Odenwälder blaue ...

«affet

Kletnverkauf 41/.. J P. Pfd. Großverkauf

2.50-2240 M. p.Ztr.

(Kaffel)

Sioggenstroh Laserstroh

4. 3.

1.50 1 40 1.40

1.40 1.50

25.2.

8

7

6*k

6

73/«8 7««

26. 2.

1.50

1.40

1.30

4. 3.

1.60

1.45

1.40

Oie Zuckersteuer

Das Ueberziehen der Steuerschraube muß schließ­lich zu einem Verbrauchsrückgang führen, der nicht nur schädigend auf die Erzeugung einwirkt, sondern auch das erhoffte Mehraufkommen aus der Steuer zu einem Minderaufkommen umwandeln kann. Bier- und Branntweinsteuer die bas gezeigt haben, sollen nunmehr am 1. April 1932 ermäßigt werden. Die gleiche Wirkung der Steuerbelastung hat aber auch beim Zucker eingesetzt.

In dem Amtsblatt der Landwirtschaftskammern für die Provinz Sachsen und Anhalt, Heft 8 vom 24. Februar, schreibt Boetsch-Edderitz, der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer für Anhalt, überDie Zuckersteuer" u. a.: Der Zuckerverbrauch betrug im Jahre 1913/14 28,6 Mill. Zentner, im Jahre 1930/31 33 Mill. Zentner und wird im laufenden Jahre etwa 26,0 Mill. Zentner betragen. Das bedeutet einen

Berbrauchsrückgang von 7 Mill. Zentner bzw. 4 Kg. je Kopf der Bevölkerung.

Aus den angegebenen Verbrauchszahlen anderer Län­der geht hervor, daß im Vergleich zur Vorkriegszeit der Verbrauch dort ganz wesentlich gestiegen ist, wäh­rend er in Deutschland obwohl es in Zucker förmlich erstickt, unter die Dorkriegshöhe gesunken ist. Dabei ist bemerkenswert, daß Deutschland gegenüber den an­geführten zehn Kulturländern den weitaus niedrig­sten Verbrauch je Kopf der Bevölkerung hat.

Der Zuckerverbrauch, der in Deutschland weit ge­ringer ist als der Bedarf, könnte erheblich gesteigert werden, wenn der Preis in einem erträglichen Ver­hältnis zur Kaufkraft stände. Würde man die Steuer um die Hälfte senken, so würde man wenig­stens ein noch weiteres Absinken der Zuckerpreise verhindern können. Sinkt die Steuer nicht, so wird der Verbrauch noch wesentlich zurückgehen und zwar auf höchstens 20 Mill. Zentner. Mit dem Sinken des Zuckerverbrauchs schwindet aber auch die Lebens­fähigkeit der Trägerin der Zuckererzeugung der auf den sogenannten befielen Böden wirtschaftenden, im höch­sten Grade intensiv betriebenen Landwirtschaft.

Sonderklasse « » < «lasse A ... . Klasse 8 . . . . «lasse C .... . Ausland (Lolländer) Ausland (Dänen) < . Enteneier . . . . Sänseeter . . . .

Man kann der Ansicht sein, ohne es zahlenmäßig beweisen zu können, daß die Steuerausfälle, die durch das Totschlägen der Zuckerwirtschast verursacht wer­den und oie dadurch erforderlichen Aufwendungen der öffentlichen Hand für die der Erwerbslosigkeit an­fallenden Arbeiter höher sein werden, als der Steuer­ausfall, der sich bei einer fühlbaren Senkung der Zuckersteuer ergeben würde. Deshalb ist es notwen­dig und liegt auch im Interesse des Steuerfiskus, daß endlich eine Tat erfolgt. Die Senkung der Steuer muß fühlbar sein und darf keineswegs weniger als 50 Prozent betragen.

Eine vorbildlich arbeitende Landwirtschaft, die un­geheure Werte geschaffen und Tausenden von Deut­schen unmittelbar ober mittelbar Brot unb Wohlstand gegeben hat, fordert gebieterisch Hilfe durch gänzliche oder doch erhebliche Beseitigung der Zucker st euer. Damit fordert sie nicht mehr als die Wiederherstellung einer ihrer Lebensbedin- gungen.

Waldwirt, pflanze weiter!

Die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer Kassel schreibt uns:

Die Zeit der Frühjahrskulturen rückt heran! Mancher Waldwirt wird vielleicht jetzt vor der Frage stehen: Können bei dem gegenwärtigen Tiefstand der Forstwirtschaft die in Aussicht genommenen Saaten und Pflanzungen durchgeführt und die erforderlichen Geldmittel bereitgestellt werden?

Wohl erfordert die Notlage der Forstwirtschaft weitgehende Sparmaßnahmen, andererseits aber barf gerabe her Walbwirt, ausgehend von dem Leitsatz: Aber das ist unser Teil, daß wir pflanzen für die Späteren", nichts unversucht lassen Oedlandflächen und Blößen durch Aufforstung wieder in den forst­lichen Produktionsgang einzuschalten.

Bei eingehender Prüfung dieser Frage laßen sich vielleicht doch die in Anschlag gebrachten Arbeiten be- roinen, da ja die Samen- und Pflanzenpreise der Notlage entsprechend bedeutend herabgesetzt sind und bei Bestellung größerer Mengen meistens noch weiter ermäßigt werden. So kosten heute 3jähr, ver-

1 40 1.50 2.00 2.50 2.70 3.00

3.3. 81/2 8 7i/a 7 »Za 81/2

Roggenlangstro Säcksel . .

Leu...» Kleeheu . . Luzerne . . Bmothce. .

1.90

2.20

2.50

2.60

Ham*

Königs-

bürg

Wetzen ....

244-246

254-255

252

254-258

Roggen .... «erste (Br.). . . «erste (Futter). . Safer.....

193-195

180-187

169-174

151-158

210-211

168-170

164-165

166172

207

174

158

218-220

185-190

180-185

150-160

schulte Fichten das Tausend 56 RM., während die gleiche Sorte vor wenigen Jahren noch 1520 RM. kostete. Aehnlich verhält es sich mit Kiefernsämlingen, die heute schon für 2 RM. je tau­send in bester Beschaffenheit erworben werden können.

Bei Unterstellung dieser Tatsachen dürfte eigent­lich jetzt niemand zögern^ Aufforstungen auszuführen, damit er die niedrigen Pjlanzenpreise ausnutzen kann. Es bleibt nur noch zu überlegen: Welche Holzart ist standortsgemäß, welche Samen- bzw. Pflanzenmen­gen sind nötig, gebührt der Saat oder der Pflanzung der Vorzug?

Wer sich über alle diese Fragen unterrichten will, wende sich an die Forftabteilung der Landwirtschafts­kammer für den Regierungsbezirk Kafiel in Kaßel, Weißenburgstraße 12, die jedem Waldbesitzer gern und kostenlos Auskunft in allen forstlichen Fragen erteilt.

Oie Ziegenzucht in Kurheffen und Waldeck

Einheitlichkeit in der Zuchtrichtung.

Der Kurhessische Ziegenzuchtverband umfaßt jetzt 23 Kreis-Ziegenzuchtverbände, sowie den Landesver­band der Waldeckischen Ziegenzuchtvereine mit zusam­men rund 11300 Mitgliedern. Die Zahl der unter Verbandskontrolle stehenden Ziegen hat sich weiterhin gesteigert, wie überhaupt die Ziegenhaltung wieder im ganzen Bezirk im Aufsteigen begriffen ist. Es wird jetzt erstrebt, eine einheitliche Milchkontrolle durchzu­führen. Wenn es gelingen sollte, die einheitliche Durchführung der Milchkontrolle für alle Kreisver­bände verpflichtend festzusetzen, so würde sich daraus auch eine einheitlichere Züchtrichtung ergeben, die von der Bockvermittlungsstelle des Kurhessischen Zie- genzuchtoerbandes schon seit langer Zeit erstrebt wird. Die Gesamtzahl der im Bezirk zur Körung vor­gestellten Ziegenböcke betrug 1443, wovon die größte Zahl, nämlich 1378, auf die weiße Saanenziege und lediglich der kleine Rest auf bunte Ziegen und die Rhönrasse entfielen. Eine gewisse Einheitlichkeit in der Zuchtrichtung ist also schon ohnehin erreicht wor­den, doch würde die Milchkontrolle sie gewiß weiter fördern, weil dann an Hand der Ergebnisse einheit­licher weitergearbeitet werden könnte. Im Bezirk Kassel-Land ist die Zahl der Ziegen von 10 431 im Jahre 1930 auf 10 884 im Jahre 1931 gestiegen, also um 4,3 Prozent, im Kreise Fritzlar betrug die Stei­gerung 3,9 Prozent und im Kreise Kirchhain 4,5 Pro­zent. Die angetörten Ziegenböcke, insbesondere die durch die Bockvermittlungsstelle des Kurhessischen Ziegenzuchtverbandes beschafften, sind in das Zucht­buch aufgenommen, ebenso die wertvollen Mutter­ziegen, um eine möglichst reinrassige Zucht durchzuhal­ten. Sie hat dem Kurhessischen Ziegenzuchtverbande bisher große Erfolge gebracht, was am besten das Ergebnis der Beschickung der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Hannover im vorigen Jahre bewiesen hat, wo der Kurhessische Ziegenzuchtverband mit einem Ehrenpreise, mit zwölf ersten, drei zweiten, drei dritten und drei vierten Preisen, sowie sechs Anerkennungen ausgezeichnet worden ist.

Ermäßigte Sätze der Iungviehweide

Um den Landwirten des Landkreises Kassel die Möglichkeit zur Aufnahme von Jungvieh auf der Kreisjungviehroeide Waldau zu erleichtern, hat der Kreisausschuß beschlossen, mit Rücksicht auf die Not der Landwirtschaft die Weidegeldsätze zu ermäßi­gen. Dabei wird auch in diesem Jahre die Weide reichlich gedüngt werden. Das Weidegeld beträgt jetzt: 1. für Rinder von drei bis fünf Zentner Lebendgewicht 30 RM.; 2.für Rinder über fünf Zentner Lebend­gewicht 35 RM.; 3. für einjährige Fohlen 50 RM.; 4. für zwei- und dreijährige Fohlen 60 RM. An­meldungen werden bis zum 25. März 1932 bei bett Bürgermeistern in den einzelnen Gemeinden entgegen­genommen. Der Auftrieb findet voraussichtlich Mitte April statt.

Ausnahmezustand in Lenderscheid

Schutzpolizei sichert den Ort, Verlaßen der Häuser bei Nacht verboten.

Die Pressestelle der Regierung teilt mit: . *Seit Mitte Januar haben in der Gemeinde Lender- scheid sieben Bränbe stattgefunden, die mit einer an Sicherheit grenzenden Warscheinlichkeit auf Brandstiftung zurückzuführen sind. Da es bisher nicht gelungen ist, die Urheber, insbesondere auch der letzten Brände, einwandfrei festzustellen, hat sich der Bevölkerung der betreffenden Ortschaften, aber auch ber weiteren Umgebung, eine ernste Beunruhigung bemächtigt. Der Regierungspräsident hat deshalb am 2. März d. Js. gemeinsam mit dem Ober- ftaatsanroalt aus Marburg, dem Landrat des Kreises Ziegenhain und dem Stellvertreter des Polizei­präsidenten in Kassel als Leiter der Landeskriminal- stelle und in Anwesenheit der örtlichen Gemeinde­leiter und des Vorstandes det Kreisbauernschaft nach eingehender Besichtigung und Beratung an Ort unb Stelle einige Maßnahmen angeordnet, die einer besseren Sicherung der Gemeinden gegen Brandstiftung dienen sollen. Es wer­den einige Schutzpolizeibeamte auf einige Zeit nach Lenderscheid verlegt, die mit Polizeihunden einen stän­digen Patrouillendienst, namentlich während der Nacht, durchführen sollen. Gleichzeitig wird die Krimi­nalpolizei verstärkt. Das Verlassen der Häuser nach Einbruch der Dunkelheit wird für alle Bewohner, mit Ausnahme dringender Fälle, bis auf weiteres polizei­lich unterlagt werden. In Frielendorf hat sich ein Zweckverband der umliegenden Gemeinden gebildet, der mit Unterstützung der Brandversicherungsanstalt sofort eine Motorspritze anschaffen wird. Endlich wird nochmals auf die ausgesetzte Gesamt belohnung von 3000 RM. für die Ermittlung der Täter hin­gewiesen.

2lmMcbeBekanntmachungen

Holzverkauf

Der Preutz. LtaatAobevföEer in F-vielen-

?Tör«t«ien:,Ttic(cu6on.Iob<nbauitn.etroaab 10 Uhr. Lmfingcu ab 1148 Ubt, -auosonrg n@i^tube^it6en=. Nadelbok-SH^ vel um) Reni« nach Vorrat und «e»arr nno kleinereJtubboUnicngen aus dem

1932 Anschließend werden folgende Reithötzer aus dem vorjährigen Einschlag uerkaun: 4o nn Ei Abschnitte Kl. 25 u. 44 sm Si Laugh. Kl. la. 16 aus Lin singen und Landsburg. Fichten Stangen 1.3. Kl. aus Linnngen, Landsburg und Kornberg. ,

Gablungen können im Termin geleitet werben.

Tie Herren Bürgermeister der beteiligten Gemeinden werden um kostenlose ortsübliche Bekanntmachung im Jutereffe ihrer Ortsbe­wohner gebeten.

SrmWilr-SMMW

Am 14. Mär, 1982. 18 Uhr, Amtsgericht biei. tiefes Erdgeschoß. Zimmer 1, teilungs­halber die ideelle Hälfte am Wohnhaus mit Tanzsaal. Hofraum. L-cheune. «tallnng niw. in Wahnbausen, Im Torfe Nr. 4, Wieseam 'Wickenberge" daselbst. Gesamtgröfte 22,18 Ar, towie Wieseam Wickenberge". 1,50 Ar, ganz.

Amtsgericht Staffel.

Konkursverfahren.

Tas Konkursverfahren über das Vermögen des Saufmauns Ludwig flnobel in Kaffel, Ltäudevlav 3, wird, nachdem der im Ver­gleichstermin vom 11. Na »nur 1982 angenom­mene Zwang -vergleich durch rechtskräftigen Beschlug vom 18. Januar 1932 bestätigt ist hierdurch awgehobeu.

Uaffel. den 1. März 1932.

Amtsgericht. Abt. Z.

Vergleichsverfahren

Das Vergleichsverfahren über das Vermö­gen der Witwe Emmi Meikemaun. Juhaberlu der Ja. I. Romain. Eiseuwarenhandlnug tu Kassel. Müller«affe 12/16. ift infolge Bestäti­gung des Vergleichs aufgehoben.

Staffel, den 29. Februar 1932.

Amtsgericht, Abtl. 7.

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Ver­mögen des Hanfmanne Wilhelmiocker, As- Haber der Sa. Louis Hoffmann in Kaffel. So« »igsvlatz 40. ist Termin zur Glaubigerver- iammluug aus den 4. Avril 1932. 10 Uhr, vor dem Amtsgericht in Kaffel. Zitnmer 9 10. an­dre Einstellung des Verfahrens mangels Mane. die Einstellung des Verfahrens mangls Maffe.

Kassel, den 36. Jebrnar 1932.

Amtsgericht. Abt. Z.

Bekanntmachung.

Sn der Zeit vom Montag, den 7. März 1932 b'S einschließlich Ende April 1932 sind die «rund und Gebäudesteuerabteilung sowie die Abteilung für SanalbeuuNungs und Müllab suhrgebühren des Stadtfteueramtes, Kölnische »trage Ar. 73, wegen des Jahresabschlusses Mr den Publikumverkehr geschloffen. Dringliche Anfragen sind schriftlich an das Ltadtfteueramt zu richten.

Formulare zu Anträgen auf Stundung von Hauszinssteuern und Kanalbenutzungs- und Mullabfubrgebübren können für die Zeit vom 1. Avril 1932 ad erst vom 2. Mai 1932 ab vom Sladifteueramt ausgegeben werden. Alles Nähere wird noch Anfang April durch Bekannt­machung, die auch an den Litfatzsäulen »er -tadt erscheint, veröffentlicht werden.

K a s s e l, den 3. März 1932.

Der Magistrat.

Vergleichsverfahren.

lieber das Vermögen des Fabrikanten Her­mann Hämer, alleiniger Inhaber der Firma Kasseler Keks- und Biscuit-Fadrik Hermann Hämer in Kaffel, Kellermannstraße I jsi am 3 März 1932, 12 Uhr, das Vergleichsver'sabren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden Der Kaufmann H. Z i m m e r in Kassel Wei- ßenburgstratze 8, ist zur Vertrauensveis'on er­nannt. Termin zur Verbandluna über den Ver- gleichsvorschlag ift auf den 4. April 193» w. Uhr vor dem Amtsgericht in Kaffel -Timmer 9/10, anbejaumt. Der Antrag aus 'Eröfsnung des Veriabrens ncbit leinen Anlagen ist aus der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten'nie- dcrgelegi.

Amtsgericht, Abt. 7 Staffel.

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