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Seite 2 - , Beilage

Kasseler Neueste Nachrichten

Dienstag, 1.Mäez 1932

geworden. Für jeden Teilnehmer ein unvergetz- iches Erlebnis. Kl.

Reifeprüfung am Realgymnasium II. Die dies­jährige Reifeprüfung am Realgymnasium II fand vom 23. bis 26. Februar unter Vorsitz des Ober­studiendirektors Fricke statt. Alle Prüflinge be­standen. Oberprima a: Richard Damm. Helmut Eckel, Rolf Emanuel, Bernhard Gall, Karl Eück, Oskar Heil­brunn, Hans-Rudolf Hellmich, Willi Krug, Peter Kuhlemann, Herbert Leich, Rudolf Lunkenbein, Paul Mütze Wilhelm Oxenius, Robert Rebsch, Werner Säftel. Konrad Timmen, Helwig Stern, Karl Wil- mes, Hans Wittneben. Oberprima b: Hubert Bär, Friedrich Bernhardt. Kuno Fenner, Ernst Goes, Oskar Hartung, Ludwig Hofmeister, Werner Koch, Hans Krüger. Wilhelm Küllmer. Hans Mangold, Fritz Schartenberg, Albert Schömberg, Helmut Schra­der, Rudi Sepp, Hans Theis, Herbert Wahl, Rolf Zimmerle. Oberprima c: Kurt Brandenburg, Hans Dachelhoffert, Heinrich Folter. Georg Grebe, Otto Heinitz. Karl-Heinz Heydolph, Otto Keseberg, Hein­rich Lumpe, August Metz, Hans-Gerhard Möller, Eber­hardt Münter, Fritz Reckelkamm, Konrad Rode, Her­bert Schaller, Adolf Schaumlöffel, Wilhelm Stein, Walter Werner, Helmut Zimmermann.

Druckfehler. Im Schlustiatz des Berichts 6er Staats- vartei ist von einem r"ckbalt»lof«n Eintreten Hrr den Schutz -erPolitik" die Rede. Es muh heitzen: Di« Heu- tiae Versammlung begrünt die Bildung der Eisernen Profit. Sie weih sich mit ibr eins im rückhaltslose« Ein­treten für de« Schutz derRepublik".

Zum Etat des Beziksverbandes

Aus dem Bericht der Landesverwaltung ist noch nachzutragen:

Die Ausfälle an Steuereingängen gegen­über den Ansätzen für 1931 belaufen sich auf rund 2750 000 RM.. da bei den Einkommensteuerüberweisun­gen und den Dotationen nur mit dem Eingang der Hälfte, bei den Kraftfahrzeugsteuerüberweisungen und der Bezirkssteuerumlage mit 80 Prozent der für 1931 angesetzten Beträge gerechnet werden kann. Zu diesen Einnahmeaussällen treten erhebliche Minderüberwei­sungen aus lleberschüsien und Beteiligungen, so daß allein die Mindereinnahmen aus Steuern und lleberschüssen für 1932 größer sind als das ge­samte Bezirkssteueraustommen des Jahres 1931.

Ferner wird in 1932 mit erheblichen Mehrauf- wenounaen auf dem Gebiete der Landarmenfürsoige gerechnet, da die Zahl der mittellosen Wanderer sich mit der steigenden Erwerbslosigkeit ständig vermehrt. Besonders betroffen ist ferner der Bezriksoerband durch die Neuregelung der Verteilung der Kostender Fürsorgeerziehung, bei der der preußische Staat den bisher von ihm getragenen Anteil im Wege der Pauschalierung um 40 Prozent herabgesetzt hat.

Trotz dieser Verhältnisie wird der Landesausschuß, dem Vorschläge der Verwaltung entsprechend, dem Kommunallandtag

Verbandes der Studienaflsfforen und -Referendare, V. E. Kaffel hielt.

Der Redner unternahm diese Wanderfahrt im Jahre 1924 mit zehn Jungen. Die Fahrt führte durch unwegsamstes Gebiet im Norden Norwegens und Schwedens. Ueberall, auch bei den ärmsten Bewoh­nern eine Gastfreundschaft, wie man sie in Deutsch­land nicht kennt. Ein norwegischer Journalist beför­derte die ganzeGesellschaft" in zwei Autos vom Süden nach Norden zu seinem eigenep Heim; ein Abstecher der nicht im Programm vorgesehen war. Die schwedische Eisenbahn gewährte 75 Prozent Fahrpreisermäßigung. Ein kleiner Vorfall charakte­risiert besonders gut diese Gastfreundschaft: Nach langer Wanderung durch unbewohntes Gebiet fand die Gruppe um 1 Uhr nachts ein kleines Bahnwärter- Haus an der Nord-Südbahn. Der Bahnwärter gab seinen ganzen Proviant her und verweigerte entschie­den jede Belohnung. Außerdem erreichte er telepho­nisch, daß der Schnellzug nach Stockholm an diesem Bahnwärterhäuschen hielt und die deutschen Jungen mitnahm! In Deutschland ist so etwas nicht möglich Die Gruppe war nach Beendigung ihrer Fahrt und bei der Ankunft in Stockholm geradezu .cherühmt"

keine Erhöhung der Bezirkssteuer

Lknfere Heimat

Vorschlägen. Maßgebend hierfür war die Erwägung, daß die zur Zeit in schwerster Not befindlichen Stadt- und Landkreise eine erhöhte Bezirkssteuerumlage tat­sächlich nicht aufbringen können.

Der gesamte Haushalt der Landstraßen- und Land­wegebauverwaltung beläuft sich für 1932 auf 4,5 Mil­lionen RM. gegen 6,4 Millionen RM. in 1931. Die Zuschüße an die Landeskrankenhäuser wurden gegen­über 1931 um rund 100 000 RM. herabgedrückt, die Zuschüsse der beide« Landesbibliotheken um rund 24 000 RM.

Der Haushalt für Meliorationswesen weist in Einnahme und Ausgabe nur noch reichlich die Hälfte der für 1931 vorgesehenen Summen auf. Die weitaus meisten Ausgaben zur Förderung der Wirtschaft, der Kunst und leider auch der Jugendwohlfahrt mußten bis zu 50 Prozent und mehr der in 1931 vorgesehenen Betrüge herabgesetzt, eine ganze Anzahl auch ganz gestrichen werden.

Insgesamt schließt der ordentliche Voranschlag für 1932 einschließlich der Voranschläge der selbständigen Anstalten mit rund 35 Millionen RM ab gegen rund 45 Millionen RM. in 1931. Die gesamten durch den Hauptvoranschlag laufenden bereinigten Ausgaben be­laufen sich in 1932 auf 15,25 Mill. RM. gegen 19,58 Mill. RM. in 1931. Bei Berücksichtigung der Besol­dungskürzungen belaufen sich die Wenigerausgaben auf 5,3 Mill. RM. oder 27 Prozent der für 1931 vor­gesehenen Ausgaben.

Wenngleich der Abschluß des Jahres 1931 noch keineswegs sicher überlehen werden kann, so rechnet doch der Voranschlag für 1932 nicht mit einem Fehlbetrag aus 1931. da die Verwaltung infolge der schon im Sommer und Herbst des vorigen Jahres getroffenen scharfen Sparmaßnahmen noch die Hoff­nung hat,

das Haushaltsjahr 1931 ohne Fehlbetrag abzuschließeu.

Quer durch Lappland

Quer durch Lappland führte Oberstudien-Direktor Dr. Packelmann seine Zuhörer in einem Licht­bildervortrag, den er zu Gunsten des Hilfswerkes des

Llm einen starken Bauernstand

Kreisbauernschaftsversammlung in Guntershausen.

Am Sonnabend fand in Guntershausen eine Be­zirksversammlung der Orte Dörnhagen, Dittershau­sen, Dennhausen und Guntershausen der Kreisbau- ernschast Kassel statt. Geschäftsführer Barchfeld hielt eine kurze Ansprache. Der Bauernstand müsse stark gemacht werden. Nur wenn dieser stark ist, könne Deutschland wieder in eine bessere Zukunft schauen. Dann kam der Redner auf die Siedlungsfrage zu sprechen. Man müsse, so führte er aus, den Deutschen wieder bodenständig machen, damit er wieder die Liebe zur Scholle bekommen würde. Seine Worte sanden viel Anklang. Dann wurde der Lehrfilm Horrido" gezeigt. Auch der Turnverein hatte sich in den Dienst der Sache gestellt und verschönte mit zwei Theaterstücken den Abend.

Oberkaufungen in Bedrängnis

Uuterstützunge« mit 70 Prozent im Rückstand.

Am letzten Donnerstag war die Gemeinde nicht in der Lage, den ausgesteuerten Erwerbslosen ihre restlichen 30 Prozent auszuzahlen. Da die Er­werbslosen eine drohende Haltung einnahmen, ent­schloß sich der Gemeindevorstand, die bereits erhal­tenen Zuschüsse (für die nächste Auszahlung! zu verwenden. Dadurch konnte die Gemeinde am Sonnabend nur 30 Prozent auszahlen, so datz die Wohlfahrtserwerbslosen jetzt mit 70 Prozent im Rückstand sind. Da es menschlicher Voraus­sicht nach unmöglich ist, daß die Gemeinde die rest­lichen 70 Prozent aus eigenen Mittel« aufbringen

kann, ist für die nächsten Tage das Schlimmste zu befürchten.

politische Schlägerei in Oransfeld

Die Polizei stiftet Ruhe.

In Dransfeld kam es zu einem politischen Zu­sammenstotz zwischen Angehörigen der Hitlerjugend und der sozialistischen Arbeiterjugend. Beide Bünde hatten Wcrbeabende in Dransfeld veranstaltet. Die Nationalsozialisten tagten im Hotel zum Anker, die Sozialisten im Schützenhof. Gegen 10 Uhr dran­gen etwa acht Nationalsozialisten in den Schützen­hof ein, um die sozialistische Versammlung zu stö­ren. Dabei kam es zu einem Tunmlt, in dessen Verlauf ein Sozialist mit einem Koppelschlotz schwerblutende Verletzungen am Kopf erhielt. Vom Landratsamt Hann. Münden wurden zwei Land­jägermeister entsandt, da der Dransfelder Land­jägermeister dienstttch anderweitig beschäftigt war Es gelang den Beamten, in kurzer Zeit die Stören­friede zu entfernen und die Versammlung ruhig zu Ende zu führen.

Aus dem Kreise Notenburg

Weiterode bei Bebra. Der Schwatz auf dem Fahrdamm. Ein Eisenbahner, der sich aus der Straße mit einem Fuhrmann unterhalten hatte, stieß in dem Augenblick, als er sich verabschiedete und zurücktreten wollte, gegen ein mit zwei Personen be­setztes Mowrrad, welches umstürzte. Der Fahrer erlitt einen Armbruch und Kopfverletzungen, wäh­rend der Eisenbahner mit dem Schrecken davonkam.

Aus Sfchwege und Umgebung

Arbeitsbeschaffung im Kreise Wolfhagen

Eine Bürgermeisterversammlung in Wolfhagen

Der Erfinder der Anfichtspostkarte

Göttingen trauert um einen verdienstvollen Bürger

nun

Neu-

Der Direktor der Kreissparkafle, Fischer, konnte nachweisen, daß die im Kreise Wolfhagen vorhande­nen Sparkassen zwar weniger als der Durchschnitt tm Reiche zu leiden gehabt hätten, datz aber doch er­wartet werden müsse, daß die sogenannte. Geldham­sterei noch mehr verschwinde als in den letzten Mo­naten, denn jeder, der Geld ungenutzt liegen lasse, trage dazu bei, die das ganze Wirtschaftsleben schwer bedrückende Deflation zeitlich und in ihrer Auswirkung zu vermehren. Zum Schluß der Ver­sammlung wurde alsdann noch über die in die neuen Haushaltspläne einzustellenden Entschädigungen für die Bürgermeister und Rechner gesprochen, und es wurde darauf hingewiesen, datz in dieser Frage die von dem Kreisausschutz festzusetzenden Richtlinien ab­zuwarten seien.

Wolfhagen. Im Ortsausschuß für Jugendpflege berichtete Bürgermeister Kilian über die mit Hilfe des freiwilligen Arbeitsdienstes aus der Weidels- burg vorzunehmenden Arbeiten, die in Kürze durch 32 Jugendliche aus Wolfhagen und den Nachbaror­ten in Angriff genommen werden sollen. Regie­rungsbaumeister Tertor übernimmt die Leitung der Arbeiten. In diesen Tagen findet ein Jugendher­bergsabend mit dem FilmEin froher Wandertag" statt. Angeregt wurde, in Wolfhagen eine Halle für alle Jugendpflege und sporttreibenden Verbände zu schaffen. Unentgeltliche Arbeitsleistung wurde von den Organisationen zugesagt. Ein diesbezüglicher Antrag soll der Stadtverwaltung zugeleitet werden.

Aus Oberheffen

Alsfeld. Die Herberge genügt nicht mehr. In­folge des zunehmenden Verkehrs durchreisender Handwerksburschen reicht die Herberge nicht mehr aus. Die Stadt muß deshalb weitere Räume mieten und zwanzig eiserne Betten anschaffen. Für Ueber- nachtung sollen die Handwerker 30 Pfennig bezahlen, wovon 20 Pfennig der Herbergsvater und 10 Pfennig die Stadt erhalten soll. Ein Zuschuß des Landesfür­sorgeverbandes soll beantragt werden.

Gemünden. Von der Raifseisenlasse. Der Rechner Kaufmann Krüger hat sein Amt niedergelegt, als Nachfolger ist E. Fett, Sohn des Pfarrers Fett, be­stellt.

Am 25. Februar fand in Wolfhagen die erste Bür­germeisterversammlung dieses Jahres statt. Den Bürgermeistern wurde nahegelegt, stch, an einem demnächst stattfindenden Lehrzirkel des Kommunal­beamtenseminars für die Ortspolizeibehörden im Kreise zu beteiligen. Landrat von Uslar gab eine Reihe besonderer Weisungen über die Aufgaben der Polizeiverwalter und der Exekutivbeamten während der Vorbereitungen für die Wahlen. Es wurde emp­fohlen, die gewünschten Aufsichts- und Sicherheits­beamten möglichst frühzeitig beim Landratsamt an­zumelden. Als besonders wichtiger Punkt der Tages­ordnung wurde dann ein von der Kreisverwaltung aufgestelltes

Arbettsbeschaffungsprogramm behandelt. Dieses lehnt sich an die Arbeiten an, die bereits seit Monaten an den Landwegen und Land­straßen in Aushebung von Gräben, Verbesserung der Bankette und dergletchen durch Arbeitslose ausge­führt werden und die in der abgelaufenen Zeit be­reits 4000 Tagewerke ergeben haben. Es besteht die Absicht, die auf die Chausseen mündenden Feldwege in solchen Zustand zu versetzen, datz der von den Feldern kommende Schlamm und Schmutz möglichst nicht bis aus die Chaussee kommt und diese in ihrer Haltbarkeit beeinträchtigt. Für die Durch­führung des ganzen Planes sind

12 000 Tagewerke vorgesehen, die überschläglich etwa 70 000 RM Kosten verursachen werden.

In diesen Kosten sind nur 10 0 00 RM für Material enthalten, worin aber ebenfalls ein wesentlicher Teil an Arbeitslöhnen steckt. Die restlichen Kosten von 60 000 RM werden nur zu etwa 25 000 RM Mehr­kosten bedeuten gegenüber dem, was von Kreis und Gemeinden sowieso an Wohlfahrtserwerbslose usw. zu zahlen wäre. Mit dieser Mehrausgabe würde also ein wesentlicher Nutzefekt verbunden und so auch in der heutigen Notzeit wirtschaftlich zu rechtfertigen sein. Der Plan sand grundsätzlich die Zustimmung der anwesenden Bürgermeister und soll von ihnen nach Kräften gefördert werden. In welchem Umfange das für die einzelnen Gemeinden möglich sein wird, muß eingehend geprüst werden, wobei von einem dafür bestimmten, beratenden Ausschuß Hilfe gelei­stet werden soll. Es steht zu Hofen, datz wenig­stens ein wesentlicher Teil dieses Programms in den nächsten Monaten zur Ausführung gebracht wird.

Anschließend wurden von dem Vorsitzenden Er­läuterungen gegeben über die Aufstellung der Haus­haltspläne für die Gemeinden und die den Gemetnde- vorständen zurzeit noch durch Nowerordnung verlie­henen weitgehenden Rechte auf dem Gebiet der Steu­erfestsetzung. Es muß bedauerllcherwei,e auch sur die Gemeinden des Kreises Wolfhagen mit einem weiteren starken

Rückgang der Reichssteuerüberweisungen qerechnet werden, wodurch die Aufstellung der Haus­haltspläne sehr erschwert wird. Insbesondere wurde in der weiteren Aussprache betont, datz die in den Gemeinden vorhandenen Autzenstände nach den gege­benen Vorschriften hereingebracht werden muffen, und daß auch der Kreis gezwungen fei, seine Au­ßenstände bei den Gemeinden nach gleichmäßigen und gerechten Gesichtspunkten einzuziehen. Dag dabet in begründeten Einzelfällen Rücksichten zu nehmen seien, wurde als selbswerständlich bezeichnet.

Eschwege. Der Winterhilfe für die Stadt Esch- wege sind bisher insgesamt 11600 Mark an Bar­mitteln zugeflossen. Davon wurden durch Samm­lungen und Einnahmen bei Wohltätigkeitsveranstal- tungen 7 600 Mark aufgebracht und von der Stadt­verwaltung 4 000 Mark zur Verfügung gestellt. An die hilfsbedürftige Bevölkerung wurden 5 650 Zent­ner Kohlen kostenlos abgegeben. Für die Abgabe von Lebensmitteln auf Scheine, die von der Win­terhilfe eingelöst wurden, mutzten 2 000 Mark be­reitgestellt werden. Eine neue Lebensmittelvertei­lung in voraussichtlich noch erweitertem Umfange wird zu Ostern durchgeführt werden. Lebensmittel­geschäfte hatten 600 Lebensmittelgutscheine gespen­det. Das Land hat stch äußerst hilfsbereit gezeigt. Die Sammlungen werden fortgesetzt. Zwei Waggon Kohlen werden in den nächsten Tagen wieder aus- gegeben.

^Bad Sooden-Allendorf. Holz für Bedürftige. Der Magistrat gibt an Sozialrentner und andere Bedürftige je zwei Raummeter Eichenknüppel für 3 Mark ab.

Wanfried. Der Milchpreis ist um 2 Pfennige auf 22 Pfennige für das Liter gesenkt worden.

neben seiner Buchhandlung noch eine Buchdruckerei besaß, ging nun dazu über,

Postkarten mit Ansichtsbildern und Inschriften zu versehen. Seine Idee fiel auf fruchtbaren Boden. Nach dem Vorbilde des Göttinger Buchhändlers ging man bald überall dazu über, bebilderte Post­karten herzustellen. Wenn der Generalpostmeister Stephan der Vater der Postkarte ist, so durfte sich Heinrich Lange als den Vater der Ansichts­karte bezeichnen.

Eine ganze Industrie nahm sich binnen kurzem der Erfindung Langes an. Die Ansichtskarte wurde das, was man heute einenSchlager" nennen würde. All­mählich verfeinerte man immer mehr die Technik der Ansichtskartenherstellung. Es dürfte bekannt fein, daß man gerade in Deutschland auf die Produktwn von guten Ansichtskarten den größten Wert legt. Wenn wir heute besonders künstlerische Ansichtskar­ten zur Hand nehmen, dann sollen wir nicht verges­sen, daß es solche Ansichtskarten erst wenige Jahr­zehnte gibt und datz der soeben berftorbene Göttinger Buchhändler der Vater dieses Gedankens war. Er ermöglichte es dem Reisenden, seinen zuhause ge­bliebenen Angehörigen durch einen Ansichtskarien- grutz wenigstens einen Teilgenuß von seiner Reise zu verschaffen. Im Postverkehr nehmen neben den Briesen die Ansichtspostkarten eine hervorragende Stellung ein.

Der Göttinger Buchhändler Heinrich Lange war ein eifriger Anhänger des allen modernen Neu­erungen zugewandten Postministers. Als jener die Postkarte einführte, grübelte Heinrich Lange darüber nach, wie man diese Neuerung im Poswerkehr noch weiter ausbauen und ausgestalten könnte. Lange, der

Aus Göttingen kommt die Trauerkunde, daß dort dieser Tage im hohen Alter von 84 Jahren der be­kannte Buchhändler Heinrich Lange plötzlich gestorben ist. Bis zuletzt hatte sich der greife Buch­händler mit seinem Sohne in die Leitung seines um­fangreichen Geschäfts, das jeder Göttinger Bürger und" Student kennt, geteilt. Aus kleinen Anfängen heraus hatte Heinrich Lange seine Buchhandlung emporentwickelt. Ein Mann von großer Schaffens­kraft und von einer seltsamen Originalität der Ge­danken ist mit dem Buchhändler Heinrich Lange da- hingegangen.

Im Januar v. Js. feierte die ganze zivilisierte Welt den 100. Geburtstag des Generalpostmeisters Stephan, der sich um die Entwicklung des deut­schen und des internationalen Postverkehrs unver­gängliche Verdienste erworben hat. Man hat damals nicht genug Stephan als den Vater d e r Post­karte gepriesen. Vor den Reformen des General­postmeisters Stephan waren Postkarten im deutschen Poswerkehr unbekannt.

Großfeuer in Lldorf

Am Sonntag morgen brach auf dem Rittergut ist Udorf Feuer aus. Durch unvorsichtiges Auftauen eines Schlosses fing eine Scheunentür Brand, der sich aus die ganze Scheune ausdehnte. In den reiche« Stroh- und Heuvorräten und der mit Teer überzo­genen Dachpappe des Daches fand das Feuer reiche Nahrung, so daß die Gefahr bestand, das Feuer wür­de auch auf die anderen Gebäude übergreifen. Doch gelang es der Ortsfeuerwehr mit Hilfe der Wehren der Nachbarorte und der Motorspritze Arolsen, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken.

Oie Brandseuche greift um sich

Einzelheiten zum Brand in Lanertshausen.

In der letzten Nacht hat es wiederum zwei Brände in der Gegend von Lenderscheid gegeben. In dem zehn Minuten von Lenderscheid entfernt liegenden Dorf Lanertshausen ertönte, wie wir gestern schon berichteten, abends gegen 9 Uhr das Feuerhorn. Es brannte in einer Scheune des Land­wirts Hämel. Die Ortsfeuerwehr und die zu Hilfe gerufenen Nachbarwehren konnten nicht verhindern, datz die mit Erntevorräten gefüllte Scheune bis aus die Grundmauern niederbrannte. Kaum war das Feuer abgelöscht und die Nachbarwehren abgezogen, ertönte wieder der RufFeuer! Es brennt!" Dies­mal brannte die zweite Scheune des Landwirts Hämel. Da die Flammen in den großen Erntevor­räten reiche Nahrung sanden, wurde auch diese Scheune, obwohl die Wehren schnell wieder zur Stelle waren, ein Raub der Flammen. Damit hat der bedauernswerte Besitzer seine gesamten ausgv- speicherten Erntevorräte berieten.

Es wird als sicher angenommen, daß auch dies­mal Brandstiftung vorliegt. Da in Lenderscheid seit der letzten Brandstiftung ein verstärkter Streis- und Wachdienst eingerichtet worden ist, scheint der Verbrecher nunmehr die Nachbarschaft heimzusucheu.

Eine Genossenschaftsmolkerei für Marburg?

Aus dem Landwirtschaftlichen Kreisverei« Marburg

Der Landwirtschafüiche Kreisverein hielt eine sehr stark besuchte Versammlung ab. Herr Dr. Weidemann von der Landwirtschaftlichen Zenttal- Genossenschaft Darmstadt sprach über das Thema: Das Reichsmilchgesetz und seine Ausführungsbe­stimmungen". Zuvor gedachte man des verstorbe­nen Mitgliedes Scholz aus Marbach. Dann teilte der Vorsitzende, Gutsbesitzer Kaiser aus Cyriaxwei­mar mit, daß in der letzten Zett sich viele von dem Verein abgemeldet hätten. Man habe daher den Beitrag von 4 Mark auf 3 Mark gesenkt. Diplom- Landwirt Asdonk aus Kassel gab über die Entwick­lung der Kalipreise einen kurzen Ueberblick. I« der Aussprache kam man dahin, daß man tut Na­men des Vereins bei der Landwirtschaftskammer einen Antrag stellen will, daß die Körungen zukünf­tig immer ortsweise abgehalten werden.

Landrat Schwebe! kam bann auf das Pro­blem einer Genossenschaftsmolkerei im Kreise Marburg zu sprechen. In der gegenwärtige« Lage käme kein Neubau in Frage. So habe man von Seiten des Kreises ein Bereitstellen von Räu­men der Wanderarbeitsstätte für Molkereizwecke er­wogen. Dort feien gute Räume vorhanden. Mit einem Kostenaufwand von 35 bis 40 000 Mark könne dort eine Molkerei eingerichtet werden. Doch wolle man nachprüfen, ob das zuständige Ministerium Gelder zur Verfügung stellen könne. Diese Ange­legenheit fand bei den Zuhörern großes Interesse.

Aus dem Kreise Biedenkopf

Lohra bei Gladenbach. Die Gemeindevertretung nahm Stellung zu einer Eingabe bet Mitteldeut­schen Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft bett, die Licht­einheit. Bei Abschluß des Vertrages wurden 20 Pfennig vereinbart. Später nahm die Gesellschaft aber 25 Pfennig für die Lichteinheit. Gemeinsam mit der Gemeindevertretung ist der Preis jetzt auf 19 Pfennig festgesetzt worden. Die Wohlfahttser- werbslosen sollen Steine brechen, die bei bet Zu­sammenlegung verwenbet werden sollen. Die Ent­lohnung beträgt für ben Kubikmeter 2 Mark.

Biebenkopf. Die starke Zunahme der Tuberkn- lose im Kreise Biebenkopf hat bie Kreisverwaltung zu Gegenmaßnahmen veranlaßt. In verschiebenen Gemeinben finben unentgeltliche Sprechstunden statt, wo sich die Gefährdeten und Erkrankten Rat holen können. Die Einrichtung wird allenthalben sehr begrüßt.

RUNDFUNK

Programm für Mittwoch, 2. März

Frankfurt

6,15: Wettermeldung Anschl.: Morgengymnastik 7.15: Wetterbericht Anschl.: Frühkonzert .

10.20: Schulfunk: ..Wie ein Buch entsteht" .

12.05: Konzert am Schall- vlatten

13 05: Bon Köln: Mittags­konzert . c .

15.15: Stunde der Jugend

16.25: Wittschaftsmeldunge«

16.30: Bon Königsberg: Militärkonzert des Wehr­kreiskommandos I

17.48: Alte und neue Tanz- mustk auf Schallplatte«

18.40:Das Ringen in In­dien", Vortrag

19.05: Bon Freiburg:Kar­telle. Konzerne, Trusts. Vortrag. ..... s.

19.35:Wirtschaftskrne und

Königswnsterbauien

14 00: Von Berlin: Konzert

16.30: Rachmi'tagskonzert von Königsberg

17.30: Hochschulfunk: Uni- versalreich, Großmacht u. Kleinstaat in der Wel.ge­schickte

20.15: Aus der galanten Zeit Unterbaltungskon- zert des Philharmonncken Orchesters ~ .

21.00:Von der Srau und der Liebe". Eine Hörfolge aus drei Jahrtausenden von Willy Haas und Ar- tur Rosen

22.25: Tagesnackrickle«. Sportbericht _ _

22.4523.15: Von Mann­heim: Konzert für Brat­sche und Klavier

18.00: Der nationale Cha­rakter der Völker tut Spiegel ihrer Musik (nett Beispielen) ,

18.30: Stellung und Befug­nisse des Staatsoberhaup­tes in den Republiken .

19.00: Volkswirtschaftssunk: Wirtschaftlicher Wunder-

19630: Neuerscheinungen auf dem Gebiete des Beam- tenrechts _ _ .

20.00: Von Hamburg: Drei Wiener Walzer, Kurzove- rett« von Johann Strauß

21.00: Wilhelm Conrad Go- moll liest seine Novell« Dardan, der Glückliche

21.35: Non Berlin: Schottt- sche Fantaste von Bruch Berliner Simonie-Or­chester

Laugenbers

13.05: Mittagskonzert

17.00: Bespcrkonzert

18.15: Dr. Justus Bren Heinttck Sille

20.00: Europa singt. Rolf Ghaiberg lGei'ang), Hans Ebert lKlavier)

20.30:Goeche-Jugend , ge­staltet in seinem eigenen

Wien

17.00: Musikalische Survfi-

18.15: Der Persönlichkeits- aufbau in der Pubertät

19.45: Ernstes und HettereS von Ma,ras (zum 100. Geburtstag) , .

20.05: Schallplattenkonzert.

21.00:Grütze". Sciwtcl nt einem Akt von Rudolf Je­remias Kreutz

22.00: Tanzmmik

Abendprogramm der europäischen Gerbet

Beromünster: 20.00: Drckesterkonzert 20.30: Li. terarisch« Vorlesung. 21.00: Musik aus dem 18. Jahr- hirnd-rr. <$> Budapest: 19.30:Hary JSnos Singspiel. H D a v e n t r y: 21.00: Tango-Orckester. A So sc nh a- gen: 20.00: Glinka-Konzert. 211o2M: Radto-Ball. h> Mailand: 20.45: Hörspiel. 22.00: Qtchesterkomert. 4 Rom: 20.45: Dvernuberrragung. <K> W ar sch a n: 20.lv: Zweunerlieder und Zigeunermustk. 2110; Baß-Arien.