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Stofftier Neueste Aachrichten

Freitag, 26. Februar 1932

Der Landesverband

Knrhessen-Wal

Dom Eichsfel-

Heiligenstadt. Hyänen der Landstraße. Aus ei­nem zwischen Dingelstädt und Kreuzebra verunglück­ten Personenkraftwagen sind folgende Gegenstände entwendet worden: 1 elektrische Batterie, 2 Glüh­birnen, 1 Plüschdecke, 1 Luftpumpe, 1 Felgenspanner, 1 Stecklampe, 1 Taschenlampe, 1 Deckenbeleuchtung und 1 Regenmantel.

Witzenhausen. In der Deutschen Kolonialgesell- ichaft sprach Dr. Wmter über seine Reiseeindrücke in unserer Kolonie Kamerun. Es konnte den Zuhörer angenehm berühren, wenn ihm aus berufenem Mun­de bestätigt wurde, daß Kamerun seitdem es wieder den alten deutschen Pflanzergesellschaften gestattet war, die Besitzungen zurückzukaufen, einen erheb­lichen Aufschwung genommen hat. Deutscher Fleiß und deutsche Gründlichkeit haben die Besitzungen, die von den Engländern stark vernachläffigt waren, in­nerhalb weniger Jahre wieder auf die Höhe gebracht, so daß jetzt mtt der Ernte gerechnet werden konnte. Die Zuhörer dankten durch reichen Beifall.

Bad Soodeu-Allendorf. Bon der Kurverwaltung. Für die diesjährige Saison ist Bankier Wilhelm Heinemann aus Eschwege zur Unterstützung des Bürgermeisters Schneider in die Kurverwaltung ge­wählt worden.

Aus dem Streife Eschwege

Deutschland durchlebe Schicksalsstunden von ungeheu­rer Bedeutung. Durch den Krieg und seine Liquida­tion durch die Friedensdiktate sei die weiße Rasse in eine Krise geraten, die das Aufkommen der asiatischen Rasse begünstige. Kennzeichnend sei der Vormarsch des Bolschewismus in Asien sowohl wie in Europa. Bolschewismus könne aber niemals durch staatliche Machtmittel und Schlagwörter erfolgreich bekämpft, sondern nur geistig überwunden werden. Wir müß­ten uns frei machen von der Politik der Schlagwörter von rechts und links.

Der Christlich-soziale Bolksdienst sCSBD.) stehe weder redete noch links.

Vertreter letzten Sonntag zu einer Tagung nach Marburg eingeladen. Trotz der schwierigen wirt­schaftlichen Verhältnisse hatten sich fast 100 Vertreter von Kreis- und Ortsgruppen eingefunden. Mit Wor­ten herzlicher Begrüßung eröffnete der Landesver­bandsoorsitzende Stadtrat Dr. Rohrbach-Kastel die Tagung und stellte sie unter das Schriftwort: Prüfet die Geister . . . Der ehrenamttiche Geschäftsführer des Landesverbandes^ Stadtverordneter W a r l i ch - Kastel, erstattete den Geschäftsbericht, der eine sehr erfreulich« Steigerung der Mitgliederziffer erkennen ließ. Nach Erledigung des geschästtichen Teiles gab Reichstags­abgeordneter S ch in i d 1 - Kassel einen Bericht über hie allgemeine politische Lage. Er führte u. a. aus:

Abterode. Im Wege des fteiwilligen Arbeits­dienstes wird die Oberförsterei Allendorf zusätzliche Arbeit durch jugendliche Erwerbslose ausführen las­sen. Die Arbeiten umfassen Anpflanzungen, Säu­berung junger Anpflanzungen, Planierungen usw., die voraussichtlich den ganzen Sommer über an­dauern.

Frage des Privatbesitzes

stehe der C S V D auf dem Standpunkt, daß dieser in gereinigter Form erhalten bleiben müsse. Nur der in der Vergangenheit damit getriebene ungeheuere Mißbrauch hatte das Privateigentum in weiten Krei­sen in Mißkredit gebracht.

Für di« Nöte der Landwirt^ast habe der C S V D volles Verständnis. Es mäste gesagt werden, daß noch von keiner Regierung für die Landwirt­schaft mehr getan worden wäre, als von der jetzigen, und zwar zu Lasten des Verbrauchers.

Bezüglich der Eottlosenbewegung fühtte der Vortragende aus, daß der CSVD die Regierung wiederholt veranlaßt habe, gegen Auswüchse und Aus­schreitungen dieser Bewegung oorzugehen. Es könne aber nicht verkannt werden, daß ein Kampf zur lleber- windung der Bewegung mit äußeren Machtmitteln er­folglos bleiben müsse. Für di« Wahl des Reichs­präsidenten sei

Bekenntnis zu Hindenburg

Marburger Tagung des Christl.-soz. Bolksdienstes.

--------------- -------- durch die Tat bewährten Führer in den dunkelsten detf des Christlich-sozialen Bolksdienstes hatte seine Stunden des deutschen Volkes, als den tief innerlich fundierten, evangelischen Christen selbstverständlich. Das Programm der Regierung Brüning habe sich außenpolitisch die Befreiung des deutschen Volles zum Ziel gesetzt. Diese Politik sei von ihr bis heute grad­linig durchgehalten morden. Auch Hitlers Weg könne kein anderer sein. Sobald der Kanzler diesen grad­linigen Weg verlasse, könne er nicht mehr auf die Unterstützung des CSVD. rechnen.

Bei der

Wenn die eine oder andere Gruppe geglaubt habe, den CSVD. als ein Anhängsel werten zu können, so sei die Schuld für die Enttäuschung über diesen Irrtum nicht beim CSVD. zu juryen. T>er CSVD. habe sein Programm, Politik aus Glauben und Gehorsam gegen Gott zu treiben, bisher voll erfüllt. 3m September 1960 habe der CSVD. die Wahl gehabt, mit Hinden- burg und Brüning bei einem allmählichen Wiederauf­bau in organischer Entwicklung zu helfen, oder mit Hugenbevg und Hitler in reiner Negation zu verhar­ren, um erst nach eingetretener Katastrophe auf einem Trümmerhaufen aufzubauen. Negation ohne klare Position gehe gegen christliches Denken. Daher war die Entscheidung für Hindenburg als den

die Wiederwahl Hindenburgs für den C 2 B D eine Selbstverständlii^eit.

Eine bedingt« Treue könne es nach christlich-deutscher Auffassung nicht geben. Alles, was man gegen Hin­denburg vorbrächte, sei geboren aus parteitaktischen und machtpolitischen Erwägungen. Nur Hindenburg böte Gewähr für eine überparteiliche, wahrhaft christ­liche Führerpersönlichckeit.

Die Aussprache,

die sich an die mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen anschloß, ergab volle Uebereinstimmung zwischen den Vettretern und der Landesoerbands­leitung. K 0.

Ein Bulle hält einen Zug auf

In Warburg.

Auf dem Güterbahnhof Warburg entsprang beim Verladen von Großvieh durch Unachtsamkeit des Be­sitzers ein riesiger Bulle. Das Tier eilte ungehindert aus den Bahndamm und raste auf freier Strecke dem aus Richtung Kassel einlaufenden Personenzug ent- gen. Der Lokomotivführer hielt an, um das Tier nicht zu überfahren. Alle Bemühungen des Besitzers und herzhafter Männer, den rasenden Bullen wieder einzufangen, blieb erfolglos, so daß das Tier spät am Abend erschossen werden mußte.

Aus dem Kreise Ziegenhain

Llnsere Heimat

Oer DLehseuchenstand in Hessen-Nassau

Am 15. Februar 1932.

H. St Die Zahl der von Maul- und Klauenseuche beft lenen Gehöfte war in der ersten Februarhälste wieder etwas höher als in der zweiten Januarhälfte. Am 15. Februar waren 142 verseuchte Gehöfte ge­meldet, darunter 169 neue Fälle, gegenüber 125 bezw. 74 am 1. Februar. An diesem neuen Ansteigen sind hauptsächlich der Kreis Homberg und die Rheingau- treise beteiligt

Di« zurzeit verseuchten Gehöfte liegen in folgen­den Kreisen (eingeklammert di« Zahl der neube­fallenen):

Regierungsbezirk Kassel: Insgesamt 94 (62), da­von im Kreise Fritzlar 18 (10), Grafschaft Schaum­burg 11 (7), Hanau 3 (1), Homberg 45 (36), Kirch­hain 4 (4), Melsungen 7, Ziegenhain 6 (4).

Regierungsbezirk Wiesbaden: Insgesamt 48 (37), davon im Dillkreis 4, Limburg 2 (2), Main- Taunuskreis 1 Oberwesterwaldkreis 1 (1), Rheingau­kreis 1 (1), St.-Goarshausen 20 (14), Unterlahnkrels 4 (4), Untertaunuskreis 9 (9), Unterwesterwaldkreis 5 (5), Usingen 1 (1).

In einem Gehöft des Kreises Witzenhausen war Rotz festgestellt.

Schweinepest bestand nur in 2 Gehöften der Pro­vinz, dabei keine neuen Fälle, und zwar in den Krei­sen Homberg und Unterwesterwald ie einmal.

Milzbrand kam neu zum Ausbruch in je einem Gehöft der Kreise Hofgeismar und Homberg.

(Nachdruck verboten.)

Aus -em Kreis Hann. Münden

Dransfeld. In-Lebensgefahr geriet ein in den siebziger Jahren stehender Landwirt, der beim Ein­holen von Futterrüben in die schon unterhöhlte Rü­bendieme hineinging, um Runkeln herauszuwerfen. Dabei rutschte die Dieme zusammen und die viele Zentner schwere Last legte sich auf den alten Mann. Zum Glück wurden seineHilferufe von dem in näch­ster Nähe befindlichen Sohne gehört. Die erlitte­nen Verletzungen machten sofortige ärztliche Inan­spruchnahme erforderlich.

Aus dem Kreis Melsungen

Gensungen. Gemeindevertretersitzung. Auch im Gensunger Gemeindesäckel ist ein großes Loch. Die Wohlfahrtslasten sind im Vergleich zum Vorjahr um das siebenfache gestiegen und die Steuer­zuweisungen durch das Reich weit hinter dem Vor­anschlag zurückgeblieben. Vom Kreis wird von der Gemeinde gefordert, die erhöhte Biersteuer und die Bürgersteuer einzuführen. Bei der Abstimmung wurden beide Steuern abgelehnt. Weiterhin wurde ein Antrag der Oberpostdirektion Kassel abgelehnt, der eine Senkung der Miete für das Postamt for­dert Die Gemeindevertteter waren der Ansicht, daß die Gemeinde nach der Nowerordnung nicht zu einer Ermäßigung der Miete verpflichtet sei. Dage­gen kann gegen eine Mietssenkung des Landjägerhau­ses nichts vorgenommen werden. Von Seiten der Gemeindevertteter wurde ein Wohlfahrtsausschuß gefordert, der sich aus dem Bürgermeister und je 2 Vertretern der Arbeitgeber und -nehmer zusammen­setzen soll.

Aus -em Kreis Hofgeismar

Holzhaufen (Kreis Hofgeismar). Massenmord im Hühnerstall. In der Nacht zum Dienstag drangen Diebe in das Hühnerhaus des Rittergutes ein, ohne daß sie von der Nachtwache bemerkt wurden, und richteten unter den Hühnern ein fürchterliches Blut­bad an. Die Einbrecher schlachteten an die 40 Hüh­ner an Ort und Stelle ab. Bereits vor einiger Zeit war der Hühnerstall des Rittergutes das Ziel von Einbrechern gewesen.

Baake. Berkehrsnnfall. Der sechsjährige Sobn des Einwohners B. wurde von einem Auw zu Boden geschleudert Da der Wagenführer zum Glück noch rechtzeitig bremste, trug der Junge keine schweren Verletzungen davon. Der Besitzer des Auws brachte den Verletzten sofort zum Arzt

Vaake. Die Platzsragc für den Sportplatz ist jetzt in ein entscheidendes Stadium getreten. Der Kreis- jugendpfleqer will durch Verhandlung mit dem Ober­förster die Freigabe der Osterwiese von der Oberför- fterei erreichen. Gegegebenenfalls wird die Jugend das Gelände kostenlos einebnen. Den Platz wird die Gemeinde pachten und ihn dann den Vereinen und der Schule zur Verfügung stellen.

Carlshafen. Arbeit für Arbeitswillige. Es sollen im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes Promena­

den und Waldwege hergerichtet und andere Verbesse­rungen im Stadtgebiet geschaffen werden. Di« Ver­gütung beträgt bei sechsstündiger Arbeitszeit täglich 22,50 Mark.

Oie Bluttat in Veckerhagen

Sühne vor dem Gericht

Das gerichtliche Nachspiel für die in der Neujahrs­nacht begangene Bluttat in Veckerhagen, bei welcher der jugendliche D. durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden war, fand am Mittwoch vor dem Amtsgericht statt. Der Vertreter des Staatsanwalts beantragte als ausreichende Sühne 2 Monate Ge­fängnis und 100 Mk. Geldstrafe; jedoch ging das Ge­richt über den gestellten Antrag hinaus und verur­teilte den Angeklagten zu drei Monaten Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe.

Aus -em Kreise Fritzlar

Gudensberg. Diebereien. Nachdem eine Ruhe­pause eingesetzt hatte durch Inhaftierung einer be­rüchtigten Person, -wurde jetzt wieder die Ladenkasse sowie der Uhrenbestand eines Uhrengeschäfts erleich­tert. Dann haben Diebe ungefähr 15 Anzüge in einem Manufakturwarengeschäst gestohlen.

Fritzlar. Zum Schutze gegen Maul- und Klauen­seuche sind folgende Ortschaften als Sperrbezirke er­klärt worden: Kerstenhausen, Werkel, Ungedanken, Wabern und Zennern. Das Verladen von Klauen­vieh auf den Stationen Wabern und Zennern ist verboten worden. Erweiterte Beobachtungsgebiete sind: Maden, Gudensberg, Dorla, Obervorschütz, Gleichen, Lohne, Haddamar, Fritzlar, Obermöllrich, Udenborn, Uttershausen, Großenglis mtt Kalbsburg, Kleinenglis, Wenzigerode, Betzigerode, Zwesten, Nie­derurff, Schiffelborn, Strang, Elnrode, Schlierbach, Rothelmshausen und Cappel.

Aus -em Kreise Wihenhausen

Heffisch-Lichtenau. Das Auto auf dem Bürgersteig. Am Donnerstag fuhr ein auswärtiger Personenklein- kraftwagen in der Leipziger Straße bei der Zigarren­fabrik auf den Bürgersteig und gegen einen Baum. Zum Glück wurde auf der verkehrsreichen Straße niemand verletzt.

Im Kreis Schmalkalden, dem ärmsten Kreis des Regierungsbezirks, hat die wirt­schaftliche Not die Gesundheit der Bevölke­rung schon stark in Mitleidenschaft gezogen. Wir veröffentlichen hier den Bericht des Kreisarztes.

3m abgelaufenen Jahre 1931 erlebten wir hier im Kreise Schmalkalden einen geradezu katastrophalen Niedergang unserer beiden hauptsächlichen Jittmftrie- zweige, nämlich der Kleineiseninbusttie infolge der erhöhten Zollschranken der Abnahmeländer und der Zigarrenindustrie infolge der neuen Tabaksteuern. Die Zahl der Erwerbslosen stieg dadurch in einzelnen Ortschaften auf mehr als drei Viertel der arbeits­fähigen Bevölkerung an. Für den ganzen Kreis wuchs die Zahl der Wohlfahttserwerbslosen von 667 am L L 31 auf 1451 am 1. L 32.

Da die Landwirtschaft im Kreise gegenüber der Jn- dustriebevölkerung fast bedeutungslos ist (wir zählen hier nur rund 100 selbständige Landwirte), so ist es klar, daß Kaufkraft und Ernährung Not leidet.

Das drückt sich auch schon aus in dem

Rückgang des Konsums der hochwertigen (be­sonders eiweißhaltiger) Nahrungsmittel.

Die Schlatungen der Metzgereien sind um 84 Proz. gegen das Vorjahr juruagegangen. Ebenfalls be­richten die von mir befragten Milchbändler einen erheblichen Rückgang des Mtlchverkaufs.

Die Zahl der Familienangehörigen von Erwerbs­losen, denen ich wegen Unterernährung und Blut­armut eine Milchzulage auf kommunale Rechnung ver­ordnen mußte, hat sich gegen das Jahr 1930 fast ver­dreifacht. Auch drückt sich die gesunkene Kaustraft der Erwerbslosen in einem erheblichen Mangel an Klei­dung, Leib- und Bettwäsche aus. Die Besucher meinet

Treysa. Born Wirteverin wurde ein scharfes Pro­testschreiben an den Herrn Reichskanzler und Herrn Reichskommissar für Preisüberwachung abgesandt, in dem energischer Einspruch gegen die auf Kosten der Gastwirte erfolgte Bierpreissenkung erhoben wurde.

Aus -em Kreise Kirchhain

Allendorf. Die MEG. erwirbt Allendorfer Licht­anlage. Die Mitteldeutsche Elektrizitätsgesellschaft hat die elektrische Lichtanlage des Ortes übernom­men. Durch diesen Besitzwechsel ist eine Preiser­mäßigung des Stromes auf 20 Psg. pro Kilowattstunde erfolgt. Die Straßenbeleuchtung foll durch zehn neue Bogenlampen verbessert werden, und auch sonst sind noch verschiedene Neuerungen seitens der MEG. geplant, die Vorteile für Allendorf brin­gen werden.

Aus -em Kreise Marburg

Marburg. Ein Siitlichkeitsverbrecher verurteilt. Das Schöffengericht verurteilte einen Marburger Einwohner unter Zubilligung mildernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis. Der Mann hatte sich fortgesetzt an einem 14jährigen Mädchen vergangen.

Marburg. In den Ruhestand versetzt. Obetstu- Menbireltor Dr. Höll, der Direktor des Gymnasiums PhUippinum, wird auf Grund der letzten Notver­ordnung am 1. April in den Ruhestand treten.

Aus -em Kreise Herssel- ,

Hersfeld. Ein Sind läuft in ein Auto. Mittwoch nachmittag lief ein vierjähriger Knabe im Eifer des Spiels, ohne sich vorher umzusehen, über die Fahr­bahn der Breitenstraße und rannte direkt in ein Personenauw hinein. Das Kind erlitt erhebliche Verletzungen an den Beinen und am Kopf und wurde von dem Kraftwagensührer in das Krankenhaus ge­bracht. Wie einwandfrei feststeht, kifft den Auto­lenker keine Schuld.

Segensreiche JRote Kreuzarbeit

Arbeitssitzung der Vaterländischen Frauenvereine vom Roten Kreuz des Südbezirks in Fulda.

Am Dienswg fanden sich die Vaterländischen Frauenvereine vom Roten Kreuz des Südbezirks in Fulda zu einer Arbeitstagung zusammen. Nachdem die Vorsitzende des Zweigvereins Fulda, Frau Land­rat von ©agern, die Erschienenen begrüßt und die Vorsitzende des Bezirksverbandes Ziele und Leistun-

koinmunalärztlichen Sprechstunden in den Kreisorten machen hinsichtlich ihrer Bekleidung einen immer ab­gerisseneren Eindruck. Die Fälle mehren sich, wo Er- werbslosen-Familien

ihre Kinder wegen Mangels an Schuhen nicht zur Schule schicken,

oder das Fernhalten der Kinder vom Schulbesuch an- drohen, falls das Wohlfahrtsamt keine Schuhe liefern sollte.

Die Sauberkeit der ärmeren Bevölkerung geht deutlich zurück. Die Inanspruchnahme der öffentlichen Badeanstalten ist um mehr als die Hälfte zurückge­gangen.

Was den Ernährungszustand der Bevöl­kerung angeht, so ist ein deutlicher Rück­schritt sichtbar. Er findet seinen Ausdruck darin, daß der Piryentsatz der bei den Schüleruntersuchungen als schlecht ernährt" bezeichneten Kinder von 10 Prozent im Jahre 1930 auf 28,5 im Jahre 1931 gestiegen ist. Bei den älteren Leuten zeigt sich der vorzeitige Verfall der Körperkräsie in der zunehmenden Zahl der Invali­disierungen. Auch die Zahl der wegen nervöser Selben Erwerbsbeschränkten (Neurotiker) zeigt eine deutliche Zunahme.

Die Zahl der unter Kontrolle der Tuberkulose- Fürsorgestelle befindlichen Lungentuberkulosen stieg von 270 im Jahre 1930 auf 321 in Jahre 1931; die bet Todesfälle von 11 auf 20.

Die größere Anfälligkeit der Bevölkerung gegen Krankheiten im allgemeinen geht daraus hervor, daß die Zahl der erkrankten Krankenkassemnitglieder von 2,4 Prozent im Jahre 30 auf 4^ Prozent Ende 1931 angestiegen ist.

Es hieße die Wirkung des Berichts nur abschwächen, wenn man ihm etwas Knzufügen wollt«, , ,

Oer Gesundheitszustand in Schmalkalden

Erschütternder Bericht des Kreisarztes

gen der Vereine geschildert batte, sprach Fran Oberin Daniel von dem Mutterhaus Marburg (Deutsch­hausklinik) über Ausbildung und Verwendung von Vereinshtlsskräften (Vereinssamariterinnen, Nothel­ferinnen, Helserinneni im Vereins- und Hilfsdienst sowie über den Ausbildungsgang von Voll- und Hilfsschwestern des Roten Kreuzes. Sie führte im besonderen die Pflichtaufgabe unserer Zweigvereine aus, Hilfskräfte für die Unterstützung des amttichen Sanitätsdienstes auszubilden.

Frau Ida Braun, Vorsitzende des Zweigvereins Melsungen, berichtete zunächst über die Winterhilfe, die in Melsungen in gemeinschaftlicher Arbeit mtt den anderen Wohlfahrtsverbänden und tatkräftiger Unterstützung der Behörden erfolgreich durchgeführt wird, des weiteren von dem frischen Treiben im Kindergarten des Vereins sowie von seiner vor­bildlich durchgeführten Nachbarschaftshilfe, ferner von Lehrgängen (Hausttankenpflege und Kochkurse), die viel Anklang finden.

lieber Aufbau und Aufgaben der Jugendabteilun- gen vom Roten Kreuz sprach die Sachbearbeiterin Frau Architekt Mensching-Kassel. Sie legte die große Bedeutung dieses Zweiges der Vereinsarbeit für die Zukunft des Roten Kreuzes überzeugend dar.

Sodann folgte ein Bericht der Freifrau von der Tann, Vorsitzende des Zweigvereins Tann in der Rhön über die dort ausgeübte Gemeindekranken­pflege. Sie ist für 10 Gemeinden zusammengefaßt in dem Krankenhaus des Vereins, dem Berthaheim, der so für die Gegend von besonderer Bedeutung ist. Uebrigens ist mit dem Krankenhaus auch ein Erho­lungsheim verbunden, das bestens empfohlen wer­den kann. Aus dem Bericht ging hervor, wie außer­ordentlich schwierig es heute ist, unter den augenblick­lich schweren Zeitverhältnissen die Einrichtungen der vorbeugenden Fürsorge auftecht zu erhalten, die ge­rade in der jetzigen Notlage außerordentlich wertvoll sind. Ein FilmDie Arbeit der Vaterländischen Frauenvereine vom Roten Kreuz* beschloß nach an­regender Aussprache die Sitzung.

Aus -em Kresse Bie-enkopf

Biedenkopf. Der Druck der Schulden. Der Landrat wurde seitens der Wohlfahrtserwerbslosen gebeten, mit den anderen Spar- und Leihkassen des Kreises in Verhandlungen einzutreten, daß den vielen Hvpothe- kenschuldnern des Kreises die ähnlichen Erleichterun­gen, wie sie die Landesbank zugestanden hat, zugute kommen werden. Man weist darauf hin, daß im Falle der Bereitwilligkeit der anderen Banken viele Be­dürftige aus ihrer Zinsnot ettvas befreü werden würden.

Biedenkopf. Der Biedenkopfer Wirteverein pro­testiert. Der Wirteverein Biedenkopf und Umgebung faßte eine Entschließung, in der der Reichskanzler und der Preiskommissar ersucht werden, eine Aende- rung der durch Notverordnung verfügten Bierpreis­regelung vorzunehmen, andernfalls der Wirteverein entschlossen sei, sich mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln in die Abwehrfront zu stellen.

Biedenkopf. Gründung einer Kreisgruppe deS JunglandbundesNassau". Nunmehr wurde für den Kreis Biedenkopf eine Kreisgruppe des Jungland­bundesNassau" gegründet. Zum Führer im Kreis wurde der Jungbauer Nispel-Herzhausen bestimmt. Bei der Gründungsversammlung konnte man bereits einige Ortsgruppen aus der Taufe heben. Der Bund ist politisch neutral und soll nur kämpfen für einen gesunden Bauernstand.

Große Not in Wittgenstein

Die Gemeinden am Ende ihrer Finanzkrast.

In der letzten Zeit hat sich die Sage im Kreise leider nicht gebessert. Die Zahl der Krisen- und Wohlfahrtsunterstützungsempfänger ist weiter ge­stiegen. Die Lage der Gemeinden ist auf das äußer­ste zugespitzt. Verschiedene Gemeinden sind nicht mehr in der Sage, ihren Verpflichtungen nachzukom­men. Man trägt Sorge, wie die Gemeinden ihre Etats balancieren sollen. Auch bei der Industrie hat sich keine bessere Entwicklung bemerkbar gemacht, lediglich hat die Amalienhütte wieder 200 Mann be­schäftigt. Bei den Sägewerken ist die Sage trostloser denn je. Auch in der Forstwirtschaft hat sich keine Besserung bemerkbar gemacht. Die Landwirtschaft liegt hart am Boden, und ohne staafliche Hflfe wird es hier nicht besser werden können.

*

Laasphe. Im Wafferbaffin abgestürzt. In Eichen stürzte ein Klempnermeister in den Ventilraum des Wasserbassins ab. Der Mann ttug schwere Verlet­zungen davon und wurde dem Krankenhause einge­liefert.

RUMDFIJMR

Programm für Sonnabend, 27. Februar

Frankfurt

6.15: Wettermeldung Anschl.: Morgengymnastik

7.15: -Setterbertot

12.05: Von Berlin: Sondert

13.05: Van Köln: Mittags­konzert

1545: Stunde der Jugend: Mundbarmonikakavell« d. einklassigen Schute Erlen­bach im Odenwald

16.20: Nachmittagskonzert

16.55: Wirtschaftsmeldurryen

17.00: Nachmittagskonzert

18.30: Wirtschaftsmeldungen

18.40:Der Himmel im März Unser Abend­stern . Vortrag von Pro­fessor Edmund Stttig

19.00: Bon Wien: Haydn- Reliauien

19.45: Dichtergaleri« Ru­dolf Alexander Schröder Borgestellt durch Willy Haas

20.15; Bon Kassel: Bunter Abend

2324.00: Aus dem Hem­berger Casino: Tanzmusik der Kapelle Hasecke

Köuigswufterbauseu

14.00: Bon Berlin: Konzert

16.30: Nachmittagskonzert von Hamburg

17.00: Seelische Störungen und Zabnloikerung

17.50: Viertelstunde Funk» technik

18.05: Deutsch für Deutsche

18.25: Lesestunde. Goethe: Der ehrliche Liebhaber"

19.00: Aus dem Museum derGesellschaft der Mu- siksreunde". Wien: Hörbe­richt

19.48: Bom Sinn des Sei« bes". Vortrag

20.15: Von Frankfurt: Bunter Abend in Kassel

Danach bis 0.30: Bon Ber­lin: Aus dem Marmor­saal des Zoo: Ball des Zenttalverbaiches der An­gestellten

Laugeuberg

13.05: Mittagskouzert

17.00: Aus Düsseldorf: Bef« perkonzert

20.00: Aus Gelsenkirchen: Lustiger Abend

23.2024.00: Nachtmusik

34.00-1.00: Meister d. Ja, Wie«

17.00: Aus Overetteu

18.20:Das wachsende Haus" im Rahmen der Wiener Frühjahrsmesse

19.00: Besuch im Museum der Geiellichast der Mu- stkfreunde in Wien. An­läßlich des Haydn-Gedenk- labres. Ein HSrbericht

M; SSttF*

Abendprogramm der euroväische« Sender

Beromünster: 20.00: Sinforriekouzert.$> Buda­pest: 20.30: TonfilmübcrtragungDie Fledermaus". Daventry: 20.30: Qoercttenlieüer und Duette. 21.00: Bunter Abend. .22.40: Militarkonzert. <K> Kovenba- Je u: 20.00: Orcheiterkonzerr. 21.25: Saravbonsoli. 1.00: Mandolinen- und Chorkonzert. ^Mailand: 21.00: sinioniekonzert. 23.00: Tanz. o m: 21.00: Overu- uberlra^ung.^^^W ar schau: 20.15: Leichte Musik.

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