Erve 2 — 1. Beilage
Kasseler Neueste Nachrichten
Dienstag, 23. Februar 1932
zu durchgreifenden Entschlüssen durchzuringen, ist nur zu klar.
werde be-
für Vitt,
unter nor-
Ltm die Präsidentenwahl
Die Nationalsozialisten im Wahlkampf
Kundgebung in der Stadthalle
Brotkarte
Der Zusammenbruch vieler Betriebe dingt durch den
katastrophalen Rückgang der Preise und Viehprodukte,
Der Ausfall dieser Einnahmen, der
Der Magistrat wolle innerhalb drei Monate eine neue Wirtschaftserlaubnissteuer ausarbei-
Gerade in der gegenwärtigen Zeit muffe sich der Landmann mit beiden Beinen auf den Acker stellen können. Dr. S anhltz gab den Geschäftsbericht.
Oberlandwirtschaftsnat Dr. Tender referierte über Aufgaben und Einrichtungen der Kammer.
Entschließung
Oie überdrehte Steuerschraube
Eine trockene Debatte um ^feuchte^ Angelegenheiten im Rathaus
Erhöhung des Milchpreifes
in Gudensberg.
Das starke Anziehen der Butterpreise hat die Milchzufuhren derart stark zusammenschrumpfcn lasten, daß zur Sicherung der Milchversorgung eine Erhöhung des Milchpreises um 2 Reichspfennige nicht zu un,gehen war. Der Verkaufspreis beirügt somit ab Donnerstag, den 25. Februar, im Laden 22 Pfennige und frei Haus 24 Rcichspfennige.
Als Vertreter der Staatsregierung ergriff Vizepräsident Schunk das Wort und betonte, daß die Staatsregierung stets bestrebt sei, der bedrängten Landwirtschaft zu ^helfen, soweit es in ihren Kräften stehe. Diese Hilfe sei freilich gegenwärtig besonders erschwert.
Landeshauvtinann von Pappenheim überbrachte die Grüße der Landesverwaltung und führte aus. datz diese sich ganz bosonders mit der Landwirtschaft verbunden fühle. Sie werde bestrebt sein, gllc., Mögliche zu tun, um ihr Hilfe zu gewähren.
ritterlicher als im Jahr 1925 einige Koalitionspa»» teien gegen den Feldmarschall gekämpft hätte«. Wenn Hindenburg das Kabinett Brüning mit seiner Kandidatur zu erhalten gedenke, würden die Nationalsozialisten dasselbe zum Sturz zu bringen versuchen.
Zum Schluß ging Abg. Kube auf außenpolitische Fragen ein. Eine neue Gruppierung der europäischen Mächte bereite sich vor: rFankreich und die angelsächsischen Mächte kämen in größere Gegensätze, und damit ergebe sich für Deutschland die Möglichkeit, sich von Frankreich zu lösen. Die Weir solle in Zukunft Deutschland nicht mehr als Spielball der anderen Mächte sehen. Ehrverletzend fei die Haltung Litauens in der Memelfrage. Die deutsche Regierung solle jeden Litauer ausweisen, die Einfuhr aus diesem Lande sperren und wenn das nicht helfe, einfach cinmarschieren. Auch gegenüber Polen, welches das Deutschtum überall zurück» werfe, müsse endlich ein anderer schärferer Ton gesunden werden.
Stürmischer Beifall wurde dem Redner zutsil. Fm blauen Saale der Stadlhalle erklärte Aba. Kube u. a. noch: Nach der Preußenwahl welche der Staat anders aussehen, werde es ein deutscher Ordnungsstaat und ein Volk mit einem Gott und ein Vaterland sein. Auch hier fand der Redner stärksten Beifall. Mil dem Absingen des Deutschlandliedes und des Horst-Weffelliedes endete die Kundgebung mit einem Schlußwort von -Herrn Weinrich. Im großen Saal wurde die Veranstaltung durch Musil- vorträge der Kapelle Schröder umrahmt. Der Abmarsch der Masten vollzog sich in aller Ruhe und -Orrmuna.
Schuh dem Nährstand!
32. Vollversammlung der Lanöwirischastskammer für -en Reg.-Bezirk Kassel
Bei der Wahl werde im Wahlkreis Hessen-Rossau General Litzmanu als Spitzenkandidat anfgestellt werden.
Man werde im dritten Reiche die Rechte der Beamten Nicht nur schützen, sondern noch verstärken. Ein unabhängiges, geschultes und treues Beruss- beamtentum solle diesem Staate dienen. Die große Verschiedenheit in der Besoldung gebe dann Anlaß, einige Aenderungen vorzunehmen, besonders bei den oberen Stellen einige Aenderungen vorzunehmen, bosonders bei den oberen Stellen, wo eine große SParsamkÄt notwendig sein werde. Im neuen Preußen werden nur an solche Religionsgesellschaften Steuergelder zur Verteilung kommen, die auf christlicher Grundlage aufgebaut sind, denn dieser Staat werde ein christlicher Staat sein. An deutschen Universitäten werde man eine gründliche Reform in geistiger und wirtschaftlicher Hinsicht vornehmen müssen. Mancher Lehrstuhl werde dabei kassiert werden, den sich ein armes Volk nicht leisten dürfe. Auf dem Gebiete der Justiz forderte der Redner eine Reform in materieller und personeller Hinsicht.
Nach dem Siege der Bewegung bei der Preußenwahl werde der Weg über Preußen zur Macht im Reiche gehen. Vor dem Zentrum warnte der Redner. Diese Partei werde nicht erleben, daß Hitler auf seine Geschenke hereinsalle, denn man könne weiter warten wie bisher.
Hinsichtlich der Reichspräsidentenwahl betonte Kube, daß der Kandidat in den nächsten Tagen genannt werden könne.
Gegen Hindenburg werde ein ritterlicher Kampf geführt werden.
Gl. So friedlich es gestern nach langer Zeit wieder einmal im Stadtverordnetenfitzungssaal zugina, so sorgenvoll ist der Magistrat angesichts der bevorstehenden schweren Geburt eines schwächlichen Knäbleins, des nächsten Etats. Wan» er geboren wird, das wissen die Götter. Das, was ein Etat sein soll, nämlich eine hübsch ausbalancierte Gegenüberstellung von Ausgabe und Einnahme, kann et in diesem Jahre
fang mit dieser oder jener Partei ein Zusammengehen möglich sein. Den Kurs werde dabei Wolf Hitler deAmrnen.
len, in der Neukonzessionen höher festgesetzt und bei jedem Betriest der innerhalb zwei Jahren dreimal die Konzesgon beantragt, diese versagt
Der Kriegerbund Kurhessen-Waldeck gegen de« Aufruf des KysfhSuserbundes
Der Kriegerbund Kurhessen-Waldeck rm Reichskrie- gerbund Kyffhäuser teilt mit: „Trotz der hohen Verehrung die wir alten Soldaten unserem Feldmarschall
die die K. 91. R. gestern im einzelnen schilderte» und fordert Fortfall der Sonderbestimmung für sogenannte ,^Jnflationskäuft", die ohnehin unter den höchsten Steuersatz zu fallen pflegten. — Den Kommunisten, die wie dre anderen Fraktionen zustimmen, ist in diesem Falle der Herr Finanzdezernent noch viel zu zahm.
Stadtv. Döhne (Dnat.) bezweifelt, daß bei der augenblicklichen Lage auf dem Grundstücksmarkt überhaupt Gewinne erzielt werden können. Stadw. Schneider (Wirtsch.-Pt.) schließt sich dem an. So kurbele man die Wirtschaft nicht an.
Die Abstimmung, während der noch einzelne Stadtverordnete „hereinströmen", hat, zumal eine Minderheit der Deutschnationalen sich abtrennt, ein unsicheres Ergebnis. Nach einer hübschen Geschäftsordnungsdebatte wird sie wiederholt und ergibt Ablehnung des Antrags der Mitte und Annahme der Magistrats Vorlage, als die NSDAP, mit der Mitte stimmt, quittiert die Mitte mit Halloh.
Bei Beratung der
Getränkepeuer
fordert Stadw. Peters (Soz.) ihre Nicht-Weitererhebung, zumal das Reich jetzt die besondere Notlage des betreffenden Gewerbes durch Senkung der Mer- steuer anerkannt habe. Gerade Kaffel sei genötigt, das Fremdengewerbe zu entlasten, zumal das ohnehin nur auf 270 000 Mark im Vorjahr geschätzte Ergebnis kaum 190000 Mark erbracht habe.
Stadtv. W a r l i ch (Mitte) erwartet zwar den Einspruch des Finanzdezernenten, aber das Lied der Staatssubventionen kenne man allmählich; die Luxusbäder bekämen ja auch Hilfsgelder, ohne diese Steuer eingeführt zu haben. Beseitigt müsse vor allem die Besteuerung der alkoholfreien Getränke werden, deren Verbrauch sogar mit allen Mitteln gefördert werden müsse.
Stadtv. Waldschmidt (Dnat.) ist gegen Weitererhebung der Steuer, ebenso Stadw. Weinrich (Natsoz.).
Stadw. Grenzebach (Mitte) wundert sich über die Einstimmigkeit des Magistrats f ü r diese Steuer.
Die Vorlage wird einstimmig abgelehnt, ebenso ein SPD. Antrag angenommen, der "den Magistrat ersucht, seinen Beschluß zu ändern.
Aufs Tapet kommt daun die
Wirtschaftserlmibnissteuer.
Stadw. Warlich (Mitte) fragt, ob diese Steuer sich überhaupt lohnt. Schärfere Behandlungen der Neukonzessionen seien unbedingt notwendig, besonders bei kurzfristig mehrfachem Wechsel.
Stadw. Waldschmidt (Dnat.) stimmt zu, Stadw. Grenzebach (Mitte) ist dagegen. Bei wirklichen Neukonzessionen sei er dafür zu haben; aber Gastwirte, die Pech hätten, müßten die Steuer immer wieder zahlen. Er fordert wie Herr Warlich eine Neubearbeitung der Vorlage, die dann mehr erbringen werde. Jetzt müsse man andauernd mit fruchtlosen Pfändungen rechnen. Stadw. Gabel (Kommunist) begeistert pch für die Gewerbefreiheit und lehnt eine Konzessionssteuer für ein Einzelgewerbe ab, die heute doch nur „auf Stottern bei Ge- ähr gänzlichen Verstummens" eingehe. Stadw. Dölme (Dnat.) bezeichnet die Steuer als besonders unsozial, da sie immer auf die schwächsten Schultern gelegt werde. Frau Lüpnitz und Herr Adelung fordern des Gemeindebestimmungsrecht. Herr Adelung sieht im Alkohol einen Feind des Arbeiterfortschritts. Er bedauert, daß das Gastgewerbe hauptsächlich auf dem Alkohotkonsum beruhe, der dem Arbeiter das klare Denken rauben solle. Bis zum Gemeindebestimmungsrecht sei er für die Steuer.
Tic Vorlage wird mit der Linken und dem Großteil der Mitte angenommen. Angenommen wird ohne Widerspruch folgender Antrag der Mitte:
nicht sein. Immer wieher mußte» wir warnen vor der berüchtigten Methode der Regierung, unliebsame Lasten auf die Gemeinden abzuwälzen, ohne sich darum zu kümmern, ob sie sie auch ertragen können. Infolgedessen ist es beinahe gleichgültig, wie der Etat 1932/33 aussieht; die Ausgabenseite hat außer der Flut der zwangsläufigen Posten keinen Raum für Extravaganzen, und die Einnahmeseite ist angesichts einer hervorragenden Wirtschaftspolitik, die die kleinen und mittleren Einkommen nun glüalich fast restlos zerschlagen hat, ein einziges Fragezeichen.
Ob aber das Reich angesichts der innerpolitischen Schwierigkeiten tatsächlich den Mut finde» wird — wie die Städte hoffen, innerhalb des nächsten Monats —, an Stelle der unseligen Dreiheit der Arbeitslosenunterstützung der „Krise" und der „Wohlfahrt" eine einheitliche Reichsfürsorge unter Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Unterstützung und seines Er-
Die Lage der Städte beginnt ganz verzweifelt derjenigen vor mehr als hundert Jahre», der nach den napoleonischen und Befteiungskriegen zu gleichen, an deren Lasten sie fast ein Jahrhundert lang zu schleppen hatten. Es ist eine eitle Hoffnung, daß z. B. dft Stadt Kassel selbst bei einer Abwälzung der Wohlfahrtslasten auf das Reich in absehbarer Zeit in der Lage wäre, ihre Defizite aus den Vorjahren und die neuen Steuerschulden abzudecken. Man wird im Rathaus
froh sein dürfe», wenn etwa die Hälfte der ftühe- ten Steuereingänge in diesem Jahr entbrannt
Bei vielen Steuern, wie bei der Gewerbesteuer, steht es noch trüber aus.
Kan» es da Wunder nehmen, wen» die Stadt nach wie vor genötigt ist, aus de» an sich, gut arbeitenden Städtischen Werken herauszupressen, was sich eben herauspressen läßt? Der von den Zentralstellen fast leichtfertig versprochene Preisabbau auf allen Gebiete» in Höhe des Lohnabbaues, scheitert eben hier daran, daß mast den Städten keinen Weg zeigen konnte und wollte, wie sie die Vorbelastung des Werksetats durch ihre Wohlfahrtslaften vermeiden könnten.
lieber den Ernst der Lage hinweg kann uns daher auch das erfreuliche Bild nicht ttösten, daß die städtische Sparkasse nach lleberwindung der schleichenden Krise — im Gegensatz zu mancher anderen Sparkasse — heute bietet. Bereits seit einigen Monaten überwiegen die Einzahlungen wieder die Auszahlungen, wenn auch die von Juli bis Oktober notwendig gewordene Heranziehung ftemder Gelder sich in einer erheblichen Zinsbelastung unangenehm bemerkbar machte. Das so heftig umstrittene neue Sparta ssengebäude in der Wolfsschlucht steht übrigens mit einem Gewinn zu Buch, der sich aus der guten Vermietung vor allem an die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft ergibt. Diese übernimmt am Quartalsschluss auch die Räume der städtischen Wohnungsfürsorge für die man wieder im Rathaus Platz geschaffen hat. Der Zuzug von vierzig Beamten der Berufsgenossenschaft sei als ein kleines Attivum für Kassel begrüßt
So leicht wie der Herr Sparkassendirektor mit seiner Gewinn- und Verluftrechnung, hat es der Finanzdezernent nicht. Zwar wird er in den Kommissionen seitens der sich langsam auch auf Fatalismus umstellenden Stadtväter für seinen Rotstift nur schwachen Widerstand finden, denn was nützen die schönsten Posten, die im Etat stehen, wenn sie „mangels Masse" doch nicht zur Auszahlung komme».,.
bs. Die beiden Säle der Stadthalle reichten kaum noch ans, um die Menschenmassen zu fassen, die dem Rufe der Nationalsozialistischen Partei zu der ersten Wahlkundgebung gefolgt waren. Nach kurzen Begrüßungsworten von Gauvorsitzenden Weinrich nahm
Abg. Kube,
der Vorsitzende der Landtagssraktion das Wort. Er ging in feiner Rede von der Bedeutung der bevorstehenden Wahlkämpfe aus. Das Jahre-1932 werde das Jahr der Entscheidung im Sinne des Nationalsozialismus sein, ein Jahr der Entscheidung nicht über Koalitionen, sondern überdasSystem In scharfer Auseinandersetzung mit der Sozialdemokratie, warnte der Redner diese davor, den Frieden in Deutschland durch das Gerede von Bürgerkrieg zu gefährden. Die Nationalsozialisten wollten aus legalem Wege zur Macht gelangen und dächten nicht daran, sich durch Provokationen zu Handlungen hinreißen zu lassen, die Ordnung und Sicherheit zur Gesährdung bringen können. Der Anspruch der Sozialdemokratie, für immer die Macht im Staate zu besitzen, werde bei der kommenden Wahl vom deutschen Volke abgelehnt werden. Diese Partei habe 1918 die Monarchie gewaltsam gestürzt und in der Verfassung versprochen, an die Stelle der Reaktion den freien Volksstaat zu setzen. Jedoch hätte damals nicht das Volk, sondern die Gewerkschaftsführer auf der ganzen Linie gesiegt. Heute verlange endlich das Volk einen Sieg, aber auf legalem Wege, und es werde dabei alle Koalitionen aus dem Wege räumen. Es sei als Widerspruch zu bezeichnen, wenn in einem freien Volksstaat jede Gesinnungsfreiheit untergraben werde.
Auf die Einstellung der Beamtenschaft zum heutigen Staate eingehend, betonte Abg. Kube, daß die Beamtenschaft nicht einer Partei, sondern dem Staate den Eid geleistet habe, und wem dieser Staat gehöre, werde von dem Volke bestimmt. Die SPD habe 13 Jahre die Politik in diesem Staate beherrscht. In dem heute zusammentretenden Reichstag sollte sie endlich erwirken, daß die Nowerord- nungen und andere gesetzliche Bestimmilngen, welche die Gesinnungsfreiheit beschränken, beseitigt werden.
Trotz aller Notverdnungen werde d ic Not von Tag zu Tag größer. Dem Arbeiter und Bauern müsse endlich Hilse gewährt werden. Tas Volk wolle Taten sehen, und diese Taten könne nur die neue nationalsozialistische Bewegung verrichten. Was die Schutzpolizei angehe, so sei in der Verfassung keine Bestimmung enthalten, welche verbiete, daß der Beamte Nationalsozialist fein dürft. Wenn aber in Thüringen und Braunschweig diese Verfassung zulasse, daß ein Nationalsozialist Minister werde, so sei es recht und billig, zu fordern, daß er auch zum Oberwachtmeister ernannt werden könne.
Der Redner ging dann auf kulturelle Fragen ein und sagte dazu u. a.: Der Staat und seine Kulturstätten dürsten nicht zur Futterkrippe einer Partei gemacht werden, sondern er solle eine Organisation fein für Freiheit, Arbeit und Kultur.
Auf den kommenden Wahlkampf eingehend, er- fiörte Rübe, daß der Nattonalsozialismns feine Millionen zur Wahlurne ruft, um nach der Wahl die Macht im Staate ergreifen zü können. Es gehe nicht um Koalitionen. Trotzdem werde im An-
i$ur Folge haben können.
• Damit rückt die Gefahr einer Zwang sbewittschas- i tng wieder sehr nahe. Der deutsche Konsument u.üffe immer mehr
deutsche Waren bevorzugen
und darf nicht verlangen, daß er das Brot billiger kauft, als es der deutsche Bauer erzeugen kann. Die Ernährung des deutschen Volkes ist damit wieder zu einem schicksalsschweren Problem geworden.
Dft Siedlungsfrage behandelnd forderte v. Keudel die Rentabilität einer folchen Siedlerstelle, damit der bedrohte deutfche Osten mit einem tüchtigen Bauernstand einen lebendigen Wall gegen das Slaven tum setzen könne. Damit werde das ganze Volk gerettet und es ebne
den Weg zur Wiedererlanguna deittscher Freiheit und nationaler Wiedergeburt.
wird.
Der Rest der Tagesordnung wurde abgesetzt.
„Mangels Maste"
Drosselung der Einfuhr.
Wenn nichts gsschehe, von feite« der Regierung, die Preise zu halft», so werde auch gefährdet, was durch Notverordnungen erreicht worden ist.
Wenn der Landwirt nicht in die Lage gebracht werde, seinen Kunstdünger mit eigenem Gelbe zu bezahlen, so müsse man die nächste Ernte als gefährdet bezeichnen. Eine Verknappung des Brot- aetteides werde
im Winter 1933 vielleicht die Einführung der
Aus einer vom Herrn Minister veranlaßten Erhebung über die an den Laudwittschaftsschulen noch nicht endgültig angestellten Landwirtschastslehrer mutz entnommen werden, daß eine
wesentliche Herabsetzung der Staatsbeihilfen zu de» Landwirtschastsschulen
für die Zukunft ht Erwägung gezogen wird. Die Landwirtschaftskammer Kaffel erklärt, daß sie eine derartige Maßnahme, dft naturgemäß zu einem Abbau von Lehrkräften der Landwirtschaftsschulen führen müßte, auf das tftffte bedauern würde, da dieser Schritt eine
Lahmlegung der Tätigkeit der Landwittschafts- kammer
aus den verschiedensten Gebieten zur Folge haben würde. Sollte aber trotz dieser großen Bedenken eine Kürzung der Staatsbsihilftn nicht umgangen werden können, so bittet die Vollversammlung, hierbei nicht so zu verfahren, daß an allen Schulen, deren Schülerzahl unter 45 liegt, die zweiten Fachlehrerstellen gestrichen werden. Bei dem starken I Ueberwiegen des kleinbäuerlichen Besitzes in den I
l>s. In einer Zeit, in der die Landwirtschaft schwer um ihre Existenz zu ringen hat und die Not, ihre Wellen bis an das letzte Gehöft draußen im Lande, — ganz besonders in Hesftn-IAgsdeck schlägt, gewinnt die Tagung der Landwirtschaftskammer ganz besondere Bedeutung.
Vierzig gewählte Führer als Vertreter von 13 Kreisen des Regierungsbezirkes Kassel konnten von dem Kammerpräsidenten
Or. v. Keudell
in herzlichen Worten begrüßt werden, der in feiner Eröffnungsrede davon ausging, daß die Kammer noch nie in solch ernster unsicherer Zeit wie der heutigen, zusammengetreten sei, auch in außenpolitischer Hinsicht, da im Osten die Kriegsfackel auftodere und sich Litauen erdreiste, das deutsche Volk herauszu- sövdern.
Eine Wirtschaftskrise habe die meisten Staaten her Welt in Erschütterung^ gebracht, dft in Deutschland bereits 6% Millionen Menschen ans dem Arbeitsprozeß geworfen habe.
Das Landvolk, der deutsche Nährstand fei in großer Not und eine Verzweiflungsstimmung erfasse die Mcnfchen. Es fei überflüssig, diese Rot In Hessen- Waldeck noch durch Zahftn beweisen zu wollen, da sie von allen maßgebenden Stellen anerkannt werde. Utnählige arme Gebirasbauern in den südlichen Kreisen kämpfen schwer um ihr Dasein. Vielerorts werden Klagen laut über Mangel an Brotgetreide und es bleibe bedauerlich, daß es trotz aller Arbeit von Kammer und Regftrung nicht möglich war, für besondere Notgebiete Staatsbeihilfen zu erlangen.
und Ehrenpräsidenten zollen, vermag sich der Kriegerbund Kurh.-Waldeck dem Aufruf des Präsidenten oes Kyffhäuserbundes nicht anzuschließen. Als polittsch neutraler Bund vettritt er vielmehr den Standpunkt, ____,____iT.___, __________ ______ _ daß es bei der zur parteipolitischen Angelegenheit ae- satzes durch das Bedürftigkeitsprinzip einzuführen, 1 wordene» Reichspräfidentenwahl jedem nationalen möchten wir heute noch nicht als bare Münze »eh- I Kameraden überlassen bleiben muss, nach bestem men. Daß allerdings es allerhöchste Zeit wäre, sich J Wissen und Gewisse» zu stimmen.
malen Verhältnissen schon schwer tragbar, Wirke sich heute infolge immer höher werdender Steuerabgaben geradezu katastrophal aus, besonders bei den Betrieben, die in den letzten Jahren durch besondere Pflege ihrer Viehzucht und Grünlandeinrichtungen größere Aufwendungen gehabt haben.
Auf Zollfragen eingehend, betonte er, daß man der Reichsregierung den Vorwurf nicht ersparen könne, bei der
Erhöhung der Butterzölle zu spät
gehandelt zu haben. Eine Hilft beizeiten hätte bei den Landwirten auch sine andere seelische Einwirkung gezoittgt, indem man den guten Willen habe seststellen können.
Die einzige Möglichkeit, der Landwirtschaft zu helfen, bestehe nur in der Erhöhung der Zölle
und besonders der Getreidezölle, da der Getreidebau der wirtschaftliche Rückhalt jedes Landwirtes be- dcute. Auch dem deutschen Waldbesitz müsse durch
erhöhft Holzzölle
Hilfe gewährt werden. Sogar der Staat mache ja bei seiner Holzwirtschaft Millionen-Defizite. Die geringe Erhöhung der Zölle auf Hartholz bedeute keine wesentliche Hilse.
Dft niedrigen Zollschranken ruinieren auch immer mehr Gärtner, Obstzüchter und Geflügelfarmer. Dieser langsame Zusammenbruch der Landwirtschaft wirke sich bereits angesichts auch des Rückgangs der Exporttndustrft verheerend aus, da das Ausland feine Zollmauern immer höher an (richte.
Immer mehr zeige sich, datz
Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe auseinander angewiesen
und sich wechselseitig bedinge» in der Abhängigkeit von der Kauflraft der werktätigen Bevölkerung. In Jndustriekrsisen werde endlich die Bedeutung des Binnemnarktes immer klarer erkannt. Der deutsche Binnenmarkt werde immer mehr als die Grundlage der Wirtschaft angesehen und dft Landwirtschaft erstrebe ebenfalls mit allen Mitteln, den deutschen Bedarf an Lebensmitteln in Bezug auf Qualität und Quantität zu decken. Man erwarte endlich von der Regierung, daß sft sich diese Gedanken zum Leitstern ihrer Ernährungspolitik machen werde, um
dft Selbsternährung des deutschen Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen.
Bemerkenswert war die Forderung,
der Weg der Notverordnungen muffe weiierge-
I gangen werden,
da sie tn mancher Hinsicht einige Erleichterungen berbeigeführt haben. Grundforderung ber Landwirtschaft bleibe jedoch die
westlichen Provinzen ist es natürlich sehr viel schwieriger, eine angenteffene Schülerzahl zu erreichen, als in den Gebieten, in denen der mittel- und großbäuerliche Besitz stärker vertreten ist.
Die Maßnahme würde also die Gegenden mit kleinbäuerlicher Bevölkerung gegenüber den übrigen Bezirken benachteiligen, was um so mehr vermieden werden muß. als gerade die kleinbäuerlichen Besitzer der zftlehrung und Beratung am meisten be- bürfen.
Nach den Zuwahlen zur Landwirtschaftskammer wurde Kammerherr von Keudell zum Vorsitzenden wiedergewählt. Kammerherr v. Keudell dankte und versprach, seine ganze Kraft auch fernerhin der kurhessischen Landwir^chast zu widmen. Stellver- bertreter wurde wieder Herr N ä g e l-Crumbach. Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren Görg, Hartwig, Justi, Vetter, Schmidt, Ursprung und Petri
Sitzungsbericht
Zu Beginn der Sitzung wurde der Stadtverord- netc Moog (NSDAP.) eingeführt.
Stadw. Faber verttitt die
Wettzuwachssteuer-Vorlage,