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Das R. 1. R. 235 be­reut den Heldenfried­hof von Poelkapelle

KIWI.

Der Soldatenfriedhof von Cheppy

Die Bilder dieser Seite sind der Aus­stellung im Kasseler Rathaus ent­nommen

Das Grauen wohnt auch auf jenen Bildern, die den Zustand der Grabstätten vor der Betreuung durch Deutsche zeigen. Es war, wie diese Bilder zeigen, eine ungeheure, heute noch nicht vollendete, Arbeit zu leisten. Leuchtende Karten zei­gen die Friedhöfe in allen ehemaligen Kampfgebieten an Stein- und Holz­muster ergänzen die Photographien, die zum Teil in metergroßen Vergrößerun­gen ausgesiihrr sind und den unterschied­lichen Charakter der Anlagen aufweisen. Wie ganz anders mutet eNva der stille Winkel in einer Kirchenruine des Sie- benbürgener Landes an, als jene baum­bestandene Höhe in Litauens Fluren oder der FriedhofBärenstall", dessen

Ein eindrucksvoller Blick auf den kurhes­sischen Patenfriedhof

Roulers

schwere steinerne Eckpfeiler in tausend Meter Höhe in den Vogesen einer Burg gleich Wacht halten. Sinnfällige Beispiele erläutern die Arbeit des Volksbundes, üolzgeschnitzte Modelle, Zeichnungen und Photographien ermöglichen einen Ver­gleich zwischen dem alten Zustand, den bisher ausgeführten Arbeiten und dem Endbild des umzugestaltenden Fried­hofes. Eine Unsumme von schöpferischer Arbeit liegt in diesen Dokumenten, unter denen die Bilder der kasseler Patenfried­höfe eine beachtliche Stelle cinnehmcn.

Aber noch ist mit dem bisher Ge­leisteten die Arbeit des Volksbundes nicht erschöpft zwei Millionen Deut­sche fielen im Weltkrieg, und nur der zehnte Teil konnte in Heimaterde be­stattet werden. In Frankreich allein sind es noch 121 Friedhöfe mit zweihundert­undsiebzigtausend Gräbern, denen es an Betreuung fehlt. Der Volksbund wendet sich deshalb mit seinen Aufrufen an alle, ohne Unterschied von Partei, Konfession oder Stand, mit der Bitte, durch die Uebernahme von Patenschaften über deutsche Kriegsgräber den Toten eine letzte Ehrenpflicht zu erfüllen. Diese Patenpflicht- besteht darin, daß der Pate seinen Friedhof überwacht und die Mittel für seine Ausgestaltung und Pflege aufbringt. Behörden, Körper­schaften, Vereine, Truppenteile, Schulen und auch Einzelpersonen können, sofern sie der gestellten Aufgabe gewachsen sind, eine Patenschaft übernehmen. Es kommt nicht darauf an, die Kriegergräber nur instandzusetzen, sondern sie im Laufender Zeit so auszubauen, daß sie für alle Zei­ten als Erinnerungsstätten erhalten blei­ben. Noch zu vielen Generationen soll das Kriegergrab sprechen und die Erin­nerung wachhalten an die Opfer, die der Heimat gebracht wurden.

In deut Bewußtseitt seiner Verant­wortung und der Bedeutung seiner Auf­gaben wird der Volksbund nicht rasten und ruhen, bis jedes deutsche Krieger­grab, wo es auch liegen mag, Zeugnis ablegt von deutschem Wesen und deut- Icher Treue, und bis der Volkstrauertag als das im Herzen unseres Volkes er­richtete Ehrenmal der festeste Grund­pfeiler unserer Einigung geworden ist, int Geist und Willen derer, die uns gc- nommen sind, um durch ihr Vorbild Führer zu sein in die deutsche Zukunft.

In Roulers ragen die Kreuze des Patenfriedhofs des Bezirks-Verbandes Kurhessen

Kreme im Offen Kreuze im Westen... Bon nuferem Bolle die

Merdeffen

Ruhen in fremdem Land

Ein stiller Winkel in einer Kirchenruine in Kerz (Siebenbürgen;

«Kein Volk hat besseren Grund als wir, das Andenken seiner hart kämpfenden Väter in Ehren zu hal­ten, und kein Volk, leider, erinnert sich so selten, durch wieviel Blut und Tränen, durch wieviel Schweiß des Hirnes und der Hände ihm der Segen seiner Einigttng geschaffen wurde." (Treitschke.)

Hat Treitschke nicht recht mit seiner Klage, die auch am diesjährigen Volks­

einander politischer Gegensätzlichkeiten erfüllt, herrscht beute feierliche Stille. Die hohen weißen Kreuze, das Zeichen des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge, leuchten aus der Tiefe des Wandelganqs. Dunkles Grün säumt die prunkvollen Säulen. Zwischen ihnen zieht eine selt­same Kette: Kreuze ragen auf den Bil­dern da vor uns in unfaßbarer Zahl. Nüchterne Photographien sind es, aus allen Ländern, in denen Deutsche den Heldentod erlitten und ein Grab fern der Heimat fanden, zusammengeholt von Ost bis West. Friedhöfe im

die Arbeit des Mksbmdes für Kkiegsgräbersürsorge / Würdige Seiet des Bolkstrauerlages durch eine Kriegsgräber-Aussiellmg im Rathaus

fremden Land, di« dem langsamen Verfall geweiht gewesen wären, wenn nicht des Volksbundes für Kriegsgrä­berfürsorge und seiner Paten hilfreiche Hand rechtzeitig zugegriffen hätte. Zwölf Jahre unermüdlicher Arbeit verkörpern diese Bilder und Modelle einer großen Reihe von deutschen Soldatenfriedhösen Erschütternde Dokumente der Opfer des Weltkrieges sind sie: Bilder sind bannt ter, wie etwa das des Riesenfriedhofes von Maistemh in Frankreich, bei deren Anblick das Herz stille steht und das Grauen auskommt vor dem schwarzen Wald der Kreuze, die in unendlichen Reihen sich bis in den Himmel hinein fortzupflanzen scheinen. Kriegerfriedhöfe in Frattkreich und Belgien sie sind in der erschreckenden Ueberzabl. Jenes Grab ist darunter, in dem zweiundzwanzigtau­send Feldgraue, der Zahl nach ein gan res Armeekorps, beigesetzt wurden . . .

trauertag wieder zur Anklage wird für das deutsche Volk im Hinblick aus seine parteiliche Zerrissenheit, seinen Bruder­zwist und die Uneinigkeit, mit der es selbst vor der Feier des Volkstrauertages nicht halt macht?

Nicht nur zum Gedächtnis der Ge­fallenen begehen wir alljährlich den Vollstrauertag. Er soll uns darüber hinaus auch ein Tag ernster Besinnlich keit um die ideellen Güter unseres Volkstums fein, die im Materialismus der Zeit erkrankte deutsche Seele allmäb lich wieder genesen zu lassen und so den kommenden Geschlechtern den Boden be­reiten, der zu neuem Aufstieg führt. So verstanden, wird uns der Volkstrauertag nicht nur zu einem Trauertag des in der Vergangenheit Verlorenen, sondern auch zu einem Tage der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Je mehr unser Volk sich an diesem Tage über alle konfessionellen, parteilichen und politischen Gegensätzlich keilen hinweg an den Gräbern der zur Einigkeit mahnenden Toten die Hände reichen kann, umsomebr wird dieser Ge­denktag auch in nationaler Beziehung dem deutschen Volke zum Segen werden Mögen Totensonntag und Allerseelen in den trüben Tagen spätherbstlicher Stirn mung mehr an die Vergänglichkeit alle-. Irdischen gemahnen, so soll J)er Volks trauertag im Frühling des Jahres im mer wieder auf den endlichen Lieg de- Lebens verweisen und mehr und meh das Wort zu tröstlicher Gewißheit wer den lassen:Deine Toten leben . . ."

Im großen Warrdelganq des kasseler

Kathauses, den so oft daS Durch-