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Vertreter: Hans Glinicke

Kaiserplatz 29 Kassel Telephon 34825

Kasseler Neueste Nachrichten

Wonnavend, 6./Svnntag, 7. Februar 1932

eeite 3 1 FefTag*

Aus -em Kreise Biedenkopf

Biedenkopf. Verhandlungen wegen Stromvreis- senkung. Seitens der Elerln;ilüts-Mnenqese!Is<daft Mitteldeutschland wurde der Stabt Biedenkopf ein Nachlaß für den an die Stadt )u lte'ernven Strom der Leistungs- und Arbeiisaebühren in Hob. von 3 Prozent ab 1. Januar gegeben. Die Gesellickaft hat aber an diese Preissenkung die Bedingung geknüpft, daß die Stadt den Strom an die Verbraucher um den gleich hohen Prozentsatz zu senken hat. Bei 3 Prozent Ermäßigung wird den Stromabnehmern allerdings recht wenig gcholsen sein, andererseits ist,die stossen- lage bei Stabt dermaßen angespannt, daß es schwer halten wird, eine erhebliche Senkung vorzunehmen. Di« Stadtverordnetenversammlung wird wohl in Kürze zu beschließen haben.

Biedenkopf. Der Neubau des Behördenhauses in der Hospitalstratze (Kreiskasse und Katasteramt) wird demnächst weiter fortschreilen Das Haus wird wohl in diesem Jahre vollendet werden.

Biedenkopf. Im Univerfitätsbund sprach Professor Dr. Hamann-Marburg über das ThemaZweck uüd Ausdruck in der neusachlichen Baukunst.-

Biedenkopf. In einer gemeinsamen Tagung der Lehrer und Landjäger sprach Oberregierungsrai Dr. Liese aus Wiesbaden über das ThemaNeuzeitlicher Zeichenunterricht an der Volksschule.- Nachmittags referierten Landjäger-Oberleutnant Carstens und Schulrat Tilgner-Biedenkopf über Fragen der Ver­kehrserziehung.

Gönnern, Kreis Biedenkopf. Die Wegwärter nah­men Stellung zu den beabsichtigten Schmälerungen des Bezirksverbandes an dem Etat der Wegebauver­waltung. Die Mittel sollen in diesem Jahre von 1,9 Millionen Mark auf nur 100 000 RM. herabgesetzt werden. Durch eine derartige Maßnahme würden etwa ein Drittel aller Arbeiter zur Ent­lassung kommen. Man will noch weitere Ver­sammlungen stattfinden lassen und dann dem Kom­munallandtag Vorschläge unterbreiten, damit Härten vermieden werden.

Hirzenhain. Glück ab! Auf den Höhen wurde in der letzten Zeit wieder eifrig dem Segelflugipott ge­huldigt. Im ganzen wurden drei A= und sieben L- Prüfungen geflogen.

Beim Fußballspiel löblich verletzt

Ein junger Mann aus Diedorf.

Auf tragische Weise ist der 25jährige Sattler Al­bert Staufenbiel in Diedorf ums Leben gekom­men. Boi einem Fußballspiol war er gestürzt und hatte innere Verletzungen davongetragen. Er würfle in das Krankenhaus gebracht und operiert, doch konn­te ihn ärztliche Kunst nicht am Leben erhalten.

Aus dem Kreise Wittgenstein

Laasphe. Siedlungen im Kreis Wittgenstein? Durch eine Anregung bedingt, werden sich in Küche die maßgebenden Stellen mit der Frage der Anlage von Siedlungen befassen. Es handelt sich um einen Geländestreifen in Größe von etwa 400 Morgen, der zwischen Laasphe und Hesselbach liegt und der sürst- lichen Verwaltung gehört. Sollte sich der Plan ver­wirklichen lassen, dann werden eine Anzahl Erwerbs­lose hier längere Zeit Arbeit finden können.

Laasphe. Schwerer Einbruch. In die Metzgerei Wurm in Gosenbach wurde eingebrochen. Die Diebe entwendeten Schinken, Speck und Wifst. Die ge­stohlenen Waren gehörten zu einem großen Teil' Be­wohnern des Ortes.

Battenfeld. Die schweren Hochwasserschäden wer­den von Erwerbslosen beseitigt. Das Wasser hatte an den Uferbefestigungen und an den Wiesewlächen einen erheblichen Schaden angerichtet.

haben Sie einen husten?

Bann versuchen Sie dieses Setrpt.

Folgendes ist ein einfaches, altbewährtes und wohl­feiles Hustenmittel, das ein jeder selbst und rasch Herstellen kann. Man macht einen Sirup, indem man 250 g Zucker mit einem Viertel Liter kochenden Was­sers mischt, dies gründlich umrührt, bis der ganze Zucker aufgelöst ist und dann fügt man 60 g Ans« (dreifach konzentriert) hinzu, den man in der Apotheke zum Preise von RM 2. erhalten kann. Der Vorzug ^dieses Hausmittels besteht in dem Fichtenöl und an­deren Extrakten, die es enthält, und die nach dem dem Einnehmen lindernde und heilende Dünste abge- den. Diese durchdringen rasch den ganzen Bronchial­weg, lösen den Schleim und liitvern die entzürdeM Schleimhäute. Dieses vorzügliche natürliche Mittel befreit Sie gründlich von Ihrem Husten. Warten Sie nicht erst, bis Ihr Husten zu ernsten Komplikationen rührt, sondern machen Sie einen Versuch mit diesem altbewährten Mittel. Die Linderung ist eine sofortige.

preiskommiffar und Gerstensaft

Llnfere Heimat

«Nheit Vollbier ersichtlich sind.;

Dem heiligen Lied gewe ht

Sängerarheft trotz drückender Not

Sängerbundes in Hümme.

hegt und gepflegt würde. Er bat dann die Chorlei­ter, aktive Arbeit zu leisten, denn Gesangvereine wä­ren keine Geselligkeitsvereine. Er schlägt vor, häufig Liederabende, an denen möglichst Vaterlands-, Hei­mat- und Volkslieder gesungen werden, abzuhalten.

Im Anschluß wurde über das Abhalten des De- werwngssingens debattiert. Es wuroe beschloflen, eine Zweiteilung zu schaffen. Der nördliche Teil des Bundes wird sein Bewertungssingen im Mai in Tren­delburg, der südliche Teil tm Juni in Hofgeismar veranstalten. Man will auch bei diesen Veranstaltun­gen Vorträge von Massenchören abhalten.

Der Antrag auf Erhebung von Milgliedsbeiträgen wurde angenommen. Der Antrag auf Abhaltung des üblichen Bundessängerfestes in diesem Jahre er­strebt eine Unmöglichkeit. Lehrer Wagner wurde als Pressewan des Nordhessischen Sängerbundes gewählt.

50 Kleinsieölersiellen für Niederzwehren

Baldiger Begin« des Baus.

Berlin, S. Februar. Ju de» letzte« Tage« ist wieder eine Reihe von Kleiusiedlerftellea neu bewilligt worden. Mit dem Ban der Klein- fiedlllnge« wird «ach dem übereinstimmenden Bericht der Siedlungsträger sofort begon«e« werden. Am ganzen stad vom 3. bis 5. Februar 1932 1626 Kleiu- stedlerstelleu bewilligt worden, darunter 50 für Niederzwehren (Bezirk Kassel).

Aus dem Kreis Hann. Münden

Hann.-Münden. Bierpreissenkung Der Reichs- kommissar für Preisüberwachung hat die Ausschank­preise für Bier mit Wirkung vom 6. Februar 1932 ab gegenüber dem Stande vom 8. Dezember 1931 um 12 Pfa. pro Viertelliter gesenkt. Wer Vollbier aus- schänkt, ist verpflichtet, vorn 6. Februar 1932 ab in seinem Geschäftslokal eine Preistafel anzubringen, auf der die am 8. Dezember 1931 gültig gewesenen und die vom.6. Februar 1932 ab geltenden Preise -für. lebe; in dem Geschäfts lokal ausgeschänlte. Maß-.

Aus dem Kreis Melsungen

Guxhagen. Born Konsumverein. Im Saale des Gastwirts Stückrach findet am Sonntag nachmittag, von 2 Uhr ab, eine Warenausstellung der Filiale Guxhagen statt. Abends 8 Uhr hält Lehrer Sternberg- Kassel einen Vortrag.

Gensungen. Ein Schaufenster ausgeraubt. In der Nacht auf Freitag zertrümmerten Einbrecher die Schaufensterscheibe der Fahrradhandlung von H. Vau- pel und entwendeten sämtliche ausgestellten Gegen­stände. Die Spur der Diebe führt nach Kassel.

Carlshafen. 25jähriges Stiftungsfest beging der Verein Carlshafen im Reichsbund der Zivil- dienstberechtigten. In den Ansprachen des 1. Vorsitzenden, Zollsekretär Viebach, des 1. Ver­bandsvorsitzenden, des Bürgermeisters, des Vertre­ters des Ortskartells im Deutschen Beamtenbund und der Vereinsvertreter kam ein echt kameradschast-

- - . .Das Stadt. Presseamt teilt mit:

Dtt Neichskommissar für Preisüberwachung hat am

29. Januar 1932 Anordnungen über die Senkung ber atene für Sollbier getroffen. Die Preis­minderung beträgt mit Wirkung vom 6. Februar 1932 an bei einem Ausjchankpreise bis zu 80 RM. je Hekto- ltter 4 RM., bei einem Ausfchankpreise bis zu 100 RM. ie Hektoliter 6 RM., bei einem Ausschankpreise von mehr als 100 RM. je Hektoliter 8 RM. gegen­über dem Stand vom 8 Dezember 1931 Zn dieser Preisminderung ist die Senkung der Preise der Braue­reien um 2 RM. je Hektoliter enthalten Die auf die gangbarsten Gefäße entfallenden Teilbeträge sind er­rechnet und in einet tabellarischen llebersicht der An­ordnung beigefügt, llebersteigt der Ausschankpreis den Betrag von 80 RM je Hektoliter deshalb, weil besondere Aufwendungen für Vorführung von musi­kalischen oder ähnlichen unterhaltenden Darbietungen nichtmechanischer Art bestehen, so kann der Inhaber der Gaststätte es bei einer Preisminderung von 4 RM. je Hektoliter bewenden lassen Die Inkraftsetzung der Anordnung vom 6. Februar 1932 an soll den Gast­stätten die Möglichkeit geben, die notwendigen Utn= stellunaen ohne lleberstürzung vornehmen zu können. Schließlich ist die Anbringung einer Preistafel vor­gesehen, auf der der Preisunterschied für jede ausge­schenkte Maßeinheit gegenüber dem Stand vom 8. Dezember 1931 in jedem Eeschästslokal auszuweisen ist.

Die Beteiligte« wurden vom Reichskommissar für. Preisüberwachung vor dem Erlaß der Anordnung ge­hört. Die Senkung des Brauereipreises

Am Sonntag war ein Fest dem Kirchenchor Hofgeismar beschieoen. Es war im Februar 1892, als auf Anregung des Pfarrers Fuldner von der Neu- staot der Chor durch den damaligen Lehrer Heinrich Rohde begründet wurde. Den Dank gegen den Höchsten, der bisher so freundlich über dem Werk und seinen Mitarbeitern gewaltet, brachte der Festgot­tes dienst in der Altstädter Kirche zum Ausdruck. Die Predigt, die Generalsuperintendent Dettmering, der Vorsitzende der Kurhessischen Gesangvereine, über 2. Korinther 12 hielt, pries die ewige Gnade, die in den Schwachen mächtig ist. Ist sie doch die einzige Hilfe für unser armes Volk und soll sie auch in Zu­kunft der Leitstern fein, der den Chor führen und ibn singen machen soll. Rach der Predigt traten sechs wohlverdiente Männer und Frauen des Chors vor den Altar, um eine wohlverdiente Anerkennung zu erhalten. Es wurde durch den Generalsuperintenden- ten Kantor Rohde ein zwiefaches überreicht: eine Ehrenurkunde des Landeskirchenarnies und eine Ur­kunde des Kurhessischen Verbandes der Ktrchenchöre, die den verdienten Chormeister zu feinem Ehrenmit­glied beschied. Die Mitglieder Dewald. Ravior und Ärmbrecht, sowie die Frauen Römhild und Vent-Be- rtng aber, die über 30 J"hre. die beiden ersten sogar schon seit Bestehen des Vereins, ihm die Treue ge­halten, wurden mit einer besonderen, vom Landes­verband gestifteten Ehrenurkunde ausgezeichnet.

Der Abend vereinte den Ehor mit seinen Freunden zu einem Familienabend im Gasthaus .^Deutscher

sicher Geist und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürgerschaft mit der Beamtenschaft zum Ausdruck. Vier Gründer des Vereins wurden mit der goldenen Bundesnadel und einige weitere Kameraden mit dem Abzeichen für 10- und mehrjährige Mitgliedschaft aus­gezeichnet. Zur Verschönerung der Feier trugen die Eesangsvorträge des Quartettvereins Carlshafen und die flotten Weisen der Kapelle des Kameraden Man­tel in Hofgeismar bei. Auch der kleine SchwankDas Mädchen vom Lande" wurde flott und einroanofrei gespielt und löste reichen Beifall aus. Die gut ge­lungene Veranstaltung ist in erster Linie dem rühri­gen 1. Vorsitzenden, Zollsekretär Viebach, zu verdanken.

Eberschütz, Kreis Hofgeismar. Liederabend. Unter Mitwirkung der Gesangsabteilung des Sportvereins VfB. veranstal.ete der Damenchor einen Liederabend, der in jeder Hinsicht als gelungen bezeichnet werden kann.

Lamerden. Mrüstung und Sicherheit. Studienrat Stork aus Hofgeisdar sprach dieser Tage über Ab­rüstung und Sicherheit Deutschlands.

Fehlbetrag in Bad Sooden-Alleridors

Die Steuereingänge lassen nach.

In der letzten Sitzung der Stadtverordneten berich­tete Bürgermeister Schneider über fc.e Finanz­lage der Stadt. Danach ist ein Fehlbetrag von 35000 bis 40000 Mk. vorhanden, für den eine Deckung zu schaffen außerordentlich ^schwierig fein wiw. Der Fehlbetrag ist daourch entstanden, oatz in den Steuereingängen ein Rückgang gegen­über dem Voranschlag eingetreten ist unt> in der Wohlfahrtsfürsorge Mehrausgaben zu verzeichnen sind.

Die Anfertigung des neuen Stadtwappens, das von der Regierung genehmigt worden ist, wuroe beschlossen. Zu Beginn des neuen Schuljahres sollen für die Stadtschule 10 neue Bänke beschafft werden, weil mit einem Zugang von 48 Kindern zu rechnen ist, für die die vorhandenen Bänke nicht ausretchen. Ter Anstellung des PolizeiobeNvachtineisters Neu­bauer wurde zugestimmt. Ebenso beschloß die Ver­sammlung den Ankauf des Oberförftereigebäuflcs. Bei der Vergebung von städtischen Arbeiten sollen in erste Linie die Gewerbetreibenden und Einwohner berücksichtigt werden, die infolge der Wirtsh-rftlichen Notzeit «nit Steuern Und Abgaben im Rückstau« sind. Nach diesen Richtlinien hat, wie Bürgermeister Schnei­der erklärt, der Magistrat auch schon bisher versah

um nur 2 RM. ist in der Oeffentlichkeil vielfach bemängelt worden. Die Beschränkung aus dieses Maß der Senkung hat ihren Grund darin, daß an­derenfalls eine erhebliche Zahl von Klein- und Mit­telbetrieben nicht mehr existenzfähig geblieben wäre. Das wäre sowohl für die Eesamtwirtschaft wie für die dort beschäftigten Arbeitnehmer im gegenwär­tigen Zeitpunkt eine sehr gefährliche Auswirkung ge­wesen. Die Vertreter des Eaststättengewerbes wiesen mit sehr guten Gründen darauf hin, daß angesichts des starken Avsatzrückganges jede Minderung des Schank- nutzens für das Gewerbe untragbar fei und daß der Uebergang zur Pfennigrechnung für viele auf die Kassenkontrolle eingestellten Betriebe mit großen Schwierigkeiten und Ausgaben verbunden fei. Sie er­suchten, die Senkung der Bierpreise zu unterlassen oder doch wenigstens zu verschieben. Die Erfüllung dieses Wunsches hätte die Folge gehabt, daß entweder die mit dem Präsidium des Deutschen Brauerbundes und der Vertretung des Faßbiergroßhandels bereits besprochenen Senkungen der Brauerei- und Faßbier- großhandelspreise um 2 RM. und um 1 RM. eben­falls hätte unterbleiben müssen, oder daß diese Preis­senkungen dem Gaststättengewerbe neben den ilm ohnedies schon zugute kommenden Ersparnissen an Ge­hältern, Löhnen, Zinsen, Mieten und Materialien zugeflossen wären. Beide Wege waren für den Reichskommifsar ungangbar. Das Bier ist ein für die Eesamtbevölkerung so wichtiges Genußmittel, daß die Auswirkung der 4. Notverord­nung des Herrn Reichspräsidenten auch bei den Bier­preisen unverzüglich durchgeführt werden mußte.

Versammlung des Rordhessische«

In Hümme fand die Vertreterversammlung des Nonflhesslschen S-ängerbunoeS statt. Der erste Vorsit­zende, Lehrer Jäger-Hofgeismar, eröffnete die Sit­zung. Man müsse bei der heutigen Nottage auf die Sängerfeste verzichten, aber niemals das Bewertungs­singen fallen lassen. Der Vorsitzende sprach von dem Bundessängerfest und Bewermngssingen in Gotts­büren und Grebenstein und beutete auf die fleißige und unermüdliche Arbeit, die von den einzelnen Ver­einen in tiefer Hinsicht geleistet würde Alsdann stellte der Vorsitzende den neuen Bundeschormeister, Studienrat Faust- Hofgeismar, den Anwesenden vor und erklärte, daß derselbe auch als Vertreter des Nordhessischen Sängerbundes in «en Mufikaussckmß des Mitteldeutschen Sängerbundes ausgenommen worden fei. Der Vorstand wurde wiederzewählt. Studienrat Faust mahnte, in den Vereinen daraus binzuwirken, daß Einigkeit und Opferbereitschaft ge-

Kaiser". Es folgte in schönem Wechsel Lied um Lied, Wort um Wort und Klang um Klang. Denn auch der Bläserchor, der jüngere Bruder des feiern­den Vereins, hatte sich, wie schon oft, freudig in den Dienst des älteren Bruders gestellt. Mit tief emp­fundenem Vorspruch begrüßte Frl. Hedwig Hoff die Versammlung.

Herr Hoff, der Vorsitzende des Vereins, warf einen Rückblick auf die Zeit gemeinsamer Wanderung und Arbeit. Reichen Dank, für die treue Mitarbeit des Chores am Aufbau der Gemeinde spendete Kreis- pfarrer Hubach dem Verein und seinem Meister; und schon nahten freundliche Hände, die dem Leiter des Chors das Festtagsangebinde überbrachten, eine Gabe der dankbaren Gemeinden der Alt- und Neustadt. Studiendirektor Neubauer übermittelte Grüße und Wünsche der Kasseler Behörde. Kanwr Rohde, dem sein Chor in Dankbarkeit eine Kristallvase mit Blu­men überreicht hatte, dankte für alle Freundlichkei­ten dieses Tages. Trefflich aber fügte sich in dieses alles ein von Pfarrer Fuchs verfaßtes, durch Mit­glieder des Vereins und Bläserchores dargeftelltes Volksspiel ein.

Mit feinem Verständnis und völliger Hingabe an die schöne Sache walteten die Spieler ihrer Aufgabe.

Dankbar blickt der Kirchenchor auf die ersten vier­zig Jak re seines Bestehens zurück. Und dankbar wird er und seine Freunde den vergangenen Sonn­tag mit seinen erhebenden Eindrücken im Sinne be­halten.

ren Gegen die Erhöhung der Bürgerstcuer auf 300 Prozent soll bei der Regierung Protest erhoben werden.

Wechsel im Landraisantt Eschwege

Landrat Langer tritt in den Ruhestand, Landrat Glahn, Usingen, kommt nach Eichwege.

Der Landrat des Kreises Eschwege, Langer wirb mit Wirkung ab 1. April 1932 in 6en Ruhe­stand versetzt unb tritt am 15. Februar einen Urlaub an. Born 15. Februar ab ist der Lanorat des Kreises Usingen, Glahn, mit der Warnehmung der Ge­schäfte des Landratsamtes Eschwege beruf.ragt worden.

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Eschwege. Der Balkon in Flammen. Auf einem Grundstück in der Bahnhofstraße spielten Kinser un­ter einem Balkon mit Streichhölzern. Durch unacht­sames Wegwerfen der brennenden Streichhölzer ge­rieten Holzwolle und Bretter, eie auf 6-in Balkon lagen, in Brand. Im Nu stand der ganze B.'lkon in Hellen Flammen. Schnell eingreifenden Pericnen gelang es jod och, den Brand zu löschen ehe er nen­nenswerten Schaden anrichten konnte.

Albungen. Im Krieger- und Militärverein wurde Oberschachtmeister Karl Wiegand I zum ersten Vor­sitzenden gewählt.

Wanfried. Die Hand in der Maschine. Eine Ar­beiterin kam mit der rechten Hand in Die Maschine. Sie verletzte sich sämtliche Finger und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben.

Aus dem Kreise Kirchhain

Reustädt. Bullenmartt. Der vom Verbände Kur- hessischer Fleckviehzüchter veranstaltete Bullenmarkt, der erste in Neustadt» erfreute sich zahlreichen Besuches. 46 Bullen waren aufgetrieben. Es war durchweg gutes Zuchtmaterial vorhanden. Gekört wurden 36 Bullen, davon als bester der Bulle des Landwirts Adam Dingel ans Todenhausen, welcher von der Stadt Neustadt zu 600 Mk. gekauft wurde. 28 Bullen wurden abgesetzt. Die Taxe wurde von dem Leiter der Versteigerung, Landwirtschaftsrat Walter, Kassel von 350 auf 300 Mk. herabgesetzt. Der Ge­samterlös betrug 10 350 Mk., der geringste Preis 300 Mk., das Höchstgebot 650 Mk. und der Durchschnitt 370 Mk. Die Preise lagen höher als bei den vor­ausgegangenen Bullenmärkten in Hersfeld unb Ful­da. In Hersfeld waren 40 Bullen aufgetrieben, wo­von 27 gekört und 17 verkauft wurden. Der Durch­schnittspreis betrug hier 330 Mk. In Fulda waren 55 Bullen aufgetrieben, wovon 41 gekört und 20 ver­kauft wurden. Hier betrug der Durchschnittspreis 315 Mk. Die Stadt kaufte 2 Fleckviehbullen für 970 Mk. Sie hatte ihre 2 Bullen, welche zur Zucht nicht mehr geeignet waren, für 1170 Mk. verkauft.

Seinen Daier erschossen!

Sechs Monate Gefängnis.

In -der Marburger Schwurgerichtssitzung hatte sich der 22jährige Melker F. aus.. Marburg zu verant­worten, der am 29. Dezember seinen 67jährigen Vater mit einer Pistole niederschoß und tödlich verletzte. Das Gericht erkannte wegen vorsätzlicher gefährlicher Kör­perverletzung mit Todeserfolg aus sechs Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungs­haft. Der Staatsanwalt hatte wegen vorsätzlicher Tö­tung zehn Jahre Zuchthaus beantragt.

Die Verhandlung entrollte ein Bild traurig­ster Familienverhältnisse. Täglicher Fa­milienstreit, bei dem Beil, Säbel, heißes Wasser usw. oft zur Anwendung tarnen, führten dazu, daß sechs Kinder in Fürsorgeerziehung tarnen, unter ihnen auch der Angetlagte. NackHcm letzterer im vergange­nen Sommer seine Volljährigkeit erlangt Hatte, kam er nach Hause unb fand die früheren Verhältnisse immer noch vor. Jrn Schnapsdusel geriet der Vater mit seinem Sohn in Streit und bedrohte diesen nach der Aussage des Sohnes mit Säbel unb Beil. Als der Sohn dem Vater die Waffen entrissen hatte und letzterer Miene machte, einen Wassertrng zu ergreifen, lüchm der Sohn eine kleinkalibrige Pistole und feuerte auf den Vater, um diesen angeblich kampfunfähig zu machen. Der Vater starb na chder Einlieferung in die Klinik.

Eine -13 jährige Mutter

Der Stiefvater begeht Selbstmord.

Marburg, den 5. Februar.

Vor einigen Tagen wurde ein 13jähriges Mlochen, .das kurz vor der Konfirmation steht, von einem Kinde entbunden. Die Nachforschungen nach der Vaterschaft des Kindes lenkten den Verdacht auf den Stiewater des Mädchens, einen etwa 50jährigen Arbeiter, dessen Verhaftung angeorbnet wurde. Aber man fanfl ihn in der Nabe der Landesheilanstalt Marburg erhängt ans. Er hatte sich seinem irdischen Richter durch Selbstmord entzogen.

MW