Einzelbild herunterladen
 

Mseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

6rf6etnutt68roetfe: wöSenMS sechsmal nachmittags. AbonnementSvreiS: für den Monat 9.10 Jt «intchl. 80 Jf Lräaerlohn bei freiet Zustellung ins Haus in der Geschäftsstelle abgebolt 1.80 Jt. Durch die Post mon. 2.10 Jl tu8fdj[. Zustellgebühr. In Fällen von büüerer Gewalt beitebl kein Ansvruch aus Lieferung der Zeitung oder auf Rückzablung des Bezugspreises Verlag Schriitleuung und Druckerei: Kölnische Strafte 10. Telephon: kammeluummer 6800. Juriituche Sprechstunden Dienstags und Freitags 1716 Uhr Kölnische Strafte 10. L

Hessische Abendzeitung

««eieentiretfe: Gefchllf». und Familien-Anzefgen die 30 mm»Zeile 11 Pfennig. Kleine Anzeigen au» Kaffel da» Wort 7 4, Auswärtige Kleine Anzeigen die PO mm breite Zeile 11 4. Anzeigen im Reklameteil die 78 mm breite Zeile 46 4. Offertgebühr 25 4 (bei Zustellung 85 4). Für daS Erscheinen von Anzeigen tn bestimmten Ausgaben, an besonderen Plätzen und für telephonisch ertetlte Aufträge keine Gewähr. Rech­nungsbeträge innerhalb von ö Tage« zahlbar. GerichlSttand Kassel. Postscheckkonto Frankfurt a. M. 6380,

Nummer 29*

Donnerstag, 4. Februar 1932

22. Jahrgang

Englands Wendung zur Schutzzollpolitik

Dor einer grundlegenden Ltnterhausrede Chamberlains / Bisher 105 000 Stimmen für den Wahlvorschlag Hindenburg / Waffenruhe in Nanking

Mutterreich und Dominien

Oie Wurzel des Ltebels

V v - Eigener Drahtbericht.

- London, 4. Februar.

Ganz England erwartet mit größter Spannung die Unterhausrede des Schatzkanzlers Neville Chamberlains über die neue englische Zollpolitik am heutigen Nachmittag. Die Rede wird die historische Wendung Englands vom Frei- handel zum Schutzzoll und die Verwirklichung des Ideals einer Wirtschaftseinheit des englischen Weltreiches, das schon dem Vater Sir Joseph Cham­berlain vorschwebte, einleiten.

Der Schatzkanzler wird die vorbereitenden Finanz­gesetze für die Einführung des Zolltarifes in Höhe von 10 v. H. einbringen. Alle Einfuhrwaren mit ge- wiffen Ausnahmen, wie Weizen, Eisen, Erz, Wolle und Baumwolle, sollen mit einem Zoll von 10. v. H. belegt werden. Einfuhren aus den Kolonien werden, wie man erwartet, von dem Zoll nicht betroffen werden.

Soweit die Dominien in Frage kommen, wird der Grundsatz der Vorzugsbehandlung ausgesprochen. Die Regelung der weiteren Einzelheiten bleibt der Konferenz in Ottrawa überlassen, die am 18. Juli be­ginnen soll. Außerdem wird ein Tarifausschutz einge- setzr» der den allgemeinen Zolltarif in den Fällen prü­fen soll, wo eine höhere Verzollung wünschenswert er­scheint.

Macdonalb-Laval-Brüning

; Paris, 4. Februar.

Die Genfer Abrüstungskonferenz und die Ereig­nisse im Fernen Osten füllen auch am heutigen Don­nerstag die Spalten der großen Pariser Blätter. Als besonderes Ereignis hebt man die Tatsache hervor, daß der Führer der französischen Abordnung, Kriegs­minister Tardieu, das Wort sofort nach dem eng­lischen Vertreter ergreifen wird und nicht erst, wie dies anscheinend zunächst in seiner Absicht gelegen hat, die Ausführungen des Reichskanz­lers Brüning abwartet.

Diese neue Taktik wird den Blättern verschieden ausgelegt. Während die einen behaupten, daß der französische Kriegsminister beabsichtige, die gesamte Aussprache durch seine Rede von vornherein auf das richtige Gleis zu führen, betonen die anderen, daß sich Tardieu bei seinem Entschluß von einer Art Höflichkeit habe leiten lassen. Er wolle nicht nach dem Reichskanzler sprechen, da er dann gezwungen sei, sofort gegen die deutsche These Stellung zu nehmen und zu polemisieren. Seine Ausführungen würden nunmehr den Charakter einer nochmaligen eingehen­den Darlegung des französischen Standpunktes zur Abrüstungsfrage haben. Pertinax erklärt imEcho de Paris" daß her amerikanische Vertreter Gibson sich in seiner Rede stark zurückhalten werde.

Die plötzliche Erkrankung des eng­lischen Ministerpräsidenten, der sich einer Augenoperalio» unterziehen mutzte, hat euch in fran­zösischen Kreisen in Genf die verschiedensten Gerüchte aufkommen lassen. Der außenpolitische Berichterstatter desExcelfior" glaubt zu wissen, daß gewisse Strö­mungen im Gange seien, um eine Zusammen­kunft Macdonalds mit Brüning und Laval in Paris herbeizuführcn. Diese Zusam­menkunft solle jedoch ausschließlich der Reparations­frage gewidmet sein, die augenblicklich schwer aus der Abrüstungskonferenz laste.

Waffenruhe in Nanking

Nanking, 4. Februar.

Am Mittwoch nachmittag wurde an Bors eines vor Nanking liegenden japanischen Kriegsschiffes eine Konferenz zwischen vier chinesischen Regierungsbe­amten, dem japanischen Konsul und dem japanischen Seebefehlshaber abgehalten. Es wuroe vereinbart, daß von keiner Seit« das Feuer eröffnet Wersen soll, es sei Senn, daß sich eine Seite einer Herausforderung schuldig macht. Die japanischen Kriegsschiffe sind eine Strecke weiter stromaufwärts gefahren, währens sich Sie chinesischen Kriegsschiffe flußabwärts bewegten. Zwischen beiden Geschwadern liegen jetzt die engli­schen und amerikanischen Kriegsschiffe.

London, 4. Februar. DieTimes" veröffentlichen eine Erklärung des japanischen Außen­ministers, in der es u. a. heißt: Die japanische Regierung unterscheiset klar zwischen Sem mandschu­rischen Streitfall und den Ereignissen in Schanghai. Solange dieser UnterschicS nicht anerkannt wird, wird Sic ajpanifche Politik mißverstanoen. Die Mand­schurei ist für Japan eine Angelegen­heit von Leben und Tos, während die japanischen Interessen in Schanghai denjenigen der anseren Mächte ähnlich sind. Japan ist zur Annah mc eines vernünftigen Abkommens zur Wiederherstel­

lung des Friedens unter ehrenvollen Bedingungen bereit. Durch Zurücknahme der chinesischen Truppen muß die Sicherheit der japanischen Staatsangehöri­gen erreicht werden. Das muß geschehen, bevor die japanischen Truppen zurückgenommen werden können.

Auswärtiger Ausschuß erst nach Gens

Berlin, 4. Februar.

Obwohl noch nicht alle Reichstagsfraktionen zu dem kommunistischen Antrag auf Einberufung des Auswärtigen Ausschusses wegen der politischen Ver­wicklungen im Fernen Osten Stellung genommen ha­ben, läßt sich doch jetzt schon übersehen, daß ein Zu­sammentritt des Auswärtigen Ausschusses gegenwär­tig nicht in Frage komme. Der sozialdemokratische Fraktionsvorstand !hat zwar beschlossen, den kommu­nistischen Antrag zu unterstützen, er hat sich aber mit einer Verschiebung der Ausschuhsitzung bis zur Rück­kehr des Reichskanzlers aus Genf einverstanden er­klärt. Zu diesem Zeitpunkt dürfte dann auch die Reichsregierung nach unseren Informationen nichts mehr gegen Beratungen im Auswärtigen Ausschuß einzuwenden haben.

Zentrumsabgeordneter Or. Heß t

Berlin, 4. Februar.

Der Führer der Fraktion der Zentrumspartei im Preußischen Landtag, Abgeordneter Dr. Heß ist am Donnerstag vormittag im St. Norbert-Krankenhaus zu Berlin verstorben.

Berlin, 4. Februar.

Der Vorsitzende des Hindenburg-Ausschusses, Oberbürgermeister Dr. Sahm, teilt folgendes mit: Die Nachrichten aus allen Teilen des Reiches lassen erkennen, daß die formell erforderliche Zahl von 20000 Einzeichnungen bereits am ersten Tage um ein vielfaches überschritten wuide. Der Hin­denburg-Ausschuß ist von allen Seiten gebeten wor­den, sich mit der Erreichung der formalen Voraus­setzung nicht zu begnügen, sondern die Listen weiter auslicgen zu lassen, um allen Bevölkerungskreisen Gelegenheit zu einer machtvollen Kundgebung für den Reichspräsidenten von Hindenburg zu geben. Dementsprechend werden die Listen noch etwa 10 Tage ausliegen.

Gestern hatten bis 11 Uhr abends von 191 Zei­tungen, die sich nach den bisherigen Feststellungen an der Preffeaktion für die Volkskandidatur Hindenburgs beteiligten, 72 Blätter das vorläufige Ergebnis des ersten Einzeichnungstages mitgeteilt. Danach beträgt die Gesamtzahl der Einzeichnungcn am ersten Tag im Reich 105 300, davon in Berlin 28 400.

*

Der Hindenburg-Ausschuß gibt ferner eine Liste der Zeitungen bekannt, die Eintragungslisten für den Wahlvorschlag Hindenburg ausgelegt haben. Darun­ter befinden sich folgende größere Zeitungen: Berliner Tageblatt, B. Z. am Mittag, Dresdener Anzeigen. Frankfurter Zeitung, Frankfurter Generalanzeiger, Germania, Hamburger Fremdenblatt, Hannoverscher Anzeiger, Hannoverscher Kurier, Karlsruher Zeitung, Kölnische Zeitung, Kölnische Volkszeitung, Kölner Ta­geblatt, Magdebnrgischc Zeitung, Rene Mannheimer Zeitung, Neues Stuttgarter Tageblatt, Rheinisch-Mai- nische Volkszeitung, Tägliche Rundschau, Thüringer Allgemeine Zeitung, Vossische Zeitung. Von Interesse ist, daß sich-tuch verschiedene größere rechts st ehe n- d e Blätter, wie Sie Deutsche Allgemeine Zeitung, di« Düsseldorfer Nachrichten, die Essener Allgemeine Zei­tung, sie Leipziger Neuesten Nachrichten und sie Mün­chener Neuesten Nachrichten, an oer Aktion betei­ligen.

Oer Christlich-Soziale Volksdienst an Hindenburg

Berlin, 4. Februar.

Die Reichsleitung Ses Christlich-Sozialen Volks- sienstes hat an den Reichspräsidenten von Hinoen- burg nachstehendes Telegramm gerichtet:In unwan­delbarer Treue, in klarer Erkenntnis dessen, was un­serem Volke not tutund in Sem festen Willen, bei der Wahl s«s Reichspräsidenten alle Kraft für die Wie­derwahl Ew. Er;, einzusetzen, bittet die Reichsleitung Les Christlich-Sozialen Volksdienstes im Namen Ser

Von unserem Londoner

G. P. London, 4. Februar.

Das scharfe Vorgehen Japans in Schanghai, aus­gerechnet wenige Tage vor Zusammentritt der Ab­rüstungskonferenz, hat ganz England in eine nicht geringe Aufregung versetzt. Kaum «in zweiter Platz im Fernen Osten hat für England politisch und wirtschaftlich eine so große Bedeutung, wie gerade Schanghai. Das Benehmen Japans, das sich weder um die Bestimmungen des Völkerbundes, noch um diejenige des Kellogg-Pakts kümmert, be­kräftigt äußerlich die fatale Argumentierung, daß nur militärische Ueberlegenheit einem Lande Macht und Erfolg verleiht. Endlich bedroht der kaum mehr fortzuleugnende japanisch-chinesische Krieg den Welt­frieden in unmittelbarster Weise. Aus all diesen Gründen ist es nur natürlich, daß England im Augen­blick von einem nicht geringen Schreck erfaßt ist. Die­ser Schrecken bedeutet aber auch eine allgemeine Auf­rüttelung der öffentlichen Meinung, die, unter dem Druck innerer Sorgen, in letzter Zeit für Fragen des Auslandes etwas allzu schläfrig geworden war.

Gleichgültig in welchem Teile der Welt ein Kon­flikt entsteht, englische Interessen sind stets irgendwie gefährdet. Das liegt am Wesen der britischen Macht, die eben in allen Weltteilen ihre Besitzungen hat. Doppelt bezieht-sich das Argument von der Gefähr­dung englischer Interessen auf solche Hafenplätze, wie Schanghai, das einen der allerwichtigsten Stützpunkte des britischen Ueberseehandels und das Haupttor für den britischen Handel nach dem Inneren Chinas dar-

hinter -ihr stehenden Bewegung Ew. Exz., sich dem Ruf des deutschen Volkes nicht zu versagen."

*

Der Wahlkreis-Vorstans von Hessen-Nassau der Deutschen Volkspartei beschäftigte sich in seiner Sit­zung am Dienstag auch mit der Frage Ser Reichsprä- sidentenwahl und faßte hierzu den einstimmigen Be­schluß:Für die Deutsche Volkspartei gibt es nur ei­nen Kandidaten: HinSentzurg!"

* * *

Wer die Kandidatur

Hindenburgs zur Reichspräsidentenwahl befürwortet, zeichne sich in die Listen ein, die in der Hauptgeschäfts­stelle derKaäeler Neueste Nachrichten" ausliegen. Die Geschäftsstelle ist von %8 Uhr vormittags bis Vit Uhr abends geöffnet.

Meißners Dementi

th. Berlin, 4. Februar.

Im Zusammenhang mit der Frage der Reichs- Präsidentenwahl von Hindenburg ist auch wie­derholt davon die Rede gewesen, daß eine Umbil­dung des Kabinetts Brüning herbeige­führt werden sollte. Di«Münchener Neuesten Nach­richten" haben dabei die Behauptung aufgestellt, daß auch der Staatssekretär Meißner an den Verhand­lungen mit der Rechten über die Umbildung des Kabinetts beteiligt gewesen sei. Der Staatssekretär hat demgegenüber ein Dementi erlassen, daß er über diese Frage keine Verhandlungen mit oppo­sitionellen Politikern geführt habe. Das Dementi er­weckt aber den Eindruck, daß es einen stark formalen Charakter trägt, und es wäre, um wirklich klar zu sehen, wünschenswert, wenn mit größerer Deutlich­keit festgestellt werden könnte, ob derartige Bestrebun­gen, die zweifellos bestanden haben, gegenwärtig weiter verfolgt werden oder nicht. In deutschnationa­len Kreisen glaubt man immer noch, daß eine solche Umbildung des Kabinetts unmittelbar bevorsteht, ob­wohl weder der Reichspräsident, noch der Kanzler, noch der Reichsinnenminister Groener (der wieder­holt als neuer Kanzler genannt wurde) der Ansicht sind, daß der richtige Augenblick für ein Umbildung es Kabinetts gekommen wäre.

Ob ber Reichskanzler am Sonnabend nach Genf fährt, stehl noch nicht endgültig fest. Die Abwesenheit Macdonalds und Lavals wird allerdings kein entscheidender Gesichtspunkt für ihn sein, da ber, Kanzler zugleich Außenminister ist, und da die Außenminister mehrerer anderer Staaten ebenfalls nach Genf kommen. Es ist daher durchaus möglich, daß der Kanzler bei seiner bisherigen Absicht bleibt und in der nächsten Woche an Der großen General­debatte aus der Abrüstungskonferenz teilnimmt.

Korrespondenten

stellt. Auf Grund bescheidener Berechnungen wird das britisch« Kapital, das allein in Schanghai und Umgebung investiert ist, auf nicht weniger als 5 Milliarden Mark geschätzt. Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation", die in Schanghai ihren Hauptsitz hat, stellt eines der mächtigsten Finanzunternehmungen des Fernen Ostens dar. lieber große Besitzungen und Interessen in und um Schanghai verfügt auch dieBritish Ame­rican Tobacco Company". Desgleichen eine Reih« bri­tischer Dampfschiffahrtsgesellschaften und zahlreiche andere kaufmännische Unternehmungen von Weltruf, von Denen viel« in Schanghai nicht nur Büros und Lagerhäuser, sondern auch modern eingerichtet« Fabri­ken haben. Endlich ist der größte Teil bei städtischen Nützlichkeitsanlagen Schanghais, Ivie Elektrizität, Gas, Telephon, Straßenbahnen, Wasserwerke usw., fast ausschließlich mit Hilfe britischen Kapitals er­richtet worden. Eine arotze Anzahl englischer Beamten und kaufmännischer Angestellten ist in all diesen Unter­nehmungen tätig. Und die Gesamtzahl der in Schang­hai zur Zeit ansässigen britischen Staatsbürger wird auf nicht weniger als auf 7000 Männer, Frauen und Kinder geschätzt.

Laut den aus Schanghai hier eingetroffenen Nach­richten, ist dort das Eefchäftslebcu znrZeisi völlig zum Stillstand gekommen. Das chinesische Stadtviertel Tschapei, wo die Kämpfe statt­finden, ist keineswegs eine Stadt für sich. Es bildet ebenso einen . untrennbaren Teil Schanghais, wie Whitechapel nur einen Teil Londons darstellt. Der Uebergang vom Chinesenviertel Tschapdi nach dem französischen Viertel und nach derInternationalen Niederlassung" ist äußerlich ebenso unsichtbar, wie der Uebergang zwischen verschiedenen Teilen einer be­liebigen europäischen Großstadt.Schanghai ist im Moment vom Schicksal Smyrnas bedroht!", meint der Economist" warnend. Und fragt weiter mit ernster Besorgnis:Werden England und die Mächte in pas­siver Tatenlosigkeit, ebenso wie sie es vor 10 Jahren in Smyrna taten, der Zerstörung ihres Besitzes in Schanghai zuschauen, oder werden sie in zwölfter Stunde zusammentreten und retten, was noch gerettet werden kann?"

Diese Frage ist umso dringlicher, als der Konsilitt um Schanhai nicht nur sie Interessen SerHongkong and Shanghai Banking Corporation" und all der an­deren Filialen des britischen Welthandels, sondern den Weltfrieden selb st bedroht. Die eng­lische Oeffentlichkeit ist sich auch dieser größeren Ge­fahr voll und ganz bewußt.Die Gefahr, daß Ser .japanisch-chinesische Konflikt sich auswächst", meinen DieSunday Times",und dann keine Macht der Welt sen weiteren Lauf der Ereignisse mehr auszu- halten vermag, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Welt mutz es nun zeigen, daß sic die Lehre von 1914 nicht umsonst gelernt hat . . ." Die Presse verlangt also, «atz unverzüglichMatznahmen" ergriffen wer­den. Gegen Japan! Gegen dasselbe Japan, oas England seit Jahrzehnten als seinentreuen und loyalen Freund" betrachtet! Englanv hat seit jeher für Die beispiellose Entwicklung, sie Japan im Lause von nur zwei Generationenvon Kettenpanzern, Pfeil und Bogen bis zu völliger westeuropäischer Zivilisation" durchzcmacht hat, die vollste Bewunde­rung bezeugt. Es hat auch Japans kürzliches Vor­gehen in Ser Mandschurei, das immerhin durch ver­letzte Vcrtragsrechtc und wirkliche Lebensinteresien gerechtfertigt schien, Im Inneren seines Fühlens ge­billigt. Doch es gibt Augenblicke in der Geschichte von Völkern, tn denen die Stimmung oer öffentlichen Meinung sich von einem Tag auf den anderen kraß zu ändern vermag. Solch ein« Wandlung der öf­fentlichen Meinung Englands in Bezug auf den ehemaligen japanischen Verbün­deten scheint nun zurzeit in Ser Entwicklung be­griffen zu fein.

Was wird England tun? Diese besorgte Frage konnte man vorigen Sonntag, unmittelbar I nach eent Gerücht von der sogenannten chinesischen Kriegserklärung, in sämtlichen englischen Blattern lesen. Sie zeugt Deutlich von der überaus ernsten Stimmung, anik Der ganz England di« beorobliche Lage im Fernen Osten verfolgt. Eine präzis« Antwort hier­auf vermochte allcroings zunächst nicht zuletzt we­gen Der vom Völkerbünde in Der mandschurischen Frage an Den Tag gelegten Impotenz noch nie» mand in England zu erteilen. Doch aller Blicke wand-

Heute beginnen die

Olympischen Winterspiele

in Lake placid (siehe Sportzeitung)

Oie Mion des Hindenburgausschuffes

Am ersten Tage 105000 Eintragungen