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Nummer 21*

Dienstag, 26. Januar 4932

22. Jahrgang

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Mer Neueste Nachrichten

Oer polnisch-russische Nichtangriffspakt

Der D-rtr-g gestern paraphiert / Schwierige Verhandlungen mit Rumänien / England zahlt Sen französisch-amerikanischen Kredit zurück

Die Hintergründe der ruffischen Politik

Eigener Drahtbericht.

Moskau, 26. Januar.

Im Konferenzsaal des Autzenkommiffariats der Sowietunion wurde am Montag der russisch- polnische Nichtangriffsvertrag durch Außenkommissar Litwinow und dem polnischen Ge­sandten Dr. Patel paraphiert: Der Vertrag wird von Polen erst dann unterzeichnet werden, wenn sämtliche übrigen Richtangrifssverträge Svwjetrußlands, vor allem der Vertrag mit Rumänien, unterzeichnet wor­den find.

Der Nichtangriffsvertrag besteht aus sieben Ar- tueln. Er besagt in seinen Hauptpunkten:

1. Die beiden Vertragspartner verzichten auf die Regelung aller Streitigkeiten durch das Mittel eines Krieges.

2. Beide Staaten verpflichten sich, keine Verein­barungen mit dritten Ländern zu treffen, di« gegen eine der Verlragsseiten gerichtet sind.

3. Vereinbarungen die zwischen den Staaten ge­troffen sind, bleiben auch in Kraft, wenn es sich nichi um Vereinbarungen handelt, die Angrifssabsichten in sich bergen.

4. Der Vertrag gilt für eine Zeit von drei Jahren. Er kann fünf Monate vor Ablauf der Vertragszeit gekündigt werden. Erfolgt keine Kündi­gung, so verlängert er sich automatisch um weitere zwei Jahre.

5. Der Vertrag mutz 30 Tage nach der Paraphie­rung ratifiziert werden.

Die übrigen Abschnitte des Vertrages beziehen sich äuf die Verpflichtungen der beiden Partner für den Fall, daß einer von ihnen von einer dritten Seite angegriffen wird. In einem solchen Falle muß der andere Vertragspartner Neutralität bewahren.

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Die Paraphierung des polnisch-ruffischen Nicht­angriffspaktes ist ein Ereignis von weittragender Be­deutung. Die Verhandlungen zwischen Polen und Rußland über einen Nichtangriffspakt reichen bis in das Jahr 19W zurück. Damals schlug der damalige Außenkommissar Tschitscherin sämtlichen an Rußland angrenzenden Staaten in Europa den Abschluß von Richtangriffsverträgen vor. Die polnische Regierung machte jedoch die Annahme dieses Vorschlages davon abhängig, daß der Vertrag gleichzeitig mit allen Staaten unter polnischer Führung abgeschlossen wer­den sollte, eine Bedingung, auf die Rußland nicht einging. Außerdem verlangte Polen seinerzeit eine Garantie seiner Ostgrenze.

_ Die Verhandlungen haben dann geruht und sind erst im August 1931 wieder ausgenommen worden, «achdent in Paris ein russisch-französischer Nichtan­

griffsvertrag zustandegekommen war. Das Inkraft­treten dieses Vertrages war jedoch von der Unter­zeichnung eines polnisch-russischen Nichtangriffsver­trages abhängig gemacht. Da der polnisch-russische Vertrag wieder erst in Kraft treten soll, wenn die Verträge mit den anderen europäische« Nachbarn Rußlands, vor allem also Rumänien unterzeichnet sind, wird es vielleicht noch eine Weile dauern, bis der Vertrag in Kraft tritt.

Immerhin ist der polnisch-russische Nichtangriffs­vertrag für die kommende Abrüstungskonfe­renz von besonderer Bedeutung, da Polen jetzt nicht mehr behaupten kann, daß es durch die Drohung seines russischen Nachbarn zu besonderem Rüstungs­aufwand gezwungen wäre. Fragt man andererseits nach den Gründen, warum gerade Rußland der gei­stige Urheber dieser Verhandlungen ist. so findet man die Antwort darin, daß der Sowjetstaat nicht nur im jetzigen 4. Jahre des Fünfjahresplanes weiterer Kon­solidierung bedarf, sondern noch auf Jahre hinaus Frieden braucht; diesen wird es sich nur sichern, wenn es die zur Abrüstungskonferenz schreitenden Völker durch einen Erfolg in den jetzigen Verhandlungen von seinem Friedenswillen überzeugen kann.

Oie beffarabische Frage

Moskau, 26. Januar.

Außenkommissar Litwinow machte den russi­schen Pressevertretern vor seiner Abreise nach Gens Mitteilung von der Paraphierung des russisch-pol­nischen Nichtangriffsvertrages und gab weiter der Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlungen mit Lettland und Estland bald erfolgreich zu Ende ge­führt werden können. Litwinow ging dann auf die Verhandlungen mit Rumänien ein und erklärte, daß in diesem Falle die Dinge ganz anders lägen als bei den Verhandlungen mit den Ländern, mit denen die Sowjetunion normale diplomatische Beziehungen unterhalte. Der Vertragsentwurf mit Rumänien sei fertiggestellt. Von sowjetrussifcher Seite soll alles getan worden fein, um den Vertrag zum Abschluß zu bringen. Die Sowjetregierung fei bereit, Rumänien gegenüber Verpflichtungen zu über­nehmen, die es in den Verträgen mit anderen Län­dern ebenfalls übernommen habe. Sowjetrußland könne jedoch nicht die Besetzung Bessara­biens anerkennen; und die Moskauer Regie­rung habe sich bereit erklärt. eine Formulierung zu rmöen, die diese Streitfrage ausschaltet. Die Ent- fcheivung liege nunmehr bei der rumänischen Re­gierung.

Reparationskonferenz im Juli?

(Von unserer Berliner Schriftleitung).

tii. Berlin, 26. Januar.

Tie französische» Bemühungen, mit der englischen Regierung $u einer vorherigen Verständigung über die in der Reparationsfrage einzuschlagende Taktik zu ge­langen, werden in Berlin aufmerksam verfolgt. Man gewinnt aus den von Paris und London kommenden Meldungen den Eindruck, daß sich dort die Auffassung immer mehr durchsetzt, es fei zweckmäßig, eine Repa­rationskonferenz etwa im Monat Juli abzu­halten, weil dann die französischen Kammerwahlen vorüber find, und weil am 1. Juli das jetzige Hoover Moratorium abläuft. In materieller Hinsicht hat man cs nach wie vor mit Gedankengängen zu tun, die aus eine sechsmonatliche Verlängerung des jetzigenMoratoriums hinauslaufen bezw. auf den z. B. von derTimes" propagierten Gedanken, eine Endlösung der Rcparationsfrage in der Weise herbrizusühren, daß man eine verhältnismäßig nied­rige Summe von einigen Milliarden festsetzt, die Deutschland in einer Reihe von Annuitäten nach ab- zahlen soll. Beide Wege sind für die deutsche Regie- rungselbstverständlich nicht annehmbar,und man läßt in der Wilhelmstraße keinen Zweifel daran, daß der Kanzler bei eventuellen Besprechungen über der­artige Vorschläge sich nicht in der Lage sehen werde, solchen Projekten zuzustimmen.

Ein Pariser Abendblatt behauptete gestern, daß der Kanzler möglicherweise zu der in Aussicht sichen­den Sonderbesprechung, die zwischen Laval und Mac- donald stattfinden soll, hinzugezogen werden könnte. Diese Mitteilung entbehrt nach unseren Informatio­nen des realen Hintergrundes; zudem ist die Zusam­menkunft zwischen Laval und Macdonald in London toiebet unsicher geworden.

Eine Einladung an den Kanzler zu einer solchen Londoner Besprechung l i e g t n i ch t v o r und es ist auch von der Absicht einer derartigen Einladung nichts bekannt. Von Berlin aus gesehen, würde keine Notwendigkeit zu einer derartigen Beteiligung des Kanzlers an einer Londoner Aussprache bestehen denn unsere Interessen liegen nicht auf dem Gebiete weite­rer Sonderbesprechungen oder Vorverhandlungen son­dern vielmehr in der Richtung, daß nunmehr sobald als möglich, die reguläre Reparationskonfcrenz Zusam­mentritt, auf der der Reichskanzler das bereits von ihm erwähnte Ziel mit allem Nachdruck anstreben wird

In diesem Rahmen spielen allerdings auch die Be­ratungen über die Grenze zwischen Repara­tionsleistungen uns Tributleistungen eine starke Rolle. Besonders der Vorschlag des fran­zösischen Sozialisten Morr Blum, die Höhe der tatsäch­lichen deutschen Leistungen von einer neutralen Schiedsgerichtskommisston untersuchen zu lassen, hat dieser Debatte einen festen Hintergrund gegeben.' Die Germania" greift heute dieses Thema auf und übt dabei scharfe Kritik an der Stellungnahme Herriots. Das Blatt fagt, Herriot solle uns doch einmal erklä­ren, ob er von Deutschland Reparationen oder Tribute verlange. Wenn Deutschlands Zahlungen dazu dienen sollten, unsere Industrie und Wirtschaft in Zukunft niederzuhalten, fo habe das mit dem Beschluß "der Re­parationen nichts mehr zu tun, und wir würden zu Tributzahlungen gezwungen sein. Tas Blau fragt, warum Herriot nicht den oben erwähnten Vorschlag L^on Blums aufgreife. Wenn ein solches Schiedsge­richt eingesetzt würde, dann würde man mit Erstaunen feststellen können, daß die deutschen Leistungen nicht nur sämttiche Schäden in den während des Krieges

beschädigten Gebieten von Frankreich decken, sondern daß der Ueberschutz reichlich genug sei, um damit die saargruben und viele andere beschlagnahmte Werte zurückzuerwerben.

England sichert sich Bewegungsfreiheit

London, 26. Januar.

Wie die Bank von England mitteilt, hat sie die Ab­sicht, den gesamten Restbetrag des im August vorigen Jahres aufgenommenen französisch-amerika- nischenRediskontkreditsin Höhevon30Mil- lionen Pfund Sterling (ca. 600 Millionen Reichsmark) zum Fälligkeitstermin am 1. Februar zurückzuzah len. Die Zurückzahlung werde ohne jede weitere In­anspruchnahme der Goldreserven der Bank möglich fein.

Diefe Mitteilung zeigt, daß sich der Status der Bank von England weiter günstig entwickelt hat, und daß kaum mehr eine Gefahr für das englische Pfund be­steht. Die Bank erhält damit ihre volle Bewegungs­freiheit zurück und ist in Zukunft gegen jeden franzö­sischen oder amerikanischen Druck, der auf das Pfund ausgeübt werden sollte, weitgehend geschützt. Zweifel los wird sich diese Tatsache auch politisch weitgehend auswirken.

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London, 26. Januar. Die Ankündigung, daß die Bank von England am 1. Februar die Rückzahlung des 50-Millionen-Pfund-Sterlingskr->dits vom August vorigen Jahres an die Bank von Frankreich und die Reuyorker Bundesreservebank ohne Inanspruchnahme

ihrer Goldreserve beenden wird, erfüllt naturgemäß die Londoner Presse mit Befriedigung und Stolz. Times" sagt: Dies ist die 'beste Nachlicht, die der Geldmarkt seit Monaten hatte. Sie wird aus vielen Gründen begrüßt werden, vornehmlich aber als ein bemerkenswertes Zeichen der Stärke.

Englische Denkschrift zur Tributfrage

Paris, 26. Januar.

Wie in politischen Kreisen verlautet, soll der eng­lische Botschafter an Ministerpräsident Laval am Montag eine den britischen Standpunkt zur Tribut­frage enthaltende Denkschrift überreicht haben. Dieser durch französische Zusätze und Vorbehalte er­weiterte Vorschlag sei gleich nach der fast zweistündi­gen Besprechung nach London telephoniert worden und im Laufe des Abends mit neuen britischen Ab­änderungen auf dem gleichen Wege nach Paris zu- rückgegangen. Obgleich man von einer gewisfcn Annäherung der Standpunkte spreche, be­stünden noch ernste Meiiiungsverschieden» heilen, die man auf dem Wege weiterer Verhand­lungen zu beseitigen trachte.

Eine Begegnung zwischen Laval und Macoonald' sei solange zwecklos, als man noch keine feste Grund­lage für eine Verständigung gefunden habe. Vor Ende der Woche fei daher die Ministerbesprechung nicht zu erwarten.

Wie man unsdrüben" sieht

Deutschland im Spiegel der amerikanischen presse

Die Press« ist der Spiegel ihres Landes. Und wenn die europäischen Staa.smänner sich über die Aussichten der Reparationsverhandlungen, der Schul- denabkommen, der Anleihefragen informieren wollen, so lassen sie sich über die öffentliche Meinung der amerikanischen Zeitungen berichten. Sie horchen auf jeden Zwischenton. der aus den politischen Leitartikeln herausklingt, sie bemühen sich, die Nachrichten aus Washing on richtig zu deuten. Sie sollten auch e.n- mail umblättern, sie sollten die Bilder studieren die Feuilletons, die kleinen, scheinbar unwichtigen Be­richte aus Europa wenn sie wissen wollen, wie der Amerikaner uns, wie er Deutschland heute sieht

Mr haben uns die Bilder zeigen lassen, die der amerikanische Redakteur am häufigsten in seine Zeitung aufnimmt. Und wir waren überrascht, daß wir zum größten Teil Photos zu sehen bekamen, die in Deutschland nur ganz vereinzelt oder überhaupt nicht zu sehen waren weil sie für unsere Begriffe langweilig, nicht charakteristisch oder sonst aus irgend­welchen Gründen uninteressant sind!

Da ist ein Bild, auf ihm vier Männer, die den Reichspräsidenten auf feinem alljährlichen Urlaub in Schloß Dietramszell bewachen und ihm überallhin folgen. Das ist es, was den Amerikaner interessiert: die hohe Politik, besser gesagt: die hohen Po­litiker hinter de« Kulissen, im Privatleben, gewissermaßen in Pantoffeln; das Drum und Dran, die kleinen persönlichen Eigenheiten der Man­ner, die Deutschlands Geschicke lenken. Ein umfang­reicher Aussatz, mit dem fast lebensgroßen Porträt Brünings geziert, war übertrieben: .Germanhs Ascetic Ehanselor"Deutschlands asketischer Kanzler,. In diesem Bericht, der sich nahezu aus­schließlich mit der Privatperson Brünings beschästtgt wird der Reichskanzler .halb preußischer Offizier, halb Kardinal" genannt.

Ist es bei diefer Einstellung des amerikanischen Durchschnittslesers zu verwundern. daß die Zeitungen in größter Ausmachung das Bild von dem' Postillon zeigen, der Hindenburg in Dietramszell täglich die Briese bringt; daß sie mit Vorliebe von den Rch- böcken berichten. i>ie der Reichspräsident erlegt hat aber gar nicht oder nur als winzige Meldung von der kommunistische« Störung erzählen die seine Silvesterrede erfahren ha.? Der Amerikaner ist ein großes Kind . Tas Aus und Nieder der aktuellen Politik interessiert ihn nicht. Er möchte das Unter­haltende. das Menschliche der großen -Zeitgenossen behandelt sehen; er lieb, das Bildhafte. Eindeutige, Leichtverständliche.

Hindenburg liegt natürlich als Bildthema von den deutschen Politikern am stärksten in Front. Dann kommt Brüning; aber er hat schon die starke Konkurrenz Hitlers zu bestehen.

Intotem Remien" liegen Schacht und Seeckt; weniger wegen ihrer politischen Bedeutung, als we­gen chres für den Amerikaner merkwürdigen Aus­sehens, charakterisiert durch überhohen Stehkragen und Monokel. Bemerkenswert ist auch die Tatsache,

>daß heute noch der Name Stresemann gern genannt wird: die Kritik der amerikanischen Journalisten stellt oft die Frage, ob diese oder jene politische Handlung Deutschlands Wohl von Stresemann, wenn er noch lebte, gebilligt würde!

Sehr beliebt sind in USA Bildberichte über Schupo und Reichswehr. Aber nicht etwa als Repräsentanten des deutschen .Militarismus", wie sie in Frankreich gern geschildert werden, sondern alsSoldaten des Friedens". Besonders ost wur­den Photos von den Siedlungisversuchen der Reichs­wehr veröffentlicht; darunter vor allem eines, das einen Reichswehrmann beim Kühemelken zeigt.

S o klein ist Deutschlands Kriegs­flotte!" lautete die Unterschrift einer Flugzeug­aufnahme, auf der die gesamte deutsche Flotte im Hafen von Swinemünde zu sehen ist: 2 Torpedo­flottillen, 2 Kreuzer, 4 Linienschiffeein Bild, das Überzeugend barlegt, tote weit Deutschland ab- gerüftet hat!" heißt es im Begleittext. Man sollte es aus den Tisch der Abrüstungskonferenz legen...

Tradition uns Volkskultur Dinge, die das junge Amerika nicht kennt werden gern zu Motiven für Bilder gewählt. Ein Trachtenfest mit Dirndln und Oberlandlern, Spreewälderinnen beim Spinnrad das liebt der Amerikaner. Und dann selbstverständlich auch das, was entfernt mit dem verlorenen Paradies des Alkohols zusammenhängt: ein unglaublich kitschiges Bild zeigt eine Gruppe von matzkrugschwenkenden Knellerinnen und darunter steht der erklärende Text: .Beim Bockbierfest wird das Bier in grotzen Mengen ausgeschenkt, ein ganzer Ochse^ wird vor den Auge« der fröhlichen Zuschauer am Spieß geröstet..." Ein aus München stammen­des Photo zeigt einen Abend auf dem Bierkeller, von oben ausgenommen: .Bayrische Gemütlichkeit aus der Vogelperspektive". Aus einer anderen Aus­nahme ist ein fetter Koch mit einer Armee von Würstchen z« sehe«. Denn Würste das ist die feste Ueberzeugung des Amerikaners sind das Haupt­nahrungsmittel in Deutschland!

H i st o r i s ch e Dinge sind desto beliebter, je älter sie sind. Die Flöte Friedrichs des Großen, die bekanntlich vor euu.ger_ Zeit versteigert wurde, fand das lebhafteste Interesse der amerikanische« Leser. Aber auch das Neueste an technischen Höchst­leistungen und Erfindungen in Deutschland er­fährt man drüben gern möglichst ausführlich Der Zeppelin, das Großflugzeug To X kann der ameri­kanische Redakteur garnich, oft genug in Bild und Wort betreiben. Daneben hört man auch gern von merttoitröigen Erfindungen, die dem deutschen Leser böchstens ein Lächeln abringen: etwa der Blei­stift, der zugleich als Revolver zu benützen ist; er toirö auseinandergeschraubt, mit einer Patrone ge­laden und abgeschossen Außerdem schreibt er noch.

9iidjt seltener als Brüning steh man in Amerika Einstein im Bild. Er ist Deutschlands .inoffizieller Botschafter" und kann in dieser Eigenschaft nur mit schnrelitrg konkurrieren. Ein Bild aus dem fünf Träger des Nobelpreises für Physik zu sehen sind, von denen vier Deutsche waren Einstein, Planck,

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