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5tr. 20 z Zweiun-zwanzigster Jahrgang

Kasseler Treueste Tkachrlchke«

Montag, 25. Januar 1932 / 2. Beilage

Karikatur des Tages

Ge-

Der Fundort be§ RadimnoorkommenS bei Linz i« Oberöfterreich

Kleine Chronik

in

Minister, geboren.

*

gen, weil er sich billiger und meist auch nährlräjtiger reu.

ab.

Don

von ihrem Eintreffen in der Hauptstadt Siams tele­phonisch nach Berlin gegeben. Die Deutsche Telefun­kengesellschaft, die den drahtlosen Telephondienst zwischen Siam und Deutschland versieht, gewährte der Fliegerin als Anerkennung für ihre fliegerischen Leistungen ein Telephongespräch von 15 Minuten zwischen den beiden Hauptstädten. Wie die Fliegerin am Telephon berichtete, ist ihr ein begeisterter Empfang bereitet worden. Als Vertreter des Königs von Siam hatte sich Prinz Paripatra, der vor dem Kriege selbst dem deutschen Heer als Offizier ange­hörte, eingefunden.

In Italien gibt es schon lange eine derartige Ein­richtung in Form derRosticcerien", der Röststuben, die Fleisch frisch vom Eisen mit Gemüse, und zwar in einem kleinen Kohlenöfchen verstaut, liefern. Der er­wähnte Koch in Frankfurt am Main ist jedoch zu der in Deutschland üblichen Eerichtzahl. Suppe, Mittel­gericht mit Kartoffeln und Nachtisch, übergegangen. Da er die Miete für den Speiseraum, die An­schaffungskosten für Bestecks und Porzellan, die Tisch­wäsche und die Bedienung spart, kann er für den üb­lichen Eedeckpreis wesentlich besser liefern. Natürlich entstehen durch den Belieferungsdienst und die not­wendigen sogenanntenMenagen", die ja doppelt vor­handen sein müssen, da das Montagsgeschirr erst am Dienstag wieder mitgenommen wird, ebenfalls Kosten.

Die Verluste an Menschenleben durch den Ausbruch des Vulkans Aeatennango in Guatemala sind geringer gewesen, als ursprünglich befürchtet worden war. Die Regierung schätzt die Zahl der Todesopfer auf zehn. Flugzeugführer ver Pan-Amerika-Linie, die bie, be­troffenen Gebiete überflogen haben, berichten, daß sie viel Rauch und Asche, aber verhältnismäßig wenig Zerstörungen gesichtet haben.

. kommt aus London die Nachricht, der Herzog von Wellington sei schwer erkrankt und seine Her­stellung kaum mehr zu erwarten.

wo er im Garten einen großen Reisighaufen zufam- mentrug, den Leichnam hiueinlegte und dann das Ganze anzündete. Herbeieüende Nachbarn konnten die Verbrennung der Kindesleiche Nicht mehr ver­hindern Rach dem Verbrennungsakt führte Moich wirre Reden und verstreute die Asche in feinem Gar­ten. Die Polizei hat auf Grund des Paragraphen 168 StGB, ein Verfahren gegen Mosch angestrengt.

Mittagessen frei Haus 1.10 RM."

Gulliver Sowjet bei den Europäern.

Sonderbare Völker, streiten und feilschen immer, weiter und merken rein garnichts!"

(Aus der neuesten Nummer des ,/Simvlizimmus").

Am Sonnabend erhielt als erster Verteidiger im Calmette-Prozeß Rechtsanwalt Dr. Darboven für die Angeklagte Schwester Anna Schütze das Wort. In fast dreistündigem Plädoyer ging er auf die gegen die Angeklagte erhobenen Vorwürfe ein. Er kam ab« chließend zu dem Erebnis, daß die Ansicht Petroffs von einem Rückschlag wohl die größte Wahrscheinlich­keit für die Erklärung des Unglücks biete. Im ganzen Prozeß sei der Schwester Anna Schütze keine einzige Unwahrheit nachgewiesen worden. Die Verhandlung wurde dann auf Dienstag vertagt.

*

Gestern früh gegen 4 Uhr bemerkten Dresdener Schutzpolizeibeamte auf ihrer Straße, daß an der Christuskirche in Dresden-Strehlen sämtliche Fenster­scheiben, darunter auch solche mit wertvollen Glas­malereien, durch Steinwürfe zertrümmert waren. Die Beamten suchten das Gelände ab, und es gelang ihnen, einen jungen Mann festzuhalten, der noch zehn faustgroße Steine bei sich hatte. Im Laufe des Sonn­tags konnte n«ch ein weiterer Täter sestgenourmen werden. Es handelt sich um einen 28 Jahre alten Schriftsteller" und einen 24jährigen angeblichen Architekten. Sie behaupten, ihre Tat in Trunkenheit begangen zu haben. *

Das Oberbergamt in Breslau teilt mit: Nachdem am Sonnabend vormittag der Berghauptmann mit den zuständigen Vertretern der Bergbehörde, der Grudenverwaltung und der Betriebsvertretung noch­mals die Bergungsstrecke und die aufgewältigten Un­glücksbaue befahren hat und alle Beteiligten zu der Ueberzeugung gekommen sind, daß die Vermißten nicht mehr leben können und eine Fortsetzung der Ber­gungsarbeiten für das Leben der einzusetzenden Mannschaften äußerst gefährlich ist, hat sich die Berg­behörde mit der Einstellung der Bergungsarbeiten einverstanden erklärt. Auch die Hinterbliebenen der Vermißten sind damit einverstanden.

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Anscheinend angeregt durch das Beispiel Matusch- kas wird in den letzten Tagen in der Nähe von Amsterdam immer wieder versucht, Züge zum Ent­gleisen zu bringen. Dieser Tage spürte der Zugführer der aus Zaandam mit 90 Kilometer Geschwindigkeit nach Amsterdam unterwegs befindlichen elektrischen Bahn einen heftigen Stotz. Als der Zug zum Still­stand gebracht wurde, stellte sich heraus, daß guer zum Bahngleis eisern« Schwellen gelegt waren. Auch am folgenden Tage sand man in der Nähe von Amsterdam über den Gleisen eine eiserne Schwelle.

Die Asienfliegcrin Ellv Beinhorn, die dieser Tage über Rangoon in Bangkok eintraf, hat selbst Nachricht

Der Bauer Maier in MMoi«tel Lim. der sl»6li(6e Besitzer der anndttatte

25. Januar 1832.

. . . wird aus Neuyork berichtet, daß int Jahre 1831 im dortiaen Hafen 1634 Fahrzeuge mit 31739 Passagieren angekommen sind. Von den Schlffen waren: 1294 amerikanische, 278 englische, 25 franzo- sische, 14 schwedische und 11 Bremensche.

Bor wenigen Tagen wurde Europa mit der Nach- :dit überrascht, daft man in Oberösterreich, im soge- lannten Müblviertel in der Nähe von der -tadt Linz (an der Tonaui ein Radiumlager getun- üen hat, denen Ergiebigkeit alle bisher bekannten Ra­diumlager in Europa übertreffen soll.

Linz, 25. Januar.

Mit einem Schlage ist diebucklige Welt" so wird das oberöstdrreichische Mühlviertel seit vielen, vielen Jahren von den Oesterreichern genannt weltberühmt geworden. Viel gelästert, arg geschmäht und seit jeher über die Achsel angesehen, wurden die Mühlviertler". Dabei haben sie weder Verbrechen

Berlin, 25. Januar.

<« kaum glaublicher Vorfall hat sich in der Ort- kchakt Klosterfelde bei Berlin abgespielt. In einer Ibniacu Kolonie bat das Ehepaar Mosch eine kleine meiiirnna Dem Ehepaar war vor zwei Jahren ihr Mnd, eku Knabe im Alter von zehn Monaten, ge­

sagte kurz und bündig:Maier, Wasser haben wir keines gefunden, dafür aber etwas anderes. Wenn alles in Ordnung geht, dann kannst du dir deine eigene Wasserleitung hundert Kilometer lang bauen lassen . . . so viel Geld kannst du verdienen . . .!"

Radium!

Beide rannten zum Bürgermeister. Tann kam der Pfarrer, der Lehrer, der Arzt. Schließlich waren alle Honoratoren versammelt. Die erste flüchtige Untersuchung eines Sachverständigen aus Linz ergab tatsächlich: hochgradia radiumhaltige Erde.

Jetzt qings aber los.

Telefongespräch nach Wen an das Radiumm- ftitut.

Tort erbat man sich sofort Proben. Die Unter­suchung ergab wieder das gleiche: hochgradig ra­diumhaltig.

Eine Menge Sachverständiger prüfen augenblick­lich. Ällles ist fieberhaft gespannt. Wenn sich die bisherigen Untersuchungen bestätigen, dann hat Oesterreich (und das Mühlviertel im besonderen) eine wirkliche Goldgrube gefunden.

Schon aber machen die Wener und die Linzer große Augen. Alles rüstet sich auf eine Expedition in das Mühlviertel. Auf einmal sind die Mühl­viertler wiederliebe" Menschen. Wenn jemand vomMu . . . viertel" spricht oderMilchreisbabn" sagt, wird er verächtlich angeschaut.

Die Mühlviertler sind aber nicht so leicht Serum» zukrieqen. .

Sie haben es nicht vergessen, daß diestabt« fracks" nur dann freundlich und entgegenkommend waren, wenn es etwas zum Beißen gegeben hat im vielgeschmähten Mühlviertel.

Jetzt wollns Wieda kumma (kommen) und nm- schön tun, weil wir gscheiter warn, toia die ganze Stadtbagage miteinanba!" .

Man ist nun in Oesterreich sehr gespannt, wie die weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen ausfallen werben. Nach einem vorläufigen Ergebnis soll bie Erbe auf dem angegebenen Grundstück so beschaffen sein, daß man aus 110090 Kubikmetern ein Gramm reines Radium gewinnen kann. Ein Ergebnis also, das bisher noch in keinem anderen Radiumlager Europas erreicht worden ist.

Wenn tatsächlich alle Voraussetzungen zur Ra- diumgewiununa gegeben erscheinen, dann sind dem Bruderstaate Oesterreich Einkunftsmöglichkeiten er­öffnet worden, die von weittragender Bedeutung fein Würden. Zu wünschen wäre es.

spekt bekommen. Da gab es Zeiten, in denen bie sonst so großtuendenWaner" und diegrotz- goscherten" Linzer in Hellen Scharen ins Mühlvier­tel zogen, um dort Butter, Speck, Eier, Mehl, Grieß und Brot zu Hamstern-

Trotz ber vielen Bosheiten, die man über bie braven Mühlviertler seit Jahren losgelassen hatte, wurden dieStadtfracks" nicht vor der Haustüre stehen gelassen. Reich beladen kamen sie wieder nach Haus« sofern ihnen nicht von der Gendarmerie die Lebensmittel abgenommen worden waren.

Als die größten und schwersteil Notzeiten aber vorbei waren, als man auch wieder ohne Karten Butter, Eier, Speck, Mehl und Grieß bekam, da be­gannen die undankbaren Groß- und Kleinstädter so­fort Wieder auf die Mühlviertler zu schimpfen.

Und so war es geblieben bis vor wenigen Ta- gen. .

Denn jetzt bat Herr Riegl, ein unermüdlicher und überzeugender Pendelgänger, mit seiner Taschenuhr den radiumhaltigen Grund und Boden gefunden. Ja, ausgerechnet mit seiner Taschenuhr. Und zwar auf folgende Weise.

Der Grundbesitzer Franz Maier, ber sich ganz nahe am Schienenstrang ber .Milchreisbahn" eine Wirtschaft hingebaut hatte, fluchte feit Jahren über ben trockenen Boden. Nirgends war Wasser zu fin­den. Alles Bohren führte zu nichts. Schließlich ver­schrieb sich Franz Maier ben Pendelgänger Riegl. Der kam auch und ging tagelang in gebückter Hal­tung mit heraushäng,enber Uhrkette, an bereu Ende seine große silberne Uhr baumelte, bas ganze Ge­lände auf und ab und suchte nach . . . Wasser. Und auf einmal schrie er auf. Die Uhr begann mächtig zu pendeln.Gefunden, gefunden ... da muß Was­ser sein . . . viel Wasser!"

Franz Maier begann mit seinem Knechte zu graben. Aber kein Wasser kam zum Vorschein. Der Pendelgänger sah aber an den verschiedenen Erd­schichten, daß da etwas anderes nicht ganz in Ord- nuna war. (Oder ja in Ordnung war?) Herr Niegl

Das gibt es als neueste, zeitgemäße Einrichtung ... Frankfurt am Main; dort hat sich, wie dasDa­heim" (68. Jahrgang Nr. 16) berichtet:ein Koch auf die Zusendung bürgerlicher Mittagskost eingestellt. Er schickt zur bestimmten Stunde das fertige Essen in gut schließenden, eßwarm haltenden Gefäßen ins Haus.

. . . verläßt Don Pedro, Exkaiser von Brasilien oder, wie er sich jetzt nennen läßt,S. M. der Her­zog von Braganza" in der großen Uniform eines Marschalls der portugiesischen Armee Paris und reift zu der von ihm gesammelteii Flotte nach Belle-Jsle Der Zweck der Expedition ist, feinen Bruder, Miguel, vom portugisischen Thron zu vertrei-

storben. Das Kind ist damals auf dem Friedhof in Klosterfelde beigesetzt worden. Vor einiger Zeit ist bas Ehepaar Mosch einer religiösen Sekte, die sich Profabuijo" nennt, beigetreten. Der Ehemann Mosch, ber, wie Nachbarn aussagten, Zeichen reli­giösen Wahns gezeigt haben soll, begab sich auf ben Friedhof, wo er die Leiche seines Kindes ausgrub. Die Leiche trug er bann zu seinem Siedlungshaus.

begangen noch sind sie schlechte Deutsche. Sm gcnteil, während des Krieges bewiesen dieMühl­viertler", datz sie zu kämpfen verstanden wie selten eine andere Elitetruppe. Kernige, gesunde rind auf­rechte Männer aus dem gelästerten Mühlvienel wa­ren es, die «in den Karvathen, in Galizien, in Rus­sisch-Polen, an der italienischen, serbischen und ru­mänischen Front ihren Mann stellten, Hart.antige Bauernschädel aber wacker« Menschen. Nicht sehr offenherzig und mitteilsam aber grundehrlich. Schwer um jedes Stück Brot ringend, aber doch zu­frieden das sind die Mühlviertler, wenn man im benachbarten Linz oder auch in Wen, in Salzburg aber in Steyr jemanden verspotten frozzeln sagt man dort wollte, dann nannte man ihn einen Mühlviertler"! Deshalb, weil man das Mühlvier­tel die bucklige Welt nannte, darf man aber nicht glauben, daß dort die Menschen Buckel haben. -.Bucklige Welt" wird das Viertel deshalb genannt, weil das ganze Stück Land von Linz angefangen bis zum letzten Ort Aigen-Schlegel, der schon ganz nahe an der (heutigen) tschechischen Grenze liegt, aus lauter kleinen und großen Hügeln besteht. Durch bas Mühlviertel führt feit Jahren eine eigene schmalspurige Balm. Die »Mühlkreisbahn". Kem Mensch in Oberösterreich sagt jedoch Muhlkreisbahn. Jeder behauptet, sie hießeMilchreisbahn". Und dabei ist man geblieben.

Schon einmal während des Krieges und un- mütelbar nachher bat man vorm Mühlviertel Re-

Oireki zum Verbraucher.. .

Unglaubliche Diebesfrechheit.

Berlin, 25. Januar.

Das Schlagwort der heutigen WirtschaftVom Produzenten direkt zum Verbraucher" hat sich eine moderne Einbrecherkolonne ebenfalls in ihrem Sinne zu eigen gemacht. Um dem häufigen Aerger und den Auseinandersetzungen mit den Hehlern zu entgehen, beschlossen sie ein Geschäft zu eröffnen. Es wurden also von einem älteren Henn Mit Bie- dermannsmiene im Erdgeschoß eines Hauses zwei Räume mit zwei Fenstern zur Straße gemietet, Re­gale ausgestellt, Männer mit Handwagen ober Taxen sichren vor und brachten Stoffe oder andere Waren, Kunden kamen und gingen wieder schnell, da man anscheinend bei ber Preisbestimmung sehr kulant ge­wesen war kurz, kein Mensch nahm Anstoß an dem scheinbar mustergültigen Betrieb. Ilm so größer war das allgemeine Erstaunen, als plötzlich Kriminalbe­amte erschienen und der FirmaSalomon u. Eo. , die sogar über einen Lieser-Handwagen mit dreier Aufschrift verfügte, durch den die Polizei allerdings auch aufmerksam geworden war, einen programm- widrigen Besuch abstatteten. Dabei entdeckte man Restposten" aus anderen Einbrüchen, neben ausge- wählten erstklassigen Einbruchswerkzeugen, die noch die Spuren ihrer letzten Benutzung zeigten. Das Konsortium, bestehend ansMillionenmare",Sän­ger-Paul" und dem Hausdiener, der im Zivil sogar eine Art Livre getragen hatte, war inzwischen aller­dings verschwunden und hatte schnöde die Firma im Stich gelassen.

Oreizeniner-Heiraisschwin-ler

Berlin, 25. Januar.

Ein schon vielfach vorbestrafter Heiratsschwindler der 30 Jahre alte Schlächter Paul Bohm, hatte sich wegen neuer zahlreicher Fälle vor dem Schöf­fengericht Berlin-Mitte zu verantworten. Trotz sei­nes außerordentlichen Körperumfanges fein Ge­wicht beträgt augenblicklich drei Zentner übte Bohm auf heiratslustige Mädchen und Frauen offen­bar eine ungewöhnliche Anziehungskraft aus. Rach der Entlassung aus feiner letzten Hast verlobte er sich hintereinander nicht weniger als fünfmal und schwindelte seinen Bräuten alle Ersparnisse ab. Der Angeklagte, der geständig war, bat das Gericht um mildernde Umstände, weil it.m bie Strafhaft zu gut bekomme. Er habe während der dreimonatigen Un­tersuchungshaft schon 25 Pfund zugenommen, und müsse, wenn er weiterhin so zunehme, sur ferne Ge­sundheit ernstlich fürchten. Tas Gericht ließ aber diesen Grund nicht aclten und verurteilte den An- getlagtcii unter Versagung mildernder Umstande zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren, 2000 Mark Geldstrafe oder weiteren 20 Tagen Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.

3m religiösen Wahn

Leicheiiverbrennung vor den Toren Berlins.

Diebucklige Welt" wird berühmt:

Bauern werden zu Millionären

Sonderbericht für bieK. N. R. von Hans Heinz Mantau.

erweist als der kleine Gasthausbetrieb mit feinem Trinkgeldzwang und Getränkesteueropfer. Die Veran­stalterin solchen privaten Mittagstisches muß aber mindestens über einen großen freien Raum verfugen und über eine ziemlich reichliche Deckausstattung. Versendet sie nun aber die gleiche Anzahl Portionen über zwanzig Personen pflegen nie teilzuneh­men so kann sie mit einem stundenweise gemieteten Radler und der abgezählten Anzahl Menagen aus­kommen. Die meisten Menschen ziehen es überdies vor, in einem Raum für sich zu speisen und sich viel-. leicht besonders wenn für mehrere Personen be­stellt wird noch etwas vom Mittag für den Abend aufzuheben".

Englische Sträflinge meuter«

London, 25. Januar.

Im Dartmoor-Gefängnis in Princetown (Eng­land) brach am Sonntag eine Meuterei unter den Gefangenen ans. Die Gefangenen griffen die Wär­ter und Beamten an und verletzten mehrere von ihnen. Sie erbrachen die Gefängniskapelle, raubten die Instrumente des Gefängnisorchesters und

veranstalteten auf dem Hofe ein Höllenkonzert.

Dann brachen sie in den Speisefaal ein. Wo sie Zi­garetten an sich nahmen. Die Gendarmerie in der ganzen Umgegend wurde sofort alarmiert und traf bald auf Omnibussen, Lastkraftwagen und Privat­wagen ein. Inzwischen hatten die Gefangenen einen Teil der Gefängnisgebäude in Brand gesetzt. Der Glockenturm des Gefängnisses und einige Büro­räume brannten völlig aus, obwohl die Feuerwehr den Brand mit aller Straft bekämpfte. Die Gefäug-

| nispolizei und die von außerhalb e'ingetroffenen

Gendarmen

eröffneten das Feuer auf die Gefangenen.

Die Verluste fallen sich auf drei Tote und 70 Schwer- verletzte belaufen. Es wird vermutet, daß ein Teil der Gefangenen geflüchtet ist. Die Polizei hat des­halb eine Ra-tta in der ganzen Umgebung einge­leitet. Ein Gefangener, der auf das Gefängnisdach

I geklettert war, wurde von einem Polizsiosfizier her- untergeschossen. Der Gouverneur des Gefängnisses

I war von einem Gefangenen in eine Zelle einge- I schlossen worden und mußte von der Polizei befreit werden. Am Sonntag nachmittag konnte bie Ord­nung im Gefängnis wieder hergestellt werden.

Bereits feit einigen Tagen waren in dem Ge­fängnis Unruhen int Gange. Am Sonnabend hat-

I ten die Gefangenen das Essen zurückgewiesen; zu Beginn der Woche hatte ein Gefangener versucht,

I auszubrechen und am Freitag überfiel ein Gesauge- ner den Wärter mit einem Rasiermesser.

Eine amtliche Mitteilung des Ministeriums des Innern besagt u. a.: Als die Sträflinge des Zucht­hauses Dartmoor vormittags zur Kapelle geleitet wurden, verließen mehr als 100 von insgesamt 400 Sträflingen die Reihen, und das Wachtp.rsonal war einige Zeit außerstande, die Ordnung wiederherzu­stellen. "Einige Sträflinge drangen in das Verwal- I tungsbüro und verbrannten Akten. Eine An zahl Sträflinge versuchte, die Mauern zu erklettern, fowfe die Gefängnisbeamten von ihren Schußwaffen Ge- I brauch machen mutzten, um Ausbrüche zu verhindern. I Um 11 Uhr waren die Unruhen beendet

HEUTE

VOR HUNDERT JAHREN

. . spricht man in Wien von der bevorstehenden Verlobung d s Herzogs von Reichsstadt (Napoleons Sohn) mit der Prinzessin Therese, der Tochter des Erzherzogs Karl, und seiner Erhebung zum Erz­herzog von Oesterreich.

wurde in Berlin Paul Bronsart von Schel­fendorf, der spätere preußische General und Kricgs-

Denuoch sehen wir hier eine neue Möglichkeit für eine tüchtige Frau, ihre Kochkenntnisse gewinnbrin­gend auszunützen. Auch in einer kleineren Stadt fehlt es in vielen Haushaltungen an Zeit, sich der Kocherei zu widmen, scheut man die Verantwortung des Ein­kaufs, die Mühe des Eemüfeputzens und des Topf- ---- -----.

scheuerns In größeren Städten ist man schon vielfach ben. Die Fahrt geht zuerst nach den Azoren uns zum gemeinsamenprivaten Mittagstisch" übergegan- l nach Madeira, die zu der Partei Ton Pedros hal-

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