Hessische Abendzeitung
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KOler Neueste Nachrichten
Nummer 20*
Montag, 25. Januar 1932
22. Jahrgang
Ein Interview des Reichswehrministers
Groener über Abrüsiungsfrage, Pazifismus und Nationalsozialismus / Wüste französische Chauvinistenhetze / Kommunistische Llnruhen in Salvador
3m Schatten der Abrüstungskonferenz
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 25. Januar.
Reichsminister Groener gewährte dem Berliner Vertreter der „Volonte" eine lange Unterredung. Groener betonte erneut, daß Deutschland die Abrü- stunHsbestimmungen des Versailler Vertrages erfüllt und dasselbe Recht auf Sicherheit tote jeder aridere Staat habe. Groener verwies sodann darauf, Laß die nächsten Nachbarn Deutschlands in der Lage seien, sofort zehn Millionen zu mobilisieren. Deutschland könne diesen zehn Millionen nur 100 000 Mann für das Landheer und 15000 Mann für die Marine im Kriegsfälle entgegenstellen, da der jüngste Soldat des Weltkrieges bereits 30 Jahre alt sei und seither keine militärische Ausbildung mehr erhalten habe.
Der französische Pressevertreter legte dann dem Minister eine Reihe von Fragen vor.
Die Fragen des Korrespondenten bezögen sich zu nächst auf die Behauptungen des Senators E c e a r d u«d des Generals Bourgeois. Der Minister widerlegte hier noch einmal die französischen Märchen von deutschen Geheimrüstungen. Er stellt fest, daß ein Vergleich zwischen den Heereshaushalten der Staaten unmöglich fei. Man habe festgestellt, daß 214 000 französische Rekruten ebensoviel kosteten wie 5600 englische RÄruteü, da letztere als Berufssoldaten eine bedeutenv höhere Besoldung erhielten. Das gleiche gelte für Deutschland. Da in Deutschland nur einige Privatfirmen ausschließlich für die Reichswehr Kriegsmaterial Herstellen durften und ein Handel mit Kriegsmaterial verboten sei, fei es verständlich, daß Deutschland für jedes Stück Heeresmaterial sehr viel mehr bezahle als Frankreich mit seiner mächtigen Kriegsindustrie. Trotzdem sei der deutsche Heeres- haushalt seit 1918 ständig herabgesetzt worden, während der französische sich seitdem dauernd erhöht habe. Unter diesen Umständen könne wohl kaum ein vernünftiger Mensch noch von Geheimrüstungen sprechen.
Der französische Pressevertreter fragte dann weiter: Es wird behauptet, daß die deutsche Flotte unterhalb der Grenze geblieben ist, die -der Versailler Vertrag gezogen hat. Ist diese Auffassung richtig?
zer durch Neubauten ersetzen können. Tatsächlich haben wir von 1921 —1931 nur 1 Panzerschiff und fünf Kreuzer vom Stapel gelassen.
Wie verhält es sich in Deutschland mit der militärischen Jugenderziehung und welche Bedeutung haben Stahlhelm und die nationalsozialistischen Organisationen vom militärischen Gesichtspunkt aus?
In Deutschland gibt es keine militärische Jugenderziehung. Der Sport, der in der deutschen Jugend getrieben wird, hat mit militärischer Ausbildung nichts zu tun. Ebensowenig können der Stahlhelm und die SA. der Nationalsozialisten als militärische Verbände angesprochen werden. Es fohlt ihnen vollständig an Waffen aller Art.
Was meint der Reichswehrminister über die deutschen Pazifisten?
Zch will mich über den Pazifismus als Weltanschauung nicht äußern. Ich bin aber dazu verpflichtet, Leute zu bekämpfen, welche die Atmosphäre zwischen Deutschland und dem Auslande durch angebliche „Enthüllungen über deutsche Vertragsverletzungen" vergifte». Wer dem. Auslande zuruft: „Nüstet sticht ab, ;.oe.rn rüstÄ tuif!" den kann ich nicht als Pazifisten an- sehen. An mich hat sich noch nie ein französischer Pazifist mit Mitteilungen über die französische Wehrmacht gewandt. Sogenannte deutsche Pazifisten aber sind es, die in den engsten Beziehungen zum französischen Eeneralstab und zu den französischen nationalistischen Parteien stehen. Das ist ein Unterschied, den man in Frankreich wohl bedenken möge, wenn man glaubt, für die „deutschen Pazifisten" eintreten zu müssen.
Wie denken Sie über die Aussichten bet Natio- w^sozialisten in Deutschland?
Die nationalsozialistische Bewegung ist in den letzten Jahren lawinenartig angewachsen. Ihre Führer haben sich zur Legalität bekannt. Sie wissen auch, daß die Machtmittel des Deutschen Reiches und der Länder
dann erhebt sich eine „angsterfüllte" Stimme, die im Namen des bedrängten Vaterlandes dieses Material als „unumstößliche Tatsachen" der Oesfentlichkeit preisgibt; feie Regierung gibt darauf mehr als Zweideutige Auskunft und verspricht feierlich, unter allen Umständen für die Sicherheit Frankreichs zu forgen.
Die neueste und wirksamste Form der Kriegspropaganda ist die des Rundfunks,
tu dessen Programmen man regelmäßig ein Kapitel chauvinistischer Hetze entdecken kann. Besonders das „Centre de Propagande" der nationalen Republikaner, dem die beiden mächtigsten Regierungsparteien, Demokratische Allianz und Republikanische Föderation angehören, entfaltet durch seinen Posten „Radio-L. L." in diesem Sinne eine rastlose Tätigkeit; int Verlaufe von geschickten und leichten Plaudereien wird das Publikum auf die „w a ch s e n d e K r i e g s g e f a h r" aufmerksam gemacht, die Frankreich von Osten her drohe, auf die deutschen Rüstungen und die Notwendigkeit, sich „bereit" zu halten. Bis in die entlegensten Dörfer hinein bringt der kriegerische Ruf, wobei die Wirkung natürlich oft ein wenig anders als erwünscht ausfällt: Die Massett, von einer wahren Panikstimmung ergriffen, suchen Geld und Gut in Sicherheit zu bringen, sodaß mancherorts scharfe Maßregeln ergriffen werden mußten. Nach einem Bericht der radikalen „Oeuvre" wurden im Zentrum von Paris, dicht am Platze der Großen Oper, chauvinistische Flugzettel verteilt, die mit dichterischem Schwünge Frankreich zur Wehr aufforderten: Oh Jahr 32, schreckliches Jahr! Volk, in deinen Händen liegt dem Schicksal! Gattinnen, Schwestern, Mütter, trocknet eure Tränen, erhebt eure Stimme, stoßet diesen Alarmschrei ans an die jungen Poilus, die nunmehr berufen sind, das ruhmvolle Frankreich den Franzosen wiederzugeben!
Selbst die alte Pariser Sorbonne ist der Schauplatz einer chauvinistischen Kampagne geworden, die jeden Tag neue Blüten treibt. Bald ist es ein Film über die Kriegsschule von St. Cyr, der in die Apotheose ausklingt: „S ie lernen, um zu siegen!", bald eine Versammlung der Vertreter von 85 000 Reserveoffizieren, die Frankreichs Macht und unbeugsame Energie preisen; bis in die Volksschulen hinein wird der Haß gegen alles Deutsche gepredigt, und unter den zahllosen Handbüchern, die einen solchen Geist verherrlichen, fei nur das Werk vonCharrier
erwähnt, das folgende „ausgewählte Stücke" enchält: Zwei Kinder spielen mit ihrer Mutter im Pare Mon- ceau. Plötznch der Knabe: Weißt du, Mama, ich will gleich Papa die „Boches" töten. Bis es soweit ist, verbläut er die Buben gleichen Alters, die für ihn solche „Boches" darstellen, und die Mutter klatscht Beifall. Ein andermal haben sie einen Spatz gefangen, sperren ihn ein und nennen ihn natürlich „Boche". Er frißt unheimlich viel, und daran allein, meinen die Kinder, sieht man, daß es ein echter Boche ist Nach und nach aber wird er zivilisierter, und man beginnt zu glauben, da' er vielleicht doch ein Elsäßer fein mag. Bis eines fchönen Tages die Käfigtür aufsteht und der Spatz entflieht: „Was : wllt ihr, Kinder, sagt die Mutter, es war trotz allem ein Boche!" Daß auch
die materielle Kriegsvorbereitung nicht vergessen wird, beweisen nicht ”.ur die fieberhaft betriebenen Rüstungen und gewisse andere Anzeichen, über die man c -* liebsten schweigen möchte, sondern auch geheime offizielle Rundschr-iben wie das des Pr ä f e k t e n des Saone-et-Loire-Dcpartement an die Bürgermeister, das sie dringend ausfordert, in kürzester Frist eine Liste aller öffentlicher Einrichtungen, Beamten ufto. einzureichen, die nach einem einheitlichen Plan mobilisierbar sind; keine, auch nicht die geringste Einzelheit ist dabei außer Acht, gelassen, und das Ganze sieht völlig wie eine Mobilisation im Frieden aus, die bis 'n die letzten VerzwePungen deS wirtschaftlichen und administrativen Lebens durchgeführt werden soll.
Der Aufstand in Salvador
Neuyork, 25. Januar.
Nach einer Meldung aus Guatemala sind in der Republik Salvador kommunistische Unruhen ausgebrochen. Die Kommunisten beherrschen die Städte La Libertad, Zaragoza und Santa Tecla. Zahlreiche Regierungsoffiziere wurden ermordet. Die Truppen sind der Regierung treu geblieben und haben sich in der Hauptstadt San Salvador verschanzt. Dorthin sind alle Fremden geflohen, lieber das ganze Land ist Kriegsrecht und Zensur verhängt. Alle Kommunisten, deren man habhaft werden kann, werden hingerichtet. Die fremden Kriegsschiffe, die in La Libertad eingetroffen sind, warten auf Befehl, Truppen zu landen.
Neuyork, 25. Januar. Wie von Regierungsfeite in Salvador verlautet, ist der kommunistifche Aufstand bereits im wesentlichen unterdrückt.
Diese Auffassung stimmt. Nach dem Friedensvertrag haben wir das Recht, abgesehen von den kleineren Schiffen, 6 Panzerschiffe und 6 Kreuzer, zusammen also 12 größere Schiffe, in Dienst zu halten. Die darüber hinaus noch erlaubten Reserveschiffe — zwei Linienschiffe und 2 Kreuzer — sind dabei nicht berücksichtigt. Deutschland hat aber niemals mehr als acht Schiffe (4 Panzerschiffe und 4 Kreuzer) in Dienst gehalten. Ferner dursten wir unsere alten Panzerschiffe und Kreuzer nach 20jähriger Lebensdauer ersetzen. Da die Schiffe, die uns gelassen wurden, sämtlich überaltert waren, hätten wir in den Jahren 1921—1926 unsere sämtlichen Panzerschiffe und Kren-
so stark sind, daß sie auf illegalem Wege niemals zur Macht kommen würden. Ob die Partei einmal fo stark werden wird, daß fie allein zur Regierung kommen kann, ohne sich durch Koalitionen mit anderen Parteien zu binden, kann man heute noch nicht beurteilen. Wenn es aber etwas gibt, welches noch mehr Deutsche dazu treibt, an den bisherigen politischen Methoden zu verzweifeln uno die Reihen der radikalen Parteien zu verstärken, fo ist es die Politik derjenigen Staaten, die feit dem Kriege Deutschland als eine Nationzwei- ter Klasse behandeln und ihm selbst diejenigen Rechte vorenthalten wollen, die jedes Volk von Natur in Anspruch nimmt: das Recht auf freie Entwicklung und auf Sicherheit.
Spiel mit dem Feuer
Die Pariser Chauvinisten an der Arbeit.
Dr. Pz. Paris, 24. Januar.
Immer stärker mehren sich feie Zeichen einer wahren Kriegspsychose bei den Massen fees französischen Volkes. Wir wollen hier nicht aus ein Blatt wie die „Action Franzaise" Hinweisen, die gleich ihren zahlreichen Provinzausgaben Tag um Tag einen bereits unmittelbar bevorstehenden Angriff Deutschlands, den Krieg für morgen, das Eindringen der Reichswehr in die enianilitarifierten Gebiete, den Aufmarsch der deutschen Truppe» längs der französischen Grenze prophezeit; nicht auf die Hetzereien der zahllosen chauvinistischen Wochenschriften, die wie Pilze aus dem Boden schießen und offenbar einem Bedürfnis entsprechen, da sie so gierig von einem breiten Publikum verschlungen werden; sondern auf eine
Propaganda, die von den höchsten Stelle» geduldet, wenn nicht direkt bewirkt und unterstützt wird.
Soweit bis jetzt ersichtlich, versolgt sie einen doppelten Zweck: Einmal soll sie am Vorabend der Genfer Abrüstungskonferenz beweisen, daß Frankreichs Rüstungen kaum noch genügen, um sich der gewaltigen Angriffsmittel Deutschlands zu erwehren, daß Frankreich im Besonderen den Bestimmungen des Artikels 8 des Völkerbundpaktes über feie Rüstungsbeschränkung auf das Mindestmaß der nationalen Sicherheit genügt hat; dann ist sie offenkundig darauf berechnet, eine starke innere Front herzustellen, feie ,im Hinblick auf die bevorstehenden Kammerwahlen alle Tendenzen erstickt, feie auf Grün« besserer Einsicht
für eine gerechte Lösung der zwischenstaatlichen Fragen kämpfen. Daneben offenbart sich in den letzten Tagen noch ein Anderes:
Offene Gewalt gegen ein Deutschland, das seinen „Reparationspflichten" nicht nachkomme!
Nichts hilft, sich vor den Tatsachen die Augen zu verschließen. An einem einzigen Tage werden folgende unmißverständliche Drohungen ausgesprochen: Tas „Journal des Döbats" folgert ans feer ablehnenden Haltung der Vereinigten Staaten, Frankreich sei Deutschland gegenüber gezwungen, zu handeln. Der offiziöse Pertinar im „Echo de Paris" schreibt, wenn England mit Frankreich gehe, seien Gewalt- maßregeln in Europa überflüssig; wenn nicht, so müsse man alles befürchten. Und das noch gemäßigtere Journal" fordert nicht nur feie Betonung eines theoretischen Rechts, sondern auch dessen praktische Ausführung, wozu Frankreich gezwungen fei, die nötigen Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland zu ergreifen. Was man eigentlich unter dieser Gewaltanwendung versteht, ist noch nicht ganz klar. In der breiten Masse des Volkes herrscht jedenfalls -die Ueberzeugung, daß es sich gegebenenfalls um militärische Maßnahmen handeln wird, uno man legt sich nicht einmal Rechenschaft ab von dem Widerspruch, feer zwischen dieser Ueberzeugung und dem „deutschen Angrissswillen" besteht.
Eine besondere Nennung verdienen ohne Zweisel die beiden Senatoren Eccard und General Bourgeois, feie feit Wochen in feen auswärtigen Kom Missionen feer Kammer und des Senats über Deutschlands „Rüstungen" wahre Schauergeschichten erzählen. Die Mechade ist immer die gleiche: Erst wird ein ttmiangreiches, ja geradezu verbliisfenves ..Material" in geheimer Ausschußsttzung vertraulich- mitgeteilt.
MacdonaW konferiert mit Laval
(Von nuferer Berliner Sehrts Heilung).
th. Berlin, 25. Januar.
Die Zusammenkunft, die zwischen dem fran- z ö s i s ch e u und dem englischen Mini st e r - Präsidenten für Mitte dieser Woche geplant ist, dürfte das politisch wichtigste Ereignis der nächsten Tage werden, da von dieser Besprechung das weitere Schicksal der geplante» Reparationskonferenz in hohem Maße abhängt.
Es wird der Versuch gemacht werden, zwischen den beiden Ministerprästdetiten bestimmte Vereinbarungen über die Abhaltung einer besonderen Zusammenkunft zu treffen, auf welcher dann die Rcparationsfrage, gesondert von den übrigen jetzt in Genf zur Debatte gestellten Problemen, behandelt werden soll, und es ist in Aussicht genommen, die deutsche Regierung von dem Ergebnis dieser Sonderbesprechttng zu unterrichten.
Im Hinblick auf die Termine, die dabei in Betracht kommen, hat sich nicht allzuviel geändert. Man nimmt in Berliner politischen Kreisen an, daß es im wesentlichen bei den bisherigen Dispositionen bleiben wird. Danach würde die deutsche Delegation für die Abrüstungskonferenz sich Ende dieser Woche nach Genf begeben. Der Kanzler wird erst eine Woche später fahren, weil die große politische Diskusüo» über die Abrüsiungsfrage erst in der zweiten Febrnarwoche zu erwarten ist. Die Verhandlungen des Volkerbundsrates nehmen bereits heute in Genf ihren Anfang. Die deutsche Delegation für diese Zusammenkunft ist am Sonnabend von Berlin abgereist. Wenn Vieser Arbeitsplan im wesentlichen unverändert bleibt, so würde dann die besondere Reparationskonferenz, die außerhalb von Genf ftattfinben soll, nach wie vor für ungefähr Mitte Februar zu erwarten sein Es bleibt dahingestellt, inwieweit die Zusammenkunft zwischen Laval und Macdonald sowie vie sonstigen diplomatischen Auseinandersetzungen noch Aenderungen in dieses Programm bringen.
Politisch bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die
Abkühlung der Stimmung zwischen Washington und Paris.
Rian führt dies darauf zurück, daß die Franzosen
weitere Goldabzüge aus Neuyork borge« nomtnen haben, und darin wiederum erblickt man ein französisches Manöver, die Position Frankreichs unmittelbar vor den Reparationsverhandlungen möglichst stärker zu machen. Andererseits ist damit eine politische Entfremdung gegenüber den Amerikanern herbeigeführt worden, die ihren politischen Ausdruck in einer sehr scharfen Rede des Senators B o r a h findet, die er gegen die jetzige Reparationspolitik der Franzosen gehalten hat. 'Dian hat hier den Eindruck, daß die Isolierung Frankreichs dadurch weiter sort- schreitet, besonders da man in den amerikanischen Finanzkreisen bereits den Vorschlag erörtert, man möge die Franzosen, wenn sie weitere Goldabzüge auch in Amerika vornehmen, ihr Gold ruhig zurück- nehmen lassen, aber man möge damit zugleich auf eine finanzpolitische Zusammenarbeit mit Frankreich in stärkerem Maße verzichten.
Preußen und das ZReid?
th. Berlin, 25. Januar.
I» der innerpolitischen Arbeit handelt es sich für die nächste Zeit, so weit Preuße» i» Betracht kommt, um den Ausgleich des Etats, de» der Fi- »aitzmittister bis zum Zusammentritt des Landtags, also dem 11. Februar, herbeigeführt haben soll. Man beachtet einen Artikel des Reichsverkehrsministers T r e »i r a n u s, der sich mit den notwendigen Reformarbeiten i» Reich und Länder» befaßt und der darauf hinweist, daß der Dualismus zwischen Reich und Preußen die in dieser Hinsicht entscheidende Frage sei.
An diese Feststellung knüpft „Der Montag" die Bemerkung, daß Gerüchte im Gange sind, wonach die Neuwahlen in Preußen eventuell dadurch verschoben werven konnten, daß man jetzt Pläne zur B e s e i t i- gung des Dualismus zwischen Reich und Preußen in den Vordergrund schiebt. Das seien Anschauungen, in denen das Blatt eine Ueberein- stimmung mit der Auffassung des Reichsminister« Treviranus und zugleich einen scharfe» Gegensatz gegenüber den bisher geäußerten Meinungen der preußischen Regierung in diesem Problem erblickt.