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Sonnabend, 23./Sonntag, 24. Januar 1932

Kasseler Treueste Tlo^rfAfen

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Staat und Wirtschaft im dritten ZRetd?

Nationalsozialistische Kundgebung in der Stadthalle

bs. Die Nationalsozialisten veranstalteten am Donnerstagabend in der Stadthall« eine Kund­gebung, die sehr stark besucht war Der große Saal war überfüllt, als Gauleiter Frank das Wori zur Begrüßungsansprache ergriff. Er wies daraus hin, daß das Stadlhallenverbol für die Bewegung noch nicht Tatsache geworden fei; wenn dieser Fall eintre­ten sollte, so würden die Nationalsozialisten dies da­mit beantworten, daß sie sämtliche Veranstaltungen in diesen Räumen nicht mehr besuchen würden, aller­dings zum Schaden der Stadt Kassel.

Elsner von Gronow

ging in seiner Rede aus von den zwischen Brüning und Hitler abgehaltenen Verhandlungen über die Reichspräsidentenwahl und betonte dabei, daß die

Reichsbahndirektion Kassel bleibt

schilderte anschließend an Hand von Lichtbildausnah­men die Heldenfahrten des deutschen Krcuzergeschwa ders des Grasen SPee. Insbesondere die Seeschlacht an den Falklandinseln wurde von ihm in erschüttern- dn Worten geschildert. Seine Ausführungen, die gro­ßen Eindruck hinterließen, lösten ebenfalls starken Beifall aus.

Bestellung von Sachverständigen. Auf Grund des Paragraphen-34 der Polizeiverordnuna beti. Feld- und Forstschutz vom 23. Juli 1928 (Sonoerbeilage zum Amtsblatt 1928 der Regierung in Kassel) sind der Obergartenbauführer Wilhelm B e Hiendorf und der Eartenbauführer Adam K n e i s e l in Kassel als Sachverständige zur Besichtigung der mit Apfelbäumen bepflanzten Grundstücke für den Stadtkreis Kassel be­stellt worden

Fahrplanverbesserung im Nahverkehr. Vom Montag, 25. d. M., ab wird zwischen Kassel-Wilhelms- höhe und Kassel-Hbf. versuchsweise ein neuer Per­

sonenzug eingelegt. Fahrplan: Kassel-Wilhhelmshöhe ah 21.06 Uhr, Kirchditmold ab 21.10 Uhr, Kassel-Hbf. an 21.16 Uhr.

Bürgersteuer und Jugendliche. Der Bezirksverein Kassel-Wehlheiden teilt mit: Ar den letzten Tagen sind uns wiederholt Veranlagungsbescheide zu Gesicht bekommen, wo Jugendliche unter 20 Jahren zu r Bürger st euer veranlagt worden sind. Wir machen darauf aufmerksam, daß es sich empfeh­len dürfte, die Veranlagungsbescheide zur Bürgersteuer in dieser Hinsicht einer Nachprüfung zu unterziehen. Zur Bürgersteuer dürfen nach der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 16. April 1930, § 23 Bürgersteuer, § 1 Absatz 1, nur Personen veranlagt werden, die am 10. Oktober 1931 über 20 Jahre alt gewesen sind.

Wir geben Auskunft

Lriefkasten Der X. Ä

B. G. 32. Da Sie Seit Mantel schon einigemal« getragen haben, ist die Rechtslage für Sie zweifelhaft. 33tr raten ihnen, die Firma unter Setzung einer angemessenen Frist aufzusordern, den fehlenden ('Hirtel zu liefern, andernfalls wurden Sie sich denselben auf Kosten der Firma selbst be­sorgen. Rack Ablauf der Frist können sie sich attderwe etnderken und den Kaufpreis des Gürtels als Schaden- ersabfordernng geltend machen.

Berkin, 22. Januar.

Dix Meldung von einer Auflösung der Reichsbahndirektion Kassel zugunsten der Reichsbahndirettion Hannover ist, wie von der Gene­ral-Direktion der Reichsbahn in Berlin festgestellt wird, vollkommen unzutreffend. Diese Be­hauptung kann hundertprozentig demen­tiert werden. An dem Bestand der Reichsbahndirek- tion Kassel ändert sich nichts.

^mtratwe dazu vom Reichskanzler ausgegangen sei. Damit fei der Beweis erbracht, daß man die Be­wegung auch' in Regierungskreisen als legale Orga- Nl;atum anerkannt habe. Die Nationalsozialisten standen auf dem Standpunkt, daß die Reichsprä- fldentenwahl dem deutschen Volke einen Führer bringen muffe, der in kurzer Zeit in der Lage sei, das dritte Reich zu schaffen. Ob diese Persönlichkeit spä­ter die oberste Spitze im Volke sein werde, bleibe eine offene. Frage. Auf jeden Fall werde die Wahl aus der Grundlage der heutigen Verfassung vorgenom­men werden.

Im dritten Reiche werde der Parlamentarismus eine Unmöglichkeit sein.

Einige starke Persönlichkeiten mit größteul V-rant- wortungsgesuhl wurden die Führer fern. Ihnen werden beratende Körperschaften zur Seite stehen. Bei der Führerauslese werde jedoch nicht die Parteizugehörigkeit, sondern die Tüchtigkeit ausschlaggebend sein. Die bisherige starre Verwal- tungssorm trage die Schuld daran, daß ein Mangel an fähigen Kopsen zu verzeichnen gewesen sei. Der Redner betonte, daß die Staatsorganisation von obenher eine geringe Begrenzung aufweisen und sämtliche Parteibeamten zur Entlassung kommen werden Die Verantwortung vor öcnt gesamten Volke eine an die Spitze der Verwaltung ge­stellte Persönlichkeit, die in entscheidenden Fragen der Natron allem zu handeln das Recht haben werde. Ein aus etwa 20 Personen bestehender Senat werde ihm bei großen Entscheidungen beratend zur Seite stehen; er werde auch die Befugnis haben, das Retchsoberhaupt zu wählen.

Die Führerauslese

werde im Staate der Nationalsozialisten mit größter Sorgfalt vorgenommen und sich lediglich nach Tüch­tigkeit, Sachkenntnis und Charaktereigenschaften der Persönlichkeit richten. Als oberste Spitze der Wehr- machl werde ein Reichsmarschall stehen. Das neue Volksheer gründe sich jedoch nicht auf die allge­meine Wehrpflicht, sondern seine Grundlage werde ein Wehrrecht für jeden deutschen Mann sein. Neben dem Reichsaußenminister, der die Verantwortung für Außenpolitik allein trage, werde ein Jnnnenkanzler über sämtliche Or­gane der allgemeinen öffentlichen Verwaltung wachen.

Eine Neugliederung der

öffentlichen Verwaltung der Länder

werde vorgenommen nach stammesmäßigen Gesichts­punkten, dabei werde Fronr gemacht gegen die Klein­staaterei. Das gesamte Schulwesen werde einheitlich zusammengefaßt und auf christliche Grundlage gestelli werden. Andere als christliche Konfessionen werden im dritten Reich staatlicherseits nicht anzuerkennen sein.

Die deutsche Rechtspflege werde auf die Grundlage des natürlichen deutschen Rechrsempsin- dens gestellr werden. Im Interesse krafivoller Zu- kunflsbejahung werde der Minderwertige als Schäd­ling behandelt werden. Aus das Gebiet der

Wirtschaftspolitik

übergehend, betonte der Redner die Verantwortung eines Wirtschaftskanzlers. Der Profit solle nicht mehr angebetet werden, die Arbeit nicht mehr als Ware betrachtet und der Träger der Arbeit nicht mehr zum Sklaven gestempelt werden. Die reale Volkskraft müsse endlich einmal höher bewertet werden als die Materie. Ein Einkommen gebe es nur noch nach wirklicher Leistung.. Man werde auch endlich Schluß machen mit der internationalen Wirtschaftsaufi faffung; die natürlichen Kräfte des Volkes müßten auf der nationalen Volkswirtschaft ausgebaut werden

Die Bedeutung der notwendigen schöpferischen Betätigung mache eine rechie Verteilung der Auf­stiegsmöglichkeit notwendig, was besonders auf dem Lande durch planmäßige Siedlung durchqeführt werde. Durch eine gut organisierte Arbeitsdienst­pflicht sollen Volkswerte ohne einen großen Verwal- tungsapparat geschaffen werden. Das deutsche Volk werde seinen Lebensbedarf aus eigener Kraft her stellen. Dabei werde mit der

Zollpolitik

der letzten zehn Jahre gebrochen werden, indem der deutsche Erzeuger einen größeren Schutz genieße. Mit dem Ausfuhrüberschuß werde das deutsche Volk in der Lage sein seine privaten Auslandsschulden ab­zudecken, die von ben- Nationalsozialisten anerkannt werden. Tribute würden jedoch nicht mehr bezahlt werden an das Ausland.

Das gesamte deutsche Verkehrswesen werd« in einer Hand zusammengefaßt werden zum Nutzen der Gesamtheit, desgleichen das gesamte Geld-, Kredit- und Versicherungswesen. Ferner müsse ein Zins­monopol geschaffen werden. Aus

währungspolitische Fragen

eingehend betonte der Redner des E n d e d er G ol d- währung int dritten Reich. Die neue Währung baue sich aus der Arbeitsleistungskrast unseres Volkes auf und werde als soziale Leistunqsmark bezeichne: werden können Der Redner trat schließlich für di« Wiedereinführung der berufsständischen Kammern ein, desgleichen für die Gleichstellung von Löhnen und Gehältern in Swdt und Land, da­mit ein großer Teil unseres Volkes wieder mehr als bisher mit der Scholle verankert werde Die Ausfüh­rungen des Redners fanden starken Beifall.

Geschützführer a. D. Oehle, der letzte über­lebende Geschützführer des Kreuzers „Gneifenau"

Mn erst recht Krenr-en-Werbung!

Ein kluger Erlaß

Zur Fremdenverkehrswerbung hat der Reichsverkehrsminister einen Erlaß herausgegeben, der angesichts der Kasseler Passivität nicht ohne In­teresse ist. Es heißt u. a.:

Gerade in ber heutigen 3eit, wo die Zahl der Personen, die sich eine Erholungsreise gestatten können, im Sinken ist und vielfach die Reisen zeitlich beschränkt werden, werden die Verkehrsverbände ihre Werbung intensiver gestalten müssen. Nur dann wird es gelingen, in dem deutschen Reisepublikum der Ueber- zeugung zum Siege zu verhelfen, daß Deutschland ge­nug der landschaftlichen Reize und genug an heilkräf­tigen Quellen jeder Art bietet, so daß ein Entschluß, sich auf eine Jnlandsreise zu beschränken, nicht zu schwer fallen kann, zumal es jetzt als

vaterländische Pflicht betrachtet werden muß, das deutsche Geld im Inlands zu verzehren.

Nur bei intensivster Werbung aller beteiligten Kreise wird es ferner auch gelingen, den ausländischen Fremden ström nach Deutschlands schönen Gegenden zu leiten.

Ein Rasten auf den in dieser Richtung beschritte­nen Wegen würde uns um vieles zurückwerfen und einen nie wieder gut zu machenden Schaden der deutschen Fremdenverkehrswirtschaft zum Bor- teil der Nachbarländer zur Folge habe».

Es liegt auf der Hand, daß es heute den Kommunen schwer wird, ihre Verpflich­tungen diesen Verbünden gegetuioer zu erfüllen

ober, soweit sie eilte eigene Werbetätigkeit entfalten, Mittel für diese bereitzustellen.

Trotzdem meine ich, daß man gerade von dem Ge­sichtspunkt aus, Fremdenverkehr in die Orte zu ziehen und damit den Geschäftsverkehr zu beleben, »ach wie vor genügend Mittel für Werbezwecke, also produktive Zwecke, zur Verfügung stellen mußte. Geht der Fremdenverkehr zurück, so ent­steht für die Städte nur ei« neuer Ausfall und eine weitere Belastung durch Arbeitslosigkeit.

bedauerlicherweif« haben verschiedene Städte die Werbemittel stark gekürzt oder sie sogar fast auf den Nullpunkt gebracht.

Ich würde es lebhaft begrüßen, wenn die Regterun- gen auf die Kommunalverbände dahin wirken würden, daß diese die ihnen auf dem Gebiete des Frem­denverkehrs obliegenden Aufgaben in derselben Weise wie bisher finanziell unterstützen Eine entsprechende Anweisung müßte an die zur Beaufsichtigung der Haus- haltsgebarung ber Kommunen eingesetzten staatlichen Kommissare gegeben werden.

Ich bin der festen lleberzeugung, daß, wenn es ge­lingt. das reiselustige deutsche Publikum zum größten Teil innerhalb der deutschen Grenzen zu halten, und wenn es ferner gelingt, den natürlich in der jetzigen Zeit auch entsprechend geringeren Auslandsfremden- strom nicht nur durch Deutschland hindurchzuleiten, son­dern ihn auch für längere Zeit an deutsche Orte zu fesseln, die für Werbezwecke aufgewendeten Gelder sich reichlich rentieren werden und die bedauerliche Passi­vität der deutschen Reiseverkehrsbilanz behoben wer­den kann.

finfere Heimat

Aus dem Landkreis Kassel

Aus dem kirchlichen Leben des Bezirks. In der evangelischen Laiweskirche des Kasseler Bezirks ist die Wähl des Pfarrers Schmid mann in Caldern zum Kreispfarrer des Kirchenkreises Marburg von der Kirchenregierung bestätigt wovden. Der Pfarr­verweser Führer in Nesselröden ist zum Pfarrer daselbst ernannt, ebenso die Pfarrer Hafsenpflug ■in Besse zum Pfarrer in Velmeden, Mangold in Sipperhausen zum Pfarrer in Rohrbach, Rieh u in Wolfsberg am Harz zum Pfarrer in Barchfeld, Sie­bert in Pferdsdorf (Rhön) zum Pfarrer in Dens­berg.

Breitenbach. Der Kriegerverein hielt seine Ge- neralversammluna ab. Bei ber Vorstandswahl wurde Gg. Becker als 1. Vorsitzender wiederge­wählt.

Angriff auf den Bürgermeister

in Weimar.

Beim Empfang der Wohlfahrtsunterstützung kam es zwischen dem Wohlfahrtsempfänger Br. und dem Bürgermeister Sprenger in Weimar wegen der Art der Auszahlung in Wohlsahrtsgurscheinen zu Aus­einandersetzungen. Dabei ergriff Br. einen schweren massiven Aschenbecher und warf diesen nach dem Bür- gerjneujter. . Dieser'.konnte ausweichen, so vatz der schwere Ascheitbecher gegen das Fenster flog und es zertrümmerte. Von weiteren Tätlichkeiten wurve Br. dadurch abgehalten, daß der Bürgermeister den An­greifenden sofort durch einige geschickte Griffe un­schädlich machte und ihn dann aus dem Radhause hinausbefördern ließ. Gegen Br. ist wegen schweren Hausfriodensbruchs und tätlichen Angriffs auf einen im Dienste befindlichen Kommunalbeamten Anzeige erstattet worben.

Aus dem Kreis Witzenbausen

Großalmerode. Das Magistratsmitglied der SPD., Beigeordneter Julius L i p h a r d t, soll aus dem Magistrat ausgeschieden sein. Liphardt dürste wohl diesen Schritt im Zusammenhang mit den Angriffen gegen einen SPD.-Stadtverordneten, der den Aus­hängekasten der NSDAP, beschmiert haben soll, getan haben. Lange Jahre gehörte Liphardt dem Ma­gistrat an.

Aus dem Kreis Hofgeismar

Hofgeismar. Jubiläum des Kirchenchores. Am Sonntag, den 31. Januar, feiert der hiesige Kirchen­chor sein 40jähriges Bestehen. Am 1. Februar des Jahres 1892 wurde er ins Leben gerufen. Der Not ver Zeit entsprechend, soll die Feier durch einen Fest- gottesdienst, in bem ber Vorsitzende bes Kurheffischen Kirchengesangvereins, Generalsuperintendent D. Dett­mering', Vie Festrede halten wird, eingeleitet wer­den. Am Abend findet eine Familienfeier statt, in dessen Mittelpunkt ein Festspiel aus der Geschichte des deutschen Kirchenliedes stehen soll.

Karlshafen. Bom Schützenverein. In einer Zu­sammenkunft der Mitglieder des ^chützenvereins wurde beschloflen, infolge der schlechten Zeit das dies­jährige Schützenfest ausfallen zu taffen. Auch hat sich ergeben, daß der Schießstand zu klein und den An­forderungen nicht gewachsen ist.

Lippoldsbero. Der „Verkehrsverein Oberweser" hielt feine diesjährige Hauptversammlung ab Ge- schäftsführer Ullrich gaben den Jahres- und Kaffen­

bericht. Trotz der Not der Zett war der Fremden­verkehr befriedigend. Zur Werbung von Gästen wurden 15000 Exemplare der Schrift „Das idyllische Weserlattd" ausyegeben und durch die Verkehrs­büros über ganz Deutschland verbreitet.

Aus -em Kreise Wolshagen

Lützen. Schwerer Unglücksfall. Bei hochwinmen eines Dampfkessels berührte der Schornstein die Starkstromleitung. Wie vom Blitz getroffen sank der bedienende Mafchimst nieder Ein zur Hilfe eilender Einwohner erhielt ebenfalls einen starken Schlag. Der Maschinist wahr vollständig gelähmt und wurde ins Vobtmarener Krankenhaus gebracht, wäbrenh der andere nur leichtere Verletzungen davon- trug.

Aus -em Kreise Kritzlar

Fritzlar. Die Leiche wird noch gesucht. Trotz eifngiter und täglicher Nachforschung ist es der rei­tenden Batterie bisher nicht gelungen, den in der Eder ertrunkenen Oberkänonier W. Schwertgen den noch immer hochgehenden Fluten zu entreißen. Nach An­gaben einer Hellseherin, die ein guter Freund des Verunglückten in Anspruch nahm, soll der Tote in einem tiefen Loche unweit der llnfallstelle liegen. Da für die Bergung ber Leiche eine Belohnung ausgesetzt worden ist, herrscht an den Ufern des Flusses täglich regster Verkehr und zahlreiche Arbeitslose und Batte­rieangehörige befahren mit einem Ponton den Fluß.

Schlierbach. Der Prozeß beginnt. Die Haupt- verhandluna in ber Unterschlagungssache des hiesigen Spar- u.Darlehnskaffenvereins wird vom Landgericht Marburg nach hier verlegt, um Kosten zu sparen, da es sich um Vernehmung von 60 Zeugen handelt. Die ganze Gemeinde ist wegen dieser Affäre in begreif­liche Aufregung geraten.

Schlierbach. Billiges Brennholz. Die staatlichen Oberförstereien haben den Erwerbslosen und ben bebürftigen Familien ber umliegenden Ortschaften ein erfreuliches Entgegenkommen gezeigt. Feber Haus­halt, in dem Mitglieder arbeitslos sind, erhält einen oder mehrere Meter gutes Brennholz zu dem nie- orig gesetzten Preis von 150 RM. — Vor einiger Zeit schoyen einige junge Leute aus dem Schießstand des hiesigen Kleinkaliberschützenvereins mit für sie verbotenen Karabinern „Modell 98“. Avei auf dem Felde beschäftigten Einwohnern pfiffen plötzlich eini­ge Kugeln um die Köpfe und schlugen dicht neben ihnen ein. Glücklicherweise wurde niemand durch diese Querschläger verletzt.

Aus -em Kreise Rotenburg

Rotenburg. Gewerbesteuer. Der Borsitzend« des Gewerbesteuerausschusses für den Veranlagungsbe­zirk Rotenburg gibt bekannt, daß alle gewerbesteuer- pflichtigxn Unternehmen die seit dem 1. April 1931 in den kreisangehörigen Gemeinden gewerbliche Be­triebe un erhalten haben, eine Steuererklärung abzu­geben haben, sofern das Gewerbekapital 3000 RM. überstiegen hat. Ms Stichtag gilt der 1. Januar 1931, bei Neugrünbungen nach diesem Zeitpunkt der Grünbungstag. Die Erklärung ist schriftlich ober mündlich in den bekannten Sprechstunden im Büro des Kre.sausfchuffes abzugeben

Rotenburg. Ergebnis ber BieMhluna im Kreise Ro enburg a. F. Bei ber letzten Viehzählung im Kreise würben bei 6391 viehhallenden Einwohnern 2590 Pferde und Fohlen, 6 Maule'el 164 Zuchtbullen | 2024 Kälber, 6499 Jungrinder bis zu zwei Jahren

alt und 10 694 Bullen, Stiere, Ochsen und Kühe im Alter von über zwei Jahren gezähtt. Der Schafbe­stand beträgt 4101 Stück. Der Gesamtbeftand an Schweinen belief sich aus 31204 Stück. Hiervon sind: Zuchteber 101, Zuch sauen 1339 und fonftige Schweine 29 761 Stück Ferner wurden 6986 Ziegcu. 13404 Gänse, 1272 Enten. 61 345 Legehühner, 15910 Hähne, Küken und sonstige Hühner und 511 Trust und Perl­hühner sowie 1940 Bienenvölker gezählt.

Bebra. Eine Eisenbahner-Kundgebuna sand im "Hessischen Hof" statt, in der die große Not der deut­schen Arbeiterklasse und des Eisenbahttpersonals zum Ausdruck gebracht wurde. In ber angttommencn Entschließung wurde schärfster Protest gegen die vierte 'Notverordnung erhoben und gefordert, daß bte Deutsche Reichsbahn von den Reparationsverpflich­tungen entbunden wirb, unb daß die Reichsbahn­gesellschaft unb das Reichsbahngesetz im Jn.eresse sämtlicher Bediensteten aufgehoben werden.

Bran-stifter festgenommen

in Lenderscheid.

Den polizeilichen Bemühungen ist es gelungen ben Branbstifter ber Abgebrannten Scheune des Land­wirts S-chuchhardt festzunehmen unb in das Amts- gerichtsgefängnis Ziegenhain einzufiefem. Es han­delt sich um den Schneider Simon, der die Brand- strstung aus Rache vollbrach hat. Die Einwohner der Gemeinde Lenderscheid atmen wieder auf, nach­dem der Schuldige hinter Schloß und Riegel sitzt.

Aus Sü-Hannover

Hanm-Münden. Die Studentenschaft der Forstli­chen Hochschule ehrte amt Freitag ab en® dieser Woche nach altem Studentenbrauch durch einen Fackelzug den Professor der Chemie Dr. Wcoekind, dessen In­stitut durch di« letzte preußische Notverordnung auf­gelöst wurde.

Bründersen. Unter die Räder gekommen. Em zu Besuch weilender Mann geriet beim Holzabfahren tm Walde mit einem Bein unter die Räder des schwer- befabenen Wagens. Der Bedauernswerte erlitt da­durch einen doppelten Beinbruch. Der herbeigerufene Arzt aus Wolfhageu leistete die erste Hilfe _

Göttingen Ehrungen eines Gelehrten. Am Sonn­abend feiert Prof. David Hilbert einen 70. Geburts­tag. Dem Professor werden eine Reihe von Ehrun­gen zuteil toerben.

Aus -em Kreise Ziegenhain

Appenfeld. Brandschaden. In letzter Ze" neh­men die Brände im Kreise Ziegenhain M- Auch bte Matzenbachmühle ist ein Opfer bes verheerenden Elementes geworden Der Schaden tst sehr groß, da hie gesamte Einrichtung, lanpwirdfchastsiche Gerate und sine Dreschmaschine mitverbrannten. Ms Brand- stister kommt ein Bet ler in Frage der wegen der geringen Gabe die Mühle unter Drohungen verlassen hatte.

Aus -em Kreise Kirchhain

Kirchhain. Vom Gesangverein. Der^l838 gegrün­dete Gesangverein veranstaltet am 31. Januar in ber Jahrtturnhalle eine Kundgebung für das beutle Sieb, verbunden mit einem öffentlichen Konzert.

Eisenhahnaitentäier am Werk?

Oder Bubenstreiche?

Aus der Strecke Brilon-Altenrüchen ber westfa­lischen Landeseisenbahn fuhr der Personenzug 82 kurz vor Altenrüchen auf Eisenbahnschwellen, die auf bte Gleise gelegt worden waren. Bei einer geringen Ge- schwindtgkeit gelang es dem Lokomotivführer, den Zug zum Stehen zu bringen. Bis jetzt Hai man noch keine Spur der Täter ausfindig machen können. Grö­ßerer Schaden ist weiter nicht entstanden.

Oie Marburger Kreisverwattung

trifft Sparmaßnahmen.

Die großen Aufwendungen in der Fürsorge unb ber allgemeine Steuerrückgang haben auch in der Marbur­ger Kreisverwaltung eine Herabsetzung bei Verwal­tungskosten notwendig gemacht. Seit 1929 sind nun­mehr bereits über zehn Stellen eingespart worden, so daß die Summe der Personalersparnis seit diesem Zeitpunkt rund 40 000 M. jährlich beträgt Im Mit­telpunkt der letzten Sparmaßnahmen stand die An­gliederung des Kreiswohlfahrtsamtes an die Kreis­ausschußhauptabteilung unter ber gemeinsamen Lei­tung des Kreisverwaltüngsdirektors, wodurch etne wettere planmäßige Stelle eingespart werden soll.

Marburg. Stretteude Erben. Zu einem Streit tarn es gestern in Marburg vor dem Landgericht im Anschluß an einen Erbschasisiermin Ein junger Mann von auswärts schlug auf einen älteren Herrn ein ,der am Kops erheblich verletzt wurde, fodaß er in die Klinik eingetiefert werden mußte.

Marburg. Beide Arme gebrochen. In die Mar­burger Klinik mußte ein junger Mann ans Allen- dors int Kreise Kirchhain eiugeliefert werden, der beim Fut erholen in ber Scheune so unglücklich ge­stürzt war, daß er beibe Arme brach.

Aus -em Kreise Wittgenstein

Laasphe. Schwerer Unfall. Auf ber Grube Ameise ereignete sich ein schwerer Unfall. Aus der liesst en Sohle waren Bergleute mit e>em Anlegen von Sprengschüssen beschäftigt, als oer erste Schuß plötzlich losging. Man ist noch darüber im Zweifel, wie die Explosion voitstatten ging. Joden alls wunde ber Bergmann Paul Frendenberg aus Eiserselo durch die Sprengladung dermaßen schwer verletzt, daß er zusammenbrach. Trotz ber schweren Verletzungen, die auch durch die Gesteinsmassen verursacht wurden, ver­suchte ber Mann sich aufzurichlen unb der Geiahrstelle zu entgehen. Doch auch die dortigen Sprengladun­gen verletzten ihn noch mehr. Eilt anderer '-Bergmann hatte sich bereits in Sicherheit bringen können ob­wohl auch er verletzt worden war. Ein dritter Berg­mann wurde im Gesicht erheblich verletzt Man rat ben Schwerverletzten aus dem Schacht gebracht unb alle drei Bergleute dem Krankenhause eiugeliefert.

WIE MAN VERDAUUNGS­BESCHWERDEN BESEITIGT

Da VerdauungSbeschwerden fast immer auf über­schüssige Mclgensäure zurückzuführen sind, gebietet die Vernunft, zur Linderung solcher Beschwenden etwas gegen die Säure zu tun, uns für diesen Zweck gibt es nichts Besseres als Biserirte Magnesia. Sobald diese den Magen erreicht, neutralisiert sie die überschüssige Säure und beseitigt endgültig Schmerzen unb Unbe­hagen. Di« tut jedoch noch mehr; denn sie lindert unb beruhigt auch die entzündeten Mazenwänbe unb stellt eine regelmäßige Verbauung her, so daß Ihnen das Essen wieder schmeckt unb Ihnen auch bekommt. Bise­rirte Magnesia, bas Gegenmittel für Magensäure, wird in allen Apocheken in Pulver- sowie in Tabletten­form zum Preise von RM 1.45 bte Flache geführt. Ein halber Teelöffel voll Pulver in etwas Wasser ober brei bis vier Ta letten machen Ihren V"rdauungs- beschwerben ein Enoe.