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Kasseler Neueste Nachrichten
Mittwoch. 20. Januar 1932
Oie Kasseler Schützen lagen
Jahreshauptversammlung des Kasseler Schützenvereins
Im „Kasseler Hof" hielt vorgestern der Kasseler Schützenverein seine ordentliche Jahreshauptversammlung ab. Aus den Berichten des Vorstandes konnte man ersehen, daß trotz der schweren Zeit der Schützenverein auch im vergangenen Jahr gute Fortschritte gemacht hat.
Der Vorstand setzt sich im neuen Jahre aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender Paul Genau, 2. Vorsitzender Forstdirektor Mahr, erster Schriftführer Karl Ulmer, 2. Schriftführer Karl Martlnsohn, Schatzmeister Wilh. Otto, Ehrenoberschützenmeister Otto Müller, L Schießmeister Karl Stangenberg, 2. Schießmeister Hans Meinte, Schießmeister für Kleinkaliber W. Reich Zeugwart H. Fett.
Der bisherige zweite Vorsitzende Martin Wal- per wurde für seine großen Verdienste um die Entwicklung des Kasseler Schießsportes zum Ehrenmitglied ernannt, während Ehrenoberschützen- meister Otto Müller für seine Tätigkeit eine von Professor Schick ausgeführte Ehrenurkunde erhielt.
Im vergangenen Jahre konnten die Kasseler Schützen große Erfolge erzielen, so beim Gruppen- und Verelnswettschießen, heim Slädtckampf gegen Göttingen und bei den Mannschaftskämpfen des Deutschen Schutzenbundes. Verschiedene Schützen konnten besonders ausgezeichnet werden. So erhielten für Großkaliber den Stern Hans M e i n k e, im Kleinkaliber den ersten Stern Herr K ä u m l e, den zweiten Stern Herr T h e m m e und den dritten Stern Herr Weiß. Im Monat Mai ist vom Kasseler Schützen- derein ein Werbeschießen in Aussicht genommen.
Allerlei vom Tage
Glückwünsche für General von Below. Zum 75. Geburtstag General von Belows erschien eine Abordnung der Veteranen des kurhesstschen Füsilier-Regiments Nr. 80, das Musikkorps des Jäger-Bataillons spielte, viele Offiziere brachten Glückwünsche, ebenso der Chef des Stabes, der Oberbefehlshaber der Gruppe 2 und Obordnungen des Reichsheeres. Landesoberpfarrer D Möller übermittelte die Glückwünsche der evangelischen Geistlichkeit, General v. Hülsen die des Kurhessischen Kriegerbundes, der frühere Kaiser und der Reichspräsident, Dr. Hugenberg, die Stadt Königsberg, Allenstein und Tilsit sandten Telegramme. Viele Generäle hatten noch Glückwünsche gesandt, deren Gesamtzahl sich fast auf 500 beläuft.
Dreister Ueberfall. Am Dienstag wurde einer 72- jährigen Kleinrentnerin in einem Hause in der Wörtk« stratze die Handtasche geraubt, in der sie die gerade abgeholte Rente trug. Trotz der Hilferufe konnte der Räuber fliehen.
Gehaltszahlung. Die Gerichtskasse zahlt die letzte Rate der Gehälter, Pensionen usw. am Don- Lffnet von 8%—12% Uhr.
Zur Beachtung für Jnvalidenrentenempfänger. Vom Städt. Presseamt wird mitgeteilt: Die Auszahlung der Unterstützungen für den Monat Januar 1932 findet unter Vorlage der gelben Ausweiskarte wie folgt statt: Im Boseheim, Luisenstraße 5: Donnerstag, 21. Januar, Buchstabe A—H; Freitag, 22., I—R; Sonnabend, 23., S—Z. In den Büroräumen der Rentnerfürsorge, Holländiche Straße 19: Donnerstag, ’
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Unsere Darstellung zeigt die Verwendung der von den deutschen Gemeinden aufgenommenen Schulden. Die Gesamtsumme beträgt rund 9 Milliarden bis zum Jahre 1930. Die Verschiebung gegenüber diesem Stande im Jahre 193 1 ist sehr geringfügig, da seit Einbruch der Kreditkrise die Städte kaum mehr neue Anleihen erhalten haben.
21. Januar, Buchstabe A und B; Freitag, 22., C—F; Sonnabend, 23., G und I; Montag, 25., H, K und L; Dienstag, 26., M—R; Mittwoch, 27., S—Z. Um Nachzahlungen zu vermeiden, wird ersucht, die festgesetzten Zahltage unbedingt einzuhalten. Die Kassen sind ge- nerstag, 21. Januar 1932, aus.
Aufgefeffen! Mittwoch und Donnerstag wird im Stadtpark der große deutsche Reiterfilm „Ausgesessen!" vorgeführt. Ter Film ist hergestellt vom Waf- senring der deutschen Kavallerie und zeigt die Entwicklung der deutschen Reiterei von Friedrich dem Großen bis zur Reichswehr und gibt einen Einblick in die Reiterbewegung in der Reickiswehr und den ländlichen Reitervereinen. Die Vorführungen finden statt um 17 und 20 Uhr. Am Mittwoch um 20 Uhr wird der Film musikalisch begleitet durch ein Konzert der Reichswehrkapclle unter der Leitung von Herrn Obermusikmeister Steinkopsf. Am Donnerstag zu der Abendvorstellung spielt die Kapelle des Stahlhelms.
Im Verband der Amtsingeuieure der Bauverwaltungen vertretene preußische staatliche Kuliurbaubeamte lehnen, wie uns mitgeteilt wird, die durch die zweite preußische Sparverordnung angeordnete Aufhebung der Kulturbauämter einstimmig ab, weil bei dem nur geringen Personalaufwand für die Kulturbauämter durch diese Maßnahme keine wirklichen Ersparnisse zu erzielen sind, wohl aber unabsehbare Schädigungen der gesamten Volkswirtschaft zwangsläufig eintreten werden. Besonders für die Landwirtschaft bedeutet die Aufhebung der Kulturbauämter einen schweren Schlag, weil dadurch eine Erhöhung der Erzeugung von Lebensmitteln und eine Drosselung ihrer Einfuhr verhindert wird. Die bisher vorhandene Möglichkeit, bei der Ausführung von Meliorationen Erwerbslose produktiv zu beschäfti
gen, wird hinfällig, so daß eine neue Belastung des Arbeitsmarktes eintritt. Besonders schwer fällt ins Gewicht, daß durch die bevorstehende Errichtung reichseigener Wasserstraßenbehörden Preußen gezwungen wird, für die Erledigung der verbleibenden Landesausgaben an den Wasserstraßen, Küsten und Häsen sowie für die wasserwirtschaftlichen Fragen des Landes, insbesondere auch für den Hochwasserschutz Sorge zu tragen. Für die Uebernahme dieser Aufgaben kommen allein die Kulturbauämter in Frage. Ihre Zerschlagung würde die Schaffung neuer Ortsbehörden notwendig machen, was nur unter Aufwendung neuer erheblicher Mittel möglich ist.
Mim Oer Unfälle
Das fliegende Messer. In einem Kolon'ialwaren- geschäft verunglückte eine 19jährige Verkäuferin dadurch, daß beim Putzen einer Aufschnittmaschine die scharfe Messerscheibe abflog und die Verkäuferin mit voller Wucht in das Gesicht traf. Sie mußte sich mehrere klaffende Schnittwunden vernähen und klammern lassen; außerdem wurden ihr mehrere Zähne zerschmettert. Sie wurde in ihre Wohnung gebracht.
Vorsicht bei der Kreissäge. In einer Schreinerei in der Ziegengasse geriet ein Lehrling mit der Hand in eine tm Laufe befindliche Kreissäge und schnitt fick' den Zeigefinger ab. Hier sorgte die Sanitätswache Fuldabrücke für ärztliche Hilfe und für den Heimtransport.
Aus dem Tagebuch der Feuerwehr. Am Dienstag wurde die Feuerwehr nach dem Grundstück Hafenstraße 54 gerufen. Hier war einer der großen
Kohlenbunker einer Brauerei durch Selbstentzündung in Brand geraten. Die Wehr hatte fast zwei Stunden angestrengt zu tun, um die immer wieder aus den Brandnestcrn hervorschlagenden Flammen zu unterdrücken.
Eine Zeltstadt wird wachsen
Dicht neben dem Eichenkreuzgelände der ev. Jung, männerbünde wird sich in den Pfingsttagen eine große Zeltstadt erheben. Sie soll den jüngeren Teil der Teilnehmer des 2. Deutschen Eichenkreuztages beherbergen, der jetzt schon die größte turnerische Veranstaltung zu werden ver- spricht, die Kassel jemals in seinen Mauem gesehen hat.
In eingehenden Beratungen wurden soeben die Einzelheiten für diese Zeltstadt festgelegt. Bundeswart P. I u h l übernahm das Amt des Lagerführers, Dr. Selbmann wird als Sprecher des Lagers, und Jungvolkwart Dannenmann als Lagervogt amten. Damit sind bereits drei Namen genannt, die für alles, was im Bereich der evangelischen Iungmännerbünde lebt und webt, einen Hellen Klang und eine starke Anziehungskraft haben. — Die Gesamtleitung der Tagung, für die auch die einzigartig gelegene Hessenkampfbahn und die Karlswiese zur Verfügung stehen, liegt in den Händen von Reichswart D. Stange und (für Organisation und Finanzen) von Reichssekretär H. Lüst, während das turnerische Gesamtprogramm von Reichsturnwart W M L l - ler und den Bundesturnwarten der Untergliederungen bereits abschließend bearbeitet worden ist. Reichsturnsekretär S i e p e r ist in besonderer Weise für den .Lebendigen Rasen", der bekanntlich ein charakteristisches Kennzeichen des Eichenkreuz ist, und für die Jungvolk-Wettkämpfe, die etwas Neues in der Form jugendlichen Tummelns zeigen sollen, verantwortlich. — Den Grundsätzen des Eichenkreuz entsprechend geht der Aufbau des Festes weit über den Rahmen der üblichen Sportveranstaltungen hinaus und ist als eine große Feier deutscher Jung« Mannschaft gedacht, die sich mit ihren innersten Zie, len in das Pfingsten der Gemeinde eingliedert. So sind die sportlichen Wettkämpfe in der Hauptsache auf den Pfingstabend zusammengedrängt worden, während in den Feiertagen feilst die innere Vertiefung und Aussprachen über die kommenden Aufgaben evangeli« cher Jungmannschaft im Vordergründe stehen.
Wohin gehen wir am Donnerstag?
Staatstheater: „Clavigo", 20 Ubr.
Stadtpark: Kaffee-Konzert, 16 Uhr: Annemarie Wagner, Eberle tanzt".
Palast-Tbeater: „Der Kongreß tanzt".
Eavitol-Lichtspiele: „Die spanische fliege".
Ehasfalla-Lichtspielc: „Kurib-Puritz .
Universum-Lichtsviele: „Abenteuer einer AnSreitzerin". Ton-Theater: „Dich hab ich geliebt".
Schanburg-Lichtsviele: „Rango", „Die Bräutigamswitwe". Tbeater am W,lb. Plab: Kabarett ‘ Tanz, 16 und 20 Uhr. Küuftlersviele Polter: Das neue Programm, 16 u. 20 Uhr.
Heute, Mittwoch:
Kleines Theater: „Die lebte Fahrt des U-Boots 116*. 20.00.
Stadtpark skleiner Saal): Kaffee-Konzert, 16 Uhr: Annemarie Wagner-Eberle tanzt.
Stadtpark: „Aufgesessen", der deutsch« Reiterfilm. 17 und 20 Uhr.
Uka-Tbeater: „Helden der Luft".
Bürgcrsäle: Vortrag „Im Wunderreich der Träume" tNa- turbeilverein). 20.30 Uk>r.
Kaffee Hansa: Großes Bockbierfest.
Mitgliederversammlung des BervaudeS SurSessischer Schaszüchter. Am 27. Januar (14 llhr) findet die ordentliche Mitgliederversammlung in den Gesellschaftsräumen des Stadtparks statt.
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