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15 / Zweiundzwanzigster Jahrgang

Kasseler Tleueste Nachrichten

Dienstag, 19. Ianua 1932 , 2 Beilage

^ene Kraus:

Das Doppelleben des Or. Salaban

Oer Rechtsgelehrte als Falschmünzer

i.

Balzac in Berlin.

Es ist schon lange nicht mehr Edgar Wallace; cs ist Balzac: die Geschichte vom Mann mit dem dop­peltet, Ich, der tagsüber Rechtsgelehrter ist, Pillen- besitzer, Autokavalier und nachts im dunklen Keller­loch am Prägstock steht, der letzte große Falschmünzer unserer Zeit.

Denn es läßt sich nicht leugnen, daß die Falsch­münzerei des Joseph Balsamo, genannt Cagliostro, mysterienumwobenen Geiverbes in unserer papiere­nen Zeit ausgestorben ist. Die Gier nach Geld, das Spiel mit Silber, die alchimistischen Leidenschaften, die Kaiser und Charlatane, Päpste, Weltbeglücker. Taschenspieler magisch umnebelten, sind lana schon abgelöst durch technische Handfertigkeiten und kauf­männische Marktkenntnis, die unsere,, schäbigen Nachfahren der höllischen Alchimie eignen: den Bank­notenfälschern.

Vor einigen Tagen sah ich die Brüder Saß vor Gericht, die beiden fixen Jungen, verluderte kleine Verkäufer und sonst gar nichts, die, seit Jahren schon Helden der Berliner Kriminalchronik, „un end­lich festgesetzt werden konnten und zwar wegen Vor­bereitung zur Banknotenfälschung. Zeitgemäße junge Leute, für die der Kampf ums Leben eine ein­zige Schiebung ist. Wie anders wirkt des Dr. Sa- lachan Zeichen auf uns ein.

II.

Im Vorzimmer der spanischen Gesandt­schaft.

Ich selbst erinnere nrich flüchtig seiner aus einer K«it, da er in den Vorzimmern des Auswärtigen Amtes und der Palais im Berliner Botschaftsvier- tol herumlungerte, Beiträge für sein „Handbuch des internationalen Rechtes" zu erlangen. Aus der Spanischen Botschaft hat ein Freund mir diese Vor- zimmerfigur gezeigt, von der freilich außer dem Na­men nur ein Anflug grotesker Häßlichkeit in Er­innerung blieb. Einer Häßlichkeit freilich, die durch betont seriöse Kleidung, Gelehrter im schwarzen Schlußrock, einigermaßen ausgeglichen werden sollte. Dem Aplontb seines Auftretens als Gelehrter von internationaler Autorität, entsprach die Wertung, die er genoß, allerdings durchaus nicht. Damals, vor drei oder vier Jahren, wurde der Dr. Salaban in den Kreisen, die keine anderen Sorgen haben, viel beredet. Nach mancherlei Für und Wider einigte man sich auf die Formel: ein Narr! Und in echt spanischer Ritterlichkeit fügte mein Freund von der Botschaft hinzu: Aber ein harmloser. In­zwischen hat dieser Harmlose uns alle zum Narren gehalten, die ganze superkluge Stadt Berlin.

III.

„Studien am Prägstock".

Eine Figur von Balzac aus der Wirklichkeit, ich sagte es vorhin.. Dieser Dr. Salaban, der in diploma­tischen Vorzimmern mit der dort gar sehr beheimateten kleinen Geste der linken Hand abgetan wurde, gilt sei­nen Nachbarn als weltentrückter Mann der Wssen- schaft von hohen Graden. Noch heute^glauben sie im Villenvorort von Lichterfelde, wo auch er seine Luxus­villa mit Herrschaftspark hat, der Unglückliche sei einer furchtbaren Verwechselung zum Opfer gefallen. Der rote Lichtschein, der in manchen Nächten aus dem Kel­ler des Sabana-Hauses aufleuchtete? Von der Stu­dierlampe natürlich! Und daß er diese gerade im Kel­ler aufgestellt haben soll, paßt nach allgemeiner Ueber- zeugung durchaus zu dem Wesen dieses stillen Gelehr­ten, der, fanatisch wie kein Zweiter in Lichterfelde und Umgebung in die „Unterwelt" steigt, zwischen Mit­ternacht und Morgengrauen seinen unendlichen Wis- /nrsdurst am Pergament zu stillen. Der Mann hat Autorität, man sieht es.

IV.

Bilanz einer Fälscherwerkstatt.

Herr Liebermann von Sonnenberg, der ausgezeich­nete Leiter der Berliner Falschgeld stelle, ist heute nicht sehr populär in Lichterfelde. Ein Ketzer, der es wagt, rhrem Doktor nachzuweisen, er hätte in seinem Stu­dierkeller an die fünfzigtausend Mark verdient, statt aus den Quellen der Bücher Weisheit zu schöpfen. Rach den bisherigen Ermittlungen der Falschgeldstelle sind über zweiunddreißigtausend gefälschte Zweimark­stücke mit einem Kostenaufwand, Legierungsmasse und Vertriebsspesen zusammen, von je fünfzig Pfennig her­gestellt worden. Eine einfache Bilanz. Keine abschlie­ßende. Denn niemand weiß, ob außer den zweiund- dreitzigtausend falschen Stücken die allmählich einge­sammelt und eingezogen werden konnten, nicht noch sehr viel größere Mengen dieser Falsifikate in Umlauf sind. Man erinnert sich der kupfernen Fünfzigpfennig- Münzen, die auch wegen einer Nachahmung aus dem Verkehr genommen werden mutzten. Es ist zu hoffen, daß nun keine Zweimark-Psychose in Deutschland ent­steht. Es ist aber festzustellen, daß mein Castbausober, den ich heute mit einem Zweimarkstück bezahlte, die Münze nur mit dem Vorbehalt entgegennahm: „Man Weiß schließlich, von wem man das Geldstück bekommen hat!"

V.

Wer ist Salaban?

Weiß man wirklich, von wem die Fälschungen aus- gehen? Die große Frage des Augenblicks lautet: Wer ist der angebliche Dr. Salaban eigentlich? Eine viel- gelesene Berliner Zeitung gibt heute der Vermutung Ausdruck, daß der Falschmünzer aus Lichterfelde sich den Namen eines Verschollenen angeeignet hätte und gewissermaßen in die Haut eines Namens gekrochen wäre, der schon lange tot ist. Schon möglich, daß sich hier der alte Gespenstersilm von Dr. Caligari wieder­holt: Du mußt Salaban werden! Einen solchen hat es ja in alten Akten gegeben. Freilich stimmt mit diesem des Verhafteten Aussage keineswegs überein. Der Dr. Salaban aus den Akten stammt aus Czernowitz, der Falschmünzer, der den gleichen Namen trägt, will in Graz geboren sein. Zu welchem Widerspruch frei­

lich zu bemerken bleibt, daß der Fall de's Czernowitzer, der aus Graz stammen möchte, kein allzu seltener ist Er war, behaupte, er, Rechtsanwalt in Wien, während in Wien, tote man weiß, niemals ein Anwalt dieses Namens eingetragen war. Ueberhaupr klingen des Verhafteten Aussagen nicht allein widerspruchsvoll sondern reichlich dunkel. Es ist schon heute 'keine Frage, daß der angebliche Salaban den Schutz des Paragraph 51, Geisteskrankhell und Unzurechnungs­fähigkeit, für sich in Anspruch nehmen will. Sein ganzes Gehaben deutet darauf hm, von dem man aus ter Polizei meint: Salaban spiele den wilden Mann.

VI.

Carrisre eines Zirkus-Vamp.

Der wilde Mann freilich ist keineswegs so bemer­kenswert wie die lobende Frau. Sie. Salabans Gat­tin und Helfershelfer, ist der weitaus interessantere Teil des verhafteten Paares. Man hat sie festgenom- men, da sie gerade auf dem Wochcnmarkt war, ihr falsches Geld unters Volk zu bringen, indem sie für zehn Pfennig Suppengrün kaufte. So trägt sie auch heute in der Untersuchungshaft das zeitlose moden- ferne Kleid der bescheidenen Kleinbürgersfrau, die un­ter feilschenden Weibern weiter nicht auffällt. Auch kein berufsmäßiger Frauenkenner vom Film wird Madame anmerken, daß sie zu Hause neben ihrer Zofe zwei Diener hat, eine Luxuslimousine und eine sehr moderne höhere Tochter, die schon bei Reitturnieren und Tangokonkurrenzen mitmacht.

Die Sache mit dem Reitturnier ist offenbar das

mütterliche Erbe im Blut. Frau Dr. Salaban. oder wie sic in Wirklichkeit heißen mag, war, so viel hat die Vorunlersuchuilg schon ergeben, Schulrciterin in einem reisenden Zirkus, bis sie ihren Mann mnd. Diese Zirkusvergangenheit hat sie aber nicht gehin­dert, eine autbürgerliche Gattin zu werden. Als der Herr Gemahl, das sind nun einige Jahre her. in Hamburg in Hast saß — Betrug, Unterschlagung, schwindelhafte Ankündigungen und vergleichen, — gelang es ihrer Frauenliebe, mit außerordentltchcm Verüandlungstalent gepaart, ihn den "äugen der Polizei zu entreißen. Sic wies damals die Uityu« rechuungsfäbigkeit des Galten so überzeugend nach, daß er auf ihr Versprechen, sie würde ihn zeitlebens i>- einer Heilanstalt bewahren, sreigelassen wurde.

Gleich tapfer schlägt diese bemerkenswerte ,rrau sich heute. Sie bringt das größte Opfer, das je eine Frau gebracht hat: sie bringt es über sich, zu schwei­gen. Während ihr Mann die phantastischsten Sprü­che uiid Mdersprüche zum besten gibt, hält Frau Salaban eisern den Mund verschlossen. Ob sie den Gatten nicht kompromittieren will? Ob sie fürchtet, von ihrem eigenen Anteil an der Sache mehr zu sagen, als man es heute weiß? Vergleicht man den närrisch-gerissenen „Rechtsgelehrten" mit seiner in aller betonten Schlichtheit stählern disziplinierten Frau, man möchte auf die Vermutung kommen, daß sie, die Beherrschte, in Wahrheit die Herrschende war. Vielleicht ist diese größte Falschmünzeraffärc unserer Zeit nur eine Szene aus dem sonderbaren Lebens­lauf eines Zirkus-Vamp. Wie vielleicht alle großen Begebenheiten, recht betrachtet, nicht viel mehr sind, als Situationen im Leben einer Frau.

Dorniers neuester Flugzeugriese

Das Verkehrsflugzeug „Do. Ä", die neueste Schöpfung der Dornier-Werke, auf dem Flughafen Verlin-Tempelhof.

Der bekannte Friedrichshafener Flugzeugkonstrukteur Dornier hat seinen neuen Flugzeugtyp „Do. K." zum erstenmal der Oeffentlichkeit durch einen Fernflug vorgeführt. Der viermoto­rige Flugzeug-Riefe, der 10 Personen befördern kann, ist eigens für die Zwecke des Schnellver­kehrs geschaffen. Von Stuttgart nach Berlin benötigte die Maschine nur zweieinhalb Stunden.

„Altstaedi und Deycke schuldigt

Die Plädoyers im Lalmeiie-Prozeß

tlrsache des Llnglücks: Verunreinigung und Verwechslung der Lalmette-Kutturen

Lübeck, 19. Januar.

Am Montag ergriff Oberstaatsanwalt Dr. Lienau im Lübecker Calmette-Prozeß das Wort zu seinem Plädoyer. Dr. Lienau betonte ausdrücklich, daß die­ser Prozeß nicht dazu berufen fei, eine Entscheidung darüber zu fällen, ob die von Professor Calmette etn- gesührte Impfung richtig fei und ob sie den Anfor­derungen der Wissenschaft entspreche oder ob sie eine Gefahr in sich berge.

Staatsanwaltschaftsrat Freiherr von Beust er­klärte, es fei zu prüfen, ob Dr. Altstaedt sich nicht viel­leicht der vorsätzlichen Körperverletzung, nicht der oor- fätzlichen Tötung, schuldig gemacht habe. Der subjek­tive Tatbestand des Vorsatzes sei nicht gegeben, denn der Angeklagte habe nach seinen Aussagen das Diit­tel für so unschädlich tote Milch und Zuckerwasser ge­halten. In feinen weiteren Ausführungen ging der Staatsanwalt auf den Werdegang Dr. Altstaedts ein und sagte, es sei kein Glück gewesen, daß man ihn zum Physikus gemacht habe, da die Lübecker Bestimmungen für den Physikus verschiedene Lücken enthielten, durch die der Angeklagte auf keinen Fall straffrei bleiben dürfe. Was den Angeklagten als Menfchen betreffe, so müsse er sagen, daß Professor Altstaedt ihm stets als hundertprozentig. Theoretiker und nicht als Mann der Praxis erschienen fei.

Altstaedt habe bet der Anwendung des Calmetto- Präparates die gebotene Vorsicht außer acht gelassen,

da er sich nicht noch einmal beim Reichsgesundheits­amt über dessen Standpunkt erkundigt habe. Zugun­sten des Angeklagten spreche die Tatsache, daß in Deutschland der Standpunkt der Wissenschaft über die Schädlichkeit oder Wirksamkeit des Calmette-Versah- rens geteilt sei.

lieber den Standpunkt der Staatsanwaltschaft zur Ursache des Lübecker Unglücks machte Frecher von Beust folgende Ausführungen: „Die Staatsanwalt­schaft sieht als Ursache des Unglücks nicht eine Viru- lcuzsteigerung an. Nach unserer Auffassung können wir nur die These vertreten, daß

die Ursache dieses furchtbaren Unglücks in einer Ver­unreinigung oder Verwechslung der BCG.-Kulturen mit dem Kieler Stamm humaner Bazillen zu suchen ist. Außerdem war die Aufklärung der Bevölkerung völlig unzulänglich. Ihr ist nicht gesagt worden, daß es sich bei dem BCG. um lebende Bazillen handelt. Völlig unzureichend blieb aber auch die Aufklärung der Hebammen und die Unterrichtung der Eltern. Alle juristischen Tatbestandsmerkmale liegen aber vor in folgenden Punkten:

Dr. Altstaedt hätte andere Experten fragen müssen. Warum erkundigte er sich nicht ebenso, wie Dr. Prausnitz vorher in Paris? Die Einrichtung eines Speziallaboratoriums war unbedingt erforderlich Tierversuche sind nicht gemacht worden. Die Staats­anwaltschaft hält den Standpunkt aufrecht, daß Tier­

versuche unter allen Umständen hätten erfolgen müs­sen, und zwar vor Beginn der Jmpsung, selbst, wenn man von ocr Unschädlichkeit des BCG. Überzeugt war Dr. Altstacvi war zuständig dafür, und er sei dafür verantwortlich, weil er ein neues Verfahren zum ersten Mal in Deutschland in größerem Umfange ^inführtc. Eine klinische Beobachtung der gefütterten Säuglinge hätte unbedingt erfolgen müssen. In allen diesen Punkten ist eine Kausalität gegeben.

Hier liegt eine Willens- und Verstandesschuld des Angeklagten vor.

Hätte Dr. Aktkwedt andere Experten gefragt und ein SpeziallaboratoNn,„ gefordert, so wäre das ganze Unglück vermieden worden. Mit Ausnahme von 12 Säuglingen, bereit Tod nicht tut Zusammenhang mit der Fütterung stand, und von 42 Säuglingen, die keine Schädigungen erlitten haben, falle für alle Kin­der, die gefüttert worden sind und darauf erkrankten ober starben, Dr. Altstaedt die Schuld zur Last, da er ihre Körperverletzung bzw. ihren Tod verurfacht hat. Ein Verschulden des Angeklagten im strafrecht­lichen Sinne liegt vor.

Das Verschulden des Angeklagten ist, wenn man ihm alle unglückseligen Opfer zur Last legt, ungeheuer schwer.

Der Angeklagte hat gehandelt wie ein Kapitän, der ctn Schiff führt, das ausgerüstet ist mit den besten Wünfchen, aber dessen Flagge der Ehrgeiz war und das beladen war mit großem Risiko und keine Ret­tungsboote führte, weil der Kapitän die Ueberzeu- gunq hatte, dieses Schiff könne nicht untergehen. Eine hohe Strafe ist am Platze, Dr. Altstaedt hat mensch­lich furchtbar und ungeheuer unter dem Unglück ge­litten. Als Mensch steht der Angeklagte unangefoch­ten da. Er hat in gutem Glauben gehandelt und das Beste gewollt. Die größte Tragik wird für den Ange­klagten aber darin liegen, daß auch eine Strafe und deren eventuelle Verbüßung ein Vergessen für ihn nicht bringen wird.

Sein Name wird in der Geschichte der Medizin mit dem Blut des Todes von Lübeck belastet sein.

Im weiteren Verlauf der Verhandlung im Tuber- kuloseprozetz plädierte Oberstaatsanwalt Dr. Lienau gegen Professor Dr. Deycke. Er sagte: Jrn Labora­torium liegt der Schlüssel zu dem ganzen Geschehen. Rach dem Gutachten von Professor Dr. Ludwig Lange, Dr. Bruno Lange und Dr. Hahn ist mit einer unbe­dingten Sicherheit anzunehmen, daß eine

Verwechslung des BCG. mit dem Kieler Stamm vor­liegt.

Wer ist aber für diese Verwechslung verantwortlich. Ich muß Herrn Professor Dr. Deycke diese Schuld zu­schieben, weil bet Einrichtung eines Speziallabora- tcriums diese Verwechslung verhindert worden wäre. Fahrlässigkeit sehe ich auch in der Unterlassung des Tierversuchs. Ein ursächlicher Zusammenhang zwi­schen dieser Fahrlässigkeit und dem Tod und der Kör­perverletzung bei den Kindern ist gegeben."

Die Verhandlung wurde bann auf Dienstag vor­mittag vertagt.

Zwischen beim tschechischen Schuh-Napoleon Tho­mas Bata unib dem in Berlin lebenden russischen Schriftsteller Ilja E h r e n b u r g ist es soeben zu einem nicht uninteressanten Krach gekommen. Ehrenburg hat in einer deutschen Zeitschrift Bata über fein „ausbeuterisches Produk-ionssystcm" ei­nige unangenehme Wahrheiten gesagt. Daratis strengte der tschechische Schuhindustrielle beim Ber­liner Landgericht II eine einstweilige Verfügung ge­gen ihn an, in bet Ehrenburg verboten wirb, seinen oppositionellen Artikel noch einmal in anderen Blät­tern erscheinen zu lassen. Außerdem wirb ih..i aus- gegeben, eine ganze Reihe peinlicher Behaup ungen gegen Bata in Zukunft zu unterlassen. Ehrenburg hat gegen die einfttoeilige Verfügung bereits Ein­spruch erhoben.

HEUTE

VOR HUNDERI JAHREN

19. Januar 1832.

. . . erschien in Quedlinburg ein Buch mit fol­gendem Titel: „Keine Schnürbrüste mehr! Oder: Darstellung der großen Nachtheile und der für Ge­sundheit und Leben höchst traurigen Folgen, welche das Tragen der Schnürbrüste, insbesondere aber das tiefte Schnüren bewirken. Eine beherzigenswerte Schrift für Deutschlands Frauen und Jungfrauen, Erzieher und Erzieherinnen. Von Dr. Riedel." Preis: 15 SW er aro sche u.

*

. . . wird aus London gemeldet: Die für die hauslosen Armen errichteten Schlafsäle gewähren eine neue Einsicht in das Elend, das gegenwärtig in dcr Hauptstadt herrscht. Sie sind jeden Mend mit Armen so überfüllt, vaß sie wie Waren-Collis anemanbergebrängt liegen. Der ganze Saal wird jeden Abend Mit frischem Stroh bestreut.

*

. . . wird der Findling Caspar Hauser vom Magistrat der Stadt Nürnberg einem bekannten britischen Sonderling überanttoortet. Dieser, ein Lord Stanhope, der sich in Ansbach aufhält, hat eine besondere Zuneigung zu dem pstichologisch merkwür­digen jungen Menschen gefaßt. Er befindet sich in seiner neuen Lage sehr wohl.

¥

. . . schreibt eine thüringische Zeitung: „Man be­merkt zu den bekannten verbotenen Briefen Bör­nes: 1. der Verfasser sek kein Deutscher, 2. er sei ein Israelit. 3. er leibe an Hypochondrie. Dar­aus lasse sich fein Werk erklären." Die „Stuttgarter Zeitung" meint: „Wer den Börne einen Revolutio­när schimpft, der versteht keinen Spaß. Uebriacns hat das Verbot feiner Schriften so guten Erfolg, daß die ganze Auflage und daneben noch ein Winkelab­druck in Sachsen rein aufgekauft worden sind, was, wie einer meint, niemandem schade als — Börne!"

Krauenwünsche.

Es liegt im Gefühlsleben der Frauen begründet, daß sie vor allem eins gern haben: sich bewundern zu lassen. Mädchen und Frauen scheuen oft keine Opfer, um dies Ziel zu erreichen.

Aber die Zeitspanne, in der Mädchen und Frauen bewundert werden, ist eigentlich kurz. Sie könnte um sehr vieles länger fein' wenn man es klüger an­stellen würde. Nie ist die Nainr derart verschwende­risch, daß sie den Frauen bis in späte Jahre hinein atit vollen Händen spendet.

Gern aber ist die Natur damit einverstanden. das man ihr etwas Gutes in die Hände legt, kurz: daß «an ihr nachhilst.

Frauen Helsen garzuaern der Natur nach. Und das ist chr autes Recht; ja es ist ihre Pflicht! Und . .anchc Frau zeigt Geschick darin.

Keinesfalls sollten Buge Frauen ihre Geschicklich­keit dazu mitzibrauchan. etwa durch Schminken des Gesichts Jugend und Schönheit vorzutäuschen. Kluge Frauen itnb einsichtsvoll und sie gönnen deshalb ihrem Gesicht eine gediegene natürliche Pflege. Und das Gesicht dankt es diesen vernünftigen Frauen hundertfach, indem es lange über die übliche Zeit hinaus liebreizend blüht.

Ich bin dieser Vergünstigung teilhaftig geworden, seit ich Marylan-Creme anwende. Ich bin reineweg verliebt in dies famose Mittel zur Gesichtspflege, das so ungemein vielseitige Erfolge bringt. Früher hatte ich großporige, graue Haut, heute kann ich es mit jedem blühendem jungen Mädchen aufnehmen. Frü­her verunziertem mein Gesicht Pickel und Fältchen, — heute zeigt mein Gesicht Frische und Glätte. Ich zähle an Jahren keineswegs mehr zu den Jüngsten, das möchte ich betonen, und ich habe auch ziemlich

spät mit der Anwendung der famosen Marylan- Creme begonnen; aber die Erfolge, die ich habe, sind großartig. Altersspuren sind meinem Gesicht bisher völlig ferngeblieben.

Und wie stehl es mit Ihnen? Ahnen Sie. welche Verjüngung und Verschönerung auch Sie durch Marylan-Creme erwirken fönnen? In mehr als 23000 Dankbriefen, deren Zahl notariell beglaubigt ist. Wird voller Freude und Lob davon gesprochen, welche trefflichen Erfolge Damen und Herren durch Marylan-Creme gehalbt haben.

Herren auch? Jawohl: auch Herren! Denn Herren bewundern zwar gern hübsche, anmutsvolle Frauen, aber Herren wollen auch gefallen. Und. Hand aufs Herz, wir Frauen haben es immer sehr gern, wenn unser männlicher Partner recht hübsch aussieht.

Zusammenfassend möchte ich sagen; es ist aus jeden

Fall lobenswert, wenn Damen und Herren ihr Ge­sicht durch die vielerprobte Marylan-Creme pflegen. Die Vorteile dieser Pflege sind augenfällig.

Sie müßten sich eine kostenlose Probe schicken lassen. _ Trennen Sie einfach nachstehenden Gratis­bezugsschein ab, legen Die ihn in einen offenen Briefumschlag, fieben Sie 4 Pfg. Porto auf und schreiben Sie auf die Rückseite des Umschlages Ihre genaue Adresse. Sie bekommen die Probe Marylan- Creme und dazu ein aufschlußreiches Büchlein über neuzeitliche Gesichtspflege; beides völlig kostenlos und portofrei.

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