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Nummer 10*

Mittwoch, 13. Januar 1932

22. Jahrgang SS-SH-S-SSK

Vor der Neubildung eines Kabinetts Lavals

Oie Kabrnettskrise in Paris / Briand zieht sich zunächst aus dem politischen Leben zurück / Bildung eines überparteilichen Ausschusses zur Hindenburgwahl?

Jetzt Volkswahl Hindenburgs!

(Von unserer Berliner Schriftlettung).

Paul-Boncour Außenminister?

Eigener Drahtbertcht.

th. Berlin, 13. Januar.

Die parlamentarischen Bemühungen des Reichs­kanzlers zur Wiederwahl des Reichspräsidenten von Hindenburg durch den Reichstag sind nunmehr for­mell abgeschloffen. Der Reichspräsident hatte gestern nachmittag eine Unterredung mit dem Reichskanzler unv hat ihn dabei nach einem Bericht über die Bemühungen des Kanzlers gebeten, do» der Weiterversolgung des Weges einer Parlamentarischen Lösung der Frage Ab st and zu nehmen. Dagegen ist in der amtlichen Mitteilung, die über diesen Besuch Brü­nings bei Hindenburg berichtet, nicht davon die Rede, daß der Reichspräsident jetzt grundsätzlich auf eine Wiederwahl zum Reichspräsidenten verzichtet. Ledig­lich der parlamentarische Weg ist nunmehr ausge­schloffen. Umso stärker aber treten die Bemühungen für die Wiederwahl des Reichspräsidenten von Hin­denburg aus dem Wege der Bolkswahl in den Vordergrund.

Erst in später Abendstunde hat gestern die national­sozialistische Pressestell., die sich im Kaiserhof nieder­gelassen hatte, einen Bries Hitlers an den Reichskanzler veröffentlicht, während das Schreiben des nationalsozialistischen Parteiführers an den Reichspräsidenten überhaupt nur vertraulich be­handelt wurde. Das ist daraus zu erklären, daß Hitler in den Besprechungen mit dem Reichskanzler und vor allem mit dem Staatssekretär Meißner schon gewisse Zusagen gemacht hatte, auf den Plan des Reichskanz­lers für die parlamentarische Wiederwahl des Reichs­präsidenten von Hindenburg einzugehen. Nachdem sich Hitler dann aber nach der Unterredung mit Hugen- berg doch anders entschieden hatte, wollte man im nationalsozialistischen Lager nur sehr ungern an die Veröffentlichung der Aniwortbriefe Herangehen. Man hat sich schließlich damit geholfen, daß man dem Reichspräsidenten ein Schreiben überreichte, die Ver­öffentlichung aber verweigerte, während das eigent­liche Ablehnungsschreiben an den Kanzler erst meh­rere Stunden nach dem amtlichen Kommunique er­schien, in welchem unter die ganze Aktion ohnehin bereits ein Schlußpunkl gesetzt war. Hitler hat gestern abend noch eine Unterredung mit dem Staatssekretär Meißner gehabt und hat feinen nachträglichen Ab­sagebrief an den Reichskanzler durch den Hauptmann Göring überreichen laffcn und ist dann wieder nach München abgereist.

Nunmehr wenden sich alle Anstrengungen dem

neue» Versuche zu, den Reichspräsidenten von Hin­denburg auf dem Wege der Volkswahl wieder zum Reichspräsidenten zu »rachen. Zu dieseui Zwecke hat gestern eine Reihe Besprechungen im Reichstag stattgefunden, die vor allem von den bürgerlichen Gruppen der Mitte ausgehen. Bei diesen Unterredun­gen hat Graf W e st a r p von den Konservativen und der Abgeordnete Dingeldey von der Deutschen Volkspartei im Vordergründe gestanden, aber es ist keineswegs beabsichtigt, nun hier eine Art Block der oürgerlichen Mitte zu bilden, der dann die Kandida­tur Hindenburgs propagieren könnte, sondern man ist in diesen Kreisen von Anfang an bestrebt, die Zu­sammenfassung eines derartig engen Kreises, die der Sache nur schädlich ist, zu vermeiden, und will viel­mehr auf eine Zusammenfassung auf brei­ter Basis hinstreben. Zu diesem Zwecke wird man also von einem Block der bürgerlichen Mitte absehen und wird aus einen Wahlblock hinstreben, der auch die großen Nachbarparteien rechts und links von der bürgerlichen Mitte heranzieht.

Gegenwärtig ist man bemüht, eine Persönlichkeit für die Leitung dieser Bestrebungen zn finden, und inan denkt dabei in erster Linie an oen früheren Reichswehrminister Dr. Geßler. Sollte es diesem gelingen, nicht nur die Parteien der bürgerlichen Mitte zusammenzufaffen, sondern auch mit den großen Parteien der Rechten und Linken entsprechende Füh­lung zu nehmen, so würde auf dieser sehr breiten Basis die Kandidatur Hindenburgs erneut proklamiert werden können, wobei es als selbstverständliche Vor­aussetzung gilt, daß die Nationalsozialisten und die Deutschnationalen ebenso wie die Sozialdemokraten auf die Aufstellung von Gegenkandidaten verzichten.

Daß die Kommunisten bereits angekündigt haben, auch diesmal wieder den Abgeordneten Thä 1 - m a n n als Kandidaten jür die Reichs Präsidenten­wahl aufzustellen, ist nicht anders erwartet worden, kann aber in diesem Zusammenhang außer Betracht bleiben, da von allen andern Seiten keine ernsthafte Gegenkandidatur gegen Hindenburg zu erwarten ist. Inwieweit die Deutschnationalen und Nationalsozia­listen sich an einem solchen Unternehmen offiziell be­teiligen werden, oder inwieweit sie sich daraus be­schränken, auf eigene Kandidaten zu verzichten, ist im Augenblick noch nicht zu übersehen, da die von den Mittelparteien ausgehenden Bestrebungen, die sich noch im Anfang befinden, mit größter Vorsicht aus­geführt werden.

Die NSDAP, zu den Berliner Verhandlungen

München, 13. Januar.

Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP ver­öffentlicht eine eingehende Schilderung der Berliner Besprechungen. Aus dieser parteiamtlichen Darstel- lung geht hervor, daß Hiller schon in der Aussprache mit General Groener am Mittwoch, den 6. Januar abends bemerkt hat, daß nach seiner Auffassung gegen den Plan einer parlanientarischcn Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten sehr schwere verfas­sungsrechtliche und politische Bedenken bestünden Bei der Zusammenkunft am Montag im Reichswehr­ministerium versuchte der Reichskanzler die Notwen­digkeit der beabsichtigten parlamentarischen Aktion mit außenpolitischen Argumenten zu begründen. Hitler wiederholte in verstärktem Maße seine Bedenken und wies auch darauf hin, daß zu seinem Bedauern die im Interesse des Reichspräsidenten diskret zu behandelnde Angelegenheit bereits den Weg in die Presse gefunden habe.

Am Sonnabend gegen 12 Uhr sand die aberma­lige Aussprache mit dem Reichskanzler Brüning in Anwesenheit der Minister Dr. Frick und Treviranus statt. Auch diese Besprechung ergab nichts neues. Am Nachmittag fand die Aussprache Hitlers mit Hugenberg statt. Adolf Hitler teilte ihm mit, daß er nach reiflicher Ueberlegung nichts ande­res als a b l e h n e n könne. Hugenberg bekannte sich im wesentlichen zur gleichen Auffassung. Am Sonn­tag suchte Staatssekretär Meißner Hitler in seinem Hotel auf. Hitler bedauerte insbesondere die offen­bar durch Indiskretion der Reichskanzlei entfachte Preffecanipagne, die Hindenburg in den Strudel des parteipolitischen Getriebes hineingetrieben habe.

Hitlers Antwort

Berlin, 13. Januar.

Hitler hat am Dienstag abend folgenden Brief an len Reichskanzler Brüning gerichtet:

Berlin, abends den 12. Januar 1932. Am 6. Ja- Mar 1932 teilte mir Reichsinneuminister General

Groener mit, cs bestünde die Absicht, die Präsident­schaft des Generalfeldmarschalls von Hindenburg auf parlamentarischem Wege zu verlängern bezw. den Reichspräsidenten durch eine Zweidrittelmehrheit des Reichstages neu wählen zu lassen. Reichsinnenmini­ster Groener bat mich um Stellungnahme der Partei zu diesem Vorhaben.

Ich beehre mich. Ihnen, sehr geehrter Herr Reichs­kanzler, mitzutoilen, daß die NSDAP, bei aller Ver­ehrung für die Person des Herrn Reichspräsidenten nicht in der Lage ist, diesen Vorschlag zu unterstützen. Ich lchnc daher namens der nationalsozialistischen Bewegung unsere Zustimmung ab. Die verfassungs­rechtlichen, außen- und innenpolitischen sowie mora­lischen Gründe, die uns zu dieser Stellungnahme be­wegen werde ich Ihnen, sehr geehrter Herr Reichs­kanzler, in einer eingehenden Darlegung umgehend zustcllen.

Fast zwei Milliarden schwebende Reichsschuld

Berlin, 13. Januar

Nach dem Monatsausweis des Reichsfinanz­ministeriums betrug die schwebende Schuld des Deut­schen Reiches am Jahresschluß 1912,6 Millionen Mk. Sie setzt sich zusammen aus 1092,1 Millionen Zah­lungsverpflichtungen aus der Begebung unverzins­licher Schatzanweisungen, 400 Millionen Mark Um­lauf an Reichswechseln, 153,7 Millionen Mark kurz­fristige Darlehen, 91,3 Millionen Mark Betriebskredit bei der Reichsbank, 4,4 Millionen Mark Verpflichtun­gen aus früheren Anleiheoperationen und 171,1 Mil­lionen Mark Schatzanweisungen zum Zwecke der Sicherheitsleistung usw Gegenüber dem November bat sich die schwebende Schuld am 31. Dezember um 168 Millionen Mark erhöht. Die Summe der kurz- jristigeu Darlehen hat sich etwa verdoppelt.

Paris, 13. Januar.

Wie wir gestern ftbon in einem Teil unserer Auf­lage meldeten, hatte das Kabinett Laval den Be­schluß zum Rücktritt gefaßt. Da die radikal- sozialistische Kammerfraktion, die am Spätabend des Dienstag unter Herriots Vorsitz tagte, die Beteiligung an einer Konzentration ablehnte, sah sich Laval ge- nötig, den Kabinettsbeschluß durchzuführcn.

In gutunterrichteten Kreisen rechnet man dantit, daß sich die Regierungskrise nicht länger als bis zum heutige »Abend ausdehnen wird. Das bis zur Beendiguitg der Kammertagung zu bewältigende Arbeitsprogramm ist in der Tat so umfangreich, daß auch der Staatspräsident die Bespre­chungen möglichst beschleunigen dürfte, um die Neu­bildung des Kabinetts zu einem schnellen Abschluß zu führen. Man rechnet damit, daß Laval nach seiner Neubeauftragung schon am Abend in der Lage sein wird, die Liste seiner neuen Mitarbeiter bekannt zu geben.

Während einige Blätter an ihrer bisherigen Vor­aussage festhalten und die neue Regierung mit Laval selbst am Quai d'Orsay und Tardieu im Kriegsmini- fterium sehen, halten es andere für möglich, daß der Ministerpräsident das Autzennliuisteritlm dem ehema­ligen Präsidenten des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, Paul B o n c o u r. anbietet und das Kriegs­ministerium an P a i n l e v e abgibt. Es scheint in der Tat, als ob Tardieu noch nicht entschlossen ist, schon jetzt wieder in den Vordergrund zu treten.

In de» Kreisen der bisherigen Regierungsmchr hcit rechnet man damit, daß die Radikalsozialisten sich bei den kommenden Kammerberatungen weniger un­nachgiebig zeigen werden, ui» die Aufgabe der Re- giertlng nicht zu erschweren.

*

Paris, 13. Januar. Wie in gut unterrichteten Kreisen verbau.et, haben die Aerzte auf Grund der Dienstag vormittag vorgenommenen Untersuchung Briand jede weitere politische Tätigkeit äbgeraten Briand hat daraus beschlossen, in der neue» Regie­rung keinen Ministerposten zu übernehmen. Er hat auch das Angebot Lavals abgelehnt, Fmnkreich im Völkerbundsrat zu vertreten. Nach Vollendung der Bildung des neuen Kabinetts wird sich Briand so- fofort auf seinen Landsitz begeben und damit dem

politischen Leben für einige Zeit vollkommen den Rücken kehren.

Waffenfund in einem Wiener Vorort

Wien, 13. Januar.

Im Zusammenhang mit der Beschlagnahme von 60 Mannlicher-Gewehren bei der Verladung im Wie­ner Vorort Ottakring vor einem sozialdemokratischen Arbeiterheim wurde Dienstag abend eine Haus­suchung im Arbeiterheim vorgenomnren. Dabei wur­den im Keller die Koks- und Kohlenvorräte beiseite geschafft und eine verdächtige Wandstelle entdeckt. Nachdem man die Betonmauer ausgebohrt hatte, stieß man auf ein geheimes Wasfenversteck.

Nach Angabe der Polizei wurden bei der Haus­suchung 732 Mannlicher-Gewehre, zehn Maschinenge­wehre, eine Anzahl Säbel, Seitengewehre, Hand­feuerwaffen und 100 Granaten gesunden worden. Diese Handgranaten ähneln in ihrer Ausführung außerordentlich. 3300 Metallhülsen, die vor einigen Tagen auf einem der Polizei verdächtig erscheinende« Lastkraftwagen beschlagnahmt und von dem Kraft­wagenführer als Schmierbüchsen bezeichnet worden waren. Die Polizei hat festgestellt, daß bereits Anfang dieses Jahres ungefähr 5000 solcher Hülsen von einer Ofenfabrik, der auch eine Eisendreherei angegliedert ist, geliefert worden sind. Bereits am Montag waren bei einer Haussuchung in der Fabrik 800 Hülsen be­schlagnahmt worden. Das christlich-sozialeMontags- blatt" berichtete, daß auffallenderweise die Fabrik mit Ueberstunden an der Fertigstellung solcher Hülsen ge­arbeitet habe.

Blutige Zusammenstöße in Indien

Bombay, 13. Januar.

Kongreßfreiwillige marschierten am Dienstag abend von Haus zu Haus und sammelten auslän­dische Kleidungsstücke ein. Aus einer der größten Verkehrsstraßen wurden dann die Kleider aus einen Harrfen geschichtet und angezündet. Eine riesige Menschenmenge sammelte sich um das Feuer an. Die Polizei griff ein uw verhaftete mehrere Personen. Böi einer anderen Kundgebung in Bombay wurden zwei Polizisten und 15 Kundgeber verletzt. In Ah- medebad wurde eine Massenversammlung von der berittenen Polizei mit Stöcken zerstreut. 5o Perso­nen wurden verletzt und 30 Frauen festgenommen.

Me Zankreichverrlien"ilird

Dr. Pz. Paris, 12. Januar.

Es war noch immer so: Jedes Mißgeschick, das Frankreich traf, jede militärische oder politische Nie­derlage wurde einzig und allein durch Verrat er­klärt; denn mit ehrlichen Mitteln kann eine Nation wie die französische eben nicht geschlagen werden. So bildeten sich dann im Laufe der Jahre jeneTechniker des Verrats" heran, deren Lebensaufgabe darin be­stehl, die Verräter unter allen Masken ausfindig zu machen, ihr schandvolles Treiben vor der breiten Oef- sentlichkeit zu enthüllen.

In den Jahren unmittelbar vor dem Kriege war es besonders der damalige Pariser Polizeipräfekt H e n n i o n, den die Chauvinisten alsbezahlten Agenten Deutschlanos" bezeichneten; nach unerhörten Angriffen und Beschuldigungen brachen dann, als der Tiger den haßerfüllten Ueberpatrioten freie Hand ließ, die bekannten Skandale ans, die mit dem frie- denssreundlichen BlatteLe Bonnet Rouge" ver­knüpft sind uns einigen der hervorragendsten Fran­zosen das Loben kosteten. Nach dem Kriege richtete sich das Treiben derVerräter" in erster Linie gegen gewisse nationale Persönlichkeiten, die den unbeug­samenSiegwillen" Frankreichs verkörpern sollten: Wenn es nur anging, wurden sie durch allerlei Ka­bale aus der Oeffeutlichkeit entfernt, und im äußer­sten Falle schreckten dieVerräter" mich vor verbreche­rischen Maßregeln nicht zurück.

So wurde zum Beispiel mit Hohn die Kunde ver­breitet, daß der General Mangin und ebenso der ehemalige Kriegsminister Lefevre, einer der ärgsten Deutschenhasser keines natürlichen Todes gestorben seien; das letzte Opfer derVerräter" ist angeblich M a g i n o t, über dessengeheimnisvolles Ende" der royalistische Schriftsteller Manrras folgende Anklagen erhebt: Von dem Augenblicke an, wo der Kriegsmini- fter feierlich gelobt hatte, er werde nicht zugeben, raß auf der bevorstehenden Abrüstungskonferenz Frank­reichs Rüstungen ohne entsprechende Sicherheiten be­schränkt würden, war sein Untergans beschlossene Sache. Auf keinen Fall durfte dieser Mann nach Genf: Er hätte durch feine soldatische Ehrlichkeil das ganze Briandschc Jllusionsgebäude mit einem Schla­

ge über den Haufen geworfen. Da jedoch in diesem Augenblicke das nationale Bewußtsein in Frankreich ziemlich stark ist, mußte man sehr vorsichtig zu Werke gehen. Die Umstände erschienen günstig: Zwischen Weihnachten und Neujahr ist in Frankreich die Zeit des großen Austernessens, und Maginot galt als ein besonderer Liebhaber dieser Weichtiere. Was war da leichter, als durch einen bezahlten Aufwärter in irgend einem der vornehmen Restaurants, wo Ma­ginot zu verkehren pflegte, uns bereit Personal dazu noch sehr oft d e u t s ch ist, chphuserregende Bazillen in die Austern hineinzubringen? Der Kriegsmini­ster davon, erkrankte und starb: Frankreich ist ent­waffnet, bevor es den neuen Glaspalast in Genf be­tritt ....

Und nun zumVerbrechen" auch noch denSkan­dal": Die Regierung Laval war feig genug, am Tage der Leichenfeierlichkeit um den toten Kriegs Minister die Stimme des patriotischen Paris zu ersticken", in­dem sie die Anordnungen zum Leichenzug so engher­zig wie nur möglich traf. Man hatte es aus eine große chauvinistische Kraftprobe gegen dieBoches" abgesehen. 9tun wurde darausnur" eine prunkvolle militärische Feier ohne starken politischen Hinter- grund. Dies alles soll Laval getan haben, um sich die Gunst der Linken bei der bevorstehenden Regie­rungsumbildung zu sichern: DieVerräter" gewin­nen also mit jedem Schlage, denn damit wäre Frank­reichs Untergang besiegelt!

Die nationalistische WochenschriftAux Ecoutes", die sich rühmt, ihre Meldungen aus der unmittelbar ren Umgebung der Minister zu erhalten, veröffent­licht in sensationeller Form ein Gerücht, das wirklich geeignet erscheint, den guten Parisern Schrecken ein­zujagen. Man höre nur: Allgemein sind die Klagen der hauptstädtischen Bevölkerung über die Trinkbar­keit des Wassers, das besonders in den letzten Wo­chen einen Höch übten Beigeschmack erhalten hat. Man trägt sich also längere Zeit schon mit dem Plane, die Wasserversorgung von Paris von der Loire aus sicher zu stellen, und der Stadtrat hat zu diesem Ende einen Ausschuß ernannt, dessen günstige Schlußfolge­rungen eben vorliegen. DerSkandal" besteht nun darin, daß in diesem Ausschuß neben hervorragen­den französischen Persönlichkeiten wie dem Direlipr