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Nummer 4*

Mittwoch, 6. Januar 4932

22. Jahrgang

Verworrene Lage in der Außenpolitik

Alarm aus Genf / Spmaghafte Kurssteigerung der llounganleihe /

Saefth »erhandelt mit Flandm /Kriegsrat" »es intifchen Kongresses

Das Geheimnis um E-ge

(Van unserer Berliner Schriflleitung).

Neue Bürgerlichkeit?

Botschafter Hoefch bei Randin

am Ausgange

London, 6. Januar. An den Planmäßigen Ab- inarsch von 4'90 Mann Infanterie nach Indien, die andere Truppen ablösen sollen, halten sich in London Gerüchte geknüpft über eine Verstärkung der englischen Armee in Indien, die aber von den amtlichen Stellen sofort als unrichtig bezeichnet wurden. Die Regierung verfolge auch weiterhin ihre bisherige Politik, angesichts der Spannung in Indien die dortigen Truppen auf der vollen etats­mäßigen Stärke zu halten und, wie üblich, hie ent­sprechenden Ersatzmannschafien bei de Stammregi- ,meutern in. der Heima« bereitmhalten ,

gen die Demonstranten ei», wobei mehrere Persone» verletzt wurden. Auch eine Kinderdemonstration wurde aufgelöst und sechs Kinder verhaftet. Zu Cawnpur wurde» ferner 17 Kongretzführer, darunter der Prä­sident der lokalen Kongrehorganisation, sestgeuow- men. Zu der Nacht zum Mittwoch wurden in Bombay 10 ll Personen verhaftet. Zu Sri- gada wurden die Regierungsgebäude niedergebrannt. Zn der Nähe von Mohmand steckten Rothemden die Häuser von regierungstreuen Znder« in Brand. Z» Bengalen wurden von der Regierung besondere Schutz­mahnahmen für englische Persönlichkeiten getroffen, da diese von Kongrehanhänger« mit Ermordung be­droht worden find.

mente erwähnenswert. Einmal ist es die aus Paris gemeldete sprunghafte Kurscrhö- hung der Dawcsanleihe und der Joung- a n l e i h c und zum anderen die Meldung desJour­nal de Geneve", wonach die Franzosen angeblich die Absicht haben, beim Beginn der Abrüstungskonferenz einen Antrag auf U n t c r s u ch u n g des Standes der d c u t s ch c n R ü st u n g e n zu stellen. Beide Momente

Dr. Josef Winschuh, M. d. R.:

Oie Inhalte neuer Bürgerlichkeit

Die politischen Stöße, die heute den deutschen Volkskörper schütteln, sind nicht letzte Zuckungen eines deutschen Bürgertums, sondern untergeordneter Aus­druck einer schmerzhaften Wandlung und Vorhut­kämpfe einer neuen Bürgerlichkeit. Fragt man, >vas an die Stelle des Bürgerbegriffs treten soll, so stößt man bei den besten der jungen Generation durchweg auf die Inhalte neuer Bürgerlichkeit. Füh- rcrtum und Gemeinschaft, Ehre und Charakter, Sinn für Rang und Streben nach Freiheit, Kontrapunkt von Gesinnung und Lebcnstüchtigkeit, das alles sind im Grunde alte bürgerliche Tugenden, die sowohl das deutsche Bürgertum des Mittelalters, als auch das gute Bürgertum des neunzehnten Jahrhunderts auszeichneten. Es ist das große Verdienst von Hans Grimm, dem Verfasser des Buches: Volk ohne Raum, kürzlich auf diese alte und wieder junge Bür­gertradition hingewiesen zu haben. Seine Mahnung besteht zu Recht: Wenn wir neue Haltung in der deutschen Vergangenheit begründen wollen, haben wir es nicht wie Mussolini nötig, zwei Jahrtausende zu überspringen und wie jener an die Ruten und Beile, an germanische Mhthologie anzuknüpfen.

Zu einer gesunden Bürgerlichkeit gehört stets die Verbindung von Kraft und Maß, eine fruchtbare Mitte zwischen Fortschrittlichkeit und Verwurzelung in der Tradition, die Vereinigung geistiger Freiheit und wirtschaftlicher Solidarität. Nun sind zurzeit die Parteien der Mitte geschwächt und eingeschrumpft. Bürgertum und Idee der Mitte, die unter gesunden Verhältnissen zusammengehören, sind damit aber keineswegs erledigt. Beide bleiben als Sehn­sucht, Bedürfnis und Aufgabe. Es gilt, an einem neue» Bürgertum zu arbeiten, ihm ein Selbstbewußt- fein und eine breite materielle Basis zu geben. Sie kann nur ein breitgefächcrter Mittelstand'sein. Wir müssen alle Wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischen Maßnahmen darauf eiustellcn, den Mittelstand wieder standortfest zu machen.

Das bedeutet eine beherzte Absage an den Kollek­tivismus des Wohlfahrts- und Subventionsstaates auch dann, wen» die Futterkrippe lockt und die Härte einer selbstverantwortlichen wirtschaftlichen Betäti­gung abschrcckt. Wir müssen ferner warum scheut man sich so, es zu sagen? de» Staat materiell tchwachen, ih» als Apparat und Behörde billiger machen und dem Bürger weit mehr als bisher den Ertrag seiner Arbeit belassen. Umso mehr kann man die notwendige Autorität des Hoheitsstaates festigen. Das ist die ö k o n o m i s ch e A r b e i t am neuen Bür­gertum. Wir müssen ferner alte verstaubte Ismen in der politischen Mitte, die nicht mehr den Pulsschlag der Gegenwart einzufangen vermögen, preisgeben und an den Aufgaben der Gegenwart und Zukunft eine erneuerte, frische politische Gesinnung und Hal­tung wachsen lassen. Tas ist die g c i st i g e A r b e i t am neuen Bürgertum. Wir müssen drittens den Bür­ger dazu anhalten, daß er nicht mit Gefühl allein Politik macht. Diese Arbeit ist schwer, umso mehr, i

London, 6. Januar.

DerKriegsrat" des Kongresses i» Bombay W in seiner Sondersitzung die Einzelheiten für den Ungehorsamkeitsfeldzug festgelegt, darunter die Boy­kottierung englischer Schiffahrtsgesellschaften und Verstcherungstonzernc, die Aufstellung von Streikposten vor englischen Läden sowie die unge­setzliche Herstellung von Salz. Ferner ist die Ein- richwng von zwei Hospitälern mit je 45g Betten in Angriff genommen worden. Gelder zur Unterstützung der Kongreßaktion werde» gcsmnmelt. Die bisheri­ge» Sammlungen haben bereits über 2 Milli­onen Mark eingebracht. Weiter soll der Kongreß mit der Bombayer Goldbarrenbörse in Verbindung getreten sein, um die Goldausfuhr einzustellen.

Der Provinzialkongreß von Gujerat hat sämtliche Mühlenbesitzer aufgesordert, die Aufträge auf eng­lische Maschinen in Höhe von mindestens 7 Millionen Mark für ungültig zu erklären.

Der Vizekönig hat seine Reise nach Alwar aufgeschoben und bleibt wegen der kritischen Lage in Delhi. Die neuen Notstandsverfügungen sind am Dienstag in den Präsidentschaften Bombay und Ma­dras sowie in den Provinzen Pundschab, Bihar, Orissan und Bengalen in Kraft getreten.

Zn Cawnpur schritt die Polizei mit Stöcken ge-

Das gärende Indien

Oie Vorbereitungen für den ltngehorsamkeitsfeldzug

als dem Bürgertum der große Führer fehlt, der die Vision der neuen Bürgerlichkeit volkstümlich zu machen wüßte. Aber sie ist keineswegs hoffnungslos. Die Sehnsucht nach Bürgerlichkeit ist so stark wie je im deutschen Volke, mag sie sich auch vielfach tarnen und nicht selbst erkennen. Das Arbeitsbürger­tum der Zukunft ist nicht denkbar, ohne daß man wieder auf verschüttete, individualistische Grundlagen zurückgreift und dem Zerfall der Wirtschaftsmoral'im Kompromißbürgertum der Nachkriegszeit den schärf­ste» Kampf ansagt.

Walter Lambach, M. d. R.:

Wo steht das Bürgertum?

Wer glaubt, wir ständen schon am Grabe des deutschen Bürgertums, unterschätzt seine Lebenskraft erheblich. Das Bürgertum befindet sich nicht am Ende, sondern mitten in einem tiefgreifenden Um­wan d l u n g s p r o z e ß. In dem Zeitabschnitt, in den wir jetzt hiueingetreten sind, übersteht der Be­sitz nicht einmal mehr eine Generation. Besitz und Richtbesitz, Reichtum und Armut wechseln in wenig Jahren. Dieses und vieles andere führt zur Struk- turwandlung u»b Sinneswandlung innerhalb des Bürgertunis selbst. Unterschied bisher das Vorhan­densein einer gewissen, auf Besitz gegründeten Sicherheit und die sich daraus ergebende Möglichkeit eines Bildungsganges und des Eintritts in wirt­schaftlich gesicherte Lebensaufgaben de» hcranwach- seiiden Bürger vom Heranwachsenden Proletarier, so ist auch dieser Unterschied im weitesten Ausmaß in unserer Zeit verschwunden.

Das ergibt eine veränderte Einstellung zum Leben und zur Umwelt. Tas ergibt auch den Bruch mit überkommenen Sitte» und Anschauungen. Aber verschwindet damit das Bürgertum? Wird damit diese ungesicherte neue Bürgergeneration aufhören, ein Besonderes zu sein?

der Glanzzeit des modernen

th. Berlin, 6. Januar.

Die außenpolitische» Besprechungen, die der Reichskanzler mit den leitenden Persönliche keitcn des Auswärtigen Amtes zur Vorbereitung der Konferenz von Lausanne führt, werden auch in de» nächsten Tage» ressortmäßig fortgesetzt werden. Gegen ,(.nbc H eine Besprechung mit den deut-

«chen Botschaftern in Paris, London und Rom vor­gesehen, die zu ihrer Informierung nach Berlin kom­men. Em gewisses Geheimnis liegt über der An- L.'.* _b,cs a Pariser amerikanischen »Dtf$iiffcrö Edge i» Berlin, von dem in der Presse behauptet wurde, daß er in besonderer Mission gekommen sei, um mit dem Reichskanzler eventuell über gewisse Kompromißvorschläge in der Repara­tionsfrage zu verhandeln. Offiziell dagegen wird mit allem Nachdruck betont, daß der Botschafter Edge wdiglich aus privaten Gründen die Reise nach Berlin angetreten habe, meit er mit seinem Berliner Kollegen, dem amerikanischen Botschafter Sackett und mit dem französischen Botschafter in Berlin Poncet Msammenkommen wolle. An unterrichteter Stelle in Berlin ist nichts davon bekannt, daß irgendwelche of­fiziellen Verhandlungen des Botschafters Edge mit dem Reichskanzler beabsichtigt seien, vielmehr verweist man imt JRetfti darauf, daß sich die Amerika»-», so­weit sie überhaupt an der Reparationsfrage Inter­esse nehme», in derartige» Angelegenheiten selbstver­ständlich durch den in Berlin beglaubigten Botschaf­ter Sackett vertreten lassen würden.

Trotzdem begegnet die Mitteilung, daß Edge nur ju private» Zwecke» nach Berlin gekommen sei, einer gewissen Skepsis. Der Umstand, daß er vor ven deutschen Botschaftern aus Paris, London und Rom nach Berlin gekommen ist, spricht allerdings gegen seine Beteiligung an der für Ende der Woche vorge­sehene» Diplomatenkonferenz, aber diese ist ohnehin nur im Hause des deutschen Botschafters, nicht aber auf internationaler Basis gedacht. Immer­hin besteht natürlich die Möglichkeit, daß Edge irgend einen diskreten V e r m i t tlu » g s v o r schla g mitbringt, für den man vielleicht absichtlich nicht de» offiziellen Weg über den in Berlin beglaubigten Botschafter gewählt hat. Darüber läßt sich natürlich nichts Genaueres feststellen, aber jedenfalls ist auch der Reichskanzler zu dem Frühstück eingeladen, wel­ches der amerikanische Botschafter in Berlin seinem Pariser Kollegen zu Ehren morgen veranstaltet.

Etimnwngsmomente...

Zur Beurteilung der außenpolitischen Lage, die sich vollkommen int Borbereitungsstadium für Lau­sanne befindet, sind noch zwei S t i m m u n g s m o-

war. Um dieses BürgerMm

Lausanner Konferenz am 25. Januar

^^betn Bundespräsident Mo^ ^entiT^bem enghfdKn Gesandten und dem französischen Bot- __f_ ttfl zur Abhaltung s Lausanne gegeben hat h^

3ufa^fMätS^ta< ^iner DienStagsitzun« diese

Tie Konferenz wird am 25. Januar i» Lausanne beginnen. Bundesrat Motia wird als Vertreter der schweizerischen Landesregierung und damit des Gast­landes der Eröffnungssitzung beiwohnen.

Paris, 6. Januar.

Havas bestätigt, daß die gestrige Unterredung des deutschen Botschafters mit Laval und Flandin der Vor­bereitung der Reparationskonferenz galt. Nachdem man sich, wie die Agentur behauptet, in Berlin auf die Verlängerung der eingefrorenen Kredite um ein Jahr geeinigt habe, stehe dem Zusammentritt der Repara­tionskonferenz nichts mehr im Wege. Aber der 18. Januar scheine der französischen Regierung wegen der am 12. Januar beginnenden Parlamentssession zu nahe zu liegen.

Da Laval persönlich an der Wiederaufnahme der Parlamentsarbeiten teilzunehmen wünsche, werde er Vorschlägen, die Einberufung der Reparationskonse- renz um einige Tage, vielleicht bis zum 2 5. Ja­nuar, zu verschieben. Die französische Regie­rung sei grundsätzlich geneigt, Deutschland ein Mora­torium, jedoch nicht über den 1. Juli 1934 hinaus, zu gewähren, unter der Bedingung, daß die ungeschützten Young-Annuitäten von Deutschland weiter gezahlt würden, wobei Deutschland wie beim Hoover-Mora­torium die Möglichkeit hätte, über diese Summen in Form verbürgter Anleihen an die Reichsbahn zu ver­fügen.

Das Symbol der Ehrfurcht"

Paris, 6. Januar.

DerTemps" untersucht in einem langen Artikel das Tributproblem. Die Annullierung evr deutschen Zahlungen würde ein Verbreche» gegen die Achtung der Verträge darstellen, die als die Grundlage der westlichen Zivilisation angesehen werden müßten. Tas Interesse Frankreichs stehe weniger auf dem Spiel, denn das Loch, das der Ausfall der Reparationen in seinem Haushalt Hervorrufen würde, könne gestopft werde«. Es handele sich vielmehr um das Inier-

Einc Schwalbe macht noch keine» Frühling! Dieser alten Volksweisheit sollte man sich angesichts des Vorstoßes der französischen Provinz gegen Paris in öer Reparationsfrage erinnern. Tas südfranzösische PlattDepöche de Toulouse", das sich dieser Tage für die Streichung der Reparationen etnsetzte, ist gewiß keine belanglose Zeitung, es gehört den Brüdern Sarraut, die in der radikalsozialistische» Bewegung eine führende Rolle spielen, und fein Vorstoß hat allerdings auch, wie wir gestern gemeldet haben, in der Pariser insbesondere in der links eingestell- len Presse Beifall gefunden. Aber trotz allem bleibt die Frage offen, ob und inwieweit die französische Regierung angesichts des Widerstandes der Rechts- oppofition in der französischen Kammer in der Lage fei« wird, derartigen Stimmen Rechnung zu tragen. In Paris geben die Rechtsparteien und ihre Zeitungen den Ton an, und es ist bezeichnend, daß gerade derTemps" sich mit seinen bombasti­schen Ausführungen zum Anwalt der Bürokratie und der Paragraphenenthusiaste» macht, die an dem Wortlaut der Verträge Heben. Daß allerdings, wie ein Berliner Blatt sagt, der politische Bürokra­tismus in einer kritischen Zeit, die Taten fordert, vom Temps" mit diesem aller Vernunft widersprechenden Artikel völlig ab absurdum geführt wird, scheint dem führenden" Pariser Blatt entgangen zu sein....

werfen ei» sehr bezeichnendes Licht aus die Verwor­renheit der gegenwärtigen außenpolitischen Entwick­lung. Tas Ansteigen der Youngattleihe und der Dawesanleihe an der Pariser Börse ist jedenfalls eine erfreuliche Erscheinung, und derBerliner Bür- sen-Courier" bemerkt dazu, daß diese überraschende Hoherbewertung der deutschen Anleihen beweise, daß gerade unter den heutigen Umständen, also mit der Erkenntnis der Untragbarfeit der Tributverpflich- tungen. Die Sicherheit dieser Papiere als verbessert gelte. Man habe offenbar auch in Frankreich erkannt, öafj bie oft bekundete Entschlossenheit der deutschen Regierung, diese kommerzialisierte Schuld unter allen Umstanden zu tilgen, eine Bürgschaft für diese An­lethen darstelle. Der Wert der Yo u n g a n l e i h e wachse jedenfalls in dem Maße, wie der Noungpla» schwinde.

Dix andere Meldung von dem o»oeblich-»tti,>itx«2 auf Untersuchung des deutschen Rüstungsstaudes ist i» ihrer materiellen Bedeutung noch nicht nachge- prüft worden. Es ist durchaus möglich, daß es sich sabei lediglich um eine Stimmungsmache, allerdings um eine Stimmt,ngSmache von der Art, die man

11 n..n r n y e r 9 i f1« « fl nennt, handelt. Der Vorwärts" weist jedenfalls heute darauf hin, daß der französische Journalist, der diese Meldung des .^Journal de Geneve" zuerst gebracht habe, als ein Brunnenvergifter bekannt fei. Ein derartiger fran­zösischer JnvestigationSantrag gegen Deutschland würde eine so unerhörte Provokation fein, daß man von der französischen Regierung schleunigst ein u »- mißverständliches Dementi gegen diese Be­hauptungen erwarten müsse.

Alle Zeichen spreche» dagegen. Tas behäbige Be- sitzbürgertum schrumpft zusammen. Ter Tvp des Bürgers als des unternehmenden Individualisten tritt in den Hintergrund. Aber was sich da in die­ser Zeit z» einer neuen Orientierung burchringt, was zum Glauben, zur Kirche, zum Staat, zur Volksge­meinschaft, zur Wirtschaft ein neues Verhältnis ucht, das blqibt eben doch nichts anderes als eine neue zeitbedingte Phase in der Entwicklung des deutschen Bürgertums wie der neue Mittelstand lieben dem alten Mittelstand eben doch auch Mittel­stand geworden

Hessische Abendzeitung

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Industriekapitalismus wird trofc aller Verschiedengestalttigkeit seines Schick- ials diekes Schickfckal selbst meister» müssen

Handels- und

Franz Schauwecker:

Kritik eines Aktivisten

Das deutsche Bürgertum ist immer diejenige Mit­telschicht aller Berufe in Deutschland gewesen die ae- tützt auf Besitz, Rang, Staatsstellung, Ueberlieferunq und Zugehörigkeitsgesühl den politischen Zustand in Deutschland basiert und unterstützt hat. Bis zum No­vember 1418. Genau gesagt: Am 9. November 1918 verjagte diese mittlere Schicht. Seitdem befindet ich

esse der europäischen Zivilisation. Ein Sieg Deutsch­lands in der Tributfrage würde es nur ermutigen neue Forderungen zu stellen. Der Youngplat, fei n>eber ein Diktat noch ein Tribut. In normalen Zeiten fei seine Anwendung nur gerecht. Er müsse au­ßerdem als ein Symbol nicht der Unterdrückung des -euftchen Volkes, sondern der Ehrfttrcvt, die man der Zivilisation schuldig sei, erhalten bleibe».

Kasseler Abendzeitung

«ammelnummer 6800. Surntische Svrcchstunüen Dienstags und Freitags 1719 Uhr Kölnische Strahe Utz l.'

Die folgettbt« Beiträge gelte« einer Lcbeussrage unters Volkes. Die Verfasser gehe« in verschiedenen Lagern, ihre Aussührnngc» dürften aber auch für Leser von .lutercfie sei«, die dem einen oder anderen der vorgctragencn Gedanke« ablehnend gegenüber- stehr«.

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