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Nummer 3

Dienstag, 5. Januar 4932

22. Jahrgang

Hessische Abendzeitung

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Kasseler Abendzeitung

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Meter Neueste Nachrichten

Oie Länderminister bei Treviranus

Di« Dereinheitlichung »er Wasserstraßen Verwaltung / Englische «Stimmen für Vertagung »er Reparationsenisch«i»ung / Themawechsel in pari«

Erhebliche Differenzen

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Vom^undenTifch zum schwerenKrieg

Vertagung bis zum Gommer?

England und dir Reparationskonferenz

Victoire" erklärt,

wir können die Welt retten.

Die Ländcrkonfcrenz über die Reichswasserstratzcn- vcrwaltung wurde von Rcichsvcrkehrsminister Tre­vi r a n u s mit einer Rede cingele-tet, in der er noch­mals auf die Erwägungen hinwies, die die Reichs­regierung veranlaßt haben, den Staatsvertrag von 1921 zum 1. April 1932 zu kündigen und die ihr ob­liegende Entscheidung der Frage, ob reichseigene Wasserstratzenbehörden geschaffen werden sollen, im positiven Sinne zu treffen.

Die Rcichsrcgicrung bittet die Länderregicrungen,

der Beobachtung der französisch-englischen Sonderver­handlungen spielt dabei die Frage des Termins der Konferenz von Lausanne nach wie vor eine Rolle, und wenn auch von Paris und London über­einstimmend der 18. Januar angenommen wird, so lie­gen aus Genf Nachrichten vor, wonach man dort vom 2 5. Januar spricht. In Berlin meint man, daß das richtige Datum wohl zwischen diesen beiden Ter­minen liegen wird.

Paris, 5. Januar.

Das Leitmotiv der heurigen Presse bildet die Frage einer endgültigen Streichung der Repa-

th. Berlin, 5. Januar.

Plan einer restlosenBcr-

Wasscr st raßen wird

eigentlichen Hindus an Zahl die Mohammedaner kaum erheblich übertreffen, andererseits hat man die Wirkungen der internationalen kommunistischen Propaganda auf die Masse derOutcaots", Aus- gestoßenen. der rund 60 Millionen Parias, unter­schätzt. Mindestens erreicht die Zahl der Parias zu­sammen mit der der Mohammedaner die der Hindus. Auf beiden Seiten stehen sich in unversöhnlichem Ge­gensatz 150 bis 160 Millionen Menschen gegenüber.

Der Haß zwischen diesen 300 Millionen Menschen ist durch die Verhandlungen der letzten Jahre zu hellen Flammen angefacht. Gandhi als Angehöriger der oberen hindniftischon Kasten, für die jegliche Ge­meinschaft mit einem Paria etwas einfach Unfaß­bares und Undenkbares ist, hat dadurch, daß er sie von seiner Fürsorge für die Zukunft Indiens still­schweigend oder durch nichtssagende Phrasen aus­schloß, diese 60 Millionen zu Feinden seiner Politik und des Kongresses gemacht, ein wertvolles Instrument in der Hand der Engländer, die bis zu dieser Zuspitzung der Dinge nur gelegent­lich die 80 oder 90 Millionen Mohammedaner gegen die indischen Wünsche ausspielten. Wie weif die konlmunistischc Propaganda, die auf unwegsamen über die nordwestlichen .Grenzgebirgc und über Französisch-Jndochina und Hinterindien herein­kommt, wirksam geworden ist, läßt sich auch nicht an­nähernd überblicken; sicher ist nur, daß sie schon sehr merkliche Wirkungen gezeitigt hat und daß die zu­nehmende Wirrnis sine weitere Ausbreitung ihrer Wirkung begünstigt.

So wich es also nun auch in Indien zmn Krieg" kommen? Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die angloindische Regierung sich darauf gefaßt macht, zumal die inncrpolitischcn Umbildungen in England selbst die Rückkehr zur .Politik der starken Hand" früherer Zeiten begünstigen, nachdem di« Po­litik der Nachgiebigkeit sich als so gefährlich erwiesen hat. Gleichwohl dürfte es in der Hauptsache jener gewaltlose Krieg bleiben, den Gandhi einst gepredigt und damals durch die Kraft seiner Autori­tät verwirklicht hat. Jetzt wird er gewaltlos blei­ben, weil die indischen Masten einfach Nicht in der ' Lage sind, gegen die rechtzeitig verstärkten englischen Garnisonen auszustchen. Aber es wird Krieg sein und unter der Oberfläche der ^Gewaltlosigkeit wird die Neigung zur gewalttätiggk Empörung sich ver­breiten, bis einst die Flamme emporlodern wird.

Diesmal wird es einen schwere» Krieg bis zum Ende geben ..." so heißt es in der Botschaft, die der Präsident des Allindischen Kongresses, Pallabhai Patel, noch aus dem Gefängnis an die indische Nation g- sichtet hat. Genau acht Tage nach der Rück­kehr des Mahatma Gandhi von der mit so großen Erwartungen veranstalteten cnglisch-ini'fchen Konfe­renz am Runden Tisch sind nun also die Dinge so weit gediehen, daß die ernsteste Kraftprobe beginnt, die England je mit seiner wichtigsten und reichsten Kolonie zu besteben gehabt hat.

Diese Kraftprobe ist deswegen so ernst, weil die Autorität des bisher von den Führern der indischen genauer gesagt: der hinduistischen Intelligenz fast bedingungslos anerkannten Mahatma in den Konferenzdebatten zu London und schließlich vollends durch die seither von der angloindischen Regierung ergriffenen Maßnahmen vernichtet ist. Zwar trifft es nicht zu, daß Gandhi seinen Grundsatz der unbeding­ten Gewaltlosigkeit anfgegeben oder auch nur einge­schränkt hat. In seinen Anweisungen, die er schon für den Fall seiner Verhaftung vorbereitet hatte, er­mahnt er seine Anhänger nicht nur zum Boykott aus­ländischer Waren, zur Enthaltung von Rauschgiften, notfalls zur Niederlegung der Arbeit und der Ver­weigerung des Gehorsams den englischen Gesetzen gegenüber, sondern auch. wie einst zur unbedingten Gewaltlosigkeit, zum Eintreten fürenglische Män­ner, Frauen und Kinder, auch wenn sie euch durch ihr Auftreten provozieren . . Aber man hat in Indien sowohl wie in England kaum mehr die Hoffnung, daß auch nur der Mehrzahl der Hindus, d. h. also der eigentlichen Anhänger Gandhis diese Anweisungen als so unbedingt zu respektierende Richtlinien gelten werden, wie in früheren Jahren.

Der Prophet der Gewaltlosigkeit ist durch seine Mißerfolge hinsichtlich der Befreiung In­diens diskreditiert und das ist das Gefähr­liche selbst seine Anhänger erkennen allmählich, daß Gandhis Politik, d. h. also eigentlich das ethische Prinzip, auf das er seine Politik stützte, von vorn­herein und mit Naturnotwendigkeit zum Scheitern verurteilt war. Der Markstein zwischen der ver- flostenen und der jetzt begonnenen Periode des indi­schen Befreiungskampfes ist nicht die Einkerkerung Gandhis und der anderen indischen Führer, sondern es war der Tag der Rückkehr Gandhis nach Indien, wo Hunderttausende zu seinem Empfang versammelt waren. . . Die Mehrzahl von ihnen aber nicht, um ihn jubelnd zu begrüßen, sondern um gegen sein Ver­halten bei der Konferenz am Runden Tisch zu pro­testieren. >

Man Hai jahrelang die besondere Eigenart der gewaltlosen" Politik Gandhis als der hinduistischen Psyche ganz besonders und unvergleichlich geschickt angepaßt empfunden. Es zeigt sich, daß dies ein Irrtum gewesen ist, ein Irrtum, dem sowohl Gan­dhi selbst, wie seine Anhänger und Freunde, als auch seine europäischen Bewunderer erlegen sind. Einer­seits hat man Indien viel zu sehr als ein Land der Hindus betrachtet, während die

Der Reichsverkehrsminister wird darauf Hinweisen, daß das Reich bisher nicht in der Lage war, eine Ver­einfachung durchzuführen, da die Reichsregicrung in Personalfragen bei der Wasserstraßenvcrwaltung überhaupt nichts zu sagen hatte, sondern im wesent­lichen nur als Geldgeber auftrat. Bemerkenswert ist, daß auch der Reichssparkommissar sich über das Problem der Verreichlichung der Wasserstraßen in zustimmendem Sinne geäußert hat und dabei be­tonte, daß der Vorschlag der Reichsregicrung eine wesentliche VerwaltungsV'erein- fachung bringen würde.

Der Gesetzentwurf, der den heutigen Ver­handlungen zugrunde gelegt wird, und der im März dem Reichstag zugeleitet werden soll umfaßt eine groß« Zehs verschiedener Berwaltungsgebietc sowohl i« der Binnenschiffahrt als auch in den mit der Bin­nenschiffahrt zusammenhängenden Fragen der See- schiffahrt. Auch die Tarife und die Erhebungsvor- schriften für die Verkehrsgcbühren sollen nach diesem Entwürfe künftig vom Reichsverkehrsminister er- laffen werden. Also würde zunächst ein besonderer Staatsvertrag zwischen Reich und Ländern ab­zuschließen sein, und es ist immerhin fraglich, ob die­ser so rasch zustande kommt.

Auf parlamentarischem Gebiet ist im wesentlichen heute nur die

Einberufung des Aeltestenrates für Dienstag den 12. Januar

zu Verzeichnen. In dieser Sitzung dürfte der kommu­nistische Antrag auf Einberufung des Reichstages wieder abgelehnt werden.

Der stark umstrittene reichlichung" der heute Gegenstand einer

Wann beginnt die Lausanner Konferenz?

th. Berlin, 5. Januar.

Angesichts der Verzögerung, die die Beratungen des Reichskabinetts in diesen Tagen noch erfahren, weil einige Mitglieder der Regierung noch nicht nach Berlin zurückgekehrt sind, werden die außenpolitischen Vorbereitungsarbeiten für die Konferenz von Lau­sanne und Genf zunächst ressortmäßig im Auswär­tigen Amt durchgeführt. Es ist möglich, daß die­ser Beratungsgegenstand erst Ende dieser oder An­fang nächster Woche vor das Kabinett gelangt Rsbsn

lichc Meinung heute eine große Geste er­warte-

Die Rechtspresse, tou z. B.Echo de Paris", steht natürlich anders zu dem Gedanken.

Dieses Blatt vttlärt u. a., es müsse darauf hinge­wiesen werden, daß die deutsche Industrie gewaltig ausgerüstet sei und nach Beendi­gung der Krise auf den tnternattonalcn Märkten eine ungeheure Usberlegenhcit haben müßte, wenn die Reparationsschulden von ihr genommen wären. Zu­dem würde Deutschland nach Beendigung des Repa­rationsproblems unverzüglich denzweiten Teil sei­nes nationalen Programms" in Angriff nehmen, nämlich die nationalen und polittschcn Forderungen.

Oie Gtillhalte-Verhandlungen

Berlin, 5. Januar.

Die Berliner Stillhalteverhand'lungen werden wei­ter fortgesetzt. Ein Ergebnis der Verhandlungen liegt bisher jedoch noch nicht vor. Anscheinend steht zur Zeit ein Plan im Vordergrund, der die Verlän­gerung des bisherigen Stillhalteabkommens wenn auch unter bestimmten Abänderungen um ein Jahr vorsieht. Ob dieser Plan, der neben einer Reihe weiterer Pläne zur Zeit zur Aussprache steht, angenommen werden wird, ist zur Zeit aber noch durchaus ungewiß.

Die Reichsregicrung steht bekanntlich auf dcnc Standpunkt, daß ein Abschluß der Stillhaltevcrhand- lungen vor dem Beginn der Konferenz in Lausanne dringend erwünscht ist.

die freundschaftliche Revision des Versailler Vertta- ges in atten jenen Teilen, die unausführbar ge­worden seien, mit einbegriffen die Klausel der rest­losen Entwaffnung Deutschlands, sei jene Geste, die erfolgen müsse, um alles in Ordnung zu bringen. Oeuvre" glaubt, einen solchen Schritt billigen zu können, wenn er geschieht, um die politische At­mosphäre zu erneuern. Er sei abzulehnen, falls er lediglich dem Interesse der angelsächsischen Gläubiger dienen sollte.

Das Blatt Herriots,Ere Nouvelle", ver­langt, dem Verzicht auf die Reparattonen müsse der Verzicht des amerikanischen Kongresses auf die Kriegsschulden, der der privaten Gläubiger auf die eingefrorenen Kredite und schließlich die Zustimmung Deutschlands, unterstützt durch entsprechende Garan­tien, zu einer Polittk der Ordnung der Welt im Sinne des Friedens, vorangehen. Dennoch kommt auch diese Zeitung zur Feststellung, daß sie ösfent-

rationen durch die französische Regierung. Dieser Gedanke, der schon gestern von derDepesche de Tou­louse"" lanciert wurde, ist heute von nahezu allen Blättern ausgegriffen und in den Vordergrund ihrer Betrachtungen gerückt worden.

Rcpublique" begrüßt ihn freudig, sie stehl in seiner Verwirklichung, wenn jetzt Frankreich sein juristisches und moralisches Recht opferte, die

Krönung der Annäherungspolitik.

Wir brauchen nur zu wollen, schreibt das Blatt, und

Llngesetzlich!

Der Bizekönig gegen den Ausschuß des Allindischen Kongresses.

Delhi, 5. Januar.

Der englische Bizckönig hat nach der Verhaftung Gandhis vier Verordnungen erlassen, um dir Unge­horsamsbewegung zu bekämpfen. Die erste gibt der Regierung und ihren Vertretern außerordentliche Vollmachten für die Aufrechterhaltung der gesetzlicheit Ordnung, die zweite richtet sich gegen Anstifter unge- ictzlicher Handlungen, die dritte gegen gesebwidrige Vereinigungen, die vierte bezieht sich auf den Schlitz

Länderkonfercnz im Reichsverkehrsministerium fein. Bekanntlich haben Preußen, Bayern und Sachfen bereits Widerspruch gegen diesen vor kurzem bekannt gegebenen Plan an- gemcldet, und es ist daher damit zu rechnen, daß in der heutigen Sitzung erhebliche Differenzen auftreten werden.

London, 5. Januar.

Der diplomatische Korrespondent desDaily Te­legraph" schreibt: Es verlautet, daß der Kabinetts­ausschuß für das Reparationsproblem morgen zu- sammentteten wird, um die Grundlagen sestzusetzen, auf denen Leich-Rotz seine Verhandlungen mit dem französischen Schatzamt wieder aufnehmen soll. Wäh­rend des Wochenendes haben der Premierminister und di« anderen Minister des Kabinetlsausschusses eine Denkschrift geprüft, die die Anempfehlungen der britischen Schatzamtssachverständigen enthält.

Der Korrespondent erwähnt dann Gerüchte, wo­nachin einem der mächtigsten Kreise der Bankwelt" dafür eingetreten werde, daß man in Lausanne nicht versuche, auch nur eine provisorische Lösung des Re­parationsproblems zu erreichen. Die Konferenz sollte sich nach Ansicht der betreffenden Bank vielmehr da­mit begnügen, gewisse Möglichkeiten zu untersuchen, die der Baseler Sachverständigenbericht bietet, und sich dann bis zum Sommer vertagen.

Im Sommer würde die Atmosphäre günstiger für eine umfassende und dauernde Regelung sein. Schließ­lich werde noch erklärt, daß ein dreijähriges Morato­rium, von dem jetzt gesprochen werde, weder für das Bedürfnis Deutschlands, noch für das der Finanz­märkte der Welt genügen würde.

Oie neue Melodie

I sich nun auch auf den Boden dieser Tatsache zu stellen. Sie sei durchaus bereit, die Durchführung ihres Be­schlusses in engster Fühlungnahme und Abwägung aller praktischer Anregungen zu verfolgen. Die Reichs­regierung habe in dem den Ländern übersandten Ge­setzentwurf praktische Grenzziehungsvorschläge ge­macht, in denen sie keine Verfassungsänderung er­blicke. Tatsächlich erfolge der Einsatz der beträchtlichen Reichsmittel nur in geringem Maße für Verkehrs­zwecke, im wesentlichen für die allgemeine Durchfüh­rung geordneter Vorflut. Der Minister warnte zum Schluß vor dem gelegentlich aufgetauchten Gedan­ken einer Parallelorganisation der Länder zur Wahrung ihrer Sonderintereffen an den Reichswasserstraßen.

Billigere Kohle

für die hilfsbedürftige Bevölkerung.

Berlin, 5. Januar.

Im Rahmen der Winterhilfe hat die Reichsregie­rung weitere Mittel zur Verfügung gestellt, um für die nächsten Monate neben der Fleischverbilligung eine Ko hl en Verbilligung für die hilfsbe­dürftige Bevölkerung durchzuführen. Die näheren Bcstimmunaen entbält ein Erlaß des Reichs arbeitsminister-- und des Reichsministers des Innern vom 23. Dezember 1931. Danach sind zur Teilnahme an der Kohlcnverbilligung berechtigt alle Hauptunter­stützungsempfänger der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge, die Familienzuschläge erhalten, fcr ner die von der öffentlichen Fürsorge laufend als Hauptunterstützte in offener Fürsorge Unterstützten, die einen eigenen Haushalt führen, und schließlich Empfänger der Zusatzrente nach dem Rcichsversor- gungsgesctz, soweit sie einen eigenen Haushalt führen und ausschließlich auf Rente und Zusatzrente angewie­sen sind. Es werden Bezugsschci ne ausgegeben, die nicht übertragbar sind, und zwar für die Hauptun­terstützungsempfänger der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge durch die Arbeitsämter, für die von der öffentlichen Fürsorge laufend unterstützten Personen und für die Empfänger von Zusatzrente nach dem Reichsversorgungsgesetz durch die Dienststellen der öffentlichen Fürsorge.

Jeder Berechtigte kann monatlich zwei Zent­ner verbilligter Kohlen erhalten. Der verbilligte Preis muß für den Zentner 30 Reichspsenntge unter dem Tagespreis, oder sofern für Unterstützungsempfänger durch Preisnachlässe bereits Verbilligungen erzielt sins, 30 Reichspfennige unter diesen verbilligten Preisen liegen. Die Verbilligung toiro für alle Arten von Kohle, auch für Braunkoh­lenbriketts, gewährt.