*r. 2 / Zweiundzwanzigfier Zahrgang Kaffeier Fexstr Fachrtchß«,
Montag, 4. Ianua 1932 / 1. Beilage ---------------------------------------------------------------X
Davoser Luft im Krankenhaus
du haben/
Werner Lüddecke.
Peter sieht mich an. In feinem Gesicht
Im südweMeutschen Rundfunk spricht am Montag um 3.15 Uhr Frau Johanna Wäscher über die erste Zahnärztin und die erste Frauenärztin.
Blinder Eifer. Ein Krastwagensührer schlug zur Bekräftigung seiner Worte so wuchtig mit der Hand auf einen Glasaschenbecher, daß ihm die Pulsader durchschnitten wurde. Ein zufällig anwesender Ar- betie-risamariter beugte einer Verblutung vor und brachte den Allzuhitzigen zum Arzt.
Weihnachtsgeschäft und Gtettenmarkt
Weihnachtsgeschäft in praktisäfen Bedarfsgegenständen. Frühzeitiger Beginn der Jnventurvorbereitungen. — Lebhafte Nachfrage nach qualifiziertem Aushilfsper- sonal für Januar.
In diesem Notjahr zeigte sich aus dem Stellen- markl der kauifmännischen Angestellten mit allem Nachdruck, daß die Weihnachtskäuze fast ausschließlich praktische Bedarfsgegenstände betrafen. — Im all gemeinen war die Nachfrage nach Verkaufspersonal schwach, nur für Schuhwaren, Glas- und Porzellan, Wirtschastsarükel. Leder- und Schreibwaren sowie Damenkonfektion waren regere Anforderungen sestzu- stcllen. Stark verlangt wurden auch Verkäuferinnen für Einheitspreisgeschäfte.
Die Einstellungen für die Januarinvenmr machen sich in diesem Jahre frühzeitig bemerkbar. In stärkerem Umfange wurden männliche Verkäufer für , Kleiderstoffe, Leinen- und Baumwollwaren, in geringerem Maße für Gardinen, Teppiche und TPort-
Oienst am Volksgut
Alte hessische Volkstänze in Wort und Bild.
Die alten Sitten unserer Vorfahren schwinden immer mehr, der Ehrgeiz eines großen Teils der Jugend auf den Dörfern geht dahin, städtisches Wesen anzunehmen. Aber es gibt immer noch Anhängliche
Mikroskop zu erkennen sind. Unendlich verschieden in Größe und Gestalt, unendlich zablretch: sechs- bis achthundert gehen in einen Fingerhut. Dort rasen sie umher, stoßen aneinander, elektrisch geladen, positiv oder negativ, sich aushebend, neubildend, ein wirres Durcheinander um uns herum, von dem unsre Augen nichts sehen und ahnen. Wenn ein Gewitter kommt, steigert fick ihre Spannung ins Hundertfache, wenn es regnet, läßt sie nach und wird schwach.
Die Jonen, winzige elektrisch geladene Stäubchen, gelangen durch die Atmung in den menschlichen Körper und auf dem Weg über die Lunge auf bisher noch nicht geklärte Weise ins Blut. Dort wirken sie je nach ihrer Energie und nach der Art ihrer Ladung wie ein elektrischer Strom- verändernd, zerstörend, heilend.
Mit dem Apparat, den Professor Dessauer konstruiert hat, wird ihre Energie, die in der Atmosphäre selbst relativ gering ist, auf das Hundertfache verstärkt. Da liegt der Patient auf einer Chaiselongue, vor feine nt Mund endet das Rohr des Apparats, er atmet Jonen, er atmet in einer halben Stunde soviel Davo ser Luft, wie er in Davos selbst nur in Wochen atmen könnte.
Das alles ist vorläufig nur ein Anfang. Zahllose Versuche müssen noch gemacht werden, ehe der neue Apparat als fügsame Arznei in die Hand des Arztes gegeben werden kann. Die Sparmaßnahmen, die als Folge der Wirtschaftskrise auch über Professor Dessauers Institut hereingebrochen sind, werden dies« Arbeit nicht gerade beschleunigen. Ihre Mühseligkeit ist außerordentlich. Aber um so schöner ist die Gewißheit, daß ihr doch in absehbarer Zeit der Erfolg be- schieden sein wird: eine große Hilfe zu sein im Kamps gegen Krankheit und Gebrechen.
Professor Dessauer-Frankfurt bcricktetc tut Senden« berg-Ä!useiim über feine epochemachenden Forschungen.
Es handelt sich um nichts Geringeres als um die .Fragen: Wie kommt es, daß wir in die Sommerfrische gehen, „Lustveränderung" brauchen? Warum werden manche Menschen krank, wenn der Föhn im Frühling über das Land fährt. Wie kommen andere dazu, in ihren Fingerspitzen, in ihren rhenmatifchen Gliedern das Nahen'eines Gewitters zu fpüren? Weshalb werden Tnberknlofekranke in Davos gesund?
Wie kommt es, daß das Klima, das Wetter solche Macht über den Menschen hat?
Vor zehn Jahren hat der Frankfurter Professor Caspari zum erstenmal die Vermuttlng geäußert, daß die Lust-Ionen es sind, die diese Macht ausüben. Unermüdliche Versiiche, die sich jetzt besonders an den Namen Professor Dessauers knüpfen, haben diese Vermutung bestätigt. In zehn deutschen und anßerdeul- schen Kliniken, besonders im Frankfurter Städtischen Krankenhaus unter Professor Straßburger und Dr. Happel, werden gegenwärtig Versuche gemacht, um den Apparat, den Professor Dessauer konstruiert hat, einzusetzen in die Praxis der Aerzte, mit ihm Heilung zu erzielen in Fällen, wo heute kaum die Ursachen richtig erkannt werden können. Alle jene weitverbreiteten Krankheiten, die mit dem Klima, dem Wetter und feinen Veränderungen Zusammenhängen, fallen in das künftige Aufgabengebiet der neuen Methode: Rheumatismus, Asthma, Neuralgie, B-lut- drncksteigerungen usw.
Was sind das nun, Jonen? Kleinste Teilchen der Lust, so klein, daß sie nur in ihrer schweren Art im
Haushaltsbuch und Preisabbau
Oie Hausfrau hat das Wort
Da wir auf Grund sicherer Erhebungen den gesamten Ausgabeetat der deutschen Hausfrau im Durchschnitt mit etwa 2 20 Mark monatlich ansetzen müfsen, ergibt sich ein 50= bis 60prozentiger Anteil der Lebensmittel am Gesamtverbrauch des Haushalts. Daher ist die Senkung der Lebensmittelpreife von wesentlicher Bedeutung für die Gestaltung der Haushaltskosten. Der Fehler liegt nur darin, daß man die Senkung der Lebensmittelpreise für ausschlaggebend in bezug auf die gesamten Haushaltskosten hält. Tatsächlich erfaßt eine Preissenkung der Lebensmittel auch im einfachsten Arbeiterhaushalt nur 50—60 Prozent der Haushaltskosten. Eine Preissenkung der Lebensrnittel müßte also doppelt so umfangreich jein wie die Gehalts- und Lohnsenkung, wenn die Hausfrau nicht noch schwerer als bisher belastet werden soll. Selbst der Mietsabbau ist mit seiner Vasierung auf die „Frie- dcnsmiete" eine halbe Maßnahme, und daß in Kastel Licht und Gas viel billiger werden, glaubt wohl niemand, der den städtischen Etat kennt.
Dieser Tatsachen muß man sich bewußt sein, wenn man die Preissenkungsaktion mit dem vorgenommenen Lohn- und Gehaltsabbau in Einklang bringen will. Die deutschen Hausfrauen haben nur weGig Verständnis dafür, wenn im Kreise der Politiker von Preissenkungen gesprochen wird, solange der Durchschnittshaushalt angesichts der Einkommenssenkung mehr Lasten zu tragen hat wie bisher. Was wir brauchen, ist ein Preisabbau, der sich auch im Wirtschaftsbuch der Hausfrau sichtlich a u s w i r k t. Frau Z.
Peter
Ein Erlebnis von der Landstraße.
Ick tippele neben Peter her. Endlos dehnt sich die Landstraße nach Witzenhausen vor uns Peter ist mein Kamerad, mein Lehrmeister, mein Reisegefährte und Freund. Er ist Tippologe, so sagt er, Student der Tippologie im vierzehnten Semester. Er ist mein bester Freund, ein Jammer, daß er Vagabund ist.
Ick habe ihn oft gefragt: „Peter, möchtest du nicht lieber ein anständiger, seßhafter Mensch werden?" Peter schüttelt den Kopf. „Sieh mal, Junge, sagt er, „das ist nun mal so. Sieben Jahre tippele ich jetzt. Es hat mir oft dreckig gegangen, ich habe gehungert und gefroren, — aber, all' das kann mich nicht mehr bekehren. Es ist nichts im Vergleich zu den vielen schönen Stunden, die mir das Laud- streicherleben gebracht hat. — Weißt du, wenn die Sonne daun so warm scheint, — die Wolken ziehen, die Bäume im Winde rauschen, und du liegst dann so am Waldrande und schaust den Wolken nach —, dann vergißt man ganz, was für ein armseliges Luder man ist. Und schau, ick hab mein Essen und mein Trinken — es ist zwar manchmal knapp, aber verhungert bin ich noch nicht. Einen Platz zum Schlasen habe ich auch immer noch gesunden, wenn er auch manchmal arg hart war." Peter verzieht etwas das Gesicht und greift mit der Hand nach dem Genick. Wir hatten vergangene Nackt im Spritzenhaus geschlafen.
Eine Weile gehen wir nebeneinander her. Da fällt mir etwas ein. „Peter," sage ich, „wenn du nun alt geworden bist und sterben mußt . . . und du bist dann ganz allein — so mutterseelenallein. Wieder schüttelt Peter den Kops. „Nein, Junge, das verstehst du nicht. Schau, ist es nicht ein schöner Tod, wenn du allein liegst, in der blühenden Heide. — die Bienen snlmmen die Blumen düsten und duften, — hoch über dir der blaue Himmel, und um dich das große Schweigen — sag, ist das nicht ein schöner Tod?"--So ist Peter, mein Kamerad.
Wir tippeln nebeneinander her! „Heut ist der 10. Juni, heute hast du Geburtstag," geht es mir durch den Kopf. „Ob die zu Hanse an dich denken? Niemand gratuliert dir, — das erste Mal seit 19 Jahren." Plötzlich steigt ein Verlangen in mir auf, nach ein paar herzlichen Worten — nach einem Glückwunsch. Schließlich, — ich habe doch Geburts- tao heute! „Peter," sage ich ganz leise, beinahe ans Fur-"t, er könnte -es hören, „Peter heute habe ich Geburtstag". Peter bleibt stehen. Er reicht mir seine braune, schwielige Hand und sieht mich an. In diesem Blick liegt eine Welt von Glückwünschen.
Es ist Mittag. Die Sonne steht hoch am Himmel. Wir rasten auf einer Ruine — zu nuferen Füßen liegt das Dors, ein Fluß gleitet durch das Tal, — im Aether jubelt eine Lerche. Wie süß der Ginster duftet. Man wird fo müde, — so müde ...
Die Sonne geht zur Neige, als ich erwache. Neben mir liegt Peter und spielt Harmonika.
Als ich mich aufrichte, bricht er ab. „Dein Geburtstagskind'! ist dagewesen," sagt er. Ich drehe mich um. Aus einem Teppich von Moos und Blumen liegt, sorgsam blank geputzt, Peters größter Schatz, fein Tafchenmeffer. Es ist das einzige, was er noch von „zu Haufe" hat. Ein seltsames Gefühl überkommt mich — „du bist nicht, allein auf der Landstraße, — du hast jemanden, der dich lieb hat, einen Freund."
Ich wende mich um. „Peter!" Da steht der große Mensch, die Hände vorm Gesicht und weint, weint wie ein kleines Kind. „Junge, was ist denn?" Peter fchluchzt nnd lackt: „Weißt du, — es ist fo ein eigenes Gefühl, — ick habe och nie einem Menschen eine Freude mack . können, und hei' Peter wischt sich die Tränen ab — sein Gesicht strahlt wie der blaue Himmel. Am Abend sitze" wir *u Füßen des verfallenen Bergfrieds und [an'"'' " dem Gesang der Frösche im Dorsweiher. „Junge," sagt Peter plötzlich „sag Junge, wollen wir nicht immer zusammen bleiben? Sieh mal, du soll« nicht hungern und nicht frieren, mein letztes Stück Brot sollst
artifel angeforderi und jetzt schon eingeftettt. Dabei wurden Hilsskräste auch bis zu 40 Jahren berücksichtigt. Nachfrage nach jungen Jnventurverkäuferrn- nen herrschte besonders bei den Warenhäusern. Bemerkenswert ist, daß die Firmen im allgemeinen sehr stark auf abgebautc frühere Angehörige des Hauses zurückgrifsen. Nach den Feststellungen des GDA. sind die Vorbereitungen für das Jnventurgeschäft im vollen Gang«. In den meisten Fällen werden gute Kräfte sogar binnen weniger Stunden eingestellt, da jede Firma bestrebt ist. sich für das Jnventurgeschäft möglichst qualifiziertes AushilfspersonaL zu sichern.
Neues aus Kassel
Kassel, 4. Januar.
Es wird etwas billiger:
Die Kohlen!
Die Vereinigung der Kasseler Kohlenhändler teilt mit:' Durch di« Notverordnung haben die Kohlenzechenpreise eine Ermäßigung von 1’3 Prozent erfahren und auch die Reichsbahn hat sich zu einer staffelweisen Senkung ihres Kohlenfrachttarifes veranlaßt gesehen, die sich für die für den Kasseler Bezirk hauptsächlich in Betracht kommenden Entfernungen auf etwa 8 Prozent,beläuft.
Der Kohlenplatzhandel gibt nicht nur die aus Zechenpreis- und Frachtermäßigung sich errechnende Spanne, wie auch bei früheren Zechenpreissenkungen geschehen, unverkürzt weiter, sondern hat darüber hinaus seine eigene Handelsspanne trotz ab 1. Januar 1932 eingetretener wesentlicher Umsatz- fteuererhöhung erheblich gesenkt. Die neuen, mit Wirkung ab 1. Januar 1932 in Kraft tretenden, somit weitgehend verbilligten Brennstoffverkaufspreise bieten eine in der heutigen Notzeit der Verbraucherschaft willkommene Entlastung des häuslichen Etats, bedeuten aber für den Kohlenplatzhandel eine erhebliche Belastung, die nur dann tragbar erscheint, wenn jede unnötige Untoftcnbelaftung vermieden wird. Der Kohlenplatzhandel richtet daher an die Verbraucher die dringende Bitte, den Brennstoffbedarf in größeren Mengen im voraus zu decken und fällige Rechnungen unverzüglich zu begleichen, sowie in Zukunft Brennstoffe nur gegen Barzahlung zu entnehmen.
Geistige Winterhilfe:
Bücherhilfe für Erwerbslose
Ebenso drückend wie der Mangel an ausreichen der Nahrung und Meldung ist für die Erwerbslosen die erzwungene Untätigkeit, der Mangel an geistiger Beschäftigung. Neben die inateriette Winterhilfe muß die geistige Winterhilfe treten. Für diese Bestrebungen ist das gute Buch eines der wichtigsten Hilfsmittel. Deshalb ist es nötig, im ganzen Reich planmäßig Maßnahmen zur ausreickeuden Versorgung der Erwerbslosen mit gutem Lesestoff durch- zufiihren. , .-
Unter deut Vorsitz von Ministerialdirektor Dr. Schneider vom Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt hat sich eine Arbeitsgemeinschaft „Bücherhilfe für Erwerbslose — Geistige Winterhilfe" zu- fammengefunben, um sich in den Dienst dieser gemeinnützigen Arbeit zu stellen. Diese Bücherhilfe soll allenthalben im Reich im Anschluß an die örtliche Winterhilfe oder Nothilfe unter Ausnutzung der bestehenden Wohlfahrts-, Schulunqs- und Bildungseinrichtungen durchgesührt werden. Der Zusammenschluß und das einheitliche Zusammenwirken aller an der Arbeit interessierten örtlichen Stellen ist notwendig, um ein möglichst günstiges Ergebnis für die Erwerbslosen zu erzielen, insbesondere eine Zersplitterung der Kräfte und Mittel Zu vermeiden. Durch zentralen Einkauf und durch büchereimäßige Herrichtung unter Benutzung der vorhandenen Einrichtungen wird eine wesentliche Verbilligung der benötigten Bücher erzielt werden. Von sogenannten Haussammlungen von Büchern soll abgesehen werden, weil erfahrungsgemäß die Ergebnisse — insbesondere der Wert der gesammelten Bücher — stets hinter den Erwartungen zuriick- Meibcn. Die Arbeitsgemeinschaft hat bereits die Zustimmung der Reichs- und versckiedener Länderregierungen gesunde,t. Sie hat Druckschriften ausgearbeitet, die auf Anfordern gegen Portoerstattung überlassen werden.
Im Interesse der Erwerbslosen wäre es dringend zu wünschen, daß alle gleichgerichteten Bestrebungen sich die Einrichtungen der „Bücherhilse für Erwerbslose — Geistige Winterhilfe" möglichst nutzbar machen. Die zentrale Postanschrift lautet: Bü- cherhilfe für Erwerbslose — Geistige Winterhilfe, Berlin W 35, Potsdamer Straße 120, das Postscheckkonto ist: Berlin 164 622.
genug, gerade auch unter den Jungen, die sich die Erhaltuua alter Trachten und Sitten angelegen fein lassen.
Zu dem Lebendigsten und Schönsten am Kulturbestand unseres Bauerntums gehören die Tänze. Kenner haben nun das Wesen dieser Tänze in Wort, Bild und Weise denen zugänglich gemacht, die sick noch für diese schlichten und kraftvollen Aeußerungen der Lebensfreude begeistern können. Die Tauzweise hat Hans von der Ä u in der Sammlung „Hessische Volkstänze" int Bärenreiter-Verlag Kassel hcrausge- geben. Gewissermaßen als Illustration hierzu kann eine Serie von zwölf Holzschnitten dienen, die Ernst- Hilmar Frommaun bei H Menzlaw, Darmstadt, Hü- gelstraße 12 als Postkarten herausgebracht hat. Vom Vogelsberg bis in den Odenwald hinein hat der Künstler die Tänze studiert und die interessantesten im Holzschnitt festgehalten Es gibt sicher in Kassel — in Vereinen und einzeln — genug Freunde gesunder, alter Bauernart, die an diesen Veröffentlichungen ihre Freude haben werden.
liegt etwas Flehendes. — Die Sterne fallen in den Dorfweiher . . . Eilte unendliche Traurigkeit befällt mich. — Peter nickt still „Ich weiß — du kannst nicht, wegen deiner Laufbahn. ..Ja — der Herrgott schaut schon zu, daß ihm die Bäume nicht in den Himmel wachsen. „Das wäre wohl auch zu viel Glück gewesen, für so'n schlechten Kerl wie mich. — Peter zieht seine Harmollika hervor. Leise, — sehnsüchtig klingt eine Weise durch die Nacht. Es liegt etwas darin vom Rauschen der Wälder, vom Plätschern des Baches und vom Schweigen der Sterne. Sanft verweht sie . . .
Peter steht auf und geht still hinaus in die Nacht.
Politik wird von mehr ober weniger gelehrten Herren am grünen Tisch gemacht. Da die Preis- fenfungsattion eine politische Maßnahme ist, teilt sie das gleiche Schicksal. Da wir deutschen Hausfrauen in Sachen Preissenkung nicht Träger, sondern Objekte der schwebenden Aktion sind, dürfen und müssen wir mit allem Nachdruck fordern, als Hauptsachverständige der Preissenkungsaktion gehört zu werden. Für die Politik mag die Preissenkung schon erfolgreich jein, wenn einzelne Artikel des Lebensbedarfs um ein paar Pfennige zurückgegangen sind. Wir Hausfrauen dagegen fragen: wie macht sich die Preissenkung in meinem Haushalt bemerkbar? Ist die bisherige Preissenkung so bedeutsam und umfangreich, daß sie die Lohn- und Eehaltssenkungen ausgleichen kann? Die deutschen Hausfrauenvereine haben statistische Erhebungen angestellt, um die praktischen Auswirkungen einer Preissenkungsaktion von neuen Gesichtspunkten aus zu zeigen. Es ist zunächst untersucht worden, welcher Anteil den reinen Ausgaben für Lebensmittel im gesamten Etat der Hausfrau zukommt.
Auf eine Rundfrage von Hausfrauenseite antwortete ein Beamter, daß er bei 400 Mark Einkommen für zwei erwachsene Familienangehörige und zwei Kinder monatlich 150 Mark für Lebensmittel gebrauche. Ein kaufmännischer Angestellter gebraucht bei 250 Mark Einkommen für 4 Personen 120 Mark. Ein Angestellter mit 280 Mark Einkommen hat für 4 Personen monatlich 135 Mark für Lebensmittel übrig. Ein kleiner Beamter hat bei 200 Mark Einkommen einen Lebensmittelgebrauch von 120 Mark ebenfalls bei 4 Personen im Monat. Ein Kaufmann mit 800 Mark Einkommen braucht dagegen für vier Personen 240 Mark. Aus diesen Vergleichszahlen ist zu ersehen, daß für eine vierköpfige Familie der reine Bedarf an Lebensrnitteln nicht unter 120 Mark bis 130 Mark angesetzt werden darf.
jegliche Rabattgewährung durch den Handler. U
lieftremg nur an anerkannte Händler