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Handel»Wirtschaft - Börse

Kasseler Neueste Nachriditen Hessische Handelszeitung <onnabend. den 2 Januar 1932

Kasseler Wirtschaft in Not

Unerträglich gespannte Lage

Die Deutsche Bank und Diskonto-Gesellschaft, Filiale Kassel, schreibe in ihrem soeben, erschienenen Vierteljahr- beriLt über Lie Lage im Kasseler Wirtswaftsbezirk:

In unserem lebten Vicrleljahrcsbcricht über das Wirr- schastsleben unseres engeren Arbeitsgebiets muhten wir schon daraus Hinweisen, dah die Not weiter Kreise von In­dustrie und Handel unseres Bezirks ein f a st u n e r t r ä g liches Ausmaß erreicht hätte und ernstliche Befürchtun­gen wegen ihrer weiteren Entwicklung gehegt werden müh­ten. Sic haben sich leider als nur allzu berechtigt beraus- gestellt und es zeigt sich immer mehr, dah der Kasseler Bezirk stärker als viele andere von der Wirtschaftskrisis in Mitlei­denschaft gezogen wird.

Schon die statistisch erfaßbaren Zahlen beweisen, wie schwer unsere Wirtschaft zu kämpfen bat. Es zeigt sich da­bei, daß die Braunkohlencrzeugung unseres Be­zirks im Monatsdurchschnitt von 1931 gegenüber 1929 pro­zentual zwar nicht so stark gesunken ist wie die des Reiches. Wer aber die Verhältnisie kennt, weiß, daß das weniger dem industriellen Kohlenverbrauch als dem Kasicler Elektri­zitätswerk zu verdanken ist. das ausschließlich unsere hei­mische Braunkohle verwendet. Der Elektrozweckver­band, dessen Stromabsatz immer stark beeinflußt wird von dem Stromverbrauch der Landwirtschaft für Erntezwecke, Hai trotz des Aufschwunges seines Absatzes vom Juli an deu Wenigerabsatz des ersten Halbjahres nicht wettmachen kön­nen, so dah sein Monatsdurchschnitt sich erheblich mehr als 1929 vom Reichsdurchschnitt entfernt. Bei der G ü t e r w a- genftcllung der Reichsbahn ist die auffallend parallele Entwicklung der Reichs- und Kasseler Kurven 1931 bemer­kenswert. Während 1929 und 1990 die Kasseler Linie in mehreren Monaten über der Reichslinie lag. ift sie 1930 dauernd unter ihr geblieben, so dah auch der Monatsdurch­schnitt des Kasseler Bezirks, der 1931 mit dem Reichsburch- schnitt fast zusammenfiel, jetzt wieder stärker von ihm sich nach unten entfernt. Am deutlichsten aber lätzt sich der Rückgang des ganzen Geschästslebens an den A b r e ch - nungszablen der Reichsbank erkennen, die im Durchschnitt der ersten 11 Monate dieses Jahres sich bei der Reichsbankstelle Kassel auf 9,8 Millionen Mark gegenüber einer Bergleichszahl von 19,0 Mill. 1929 stellten.

Die Arbeitslosigkeit geht i« unserem Bezirk weit übet die durchschnittliche Arbeitslosigkeit i« Reiche hinaus.

Denn neben der völlig unzureichenden Beschäftigung vieler Fabriken war ein Haupigrund des wirtschaftlichen Rück­ganges

bas Versiege« des Banmarktes.

Es wurden zwar 1931 noch 611 Wohnungen sertiggestelli (1930 : 614, 1929: 1022), aber die betreffenden Bauten stamm­ten fast durchweg aus dem Vorjahre. In ihm wurde» noch Bauten für 629 Wohnungen in Angriff genommen, in die­sem Jahre nur für 138 Wohnungen, und für das kommende Jahr kann bei dem jetzigen Zustande des Geld- und An- lagcmarktes einstweilen kaum damit gerechnet werden, dah eine Bausinanzierung gröheren Ausmahcs sich ermöglichen läht.

Die Genossenschaften

im Jahre 1931

Geglückte Stützungen. Gefährdung der Rentabilität.

Die Dresdner Bank (Genosicnschaftsabieilüngi veröffent­licht zum Jahreswechsel wieder die Genossenschastlichen Sil- vesterbeirachtungen. Einleitend wird erklärt, dah die Ge­nossenschaften ftets aus die Notwendigkeit einer Stär­kung der Liquidität und einer Vermehrung des eigenen Vermögens hingewiesen wurden: durch die letzter« Forderung will man insbesondere ein günstiges Verhält­nis von eigenen und srcmden Mitteln erreichen. Die Be­mühungen, den Wechfelkredii zu steigern, stießen bei den Genossenschaften vielfach auf Schwierigkeiten, weil es nicht immer ganz einfach war, geeignetes Wechfelmaterial von den krediifuchenden Mitgliedern zu erhalten. Immerhin hatten diese Hinweise bei vorsichtig geleiteten Genossenschaf­ten gewisse Erfolge, die auch bei den Gesamtbilanzzahlen in Erscheinung treten.

Der Bericht äußert sich eingehend über die Banken- k r i s e und betont, daß cs mit Hilfe der sehr vorsichtig und zurückhaltend eingeleiteten Stützungsaktion der Retchs- regierung tatsächlich möglich gewesen sei, unerwümchte Z u- sammenbrüche von Kreditgenossenschaften zu ver­hindern, Bei einer Beruhigung der wirifchrfilichen Ge­samtlage dürfte die Nachfrage nach derartigen Stützungs- krediten weiter nachlassen. Immerhin muhten einer nicht geringen Zahl von Genossenschaften solche I t ü d u n g s- kredite zugebilligt werden, die, wie heute schon festzn- siellen ift. in allen Fällen den erwünschten Erfolg hatten.

Die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschatts- sind Bankenkrise dürften auch bei den Genossenschaften zu einer starken Bedrohung ihrer Rentabilität führen.

so dah bei der D i v i d e n d e n b e m e s s u n g gröhte Zu­rückhaltung für die Genossenschaften am Platze sein wird.

Heimische Wirtschaft

Verlegung einer Northeimer Papierfabrik. Die Papier­fabrik der Firma O. I ü n e m a n n hat ihen Betrieb in 'Northeim stillgclegt und nach Misburg verlegt. Mit dem Abbruch der Maschinen in den von der Stadt Northeim gemieteten Betriebsräumen in der früheren Uilterofsizier- schule ist bereits begonnen worden. Die Firma hat in Mis­burg ein altes Fabrikgebäude erworben, das wegen seiner Lage am Mittellandkanal und in der unmittelbaren Nähe der großen Misburger Zementfabrik günstige Absatzmöglich­keiten bietet. Durch die neue Notverordnung wurde der Firma die Gelegenheit zur Kündigung des mit der Stadl Northeim abgeschlossenen Vertrages über die Benutzung der bisherigen Kabrikräume in der früheren Unterofsizierschule geboten. Wenn auch die Fabrik in der letzten Zeit nur mit Uiiterbrechiingeii gearbeitet hat, so bot sic doch vielen weib­lichen Arbeitskräften guten Verdienst.

AG. Eisersclder Steiuwerke inEiserselda. b. Sieg. Das Ergebnis des abgelatitenen Geschaftsiabres wurde durch die ungünstige Lage in der Basaltindustrie entsprechend beein- kliitzt. Eine Dividende kommt nicht in Frage. Die Boriahrcsbilanz wies einen Gewinn von rund 8400 M. aus

Bezirkssparkasie Schott««. Die Bezirkssvarkasse Schot­ten, die ihre Bilanz bei einem Vortrag von 334 Mark und einem Rückstellunaskonto von 15 000 Mark und einer Rück­lage von 55 000 Mark vorlegt, hat ihre L-vareinlagen ge­mäß mini'terieOer Genehmigung tu 13,75 Prozent ausge­wertet. Die Bilanzsumme der Auswertung betragt nach dem neuesten Stand 505 000 Mark.

Neuer Vergleich. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Fritz Hesse in Efchwege. alleinigen Inhabers der Fir­ma Fritz Hesse, ift das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. Termin zur Verhandlung über den Bergleichsvorschlag ift auf den 20. Januar anbe­raumt.

Veränderungen

in der Hüttenindustrie

I« Haudelskammerbezirk Dillenburg.

Das neue Jahr wird in der eisenverarbeitenden Indu­strie des Handclskammcrbezirks Dillenburg bedeutsame Veränderungen bringen. Wie wir hören, hat das über 400 Jahre bestehende Eisenhüttenwerk Fricdrichshütter der Firma Karl v. Wittgenstein in Laasphe mit der I u n g- schen Handelsgesellschaft, der Berkaussorganl- sation des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins in Ludwigs- bütte einen Vertrag abgeschlossen, der eine Betriebs- und Verkaufsgemeinschast vorfteht. Die Firma Karl v. Witt­genstein, die in 6er Hauptsache gußeiserne Oe fett herstellt, wird unverändert fortgeführt.

Dieser aus der Not geboren« Zusammenschluß wird als eilt Fortschritt in der eisenverarbeitenden Industrie des Handelskammerbezirkes Dillenburg bezeichnet, zumal die I Unternehmer, die wohl erkannt haben, daß di« Absatz­stockung noch lange nicht Überwunden ift. sich dadurch in die Lage versetzt sehen, ihre Produktion durch di« Zusamm«n- l«gung zu verbilligen.

Ktadite der deutschenWirtschaft

in Millionen RM.

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Berliner Übrige

Banken Banken

Die Börsenlage

Zögerndes Geschäft.

Berlin, 2. Januar. Zwischen den Feiertagen (dem gestri­gen Neujahr und dem morgigen Sonntag) war für Jetti« mit keinem größeren Geschäft zu rechnen. Dte Jahresuber- sichten, die man so in der Presse las mit töten Prognosen für 1932 waren zwar allgemein etwas zuversichtlicher gestimmt, und man will überall Anzeichen einer kleinen

Pfundkurs: 14.30

Bei 18 278 Arbeitsuchenden am 30. November in der Stadt Kassel waren, wenn man von 170 000 Einwohnern ausgeht. 10,8 Prozent arbeitslos! Im Reiche kamen aus etwa 65 Millionen Einwohner am selben Tage 5 152 000 Arbeitneh­mende, demnach nur 7,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist also schon jetzt bei uns um rund ein Viertel größer als im Reichsdurchschnitt, und trotzdem müssen wir in den kommen­den Wochen mjz einem weiteren erheblichen Ansteigen rech­nen. Den» die Zahl der K o n k u r s e und Vergleichs- verfahren auch ältester, angefehendster Firmen hat seit dem Herbst in beängstigender Weise zugenommen. Sie geht im Kasseler Bezirk in den letzten drei Monaten um mehr als 22 Prozent tm Monatsdurchschnitt über die der voraus­gegangenen acht ersten Monate dieses Jahres hinaus. Und wer in unsere Industrie, besonders diejenige der Produk- tions- und Verkehrsmittel, die in früheren Jahren das Rück­grat unserer Wirtschaft bildete, näher hincinsieht, weiß, daß

btt Auftragseingang bet letzte« Monat« immer weiter zurückgegauge« ist.

Infolgedessen bat eine unserer beiden bedeutenden Wag­gonfabriken bereits Mitte Dezember ihren Betrieb einstweilen still gelegt, und unsere große L o k o m o 11 v - f a b r i k wird Ende des Jahres dasselbe tun. Die Ver­einigten Faßfabrtkcn, die lange Jahre das größte deutsche Unternehmen ihres Geschäftszweiges waren, schlie­ßen endgültig ihre Werke. Darüber hinaus ist zu fürchten, daß noch eine ganze Reihe mittlerer und kleiner Unterneh­men sich vor ähnliche Notwendigkeiten gestellt sehen wird, wenn nicht in letzter Stunde sich der Auftragseingang noch bessert. Durch die Schließung der ersterwähnten beiden gro­ßen Kasseler Werke allein scheiden wieder etwa 2500 Men­schen aus dem Arbeitsprozeß aus. Die Arbeitslosigkeit wirs also noch wesentlich größer werden, und wenn man ihr gegenüber den Mut nicht ganz sinken zu lassen braucht, ver­danken wir das, von wenigen sonstigen Ausnahmen abge­sehen, ausschließlich unterer Lebensmittel- und Tex­tilindustrie. Auch bei ihnen ist die Beschäftigung zu­rückgegangen, da ihre Erzeugnisse aber mehr oder minder lebensnotwendigen Bedarf darstellcn, sind sie doch noch leid­lich beschäftigt und in der Lage, einigen Tausend Arbeit­nehmern Arbeit und Brot zu geben.

Alles in allem genommen, ift die Wirtschaftslage un­seres Arbeitsgebiets bei Ausgang des laufenden Jahres seht ungünstig. Es läßt sich auch einstweilen noch nicht erkennen, woher im nächsten Jahre eine Besserung kommen sollte.

Die Kali-Industrie hofft

flbsafyrückgang, aber Chancen im Erdölgeschäft

In Kürzet

Während der Auslandsabsatz der Kali-Industrie infolge der stark gesunkenen Preise für Baumwolle und alle sonsti- gen Farmerproduite empfindlich zurückging, hielt sich der Jnlandsverbrauch nur etwa la Prozent unter dem vorjäh­rigen. Nach einer Schätzung 6er TmidikatSbank der Kali- Industrie. der Gebrüder Dautman Pank in Hannover, wird sich der Gcfamtabsatz für- 1931 aus runi 9,7 Millionen Doppelzentner Reinkali gegeit/13% Millionen im Jahre 1930 und 14 Millionen im Jahre 1929 stellen, was gegenüber dem Vorjahre einen Rückgang von 28 Prozent bedeutet. Le­diglich im Steinsalzgeschäft wurde das Voriabrs- ergebnis wieder erreicht.

Der Burbachkonzern konnte einen gewissen Ausgleich fit die Ausfälle im Kali- und Nebenvroduktengefchäft durch seine gesteigerte Oelproduktion verzeichnen. Ueberhaupt scheint die Oelproduktion ein noch stark aus­baufähiges Gebiet zu fein, was auch die Aktivttä: des Äintersball-Konzerns in diesem Industriezweige be­weist. Die Bestrebungen zu einer Zusammenfassung der ge­samten Erdölinteressen der deutschen Kali-Ändnstrie ftr allerdings vorerst nicht geglückt. Hingegen bahnt sich eine Verständigung in der Mischdüngerfragc an, derge­stalt, daß der vom Wintershall-Konzern produzierte Kaltta!- pcter, vorläufig auf eine beschränkte Zeit, für gemeinschaft­liche Rechnung des gesamten Kalj-Snndikates abgesetzt wer­den soll. Dabei ist äußerest bemerkenswert, daß auf einen Wettbewerb mit 6er I. G. Farben-Jndustrie auf dem Ge­biete des Bollbüngers hinfort verzichtet werden soll.

Hiermit künden sich Perspektiven auf ein noch enget'. Zusammenarbeiten der Kali-Industrie und der Farbeindttstri« an. Auch die Dividendenfchätzun- g e n für die einzelnen Kaligesellschaften sind, gemessen an der Situation anderer Industrien, nicht u u g ü n st i g zu nennen, sie lauten bei Salzdetfurth auf 10 Prozent geg.cn 1" Prozent im Vorjahre, bei Wintershall auf 56 Prozent gegen 8 Prozent, bei Westeregeln und Aschersleben 7 Pro­zent gegen 10 Prozent. Die Dividendengestaltung bei Bür­bach hängt von den Erfolgen der Oelproduktion ab. Von der lOprozentigen Senkung der Kali-Inlandspreise im Sinne der Notverordnung und der Gewährung von Fracht­vergünstigungen erwartet man bereits für das Frühjahr eine deutliche Belebung.

Benzin und Notverordnung

Der Reichswirtschaftsminister veröffentlicht eine Bekannt­machung, in der auf Grund der vierten Notverordnung vom 8. Dezember für aebundenePreise von Auftrieb- stoffen eine Ausnahme von den Vorfchrifien der Par. 1

und 2 dahin bewilligt wirb, daß die örtlichen Zapfstellcii- vreise bis zum 1. Jan. 1932 in den Zonen 7, 8, 8a, 9 und den Ausnapmcvlätzen dieser Zonen um mindestens 2 Pfg. je Liter, in allen übrigen Gebieten um mindestens 2 Pfg. je Liter gegenüber dem Stande vom 30. Juni 1931 zu senken sind, jedoch mit der Maßgabe, daß in den Orten, in denen am 10. Dezember 1931 dem Verbraucher bei Entnahme aus btr Zapfstelle auf den offiziellen Zapsstellenpreis Nachläj mit oder ohne Beschränkung auf eine bestimmte Absabmcnge gewährt werden, der örtliche Zapsstellenpreis bis zum 1. Jan. 1932 um den vollen Betrag des jeweils gewährten höchsten Nachlasses je Liter gegenüber dem Stand am 10. Dezember 1931 zusätzlich gesenkt werden mutz.

Veränderungen

im Vorstand der DD-Bank

In Verfolg der Organifationsvereinfachung hat der Anssichtsrat der Deutschen Bank und Diskouto-Ge- sellschaft, Berlin, auf Antrag des Vorstandes und des stell­vertretenden Vorstandes beschlossen, mit Wirkung vom 1. Januar 1982 6ic stellvertretende Vvrstands- schäft a u f 8 u b e b e n. Die bisherigen stellvertretenden Vorstandsmitglieder behalten ihre Zeichnungsbefugnis für Gesamtinstitut und seine sämtlichen Niederlassungen sowie ihre sonstigen erweiterten Vollmachten.

Der Vorstand wird um drei Mitglieder verringert. Die Herren Dr. Soner, Dr. Tchlitter und Dr. von Stautz beab­sichtigen, sich von ihrer Tätigkeit als Mitglieder des Vor­standes im Lause des Geschäftsjahres 1932 zurückzuziehen und werden inzwischen den vlanmätzigen Abbau ihrer Agen­ten betreiben. Die Vertretung der Bank in Aufsichtsrätcn befreundeter Gesellschaften werden die drei Herren beibehal­ten, und fie werden zur Wahl in den Aufsichtsrat der Bank 6er GV. vorgeschlagen werden.

Preissenkung für Motorräder

Nach einer Mitteilung der Vereinigung der Motorrad­fabriken werden in Durchführung der Bestimmungen der 4. Notverordnung die Motorradvreise mit Wirkung ab 1 Januar 1932 gegenüber dem Stand vom 30. Juni 1931 u m 10 Prozent gcfcnkt.

Preissenkung beim Norddeutsche« Zementverbaad. Der Norddeutsche Zementverband hat mit Wirkung ab 1. Ja­nuar 1932 die Listenpreise für sämtlich« von ihm gehan­delten Fabrikate um 10 Prozent, zum Teil um mehr gegen­über dem Stande vom 30. Juni 1931 gesenkt.

Wie Havas aus Lissabon berichtet, veröffentlicht bet Staatsanzeiger eine Verordnung, durch die bis zum 30. Avril 1932 die Kouvertieruugsmöglichkeit der Banknoten der Bank von Portugal in Golb-Psnnd- Stcrling ausgesetzt, dagegen die Kouvcrtieruugsmöglichkei in Pfnud-Sterling-Schecks anf London zum Kurie von Escudos je Pfund Sterling aufrechtcrhalteu wirb.

Bo« der Haubelsbörfe von New Castle wirb berichtet, batz die Soivietbehörde« 20 000 Tonnen Nortkmm- bctlaub-Lohle für Lieferung Jauuar/Märr gekauft haben. Die Kohle wird «ach Mntmanfk verloben nnb ift für Eis­brecher unb Fischtrawler bestimmt.

Wie bem ,J)etit Parisicn" ans Brüssel gemelbet wirb, Rnb in Lille Verhandlungen zwischen ben Wollinbu- jtrielleu Frankreichs. Englands nnb Bel­giens anfgenomme« worden.

*

In Anerkennung seiner Verdienste «m di« Weiterentwick­lung der deutschen Banwirtschaft ist der Direktor der Ban- großfirma Boswan n. Sanner A.-G., Berlin, MaxK » üt- t e l, von der Technische« Hochschule zu Brannfchweig z«m Ehrendoktor ernannt worbe«.

auf den Staub« unftfeiden- erorbnnng nicht

Das Reichsu>irttchaffsmi«isteri«m hat punkt gestellt, batz die vom Knvfe, S v n b i t a t festgesetzte« Preise b«r 1____________

unterliegen, weil dieses Svnbikat ernst am 2. J«li ins Le­ben gerufen worben ift. wahrend die von der Notvetorb- nuug betroffene« Maßnahmen als Stichtag de« 30. Juni 1931 voriehc«.

Wie im Monatsbericht ber Wirtschaftlichen Bereintgnng ber Konservenindustrie ansgefnbrt wird, aina im Mo--ai De,emb-r estfähr'-ck l-r «b'-rtz die Hiinblerschaft zurück, nachdem sich bte Haublerschaft für bas Wechnamtsgeschaft in -»ouferven bereits in den Vor­monaten eingedeckt hatte. Vielleicht hat auch bte Handler- schast ben Absatz int Dezember mehr eingeschränkt, als ei in anderen Jahren üblich war.

Die Christoph n. Unmack A.-G-, «teMe OlL.. hat sich entschlossen, sämtlichen Angestellte« ihres Werkes vor­sorglich zu kündige«.

Die G.-B. der Hannoversche« Industrie A.- G. Hanuover. genehmigte ben Abschluß für 1930, ber einen Gefamtverluft von 3 732 v"0 RM answettt. Zur Erlanternng bes anßerordentl-ch hohen Verlustes führte der V-»-sitzende aus. daß man sich entschlossen habe, mst Rück­sicht ans die i" w scheu eingetretene wefentl'che Bersch'e-site- ran» A °-tzre bttnaen auf das Betcilignngskonto in Höhe von 3.63 Mill. RM oorzunehmeu.

Waren und ihre Preise

Berliner Produktenbörse

Amttlchr Notierungen

Wellen, tnärk eh Station Borgen, mark ab Station Braugerste

Futtergerste . . .. . Hafer, märk ab Station Weizeumeb. . , . Boggenmeb. . . . » » Weizen kiele . . « Roggenkleie . »

Viktoriaerbsen . . . Kleine Speiseerbsen . . Futtererbsen > Peluschken . s

Ackerhöhnen . > >

Wicken . >

Lupinen blaue . » » »

- gelbe . > > Seradella. neue . . Leinkuchen Basis 37% Erdnuükuchen 50 % Erdnußkuchenmehl 50 % rrockeiisebuitzel Extr Sojaschrot 46 %

ab Hamburg . . .

ab Stettin . . . .

Kartoffelflocken . .

2100-2750 2200 -24.50 1500-1700 1600-1800 1500 1700 1600-1900 10.00-12 00

12.00-12.20 12.00 11.90

6.40-6-50

10.40 ll.Ou

12.10 12.30

30. Dezember

215.00-21700 184.00-186.00 151.00 -164 Ov 148 00-150.00 133.00 141.0. 2675-30.75 25.50 -27 6L

2. Januar

21.50 24.00 15.00-17.00 16.0018.00 14.00-16.00 16.00-19-00 1000-12.0

13.UO-15 .<0 22.00-27 Oo 12 0012.20 12.00 1190

640-6.50

21600 218 00 185.00-18700 15100 166.00 14800 -150.30

133.00 -141 00

26.75 307b

25.50 27.60

9.00 9.2c

10.40

1100

12.10 12-30

Sehr ruhig.

Berlin, 2. Januar. Die erst« Produktenbörse des netten Jahres bot angesichts des Wochenschlusses ein sehr ruhiges BUS. zumal der Besuch geringer als gewöhnlich zu fein schien. Das er st händige Offertenmaterial hielt sich allge­mein in engen Grenzen, und die For.erungen Lauteten kaum verändert. Am Promptmarkte zeigt« sich le­diglich einiges Interesse für Weizen, der gut behauptet I blieb. Roggen lag dagegen hehr ruhig, und die letzten I Preise waren nicht immer zu erzielen. Am Liefe­rungsmarkt setzte Weizen 0.50 Mark hoher ein. Rog­

gen war dagegen kaum behauptet. Das Mehlgeschäft bat sich noch nicht wieder entwickelt, auch für Hafer ist bi« 'Nachfrage gering bei allerdings stetigen Preisen. Gerste in Brau- unb Jnowstrieanalitäten geschäftslos. Für Wei­zen- und Roggenexportfchein« sind die Forde­rungen höher gehalten, es entwickelt sich aber kaum Ge­schäft, da man erst di« künftige Regelung auf diesem Ge­biete abwarten will.

Weizenausfuhrfcheinc Jan. 163, für 2. Hälfte 163,5, Rog- genausfuhrscheine Jan. 115,5 Brief. Gerstebezugsscheine sofort 25, Bez. Bries, Jan. 29.5 Br. Maisbezugsscheine 72 Geld.

Handelsrechtliche LiefernngSgeschäfie au ber Berliner Produktenbörse vom 2. Januar. Weizen: März 239V. Mai 247 u. Geld, Roggen März 205^ Mai 213% und Brief. Hafer: März 154% und Bries. Mai.

Berliner Butterbericht vom 2. Januar. Infolge der Feiertage waren die Preisoetänderunaen unregel­mässig und die Eingänge anfang der Woche gaben kein genaues Bild. Der Konsum war, wie stets nach einem Fest ausserordentlich schwach. Die Mitte der Woche in Berlin ein- getroffenen grossen Partien deutscher Butter bewirkten eine weitere Senkung der Preise um je 2 Mark für alle Qualitä­ten. Die Verkaufspreise für Jnlandsbuttcr sind heute: la Qualität in 1 Ztr.-Tonnen 128127, 2. Qual. 116120, Auslandsbutter dänische 127130, kleinere Packungen ent­sprechender Aufschlag.

Berliner amtliche Bntter-Rotterungeu zwischen Erzeu­ger und Grotzhanbel vom 2. Januar. I. Qualität 1.06, II. Qualität 0.98, abfallende Qualität 0.88. Tendenz: ruhig.

5Wartbebtttget Znckcrnotiernuge« vom 2. Januar. Ge­mahl. Mehlis prompt per 10 Tage. Tendenz: ruhig.

Preisermäßigung für Suvervhosvhat. Die Preite für Superphosphat werden auf Grund ber Notverorbnung^ab 1. Januar 1932 um 10 Drojent gesenkt. Die Den >chc «u- vervhosphat-Jnbustrie hat sich zu diesem Schritt nur aus 6cm Zwang der Verhältnisse euttchlosscn und bei der schwie­rigen Lage der Suvervöosohattndustrie und den langjähri­gen schweren Opfern ift cs nicht sicher wie sie erklärt, ob sie eine berartiae Ermässigung aut die Dauer tragen kann.

Besserung sehen, die politische Unsicherheit hemmt aber vorläufig doch wohl jede Unternehmungslust. Gegenüber ben starken Abschwächungen, bie Donnerstag in ben Mittagsstunden auf bisher immer noch unbestätigte Gerüchte über Bankschmierigkeiten eingetreten waren, machte sich allerdings mehr stimmungs- als kursmäßig eine Beru­higung und Befestigung bemerkbar, wobei die Festigkeit der deutschen Boudskurse an der Neunorker Donncrstagbörie nicht ohne Einfluß hlicb. Das Geschäft selbst kam aber nur sehr zögernd in Gang. Bankaktieil lagen vollständig un­verändert, Schiffahrtswerte waren ebenfalls behauptet, Elek- tropavierc gegen ihren niedrigsten Stand vom Donnerstag um ca. 1 Prozent erholt, und auch Farben besserten sich gegen ihren Niedrigstkurs anfangs 2 Prozent und im Laufe des Vormittags bis zu 3'/a Prozent. Reichsbankanteile wa­ren bis zu 4 Prozent höher gesprochen. Nachdem sie aller­dings am Donnerstag bis zu 6!4 Prozent unter ihrem Höch st kur s nachgcgeben hatten. Auch am Pfandbriefmarkt waren die Umsätze recht minimal, und man hörte meist nur nominelle Kurse. Nur für Liauidationspfandbriese bestand einiges Jutereue bei weiter anste8cn5fn Kursen. Reichs- bahnvorzugsaktien lagen unverändert, Farbenbonds ca. 2 Prozent unter Donnerstag, aber nur ca. 4 Prozent unter ben Aktien. Auch Anleihen lagen heute sehr ruhig, konnte« aber ihre Donnerstagskurse behaupten.

Die Auslandsbörsen

Geringe Veränderungen.

An den linteruationnlen Devisenmärkten ist das Ge­schäft natürlich sehr begrenzt, und die Beränderungen der einzelnen Devisen sind nur ganz gering. Das e italische Pfund, das am Donnerstag mit 3.39,75 gegen den Dollar geschlossen hatte, eröffnete heute etwas feitet mit 3.41,25, ging aber dann gegen mittag auf 3.40,25 zurück. Gegen den Gulden stellte es sich auf 8,48, gegen Zürich auf 14,29. Der Dollar war unverändert. Dte Reichsmark zog in Amster­dam auf 29,50 an, dagegen stellte sic sich in Zürich mit 121,60 etwas niedriger, sonst ergaben sich kaum Verände­rungen.

Berliner Devisenkurse

2. Januar In Reichsmark

Tagt. Geld 7 Wfo Privatdiskont 7%

Buenos Aires . . Canada. . . . . Japan . . Kairo . . Konstantinopel London Neuyork . . Bio de Janeiro. .

Uruguay Amsterdam Athen » . .

Brüssel . . .

Bukarest . . . , Budapest » . Danzig . ...

Helsingtors. , .

Italien Jugoslawien . .

Kaunas (Kowno) Kopenhagen Lissabon-Oporto Oslo . . Paris.....

Prag .....

Reykjavik . . . Riga . . . .

Schwei* . . . .

Sofia . , . .

Spanien .

Stockst Gothenb. Tallinn (Estl.l Wien

1 Pap. Peso

1 Can Doll

1 Yen . .

1 ägypt. Pfd.

1 türk Ptd

1 Ptd. Sterl.

1 Dollar

l Milreis.

1 Gold Pes. .

100 Gulden

100 Drachmen

100 Belga .

100 Lei . .

100 PengS . .

100 Gulden

100 llnnl M. .

100 Lire

100 Dinar

100 Litas .

100 Kr.

100 Eskudo

100 Kr. . .

100 Frc. . . .

100 Kr . . .

100 isl Kr.

100 Latte

100 Frc.

100 Lewa >

100 Peseten

100 Kr.

100 estn. Kr 100 Schill

1.852

169.17

5.305 o8.58

2.523

65.670

82.28

6.056 w

Brief

1.062

3.483

1.451

14.670

14.320

13.060 78.28

16.550

12.490

64.563 81.680 =2.260

3.063

35.79

79.84

112.86 50.050

eld

1.058 3.477 1.449 14-630

14.280

4.209 0.253 1.848

168.83 5.295 58.46 2.517 64.93 82.12

6.044

21.280

7.393 42.010

79 17 13.040

78.12 16510 12.470 64.440 80.920 82.100

3.057 35.71 79.67

112.64 49.950

Ausländische Devisen-Surse.

UUVIi Ozo t 4714 O li V v ilvp i' f x , \jupuu IW/ I [ *

2. tägl. Geld 1,30, MonatSgeld 0,50, 3-Mouatsgeld 2,50.

Zürich. 2. Januar. Parts 2010, Loudon 1788, Neuyork 512,25, Belgien 7120. Italien 2594, Spanien 4S30. Holland 205,59 Berlin 121,80. Stockholm 9680, Oslo 9380, Kopen­hagen 9600, Sofia 371, Prag 1520. Warschau 5770. Budapest 9008,50, Belgrad 905. Athen 660, Konstantinopel 250, Bu­karest 307, Helstngfors 750. Pvivatdiskontfatz ins. 1,75, ausl. 5%, Buenos Aires 131, Japan 180, Off. Bankdiskont

Amsterdam. 2. Januar. Berlin 5930, London 844, Nen» uork 249.40. Paris 978. Belgien 3462.50, Schweiz 4865. Ita­lien 1265. Madrid 2100.

Loudon. 2. Januar. Neuvork 340,25, Montreal 410, Amsterdam 848, Paris 8659, Brüssel 2450. Italien 2725, Berlin 1429. Schweiz 1741, Spanien 4025.

Niederlahnfteiner Maschineufabrik G. m. b. H., Rieder- lahuftei« Rhein. In der Glänbigerversammlnng der Nie- dertabnsteincr Maichinensabrik G. m. b. H., Nicberlahn- stein'Rbein, wurde beschlossen. Konkurs anzumelben. Aus bem Treuhäuber-Staius ergibt sich, dass nicht nur alle ungesicherten Forderungen und auch bi« bevorrech.igieu Sortierungen ausfallen. sonbern batz selbst ein Teil oer Hvpoiberengläubiger leer ansgehen wirb, da die mit rd. 240 000 RM angeictzten Aktiven im Falle einer Zwangs­versteigerung bei weitern nicht erreicht werdcn. Schärfst« Kritik wurde an bem Geschäfisgebahren der Firma geübt, die schon 1930 konknrsreis gewesen fei.

Bei Borsig haben die Angestellten eine Abschlagszahlung auf ihre fälligen Gehälter bekommen, die Restzahlungen Hom die Firma Anfang Januar leisten zu können. Durch die nach und nach erfolgten Neueinstellungen von Arbeitern sind letzt drei wichtige Abteilungen des Werkes wieder wenn auch noch nicht mit voller Besetzung in Betrieb ge­nommen worden.