worden. Die von ihnen geführten elektrischen Drähte waren in den Warten der Irrenanstalt gefallen. Drei Wahnsinnige, die die Drähte berührten, wurden vollständig verbrannt. Zwei andere, die auf ihr Geschrei yinzuetlten, erlitten das gleiche Schicksal. Der Direktor der Irrenanstalt, der alle fünf auf der Erde liegen sah, glauote, daß sie untereinander einen Streit gehabt hätten und lies herzu, um sie auseinander zu bringen. Er berührte dabei ebenfalls einen Draht und wurde getötet. Außerdem finb zwei Krankenwärter verletzt worden. Die adlige Tragödie spielte sich in wenigen Minuten ab. Heimliche Verlobung der Tochter des Präsidenten Taft. Wie aus Washington gemeldet wird, geht dort das Gerücht, daß Hauptmann Wrabam Johnson, der Flügel-Adjutant des Wräfibenten Taft, in Ungnade gefallen sei, weil er ein Liebesverhältnis mit Miß Helen Taft, der Tochter des Präsidenten, unterhalten habe und bereits heimlich mit ihr verlobt gewesen sei. Der Hauptmann wurde infolgedessen zur Erledigung einer Spezialmtssioll nach den Philippinen entsandt. Im Weißen Hause Mrd diese Nachricht allerdings dementiert, in gesellschaftlichen und politischen Kreisen wird sie jedoch aufrecht erhalten.
Wieder eine Kino-Katastrophe. In einem Kinema- lographentheater in der englischen Stadt Chestersield hat sich ein schweres Nngllick ereignet dem fünf junge f Menschenleben nuin Opser gefallen sind. Dreißig Kinder lustanoen sich in einem Nebenraum des Theaters, wo sie sich entkleideten, um einer kinematographischen Aufnahme zu dieneu. Angeblich wollte sich einer der Knaben an einem Lichte eine Zigarette anzünden. Erkan: dabei mit dem Licht einem leicht gekleideten Mädchen zu nahe, dessen Kleider Feuer fingen. Im Augenblick staub das unglückliche Mädchen in Hellen Flammens. Das Feuer behüte sich bald über alle Kinder auv. Von den dreißig Kindern wurden fünf schwer verletzt nach dem Krankenhaus gebracht, während die anderen ebenfalls erheblich Verletzten zu ihren Eltern gebracht würben. DaS Befinden der Schwerverletzten ist besorgniserregend und es wird kaum möglich sein, die
Sachen von Mission weggeschlcppr. Wien W nfTlittè, uithiC w
fünf am Leben erhalten zu sönnen.
Berliner Missionare von chinesischen Räubern überfallen. Wie schon gemeldet wurde, ist Eude No- vemoer von Räuberbanden, die sich die zurzeit in China herrschende Unsicherheit zunutze machen, auch ein deutscher Missionar in Kanton angegriffen und verwundet worben. Jetzt kommt die Wachricbt daß es sich dabei um die Missionare Giesel und Wohlgemuth von der Berliner Mission gehaudelt bat. Sie wurden auf einer Reise nach Fuidschu von Räubern überfallen, wobei Wohlgemuth vermint bet wurde. Völlig unerwartet /wurde das Schiff der Missionare am 24. November von den Räubern beschossen. Wohlgemuth fiel, durch einen Streifschuß am Kopf betäubt, zu Boden. Während Mis- ffonar Giesel und ein amerikanischer Missiouar, Mr. Nagel, bemüht waren, die starke Blutung zu stillen, stürmten die Räuber das Schiff. Alle Passagiere, auch ole Europäer, wurden rücksichtslos ausgeplündert. Die Sachen von Missionar Wohlgemuth würben uneröfsnet weggeschleppr. WtCiei, 0er OcrcUwi(ÜA STnrb mU> ÖHUéfC üfthtc TOLmfl nu, 90w Nffc^vkr? RMtber VM Reisenden alle Wertsachen, Uhren, Traunnge, selbst und Stiefel, vom Leibe. Auch der Verwundete !^^M'de nicht verschont. Als der Trauring nicht gleich p^Wkehen wollte, machten sie Miene, den Finger abzuhacken. Erst uad) einer Stunde zogen die Räuber ab. 8um Glück gelang es, den Kapitän zur Umkehr zu bewegen und auch bald einen chinesische:: Arzt mit westlicher Bildung zu Huben, der durch einen Notverband den Verwunoeten vor dem Verblutell rettete. Das amerikanische Hospital in .Stanton hat dann weitere Hilfe , ^leistet. Die nur durch den starten Blutverlust bedrohliche Wunde ist inzwischen geheilt.
Glück im Spiel. In Monte Carlo hat der spanische Tbronprätendent Don Jaime von Bourbon aus dem . nenerbauten Spielsaale des Kasinos einen ungcwöhn- k lieb hohen Gewinn davongetragen. Er war aus Cannes mit einer Summe von 40 000 Franes in Monte Carlo ehmetroffen und nahm in dem Spiel aale an - einem Tische Platz. Nach nidd allzu langer Zeit konnte -er Thronprüten dent den Spielsaal mit 400 000 Francs, also mit einem Gewinn von 300 000 Francs, verlassen. Eine Berlobnua menen Maul- und Klauenseuche aufgehoben Eine junge Magd in einem Dorfe bei Je- I ver hatte schlechte WeibuachtSfeiertaae, und daran war einzig und allein die Maul- und Klauenseuche ichuld. 1 Die junge Magd Marie war mit einem Knecht aus dem Nachbardorfe verlobt. All keinem Abend versäumte er 9 es wie wir im Hannoverschen Allzeiger lesen, seiner Braut die Aufwartung zu machen. Der Weg war fehr- weit aber die Liebe überwindet alles. Schon war der Tag'der Hochzeit festgesetzt, damit Johann nicht immer Nachtzeit die weite Weise zu machen hatte, als sich Heiratsplänen der Verliebten plötzlich ein Hindernis in der Gestalt des Tierarztes in den Weg stellte, dem Dorfe, in dem die glückliche Braut bedienstet war war die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. diesem Grunde batte der Tierarzt schon seit lan- aer'er Zeit die Liebesfabrten des stürmischen Bräuti- ^^^MMBKraraaHaBraMmMBOMMMMMBaMa
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Die Alte ist eine sonderbare Person und mir will es manchmal vorkommen, als ob sie geistig nicht normal sei — jedenfalls pflegt sie aber das Grab mit seltener
Treue.
Der freundliche Pfarrer führte öcn Fremden nun Aimt Dorfschulzen, um dort zu erkunden, ob sich vielleicht bei ihm Aufzeichnungen über das einst hier geborene Kind der Marie Steger fänden, oder Nachricht Lu erlangen über Leute, die etwas wkssen könnten. Aber der Schulze, auch ein jüngerer Mann, wußte nur: »aß einst fremde Leute das Marmorkreuz einer hier Verstorbenen errichtet hatten, nicht aber, wie diese Anverwandten geheißen. Aufzeichnungen darüber oder über das Kind gab es nicht. Der Name der Frau, die es geholt hatte, war gänzlich unbekannt, die Amme, der man es einst anvertraut, war tot, ebenso deren MaNn.
Dieskau empfand es mit tiefem Schmerze, daß hier Nichts über das Kind zu erfahren sei. Er wußte wohl, -aß seine Marie eine wesentlich ältere Schwester gehabt hatte, der sie aber durch die Trennung im Laufe der Jahre entfremdet worden war. Diese Schwester war schon damals längst verheiratet gewesen und den Namen ihres Mannes kannte er nicht.
Marie Steger, eine Waise, hatte allein im Leben gestanden. Dieskau lernte sie im Hause einer adeligen Familie kennen, wo sie Erzieherin der Kinder war. Ihre rührende Schönheit, die Anmut ihres Wesens, der Hauch von Unschuld, der darüber ausgebreitet lag, ergriffen Wn mit Allgewalt, und er sagte ihr, wie er sie liebe.
Der schöne, ritterliche Offizier, der alles Glück seines Lebens nur tu ihr sah, nahm ihr junges Herz mit Sturmgewalt gefangen. Lange Jahre waren nun verflossen, seit sein geliebtes Weib ihm für ewig entrissen worden war. Sein erster Weg, nachdem er wieder deutschen Boden betreten, war der zum Grabe seines Glücks. Die Hoffnung, hier Nachrichten über sein Kind zu er-
gams mit bedenklicher Mene verfolgt, da er mit Recht annahm, daß dadurch die Ansteckungsgefahr verbreitet werden föinite. Er fühlte sich nun veranlaßt, sich ins Mittel zu legen und Johann zu bewegen, die Heirat aufzuschteben, unter allen Umständen aber die Besuche zu unterlassen. Daraufhin setzte sich Johann hin und schrieb feiner Braut folgenden köstliche« Absagebrief: „Mtu leiw Marie! Uns Veihdokter bett me fenat dal ik Di nicht heiraten mag, wil bc Jug bat Beth traut io. Wegens „Maul- und Klauenseuche^ möt ik deshalb de Verlobung inet Di upphewcu!"
Eine holländische Bürgerstochter durch französische Mädchenhändler entführt. Eine anaefebene Familie aus dem Haag machte vor zwei Jahren in Wiesbaden die Bekanntschaft eines französischen Ehepaares, bao ihre Tochter schon damals als Logiergast nach Paris einlud. Die holländische Familie lehnte aber die Einladung ab. Ist diesem Sommer trafen beide Familien sich wieder in ëcf)CüeninneiLbie Bekanntschaft mürbe erneuert, und vor einigen Wochen reifte die Tochter, ter wiederholten Einladung folgend, zum Besuche der ranzöstschen Familie nach Pario. Seit jener Zeit fehlt ede Spur des Mädcheus. Au der bezeichnete« Stelle n Paris war die Familie nicht bekannt. Die Behörden stellten vergeblich Nachfvrschnngen an. Man erfuhr nun, daß eine Hamburger Familie und ihre Tochter mit einem französischen Ehepaare in Wiesbaden die nämliche traurige Ersahruug gemacht hat. Man vermutet, daß es sich um eine Entführung durch Mädchenhändler handelt.
Eiuhellszell für ganz Deutschland.
Ueber eine Zentrale für Zeitübertragung durch drahtlose Telegraphie, bereit Aktionsradius das ganze deutsche Reich beherrschen soll, und die soeben vom Staatssekretär Krätke genehmigt wurde, wird der „Inf." folgeudes mitgeteilt:
Die Zentrale, welche mit Hilfe der elektrischen Wellest sämtliche öffentlichen Uhren Deutschlands völlig überetnftimmenb betreiben soll, wirb in der Nähe Fuldas errichtet werden. Zu diesem Zweck soll ein Senbcfurm von etwa 100 Meter Höhe gebaut werben. In unmittelbarer Nähe wirb das Gebäude der Zeit- zeutrale errichtet. Jede Minute sendet eine der 3 in der Zeitzentrale befindlichen Normaluhren einen Hoch- fpansiungsstromstoß zur Sendeantenne, von der aus die elektrischen Wellen sodann ausstrahlen. Die in gauz Teuf schlaub ausgestellten Empfangstthren wurden jede Minilte durch diese elektrisches: Wellen weitergestellt.
Die Einrichtung der Empfangsuhr ist folgende: Zum Zweck des Empfangs der elektrischen Wellen dient ein auf dem Gebäude der Empfaugsstation ausgestellter Flaggenmast, der gleichfalls Träger einer einfachen (gmpfaii Xanten nc ist. Diese Antenne steht mit der Empfastgsubr in Verbindung. An die Empfangsuhr können tvlcbernm mehrere 100 Nebenuhren angeschlossen werden, die sämtlich mit der drahtlosen Empfangsuhr e rintern Ata™ (^m vfana » upr nötig haben. Das gesamte Ubrenfoftcm ist unempfänglich gegen tegliche fremde Welle::, so daß Störungen selbst durch atmosphärische Welle:: ausgeschlossen sind. Von besonderem Interesse ist noch der Umstand, daß anhaltend gegebene Wellen von ber gleichen Wellenlänge wie die der Sendestgtion keinen Einfluß auf die Fortschaltung der Zeigerwerke haben, so daß die Zeitübertragung auf die tausendstel Sekunde genau erfolgt.
Da der Stromverbrauch sehr gering ist und die Kosten der Uuterhaltung nicht erheblich sind, so wird der Mietspreis der Empfangsuhren sehr niedrig sein und sich mit dem Mnwacbfen der Abnehmer noch verringern, da es ganz gleichgiiltig ist. ob tausende von Empfangsuhren ober bunberttaufenbe die Zeit erhalten. Die einheitliche Durchführung der Zeit in ganz Deutschland ist aber für das ganze öffentliche Leben, für Bahn-, Post- unb Geschäftsverkehr von allergrößtem Interesse.
Die Salaslrophe im Asyl für Obdachlose.
Im Berliner städtischen Awl für Obdachlose in der Fröbelstraße, daß jetzt in den Wintermonaten allabendlich von etwa 3000 bis 4000 Personen ausgesucht wirb sind, wie aemeldet, eine ganze Anzahl Personen unter schweren Vergiftungserscheinnngen erkrankt und mehrere von ihnen gestorben. In diesem Asyl erhalte:: die Obdachlosen abends warmes Esten und morgens Kafwe oder Suppe auf Kosten der Stadt. Dabei bringen die Obdachlosen allerhand Eßwaren mit. Am Dienstag hatten verschiedene Personen größere Posten Bücklinge von cin^m herumziehenden Fischhändler billig gekauft, und im Asyl verkauften sie dann die Bücklinge an andere weiter. Nach einer halben Stunde waren bereits 14 Personen gestorben. Andere Schwererkrankte wurden in die städtischen Krankenhäuser eingeliesert, wo sie zum Teil totkrank darniederliegen. Es ist festgestellt worden, daß die Bücklinge verdorben waren und
halten, hatte sich nicht erfüllt, und so fühlte er sich schmerzlich enttäuscht.
Nachdem er dem Pfarrer eine namhafte Summe für die Armen des Dorfes und eine reiche Svende für die alte Zentner übergeben hatte, ging er noch einmal auf den Kirchhof, um am Grabe noch ein Webel zu verrichten, und dann fuhr er nach der Stadt zurück.
Es galt zunächst, die RechtsgUtigteit der zwischen Hermann von Dieskau und Marie Steger geschloffenen Ehe festzustellen. Sie waren in der Dorfkirche von Geismar, das jenseits der nahen Grenze im benachbarten Fürstentum lag, getraut worden. Das Fehlen des Trauscheines, den feine Gattin zurückbehalten und wie ein Heiligtum bewahrt hatte, war ihm unerklärlich, doch war der Verlust zu ersetzen und er mußte ersetzt werden, wenn er — ach, er wagte es kaum zu hoffen! — seinen Sohn fand: denn dann galt es, diesen in feine Rechte einzusetzen.
Das Majorat Dieskau war ein ausgedehnter und sehr ergiebiger Güterkomplex, der in der besten Gegend des Landes lag.
Die Kriege von 1866 und 1870 hatten die Söhne des vorigen Besitzers hingerafft. Der alte Herr war ihnen bald gefolgt und die reiche Hinterlassenschaft war in den Besitz eines Wessen des bisherigen Majorats- berrn, an den Freiherrn Bodo von Dieskau überge- gaugen, da dessen älterer Bruder Hermann, der eigentliche Erbe, im amerikanischen Sezessionskriege gefallen war, ohne Erven zu hinterlassen.
Bodo von Dieskau, der auf diese Weife ganz unerwartet aus einem von dem Wohlwollen feines Onkels abhäugenden armen Junker zu einem der regsten Grundbesitzer geworden war, hatte früh begonnen, den ihm zugefallenen Reichtum zu genießen.
Seine Gattin starb bald, nachdem er in den Besitz der Güter gekommen war, und seine minderjährigen
daß sie von dem Händler so billig abgegeben worben sind, weil sie bereits sehr alt waren.
'Noch den am Donnerstag nnaeftemen Ermittelungen finb in den: Asyl für Cbbacblofe von über hundert Erkrankungen bisher 50 tödlich verlautn. Eine genaue Zahl anzugebeu, ist unmöglich, da forigentzl neue Erkraukttugsfälle aeniclbet werden. So hob von Mitternacht bis heute morgen 6 Uhr weitere 21 Personen und im Lause des heutigen Vormittags weitere zehn Personen aus bem Mful nach dem Kranken- baufern gebracht worben. Auch im Männerafpl in der Wicsenstcaße ist heute ein Arbeiter erkrankt unb auf bem Wege ins Krankenhaus gestorben.
291 Dezember. Bis gestern abeuO wurde die Hoffnung gehegt, daß die Maffenerlrankuu- acit unter den Obdachlosen zum Stillstand kommen werden. Wider Erwarten stellten sich in den Abend- stunden mehrere sehr schwere Erkrankungen ein, die bei zwei Männern zum Tode führten. ~ ' feber des Asyls ist unter verdächtige: erfrauft.
. Auch ein Auf- ächtigen Erscheiuuugen
^ Berlin, 29. Dezember. Die Za bl der Er- kraukten beträat zurzeit 99, von beiten 47 gestorben ßud. (Tie Zabl bürste au niebrta angegeben sein, da auch Wrfrnntunaen und Todesfälle außerhalb des Asyls für Obdachlose roraefommen sind. D. Red.)
Ein Won ans der 5estuny Glay entflohen.
Ter fraitAöfifche Spion Hauptmann Lux, der im Juni dieses Jahres zu sechs Jahren Festung verurteilt worben war, ist aus Glatz, wo er seine Strafe abfaß, entflohen unb bisher noch nicht wieder ergriffen worden. Er soll die lucht Mittwoch vormittag bewerkstelligt haben, indem er sich an Bindfäden, die zum Verschnüren von Paketen gedient hatten, an der Fe- stttngsmaucr hinabließ.
Zu dem auffchencrreaenben Vorfall wird weiter gemeldet:
»■< Glatz. 29. Tezember. Die Flucht des SvianS Lux erfolgte in der Nacht vom 27. zum 28. Dezember. Lur hatte fremde Kleider angelegt, hie eigenen Kleider wurden in der Zelle voraefnuben. Wie der Entfloßene zn den fremden Kleibern gekommen ist, ist noch nicht aufgeklärt. Lux hatte einen Eisen stab seiner Zelle durchfeilt und sich an znsammcngebnndenen Stricken an her glatten Festnnasmaner ans beträchtlicher Höhe auf die Straße herabgelassen.
Berliner Getreide- und SchlachtNieh'narkt.
In der am 27. Dezember beendeten Berichlöwoche war der Geschäftsverkehr am Berliner Getreidemarkte im Zusammenhang mit den Weibnachtsfeiertagen beschränkt. Eine Stütze für das Preisniveau bildete der umftanb. daß das Anaebot vom Jnlaude nach wie vor gering bleibt. Zeitweilige kleine Abschwächungen des Brotgetreides, welche durch Abgaben der Importeure jN.Uciweizen ^veranlasste muybcm fanden immer wieder feruna "ifff’&^ x herrschte fehl t^ÜTm^is^ fityn-fte Grunde etwas mehr Nachfrage und so stellten sich Wetzen sowohl wie Roggen für diesen Termin gegen die Vorwoche etwas höher. Hafer zeigte bei zurückhaltender Kauflust schwächere Tendenz, namentlich für spätere Termine. Mais gab tufosac niedriger argentinischer Forderungen etwas nach. Am letzten Tage der Bcrichis- woche stellten sich d'e Notierungen für Lieseruna im Mai, wie folgt: Weizen 213,25, Roggen 194,75. Hafer 190.25, Mais 104 00 .//
Preise des städtischen Schlachtviebmarktes. 1. Ochsen: a) vollsleischige, ansgemästcte höchsten Schlachtwertes, ungeiocht 81—86 .//, b) iuime, fleischige, nicht ansge- mastete und äUere ausgemästete 75 82 .^, c) mäßig genährte junae unb gut genährte ältere Ü2 -70 // 2. Bullen: al vollfleischige ansa-'wach'eve Höchsten schlacht- wertes 75—80 .//. b) votlflcischige jüngere 73—78 X H mäßig genährte iüuaere und gut aenährte altere 60 75 7/ 3. Färsen und Kube: a) vollsletschtge, auSgemastete Färsen höchsten Schlachtwertes —,— V/ bl vollflelscht- ac, an sgemä stete Stühe höchsten Schlacbtinertes, bts zu 7 Fahren 68—75 .//, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte iünacre Kühe und Färsen 04—69 .//, b) mäßig genährte .Mühe mnb Färsen 53 60 X c) gerinn genährte .M übe und Färsen bis 60 //, f) gering ge- näbrtes Jungvieh (Freffer) 56 70 /Z 4. Kalber: a) Doppellender feinster Mall 114 143 .//. b) seinste Mast- kälber 108-117 .//, c) mittlere Mast- unb beste Saugkälber 97—105 .//, b) Mast- und gute Saugkälber 88 bis 98 X c) geringe Saugkälber 58-70 .// 5. Schafe: a) Mastlämmer unb lünaerc Masthammel 74-84 W, b) ältere Masthammel. iüuaere Mastläwmer und gut genährte junge Schafe 64—74 X c) mäßla nenährte Hammel und Schafe 53—68 .// 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 62 .^, b) von» fleischige Schweine 240-300 Psd. 60-^1 -^- cl voll- sleischiae 200—240 Psd. 58—61 X b) vollsleischige Schweine 160-200 Wb. 5.>-60 X e) vollsleischige Schweine unter 160 Pfd. 50—55 .//, f) Sauen 54 60 v^
Söhne, die die städtischen Schulen und dann das Kadettenhaus besuchten, störten ihn in einem wechselvollen Genußleben nicht, noch weniger die Jüngstgeborene, die kaum der Wiege entwachsen war, als die Frau starb. . ,
Als die männlichen Sprößlinge heranwuchsen, zeigte der älteste, Harald, eine hervorragende Befähigung, auf den Wegen des leichtlebigen Vaters zu wandeln, ja er teilte sogar dessen Vergnügungen. Für die Pflege und das Gedeihen des ausgedehnten Grundbesitzes waren die weltmännischen Neigrmgen des Majoratsherrn und seines dereinstigen Erben natürlich wenig günstig: sie lebten beide nicht nur den größten Teil -es Jabres fern von der heimatlichen Scholle, sondern brauchten in ihren jeweiligen Aufenthaltsorten Paris, Nizza unb den Lurusbädern bedeutende Summen, da sie sehr noblen Passionen huldigten und stets auf großem Fuße lebten.
Sie waren nur während der Jagdzeit auf Dieskau zu sehen, und dieser Aufenthalt gestaltete sich zu einer Periode in der neben einer unbeschränkten Gastfreundschaft auch eine Zügellosigkeit dort herrschte, die bald den nachbarlichen Adel von seinem Erscheinen abhielt. Auch der jüngere Sohn des Freiherrn, der bei einem Reiterregiment diente, wurde selten auf Dieskau ge- sehen. i
Daß das Majorat bereits arg verschuldet war, bildete ein öffentliches Geheimnis, aber die ausgedehnten Wälder und die auf den Halm verkauften Ernten lieferten seinem Besitzer immer von neuem Mittel, oas verschwenderische Leben fortznsetzen.
(Fortfetzung folgt.)