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Hietzener JeiLung

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Dienstags, Donnerstage», SamStagS. Redaktion: SelterLwcg 83. Mr Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag derWietzener Zeitung" W. m. b. H.

der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer^ Expedition:

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Verlag derWietzener Zett»ng" W. m. -. H.

Nr. 242

Telephon: Nr. 362.

«amslag, den 30. Dezember 1911

Telephou: Nr. 962.

23. Jahrg

Neujahr.

Es geht in goldnen Flammen Die Neujahrssonne aus.

Wir stehn getrost zusammen Uiib schaun zu Gott hinauf. Wir einen Herz und Hände Zur großen Zeitenwende: Herr, segne unseren Lauf!

Was wird das Jahr uns bringen? Wird es voll Mühe fein? Winkt fröhliches Gelingen? Der Herr weiß es allein.

Er ist und bleibt der Treue, Drum wollen wir aufs neue Uns seinem Dienste weihn.

Es wird voran uns schreiten, Der uns noch nicht verließ. Er stärkt uns, wenn wir gleiten, Gibt Licht in Finsternis. Sind wir mit ihm verbunden, Dann gibt's nur Segensstunden, Wir sind des Siegs gewiß.

So mag das Jahr beginnen, Es wird uns nicht zu schwer. Getrost sind Herz und Sinnen, £bs auch das letzte wär'. Er, der des Sohnes Leben Für uns dahingegeben, Verläßt uns nimmermehr.

Zur Jahreswende!

Das alle Jahr mit seiner Lust unb Last neigt sich seinem Ende zu und im trauten Kreise wird seine letzte Stunde erwartet. Ein frohes neues Jahr wünscht uns jeder Mund, der uns begrüßt. Die einen mit Tränen in den Augen, die anderen mit übermütig lachendem Munde, so übermütig, so toll jubelnd, als gelte es, die unwillkürlich austauchenden trüben Erinnerungen in einer Flut von frischer, hoffnungssreudiger Lebenslust zu ertränken. Und seltsam! Obwohl wir wissen, daß Blühen und Welken, Hoffnung und Furcht, Geboren - werden und Sterben von einem Jahre wie vom anderen gebracht werden, obwohl kein Zweifel darüber besteht, daß der eherne Schritt der Zeit gleichmäßig wuchtig und unbekümmert über Menschenlust und Menschenleid da­hinschreitet, sehen wir dennoch zumeist dem jungen Jahre mit gehobener Seele und leuchtenden Blicken entgegen. Darin liegt das Rätsel des Sylvesterglaubens. Weih­nachten ist das Fest der Liebe, Sylvester der Tag der Hoffnung. Wenn wir vorwärts schauen, soll uns Hoff- jpung erfüllen. Aber es ziemt sich auch, an der Jahres­wende zurückzublicken. Die Vergangenheit ist die Mut­ter der Zukunft. Was wir im alten Jahre gesät, das loll im neuen Jahre aufgehen und uns Früchte brin- Lgen. Mancher nimmt sorgenvoll Abschied vom alten / Jahre und tritt zagend ins neue. Ihm fehlt das Ver­trauen- aber er verschließe sein Herz nicht der beleben­den Hoffnung, welche die von neuem aufsteigende ^onne gerade zum neuen Jahre wiederum auch von neuem be­leben sott. Andere setzen mit lustigem Sprung über die Jahresbarriere, manche lachend, singend, trinkend und lärmend. Ihnen gehört ein mahnendes Wort zu ernster Ueberlegung der Bedeutung dieser Zeitenmarke. Am schönsten ist die alte deutsche Sitte, des Jah­res letzte Stunde in gemütvoller und gemütbildender Äeise im Kreise der Familie zu beschließen, wo in das helle Gläserklingen sich auch die aufrichtigsten und rein­sten Herzenswünsche mischen und beim letzten Lichter - âlanze be* weihnachtlichen Tannenbaumes die Herzen sich gegenseitig erhoben fühlen in inniger Vereinigung, welche das Vertrauen in die Zukunft erweckt und^tärkt. Möae das neue Jahr ein wahres Glücksjahr, einoonn= wasjahr" werden! Dies ist unser Wunsch an alle un­sere Leser Mitarbeiter und Freunde, und von Herzen rufen wir ihnen zu:Ein fröhliches Glück­auf zum neuen Jahre!"

Reichstagswahlen 1912.

D a r m st a d 1. Die Zentrumspartei im Wahl­kreis Darmstadt-Groß-Gerau hat den bisherigen Reichs- tagsabgeordneten Freiherrn von Hertling in München, bekanntlich ein geborener Darmstädter, als Reichstags­kandidaten für Darmstadt-Groß-Gerau ausgestellt.

Offenbach-Dieburg. Eine Vertrauens­männer-Versammlung der Zentrumspartei lehnte es ab, die eigene Kandidatur zugunsten der Wirtschaftlichen Vereinigung zurückzuziehen.

Darm ft ab 1. Der Bund der Landwirte hat einen einstimmigen Beschluß dahin gefaßt, die Kandi­datur Dr. Osann zu unterstützen in der bestimmten Erwartung, daß die Nationalliberale Partei den Bund bei den Stichwahlen unterstütze.

Kreuznach. Die Zentrumspartei beschloß ein­stimmig, im Hauptwahlgange den Kandidaten des Bun- oes der Landwirte, Oekonomierat Lucke in Frankfurt a. M. zu unterstützen. Das Zentrum hat im Wahl­kreise rund 8000 Stimmen.

Mainz. In nationalliberalen Kreisen hofft man, daß der Freisinn seinen Beschluß auf Stimmen - freigabe umändern werde. Ein Eintreten für den nat.= üb. Kandidaten Dr. Keller könnte eine Stichwahl zwi­schen Zentrum (Molthan) und Sozialdemokratie (Dr. David) verhindern. Es bleibt abzuwarten, ob die Be- inühungen des Hansabundes von Erfolg gekrönt fein werden.

Main z. Von der Fortschrittlichen Volkspartei wurde beschlossen, keinen eigenen Kandidaten aufzustel­len, sondern den Anhängern der Partei die Wahl srei- zugeben.

Wittich-Bernkastel. Der mit der offi­ziellen Zentrumskandidatur des Kaufmanns Astor- Bernkastel unzufriedene Teil der Wählerschaft des Wahl­kreises Wittich-Bernkastel stellte nach einer stürmischen Versammlung in Wittich einen zweiten Zentrumskandi­daten aus.

Alzey-Bingen. In einer Verttauensmän- nerversammlung des Zentrums wurde einstimmig be­schlossen, für den Kandidaten der Nationalliberalen Dr. Becker mit allen Kräften einzutreten.

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Allen unseren w. Abonnenten, Mitarbeitern und Geschäftsfreunden zum Jahreswechsel

die besten Glückwünsche!

Nedaktion u. (Expedition

der

Giesrener Zeitung."

-iur Stadt und Land.

Gieb en, den 30. Dezcmher 1911.

):( Gieße n. Lahn und Aar führen seit vorigen Freitag Hochwasser. Die Lahn ist um weitere 60 Zen­timeter gestiegen und überflutet auf weite Strecken die User. Stellenweise steht das Wasser 6070 Zentimeter über die User.

o Bad-Nauheim. Die Stadt beschloß den Bau eines sechsklassigen Schulgebäudes und kaufte zu dem Zwecke bereits ein geeignetes Gelände an.

r Wetzlar. Unter dem Rindviehbestande des Land wirts Jakob Friedrich Reinhardt, Elisabethenstr. 32, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

):( Frankfurt a. M. Die Kornblumenspende ist noch rechtzeitig vor dem Weihnachtssest sämtlichen alten Kriegern und Kriegsveteranen, die sich gemeldet hatten, durch Posteinzahlung zugegangen. Bedacht wurden 1560 Veteranen mit 42 bezw. 12 Mk. und 521 Witwen mit 21 Mk. N Hy

):( Frankfurt a. M. Die Einnahmen an den Fahrkartenschaltern im Hauptbahnhof betrugen vom 23. bis 26. Dezember gegen 200 000 Mk. und überschritten die des Vorjahres um 26 000 Mark.

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