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Bezugspreis 50 Psg. monatlich oierteljährlich 1^0 Mk., uorauszahlbar, frei ins HauS. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint Mittags 3 Uhr. DieJllustr. Wcltrundschan" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag derGictzener Zeitung,, G. m. b. H.

Enthält alle amtl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen ^f^ des Großherzoglichcn

Bürgermeisterei^ sowie vieler anderer Expedition

^Polizei-Amtes

Behörden Gberhessens Selters weg 83.

(Haus Brüder Schmidt.)

gnzcigcnprcis 15 pfg.

die 44 mm breite I n s erste nzeN e. Stellen ge suche unb Familienanzeigen 10 Pfg. Die W mm breite Zeile im R eklameleil 50 Pfg. Extraberlagen werden nach Gewicht mib Grütze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreiwng des Zahlung.. zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohncBerbiudlichleil.

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Nr. 150. Telephon: Nr. 382.

Der Sommer 1911

wird an politischen Ereignissen reich sein und dürfte seinem Vorgänger umsoweniger etwas nachgeben, als er der letzte Sommer ------ vor den ------ Wahlen zum deutschen Reichstage

ist. Unsere Zeitung wird immerfort be­müht sein, über alles Wissellswerte in der Politik sowie über alle wichtigen Vorkomm­nisse in und außerhalb der rot-weißen Grenzpsähle zu berichten; ganz be- sonders aber wird sie die Leser über die Vorgänge in unserer näheren Heimat auf dem Laufenden erhalten. Da das alles in knapper, übersichtlicher Form ge­schieht, wird auch der in dieser Periode so außerordentlich in Anspruch genommene Landmann die Zeit finden, um unser Blatt weiter zu lesen unb sich darüber zu unler- -------richten,------- was jed. Staatsbürger wissen muß.

Zur Vermeidung von Unregelmäßigkeiten in der Zustellung beim Quartalswechsel bitten wir das Abonnement gest. sofort zu erneuern, auch sind wir für Empfehlung in Freundes- u. Bekanntenkreisen dankbar.

Verlag und Rrdaktioa.

Schluss des preussischen Landtags.

Das Abgeordnetenhaus trat in die dritte Beratung der Rheinischen G e m e i n d e o r d n u n g ein mit der Wiederholung der am 23. wegen Beschluß- u n^s ä h i g k e i 1 unmöglich gewordenen Abstimmung. Es wird zunächst namentlich über den Antrag Dr. Bell abgeftimmt, der die Wählbarkeit der Bürgermeister for­dert. Bisher wurden sie ernannt. Bei 198 Abstimmen- den ergab sich wiederum die Beschlußunfähig- k e i 1 des Hauses. Der Vorsitzende beraumt eine neue Sitzung auf 12 Uhr an. Die für die erste Sitzung be­stimmten Gegenstände sollen auf die neue Tagesordnung gesetzt werden mit Ausnahme der Rheinischen Ge­meindeordnung. Um 12 Uhr eröffnet der Vorsitzende die Sitzung. Dr. Rampe erhebt gegen diese Sitzung ^Wider­spruch, du nach der Geschäftsordnung die Tagesordnung gedruckt vorliegen müsse. Der Vorsitzende Brücher will über diesen Punkt abstimmen lassen. Bei Beginn der Abstimmung verläßt die Mehrzahl der auf der linken Seite des Hauses sitzenden Abgeordneten den Saal. Bei der Abstimmung waren 160 Abgeordnete anwesend so das, das Haus abermals beschluhunsähig war Der Präsiden! war daher gezwungen, eine neue Sitzung aus halb 2 Uhr einzubcrusen. Die d ri 1t e Sitzung wird pünktlich um halb 2 Uhr vom Präsi­denten eröffnet. Es beginnt sofort eine lebhastc E-- schästsordnungsdebatte, in der von der Linken ausge- sührt wurde, dasi zu der Sitzung mcht °rdnungsg-masi cinacladen worden fei. Die Einladung ist dadurch er folqt dasi den Abgeordneten die gedruckten Einladungen aus die Plätze gelegt wurden. Dadurch hatten nur die Abgeordneten von der Sitzung erfahren, die Zusa l, g 'm Hause anwesend gewesen seien. Von konservativer ^.ette wii-de der Vorschlag gemacht, die Sitzung zu schliehcn. Der Antrag sand auch genügende Unterstützung und wurde schlietzlich angenommen. Der Präsident oui mit dasi die i e t e r l i d) e » d) I u B 11 5 u n g ocs Hauses aus 5 Uhr anberaumt sei. Das gab wiederum Veranlasiunq für die Linke zu einer Geschästsordnungs- bebatte Die Debatte erreichte ihren Höhepunkt <nner Rede des Abg. Hossmann, der den kurzen Abbruch der Verhandlungen des Abgeordnetenhauses als dem A - sehen des Hauses unwürdig bezeichnet. Gi WlieBt nit den WortemDas ist r ü d f i ch ' - ° * £ ^ /e^n 5 i n a u s!" laut. Als sich die Wogen wieder ge-

Donnerstag, den 29. Juni 1911. Jepson: «r. m

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23. Jahrg.

glättet hatten, sprach Freiherr von Zedlitz dem Präsi­denten und den Mitgliedern des Präsidiums den Dank für die umsichtige Leitung der Geschäfte des Hauses aus. Der Präsident teilte daraus mit, daß das Abgeordneten­haus am Ende seiner Beratungen angenommen sei und schloß mit einem Hoch aus den Rönig, in das alle Ab­geordneten, mit Ausnahme der Sozialdemokraten, ein- stimmten.

(Hemeinscbaftliche Schlußsitzung beider Häuser des Landtages.

Am Ministertische Ministerpräsident v. Bethmann Hollweg und sämtliche Minister. Anwesend sind etwa 100 Mitglieder beider Häuser. Der Präsident des Her­renhauses, Frhr. v. Manteuffel, eröffnet die Sitzung um 5 Uhr 10 Minuten. Der Ministerpräsident v. Bethnrann Hollweg verlas alsdann die allerhöchste Botschaft, durch die die Session des Landtages geschlossen wurde, über­reichte bem Präsidenten die Urkunde und erklärte den Landtag für geschlossen. Frhr. von Manteuffel brachte ein von den Versammelten lebhaft aufgenommenes Hoch aus den Rönig aus und schloß die Sitzung um 1.15 Uhr.

Hus Stadt und Land.

Wichen/ den 29. Juni.

* Die 110. Sitzung der Zweiten Rammer der Landstände findet Dienstag, den 4. Juli, vormittags 10 Uhr statt. Die Tagesordnung umfaßt 31 Punkte.

* Der Zweiten Ständekammer ist fol­gende Anfrage der Abgeordneten G r ü n e w a l d und Reh, betr.: den Neubau eines Amtsge- r i ch 1 s g e b ä u d e s in Gießen zugegangen, wel­che folgenden Wortlaut hat: An den Herrn Iustizrnini- ster richten wir solgende Anfrage: Seit der Fassung des Beschlusses, welcher den Neubau eines Amtsgerichtsge­bäudes in Gießen anordnet, haben sich die Wirkungen der im vorigen Jahre erlassenen Prozehnovelle ergeben und es fragt sich, ob der kostspielige Neubau jetzt noch einem Bedürfnisse entspricht. Es hat außerdem in Richter- und Anwaltskreisen sich die Ueber­zeugung gebildet, daß der Neubau, etwa 150 Meter entfernt vom Justizgebäude, in dem das Landgericht bleiben soll, unpraktisch ist, weil die Entfernung der Sitzungsräume von einander den Verkehr der Gerichte miteinander erschwert und die Wahrnehmung der häufig gleichzeitig zum Aufruf gelangenden Termine hindert; letzten Endes leiden hierunter auch die Parteien. Ein Flügelanbau an das Justizgebäude wäre, wenn über­haupt eine Vermehrung der Räume nötig ist, durchaus ausreichend. Es liegt auf der Hand, daß hierdurch eine große Ersparnis bewirkt werden könnte und wir richten an Se. Erzellenz den Herrn Justizminister die Anfrage: ob nicht Negierung und Stände den geplanten Neu­bau vorerst nicht ausführen, sondern die Frage, ob derselbe nötig ist, nochmals in Erwägung ziehen wollen.

L. 11. Bei dem bevorstehenden Jahressest der Landesuniversität ist, wie wir hören, der Zu­gang zur neuen Aula für die Festteilnehmer ausschließ­lich von dem Haupteingang des Rollegicngcbäubes in der Ludwigstraße aus vorgesehen. Der Eingang von der Goethestraße aus bleibt für die studentischen Fahnen­träger und die Mitglieder des akademischen Gesangver­eins vorbehalten. Da die >>neue Aula für einen größeren Kreis Platz gewährt, sind bei der Feier, die um 11.15 Ubr pünktlich beginnt, außer den geladenen Gästen auch andere Freunde der Universität willkommen; einer be­sonderen Eintrittskarte bedarf es nicht.

L.-H. 4 p r o z. 'S 1 a a t s s ch u l d b u ch -'F o r- derungen können z. 3t. durch Bareinzahlun - gen (ohne vorherige Beschaffung von Obligationen) un­ter Zugrundelegung des Kurses der 4prozentigen 1918er Staatshessen erworben werden.

Der Arbeitsnachweis in den hessi­schen Kriegervereinen. Die mit der Zentral - anstatt für Arbeitsnachweis in Darmstadt, Waldstraße 6. getroffene Einrichtung des kostenlosen Nachweises von Arbeitsstellen bat auch im Jahre 1910 einer ^lnjabl jün= gerer Kameraden zu guten Stellen verhalfen, -ter Vor­stand der KriegerkameradschaftHassia" richtet deshalb an die älteren Kameraden die dringende Aukforderung, bei ihnen offen werdende Stellen, mit der AufschriftRe­servisten bevorzugt" versehen, entweder an die vorge- nannte Zentralansialt ober auch an bie Arb-üsnachwccs- fteilen: Mainz. Ei-sien, Worms und Odenbach oder an das Präsidialmitcilied Hauptmann der Landwesir Lasir in Darmstadt bis spätestens Ende ^uh emzu- reichen.

* Ein honigreiches Jahr scheint b c vorz u stehe n. Wenn nicht die Anzeichen sich als trügerisch erweisen, dürsten die Bienenzüchter für den Ausfall der Honigernte, besonders im verflossenen Jahr, heuer entschädigt werden. Infolge des ungiinjtigcu'w ters fielen die Schwärme frühzeitig und diese, wie and) bie Mutterstöcke haben ganz bedeutende Mengen Honig angesanimelt. Die reichen Baumblüten, wie auch die Blüten in Wiesen, Feld und Wald konnten bei dem gün fügen Wetter von den fleißigen Immen ausgenutzt wer­den. Verschiedentlich trat bereits die Honigschleuder in Tätigkeit; die stark honigende Lindenblüte wird auch fleißig beflogen werden.

* Ein interessanter P ostsall beschäs tigte die Heilbronner Handelskammer. Eine dortige Fir ma hatte eine Nachnahmekarte, die ordnungsgemäß mit 5 Pfennig frankiert und mit weiteren 10 Pfennig für die Besorgung beklebt unb von der Post bescheinigt wor­den war, nach München geschickt. Nun ist aber diese Nachnahmekarte von einem Unbekannten entwendet und für sich erhoben worden. Der Nachnahrncbetrag ist nicht zur Postkasse gelangt unb ba» der Erheber nicht zu ermitteln ist, obwohl er die Uniform eines Postun­terbeamten getragen haben soll, lehnt die Postverrval- tung unter Hinweis auf die § § 611 des Postgc- fettes jede Ersatzpflicht ab. Die Handelskammer nahm sich der Sache an und verfolgte sie bis zum Ministerium, erhielt jedoch bei allen Jnstarrzen denselben ablehnenden Bescheid. Da auch auf dem Prozeßweg schwerlich etwas erreicht werden wird das Reichsgericht hat in ähn­lichen Fällen entsprechend entschieden so erteilt die Handelskammer den wohlgemeinten Rat, diese Art, Nachnahmen zum Einzug zu bringen, künftig zn unter lassen rind lieber das kleine Opfer an Porto für ringe schriebene Briese nicht zu scheuen.

* Friedberg, 28. Juni. Die Friedberger Stadt verordneten stimmten einer gemeinsamen Klär und Ra nattsationsanlage für Bad-Nauheim und Friedberg im Prinzip zu.

-d- B ü d i n g e n, 29. Juni. Am Sonntag, den 2. Juli, verkehren zwischen Gelnhausen und Büdingen sei genbe Sonderzügc 2. bis 4. Klasse: Gelnhausen ab <s Uhr vorm., Büdingen an 8,24 Uhr vorm.; Gelnhausen ab 8.43 Uhr vorm., Büdingen an 9,09 Uhr vormit tags; Büdingen ab 9,48 Uhr nachm., Gelnhausen an 10,12 Uhr nachm.

* Stangenrod (Westerwald), 27. Juni. Hier brach gestern früh in der Hosraite eines Landwirts Feuer aus, das durch heftigen Westwind und Mangel an Was' ser rasch um sich griff und 9 Häuser in Asche legte. Ein Stück Rindvieh, acht Schweine und eine Menge Kleinvieh kamen in den Flammen um. Der Landwirt Weber konnte sich nur durch einen Sprung aus dem 2. Stock seiner Wohnung auf die Straße retten, wobei er sich schwere Verletzungen zuzog. Die meisten Geschädig len sind nicht versichert und wenig bemittelte Leute, so so auch der 96 Jahre alte Landwirt Strunk.

-)(- Mülheim a. b. Ruhr, 24. Juni. Das 63. Bundesfest des Westdeutschen Jünglingsbundes, des größten innerhalb des deutschen Nationalbundes, nahm in Mülheim a. d. Ruhr in allen Teilen einen erheben­den Verlauf. Im Mittelpunkte der Verhandlungen ftenb ein Vortrag vom Bundesdirektor Stuhrmann über: die Wettererziehung der schulentlassenen, männlichen Ju­gend nach der religiösen, sozialen und nationalen ^ette." Redner forderte eine klare und scharfe Stellungnahme gegen die Sozialdemokratie, nicht als politische Partei, sondern gegenüber ihren unleugbaren religions- und christenlumsseindlichen Bestrebungen gerade in der Jugendpflege. Zum Schluß widmete der Vorsitzende des Bundes dem scheidenden und aus ein weiteres Arbett' selb hinausttetenden Direktor Stuhrmann warme Worte des Dankes für 'sein 6jähriges, tatkräftiges und erfolg­reiches Wirken. Am Sonntag morgen fanden in dreizehn Kirchen von Mülheim und Umgegend Festgottesdienste statt, an die sich am Nachmittag, vom herrlichsten Wet­ter begünstigt, eine große öffentliche Volksversammlung auf dem, inmitten der riesenhaften Schornsteine aus her Industrie einer Oase gleich gelegenenTersteegensruh anschloß an der über 6000 Männer und Zunglmge teilnahmen. Den Höhepunkt bildete die Absenduna eines Telegramms an den Kaiser, als den warmen Förderer und mächtigen Freund der deutschen Jugendliche Möge dem Westdeutschen Jünglingsbunde weiteres krap tiaes Wachsen und Gedeihen seiner segensreichen Arbeit beschert sein; sie ist gerade jetzt der Anspannung a In Kräfte wert unddringend bedürftig !