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des Zusammenstoßes sich nicht erklären konnten. Ein Schiff konnte es nicht gewesen sein, da der Gegenstoß un­gewöhnlich elastisch war. Wie das Unterseeboot nur we­nige Meter tiefer gegangen war, war sofort der Gegen- tand des Anstoßes beseitigt. Einige Sekunden später er- olgte ein zweiter Zusammenstoß, der denselben Tharak- er trug. Es war im Augenblick des Zusammenstoßes zu t ief, um eine Orientierungsmöglichkeit durch das Periskop gewähren zu können. Die Ballasttanks wurden darum er­leichtert und das Boot ging wieder in die Höhe. Der im Innern des Bootes stehende Spiegel, durch den vermittels des Spiegelfernrohrs die Oberfläche des Masters zu be­trachten ist, hatte wieder keinerlei Anhaltspunkte aufzu­weisen, um was es sich bei dem Zusammenstoß handeln könnte. Der Offizier beschloß darum, möglichst tief z u fahren, um einen weiteren Zusammenstoß mit der rätsel­haften Erscheinung zu vermeiden. Lange schien die Gefahr vermieden, bis sie nach mehreren Minuten der Erwar­tung wieder aufzutauchen schien. Es war umso rätselhaf­ter, als man schon längst glaubte, aus dem Bereich der Gefahr gekommen zu sein. Ein nochmaliges Aufsteigen an die Oberfläche brachte endlich die Lösung des Rätsels. Ueber dem Master schien in dem Spiegel ein feiner Strahl wie aus einem Springbrunnen aufzutauchen. Man sah näher hin, es war tatsächlich keine Täuschung, sondern der Strahl war wieder sichtbar. Im selben Augenblick ließ sich auch irgend ein dunkler Körper über der Wasserober- släche sehen, so daß man sich jetzt klar darüber war, daß der Stein des Anstoßes ein Walfisch war. Auf diese Weise ließ sich auch die Elastizität erklären, die von den Mannschaften bei /Dem Zusammenstoß empfunden wurde. Einige wenige Bewegungen brachten das Unterseeboot aus der Nähe dieses Ungetüms, das immerhin geeignet war, dem Unterseeboot gefährlich zu werden.

Eine Versicherung gegen das Gestohlenwerden. Das Neueste auf dem Gebiete der Versicherungsbranche hat, wie aus Neuyork berichtet wird, eine dortige Versicherungs­agentur gleistet, bei der man jetzt seine Kinder gegen das Gestohlenwerden versichern kann. Der erste Versicherte ist das Hundertmillionenbaby, der Sohn von Mr. und Mrs. Eduard Mac Clcan. Im vorigen Sommer wurde, wie er­innerlich sein wird, versucht, dieses Kind zu stehlen; seit­dem wird der Knabe in einem Kinderwagen, der mit Stahlgittern umgeben ist, gefahren und bei jeder Ausfahrt von drei besonderen Detektivs bewacht. Die Prämie, welche die vorsichtigen Eltern zu erlegen haben, beträgt 1 Prozent für gänzlichen Verlust des Kindes und ^ Pro­zent für Erstattung des Lösegeldes, das die Räuber for­dern würden, bis zur Höhe von 40 000 Dollars.

Die Ehe auf sieben Jahre. Eine Ehe auf sieben Jahre, die nach Ablauf dieser Zeit wieder ausgehoben oder verlängert werden kann, wird als Allheilmittel ge­gen die in Amerika grassierende Ehescheidungsepidemie von einer Mrs. Holt Dey empfohlen. „Ich gründe meine Forderung für einen siebenjährigen Ehevertrag auf die Tatsache, daß die menschlichen Verhältniße innerhalb der sieben Jahre eine deutliche Aenderung erfahren," so er­klärte die kühne Ehereformatorin. „Man kann während der ersten Zeit der Ebe wahnsinnig ineinander verliebt sein und schließlich doch zu dem Resultat kommen, daß Mann oder Weib durchaus nicht den Hoffnungen und Träumen einer glücklichen Ehe entsprechen. Wird aber ein Vertrag auf Zeit unterzeichnet, der nach Verlauf von sie­ben Jahren jedem Teil die völlige Freiheit läßt, die Ehe wieder aufzuheben, so wird das von sehr günstiger Wir­kung sein. Beide Ehegatten werden aufeinander die nö­tige Rücksicht nehmen, um die vorläufig nur provisorische Ehe zu einem dauernden Bund gestalten zu können. Die Kinder aber werden nicht dem Skandal eines Eheschei- dungsprozesses ausgesetzt sein, wenn eine Trennung nach sieben Jahren als etwas durchaus Vertragsmäßiges und Vorausgesehenes erscheint. Mein Plan unterscheidet sich durchaus von dem der „Versuchsehe". Ich will nur eine genügende Probezeit schaffen, in ver sich zwei Menschen, die eine so enge Beziehung eingehen wollen, auch genü­gend kennen lernen und will der Gewohnheit der Schei­dung entgegenarbeiten."

Die bösen Fremdwörter! Die „Tägliche Rundschau" erzählt folgendes „wahre Geschichtchen": Das Jüngste der Familie ist erkrankt. Der Hausarzt wird gerufen, er- scheint aber, da verhindert, erst am anderen Morgen in der Frühe, als die Eltern noch schlafen. Von dem die Tür öffnenden Hausmädchen direkt in das Kinderzimmer geführt, fragt er die alte Wärterin nach Untersuchung der Kleinen: „Hat das Kind in der Nacht phantasiert?" — Jo, öwer man ganz dünn," ist die Antwort.

Ein Lobalbahnidyll wird den „M. N. N." aus Baden gemeldet. Auf der Station Elsenz au der Lokalbahn Hilsbach-Bruchsal hatte der Lokomotivführer ein Signal falsch verstanden und fuhr mit dem Zügle ohne den Schaff­ner und den Schlutzbremser ab. Auf der nächsten Station, Eichelberg, wurde das bemerkt. Aber diesmal fuhr das Zügle nicht wie sonst vielleicht einfach zurück, um die Ver­gessenen zu holen, nein, cs wartete in Eichelberg eine kleine halbe Stunde, bis das Zugpersonal die zwei Kilometer kleine Strecke auf Schusters Rappen zurückgelegt hatte. Dann ging's mit Volldampf weiter Bruchsal zu.

Ein erbitterter „Bürgerkrieg" tobt seit Monaten in dem Städtchen Münchenbernsdorf in Sachsen-Weimar. Gegen den Willen des Gemeinderats war dort der ortsansässige Gerbereigeschäftsführer Karl Lucas zum Bürgermeister ge­wählt worden. Seine Gegner brachten es zuwege, daß die Wahl vom Bezirksausschuß wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt wurde. Die nochmalige Ausschreibung des vakanten Postens ergab aber nach einem heftigen Wahl­kampf die Wiederwahl des Lucas. Das erneute Mißtrau­ensvotum für den Gemeinberat gab dem Gemeinderatsvor­sitzenden, Teppichfabrikanten Poser, Veranlassung, in der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung zu erklären, daß der Gemeinderat die Tätigkeit einstette bis zu der Entschei­dung durch den Bezirksdirektor, ob nach Prüfung der vor­liegenden Tatsachen und Beschlüsse des Gemeinderats es im Interesse der Gemeinde geboten sei, eine Neubesetzung der Mandate durch Ersatzwahlen herbeizuführen.

Eine städtische Kücheninspektorin Die Stadt Cincin­nati hat eine Kücheninspektorin erwählt. Sie ist eine Ange­stellte des Gesundheitsamtes und hat dafür zu sorgen, daß Sauberkeit in den Küchen der Hotels und Restaurants herrscht und daß sämtliche sanitären Vorschriften in diesen Betrieben auch in Anwendung gebracht werden. Ferner wird die Kücheninspektorin ermächtigt, die Kochvorrichtun­gen zu inspizieren, die Qualität und die Verfassung des Eßmaterials, das den Gästen vorgesetzt werden soll, zu un­tersuchen und die Art und Weise, in der die Speisen zube­reitet werden, zu kontrollieren. Man könnte nun vielleicht glauben, daß die Einrichtung des städtischen „Topfguckens von den Hotels und Restaurationen Cincinnatis mit Un­willen ausgenommen worden sei. Das Gegenteil aber ist der Fall. Die Geschäftsführer und Eigentümer von dorti» gen besseren Hotels und Restaurants haben die Einführung dieser Kücheninspektion mit Freuden begrüßt, da sie als Meklame für die Reinlichkeit ihres Betriebes angesehen wird.

Frauen als Geschworene. Die Frauenrechtlerinnen in den Vereinigten Staaten von Amerika haben einen neuen Erfolg errungen. Im Bundesstaat Washington wurde so­eben ein Gesetz angenommen, das den Frauen das Recht gibt, bei den Gerichten als Geschworene zu fungieren. Wäh­rend aber die Männer das Amt eines Geschworenen nur unter ganz bestimmten, wichtigen Gründen ablehnen dür- fen, wurde den Frauen sogar das Stecht zugestanöen, die Ausübung dieses Amtes ohne weiteres ab lehnen zu dürfen. Diese Bestimmung ist eingeführt worden, damit Frauen mit einer starken Familie oder solche, die sonst aus ihrem Heim schwer abkömmlich sind, nicht gezwungen werden können, das Geschworenenamt zu übernehmen.

Der kaiserliche 5onderzug.

Der kaiserliche Extrazug ist nicht so alten Datums, wie man annchmen möchte. Er wurde erst im Jahre 1883 ein­gerichtet, wenngleich er damals niemals benutzt wurde. Kai­ser Wilhelm der Große machte in den letzten Jahren seiner Regierung nur sehr wenige Reisen, und wenn er die Fahrt von Berlin nach Wiesbaden antrat, benutzte er niemals Den kaiserlichen Extrazng. Auch Kaiser Friedrich hat den kai­serlichen Extrazug nur ein einziges Mal benutzt, und un­serem Kaiser war es überlassen, ihn erst eigentlich einzu­weihen.

Der Zug gleicht in jeder Beziehung einer bequem aus- gestatteten und eleganten Wohnung, deren einzelne Teile durch Turchgangskorridore verbunden sind. Die einzelnen Teile dieser Wohnung auf Rädern sind der Gepäckwagen, der Gefolgewagen, der Salon der Kaiserin, der Salonwagen des Kaisers, der Speiseraum und ein weiterer Gefolge­raum. Sehr schön und elegant ist der Salonwagen der Kai­serin. Das erste Kupee ist das sogenannte Herrenkupee, in das man durch die Flügeltüren des Gefolgewagens und durch die Seitentüren gelangen kann. Dieses Herrenkupee ist reizend und wohnlich ausgestattet, es enthält gepolsterte Ledersessel, denen gegenüber sich die Wandschränke befinden. Die Wandschränke sind mit Schreibplatten und Schubladen versehen, ein ovaler Spiegel aus feinstem Kristallglas mit Goldrahmen hängt Darüber. In diesem Raume stehen zwei Wandleuchter, die der Tradition gemäß noch durch Kerzen zu erleuchten sind, während der übrige Raum elektrisch er­hellt werden kann. Ueber den Kerzen sind zwei Glocken aus mattem Glas mit eingeschlifsenen Verzierungen ange­bracht, und eine Wafferknraffe, die noch aus der Zeit Kai­ser Wilhelms des Großen stammt, sowie zwei Gläser be­finden sich noch darin. Unter den Sesseln liegen die Vor­richtungen für die Dampfheizung, und die Neguliervorrich- tungen derselben. Die Wände und die Decke sind mit Rips bekleidet, auf dem Fußboden liegt ein türkischer Teppich, in den feinsten Farben ausgesührt, Tür- und Fensterrah­men sind aus Nußbaumholz.

Das Toilettezimmer der Kaiserin ist durch eine Tür mit den anderen Räumen verbunden. In der rechten Längswand dieses Raumes ruht wagrecht eine Marmor­platte, in die eine riesengroße Waschschüssel eingekittet ist. Das Wasser kommt aus dem Reservoir, das in der Decke eingelassen ist, durch einen vergoldeten Hahn in die Schüssel, und kann nach unten zu wieder abfließen. Auf silbernen Untersagen stehen die Karaffen, die Gläser und die Toilet­tengegenstände der Kaiserin, während ein aus Nußbaum gefertigtes Spind mit Schubladen und Fächern die Ge­genstände aufnimmt. Ueber der Waschtoilette hängt ein Spiegel, mit einem Nahmen aus geschliffenem Glas, der sich von den blauüberspannten Wänden fehr schön abhebt. Aus dem Toilettenzimmer gelangt man durch eine Schiebe­tür in das Schlafzimmer der Kaiserin, das gleichfalls in blau gehalten wird.

Durch das Dienerabteil und das Entree gelangt man zum Wagen des Kaisers. Auch der Wagen des Kaisers hat ein Herrenabteil, einen Schlafraum, Toilettenraum, Sa­lon und Entree. In dem Schlafcoupee des Kaisers befindet sich sein Schreibtisch, da er oft in seinem Schlafraum zu arbeiten beginnt. Der Schreibtisch ist aus grauem Ahorn­holz, mit dunkelblauem Tuch überzogen, alle Gegenstände, die der Kaiser in seinem Arbeitszimmer in seinem Schlosse hat, muß er hier wieöcrfinden, wenn ihm ein ungestörtes Nachdenken und Arbeiten möglich sein soll: das silberne Tintenfaß, eine Sandschale, einen Löschblatthalter, ein Streichholzbehälter und einen silbernen Aschbecher. Ueber dem Schreibtisch ist ein Thermometer angebracht, das durch eine silberne Siegessäule dargestellt ist. Die Einrichtuug der kaiserlichen Reisegemächer ist einfach, aber sehr ge­schmackvoll. Es ist die Farbenharmonie von grauem Ahorn- Holz mit blauem Damast hergestellt. Die Fußböden sind mit Teppichen belegt, und in jedem Wagen befindet sich ein Knopf, der durch einen Druck den Telegraphen in Bewe­gung setzt. Mit großer Eleganz sind hingegen die Gefolge- wagen ausgestattet. Die Wände, die Decken sind mit fein­stem Damast bekleidet, die Gardinen und Rouleaux bestehen aus blauseidenem Taffet, die Möbel aus bräunlichem Da­mast, kurz, sowohl inbezug auf die Farben, als auch in- bezug auf die Ausstattung sind die Gefolgeräume so her­gestellt, daß sie den verwöhntesten Ansprüchen genügen. Die Schreibtische weisen alles auf, was zu einer Korrespon­denz nötig ist; in dem Gefolgewagen steht noch auf jedem Schreibtisch ein Telefon, damit die Herren des Gefolges des Anrufes gewärtig sein können.

Bei der lleuyorker Brandkataftrophe

sind nach neueren Meldungen achtzig Mädchen deutscher Herkunft unter den Toten, 154 Personen getötet und über 100 verletzt worden. Von diesen letzteren liegen zwölf in kritischem Zustande darnieder. Unter den Toten befinden sich ungefähr 125 Mädchen, und von diesen sind über achtzig Deutsche oder deutscher Abkunft, der Rest Italienerinnen. Was sich nach dem Ausbruch des Feuers in und vor dem brennenden Gebäude abspielte, war von einer Gräßlichkeit, die das Blut im Leibe der Zuschauer gerinnen machte. Man sah Polizisten, Feuerwehrleute, Milizsoldaten, Zeitungs­korrespondenten vor Entsetzen in Ohnmacht fallen. Einige Korrespondenten standen dem brennenden Gebäude so nahe, daß sie von Blut und Gehirn überspritzt wurden. Auf der Straße hatte sich ein ganzer Berg von Leichen angehäuft. Am Fenster eines oberen Stockwerks rang ein junges Mäd­chen schreiend nnd verzweifelnd mit einer alten Frau, riß sich schließlich los und stürzte aus dem Fenster. Beim Ab­sturz überschlug sie sich mehreremale und fiel schließlich auf den Leichenhaufen, von dem sie tot abwärts rollte. An einem anderen Fenster erschienen ein Mann und eine Frau zu­sammen: sie küßten sich und sprangen dann, sich fest um­schlungen haltend, in die Tiefe. Viele männliche Angestellte zeigten einen erbärmlichen Mangel an Edelmut. Sie brachen sich mit den Fäusten Bahn und warfen die Frauen ins Feuer oder zu den Fenstern hinaus, um sich selbst retten zu können. Die verstümmelten Leichen wurden so schnell wie möglich in eiligst herbeigeholte Särge verpackt und wegge­schafft. Hierbei wurde auch ein Mädchen, das auf dem Lei­chenhaufen lag, aber nur ohnmächtig war, in einen Sarg gepackt, wo es aus seiner Ohnmacht erwachte und kräftig schrie. Wäre das Feuer nur eine Viertelstunde später aus­gebrochen. so wären sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen bereits mit ihrem Wochenlohn auf der Straße gewesen. Die meisten der jetzt umgekümmenen Arbeiter waren erst vor einigen Tagen in die Fabrik cingctreteu, um Streikende zu ersetzen. „

Das furchtbare Brandunglück in Neuyork weckt die Er­innerung an verheerende Feuersbrünste, von denen die Menschheit in unserer Zeit heimgesucht ist. Am weitesten zurück liegt der Brand des Wiener Ringtheaters im Jahre

188b Der .186 Personen daS Leben kostete. Im Jahre 1007 einer Zelluloidfabrik in Geispoks-

-1 Opfer, in demselben Jahre kamen bei einer FeuerS- b"mst IN einem chinesischen Theater in Kanton mehrere hun- ;ert Menschen ums Leben. Furchtbare Folgen hatte auch ein Theaterbrand in Boyertown (Pennsylvanien). 169 Per­sonen fanden ihren Tod in den Flammen.

u , Ueber Die Neuyorker Brandkataftrophe dürften schließt lich noch folgende Trahtmekdungen von Interesse sein- °

^uyork. 28. März Bei dem ersten öffentlichen Verhör über das Vrandungluck sagten die Zeugen aus, es habe so- die größte Panik geherrscht. Die Treppen des Gebäu- dcv seien zu eng und die anderen Ausgänge verschlossen ge­wesen. -Lie einzige Feuernotleitcr sei unbrauchbar geive- eu. ^as Vaudepartement wird in der Durchführung der Feuerlolchvorschristen der Nachlässigkeit beschuldigt. Die strafrechtliche Untersuchung ist eingeleitet.

Oe* Neuyork, 28. März. Ueber hunderttausend Men- ichen Nichten gestern die provisorische Leichenhalle auf, um die verkohlten und verstümmelten Leichen aus der Brand- katastrophe zu rekognoszieren. Es spielten sich Herzzer- reißende Szenen ab. Die bisherigen Feststellungen ergaben als Ursache der Katastrophe Den Umstand, daß die aus der Fabrik auf die Treppe führenden Türen geschlossen waren. Der Chef der Feuerwehr erklärte, daß sich noch 300 solcher Fe verfallen in Nenyork befänden.

Drahtnachrichten und Neuestes.

, Bon Venedig nach Korf«.

fr-fr Venedig, 28. März. Die Jacht Hohenzollern mit Der kaiserlichen Familie an Bord ist heute früh 5; ■ Uhr nach Korfu in See gegangen.

Große Unterschlagungen eines Bürgermeisters.

s-^ Nordhausen, 28. März. Der Bürgermeister des be­nachbarten Städtchens Stolberg, Dr. Pampel, hat sich nach Unterschlagung von 127000 Mark Sparkassengeloern er­schossen. Die Unterschlagungen reichen mehrere Jahre zu rück. Durch Fälschung von Unterschriften zweier Mit­glieder des Direktoriums hat er seit etwa fünf Jahren vom Magdeburger Bankverein auf Konto der Sparkasse Stol­berg größere Beträge abgehoben, die zusammen die genannte Summe ergeben. Die Unterschlagungen kamen-erst gestern abend durch Zufall ans Tageslicht.

Große Holzarbcitcranssperrung.

Hamburg, 28. März. Nachdem etwa 1200 Holzarbeiter nacheinander die Arbeit im Zusammenhang mit Differenzen über den paritätischen Arbeitsnachweis eingestellt hatten, haben gestern abend die Arbeitgeber in Hamburg, Altona, Wandsbek und Harburg die Aussperrung aller im Holz- arbeiterverbande organisierten Arbeiter für heute abend be­schlossen. Die Betriebe sollen gesperrt werden. Die in Ak­kord arbeitenden Leute sollen bis zur Erledigung der be­treffenden Akkorde weiter arbeiten. Von Der Aussperrung dürsten insgesamt etwa 4000 Personen betroffen werden.

Unfälle beim Berliner Sechstagerennen.

fr* Berlin, 28. März. Im Sechstagerennen stürzte ge­stern abend Arend durch Anfahren in der Kurve und brach das linke Schlüsselbein. Er wurde damit außer Kampf ge­setzt. Später brach auch v. Natzmer das Schlüsselbein und gab das Nennen definitiv auf. In der 70. Runde waren 1868,02 Kilometer zurückgelegt.

Goldfnnde in der Moselgegend.

Koblenz, 28. März. In einem Seitental der Mosel, im sogenannten Goldbachtal, sind zahlreiche Goldfunde gemacht worden. Es wurden Stücke im Werte von 50 und 100 Mark gefunden.

Erfroren ausgefunden.

fr-fr Cöln, 28. März. Bei Fischbach wurde ein Stein­hauer, der sich ermüdet in den Schnee gesetzt hatte, erfroren aufgefunden.

Ein brennender Speisewagen.

»* Metz, 28. März. Am Speisewagen des Schnell­zuges Berlin-Metz geriet gestern ein Achsenschenkel in Brand. Das Feuer wurde beim Durchfahren der Station Kobern bemerkt. Als der Zug in der nächsten Station zum Halten gebracht wurde, fiel der Speisewagen aus die Seite. Die 18 Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon.

23 Gebäude niedergebrannt.

Linz, 28. März. Im Dorfe Hörsching brach gestern abend Feuer aus. 23 Gebäude sind vernichtet. Zwei Kinder wer­den vermißt.

Drei Touristen von einer Lawine verschüttet.

Graz, 28. März. Drei Wiener Skiläufer, die am Sonn­tag in der Vösensteingruppe bei Trieben von einer Lawine verschüttet wurden, sind gestern als Leichen gefunden wor­den.

Panik in einem Kinematographentheater.

London, 28. März. Währeno der Vorstellung in einem Kinematographentheater in Middlesborough entstano infolge Feuerlärms eine Panik, bei der drei Personen getötet und 13 verletzt wurden.

Eine Schiffstatastrophe

0* Brisbane (Australien), 28. März. Der Dampfer „Aongale" mit 70 Mann Besatzung und 68 Passagieren an Bord, der bereits vor fünf Tagen in Mackay hätte eiutref- fen müssen, ist überfällig. Einige Trümmer des Schiffes wurden bereits an den Strand geworfen.

kanâel und UerRehL

Frankfurt a. M, 27. März. Viehmarttpreisc vom 27. März. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) voll­fleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt (Lebendgew.) .// 50—53, (Schlachtgew.) // 91 bis 93, die noch nicht gezogen haben (ungejocht) (Lcbendgew.) Ji 46—49, (Schlachtgew.) .4 8:3—89, b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete (Lebcndgew.) .« 41 bis 45, (Schlachtgem.) .4 75—83. B. Bullen: a) vollfleischlge, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes (Lebenogew.) -" 44 bis 45, (Schlachtgew.) .4 78—75, b) vollfleischige jüngere (Lebenögew ) .4 41—43, (Schlachtgew.) Ji 68—71. C. Fär­sen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen Höch­sten Schlachtwertes (Lebendgew-) .4 44-48, (Schlachtgew.) .^ 79—86, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Lebendgew.) Ji 44—48, (Schlachtgew.) Ji 82—86, c) J. wenig gut entwickelte Farben (Lebendgew.) Ji 38—43. (Schlachtgew.) .4 73-83, do. 2. äl­tere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew.) Ji 35—43, (Schlachtgew.) M 65—80, d) mäßig genährte Kühe nnd Färsen (Lebendgew.) Ji 33, (Schlachtgew.) Ji 56—66, e) gering genährte Kühe und par­sen (Lebendgew.) Ji 21—26, (Schlachtgcw.) .4 48—59. D. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.) Ji 00 bis 00, (Schlachtgcw.) .4 00—00, Kälber: a) Doppellender feinste Mast (Lebendgew-) .4 00—00, (Schlachtgew. JI 00 big 00, b) feinste Mast- (Vollm.-Mast) und beste Saugkälber (Lebendgew.) Ji 57—61, (Schlachtgew.) *4 95—102, c) mittb Mast- und gute Saugkälber (Lebendgew.) Ji 52—;>6, (^chl.- Gew ) Ji 88—95, d) geringere Saugkälber (Lebendgew. Je 49—50, (Schlachtgew.) Ji 83—85. Schafe: A. Stallmasnchafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Lebendgew.) Ji 40—42, (Schlachtgew.) Ji 85—88. b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgew.) .4 —.—, (Schlachtgew.) Ji —.—, B. Weidmastschafe: —. Schweine: a) vollflenchige Schweine von 80—100 Kg. Lebendgewicht (Lebendgew.) 47^—50, (Schlachtgew.) Ji 62—64, 5) vollfleischige Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht (Lebendgew.) Je 47oO, (Schlachtgew.) Ji 60-62, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Klgr. Lebendgewicht (Lebenogewicht) .4 4/%—o0,! (Schlachtgewicht) Ji 60 bis 63, d) vollfleischige Schweme von 120—150 Klgr Lebendgewicht (Lebendgewicht) Ji 46^—jO, (Schlachtgewicht) Ji 58—63.