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genommen werden als seither. In dem hiesigen neuen Seminar werden also in der Zukunst etwa 300 Zog - linge Ausnahme finden, sodaß also bei dem dreijährigen Kursus jährlich hier allein etwa 100 neue Lehrer ab­gehen.

):( Krofdorf. Am letzten Freitag hat das elek­trische Licht in unserer Gemeinde zum erstenmal ge­brannt.

):( Marburg. In der Nacht vom Freitag zum Samstag wütete im dichtbebauten Geschäftsviertel in der Barfüßerstraße ein gewaltiges Großfeuer. In einem Ge- schästshause, wo sich augenblicklich der Konkursverkauf eines Schnittwaren- und Landestrachten-Geschäfts befand, brach das Feuer aus. Ein Schuhmacher geriet mit sei­ner Frau und seinen drei Kindern in die größte Gefahr. Nur mit großer Mühe konnten sie das nackte Leben ret­ten. Die Nebenhäuser, darunter die Schwanapotheke, tonnten, wenn auch tüchtig beschädigt, vor Zerstörung t4wahr1 werden.

):( Frankfurt a. M. Die Frankfurter Universi­tätsfrage, die eine Zeit lang geruht hat, soll jetzt wie­der in Fluß gebracht werden.

):( 8 u11 d a. Am Weihnachtsabend drang der Schuh­macher Kirchler in die Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau und gab eine Anzahl Schüsse ab, deren erster eine zu Besuch bei ihrer Schwester weilende Frau aus Frankfurt a. M. ins Herz traf und vor den Augen ihrer zwei Kinder tötete. Frau Kirchler wurde von mehreren Kugeln getroffen und schwer verwundet. Der von einem Weihnachtseinkauf zurückkehrende Woh­nungsinhaber, der Lumpenhändler Ludwig Ziegler, wurde durch einen Schuh in den Mund niedergestreckt; beide mußten ins Krankenhaus übergeführt werden. Nach der Bluttat begab sich Kirchler in die eigene Woh­nung zurück, wo u später im Bett verhaftet wurde.

)-( Kassel. Ein Primaner vom Städtischen Real­gymnasium vergiftete sich. Von der Schulleitung wird erklärt, der Selbstmord sei nicht auf irgend welche Dif­ferenzen in der Schule zurückzuführen.

Zur Aufklärung

über die Herstellung von Palmin]

Es besteht vielfach noch die Hnfidrt, Palmin sei ein aus verschiedenen Fetten zusammengesetztes Kunstprodukt, das irgend welche unbekannten Zufä^e oder Beimischungen enthalte.

Obwohl schon der überaus reine Ge­schmack des Palmin erkennen läßt,daß diese Anschauung auf einem Irrtum beruht, erklären wir, um Mißverstand» niffe zu beseitigen:

Palmin ist absolut reines Pflanzen* fett und besteht einzig und allein aus dem sehr fettreichen Fleisch der Kokosnuß; es wird daraus durch Pressung und Reinigung ge« wonnen und weist keinerlei Zu» säße Irgend eines anderen Stoffes auf (auch kein Wasser), enthält vielmehr 100 % reines Fett.

® Palmin ist neuerdings auch weich (scbmalzäbnlicb) zu. haben.

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4 Realschule Miltenberg a. Main. | mit Handelsabteilung (Schülerheim).

Erteilt Einjährigenzeugnis.

Aufnahme kann jederzeit erfolgen. ... ------

Literarisches.

? Kochkalender 1912. Neuestes Küchenhand­buch. (2. Jahrgang.) Von Anna v. Wehlau. Verlag J. Diemer in Mainz. 3. Auflage. 600 Seiten. Preis nur 3 Mark. Eine neue, praktische, in ihrer Art bahn­brechende KalendèErscheinung ist dieses große, um­fangreiche und dabei billige Kochbuch aus der Feder einer praktischen Hausfrau. Es ist erstaunlich, wie hier in der geradezu geistvoll erdachten Form eines „Koch­kalenders" all das, was sonst ein ost unbrauchbares Kochbuch zu bieten verspricht, ebenso ausführlich wie verständig, ebenso besonnen wie — gut deutsch darge - boten wirdk

? Drei schöne Serie n P ostkart e n für Wohltätigkeitszwecke sind soeben im Verlage Raphael Tuck & Sons, BeEn erschienen. Es sind Reproduk­tionen nach Original-èlquarellen Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Prinzessin August Wilhelm v. Preu­ße n. Diese Feldblumensträuße in leichter geschmackvol­ler Anordnung, künstlerisch zusammengestellt, in Aqua­rell gemalt und Darstellung und Auffassung geben einen trefflichen Beweis von dem Talent der Hohen Künst­lerin. Der Ertrag aus dem Verkauf ist ausschließlich und allein für wohltätige Zwecke bestimmt, welche un­ter dem Protektorat Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Prin­zessin August Wilhelm von Preußen stehen.

2391

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 6. November bis 16. Dezember 1911 wurden in hiesiger Stadt

gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhal,, eine Pferdedecke, 1 Blusennadel, 1 Vorstecknadel, 1 Uhrkette, 1 Hundemaulkorb, 1 Straußseder, 1 Umhang, 1 Peit­sche, 1 Zwicker, 1 Kragenschoner, 1 Handschuh, 1 Zwit­ter, 1 Kopsschal, 1 Zahnbürste, 1 Damenuhr m. Kette, 1 Armband, 3 Handtaschen mit Inhalt und 1 Theater- beMek;

verloren: 1 Herrenuhr mit Bier- und Weinzip­fel, 1 Kneifer mit schwarzem Futteral, 1 Halskette aus schwarzen Stahlperlen, 2 Sturmlaternen, 1 silberne Re- montoir-Uhr mit Nickelkelte und Gehäus gez. L. B., 1 schwarzer Damenpelz, 1 goldenes Armband, 1 silbernes Armband, 1 Perlenbeutel mit 1 Taschentuch und ein Paar weihe Halbhandschuhe Inhalt, 1 goldene Brosche, 1 goldenes Armband, bestehend aus zwei schmalen Rei­sen und drei Brillanten in der Mitte, 1 silberne Damen­uhr mit silberner Kette, 1 gelbes Portemonnaie mit ca. 19 Mk. und 1 Taschentuch Inhalt, 1 Zwicker mit Fut­teral, 1 goldener Trauring, gez. A. D. 1876, 1 Kinder­halskette aus roten Perlen, 1 Herrenumhang, 1 goldene Borstecknadel in Form eines Schmetterlings mit einer Anzahl Granatsteinen besetzt, 1 seidenes Valltuch von hellgrauer Farbe, 1 weicher grauer Filzhut, 1 grauer Mantel, 1 Stock, 1 Portemonnaie mit 3,67 Mk. In­halt, 1 goldener Ring mit zwei Brillanten, 1 Füllseder- Halter mit Goldfeder, 1 Rolle mit 5 humoristischen Thea­terstücken, 1 goldene Brosche, 1 Damengürtel mit Bron­zeschloß und ein Fünsmarkstück.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen­stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu' machen.

Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen.

Gießen, den 18. Dezember 1911.

Grohh Polizeiamt.

Gebhardt.

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