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mr Erhöhung der Betriebssicherheit ober Wirtschaftlich, fett beitragen, erhalten.

Ueberschwemmungskatastropbe in China. Durch ein Ueberfluten ber Gewässer deS Tung-ting-Sees in der Provinz Hu-nan wurde eine riesige Ueberschwem- mung veranlaßt, zahlreiche Häuser sind fortgeschwemmt worden. Menschen und Vieh sind zu Hunderten umge­kommen. Regengüsse und Stürme dauern fort. Not­stand und Teuerung sind eingetreten. Aus der kaiser­lichen Schatulle wurden 180 000 Mark zur Unterstützung gesandt.

Wie man in Paris badet. Die Stadt Paris leidet zurzeit sehr an Wassermangel, und vorsorglich hat der hochweise Magistrat von Mitternacht bis 6 Uhr mor­gens die Leitungen gesperrt, ist eS darum, daß die drei (

genS die Leitungen gesperrt. Um so anerkennenswerter ist eS darum, daß die drei großen Schwimmhallen dem Publikum geöffnet bleiben. Aber auch hier erzieht die Stadt ihre Bürger zur Sparsamkeit. Niemand darf länger als eine halbe Stunde im Wasser bleiben, da manchmal bis zu 8000 Schwimmbadbenutzer an einem Tage gezählt wurden. Wie aber ist eine Kontrolle mög­lich? Diese Methode ist sehr einfach. Man teilt nach jeder halben Stunde Zettel von einer anderen Farbe aus, und zwar hat man drei verschiedene Farben,' auf diese Art haben die Aufseher eine ziemlich leichte Kon« trolle. Es dürfen niemals mehr als zwei Farben unter den Badenden vertreten sein. Nach einer halben Stunde erscheint allemal ein Posaunenbläser und ermahnt durch seine musikalischen Bemühungen die Schwimmer zum Rückzug. Voraussetzung für die Kontrolle ist natür- lich, daß alle diese ihre farbigen Billetts möglichst sicht­bar an ihrem Körper angebracht haben, wobei sich der Erfindunasgeist der Badenden ebensogut wie die Ge­schmacksrichtung eines jeden zu offenbaren pflegt.

Die Ursache des Unglücks von Müllheim. In ba­dischen Eisenbabnerkreisen ist man der Ansicht, daß das

Unglück von Müllbetm auf ein Versehen des verhaf­teten Lokomotivführers Platten zurückzuführen ist. Platten hatte am Tage der Katastrophe zum erstenmal einen neuen Dienst. Bisher hatte er den D-Zug Nr. 11 ab Basel 7 Uhr 43 Min. geführt, der in Müllheim nicht hält. Durch Dienständerung hatte er den EUzug Nr. 9 erhalten, der in Müllheim um 8 Uhr 29 Min. eintrisft und um 8 Uhr 30 Min. weiter fährt. Der alte erprobte Führer scheint während der Fahrt vergessen zu haben, daß er den Eilzug Nr. 9 und nicht den D- Zug Nr. 11 führte. Kurz vor der Station wurde er sich des Vergehens bewußt,' doch war es bereits zu spät.

Die Viehtransporte haben unter der Hitze erheb­lich zu leiden. In Crimmitschau langte, aus Preußen kommend, ein Transport von 78 Schweinen auf dem Güterbahnhof an. Infolge der Hitze waren 18 Schweine verendet. Auf Bahnhof Corbetha sind infolge der Hitze etwa 300 Läuferschweine verendet. In Barmen sind in­folge der großen Hitze von einem Hamburger Schweine- transport 58 Stück auf dem Schlachthof verendet ange­kommen.

Ein musikalisches Wunderkind. In Tegel bei Ber­lin ist eine kleine Wirtschaft, die ein etwas alters­schwaches Klavier aufweist. Daran sehen, wie dieV. Morgenp." mitteilt, die Gäste häufig ein Bürschlein von drei Jahren sitzen, das mit seinen kleinen dicken Patsch­händchen die Tasten meistert. Wenn es ihm gerade nicht paßt, spielt das kleine Kerlchen mit jener müden Un- willtgkeit, die man bei Klaviervirtuosen Nicht allzu sel­ten antrifft. Aber nicht allein durch Launen beweist der kleine Mann sein Talent, sondern auch durch wirk­liches Können. Denn wenn er Lust hat, und das ist immer der Fall, wenn sein Vater, ein besserer Dilet­tant auf der Geige, ihn begleitet, dann gleiten seine Finger über die Tasten, dann hält er den Takt so sicher, dann spielt er sogar mit Ausdruck und Charakter, daß es eine Lust ist. Der Kleine ist das jüngste von fünf Kindern des Wirtes Hermann Mülle Er spielt, na­türlich ohne Unterricht, alles nach bem Gehör, was er

einmal gehört hat.

Der auferstanbene Tote. In der bosnischen Ort­schaft Zvornik ereignete sich kürzlich ein ebenso aufre­gender, wie unerklärlicher Vorfall, der aber von zahl­reichen Augenzeugen als tatsächliches Vorkommnis ver­bürgt wird. Der Landwirt Ljubomir Rakic war kürz­lich im Alter von 40 Jahren nach einen kurzen Kraw kenlager einem Lungenleiden erlegen Der Tote lag auf der Bahre, und die Frauen, die mit der Witwe am Sarge gebetet hatten, verließen am Abend das Toten­gemach, wobei ihnen die Witwe bas Geleite gab. Wer beschreibt aber das Entsetzen der Frau, als sie in das Zimmer zurückkehrte und den Leichnam ihres Gatten nicht mehr im Sarge fand. Schreiend und ihrer Sinne saunt mächtig, flüchtete die Frau aus dem Zimmer und alarmierte die Hausbewohner. Das ganze Haus wurde Ichsucht, bhüe raß des Wie züm

men wäre. Endlich hielt die bedauernswerte Frau auch im Garten Nachschau. Da fand sie ihren verstorbenen Gatten, angetan mit dem weißen Sterbegewanbe, in­mitten der Gemüsebeete auf dem Boden liegen. Er gab kein Lebenszeichen, doch waren seine Augen, die er im Sarge geschlossen gehabt hatte, setzt weit geöffnet, und die GestchtSzüge zeigten eine schmerzliche Verzer­rung. Es unterlag keinem Zweifel, daß Rakic nicht tot war, als man ihn in den Sarg legte. Er war zum Bewußtsein gekommen, hatte den Sarg verlassen und war in den Garten gegangen. Erst nach diesem letzten Aufflackern trat der Tod wirklich ein, dessen Anzeichen der herbeigerufene Arzt jetzt ohne jeden Zweifel fest­stellen formte. Die Witwe Rakic wurde durch das er- toüttcrnbc Erlebnis auf bas Krankenlager geworfen.

Was Hotels in Monte Carlo verdienen. Daß man in Monte Carlo zu Geld kommen kann, so oder so, ist allgemein bekannt. Eine wie goldene Ernte aber speziell die dortigen Hoteliers alljährlich abzuhalten pflegen, beweist wieder einmal die Bilanz des besonders von Berlinern ausgesuchten Hotel de Paris et Nnnexev in Monte Carlo. Diese Gesellschaft, deren Betrtebskapi al 18 00 000 Fr. beträgt, hat nach LemConf." im Ge­schäftsjahr 1910 einen Nettogewinn von 1541290 Rr. (gegen 1 049199 Fr. im Vorjahre) erzielt. Nun ist die Dividende von 80 Fr. auf 100 Fr. erhöht worden auf jede Aktie von 100 Fr. nom. Gewiß ein gutes Geschäft!

Nach dem Buchstaben des Gesetzes Von emem französischen Friedensrichter, der es anscheinend mit dem Buch" - ' ~ ' ~

dem Buchstaben des Gesetzes so genau nimmt wie we- ui^ seiner Berufsgenossen, weiß derGcmlois" ein wahres kleines Geschichtchen zu erzählen. Ein braver, biederer Friedensrichter, dessen Haare das Alter w)0n gebleicht hatte, führte die Verhandlung gegen einen Bauern, der schuldig war, die gesetzlichen Vorschriften über die Reinigung von Schornsteinen und Kämmen mißachtet zu haben. Infolge seiner Nachlamgkeit war in seinem Hause Feuer ausgebrochen, und da» ganze Besitztum ging in Flammen auf. Im Laufe der Ver- hanölungen kommt es zu folgendem Gefprach: ^er Richter fragt:Also du selbst hast das, Leuer im Ka­min angemächt?"Jawohl, Herr Richter.Ä das Feuer hat sich nicht durch einen Zufall selbst ent­zündet?" -Es war sehr kalt und wir wollten uns nach der Rückkehr von -er Feldarbeit wärmen. -,» du wohntest in dem Hause?" ^Jawohl, Herr Richter, wir hatten seht anderes, meine uralt und meine Kin­der. Wir haben das Haus nie verlassen cbeniowemg wie einst mein Vater? Der ante Richter wirb blatt

nige seiner Berufsgenofsen

über die Reiniai Mißachtet zu Hao

?^ ^Ä^?' eT IW^t im Strafgesetzbuch nach, und dann erklärt er mit Tranen deö Mitleids in den Augen:

iS1)?01 Freund, ich kann da nichts machen, das Gesetz ist streng und deutlich, und eS zwingt mich dazu, bim-nm Tode zu verurteilen. Paragraph 434 des Straf-

buche- verurteilt jedes Individuum zum Tode, -aS schuldig ist, mit Ueberlegung in einem bewohntet! Hause Feuer angelegt zu haben." Glücklicherweise blieb dem armen Bauerlein die Guillotine erspart, denn in der Serufnnaöinstanj wurde diesesgesetzliche TodeSur. teil ohne werteres sofort aufgehoben.

Der Galgenhumor deS Selbstmörders. In der Nähe von Stendal fanden Holzhauer tm Waloe, fast unter dem grünen Laub versteckt, inmitten ber Zweige einenJToten an einer Eiche hängen. Der gutgc'fleibcte Unbekannte, über dessen Persönlichkeit man völlig im Unklaren ist, trug nichts weiter bei sich als eine stark abgegriffene Neisekarte Deutschlands, auf bereu Rück­seite er die Worte geschrieben hatte:WaS mir im Le­ben nicht gelang, im Tode sollS mir gelingen: Ich kom- me auf einen grünen Zweig. Begrabt mich, wo ihr wollt. Ein Heimatloser.

Bon der Schmiere.Die für heute angesagte Vor­stellung derJungfrau von Orleans" muß leider auS- faHen, da die hiesige Feuerwehr zwecks Hilfeleistung bei einem Brande in dem benachbarten Kletn-KleckerSdorf ihre Helme selbst braucht."

Am Querbaum. Unteroffizier:Gefreiter Huber, machen Sie diese Uebung vor eS sieht nicht gut aus, wenn ein Vorgesetzter herunterfällt."

Im Theater. Bäuerin:Hör mal, Vater, jetzt sin­gen sie alle miteinander." Bauer:Das tun die Sackermenter auch nur, um schneller fertig zu werden."

Je nachdem! (Im Restaurant): Professor (der ein abgestandenes Glas Bier erbalten hat):Sagen Sie dem Buffetier, er sei ein Esel." Kellner:Bitte, es ist ein Fräulein." Professor:So? Daun sagen Sie ihr, sie sei eine Gans."

K die Hitze gesund?

Ueber die enorme Hitze, welche seit einigen Tagen den Kontinent beherrscht, wird in allen Tonarten ge­schimpft. Die meisten Menschen stöhnen fürchterlich un­ter der hohen Temperatur, sie wissen gar nicht genug davon zu berichten, wie sehr sie unter der Hitze leiden, und stoßen doch fast allgemein auf ein ungläubiges Kopfschütteln. Die Antwort lautet auch meistens dann: So wohl wie jetzt haben Sie aber noch niemals aus- gesehen.^ Der Klagende besinnt sich dann auf sich selbst und muß auch zugestehen, daß er sich sehr wohl befinde, und daß die Klagen über die Temperatur mehr der Ge­wohnheit als der Tatsache entspringt. In Wirklichkeit steht es nämlich so, daß Menschen, die verständig leben und vernünftig angezogen sind, unter der Hitze im all­gemeinen nicht gar zu viel zu leiden haben.

Die Forschungen der Mediziner haben ergeben, daß eine hohe Temperatur in -er Zeit ber (Sommermonate für bte Gesundheit von außerordentlichem Vorteil ist, daß bie Hitze gesund ist. Natürlich muß man entspre­chend gekleidet sein. Man darf bet der Temperatur ber Hundstage keine beengenden Kleider anlegen. Dieje­nigen Menschen, die hauptsächlich unter der Temperatur eines warmen Sommers stöhnen, sind die Damen, ein­zig und allein aus diesem Grunde, weil sie in ein Kor­sett eingeschnürt sind. Glücklicherweise gestattet die diesjährige Mode den Damen, das Korsett auszulassen, ohne daß die Figur darunter sonderlich leidet. Die Wir­kung, welche eine leichte und angenehme Bekleidung hervorruft, ist ganz außerordentlich. Man hat Gelegen­heit gehabt, festzustellen, daß Damen, die sich am Tage nicht auf die Straße wagten, so lange sie das Korsett trugen, befreit und erleichtert aufatmeten, weil sie mit der Tradition und Mode von früher gebrochen hatten. Alle Arbeiten gingen ihnen leicht von der Hand, sie zeigten eine fröhliche und heitere Stimmung, sie blüh­ten unter dem Einfluß der Hitze völlig auf, wurden jung, rosig, und zeigten einen lebhaften Appetit.

Die Herrenkletoung läßt natürlich für bte warme Jahreszeit auch viel zu wünschen übria. Die Anzüge aus schwerem Stoff sind nicht geeignet, um eine ent­sprechende Hitzeablettung zuzulassen. In diesem Som­mer der großen Trockenheit und hohen Wärme aber haben auch viele Herren, die sonst der Mode ihren Tri­but zollen, mit der Tradition aufgeräumt, und man sieht in den Städten vielfach eine ganz neue Art der Herrenkleidung. Der beengende Halskragen ist ver­schwunden, das flotte Teunishemö mit seinem weichen Kragen ist an Stelle des steifen Oberhemdes getreten. Der leichte Leinen- ober Bastanzug schnürt sehr gut aus, wenn er gv^ Gearbeitet isi vielfach verschmähen die Herren uer Schöpfung RöF und gelten voüstandia in Tenntsöretz, in der Leinenhose, dem weißen Hemd und dem breiten Gürtel. Man kann durchaus nicht be­haupten, daß diese Art der Kleidung unvorteilhafter wäre, als der übliche Anzug. Auch bei den Herren machte sich der Einfluß der Garderobe bemerkbar, man durfte vielfach beobachten, daß die arbettenben Männer die Temperatur mit viel Humor und Leichtigkeit auf sich nahmen, daß sie sich wohler fühlten, als te zuvor, be­sonders aber als in einem regnerischen Sommer.

Zum Ausgleich für die kalten Tage des Herbstes und Winters hat ber Körper bte hohe Temperatur -es Sommers öurchaus nötia. Es tritt unbewußt eine Re­generation ein, bte den Menschen verjüngt und auf­frischt. Der Sonnenscheiu wirkt auf bas Gemüt unb auf die Stimmung außerordentlich wohltuend. Man bars dem Körper selbst bei warmer Witterung Strapa­zen anmuten, wenn man ihn entsprechend ernährt. Die scheinbare Appetitlosigkeit an den warmen Tagen rührt hauptsächlich von ber ungesunden Kleidung her. Ist man leicht und entsprechend angezogen, bann hat man auch genügend Hunger, und der Durft zeigt sich durch­aus uicht gualenb. Die Hitze ist dem Menschen notwen­dig und gesund, er muß nur selbst bafür Sorge tragen, daß er ihr entsprechend begegnen kann.

llonftantjyovel nach dem Brande.

Die Schwierigkeiten in -er jungen Türkei.

Der Riesenbranü in Konstantinopel, ber zehn Sta-tteile unb Tausende von Häusern venrichtet hat, gab dem Nationalfest am Goldenen Horn einen trüben Abschluß. Nun sind ja Brände in der großenteils aus jämmerlichen Holzbaracken bestehenden Alkitadr Stam- bul an der Tagesordnung, und zumal bei der alles ausdörrenden Hitze dieser Tage braucht böswillige Brandstiftung nicht ohne weiteres angenommen zu wer­den. Die Schaffung einer ausreichenden Feuerwehr und einer zuverlässig durchgeführten Bauordnung sind für bte Hauptstadt des türkischen Reiches -rinaeude Erfor­dernisse. Indessen mag diesmal bie Wut ber Elemente ohne böswilliaes Zutnii politischer Fanatiker entfacht worden sein, bei dem herrschenden Aberglauben in den Massen wird zweifellos diese Katastrophe gerade am Feiertag ber politischen Umwälzung als eine bme Vor­bedeutung und ein warnendes Menetekel für bie mo­derne Türkei aufgefaßt werden. Ohnehin ist ihre Si­tuation jetzt, wo sie den dritten Jahrestag ihres Beste-

henS hinter sich hat, trotz bet ehrlichen Strovens der Führer und der mannigfachen Fortschritte eine keines- wegs völlig gesicherte zu nennen. Dunkle Wolken sind von verschiedenen Seiten heraufgezogen und bedrohen bab Junge ^konstitutionelle Reich der OSmanen. Bet ernstlicher Lelbstprüfung müssen sich auch die Iuugtür.

daß der Fanatismus mancher ihrer Anbam aer die Verschlimmerung ihre Lage mitverschuldet hat. Dazu kommen die albaucsischeu und arabischen Kämpfe, die von einem befriedigenden dlbschluß noch weit enh lernt sind, und so manche zentrifugalen Kräfte, denen KJ5« Ne »er6hltiit»inäftin wcnl« zahlreiche jung, tliirische ^»icNinenz sich nur nuf die Kraft des ScereS und seines inodern gesinnten Offizierkorps stützen kann.

E ^tLMbuler Brandkatastropbe ist Die größte, weiche bie türftsebe Hauptstadt jemals betroffen bat. Der Win ist errat trat bebufS Einleitung einer HilfH. aftton zusammen Di" Regierung wirb eine große ^itmmc mm Wiederaufbau der abgebrannten Stabt* viertel bewilligen. Nach einem offiziellen Bericht sind «^^^Esenbrande 2224 Häuser, über 300 Kaufläden, 10 Moscheen, 2 RegierungSgebäude, 2 Bäder, 1 Mau­soleum, ~ xerwisebflöster, einige Schulen unb Wen bar» pijjicmarfttbauser niedergebramit. Der Bericht stellt fest, daß das Feuer durch Unvorsichtigkeit einer PerserS entstanden ist. Das iungtürfisebe Komitee stellte seine Klublokale zur Unterbringung der Obdachlose« zur Verfügung, die auf den Höfen ber Moscheen unb auf den freien Plätzen kampieren. Daß Komitee verteilte Lebensmittel. Die Regierung spendete 5000 türkische Ilund für bie Betroffenen. Als erster unter allen ^taatsoberhanptern sprach Kaiser Wilhelm bem Sultan sein Beileid anläßlich ber großen nationalen .Qatasfrovbe auS. Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg drahtete gleichfalls sein Beileid, für baß ber Großwesir und der Sultan telegraphisch dankten.

Drahtnachrichten und neuestes.

Die Ausländer in Agadir.

te Paris, 26. Juli. Nach einer Meldung deS Watin aus Agadir vom 21. Juli befinden sich zehn Europäer, sechs Deutsche, zwei Englauber, ein Fran­zose und ein Spanier, in dem Orte. Fünf Franzosen, die am 15. Juli anlameu, sind inzwischen wieder ab» gereist . Ueberall würbe den Franzosen eine offenkun­dig feindselige Haltung bekundet.

Folgen der Hitze.

fr-fr Cöln, 26. Juli. Die anhaltende Hitze bat gro­ßen Wassermangel bervorgerufen, der vor allem in der Eifel, im ^efierwalb und in höher gelegenen Gegen­den zu einer Kalamität geworden ist. Die Gemeinden helfen sich dadurch, daß sie die noch wasserhaltigen Brunnen und Wasserleitnngsanlagcu bewachen unb täglich nur zu bestimmten Stunden freigeben. Im Sauerlande müssen die Landleute das Wasser stunden­weit holen. Die Stationen ber Lokalbahnen sind zum Teil ohne Wasser, so - bte Züge Mâsser mitführen. Infolge ber Dürre werben aus vielen Orten Schaden­feuer gemeldet, denen man machtlos gegenüberstebt, weil es an Wasser fehlt.

Die Fahrt eines Militärfliegers.

te Querfurt, 26. Juli. Heute früh 7% Uhr lau- dete in dem benachbarten Orte Barnstedt der hMe früh auf dem Döberitzer Flugplatz ausgestiegene Militär­flieger Leutnant Freiherr von Thueno mit einem Pas­sagier. Er wollte nach Gotha fliegen, mußte aber wc« gen eines Motordefektcs landen. Der Flieger beabsich­tigt, nach Beseitigung des Schadens heute noch den Flug fortzusetzcu.

Von einem Scheunentor erschlagen.

te Orleans, 26. Juli. In der Gemeinde Creucp hatten sechs Arbeiter, die auf einem GulShofe beschäf­tigt waren, während eines Gewitters in einer auf freiem Felde stehenden Scheune Zuflucht gesucht. Durch den Sturm brach das schwere Scheunentor, hinter dem die Arbeiter stauben, plötzlich zusammen und begritb die sechs Menschen unter sich. Fünf von ihnen wurden auf der Stelle erschlagen, der sechste schwer verletzt.

Folgenschwere Minenerplosion.

te Warschau, 26. Juli. Durch eine Minenexplo­sion bei Sprengübungen -er Pioniere wurden zwei Mann getötet und vier Mann und zwei Offiziere le­bensgefährlich verletzt.

Die Cholera in Konstantinopel.

te Konstantinopel, 26. Juli. Gestern sind hier sechs neue Cholerafälle fesigestellt worden. Dom 11. Juni bis 22. Juli sind 22 Cholerafälle, von. denen 18 tödlich verliefen, vorgefommen.

»â':üt; vCÜichr.

Frankfurt, 25. Juli. Viehmarktpreise vom 24. Juli. Preise für 1 Zentner: Rinder. A. Ochsen: a) vollfleischtge, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt (Lebendgewicht) 5056 X (Schlachtgewicht) 9197 X die noch nicht gezogen ha­ben (ungejo(ht) (Lebendgewicht 52-55 X (Schlachtge­wicht) 9095 X b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäsiete (Lebendgewicht) 4448 X (Schlachtgewicht) 80 -87 X c) mâpig genährte junge, ant genährte ältere (Lebendgewicht) 3841X (Schlacht­gewicht) 7075 X B. Bullen: a) vollfleischige, aus­gewachsene, höchsten Schlachtwertes (Lebendgelvicht) 44 bis 46 X (Schlachtgewicht) 7376 X b) vollfleischtge jüngere «Lebendgewicht) 36 40, (Schlachtgewicht) 60 bis 66 X C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, aus­gemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendge­wicht) 0000 X (Schlachtgewicht) 0000, b) voll- fleischige, ausgemäsiete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Lebendgewicht) ./Z 40 -45, (Schlacht gewicht) .// 7481, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen (Lebendgewicht) .//. 3843, (Schlachtgewicht) Ji 73 bis 83, bto. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe (Lebendgewicht) X (Schlachtgewicht) J( 6978, d) mäßig oenâle Kühe und Färsen (Lebendgewicht) JL 3034, (schlachtaew.) j{ 6068, e) gering genährte Kühe und Färsen (Lebend­gewicht) JL 1822, (Schlachtgewicht) .//4150. Kalber: a) Doppellender, feinste Mast, (Lebendgewicht) JL, (Schlachtgewicht) JL, b) feinste Mast- Vollmilch- Mast) und beste Saugkälber (Lebendgewicht) JL.,, (Schlachtgewicht) JL,^ c) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgewicht) JL 50-55, ^chMtgew.) ^ 8593, b) gering. Saugkälber (Lebendgewicht) JL 43 bis 48, (Schlachtgewicht) JL. 7381. Schafe. A) ^tall- mastsefiafe: a) Maftlärmner und jüngere Masthämmel (Vebenbaewicbt) JL 42, l Schlachtgewicht) JL 88,, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebend­gewicht) JL,, (Schlachtgewicht) JL Schweine, a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Klgr. Le benb- gewicht (Lebendgewicht) .£ 48oO, lLchlackstaewicht) X 6264, b) vollfleischige Schweine unter 80 Klar. Le­bendgewicht (Lebendgewicht) .// 47^49, C&cbWtög wicht) JL 6163, c) vollstestchige Schweine von 100 bis 120 Klgr. Lebendgewicht (CebeitbgewW) (Schlachtgewicht) JL. 6063, b) voUfletichtge von 120150 Klar. Lcbcndaewlcht (Lebendstem.) Mark 4919%, (Schlachtgewicht) .F gl«L e) Fetnchweine über 150 Klgr. Lebendgewicht (Lebendgewicht) .« 49 bis 50, (Schlachtgewicht) JL. 6163.