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Bom eigene« Bruder verhaftet. Einen eigenartigen Hintergrund hatte eine Gerichtsverhandlung, die am Mitt­woch vor dem Kriegsgericht der 1. Gardediviston in Berlin stattfand. Der Grenadier Frieß vom Gardefüsilierregiment erhielt kurz vor Ostern einen Tag Urlaub, und er fuhr zu seinem in Wandlitz wohnenden Bruder. Abends kehrte er nach Berlin zurück, doch wagte er sich nicht in die Kaserne, ,vetl er einem Kameraden ein Paar Stiefel entwendet hat­te. Noch in derselben Nacht fuhr er wieder nach Wandlitz in der Mark zurück, wo der Bruder bald Verdacht schöpfte. Der Deserteur zog den Zivilanzug des Bruders ar nahm dessen Rad und fuhr davon. Er langte schließlich im Rhein- land an, und jetzt erfaßte ihn die Reue. Ter Angeklagte wollte seine in Eöln wohnenden Eltern besuchen, und dort sollte ihn sein anderer Bruder, der Schutzmann ist, verhaf­ten und der Militärbehörde übergeben Der Wunsch des Ausreißers sollte auch erfüllt werden. F. wurde vom eige^ nen Bruder der nächsten Militärwache abgeliefert. Er war inzwischen drei Wochen von seinem Truppenteil weggeblie- ken. Da daS Gericht der Ueberzeugung war, daß der De­serteur nicht die Absicht gehabt hatte, dauernd der Truppe fernzubleiben, so nahm es nicht Fahnenflucht, sondern nur unerlaubte Entfernung an. Es erkannte auf zwei Monate Gefängnis.

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Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ein wiedergefundener Rembrandt? Aus Halle wirb ben Münch. N. Nachr. gedrahtet: Kunstmaler Garschagen auS Amsterdam, der seit vergangenem Herbst nach einem großen Gemälde aus Rembrandts Nachlaß, das 1770 aus Holland nach Deutschland gelangt war, Nachforschungen an­stelle glaubt bestimmt, das Nembrandtbild in Bad Harz- burg entdeckt zu haben. Das Bild soll gut erhalten sein. Earschagen wird das Bild der Kunstwelt in Berlin, Dres­den und Brüssel vorführen.

Eine Sternschnnppcn-Wartc Seitdem die nahe Vezie- biing zwischen Sternschnuppenfällen und Kometen festge-- stellt worden ist, hat die Beobachtung der Meteoriten eine eihöhte Bedeutung gewonnen. Es ist deshalb wünschens­wert, daß eine Zentralstelle geschaffen werde, in der sämt­liche Beobachtungen von Sternschnuppen gesammelt und wissenschaftlich bearbeitet werden. Der zurzeit wohl beste Kenner der Meteoriten, Prof. Denning in Birmingham, hct zwar etwas ähnliches versucht, es ist ihm aber nicht gdhingcn, eine eigentliche Organisation zu begründen. Eine solche will jetzt Dr. Birkenstock von Hamburg aus in die Wege leiten, und ersucht alle Astronomen und Liebhaber der Himmelskunde, ihm Mitteilungen über Sternschnup­pen zu machen. Er hofft zugleich, daß diese Beobachtungen nunmehr sowohl häufiger vorgenommen, als mit größerer tzchärfe ausgeführt werden. Um dies zu fördern, hat er eine Vorschrift zur Beobachtung von Sternschnuppen ent­worfen, die jedem zugesandt wird, der seinerseits an diesen Bfftrebitttflen sich zu beteiligen wünscht. Dies kann um so eher geschehen, als irgendwelche wissenschaftliche Vor- keilntnisse außer denen einer gewisse Bekanntschaft mit dem Elernenhimmcl nicht erforderlich sind.

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Aus dem Reiche der Technik.

DerKaiser Wilhelm-Kanal" erreicht, wie der Korre­spondenzHeer und Politik" aus Marinekreisen geschrieben wird, jetzt bei dem Erweiterungsbau Riesenmaße. die ihn Su einem Wunderwerk der Technik machen. Die neuen -hleusen des Kanals, die vor ihrer Fertigstellung stehen, ne mit einer Länge von 330 Metern, einer Breite von 45 Metern und einer Tiefe von 14 Metern überhaupt die größten Schleuscnanlagcn der Welt. Diesen gewaltigen Zeilen entsprechend wird auch die neueEisenbahn Hoch- brllcke" sein, die gleichfalls mit der Erweiterung desKaiser Wilhelm-KanalS" hergestellt wird. Die Länge des Eisen- aerüstes ist aus 1400 Meter berechnet. Die Gesamthöhe der Brücke beträgt BP Meter, die Höhe über dem Wasserspiegel 42 Meter, da die Tiefe des Wassers auf 11 Meter ver- orSßert worden ist Die bisherige Tiefe betrug 9 Meter. Besonders bedeutsam für den Schiffverkehr auf dem Kanal dürfte die Verbreiterung des Kanals auf 102 Meter werden.

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Vermischtes

Prinz Heinrich über den Konflikt Zeppelin-Hergesell. Während des oberrheinischen Zuverläffigkeitsfluges in Straßburg äußerte sich Prinz Heinrich von Preußen zu ei­nem Vertreter des Wolffschen Bureau zu der Angelegen­heit Graf Zeppelin-Hergesell. Prinz Heinrich erklärte, daß m der ganzen Sache kein wahres Wort fei; weder haben emals Mißhelligkeiten zwischen Eraf Zeppelin und Pro- effor Hergesell bestanden, noch sind die Ergebnisse der Äudienreise nach Spitzbergen, wie behauptet wurde, der- ortig gewesen, daß bei irgendwelchen Teilnehmern der Ex­pedition Unzufriedenheit oder Mißbilligung entstanden ist. 5raf Zeppelin und Professor Hergesell werden auch in Zu- hmft stets miteinander arbeiten.

Einsturz eines Glockenturmes. Eine historisch interes- lante Kirche in Frankreich ist durch den Einsturz ihres Nockenturmes schwer beschädigt worden. Mittwoch früh Bünte der Glockenturm der 700 Jahre alten Johannes- kirche von Troyes ein. Zwei kleine Nachbarhäuser wur­den zerstört, die zum Glück seit wenigen Tagen unbe­wohnt waren, weil der Glöckner bereits verdächtige An­zeichen wahrgenommen und die Bewohner gewarnt hatte, krlkenstücke und Schutthaufen bedecken die Umgebung, kuf ein Bäckerhaus war das pilzförmige Turmdach ge- Hlen. Das zuletzt unter Heinrich ITT. restaurierte Kir- Henschiff und der Chor zeigen arge Verwüstungen.

Strandung eines englischen Passagierdampfers. Der faffagierdampferIvernia" von der Cunardlinie, der mit Passagieren von Boston nach Liverpool ging, stieß, ils er Mittwoch mittag bei dichtem Nebel in den Hafen ton Queenstown einfuhr, gegen den Daunt-Felsen und er­hielt ein enormes Leck am Vorderteil. Sofort wurden die

MHerbidjten Türen geschloffen, so daß die einstürzenden kvassermassen auf eine vordere wafferdichte Abteilung be­tränkt blieben. Die Paffagiere erhielten einen heftigen Rieden bei dem Krach des Ausstoßes auf den Felsen, be- lchigten sich aber, als sie sahen, daß keine Gefahr vor- b&. Sie wurden völlig wohlbehalten zu Queenstown ge- hbet. DieIvernia" hat 25 Fuß Wasser im Vorder­imin. Sie wurde im inneren Hafen von Queenstown mausert. Mehrere Dampfer legten bei ihr an, um, wenn tätig, Hilfe zu leisten. Sie ist ein Doppelstahlschrauben- oarnpfer von 14,067 Registertonnen und wurde 1900 ge- imü.

4 Bandalismus von Schutzhüttenmardern. Vor dem Lan dgericht Innsbruck hatten sich dieser Tage zwei Reichs- Mttsche, die 18jährigen Handwerksburschen Paul Heine aus Lesben und Karl Volkmann aus Ludwigshafen, wegen .totudjg in die Tuxerjochhütte zu verantworten. Die Mbun Angeklagten haben in der genannten Schutzhütte, «erst in vorigen Jahre eröffnet wurde, in geradezu van- valiffcher Weise gehaust. Die beiden Einbrecher hielten sich to« Woche lang in der Hütte auf, wobei sie sich an den Atzandenen Vorräten gütlich taten. Sie tranken für 150

Kronen Flaschenweine und verbrauchten für 100 Kronen Brennholz. Vor dem ©erlassen der Hütte ließen sie dann ihrer Zerstörungswut die Zügel schießen. Sie schlugen sämtliche Türen und Fenster entzwei, verstreuten und ver­nichteten die noch in der Hütte befindlichen Lebensmittel,

zerschlugen alles Wirtschafts- und Küchengeschirr, öffneten die Hähne der Weinfäsier, so daß der Wein auslief, zer­schnitten die Decken, das Bettzeug, warfen die Wanduhren auf den Boden, so daß sie zerbrachen, zerschlugen und zer­schnitten die an der Wand hängenden Bilder, kurz und gut, alles, was nicht niet- und nagelfest war, fiel ihrer Zer­störungswut zum Opfer. Von dort begaben sie sich noch in fünf ober sechs Alpenhütten, wo sie in gleicher Weise hau­sten. Das Landesgericht Innsbruck hat nun an den beiden Hüttenmardern ein Exempel statuiert und Heine zu zwei und Volkmann zu anderthalb Jahren schweren und ver­schärften Kerkers sowie zur Ausweisung

verurteilt.

Goldene Worte an die Jugend sind und Merkblatt enthalten, das sich gegen von Schmetterlingen, Käfern, Fischen und

aus Oesterreich

in einem ^lug- bas Einfangen anderen Tieren

ausspricht und in den Schulen zur Verteilung gelangt. Auch die k l e i n st e n Tier e," so heißt es da,hängen an ihrem Leben und fühlen Schmerz, wenn man sie ver­letzt oder tötet. Kein Mensch ist berechtigt, irgendein Tier ohne Not zu töten. Selbst die schädlichen Tiere sollen nicht von Kindern getötet werden. Was haben euch die Tiere zuleide getan, daß ihr die Schmetterlinge, Käfer usw. zer­drückt, zerzaust und tötet und die Fische, Salamander usw. in ein Aquarium einsperrt, wo sie meist elend umkommen? Freut es euch denn nicht, wenn ihr die Tiere in Freiheit seht, wenn die farbenprächtigen Schmetterlinge von Blume

zuBlume flattern, die buntschimmernden Käfer im Gestein und im Gesträuch herumkrabbeln und die Wasiertiere in Seen und Flüssen ihr lustiges Spiel treiben? Ist das nicht ein schönerer Anblick, als wenn die toten Tierchen aufgespießt im Kasten modern oder die lebenden in

Gefangenschaft ihr kurzes Dasein vertrauern? Wenn etwas sammeln wollt, so sammelt Steine, Muscheln andere Sachen. Lebende Tiere sind kein Spielzeug!"

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Wie man in China die Pest bekämpft. In einem richt über die Tätigkeit der italienischen Missionare .... Innern des chinesischen Reiches werden aus Gegenden, in denen die Pest wütete, einige merkwürdige Schutzmaßre­geln gegen die furchtbare Krankheit erwähnt. An der Tür eines Krankenhauses hat z. V. das Polizeihaupt der Stadt folgende Ratschläge anheften lassen:Nachdem der Früh­ling begonnen, lasse man Kohlrübensaft kochen, darin eine gewisse Menge Kletterbohnen; genau abzumessen braucht man nicht. Dann wird empfohlen, daß alle, groß und klein, diese Abkochung trinken, so lange sie warm ist. So das ge­schieht, wird die Pest vermieden werden." Noch besser aber ist folgende Vorschrift:Man nehme ein Stück Pferde­knochen, wickle es in ein Stück rotes Tuch und lege es in ein Beutelchen, und dann sollen es die Männer auf der linken Seite des Körpers und die Frauen auf der rechten tragen."

Ein exotischer Krönungsgast. Dem großen Ereignisse dieses Sommers, der Krönung des englischen Königs­paares in der zweiten Hälfte des Monats Juni, werden viele indische Fürsten, als Vasallen der englischen Krone, beiwohnen. Unter ihnen ist eine Prinzeffin, die Begum von Bohpal, die durch ihre seltsamen Lebensgewohnheiten und den eigentümlichen Luxus, mit dem sie sich umgibt, schon in Paris, wo sie sich auf der Durchreise jetzt aufhielt, beträchtliches Aussehen hervorrief. Sie ist auf einem fran­zösischen Dampfer nach Marseille gefahren, aber die Mit­reisenden bekamen nicht viel von ihr zu sehen, da sie, nach der religiösen Sitte der Hindufrauen, sich niemals zeigt, ohne ihr Antlitz zu verhüllen, und alle Mahlzeiten, zu denen die Speisen von ihrerDienerschaft zubereitet werden, ganz allein für sich einzunehmen pflegt. Das Fleisch, das den Hauptbestandteil ihrer Nahrung bildet, stammt von Tieren, die von einem Priester ihres Glaubens nach ge­nauem Ritus getötet worden sind. Auf einer früheren Reise nach Europa hatte die Prinzeffin sogar, wie man sagt, das Wasser, das sie teils zum Trinken, teils zum Wa­schen benutzte, aus ihrer Heimat in das Land der Ungläu­bigen mitgenommen. Sie ist außerordentlich reich und be­sitzt Edelsteine und Perlen in ungeheurer Zahl. Fünfzehn Menschen bilden ihr Gefolge und neun Diener und Die­nerinnen harren eines jeden ihrer Winke. Staunen er­regte es, als man ihr Gepäck in Paris vom Bahnhof in das Hotel, wo sie abstieg, brachte. Es umfaßte nämlich die Klei­nigkeit von 200 stattlichen Koffern, und fünfzehn Wagen waren nötig, um es fortzuschaffen.

Ein Kanarienvogel als Krönungsgeschenk. Ein Ge­schenk von ganz besonderer Art bereitet die Stadt Norwich zur Krönung König Georgs vor. Norwich ist über Eng­lands Grenzen hinaus bekannt wegen seiner Kanarienvo­gelzucht. 4000 seiner Bewohner sind als Vogelzüchter tätig und exportieren alljährlich rund 40 000 Singvögel, von de­nen wenigstens 20 000 nach Neuyork gehen. So ist denn das Geschenk der Stadt Norwich natürlich ein Kanarien­vogel. Der Vogel, dem die hohe Ehre zuteil wird, in des Königs Eigentum überzugehen, ist durch eine Kommission von Fachleuten ausgewählt worden und wird in einem Kä­fige überbracht, der vergoldet und mit den Wappen des Königs und der Stadt Norwich geschmückt ist. Sein Wert wird auf 2000 Mark geschätzt; er ist der schönste, den die Stadt aufzuweisen hat.

Haberfeldtreiben in Thüringen. Eine Sitte, die dem bayerischen Haberfeldtreiben sehr ähnlich sieht, hat sich in einigen Gegenden Thüringens erhalten. In einem Torfe bei Schleusingen erlebte vor einigen Tagen ein Besucher des Dorfes eine eigenartige Szene. In der zehnten Stun­de abends erhob sich plötzlich auf der Dorfstraße ein Höllen­lärm. Männer, Weiber, Greise, Kinder waren auf den Bei­nen und wogten auf und ab. Auf einem bei dem Dorfe lie­genden kleinen Hügel hatte sich eine große Kette junger Burschen angesammelt, die auf Trompeten, mit Pistolen, Peitschen, Gießkannen, Kuchenblechen, Kuhglocken usw. ei­nen ohrenbetäubenden Spektakel vollführten. Schließlich zog der Haufen vor ein Haus, der Lärm verstummte auf ein Kommando, und einer der Burschen hielt eine Strafpredigt. Dieser Auszug wiederholte sich an drei aufeinanderfolgen­den Abenden und konnte ungestört seinen Verlauf neh­men, denn die Sicherheitsorgane waren der Uebermacht nicht gewachsen. Der Fremde konnte schließlich in Erfah­rung bringen, daß die Katzenmusik der Tochter eines ange­sehenen Einwobners galt, die mit einem auswärtigen Ka­valier ein Verhältnis unterhalten hatte.

Oberbürgermeistergehälter. Nach einer unlängst er­gangenen Rundfrage beziehen die Stadtoberhäupter in den Großstädten zurzeit folgendes Gehalt: Hannover 24 000 X Cöln 30 000 Ji und Dienstwohnung, Elberfeld 20 000 Jt und 2000 .Ä für Dienstwohnung, Bochum 16 000 JZ und 2000 Jt Dienstaufwand sowie Dienstwohnung im gleichen Werte. Crefeld 20 000 »A und freie Wohnung, Düffeldorf

25 00 0 .H und Dienstwohnung nsw tm Werte von 6000 X Dortmund 21 000 X Wiesbaden 20 000 X Frankfurt a. M. 30 000 Ji und 6000 Wohnungsgeld, Berlin 36 000 .// und Dienstwohnung, Eharlottenburg 27 000 .//, Kiel 18 000 X Halle a. S. 18 000 X Danzig 21 000 X Königsberg 22 000 und freie Wohnung. BreSau 30 000 X Vosen 20 000 X Magdeburg 22 000 .// und freie Wohnung, Cassel 19 000 Jt, Braunschweig 15 000 X Dresden 20 000 Jt Chemnitz 21000 Mark, München 29 000 Ji Nürnberg 25 000 t( und freie Wohnung, Stuttgart 20 000 X Straßburg 18 000 Jt un­freie Wohnnng.

Paris ohne Antos Dem Berliner L.-A. wird auS Pa­ris gedrahtet: Der gestrige Mittwoch, ein sonnig schöner Maientag, wurde von oen Parisern in ungewohnter Weise genossen. Man glaubte sich beinahe ins alte, gemütliche Pa­ris zurückversetzt, wo eS noch keine Automobile gab, halten nicht zeitweise die ungeschlachten Autobusse und private Kraftwagen die Straße gekreuzt. Gegen 6000 Chauffeure streikten Die fdinaufenben TariautoS waren auS dem Straßenbilde verschwunden, mit ihnen ein beträchtlicher Teil von Staub und Gestank Behaglich konnte man den Straßendamm an den gefährlichstenKrenzungSpunktcn über­schreiten, ohne Furcht vor denHippomobileu", die nun wieder die Stadt beherrschten. Die ältesten Droschkenmodelle aus Väterzeit tauchten wieder auf, und man riß sich um sie, so daß die Kutscher nach gutem, altem Brauch bereits wie­der kleine Erpressungs-Versuche an den Fahrgästen riskie­ren durften. Natürlich gab es auch manche Unzufriedene, die die gute alte Zeit zum Teufel wünschten. Den Chanf- feuren selbst hat dieser Dcmonstrationsstreich den bescheide­nen Ausfall einer Tageseinnahme von gegen 48 000 FrcS. gebracht, gering gerechnet.

Der Kampf um Tolstois Erbe.

Die Auseinandersetzungen über das Testament Tolstois unter den Mitgliedern seiner Familie, die bereits beendet zu sein schienen, haben von neuem begonnen. In den letz­

ten Tagen hat in Moskau die Besprechung der bcistände der Gräfin Alexandra Tolstoi, der Dichters, stattgefunden und zu einem Beschluß Witwe Tolstois den Prozeß zu machen, um die Herausgabe aller Manuskripte zu erzwingen,

drei Rechts- Tochter des geführt, der vollständige die sich in

ihrem Besitz befinden und die sie in verschiedenen Institu­ten niedergeleet hat. Die Gräfin Sophia Andreowna nimmt aber auch ihrerseits den Fehdehandschuh auf; sie will nicht nur auf 'ccm juristischen Wege für ihr Recht kämpfen, sondern ist nach Petersburg gefahren, wo sie hofft, die Spitzen der Behörden zum Eintreten zu ihren Gunsten zu bewegen. Sie hat sebst eine Audienz beim Zaren nachge­sucht. Sie behauptet, und dassebe behaupten auch die Sohne Tolstois, daß ihr Gatte außer dem Testament, das sie ihrer Rechte beraubt,ein zweites hinterlassen habe, das für sie günstiger gewesen wäre, und daß dieses von den Testaments­vollstreckern unterdrückt worden sei. Die Gräfin rechnet auch sehr auf das Zeugnis des Direktors des Historischen Museums, dem Graf Tolstoi persönlich erklärt hat, daß alle Manuskripte, die er im Museum niederlegte, ausschließ, liches Eigentum seiner Gattin seien, und daß das Museum nach dem Tode der Gräfin in ihren Besitz ge­langen würde.

Während ihres Aufenthalts in Petersburg hat die Grä. ftn auch Verhandlungen mit der Regierung wegen des Verkaufs von Iasnaja Poljana geführt und diese sind fast zum Abschluß gelangt. Der Preis, auf den sich beide Par­teien geeinigt haben, sind 600 000 Rubel. Iasnaja Poljana wird so Nationaleigentum werden. Der Hauptzweck der Reise der Gräfin nach Petersburg war aber, die drei letzten Bände der Gesamtausgabe von Tolstois Werken zu retten, die von der Zensur verboten und von der Polizei konfis­ziert worden sind. Bisher haben ihre Bemühungen in­dessen noch keine günstigen Ergebnisse gehabt. Das Mos­kauer Verusungsgericht hat die drei Bände verboten und entschieoen, aus ihnen alle Artikel auszuschneidcn, die für gefährlich erklärt worden sind, und sie verbrennen zu lassen. Die Gräfin Sophia hat auch Vorsorge getroffen, daß Tol­stois Grab vor Störungen bewahrt bleibt. In den ersten Zeiten nach seinem Tode wallfahrteten zahlreiche Pilger zu dieser Stätte, aber allmählich kamen nur noch vereinzelte glühende Bewunderer des großen Dichters, und schließlich wurde das Grab das Ziel von Vergnügungsausflügen, die ihre Spuren in Speiseresten und leeren Flaschen allzu deutlich hinterließen.

Drahtnachrichten uns neuestes

König Georg preußischer Feldmarschall.

W> Berlin 25. Mai. König Georg von England ist zum Generalfeldmarschall der preußischen Aimee ernannt worden.

Der Rücktritt des Präsidenten Diaz.

w> Neuyork, 26. Mai. Der Rücktritt des Präsidenten Diaz erfolgte nach einem Telegramm aus der Hauptstadt Mexiko gestern nachmittag 4 Uhr 45 Minuten. Mit diesem Zeitpunkt ist die provisorische Regierung auf den Minister des Aeußeren Barra übergegangen. In den Straßen der Hauptstadt bewegt sich eine dichtgedrängte Volksmenge. Gewalttätigkeiten sind nicht vorgekommen.

Der oberrheinische Zuverläffigkeitsflng.

^ Frankfurt a. M., 26. Mai. Der Aviatiker Hirth ist mit dem Grafen Spee als Passagier in Mainz heute früh 5.40 Uhr angekommen. Die Abfahrt erfolgte um 6.27 Uhr, die Ankunft in Frankfurt um 7 Uhr. Der Flug er* folgte durchschnittlich in 180 Meter Höbe.

Der Fernflng Paris-Madrid.

^ Madrid, 26. Mai. Der Flieger Vendrine ist als erster auf dem Wettfluge Paris-Madrid heute morgen 7.45 Uhr hier angekommen.

Eine Stadt durch Bergsturz verschüttet.

&-£ Petersburg, 26. Mai Der Chef des Pamirdetache- ments meldet aus Skobelew, daß der Ort Oroschow durch einen Bergsturz infolge eines Erdbebens verschüttet ist. In vier anderen Orten wurden viele Häuser zerstört. Im ganzen sind 128 Menschen ums Leben gekommen.

Das größte Schlachtschiff der Welt.

»g* Philadelphia, 26. Mai. Gestern ist hier das Schlacht­schiff Wyoming vom Stapel gelaufen. Es ist mit über 26 000 Tonnen das größte Schlachtschiff 'd-r Welt.

Kandel und Verkehr.

Den Vierteljahrsschlußoerkchr erschwert die Reichsbank, insofern sie bestimmt:Im Effekten- und Wechsellombard wird: 1. für den Darlehnsbestand am Ultimo des Kalender­jahres, 2. für die am ersten Werktage des Kalenderviertel­jahres entnommenen Darlehnsbeträge unter Abzug aller an diesem Tage etwa erfolgten Rückzahlungen außer den laufenden Zinsen ein Zinszuschlag für zehn Tage berechnet, wenn der Darlehnsbestand auch nur an einem dieser beiden Tage den Betrag von 30 00^ Jt überschreitet." Diese Maßnahme richtet sich gegen die großen Banken und Bank- firmen, denen in der Regel bis zum 26. vor den Quartals­schlüffen Seehanölungsgelder zur Verfügung stehen, wäh­rend sie alsdann mit ihren Ansprüchen auf die Reichsbank angewiesen sind. Indirekt werden die kleineren Firmen, welche von den Großbanken Geld entleihen, betroffen,.^