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Gießener Bettung

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oierrt^Khrlich 1,20 Wf., vorauSzahlbar, frei inS HauS. ^bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgadestelten vietteljShriich 90 Pfg. _ C^rf^cint DienStagS, Douncrstags, TamStags. Redaktion: GellerSweg 88. - Mr Aufbewahrung aber Skücksenüung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag derSiebener Zeitung" O. m. b. H.

Enthält alte amtl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen |^t des Großhe.-zoglichen

Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

Polizei - Amtes

Behörden Gberhessens

Expedition: Seltersweg 85.

lHaus Brüder Lchmtdt.j

Anzeigenpreis 15 pfg.

bk 44 mm breite ^ h f ei tue n 3ci l e. $ teilen, gesucht und Kamillenan zeigen 10 ^fg. Die 90 mm breite Zeile im Reklam ereil 20 Pfg. Ext r abtilagen werden irach i^emud! (jir^fir beregnet. Radau kommt bei Ucderschreuu»»g d«S Zatztung». 3*kS (30 Tage), bei gertchilicher Betnewnng ob« bei Konkurs in WtgsaÜ. Platzvorschr,ste,t otzue Berdindlichr^it

'Verlag der ,,(Siebener Zeltaag 1L. m. b. H.

Nr. 202

Telephon: Nr. 362.

1911

Telephon: Nr. 362.

23. Iahrg.

Parteipolitikiw.

Reichstagswahlen 1912.

. *. 8 r' t! I a r = 6 o in b e r g = 3 i c g e n I) a i n. In bem durch den Tod Liebermanns von Sonnenberg er kbigteii Wahlkreis wurde für die Reichstags-Ersaizwahl ber Seneralfetretär der deutsch-sozialen Partei, H e n - n l g s e 11, als Kandidat ausgestellt.

Hessische Landtagswuhlen 1911.

* Segen die W ä l,, e r l i st e zur hessischen £5" bJ.a 9 5 wähl sind in Offen bad) a. M. zahl- reidje C 1 n s p ruche erhoben worden, bei denen es JLT'L '.d "'" die Frage des dreijährigen Wohn- Mnm ^?'?° ' ^n b Auslegung des Artikels 6 des Wahlgesetzes vom 3. Juni 1911, nach dem jeder Wäh- lcr Zur Zeit der Wahl mindestens 3 Jahre in Hessen moijnen iTtufj, ist bic Frage aufgeworfen worden, ob die er Passus in beni Wahlgesetz so auszulcgcn ist, dak dieser dreiiahnge Wohnsitz ununterbrochen sein muh ober ob eine Ausrechnung stattfinden darf. Die Bürqer- mcislcrei Hal die Streitfrage dem «reisamt voraelcql bas diese dahin entschieden hat, daß jeder Wählereinen ununterbrochenen Wohnsitz in Hessen auf- weisen muß. 1

* Die nationalliberale Partei des Großherzogtums Hessen wird am Sonntag, den 8. Ok- tober in Darmstadt eine Landesversammlung abhalten Am selbigen Tage findet auch eine Sitzung des Lan­desausschusses der Partei statt.

Die nationalliberalen Vertrauensmän­ner des Wahlkreises Reichelsheim-Lindenfels haben den Postverwalter Mergel t Reichelsheim einstimmig zum Landidaten proklamiert. Der Wahlkreis ist lange Jahre durch Geheimrat Haas vertreten worden.

* 3m Wahlkreis Wimpfen-Hirschhorn haben die Nationalliberalen den bisherigen Vertreter, Bürgermeister Lredel-Airlenbach wiederum als Landi- daten ausgestellt.

* In Nierstein hält man an der Landidalur Reichardt fest.

* Büdingen. Der bisherige Landlagsabgeord­nete Bähr-Rohrbach wurde von der Wirtschaftlichen Ver­einigung (deutsch- und christlich-soziale Parteien) wieder als Landidat aufgestellt und wird vom Bund der Land­wirte unterstützt. Die Nationalliberalen stellten Oekonomierat Andreae-Büdingen als Landidaten auf, der ebenfalls Mitglied vom Bund der Landwirte ist. Der Bund hat sich aber bereits für Bähr festgelegt.

* Der von der Fortschrittlichen Volkspartei in N i e r- st e i n ausgestellte Bürgermeister Schuckmann-Bechtols - heim ist zurückgetreten; voraussichtlich wird an seiner Stelle Pfarrer F r e s e n i u s-Essenheim kandidieren.

Bus Stadt und Cand

Gießen, den 26. September 191t.

* Der Großherzog empfing am letzten Sams­tag u. a. den Universitätssekretär Erle von Gießen.

*

Das hessische Gewerbe feierte am Sonntag das 75- jährige Bestehen des Gewerbevereins für das Großher­zogtum Hessen und der Erohh. Zentralstelle für das Gewerbe. Die aus diesem Anlaß in Darmstadt ver­anstalteten Festlichkeiten wurden am Samstag mit der Wiedereröffnung des umgestalteten Gewer­be-Museums eröffnet. Im Mittelpunkte der Ver­anstaltungen stand die I u b i l ä u m s h a u p t ver­sa m m l u n g im Saalbau, der außer einer sehr gro­ßen Anzahl Mitglieder des Vereins aus allen Teilen des Landes Minister des Innern von Hombergk zu Vach, Geh. Rat Süffert, die Ministerialräte Dr. Hölzin- ger, Dr. Lratz, Regierungs- und Baurat Wagner, Ober- kon'sistorialpräsident Dr. Nebel, Provinzialdirektor Fey, Oberbürgermeister Dr. Glässing, Baurat Jäger, die Ge­merberäte Falck und Reuter, viele Professoren der Hoch­schule mit Rektor Prof. Wickop an der Spitze, Reichs - tagsabg. Dr. Osann, sowie Vertreter des württember- gischen, bayerischen, badischen und pfälzischen Gewerbes anwohnten. Die Festrede hielt Geh. Rat Noack, der Vorsitzende der Zentralstelle. Er schilderte den Auf­schwung des Handwerks und Gewerbes in Hessen durch die Schaffung einer unter Regierungsverwaltung stehen­den Organisation, wie sie der Gewerbeverein darstellt, der im verflossenen Jahre 810 000 Mk. für die Hebung des Gewerbes vereinnahmte und während ,5 paaren einen Gesamtaufwand von 15 700 000 Mk. zu verzeich­nen hat.

An den Großherzog wurde hierauf folgendes Hut dlgungstelegramm abgesandt:Der zur 75. Jahresfeier versammelte Landesgewerbevercin entbietet Ew. Kgl. Hoheit, dem Schirmherr hessischen Gewerbesleißes, ehr­furchtsvolle Begrüßung und die Versicherung unwandel barer Treue. Woad, Geh. Reg.-Rat."

Minister von Hombergk überbrachte alsdann die Glückwünsche des Großherzogs und des Staatsmini sters v. Braun. Im Auftrage des Großherzogs über reichte er folgende O r d e n s v c r l e i h u n g e n: Dem Vorsitzenden der Zentralstelle für das Gewerbe, Geh. Reg.-Rat August Noack, die Lrone zuni Ritterkreuz 1. Llasse, dem Sekretär der Zentralstelle, Gewerberat F. R e u t e r-Darmstadt, den Charakter als Regieruiigsrat, dem Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins Alzey, Buch' bindermeister I. M a ch w i r 1 h, das Ritterkreuz 2. Llasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins von Goddelau', Rentner Friedrich Wilckens, und der Hauptlehrer Tra­ber-Gießen erhielten die gleiche Auszeichnung. Dem Lehrer J. Grüner an der Handwerkcrschllle zu Worms und dem Lehrer an der Handwerkerschule zu Michelstadt, Schreinermeister W. Geist, wurde das silberne Lreuz des genannten Ordens verliehen.

Weitere Gratulanten waren u. a. für die Stadt Darmstadt Oberbürgermeister Dr. Glässing, für die Tech­nische Hochschule Rektor Prof. Wickop, für die .Hessische Handwerkskammer Gewerberat Falck-Mainz, für die Ver­einigung selbständiger Vauhandwerker in Darmstadt Hofweißbinder Iustus Weber, für den Verband deutscher Gewerbe- und Handwerkervereine Geh. Baurat Pros. Dr. Berndt, für den Architekten- und Ingenieur - Ver­band Regierungs- und Baurat Dr. Wagner, für die Hessischen Handelskammern Kommerzienrat Schmahl - Mainz, für die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaft für Starkenburg und Oberhessen der Direktor der Volks­bank Reuter, für die Kgl. Württembergische Zentral - stelle Staatsrat v. Mosthof-Stuttgart, für den Verband Württembergischer Gewerbevereine dessen Vorsitzender, Malermeister Schindler-rGöppingen, für die badischen Gewerbevereine Fabrikant Niederbühl-Larlsruhe, für die bayerischen Gewerbevereine Bauer-München und für die pfälzischen Gewerbevereine Kgl. Nat Jung aus Lai- ferslautern.

Nach der Fe st Versammlung vereinigten sich die Teilnehmer zum gemeinschaftlichen Mittagessen. Geh. Rat Noack verlas hier folgendes Antworttele- gramm des Großherzogs:Ich danke dem Landesgewerbeverein herzlich für treues Gedenken. Ernst Ludwig."

* Ueberland-Zentrale. Die Provinz Oberhessen und die Stadt Gießen haben sich über die Abgrenzung der beiderseitigen Jnteressen-Ge- biete für die Versorgung der Provinz -mit elektrischer Energie geeinigt. Während das von der Provinz bei Wölfersheim mit einem Lostenaufwand von rund drei Millionen zu errichtende Werk den südlichen Teil der Provinz (die Kreise Friedberg und Büdingen, sowie Teile der Kreise Gießen und S ch o 1 t e n) mit Licht und Kraft versehen wird, ist der Stadt Gießen der nordwestliche Teil der Provinz zugewiesen worden, im ganzen 43 zumeist dem Kreise Gießen angehörige Ge­meinden. Außerdem wird die Stadt Gießen noch einige benachbarte Gemeinden anschließen; mit Lrofdors- Gleiberg ist deshalb schon ein Vertrag abgeschlossen worden. Durch die Umgestaltung des städtischen Elek­trizitätswerkes in eine Ueberlandzentrale ist eine bedeu­tende Erweiterung des Elektrizitätswerkes notwendig ge­worden, die eine Million erfordern wird. Die Erweite- rungsarbeiten sollen sobeschleunigt werden, daß die er­sten sich anschließenden Gemeinden schon im Herbst 1912 im Besitz des elektrischen Lichtes sein werden. Die von Gießen aus zu versorgenden Gemeinden erhalten den Strom zu' demselben Preis wie die, die Licht und Kraft von der Ueberlandzentrale Wölfersheim bekommen. Pro­vinz und Stadt haben sich, soweit erforderlich, gegen - feitig das Durchleitungsrecht durch ihre Interessengebiete zugesichert und werden sich gegenseitig mit elektrischer Energie aushelfen. Für die Bewohner der Stadt Gießen bat das Abkommen die angenehme Folge, daß der Preis für die elektrische Energie in der Stabt von 50 auf 45 Pfennig herabgesetzt worden ist.

Gießen. Die Firma Poppe-Frankfurt-Lon- don hat die maschinellen Einrichtungen der in Lonkurs geratenenH a s s i a" - P n e u m a t i k w e r k e über - Hommen und bezieht auch die der Stadt gehörigen Ge- bäulichketten an derSchönen Aussicht", um dort eine Fabrik technischer Gummiartikel zu errichten.

Gießen, 25. Sep. Gestern waren hier die den Schulmädchen in Pflege gegebenen Blumenstöcke aus gestellt. Die Ausstellung wurde mit einer kleinen Feier eröffnet. Hübsche Preise standen als Lohn für die cm sigen Pflegerinnen bereit.

-s- Großen Buseck, 2-1. Sep. Die Turner des Lahn - ns b erg Turnbundes hielten um ter äußerst reger Beteiligung hierselbst ihr diesjähriges Bergfest ab. In deut jungen Bunde herrscht reges Leben, traten doch 202 Turner zum Wettkampf an. Als Uebungen waren bestimmt: Stemmen (37,5 Kg. zwei­armig), Stabhoch, Freiweit, Wettlauf und eine Frei Übung. Die Turner Dorth uub R ü h l, Mitglieder unseres Vereins, trugen beide ben ersten Preis davon.

Darmstadt. Der sozialpolitische Ausschuß der Stadtverorduetenversaiumlung hat zur Abwendung des N o t st a n d e s beschlossen, einen direkten Engros­bezug von Kartoffeln und Weißkraut durch die Stadt zu veranlassen, eine Verkaufsstelle für billige Seefische ein zurichten und wegen der Abgabe von Lohlett zu redu­zierten Preisen an die minber bemittelte Bevölkerung mit hiesigen Firmen in Verbindung zu treten, auch wegen billiger Abgabe von Brot die geeigneten Schritte einzuleiten. Neben dem durch freiwillige Spenden aus- gebrad)tcn Betrag soll die Stabtoerorbnctenoerfammlung um Bereitstellung eines Vorlagekredits von 30 000 Mk. ersucht werden.

* D a r m st a d 1. Seit mehreren Tagen streiken hier die Transportarbeiter, wobei es zu wüsten Szenen zwischen Streikenden und Arbeitswilligeit gekommen ist. Am Freitag hatten es die Streikenden besonders auf be­ladene Möbelwagen abgesehen und verhöhnten die Ar­beitswilligen fortgesetzt mit gehässigen Drohungen. In der Rheinstraße wurde ein beladener Möbelwagen der Firma Wolf u. Sohn umgeworfen, ebenso ein schwer­beladener großer Möbelwagen der Firma Alter u. Co. in der Liebigstraße. Der Inhalt des Wagens, zum Teil kostbares Porzellan, fiel auf die Straße und wurde teil* weise zertrümmert. Nur dadurch, daß die Schutzleute häufig mit blanker Waffe einschritten, gelang es, die Arbeitswilligen zu schützen. In später Abendstunde rot­teten die Streikenden sich wieder vor dem Geschäftshause der Firma Wolf u. Sohn zusammen und versuchten, das Haus zu bombardieren. Es wurden auch einige Fenster eingeworfen, bis die Polizei die Erzedenten ver­trieb. Die Polizei gab bekannt, daß die Streikenden sich 200 Meter von ihrer Arbeitsstelle entfernt zu halten ha­ben, und daß jeder verhaftet würde, der dieser Anord­nung nicht Folge leiste. Am Samstag morgen kam es zu verschiedenen lärmenden Strahenszenen. Es kommt den Streikenden weniger aus eine Lohnerhöhung als auf die Anerkennung des Verbandes seitens der Ar­beitgeber an. Unter den Arbeitgebern ist infolge der Gewalttätigkeiten die Stimmung zu Gunsten einer fried­lichen Verständigung wesentlich eingeschränkt worden, und sie sollen fest entschlossen sein, den Forderungen der Vertreter des Deutschen Transportarbeiterverbandes nicht statt zu geben.

Jetzt hat das Polizeiamt aus Anlaß der fortdau­ernd sich mehrenden Ausschreitungen der streikenden Transportarbeiter eine Verfügung erlassen, wonach Zu­sammenrottungen, Stehenbleiben auf Straßen und Plät­zen der Stadt unter Androhung sofortiger Verhaftung streng untersagt sind.

Nervöse Kopsschmerzen, Schlaflosigkeit.

Dieses find keine Krankheiten an sich, sondern nur Erscheinungen infolge eines mangelhaften Blutzustandes in welchem gewisse Bestandteile, wie Lecithin und Eisen nicht genügend vorhanden sind und dadurch die Sterben nicht genügeud gespeißt werden. Die so oft angewandten Beruhigungsmittel können im besten Falle nur vorüber­gehend Linderung bringen, find aber auch sehr oft von schädlicher Wirkung aus den Gesammturganismus. Es ist nun gelungen eine Verbindung von Lccithin und Eisen herzustellen, welche von Autoritäten als die wertvollste anerkannt wird und dieses glstckliche Präparat haben wir in Lcciserrin, welches wegen seiner prompten Wirkung und seines angenehmen Geschmackes allgemein Anwendung padet.

Von Tauseudcn mit Erfolg erprobt wenn audcre Mit­tel erfolglos blieben.

Leciferrin (Lvo-Lecithin-Eisen) kostet M. 3 - die Flasche. Beim Einkauf achte man genau auf das Wort Lcciserrin. In Apotheken erhältlich, ganz nchec von: Universitäts-Apotheke Gießen und Engel-Apotheke in Frankfurt a. Main.